Erfahrungen mit Home Office

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H2O
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Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon H2O » Do 26. Mär 2020, 14:43

Mein Sohn wurde aus Sicherheitsgründen zu Home-Office gebeten. Dabei geht es hoch her mit reichlich telefonischen Kundenkontakten. Er klagt, daß die Kopplung in den Firmenrechner noch nicht ganz rund läuft... kein Wunder, wenn das Verfahren im Unternehmen bisher nicht eingeübt wurde.

Augenblicklich wird Home Office auch für die Zeit nach Bewältigung der Coronaseuche ein höherer Verbreitungsgrad vorhergesagt... etwa für Mütter, die kranke Kinder oder betreuungsbedürftige Alte zu Hause versorgen müssen. Meine Nachfrage hier hat den Sinn, daß ich erfahren möchte, ob trotz der technischen Unvollkommenheiten, von denen mein Sohn berichtet, die Vorteile für den Nutzer überwiegen... oder ob Home Office für größere Unternehmen ein arger Notbehelf bleiben wird.

Ich gehe davon aus, daß die beobachteten Mängel sich sehr bald beheben lassen. Aller Anfang ist schwer...

Vielleicht entsteht ja aus dem Notbehelf ein "Abfallprodukt", ein neuer Arbeitsplatz "Home Office", der die Telekommunikation und die Rechenleistung für die Nutzerprogramme zusammenfaßt... ein überdimensioniertes Smartphone? Ich vermute, daß es künftig nicht damit getan ist, einen Laptop mit enger Ankopplung an den Firmenrechner als ständigen Arbeitsplatz bei zu behalten.

Wie sehen "Leidensgefährten" meines Sohnes diese Entwicklung?
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Kamikaze
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Kamikaze » Do 26. Mär 2020, 17:28

Ich selber kann zwar (noch?) nicht im Home-Office arbeiten, aber einige Kollegen schwärmen davon.
Insbesondere der Wegfall der Fahrzeiten wird als wahrer Segen empfunden.
Nachteile im Arbeitsablauf haben sie allenfalls noch dann, wenn größere Mengen an Dokumenten ausgedruckt und versandt werden müssen. Da behelfen wir uns bisher so, dass der Kollege, der im Büro ist (also meist ich) den Büro-Drucker entleert und die Briefe anschließend in den Faltapparat füttert, einkuvertiert und versendet. Daheim hat natürlich niemand einen wirklich starken Drucker und schon gar keine Brief-Falte-Maschine oder einen Frankierautomaten... Aber irgendjemand ist ja (fast) immer im Büro, der diese Aufgaben dann übernehmen kann.
Telefon- und PC-Arbeit funktionieren nach kleineren Startschwierigkeiten angeblich problemlos. Das Ganze startete vor etwa einem Jahr als Test und läuft seitdem zur vollsten Zufriedenheit meiner Kollegen und unseres Chefs.
Leider zwingt unsere Arbeit uns dazu, dass immer mindestens zwei Leute im Büro sein müssen - deshalb gucke ich da aktuell (noch?) in die Röhre... Der Rest wechselt sich einfach ab. :/
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Skeptiker
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Skeptiker » Do 26. Mär 2020, 17:31

Ich bin nun am Ende der zweiten Woche Home Office.

Unsere Firma bietet mobile Arbeit seit einiger Zeit an, was auch rege genutzt wird. Insbesondere bei der flexiblen Kinderbetreuung ist das ein großer Vorteil. Dennoch arbeite ich viel lieber im Büro, weil da schlicht die Netzwerkanbindung eine bessere ist und man in direktem Kontakt mit den Kollegen ist. Im Büro ist man halt mittendrin, im Home Office bist du zugeschaltet - das ist was anderes. Außerdem kann man nicht gleichzeitig Kinder betreuen und arbeiten. Das müsste mir mal jemand zeigen wie das gehen soll - typischerweise kann das nur eine Krücke sein, die durch Arbeit bis in die Abendstunden dann kompensiert wird.

Ich muss sagen, dass es mich durchaus beeindruckt hat, wie schnell die Firma umschalten konnte, und trotz mancher Probleme heute wirklich handlungs- und arbeitsfähig geblieben ist, auch wenn natürlich nicht alles im Home Office gemacht werden kann.

Es ist also ein tolles Flexibilisierungsangebot und in dieser Krise Gold wert, aber ich sehe nicht das klassische Büro wegfallen, jedenfalls nicht für mich.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon jack000 » Do 26. Mär 2020, 17:34

H2O hat geschrieben:(26 Mar 2020, 14:43)Wie sehen "Leidensgefährten" meines Sohnes diese Entwicklung?

Homeoffice habe ich bereits vor Corona gemacht. Rein technisch funktioniert das Problemlos, da der Laptop nur eine Internetverbindung benötigt und so habe ich 1:1 alle Funktionen wie am Arbeitsplatz selbst. Meetings per Skype habe ich genauso wie am Arbeitsplatz gemacht, daher macht auch das keinen Unterschied. Zu Hause habe ich eine Weiche für Tastatur und Maus, somit reicht es aus 1 USB und 1 Monitorkabel anzuschließen und ich kann in der bestehenden Heim-Struktur arbeiten. Allerdings habe ich keinen Drucker und Scanner zu Hause.
=> Generell sind meine Erfahrungen positiv, da ich mir dann die Arbeitszeit selbst aussuchen konnte (u.a. spät Abends, Sonntags, etc...)
=> Insgesamt aber habe ich keine Erfahrungen wie das dauerhaft ist, denn ich denke das man irgendwann zu Hause verschimmelt und die Kollegen zu Phantomen werden.
=> HomeOffice wird nach Corona aus der "Schmuddelecke" herausgekommen sein und eher zum Normalfall werden. Technische Probleme sollten in den Einzelfällen problemlos aus dem Weg geräumt werden können.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Fuerst_48 » Do 26. Mär 2020, 18:21

Mein Sohn arbeitet für eine Firma, die Testreihen für Labors und Kliniken etc. transportiert.
Geht über HOMEOFFICE tadellos.
Meine Tochter arbeitet bei der Finanzpolizei, auch im HOMEOFFICE - allerdings wenig effizient. Aber Weisung ist Weisung!
Zuletzt geändert von Fuerst_48 am Fr 27. Mär 2020, 11:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Brainiac » Do 26. Mär 2020, 18:23

Als IT-Selbständiger ist das Arbeiten im Home Office für mich gang und gäbe. Im Moment natürlich auch und sogar ausschließlich, das war zufällig aber schon in den letzten Monaten so, insofern keine große Änderung. Üblicherweise funktioniert das über VPN-Zugang ins Firmennetz, es gibt aber auch Kunden, die das mit TeamViewer gestatten.

Ich denke, die Eignung einer Tätigkeit für Home Office hängt naturgemäß stark von der Art der Tätigkeit und der Unternehmenskultur ab. Meine Kunden kommen überwiegend aus dem Telekommunkationssektor und für die ist es ganz normal, regelmäßig virtuelle Meetings per Skype oder ähnlichem abzuhalten oder zu chatten, oder gemeinsame Arbeitsabläufe über Ticketsysteme zu organisieren. Was ich für die Kunden tue, besteht im wesentlichen aus dem Schreiben von Programmen, Designkonzepten, Testen und Dokumentationen verschiedenster Art, sowie an Abstimmungen per Meetings, Mail oder Chat. Das geht alles ganz problemlos auch remote. Natürlich gibt es einen Verlust an der direkten Kommunikation, an der Wahrnehmung von emotionalen Schwingungen, wenn man dem Gesprächspartner nicht mehr gegenüber sitzt. Dieser Verlust wird aber meines Erachtens von Leuten, die das noch zu wenig kennen, in der Regel überschätzt. Zumindest gilt das für die Art von Tätigkeiten, die ich ausübe.

Was anderes ist es natürlich, wenn die Tätigkeit viel mehr an emotionalem Austausch, an Eingehen auf die Gesprächstpartner ausgerichtet ist, wie beispielsweise im Vertrieb, wo man etwas verkaufen will. Das stelle ich mir so rein von zuhause aus erheblich schwieriger vor. Oder wenn man Führungskraft ist, die für andere Mitarbeiter verantwortlich ist. Eine Führungskraft meines derzeitigen Kunden hat mir gerade mitgeteilt, dass das zwar "alles so vom Ablauf her funktioniert", ihn aber die Unsicherheit plagt, wie es seinen Mitarbeitern eigentlich geht. Sicher gibt es noch weit mehr Beispiele von Tätigkeiten, wo der physische Kontakt wichtiger ist, als in der IT-Branche.

Selbstdisziplin ist essentiell, und eine geregelte Tageseinteilung unverzichtbar. Da man zuhause vom Unternehmen nicht beobachtet werden kann und somit die Versuchung groß ist, immer mal zwischendurch private Dinge zu erledigen (beispielsweise in einem Forum zu schreiben ;) ), kann es sich ergeben, dass die Arbeit völlig zerfleddert und man nichts geregelt kriegt. Familiäre Pflichten wie Kinderbetreuung, wie schon geschrieben, die dann auch ggfs keinen Aufschub dulden, sind natürlich auch sehr störend. Wenn möglich, ist es sinnvoll, eine weitestmögliche räumliche Trennung zwischen Arbeits- und Wohnbereich zu vollziehen, damit man bei den wenigen Schritten zum Arbeitsbereich sich dann wenigstens vorstellen kann, man sei jetzt ins Büro gefahren und jetzt erst mal dort und nicht zuhause. ;)

Die reine Technik sollte heutzutage kein Problem darstellen, außer natürlich, wenn man unglücklicherweise in einer ländlichen Gegend mit schlechter Netzanbindung wohnt. Das bekannte deutsche Problem. Ich hoffe, dass diese Krise hier einen so nachhaltigen Verbesserungsdruck auslöst, dass es in Zukunft deutlich schneller vorangeht mit dem Breitbandausbau.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Maikel » Do 26. Mär 2020, 18:27

H2O hat geschrieben:(26 Mar 2020, 14:43)

Mein Sohn wurde aus Sicherheitsgründen zu Home-Office gebeten. Dabei geht es hoch her mit reichlich telefonischen Kundenkontakten. Er klagt, daß die Kopplung in den Firmenrechner noch nicht ganz rund läuft... kein Wunder, wenn das Verfahren im Unternehmen bisher nicht eingeübt wurde.

Dabei fällt mir ein: Wie sieht das dabei mit der Datensicherheit aus, Stichwort DSGVO?
Wenn jetzt viele Mitarbeiter Kundendaten zu Hause "rumliegen" haben.

Sicherlich aktuell nicht unser Hauptproblem, müßte aber bei zukünftig vermehrtem Einsatz von HomeOffice berücksichtigt werden.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Ein Terraner » Do 26. Mär 2020, 18:42

Ich hatte auch schon HomeOffice lange bevor es cool wurde. :mad:
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 26. Mär 2020, 19:28

Maikel hat geschrieben:(26 Mar 2020, 18:27)

.

Sicherlich aktuell nicht unser Hauptproblem, müßte aber bei zukünftig vermehrtem Einsatz von HomeOffice berücksichtigt werden.


Alle Firmen, die Homeoffice anbieten (also die die das nicht nur jetzt als Notbehelf) haben das in der Regel bereits berücksichtigt.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Misterfritz » Do 26. Mär 2020, 20:13

H2O hat geschrieben:(26 Mar 2020, 14:43)
Wie sehen "Leidensgefährten" meines Sohnes diese Entwicklung?
Ich habe schon lange die Möglichkeit zu Home Office, was aich phasenweise gar nicht, jetzt zur Zeit viel nutze.
Es hat Vor- und Nachteile. Technisch gibt es überhaupt keine Probleme, selbst wenn mein DSL ausfällt, kann ich mit dem Diensthandy als hotspot weiter arbeiten.

Die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern leidet auf Dauer. Man redet halt mehr als dass man tippt und tauscht dabei auch mehr Infos aus.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Misterfritz » Do 26. Mär 2020, 20:15

Maikel hat geschrieben:(26 Mar 2020, 18:27)

Dabei fällt mir ein: Wie sieht das dabei mit der Datensicherheit aus, Stichwort DSGVO?
Wenn jetzt viele Mitarbeiter Kundendaten zu Hause "rumliegen" haben.

Sicherlich aktuell nicht unser Hauptproblem, müßte aber bei zukünftig vermehrtem Einsatz von HomeOffice berücksichtigt werden.
Ich habe keine Firmendaten zu Hause, ich arbeite auch von zu Hause aus auf dem Firmenserver, genau wie im Büro auch. Unterlagen auf Papier werden eh' eingescannt.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon H2O » Do 26. Mär 2020, 20:22

Herzlichen Dank für die freimütigen Beiträge. Ich erkenne dadurch, daß es doch sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen gibt, unter denen Home Office Vorteile oder auch Nachteile bietet. Leuchtet ja ein, daß eine Büro-Vollausstattung sehr schnell den Rahmen sprengen wird. Spannend finde ich den Ansatz, daß eine Arbeitsgruppe sich umschichtig zur Anwesenheit im Firmenbüro verabreden kann. Dabei fällt nebenher auch die Möglichkeit ab, sich dort als Gruppe ein zu finden, um sich nicht ganz zu entfremden.

Und, natürlich, die tägliche "Anreise", die man sich oft ersparen könnte.

Bei einem Mischbetrieb zwischen Einzelkämpfer und Zentrale kann man sich Rechner mit versiegelten Schnittstellen und Krypto-Kommunikation vorstellen.

Gut, wenn's dann ganz geheim wird, dann geht das Home Office gar nicht... dann sind ja sogar im Unternehmen kontrollierte Zugänge, geschirmte Räume, getrennte Netze und Wachleute Standard.

Ja, den vereinheitlichten Home Office Arbeitsplatz wird es technisch nicht geben können... die Ansprüche sind doch zu unterschiedlich.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Milady de Winter » Do 26. Mär 2020, 20:39

Aktuell sind unsere Büros weltweit geschlossen, bis auf unsere Niederlassungen in Shanghai und Shenzhen, die haben den Betrieb wieder aufgenommen, und unsere DCs weltweit. Der Rest ist aktuell im Home Office, das heißt u.a. Meetings mit z.T. über 100 Leuten via MS Teams. Funktioniert. Die Technik spielt weitestgehend mit, es ist mehr der psychologische Faktor, der vielen, die normalerweise nicht wie ich überwiegend aus dem Home Office arbeiten, zu schaffen macht. Aber auch für diese Fälle gibt es von Corporate Seite sehr viel Unterstützung, Tipps, Tricks und Webinars, die dabei helfen, die Situation zu meistern. Und das Motto derzeit ist:

Difficulty is inevitable.
Panic is optional.
- When he called me evil I just laughed -
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Mär 2020, 20:53

Misterfritz hat geschrieben:(26 Mar 2020, 20:13)

Ich habe schon lange die Möglichkeit zu Home Office, was aich phasenweise gar nicht, jetzt zur Zeit viel nutze.
Es hat Vor- und Nachteile. Technisch gibt es überhaupt keine Probleme, selbst wenn mein DSL ausfällt, kann ich mit dem Diensthandy als hotspot weiter arbeiten.

Die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern leidet auf Dauer. Man redet halt mehr als dass man tippt und tauscht dabei auch mehr Infos aus.


Ich habe schon zu Zeiten quasi im Homeoffice gearbeitet, als viele daran noch gar nicht gedacht haben. Ich war mehrere Jahre in Einzelbesetzung auf Nordseeinseln - auch und vor allem und gerne über Winter. Da wurde via MSN- und Yahoo-Messenger der kollegiale Austausch über den gesamten Nordseebereich hinweg gepflegt. Mit kollegen in GB, in Norwegen, Dänemark, NL und Belgien. Natürlich hat man auch regelmässig miteinander telefoniert. Ganz wichtig war: nicht berufliches teilen, sondern auch privates - der Psychohygiene wegen. Das ist unendlich wichtig, wenn man irgendwo über Wochen oder sogar Monate alleine ist. Trotzdem: War eine tolle Zeit, ich habe da eine Menge Freunde gefunden. Ich habe mich natürlich auch schon seit Anfang der 2000er in Foren herumgetrieben (da haben wir zwei uns ja vor gut 20 Jahren kennen gelernt). Du gehörst ja - neben Kritikaster und einigen aus dem FGH - zu denen, die ich zwar nur virtuell kenne, die ich aber auf Grund der Dauer unseres Kontaktes (2 Jahrzehnte, bald ein Vierteljahrundert) definitiv zu meinen Freunden zähle.

Was ich auf jeden Fall weitergeben kann: Homeoffice erfordert sehr viel Disziplin! In der Regel arbeitet man nicht weniger, sondern mehr (bei mir altem Workaholic ist das so).Man sollte immer aufpassen, dass genug Raum für freie Zeit bleibt, dass der Rechner + das Smartphone auch mal ausgeschaltet sind.
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Mär 2020, 21:06

H2O hat geschrieben:(26 Mar 2020, 14:43)

Mein Sohn wurde aus Sicherheitsgründen zu Home-Office gebeten. Dabei geht es hoch her mit reichlich telefonischen Kundenkontakten. Er klagt, daß die Kopplung in den Firmenrechner noch nicht ganz rund läuft... kein Wunder, wenn das Verfahren im Unternehmen bisher nicht eingeübt wurde.

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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon jack000 » Do 26. Mär 2020, 22:23

sünnerklaas hat geschrieben:(26 Mar 2020, 20:53)
Da wurde via MSN- und Yahoo-Messenger der kollegiale Austausch über den gesamten Nordseebereich hinweg gepflegt.

Über den Yahoo-Messenger in der Firma :?:
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon jack000 » Do 26. Mär 2020, 22:26

sünnerklaas hat geschrieben:(26 Mar 2020, 21:06)

Es gibt ein ganz großes Problem mit der Einrichtung von Standleitungen. Die sind für bestimmte Tätigkeiten nicht nur in der Öffentlichen Verwaltung notwendig, um über eine gesicherte Verbindung ins Intranet zu kommen.

Öffentliche Verwaltung :?:
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon MoOderSo » Do 26. Mär 2020, 23:46

jack000 hat geschrieben:(26 Mar 2020, 22:26)

Öffentliche Verwaltung :?:

Die brauchen eine Standleitung, weil sie gern mal auf der Leitung stehen.
Jede Wald- und Wiesenbude schafft es gesichert auf ihr Intranet zuzugreifen. :D
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Ein Terraner » Fr 27. Mär 2020, 00:05

Homeoffice, worüber man sich klar sein sollte. Nebenkosten, Essensbeschaffung (Kantine) , Arbeitsunfälle (BG), Büromaterial, Telefon, Platz und Ergonomie am Arbeitsplatz. Das sind alles spannende Sachen über die man sich mal den Kopf zerbrechen sollte wenn man von seinem Chef ins HO geschickt wird.
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Billie Holiday
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Re: Erfahrungen mit Home Office

Beitragvon Billie Holiday » Fr 27. Mär 2020, 07:33

Ein Terraner hat geschrieben:(27 Mar 2020, 00:05)

Homeoffice, worüber man sich klar sein sollte. Nebenkosten, Essensbeschaffung (Kantine) , Arbeitsunfälle (BG), Büromaterial, Telefon, Platz und Ergonomie am Arbeitsplatz. Das sind alles spannende Sachen über die man sich mal den Kopf zerbrechen sollte wenn man von seinem Chef ins HO geschickt wird.


Guter Einwand.
Wenn ich mir meinen Arbeitsplatz zuhause anschaue, dann werde ich nicht freiwillig Homeoffice machen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski

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