Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

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Kohlhaas
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 1. Mär 2019, 01:04

Teeernte hat geschrieben:(01 Mar 2019, 00:26)

Dann schreib einfach >> Methan.

Die Zusätze - ob nun zwiefach genoppt oder synthese kannste weglassen.

Reden wir hier über Fakten oder tauschen wir nur semantische Spitzfindigkeiten aus?

Ich denke, ich habe deutlich gemacht, worüber ich geredet habe. Wenn das Deiner Meinung nach zu wortreich war, um es zu lesen und verstehen zu wollen, dann kann ich es nicht ändern. Es geht hier nunmal um ein Themenfeld, das man nicht mit Drei-Wort-Sätzen abhandeln kann.

So verkürzt wie Du es offensichtlich brauchst, kann ich es nicht liefern. Deshalb beende ich jetzt die "Diskussion" mit Dir.
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Teeernte
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Teeernte » Fr 1. Mär 2019, 01:14

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Mar 2019, 01:04)

Reden wir hier über Fakten oder tauschen wir nur semantische Spitzfindigkeiten aus?

Ich denke, ich habe deutlich gemacht, worüber ich geredet habe. Wenn das Deiner Meinung nach zu wortreich war, um es zu lesen und verstehen zu wollen, dann kann ich es nicht ändern. Es geht hier nunmal um ein Themenfeld, das man nicht mit Drei-Wort-Sätzen abhandeln kann.

So verkürzt wie Du es offensichtlich brauchst, kann ich es nicht liefern. Deshalb beende ich jetzt die "Diskussion" mit Dir.


...Du solltest vorab den Beweis Deiner Behauptung bringen...

Solltest Du gemeint haben, dass nur maximal zehn Prozent Wasserstoff ins Leitungsnetz gepumpt werden kann, dann ist das auch falsch! Punkt! Das war mal so, ist heute aber aus technischer Sicht nicht mehr der Fall. Außerdem hatte ich darüber gar nicht geredet. Zudem wäre es kein unmöglicher Aufwand, die Netze so zu ändern, dass sie einen unbegrenzt hohen Wasserstoffanteil aufnehmen können.


Bring hier die deutsche Norm. Die Nummer reicht. (50% Wasserstoff im Erdgas - Leitungsnetz - Zulassung // Gerätezulassung Kunde)

Sicher, ich hab die THEMENFREMDEN Beiträge in langatmiger Abhandlung und blumenreichen Wortschöpfungen mitbekommen - nette Propaganda.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon H2O » Fr 1. Mär 2019, 07:30

Kohlhaas hat geschrieben:(28 Feb 2019, 23:52)

Nur zur Klarstellung: Wenn ich den Begriff "Windgas" verwendet habe, dann habe ich nie reinen Wasserstoff gemeint, sondern eben synthetisches Methan. Man könnte auch von synthetischem Erdgas sprechen, denn der brennbare Anteil von Erdgas ist Methan...

Nein, nein, das ging nicht gegen Sie! Das ging mehr gegen die Mutlosigkeit der Unternehmensgruppe, die dann eben Wasserstoff in Windgas umbenannte, um den Begriff über die Zeit zu retten, weil die Kette H2 --> Methan mit zu geringem Wirkungsgrad arbeitete. Das galt auch schon für den Wasserstoff. Wenn ich mich recht erinnere, dann lag der Wirkungsgrad der einfachen Elektrolyse unter 0,4. Inzwischen, das macht ja richtig Freude immer wieder darauf hinweisen zu können, ist der Elektrolyseprozeß bei 0,85 angelangt, und die Methanisierung bei 0,75. Das ist ja schon einmal ganz anständig. :)
Genauso ist es. Elektrisch überschießende Energie. Also Energie, die ansonsten gar nicht genutzt würde, weil die Erzeugungsanlagen bei "Überlast" abgeschaltet würden. Was an sich widersinnig ist: Regenerative Energieerzeugungsanlagen müssen abgeschaltet werden, wenn sie dank kräftigem Wind oder starker Sonneneinstrahlung besonders effektiv arbeiten! Dass Ingenieure und Techniker dieses Problem eigentlich schon gelöst haben, ist vollkommen richtig. Leider werden die von ihnen entwickelten Methoden noch immer nicht regelhaft angewandt. Immer noch wird die "Grundlast" im Stromnetz mit Kraftwerken abgedeckt, die fossile Energieträger verbrennen.

Zur Entschuldigung der Planer muß man aber schon bedenken, siehe oben, daß Windgas tatsächlich mit so geringem energetischem Wirkungsgrad erzeugt wurde, daß sich die Zwischenspeicherung für Gasgeneratoren und Stromerzeugung als zu mickrig erwies. Das hat sich ja erst gerade soeben geändert. Da würde ich jetzt einen Dauerlauf erwarten, an dessen Ende dann die auskömmliche Speicherung und Stromerzeugung steht.

In Bitterfeld werden derzeit (nebenbei aufgefangen im DLF) groß angelegte Versuche gemacht, Wohnviertel mit Wasserstoff zu heizen und mit Strom zu versorgen. Da wurden 4 cm dicke Rohre erwähnt, die den Wasserstoff verteilen... man vermeidet also die Landschaftsschändung mit wahnsinnig dicken Rohren. So etwas geht wirtschaftlich nur für ganze Siedlungen mit vielen Abnehmern... hieß es.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 1. Mär 2019, 09:12

Mal eine Frage zum Speicher "Gasnetz": wie kann das Netz zusätzlich Gas aufnehmen? Wird dann der Druck erhöht oder liegen weite Teile des Gasnetzes bisher brach und sind "leer"?
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Teeernte » Fr 1. Mär 2019, 13:05

Tom Bombadil hat geschrieben:(01 Mar 2019, 09:12)

Mal eine Frage zum Speicher "Gasnetz": wie kann das Netz zusätzlich Gas aufnehmen? Wird dann der Druck erhöht oder liegen weite Teile des Gasnetzes bisher brach und sind "leer"?


wenn 500 Teile Gas vom Kunden entnommen werden -----muss >> links 250 Teile Gasversorgung und Rechts 250 Teile "WIND"- Gas ins Rohr eingefüllt werden... (Gleicher Druck)
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 1. Mär 2019, 15:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(01 Mar 2019, 09:12)

Mal eine Frage zum Speicher "Gasnetz": wie kann das Netz zusätzlich Gas aufnehmen? Wird dann der Druck erhöht oder liegen weite Teile des Gasnetzes bisher brach und sind "leer"?

Unsere Gasspeicher sind da sehr tolerant und kommen mit schwankenden Gasreserven bestens zurecht.
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...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 1. Mär 2019, 15:59

Teeernte hat geschrieben:(01 Mar 2019, 13:05)

wenn 500 Teile Gas vom Kunden entnommen werden -----muss >> links 250 Teile Gasversorgung und Rechts 250 Teile "WIND"- Gas ins Rohr eingefüllt werden... (Gleicher Druck)

Das Erdgasnetz ist sehr groß und weit verzweigt. Das ist schon recht flexibel. Ein Zitat aus dem oben schonmal verlinkten Text:

"Noch wichtiger ist ein anderer Aspekt: Während in Stromnetze stets ebenso viel Energie eingespeist werden muss wie abgenommen wird – und das zu jeder Minute – sind die Erdgasleitungen äußerst flexibel nutzbar. Denn sie können gewaltige Mengen an Energie puffern. Man kann sogar wochenlang mehr Gas einspeisen als verbraucht wird. Umgekehrt lässt sich wochenlang auch weit mehr Gas entnehmen als nachgeliefert wird."
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Adam Smith » Fr 1. Mär 2019, 16:34

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Mar 2019, 15:59)

Das Erdgasnetz ist sehr groß und weit verzweigt. Das ist schon recht flexibel. Ein Zitat aus dem oben schonmal verlinkten Text:

"Noch wichtiger ist ein anderer Aspekt: Während in Stromnetze stets ebenso viel Energie eingespeist werden muss wie abgenommen wird – und das zu jeder Minute – sind die Erdgasleitungen äußerst flexibel nutzbar. Denn sie können gewaltige Mengen an Energie puffern. Man kann sogar wochenlang mehr Gas einspeisen als verbraucht wird. Umgekehrt lässt sich wochenlang auch weit mehr Gas entnehmen als nachgeliefert wird."



Gilt dieses auch in Bezug auf den Wasserstoff?

https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffrohrleitung
Das ist Kapitalismus:

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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 1. Mär 2019, 16:55

"Man kann sogar wochenlang mehr Gas einspeisen als verbraucht wird."

Und wie funktioniert das technisch?
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 1. Mär 2019, 17:23

Adam Smith hat geschrieben:(01 Mar 2019, 16:34)

Gilt dieses auch in Bezug auf den Wasserstoff?

https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffrohrleitung

Nur eingeschränkt, da verschiedene Teile des Erdgasnetz-Systems und der Endabnehmer nicht für Wasserstoff ausgelegt sind. Meines Wissens zum Beispiel die Dichtungen. Eine gewisse Menge an Wasserstoff verträgt das Netzsystem aber. Wie groß dieser Anteil ist, ist unklar. Die Stadtgasnetze in der ehemaligen DDR haben Wasserstoffmengen bis zu 50 Prozent bewältigt. Schäden am Netzsystem traten damals deshalb auf, weil Stadtgas aus Kohle gewonnen wurde und weil dieses Stadtgas deshalb zahlreiche Stoffe enthielt, die recht aggressiv waren. Schwefelwasserstoff zum Beispiel. Jedenfalls könnte das deutsche Erdgasnetz so umgerüstet werden, dass es auch 100 Prozent Wasserstoff transportieren könnte. Im Ruhrgebiet war gut hundert Jahre lang eine Wasserstoffpipeline in Betrieb.

Aber davon hatte ich gar nicht geredet. Ich sprach davon, dass "Windgas" (also das Gas, das nach der Methanisierung von Wasserstoff entsteht) ins Ergasnetz eingespeist werden kann. Die Methanisierung sehe ich zwar eigentlich als überflüssigen Arbeitsschritt an, aber solange die Brennstoffzellentechnik noch nicht marktreif und konkurrenzfähig ist, kann "Windgas" als Erdgasersatz dienen. Damit hat man eine gute Brückentechnologie.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Adam Smith » Fr 1. Mär 2019, 17:28

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Mar 2019, 17:23)

Nur eingeschränkt, da verschiedene Teile des Erdgasnetz-Systems und der Endabnehmer nicht für Wasserstoff ausgelegt sind. Meines Wissens zum Beispiel die Dichtungen. Eine gewisse Menge an Wasserstoff verträgt das Netzsystem aber. Wie groß dieser Anteil ist, ist unklar. Die Stadtgasnetze in der ehemaligen DDR haben Wasserstoffmengen bis zu 50 Prozent bewältigt. Schäden am Netzsystem traten damals deshalb auf, weil Stadtgas aus Kohle gewonnen wurde und weil dieses Stadtgas deshalb zahlreiche Stoffe enthielt, die recht aggressiv waren. Schwefelwasserstoff zum Beispiel. Jedenfalls könnte das deutsche Erdgasnetz so umgerüstet werden, dass es auch 100 Prozent Wasserstoff transportieren könnte. Im Ruhrgebiet war gut hundert Jahre lang eine Wasserstoffpipeline in Betrieb.


Nur dürfte es Wasserstoff als Energieträger langfristig fast unbegrenzt geben. Also für Hunderte von Millionen Jahren.
Das ist Kapitalismus:

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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 1. Mär 2019, 17:31

Adam Smith hat geschrieben:(01 Mar 2019, 17:28)

Nur dürfte es Wasserstoff als Energieträger langfristig fast unbegrenzt geben.

Gleiches gilt für die Energie, mit deren Hilfe Wasserstoff hergestellt werden kann: die Sonne.

Das macht Wasserstoff als Energieträger ja so interessant. Unbegrenzt vorhanden, sauber, für alle heute benötigten Anwendungen nutzbar.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 1. Mär 2019, 17:46

Tom Bombadil hat geschrieben:(01 Mar 2019, 16:55)

"Man kann sogar wochenlang mehr Gas einspeisen als verbraucht wird."

Und wie funktioniert das technisch?

Da bin ich überfragt. Hierzu kann ich nur auf Wikipedia zitieren:

"Einspeisepunkte
EE-Gas kann prinzipiell an jeder beliebigen Stelle in das Erdgasnetz eingespeist werden. Da Einspeisepunkte eine entsprechende Infrastruktur zur Messung der eingespeisten Gasmenge benötigen,[41] bietet sich beispielsweise auch eine Einspeisung im Bereich existierender oder neu geschaffener Gasversorgungsbauwerke – wozu unter anderem Gaswerke, Gaskraftwerke, Hybridkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Verdichterstationen oder auch die Gasometer genannten Gasbehälter zählen – als Einspeisepunkte an. Auch eine Verknüpfung der Einspeisung mit vorhandenen Biogasanlagen ist generell denkbar.
"

Oder wolltest Du wissen, warum man wochenlang mehr einspeisen als entnehmen kann? Da lautet die Antwort: Gas lässt sich gut komprimieren. Wenn man über längere Zeit mehr einspeist als entnimmt, dann steigt der Druck in der Leitung. Je größer das Leitungssystem ist, desto langsamer steigt der Druck. Sicher dürfen bestimmte Toleranzen nicht überschritten werden, aber dazu kann ich wieder nichts sagen. Bin kein Ingenieur. Ich kann also wieder nur zitieren:

"Im Vergleich zu den begrenzten Speicher- und Transportmöglichkeiten im Stromsektor verfügt das deutsche Erdgasnetz über ausreichende Transport- und Speicherkapazitäten. In 2013 betrug die Rohrnetzlänge in Deutschland gemäß BDEW insgesamt 510.000 km, davon
Hochdrucknetz: 130.000 km
Mitteldrucknetz: 210.000 km
Niederdrucknetz: 170.000 km
Mit rund 1.000 Mrd. kWh Energie jährlich transportiert das Erdgasnetz etwa doppelt so viel Energie wie das Stromnetz mit rund 540 Mrd. kWh. 51 Erdgasspeicher mit einem Gesamtvolumen von rund 24 Mio. m3 Arbeitsgas können zusätzliche Mengen regeneratives Erdgas speichern. Hinzu kommen weitere 15 Erdgasspeicher, die bereits im Bau oder in Planung sind. (Quelle: Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen, vorläufige Daten Stand Dezember 2013) Insgesamt ergibt sich eine Speicherkapazität von mehr als 220 TWh. Mit dieser Speicherkapazität kann die Stromversorgung mit entsprechend ausgebauten Gaskraft- oder Blockheizkraftwerken über 2 – 3 Monate sichergestellt werden. Hinzu kommt die höhere Aufnahme- und Leitungskapazität: Sie bewegt sich bei den Übertragungsnetzen im zweistelligen GW-Bereich gegenüber meist einstelligen GW-Werten im Stromnetz. Mit der Speicherung nicht fossiler Gase im Erdgasnetz und dessen Speichervermögen besteht somit die Möglichkeit, Wasserstoff und Methan als Brennstoff für den Verbraucher bereitzustellen. Langzeitspeicher zum Ausgleich der Schwankungen bei den erneuer baren Energien werden ab ca. 2030 erforderlich sein. Die Speicherung von Wasserstoff und Methan im Erdgasnetz stellt großtechnisch die beste und einzige Lösung dar, um Strom aus erneuerbaren Energien über einen längeren Zeitraum und in großen Mengen effektiv und kostengünstig für den Verbraucher zu speichern und bei Bedarf abzurufen.
"

aus: https://www.asue.de/sites/default/files ... to_Gas.pdf

Für die "Zweifler" hier im Forum hebe ich nochmal den folgenden Satz hervor:

"Die Speicherung von Wasserstoff und Methan im Erdgasnetz stellt großtechnisch die beste und einzige Lösung dar, um Strom aus erneuerbaren Energien über einen längeren Zeitraum und in großen Mengen effektiv und kostengünstig für den Verbraucher zu speichern und bei Bedarf abzurufen."
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 1. Mär 2019, 18:05

Tom Bombadil hat geschrieben:(01 Mar 2019, 16:55)

"Man kann sogar wochenlang mehr Gas einspeisen als verbraucht wird."

Und wie funktioniert das technisch?


Wie es halt jetzt auch schon funktioniert. Wir haben ja auch jetzt Gasreserven.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 1. Mär 2019, 18:26

H2O hat geschrieben:(01 Mar 2019, 07:30)

Nein, nein, das ging nicht gegen Sie!

Das hatte ich auch nicht so verstanden. Ich hab nur in dieser Diskussion zum ersten Mal mitbekommen, dass es wohl Menschen gibt, die "Wasserstoff" meinen, wenn sie "Windgas" sagen. Ich wollte nur klarstellen, dass ich ein Romantiker bin, der den Begriff "Windgas" nur so versteht, wie er ursprünglich gemeint war. Alles gut! Okay?
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Teeernte » Fr 1. Mär 2019, 19:50

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Mar 2019, 17:46)

"Die Speicherung von Wasserstoff und Methan im Erdgasnetz stellt großtechnisch die beste und einzige Lösung dar, um Strom aus erneuerbaren Energien über einen längeren Zeitraum und in großen Mengen effektiv und kostengünstig für den Verbraucher zu speichern und bei Bedarf abzurufen."


Du kannst Deinen Autoreifen voll wasserstoff lassen....das GEHT - ist aber nicht zugelassen.

JEDES Teil im Erdgasnetz hat eine ZULASSUNG. (Auch das Gas hat eine NORM und Toleranzen - die einprozentig im Moment Wasserstoff - Volumenabhängig zulassen)
Um eine ZULASSUNG zu erreichen - müssen ALLE ENDGERÄTE mit dem GERINGEN HEIZWERT des Wasserstoffs auskommen (Bei 100% Wassertoff gegen 100% Methan), der nur ein DRITTEL des Erdgases hat.
Des Weiteren ist die "Zuluft" zu regeln, da mit weniger Heizwert auch weniger Sauerstoff BEDARF ist...die Flamme nicht ausgeblasen wird.

...auch bei NIEDRIGEN//HOHEN TEMPERATUREN - der Geräte // des Gases....

Zündet das Gerät bei -15grad noch sicher - wird die Brennerkennung der Pilotflamme sicher ausgelöst.... uvam.


Das ist für die Zündflamme und die Brennerflamme bei ALLEN Geräten bei den Kunden zu sichern.
(Erhöhte Explosionsgefahr bei Wasserstoffbeimengung ist NEBENBEI - bereits bei geringenMengen)

Weiterhin zu Prüfen - ist die Veränderung der Abgase, (Feinstaub NOx....durch die geringere Wärme), Versottung des Schornsteines, bis hin zum Niedertemperaturbrenner//Esse - Kondensatrücklauf.

Na klar brennt Wasserstoff....und über die Wasserstoffversprödung der Dichtungen hatten wir hier bereits vor 5 Jahren debattiert. Dann muss man alle Schieber turnusmässig wechseln..

Bei den Herden, Thermen HEIZUNGEN im Osten sind durch den Wechsel von Stadtgas auf Erdgas die Meisten Geräte entsorgt und bei wenigen die Düsen gewechselt worden.

Da DEIN Wechsel von Erdgas auf H2 jedoch DYNAMISCH passiert ...ist eine NEUE Gerätegeneration für Brennwerte oberhalb 95....ich meine die gehen nur ab 98 % (Schornsteinfeger) - Nötig.


Ja in 200 Jahren braucht es keine Erdgasleitung und keine Wasserstoffspeicherung mehr.

„Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“ - LENIN. :D :D :D





Du hast also KEINE Zulassung für Wasserstoff (in 50 vol% und mehr) für das bestehende Erdgasnetz (Hochdruck und Niederdruck) in D gefunden......

POTENTIALE helfen NICHT - ohne Zulassung. Mit dem Auto kann man auch nicht direkt ein paar Kilometer auf der Schiene fahren - AUSSER MAN hat eine ZULASSUNG .

Man könnte auch mit RAUMSCHIFFEN auf die Autobahn fahren....wenn man eine ZULASSUNG dafür hat.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon H2O » Sa 2. Mär 2019, 01:16

@ Teeernte

Eine Zulassung zum Nachdenken über Zulassungen muß aber nicht erteilt werden. Dazu werden die Randbedingungen geprüft; vermutlich führt das Ergebnis zu technischen Nachbesserungen und die Zulassung wird erteilt. Nichts Neues unter der Sonne.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 2. Mär 2019, 09:31

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Mar 2019, 17:46)

Oder wolltest Du wissen, warum man wochenlang mehr einspeisen als entnehmen kann? Da lautet die Antwort: Gas lässt sich gut komprimieren.

Also über erhöhten Druck im Netz, danke für den link :thumbup: Das hört sich praktikabel an.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon Teeernte » Sa 2. Mär 2019, 09:41

H2O hat geschrieben:(02 Mar 2019, 01:16)

@ Teeernte

Eine Zulassung zum Nachdenken über Zulassungen muß aber nicht erteilt werden. Dazu werden die Randbedingungen geprüft; vermutlich führt das Ergebnis zu technischen Nachbesserungen und die Zulassung wird erteilt. Nichts Neues unter der Sonne.


Du hast dazu bestimmt die einschlägige Forschung gelesen. :D :D :D

Die sind zwar anderer Meinung - aber klar auf ner Autobahn kann man auch mit nem Pferdewagen fahren....wenn man die Zulassung hat. ...iss ja kein Problem sowas.

Nur NEBENBEI - so mal als Denksportaufgabe - der Wasserstoff würde an 300 Stellen in das Erdgasnetz eingespeist... da ist ein Zähler dran - der die Menge misst.

Wie willst Du es beim Kunden berechnen - der Wasserstoff ist NUR ein drittel WERT. Eine gleichmässige Durchmischung im Netz ist nicht gewährleistet.

Sobald bei der Brennwert- Mengenabrechnung kleine Toleranzen auftreten - kann der Verbraucher (das Netz) bis zur Klärung das Entgelt einbehalten. Bundesnetzagentur wacht darüber.
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Re: Wasserstoff - Seit 1980 bald Energie von Morgen

Beitragvon H2O » Sa 2. Mär 2019, 09:45

Teeernte hat geschrieben:(02 Mar 2019, 09:41)

Du hast dazu bestimmt die einschlägige Forschung gelesen. :D :D :D

Die sind zwar anderer Meinung - aber klar auf ner Autobahn kann man auch mit nem Pferdewagen fahren....wenn man die Zulassung hat. ...iss ja kein Problem sowas.

Nur NEBENBEI - so mal als Denksportaufgabe - der Wasserstoff würde an 300 Stellen in das Erdgasnetz eingespeist... da ist ein Zähler dran - der die Menge misst.

Wie willst Du es beim Kunden berechnen - der Wasserstoff ist NUR ein drittel WERT. Eine gleichmässige Durchmischung im Netz ist nicht gewährleistet.

Sobald bei der Brennwert- Mengenabrechnung kleine Toleranzen auftreten - kann der Verbraucher (das Netz) bis zur Klärung das Entgelt einbehalten. Bundesnetzagentur wacht darüber.


Ja, das haben wir schon immer so gemacht; da könnte ja jeder kommen. Wieder gilt: Ach, da ist also tatsächlich ein Problem? Na, dann wollen wir diese Nuß einmal knacken.

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