Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

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Nightrain
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » Mo 28. Jan 2019, 10:48

Bedeutet im Umkehrschluss nur, dass Deutschland den notwendigen Ausbau der Kernenergie auf andere Länder abwälzt, sofern die weltweiten Klimaziele ohne Ausweitung der Kernenergie nicht mehr zu erreichen sind.
"Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen." (Michael Wolffsohn)
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Teeernte » Mo 28. Jan 2019, 10:50

imp hat geschrieben:(28 Jan 2019, 10:45)

Es gibt in Deutschland keine relevante Partei, die sich für den Fortbetrieb der Kernkraft interessiert. Kernkraft trägt im Fernwärme-Bereich heute nichts bei und ist ein Subventionsmonster, zudem ist die Frage des Abfalls ungeklärt. Die Kohlekommission hat sich mit dem Fortbetrieb der Kernkraft nicht befasst.


...ja das know how ist weg, der Bergbau zugeschüttet....und die Produktion abgewandert. Der Staat//Länder haben die Kernkraft errichtet - ein "Privater" wird bei Kernkraft nicht investieren - die Sicherheit der Investition ist LANGFRISTIG nicht gegeben....

Es LOHNT in D nicht mehr.


Lieber dem Russen das Geld für GerdGas geben - als dem Polen für Kohle... :D :D :D
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Teeernte » Mo 28. Jan 2019, 10:55

Nightrain hat geschrieben:(28 Jan 2019, 10:48)

Bedeutet im Umkehrschluss nur, dass Deutschland den notwendigen Ausbau der Kernenergie auf andere Länder abwälzt, sofern die weltweiten Klimaziele ohne Ausweitung der Kernenergie nicht mehr zu erreichen sind.


Wir bekommen "goldenen" Strom aus der Dose. Erneuerbaren. so wie sich Windräder selbst produzieren und aufstellen...

Übersetzt - der Strom wird sehr teuer. Einige werden sich das nicht LEISTEN können und auf Strom weitgehend VERZICHTEN. Die Klimaziele sind eh ....weg . Aber der Rückbau der Kohle UND der Kernenergie beschlossen....

Es bleibt der "Strom" übrig der dann verfügbar IST. Durch die EINSPARUNG (Preis , dass kann sich nicht Jeder leisten) könnten dann die Ziele wieder möglich sein.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Mo 28. Jan 2019, 11:08

Teeernte hat geschrieben:(28 Jan 2019, 10:55)

Wir bekommen "goldenen" Strom aus der Dose. Erneuerbaren. so wie sich Windräder selbst produzieren und aufstellen...

Übersetzt - der Strom wird sehr teuer. Einige werden sich das nicht LEISTEN können und auf Strom weitgehend VERZICHTEN. Die Klimaziele sind eh ....weg . Aber der Rückbau der Kohle UND der Kernenergie beschlossen....

Es bleibt der "Strom" übrig der dann verfügbar IST. Durch die EINSPARUNG (Preis , dass kann sich nicht Jeder leisten) könnten dann die Ziele wieder möglich sein.


Das alles kann dabei heraus kommen. Ist vielleicht sogar der Preis für die abgebremste Erderwärmung, wenn sie denn gelingen sollte... was ja auch nicht sicher ist. Allerdings ist Ihr Geunke unverantwortlich. Kommt mir vor wie einer, der auf der sinkenden Titanic lieber ein Sektgelage veranstaltet, als die Rettungsboote klar zu machen.

Das Ziel der Kohlekommission ist auch am Ende der Beratungen hervorgehoben worden: Die Strompreise sollen für alle Mitbürger erschwinglich bleiben. Der Aussage messe ich jetzt erst einmal eine höhere Wahrscheinlichkeit zu als Ihrer anhaltenden Unkerei, daß das alles nichts Vernünftiges werden kann.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Senexx » Mo 28. Jan 2019, 11:08

Teeernte hat geschrieben:(28 Jan 2019, 10:55)

Wir bekommen "goldenen" Strom aus der Dose. Erneuerbaren. so wie sich Windräder selbst produzieren und aufstellen...

Übersetzt - der Strom wird sehr teuer. Einige werden sich das nicht LEISTEN können und auf Strom weitgehend VERZICHTEN. Die Klimaziele sind eh ....weg . Aber der Rückbau der Kohle UND der Kernenergie beschlossen....

Es bleibt der "Strom" übrig der dann verfügbar IST. Durch die EINSPARUNG (Preis , dass kann sich nicht Jeder leisten) könnten dann die Ziele wieder möglich sein.


Der Kohleausstieg soll übrigens 78 Milliarden kosten - ohne die höhere Energiepreise, die die Verbraucher zusätzlich berappen werden müssen und deren Höhe heute noch niemand abschätzen kann.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » Mo 28. Jan 2019, 11:14

H2O hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:08)
Das alles kann dabei heraus kommen. Ist vielleicht sogar der Preis für die abgebremste Erderwärmung, wenn sie denn gelingen sollte... was ja auch nicht sicher ist. Allerdings ist Ihr Geunke unverantwortlich. Kommt mir vor wie einer, der auf der sinkenden Titanic lieber ein Sektgelage veranstaltet, als die Rettungsboote klar zu machen.


Ich habe mit der 2°C Report des IPCC noch nicht angesehen, aber um 1,5°C weltweit jetzt noch einzuhalten scheinen die Experten eine massive Ausweitung der Kernenergie für alternativlos zu halten. Lebensrisiko Kernenergie gut und schön aber es gibt nie ein reines weiß-schwarz. Deutschland hangelt sich derzeit nur an den internationalen Klimazielen entlang, obwohl man bezüglich CO2 Einsparung diese massiv übertreffen könnte? Wo würden wir denn bei den Klimazielen landen, wenn wir die restlichen Atomkraftwerke bis 2030 weiter laufen lassen würden und dafür bis 2022 gleich 50% unserer Kohlekraftwerke komplett abschalten würden anstatt nur 25%?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ebiker » Mo 28. Jan 2019, 11:26

Einfach hier schauen, da gibt es Länder die deutlich besser dastehen als D . Aber die haben pöse Atomkraft.

https://www.electricitymap.org/?page=map&solar=false&remote=true&wind=false
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Mo 28. Jan 2019, 11:34

Nightrain hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:14)

Ich habe mit der 2°C Report des IPCC noch nicht angesehen, aber um 1,5°C weltweit jetzt noch einzuhalten scheinen die Experten eine massive Ausweitung der Kernenergie für alternativlos zu halten. Lebensrisiko Kernenergie gut und schön aber es gibt nie ein reines weiß-schwarz. Deutschland hangelt sich derzeit nur an den internationalen Klimazielen entlang, obwohl man bezüglich CO2 Einsparung diese massiv übertreffen könnte? Wo würden wir denn bei den Klimazielen landen, wenn wir die restlichen Atomkraftwerke bis 2030 weiter laufen lassen würden und dafür bis 2022 gleich 50% unserer Kohlekraftwerke komplett abschalten würden anstatt nur 25%?


Unser Land und seine maßgeblichen Kräfte haben entschieden, daß wir sowohl von der Kernkraft als auch von der Verbrennung fossiler Brennstoffe los kommen wollen. Das wird nun nach einem vereinbarten Plan durchgeführt. Dafür gibt es politische Mehrheiten, die sich zu einem Kompromiß auf dem Wege zu diesem Ziel durchgerungen haben. Das gilt jetzt so lange, bis sich die Unmöglichkeit des Plans herausstellt. Danach sieht es aber überhaupt nicht aus.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Senexx » Mo 28. Jan 2019, 11:43

H2O hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:34)

Unser Land und seine maßgeblichen Kräfte haben entschieden, daß wir sowohl von der Kernkraft als auch von der Verbrennung fossiler Brennstoffe los kommen wollen. Das wird nun nach einem vereinbarten Plan durchgeführt. Dafür gibt es politische Mehrheiten, die sich zu einem Kompromiß auf dem Wege zu diesem Ziel durchgerungen haben. Das gilt jetzt so lange, bis sich die Unmöglichkeit des Plans herausstellt. Danach sieht es aber überhaupt nicht aus.

Gesetze der Chemie und Physik richten sich nicht nach politischen Mehrheiten.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Mo 28. Jan 2019, 11:45

Senexx hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:43)

Gesetze der Chemie und Physik richten sich nicht nach politischen Mehrheiten.


Völlig richtig; wir wenden sie an, um unsere technischen und politischen Ziele zu erreichen.
Zuletzt geändert von H2O am Mo 28. Jan 2019, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » Mo 28. Jan 2019, 11:45

H2O hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:34)

Unser Land und seine maßgeblichen Kräfte haben entschieden, daß wir sowohl von der Kernkraft als auch von der Verbrennung fossiler Brennstoffe los kommen wollen. Das wird nun nach einem vereinbarten Plan durchgeführt. Dafür gibt es politische Mehrheiten, die sich zu einem Kompromiß auf dem Wege zu diesem Ziel durchgerungen haben. Das gilt jetzt so lange, bis sich die Unmöglichkeit des Plans herausstellt. Danach sieht es aber überhaupt nicht aus.


Ich habe aber in unserem Land keine Diskussion darüber stattfinden gesehen, ob der Atomausstieg zum weltweiten Schaden des Klimawandelns jetzt durchgeführt werden soll. Darum fragte ich nach den Daten der CO2 Klimaziele für Deutschland, wenn der Atomausstieg nicht stattfinden würde und man dafür den Kohleausstieg massiv beschleunigen könnte. Ich habe auch noch keinerlei öffentliche Informationen darüber gelesen, dass Forscher anscheinend keine Chance mehr sehen die kritische Klimaerwärmung zwischen 1,5°C und 2°C zu halten ohne die nächsten Jahrzehnte massiv auf Atomkraft zu setzen.

Wie genau entscheidet eine Gesellschaft denn über Zukunftsthemen, wenn keine relavanten Daten vorliegen? Aus dem Bauch heraus?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon yogi61 » Mo 28. Jan 2019, 11:50

Senexx hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:43)

Gesetze der Chemie und Physik richten sich nicht nach politischen Mehrheiten.


Die Gesetzte der Physik und vor allen der Chemie haben der Menschheit bisher ziemlich eindeutig aufgezeigt, dass keine Lösungen für Endlagerungen von Atomschrott gefunden werden konnten. Sie zeigen auch mutmasslich auf, dass so etwas überhaupt nicht möglich ist und die Gesezte der Chemie zeigen ebenfalls auf, dass das Ende der fossilen Brennstoffe schon viel zu lange hinausgezögert wurde und wird.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Mo 28. Jan 2019, 11:51

Nightrain hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:45)

Ich habe aber in unserem Land keine Diskussion darüber stattfinden gesehen, ob der Atomausstieg zum weltweiten Schaden des Klimawandelns jetzt durchgeführt werden soll. Darum fragte ich nach den Daten der CO2 Klimaziele für Deutschland, wenn der Atomausstieg nicht stattfinden würde und man dafür den Kohleausstieg massiv beschleunigen könnte. Ich habe auch noch keinerlei öffentliche Informationen darüber gelesen, dass Forscher anscheinend keine Chance mehr sehen die kritische Klimaerwärmung zwischen 1,5°C und 2°C zu halten ohne die nächsten Jahrzehnte massiv auf Atomkraft zu setzen.


Das stimmt schon; aber ein Entscheidungsprozess dazu findet auch nicht mehr statt, weil er abgeschlossen ist. Zur damaligen Erkenntnislage ist nichts Neues hinzugekommen. Nach wie vor ist die Entsorgungsfrage für strahlende Abfälle ungelöst. Vernünftige Leute werden sich damit nicht im Kampf gegen die Erderwärmung zusätzlich abmühen wollen. Da kommt nichts mehr, wenn keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden, die den Einsatz von Kernenergie unbedenklich machen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Mo 28. Jan 2019, 11:57

Wie genau entscheidet eine Gesellschaft denn über Zukunftsthemen, wenn keine relavanten Daten vorliegen? Aus dem Bauch heraus?


Diese Einlassung halte ich jetzt für blindes Gerede. Das Ergebnis der Beratungen der "Kohlekommission" liegt ab 2. Februar 2019 zusammenfassend und schriftlich vor... so der Wirtschaftsminister Altmaier. Wenn dazu dann noch Fragen zu stellen sind, dann werden sich Fachleute finden, die die eingegangenen Kompromisse erläutern werden.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » Mo 28. Jan 2019, 12:13

H2O hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:51)
Zur damaligen Erkenntnislage ist nichts Neues hinzugekommen.


Je kritischer die Einstufung der Klimaerwärmung wird, desto mehr muss sich natürlich die Abwägung ändern. Falls nicht, handelt man nicht nach Erkenntnislage, sondern nach blinder Ideologie oder aus Angst.

Dann muss man aber auch ehrlich sagen, dass man lieber weltweit eine erhöhte Klimaerwärmung mit den entsprechenden Folgen in Kauf nimmt, um sein persönliches Risiko vor Ort zu reduzieren. Anhand der Ausbaurate der Kernenergie scheinen sich im Gegensatz zu Deutschland ein Großteil der Länder an den Studien des Klimarates zu orientieren und mittels der Kernenergie den Ausstieg aus der Kohleverbrennung zu beschleunigen.

H2O hat geschrieben:(28 Jan 2019, 11:57)
Diese Einlassung halte ich jetzt für blindes Gerede. Das Ergebnis der Beratungen der "Kohlekommission" liegt ab 2. Februar 2019 zusammenfassend und schriftlich vor... so der Wirtschaftsminister Altmaier. Wenn dazu dann noch Fragen zu stellen sind, dann werden sich Fachleute finden, die die eingegangenen Kompromisse erläutern werden.


Dem würde ich nur dann nicht widersprechen, wenn die "Kohlekommission" mehrere Ausstiegsmöglichkeiten und die CO2 Bilanz Deutschlands dazu aufgelistet hätte. Eine massive Beschleunigung des Ausstiegs aus der Kohleverbrennung durch ein begrenztes Moratorium des Atomausstiegs sind aber offensichtlich nicht mal abgebildet worden, um diese dann mit Argumenten zu verwerfen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » Mo 28. Jan 2019, 12:17

Nightrain hat geschrieben:(28 Jan 2019, 10:48)

Bedeutet im Umkehrschluss nur, dass Deutschland den notwendigen Ausbau der Kernenergie auf andere Länder abwälzt, sofern die weltweiten Klimaziele ohne Ausweitung der Kernenergie nicht mehr zu erreichen sind.

Nein, das bedeutet, dass es keinen Plan gibt, die Klimaziele durch Kernenergie zu verfolgen. Die Priorität ist ganz klar, diese Dinge loszuwerden.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » Mo 28. Jan 2019, 12:27

imp hat geschrieben:(28 Jan 2019, 12:17)

Nein, das bedeutet, dass es keinen Plan gibt, die Klimaziele durch Kernenergie zu verfolgen. Die Priorität ist ganz klar, diese Dinge loszuwerden.


Nichts anderes habe ich geschrieben. Eine stärkere Klimaerwärmung nimmt man dafür nunmal in Kauf. Im Grunde ja auch eigentlich richtig, denn man reduziert einerseits die Gefahr für die eigene Bevölkerung und andererseits hat Deutschland als reiches Land problemlos die Mittel sich an den Klimawandel anzupassen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Mo 28. Jan 2019, 12:29

Nightrain hat geschrieben:(28 Jan 2019, 12:13)

Je kritischer die Einstufung der Klimaerwärmung wird, desto mehr muss sich natürlich die Abwägung ändern. Falls nicht, handelt man nicht nach Erkenntnislage, sondern nach blinder Ideologie oder aus Angst.

Ich sehe in dieser Gedankenfolge eher den Selbstmord aus Angst vor dem Tode.

Dann muss man aber auch ehrlich sagen, dass man lieber weltweit eine erhöhte Klimaerwärmung mit den entsprechenden Folgen in Kauf nimmt, um sein persönliches Risiko vor Ort zu reduzieren. Anhand der Ausbaurate der Kernenergie scheinen sich im Gegensatz zu Deutschland ein Großteil der Länder an den Studien des Klimarates zu orientieren und mittels der Kernenergie den Ausstieg aus der Kohleverbrennung zu beschleunigen.

Die Aufgabe der Kohlekommission war aber nicht, einen bunten Strauß von Möglichkeiten vor zu stellen, sondern einen politischen und technischen Kompromiß zu überlegen, wie wir im Dreieck Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik und technische Möglichkeiten im wesentlichen unbeschadet die Kreislaufwirtschaft der Energieerzeugung erreichen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Senexx » Mo 28. Jan 2019, 13:05

Wissenschaftler warnen: Kohleausstieg führt zu mehr CO2-Ausstoß

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ionen.html
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » Mo 28. Jan 2019, 13:15

Nightrain hat geschrieben:(28 Jan 2019, 12:27)

Nichts anderes habe ich geschrieben. Eine stärkere Klimaerwärmung nimmt man dafür nunmal in Kauf. Im Grunde ja auch eigentlich richtig, denn man reduziert einerseits die Gefahr für die eigene Bevölkerung und andererseits hat Deutschland als reiches Land problemlos die Mittel sich an den Klimawandel anzupassen.

Es ist gar nicht gesagt, dass der Ausstieg aus der schmutzigen Braunkohle und der teuren Importkohle länger dauert. Derzeit fährt die Regierung die Energiewende mit angezogener Handbremse. Dafür hat sie nachvollziehbare Gründe, die jedoch keine Ewigkeit haben. Neue Wind- und Solarparks werden heute projektiert mit Zuschlägen zwischen 3 und 6 Cent, im Einzelfall auch deutlich darunter. Das sind Preise, die über 20 Jahre Laufzeit vollständig oder teilweise unter dem Marktpreis liegen, also gar nicht wirksam werden. Sie haben eher eine Auswirkung auf die Kalkulation einer Finanzierung und auf die Risikobewertung. EEG-mäßig kostet 1 MW Zubau so wenig wie noch nie. Die Regierung hat es jederzeit in der Hand, die Volumina der Ausschreibung zu erhöhen. Die erfolgreichen Gebote liegen dann näher an der zugelassenen Obergrenze. Derzeit ist sie bei 6,20. Die Regierung möchte derzeit nicht übersubventionieren. 2018 bekamen zu drei der vier Termine alle zugelassenen Gebote auch einen Zuschlag. Das ist nicht die Marktsituation, die die Regierung abbilden will. Deshalb werden die Windausschreibungen für 2019 eher nicht außerplanmäßig aufgebläht. Ohne Aussicht, ein entwickeltes Projekt nicht realisieren zu dürfen, steigt der durchschnittliche Zuschlag von 4,7 auf über 6 cent. Die Regierung möchte maßvollen Druck auf Projektentwickler, Servicedienstleister und Hersteller ausüben, damit Projekte 2019 im Durchschnitt unter 5 cent kalkuliert werden. Die durchschnittlichen Gestehungskosten für eine modellhaft angenommene Onshore-Anlage (120 m Nabenhöhe, 2500 Stunden Voll-Last bei ca 6,4 m/s) liegen aktuell um 5 cent.

Der gesetzliche Höchstwert ist das Mittel der höchsten erfolgreichen Gebote aus den letzten drei Termine plus eine Schwelle von 8 Prozent. In einem negativen Szenario mit zu schlecht gedeckter Ausschreibungsmenge würde das Höchstgebot stufenweise über 8 cent/kWh zurückklettern. Das möchte die Regierung möglichst verhindern. Damit wären auch Standorte wieder projektierbar mit Aussicht auf Zuschlag, die man zum heutigen Preisniveau gar nicht erst in die Projektentwicklung schicken würde. Die Bundesnetzagentur kann jedoch auch ausnahmsweise eine Ermessensentscheidung beschließen und das zulässige Höchstgebot trotz Unterdeckung nicht anheben. Damit würde sie die Projektentwickler zwingen, sich von unrentablen Standorten oder überteuerten Servicemodellen dauerhaft abzuwenden. Das wäre durchaus im Sinne der Energiewende.
Zuletzt geändert von imp am Mo 28. Jan 2019, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.
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