Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

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lili
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon lili » Fr 2. Aug 2019, 22:41

Iwan der Liebe hat geschrieben:(02 Aug 2019, 22:31)

In Deutschland will niemand zurück zur Atomkraft. Zwar werden hier, im Gegensatz z.B. zu Italien oder Österreich, Systemunrelevante nicht an politischen Entscheidungen beteiligt, aber die übelsten Umweltverschmutzer werden am Wahltag abgestraft, wie die CDU bereits schmerzhaft lernen musste.

Langfristig werden auch die Kohlekraftwerke überflüssig werden. Wer heute noch einen Dieselstinker kauft, der ist selbst daran schuld und soll nicht herumheulen, wenn er ihn in drei bis fünf Jahren wieder verschrotten muss.


Das die Kohlekraftwerke verschwinden ist total richtig.
Erlaubt einmal ein König, dass Armut in seiner Nation auftritt, werden die Leute immer stehlen, um zu überleben.

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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Iwan der Liebe » Fr 2. Aug 2019, 23:09

VaterMutterKind hat geschrieben:(02 Aug 2019, 22:37)

Ich wohne in einer Kleinstadt auf dem Land. Ich kaufe als nächstes Auto definitiv einen Diesel. E-Autos sind Rohrkrepierer.

Wie kommst du überhaupt auf die Idee, dass Dieselautos in 3-5 Jahren verschrottet werden müssen? Dieselautos wird man auch in 30 Jahren noch auf den Straßen sehen.



Du kannst Dir gern einen Dieselstinker kaufen, das ist gut für die Wirtschaft. Noch besser ist es für die Wirtschaft, wenn Du damit nirgends mehr fahren darfst und die Karre allenfalls noch als Putzobjekt fungiert. :thumbup:

Die Zahl der Städte, in denen Dieselfahrzeuge nicht mehr fahren dürfen, steigt in Europa rasant.

In Norwegen werden ab 2025 keine Benzin- oder Diesel- Neuwagen mehr zugelassen.
Bis 2030 werden keine Fahrzeuge mit Benzin- oder Diesel mehr zugelassen in
- Niederlande
- Irland
- Israel
- China
- Indien

Die Uralttechnologie ist also zunehmend unerwünscht. Wie geschrieben, man kann das ignorieren, aber dann heule man später nicht herum, die Entwicklung ist absehbar. Natürlich steht Deutschland auf der Bremse, weil hier einige Autohersteller ihren Sitz haben, die komplett die Entwickung verschliefen. Allerdings werden auch hier immer mehr Städte gerichtlich gezwungen, Fahrverbote zu verhängen.
VaterMutterKind

Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon VaterMutterKind » Fr 2. Aug 2019, 23:11

Iwan der Liebe hat geschrieben:(02 Aug 2019, 23:09)

Du kannst Dir gern einen Dieselstinker kaufen, das ist gut für die Wirtschaft. Noch besser ist es für die Wirtschaft, wenn Du damit nirgends mehr fahren darfst und die Karre allenfalls noch als Putzobjekt fungiert. :thumbup:

Die Zahl der Städte, in denen Dieselfahrzeuge nicht mehr fahren dürfen, steigt in Europa rasant.

In Norwegen werden ab 2025 keine Benzin- oder Diesel- Neuwagen mehr zugelassen.
Bis 2030 werden keine Fahrzeuge mit Benzin- oder Diesel mehr zugelassen in
- Niederlande
- Irland
- Israel
- China
- Indien

Die Uralttechnologie ist also zunehmend unerwünscht. Wie geschrieben, man kann das ignorieren, aber dann heule man später nicht herum, die Entwicklung ist absehbar. Natürlich steht Deutschland auf der Bremse, weil hier einige Autohersteller ihren Sitz haben, die komplett die Entwickung verschliefen. Allerdings werden auch hier immer mehr Städte gerichtlich gezwungen, Fahrverbote zu verhängen.


Angenommen in D werden ab 2030 keine Verbrenner mehr verkauft, dann kaufe ich mir 2029 einen Verbrenner und fahre damit 20 Jahre.

Und Großstädte meide ich sowieso.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Iwan der Liebe » Fr 2. Aug 2019, 23:15

VaterMutterKind hat geschrieben:(02 Aug 2019, 23:11)

Angenommen in D werden ab 2030 keine Verbrenner mehr verkauft, dann kaufe ich mir 2029 einen Verbrenner und fahre damit 20 Jahre.

Und Großstädte meide ich sowieso.



Kannste machen, ich persönlich habe nichts dagegen. Das Risiko allerdings trägst Du.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 3. Jul 2020, 23:26

Die Bundesregierung verabschiedet sich damit vom Pariser Klimaabkommen. Denn mit einem so späten Kohleausstieg ist nicht mal mehr 2°C möglich!
https://twitter.com/bremenforfuture/sta ... 9113955334

Glaubt FFF Bremen wirklich, dass Deutschland ganz alleine auf der Welt ist und mit seinem CO2-Ausstoß darüber entscheidet, wie warm (oder auch nicht) es wird?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Kloß mit Soß » Fr 3. Jul 2020, 23:48

Im großen und ganzen sind die erneuerbaren Energien das wünschenswerteste, was man sich für die Zukunft erhoffen kann. Gesamteuropäisch ist da auch einiges zu machen, mit Solaranlagen im Süden, Gezeiten- und Windkraft an den Küsten und Speicherkraftwerken in Skandinavien. Wenn so ein System etabliert wird und funktioniert, wird sich das auch international durchsetzen, die fossilen Brennstoffe haben genauso wie die Atomkraft ein Ablaufdatum wenn die Ressourcen aufgebraucht sind, von daher kommen wir langfristig auch nicht drum herum.

Deutschland alleine wird nichts reißen können, von daher find ich die Radikallösung, die die Grünen heute angemahnt haben unsinnig. Wenn wir uns ins Agrarzeitalter zurück katapultieren sind wir wirtschaftlich nicht mehr in der Lage irgendwas zu verändern. Die angesetzte Frist für die Kohle klingt allerdings wie ein realistisches Zeitfenster um eine solche Umstrukturierung anzugehen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 4. Jul 2020, 11:21

Tom Bombadil hat geschrieben:(03 Jul 2020, 23:26)

Die Bundesregierung verabschiedet sich damit vom Pariser Klimaabkommen. Denn mit einem so späten Kohleausstieg ist nicht mal mehr 2°C möglich!
https://twitter.com/bremenforfuture/sta ... 9113955334

Glaubt FFF Bremen wirklich, dass Deutschland ganz alleine auf der Welt ist und mit seinem CO2-Ausstoß darüber entscheidet, wie warm (oder auch nicht) es wird?

Aber sicher doch. Deutschland ist nun mal der Nabel der Welt. Und am deutschen Wesen wird genesen oder untergegangen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Kamikaze » Fr 17. Jul 2020, 06:53

Troh.Klaus hat geschrieben:(04 Jul 2020, 11:21)

Aber sicher doch. Deutschland ist nun mal der Nabel der Welt. Und am deutschen Wesen wird genesen oder untergegangen.


Wenn niemand was tut, tut sich nichts. Ist zwar eine Binsenweisheit - trifft aber dennoch hier zu.
Erst wenn es ein großes "Testfeld" und erste Skaleneffekte gibt, wird sich ein Technologiewandel auch weltweit vollziehen lassen.
Das, was mit einigen wenigen "Spinnern" und Idealisten angefangen hat, ist inzwischen weit genug, um auf nationaler Ebene gewagt werden zu können. Wenn es sich bewährt (wovon nach aktueller Datenlage ausgegangen werden darf) wird sich der Trend über die Grenzen hinweg fortsetzen.
Ich finde es gut, dass man in D mutig genug ist, diesen Schritt zu gehen (auch wenn er für mich persönlich sehr langsam und zaghaft angegangen wird).
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 17. Jul 2020, 08:24

Kamikaze hat geschrieben:(17 Jul 2020, 06:53)

Erst wenn es ein großes "Testfeld" und erste Skaleneffekte gibt, wird sich ein Technologiewandel auch weltweit vollziehen lassen.

Der Schritt, den Deutschland getan hat, war extrem teuer, ein paar hundert Milliarden Euro wurden da bereits versenkt. Effekt für das Klima: NULL. Solchen Irrsinn wird niemand wiederholen, weil es sich - mit ein paar Ausnahmen - niemand leisten kann, Geld so sinnlos zu verprassen.
Sinnvoll wäre es, einen saubereren Ersatz für die größten CO2-Schleudern zu bauen und diese dann abzuschalten. Macht man aber nicht, weil ja zuerst aus der CO2-neutralen Kernenergie ausgestiegen werden muss :dead: Und selbst da ist es noch fraglich, ob überhaupt genug EE erzeugt werden kann, um die AKW zu ersetzen oder ob dann die Reservekraftwerke dauerhaft laufen müssen, um die Grundlast sicher zu decken.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Kamikaze » Fr 17. Jul 2020, 09:30

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Jul 2020, 08:24)

Der Schritt, den Deutschland getan hat, war extrem teuer, ein paar hundert Milliarden Euro wurden da bereits versenkt.

Wie das immer bei Early-Adoptern ist, ist der Preis hoch, so lange die Technologie nicht im "Mainstream" (mit entsprechender Massenproduktion) angekommen ist.

Effekt für das Klima: NULL.

Dieses Postulat wiederholen Sie mantraartig. Deshalb wird es nicht wahrer. Auch kleine Schritte sind sinnvoll, wenn sie in die richtige Richtung gehen.
"BISHERIGER Effekt für das Klima: GERING." wäre hier wesentlich zutreffender.

Solchen Irrsinn wird niemand wiederholen, weil es sich - mit ein paar Ausnahmen - niemand leisten kann, Geld so sinnlos zu verprassen.

Ich bin sicher, dass sich nun etliche Länder in denen teils massive Ausbauprogramme laufen nun erschrocken umblicken werden.
Völlig ohne Zusammenhang: Saudi-Arabien produziert inzwischen Solarstom für unter 3ct/kWh. Sicher nur eine Ausnahme und reines Verprassen von Geld. ;)

Sinnvoll wäre es, einen saubereren Ersatz für die größten CO2-Schleudern zu bauen und diese dann abzuschalten.

Das wird doch gemacht (oder zumindest versucht - gegen massive Widerstände der entsprechenden Lobbygruppen).

Macht man aber nicht, weil ja zuerst aus der CO2-neutralen Kernenergie ausgestiegen werden muss :dead: Und selbst da ist es noch fraglich, ob überhaupt genug EE erzeugt werden kann, um die AKW zu ersetzen oder ob dann die Reservekraftwerke dauerhaft laufen müssen, um die Grundlast sicher zu decken.

Möchten Sie lieber altersschwache und teure Atomkraftwerke weiter betreiben?
Natürlich kann es nicht Sinn der Sache sein, Atomkraft durch Braunkohle dauerhaft zu substituieren, aber ganz platt ausgedrückt: Die Braunkohle-Meiler tragen ein wesentlich geringeres Risiko im Schadensfall, erzeugen kaum endlagerpflichtige Schadstoffe und brauchen wesentlich weniger Subventionen (auch wenn man Allmende-Schäden mit einrechnet). Unterm Strich bleiben sie aber trotzdem nur das kleinere Übel und sind vor diesem Hintergrund den EE pauschal unterlegen. Inzwischen sogar kostenseitig (wenn man die Allmende-Schäden der Kohlekraft außen vor lässt): https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... en,S4vWZi9
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Sören74 » Fr 17. Jul 2020, 09:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Jul 2020, 08:24)

Sinnvoll wäre es, einen saubereren Ersatz für die größten CO2-Schleudern zu bauen und diese dann abzuschalten. Macht man aber nicht, weil ja zuerst aus der CO2-neutralen Kernenergie ausgestiegen werden muss :dead: Und selbst da ist es noch fraglich, ob überhaupt genug EE erzeugt werden kann, um die AKW zu ersetzen oder ob dann die Reservekraftwerke dauerhaft laufen müssen, um die Grundlast sicher zu decken.


Wird doch alles gemacht.

2013:
Strom aus
Braunkohle: 160,9 TWh
Steinkohle: 127,3 TWh
Erneuerbare Energien: 152,3 TWh

2019:
Braunkohle: 113,9 TWh
Steinkohle: 57,3 TWh
Erneuerbare Energien: 244,3 TWh
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 17. Jul 2020, 14:24

Kamikaze hat geschrieben:(17 Jul 2020, 09:30)

Wie das immer bei Early-Adoptern ist, ist der Preis hoch, so lange die Technologie nicht im "Mainstream" (mit entsprechender Massenproduktion) angekommen ist.

Windräder und Solarzellen sind schon lange Mainstream, die irrwitzigen Subventionen verschlingen das Geld.

Dieses Postulat wiederholen Sie mantraartig. Deshalb wird es nicht wahrer.

Natürlich ist es wahr, das bisschen CO2, was Deutschland wegen EE weniger ausstößt hat keinen Einfluß auf das Klima. Null. Selbst wenn sich Deutschland komplett dekarbonisieren würde, hätte das höchstens in der 2. Nachkommastelle Einfluß auf die Erwärmung.

Auch kleine Schritte sind sinnvoll, wenn sie in die richtige Richtung gehen.

Für kleine Schritte inkl. massivster Geldverschwendung, um Lobbyisten zu füttern, ist aber keine Zeit mehr. Kannst ja mal nach CO2-Budget googlen, um das 1,5°C Ziel zu schaffen, bleiben gerade mal 7 Jahre und ein paar Zerquetschte um die CO2-Emissionen auf NULL zu drücken. Für das 2°C Ziel bleiben noch ca. 25 Jahre, dann darf kein CO2 mehr ausgestoßen werden. WELTWEIT, nicht nur in Deutschland.

Völlig ohne Zusammenhang: Saudi-Arabien produziert inzwischen Solarstom für unter 3ct/kWh.

Ja, das ist völlig ohne Zusammenhang. In Deutschland kann man Solarstrom für ca. 7ct/kWh erzeugen, da scheint die Sonne halt intensiver und länger.

Sicher nur eine Ausnahme und reines Verprassen von Geld. ;)

Wenn die ihre EE-Lobbyisten auch mit weit über 100 Mrd. € füttern, dann ja: reines Verprassen von Geld. :)

Das wird doch gemacht (oder zumindest versucht - gegen massive Widerstände der entsprechenden Lobbygruppen).

Wo denn? Wo ist denn der Ersatz für die 3.000 MW aus Jänschwalde? Die Energiewende läuft seit bald 20 Jahren, aber das dreckigste Kraftwerk produziert immer noch, bis mindestens 2028.

Möchten Sie lieber altersschwache und teure Atomkraftwerke weiter betreiben?

Greta und das IPCC halten die Kernkraft für wichtig im Kampf gegen die Klimaerwärmung.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Kamikaze » Mo 20. Jul 2020, 15:44

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Jul 2020, 14:24)

Windräder und Solarzellen sind schon lange Mainstream, die irrwitzigen Subventionen verschlingen das Geld.

Wie bei Kohle und Atom. Also nichts neues... Oh halt - die ersten EE-Anlagen laufen bereits ohne Subventionen gewinnbringend. Haben Kohle und Atom auch nach Jahrzehntelanger Reifungsphase nicht geschafft.

Natürlich ist es wahr, das bisschen CO2, was Deutschland wegen EE weniger ausstößt hat keinen Einfluß auf das Klima. Null. Selbst wenn sich Deutschland komplett dekarbonisieren würde, hätte das höchstens in der 2. Nachkommastelle Einfluß auf die Erwärmung.

Jo. Technologietrasfer, Know-How-Diffusion und entsprechender Export existiert nicht. Die BRD ist eine in sich geschlossene Blase. Nichts, was wir hier tun dringt nach draußen. Schon klar. :rolleyes:

Für kleine Schritte inkl. massivster Geldverschwendung, um Lobbyisten zu füttern, ist aber keine Zeit mehr. Kannst ja mal nach CO2-Budget googlen, um das 1,5°C Ziel zu schaffen, bleiben gerade mal 7 Jahre und ein paar Zerquetschte um die CO2-Emissionen auf NULL zu drücken. Für das 2°C Ziel bleiben noch ca. 25 Jahre, dann darf kein CO2 mehr ausgestoßen werden. WELTWEIT, nicht nur in Deutschland.

Auf die großen Schritte bin ich mal gespannt. (Hoffentlich kommt jetzt nicht das übliche "DIE DA MÜSSEN...")

Ja, das ist völlig ohne Zusammenhang. In Deutschland kann man Solarstrom für ca. 7ct/kWh erzeugen, da scheint die Sonne halt intensiver und länger.


Damit geben Sie zu, dass PV schon jetzt konkurrenzfähig zu Braunkohle (der nächst-billigere Energieträger) ist. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Stromgestehungskosten


Wenn die ihre EE-Lobbyisten auch mit weit über 100 Mrd. € füttern, dann ja: reines Verprassen von Geld. :)

Ich bin sicher, die Lobbyisten der großen Energieversorger müssten bei diesem Passus etwas schmunzeln. :p

Wo denn? Wo ist denn der Ersatz für die 3.000 MW aus Jänschwalde? Die Energiewende läuft seit bald 20 Jahren, aber das dreckigste Kraftwerk produziert immer noch, bis mindestens 2028.

Was erwarten Sie hier? Ein einzelnes Groß-Kraftwerk, das diese Leistung substituiert?
Die EE funktionieren dezentral und sogar die größten EE-"Großkraftwerke" erzeugen einzeln nur einen Bruchteil dieser Leistung. Die Menge macht's, und die wächst rasant (gegen vielfältige Widerstände).

Greta und das IPCC halten die Kernkraft für wichtig im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Dann hat die Jugendliche und die Leute vom IPCC sicherlich eine Idee, wo diese neuen Kraftwerke innerhalb weniger Jahre gebaut werden können und wie das Endlager-Problem sowie das Unfallrisiko gelöst werden können. :?
Ich werde gegen jedes AKW, das neu gebaut werden soll widerstand leisten, das diese Probleme nicht zufriedenstellend löst. (Ein Vorteil bei Großkraftwerks-Projekten: Widerstand hat ein einzelnes, gemeinsames Ziel.)
Ebenso werde ich Widerstand gegen Bestrebungen leisten die alten Meiler ohne Nachrüstung auf Kosten der Betreiber (ohne staatliche Subventionen) auf den aktuellen Stand der Technik weiter betreiben zu wollen.
Angesichts der Projektdauer von Bahnhöfen, Philharmonie-Gebäuden und Flughäfen halte ich das Bestreben innerhalb von 15 Jahren ein AKW ans Netz zu bringen für utopisch.
Die EE hingegen wachsen rasant und immer schneller, und das mit minimalem Unfallrisiko und vernachlässigbar geringen Allmende-Schäden (im Vergleich zu konventionellen Energieträgern). Auch Speicherung und Transport dieser Energie werden zunehmend in den Fokus genommen.
Wo sehen Sie da einen alternativen Weg?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 20. Jul 2020, 19:59

Kamikaze hat geschrieben:(20 Jul 2020, 15:44)

Wie bei Kohle und Atom. Also nichts neues...

Noch nicht mitbekommen? Ich lehne Subventionen grundsätzlich ab.

Jo. Technologietrasfer, Know-How-Diffusion und entsprechender Export existiert nicht.

Welche Technologie wird denn exportiert?

Auf die großen Schritte bin ich mal gespannt.

Ich nicht, denn es werden keine kommen. Kein Staatsführer, der nicht der Hybris erliegt, die Welt retten zu müssen, sägt sich den Ast ab, auf dem er sitzt.

Damit geben Sie zu, dass PV schon jetzt konkurrenzfähig zu Braunkohle (der nächst-billigere Energieträger) ist.

Zugeben? Häh? Hab ich mal was anderes behauptet? Stromerzeugung ist "dirt cheap", teuer wird es wegen der Steuern, Abgaben und Subventionen.

Ich bin sicher, die Lobbyisten der großen Energieversorger müssten bei diesem Passus etwas schmunzeln.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die aus dem Lachen gar nicht mehr rauskommen, weil die Deutschen ihnen ihre hart verdienten Euros mit größtem Vergnügen hinterherwerfen, weil sie meinen, damit würden sie "das Klima retten".

Was erwarten Sie hier?

Ich erwarte, dass die größten Dreckschleudern abgeschaltet werden, wenn genug saubere Energie bereitgestellt werden kann. Ist es denn nicht das Ziel der Energiewende, den CO2-Ausstoß zu verringern? Dazu muss dann eben ein Verbund aus Windrädern, PV-Anlagen und Speichern her, der so ein Kraftwerk obsolet macht und trotzdem die Sicherheit der Stromversorgung gewährleistet.

Dann hat die Jugendliche und die Leute vom IPCC sicherlich eine Idee, wo diese neuen Kraftwerke innerhalb weniger Jahre gebaut werden können und wie das Endlager-Problem sowie das Unfallrisiko gelöst werden können. :?

Das musst du Greta und das IPCC fragen. In Deutschland werden sowieso keine AKW mehr gebaut, da brauchst du gar keine Angst zu haben und im Zuge der Deindustrialisierung wird auch weniger Energie benötigt werden, die Massen werden in den ÖPNV oder auf's Rad gezwungen, das spart auch viel CO2. Wohlstand und Reichtum werden dann eben anderswo erwirtschaftet.

Wo sehen Sie da einen alternativen Weg?

Im "Widerstand" :D
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Fliege » Mo 20. Jul 2020, 20:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Jul 2020, 19:59)
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die aus dem Lachen gar nicht mehr rauskommen, weil die Deutschen ihnen ihre hart verdienten Euros mit größtem Vergnügen hinterherwerfen, weil sie meinen, damit würden sie "das Klima retten".

Ich freue mich auf viel Kohlestrom aus Polen für unsere Energiewandler.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 25. Jul 2020, 20:45

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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Perkeo » So 26. Jul 2020, 05:39

Kamikaze hat geschrieben:(17 Jul 2020, 09:30)
Möchten Sie lieber altersschwache und teure Atomkraftwerke weiter betreiben?
Natürlich kann es nicht Sinn der Sache sein, Atomkraft durch Braunkohle dauerhaft zu substituieren, aber ganz platt ausgedrückt: Die Braunkohle-Meiler tragen ein wesentlich geringeres Risiko im Schadensfall, erzeugen kaum endlagerpflichtige Schadstoffe und brauchen wesentlich weniger Subventionen (auch wenn man Allmende-Schäden mit einrechnet). Unterm Strich bleiben sie aber trotzdem nur das kleinere Übel und sind vor diesem Hintergrund den EE pauschal unterlegen. Inzwischen sogar kostenseitig (wenn man die Allmende-Schäden der Kohlekraft außen vor lässt): https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... en,S4vWZi9


Man zeige mir eine einzige Studie, die die Folgen von Kernenergie und Kohle vergleicht und zu dem Ergebnis kommt, dass Kohle das kleinere Übel ist.
Die Zahlen von Greenpeace (!) zeigen das Gegenteil. Es gibt angeblich 3100 vorzeitige Todesopfer jährlich durch deutsche Kohlekraftwerke.
https://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/3100-todesfaelle-durch-kohlekraftwerke
Deutschland erzeugte 2019 29,4 TWh Kohlestrom,
https://strom-report.de/strom/
das wären also knapp 9,5 Tote pro MWh
Kernenergie erzeugt weltweit 2654 TWh/a,
https://de.statista.com/themen/50/kernenergie/#dossierSummary
d.h. verhindert 24307 Kohlestromtote jährlich - das allein liegt schon im Bereich der optimistischsten Schätzungen der Opferzahlen von Tschernobyl, und selbst die pessimistischen geben nicht her, dass die deutsche Strategie, Atomausstieg spätestens bis gestern und viele viele Jahre danach Kohleausstieg richtig und die genau umgekehrte von Großbritannien und Frankreich falsch. Umgekehrt würde mir einleuchten.

Wir hatten die Wahl zwischen dem Risiko einer Katastrophe und der Garantie einer noch größeren Katastrophe, und Deutschland hat sich im Wahn für die zweite entschieden. Wir können nur beten, dass die Welt uns nicht folgt.
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Papaloooo
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Papaloooo » So 26. Jul 2020, 06:14

Völlig richtig, Tom!

Bei den Deutschen herrscht leider etwas die Mentalität,
man brauche keine Kraftwerke,
den Strom hole man ja aus der Steckdose.

Energieausfälle sind Raritäten und deswegen nicht im kollektiven Bewusstsein.
Nun kann man sich auf die Nachbarn verlassen:
Kohlestrom aus dem Osten und Kernstrom aus dem Westen,
ist wenig sinnvoll, denn es verlagert die Verschmutzung ja nur über die Grenzen.
Ich fürchte aber, es wird darauf hinauslaufen.

Das mit den E-Autos wäre nicht mal mit Kern- und Kohlekraft zu stemmen,
wenn sie mal zum Straßenbild gehören und ein paar Millionen um 18 Uhr herum aufgeladen werden.
Insofern wäre es wirklich besser, man würde aus Elektrolyse-Wasserstoff und CO² flüssige Kohlenwasserstoffe erzeugen.
Und diese weiterhin mit Verbrennermotoren verfahren.
Ja stimmt, der Wirkungsgrad ist geringer.
Aber die Infrastruktur ist eben schon da.
Und, wenn die Energie dafür Regenerativ erzeugt wird,
dann fällt der geringere Wirkungsgrad zumindest kaum in der CO²-Bilanz ins Spiel.

Es wäre sogar denkbar, dass die Mobilität zu einer völlig neutralen CO²-Bilanz führt:
Wenn man das CO² der Regenerativ erzeugten Kohlenwasserstoff-Verbrennung auffängt,
und es in CO²-Kartuschen beim Tanken abgibt,
um es wieder (der mit regenerativen Energien betriebenen) Kohlenwasserstoff-Erzeugung zuzuführen.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » So 26. Jul 2020, 08:45

Papaloooo hat geschrieben:(26 Jul 2020, 06:14)

Energieausfälle sind Raritäten und deswegen nicht im kollektiven Bewusstsein.

So wie Corona. Und dann kam der Schock.
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