Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

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JJazzGold
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon JJazzGold » So 27. Jan 2019, 14:40

"imp"

Stimmt. Ist das überhaupt der Fall?



Derzeit sind in Deutschland sechs Ersatzbauten, Neubauten oder Erweiterungen von Kohlekraftwerken entweder bereits in Bau oder in fortgeschrittenem Planverfahren. Bei allen ist entweder die Zulässigkeit oder Wirtschaftlichkeit Stand heute in Frage. Von den bestehenden Kohlekraftwerken ist bis 2022 unabhängig von Plänen der Kohlekommission das Betriebsende verbindlich beschlossen und für eine größere Zahl bis 2030 vorgesehen. Die Pläne der Kohlekommission muss man in diesem Lichte nicht so panisch sehen.


Wenn Zweifel erst einmal geweckt sind, dann bereitet dies auch Extremisten die Bühne, die von VTs leben. Ergo muss so solide gearbeitet werden, dass Daten und Fakten gar nicht erst unterschiedliche Deutung zulassen.
Wenn ein Dieselverbot in einer Straße bezogen auf die Gesamtimmissionswerte einer Stadt keinen Einfluß erkennen lässt, dann wird das Zweifel hervorrufen.
Wenn Grenzwerte und deren Messverfahren variabel auslegbar sind, dann ruft das Zweifel hervor.
Wenn der Umbau der Energiegewinnung Zweifel an Versorgung und Finanzierung aufkommen lässt, dann ist das bedenklich.
Wenn keine Konzepte, nur Summen, zum Strukturwandel einer betroffenen Region vorliegen, dann ruft das Zweifel hervor, nicht nur bei den unmittelbar, sondern auch bei den mittelbar Betroffenen.

Wem diese Zweifel dienen werden, das müssen wir nicht mehr erraten, das wissen wir beide.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ebiker » So 27. Jan 2019, 14:53

Gerade in den Kohleregionen im Osten. Da wurden schon mal Hoffnungen geschürt, ein Solar Valley sollte sichere Arbeitsplätze bringen. Was davon übrig geblieben ist wissen wir.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » So 27. Jan 2019, 16:24

JJazzGold hat geschrieben:(27 Jan 2019, 14:40)

Wenn Zweifel erst einmal geweckt sind, dann bereitet dies auch Extremisten die Bühne, die von VTs leben. Ergo muss so solide gearbeitet werden, dass Daten und Fakten gar nicht erst unterschiedliche Deutung zulassen.
Wenn ein Dieselverbot in einer Straße bezogen auf die Gesamtimmissionswerte einer Stadt keinen Einfluß erkennen lässt, dann wird das Zweifel hervorrufen.
Wenn Grenzwerte und deren Messverfahren variabel auslegbar sind, dann ruft das Zweifel hervor.
Wenn der Umbau der Energiegewinnung Zweifel an Versorgung und Finanzierung aufkommen lässt, dann ist das bedenklich.
Wenn keine Konzepte, nur Summen, zum Strukturwandel einer betroffenen Region vorliegen, dann ruft das Zweifel hervor, nicht nur bei den unmittelbar, sondern auch bei den mittelbar Betroffenen.

Wem diese Zweifel dienen werden, das müssen wir nicht mehr erraten, das wissen wir beide.

Diese Sorgen verstehe ich, teile ich. Es sind aber einige Gegenstandswechsel dabei, denen man nur durch beharrliche, gut begründete und anschauliche Gegenrede beikommt. Der Grund eines Dieselverbots in einer einzelnen Straße ist ein örtlicher Messwert an einem vermuteten oder offensichtlichen Problemschwerpunkt, der konkrete Leute dauerhaft betrifft. Die Maßnahme hat auf die Stadt insgesamt keinen wichtigen positiven Effekt, kann sogar negativ sein. Ihr Sinn ist die lokal begrenzte Senkung. Ein größerflächiges Dieselverbot ("Umweltzone") wirkt anders, muss aber auch anders begründet sein ;)

Auch die Energiewende hat mehrere Motivationen, von denen Klimagasreduktion nur eine ist.

Dass in einer liberalen Marktwirtschaft der Staat zwar Maßnahmen finanziert, die einen Strukturwandel abfedern, aber niemandem eine konkrete, dauerhafte Arbeitsplatzgarantie verschafft, versteht sich von selbst.

Braunkohle ist aufgrund ihrer Eigenschaften nur rentabel, wenn man sie förderungsnah verbraucht. Obwohl Deutschland neben Kina und USA das Hauptförderland von Braunkohle ist, gibt es keine Exportperspektive.

Tatsächlich wurden 2017 laut Branchenverband rund 90 Prozent der deutschen Braunkohle im Inland verbraucht, der Rest fast vollständig grenznah im Ausland abgesetzt. Das ist ein Selbstzweckgeschäft mit hohen Folgekosten, das man bisher mit strategischen Überlegungen legitimiert. Wirtschaftlich ist das alles Kommunismus.

Bei der Steinkohle sieht es nicht grundlegend anders aus. Nur wird die statt bloß über Vergesellschaftung der Förderfolgen Jahrzehnte lang direkt subventioniert. Deshalb sind deutsche Kohlezechen seit Dezember 2018 zu.

Zuletzt hat der Staat 900 Millionen Euro im Jahr in diesen Unfug hineingesteckt - Nur Preissubvention, ohne Bergbaufolgekosten. Die Zuschüsse zum Vorruhestand der letzten Steinkohle-Bergleute kommen noch oben drauf. Sehr sozial, sehr teuer. Ostdeutsche Uran- und Kalibergwerker hätten da leuchtende Augen gehabt.

Kein Mensch weiß, wieviele Erdrutsche und Flutungen das Ruhrgebiet in den nächsten 30 Jahren erleben würde, würde man einfach die Pumpen abstellen und nicht umfangreich und langwierig nachsorgen. Es weiß auch niemand sicher, ob die beschlossenen Maßnahmen ausreichen. Man spricht von sogenannten Ewigkeitslasten. Über den Preis von Tagebau-Mondlandschaften im Osten kann man dann noch mal getrennt nachdenken. Tipp: Das zahlst du mit deinen Steuern bis an dein hoffentlich fernes Lebensende zum Teil mit. Die Privilegien rund um die Gewinnung und Verstromung von Braunkohle kosten die Gesellschaft zusammen irgendwas zwischen 15 und 20 Mrd jährlich, auch hier sind viele Langzeitfolgen ausgeklammert.

Einordnung: Die EEG-Umlage umfasste 2018 knapp 24 Milliarden Euro netto (Garantiepreise minus Erlöse).
Den meisten Prognosen und Rechenszenarien der letzten Jahre zufolge ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht. Einige sehen 2019 etwa konstante Höhe, einige halten bis 2022 noch einmal Steigerungen für möglich.
Danach ist allgemein ein deutlicher absoluter Abfall sichtbar. Bereits 2017 zahlten Amprion, Tennet & co erhebliche Strafzinsen auf die Milliardenüberschüsse des EEG-Kontos, weil sie den Umlagepreis zu hoch, die Wirtschaftlichkeit der EEG-geförderten Anlagen zu schlecht geschätzt hatten.

Pro Kilowattstunde sinkt die Umlage seit dem Höchststand von 2017. Die Einspeisevergütung für Neuanlagen sinkt noch wesentlich drastischer, nach Arten und Standorten differenziert. Die Zeit des Sorglos-Zubaus ist schon eine ganze Weile vorbei und das zu Recht.

Alles ohne Frage sehr teuer aber mit absehbarem Ende und in der ungefähren Preis-Liga des Kohlekommunismus.

Was für die Kohle-Förderung gilt, ist für den Verbrauch im Bereich Heizung und Stromerzeugung ähnlich: Kohle und insbesondere Braunkohle ist ein Austraggeschäft. Genehmigungsfähige Neubauten von Kohlekraftwerken sind wirtschaftlich nicht mehr darstellbar in Deutschland.

Wir haben im Forum auch noch einen Kollegen, der vermutlich die Details schneller zur Hand hat als ich.

Ansonsten: Bei Interesse oder Zweifeln Zahlen demnächst, heute nicht.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » So 27. Jan 2019, 16:43

imp hat geschrieben:(27 Jan 2019, 16:24)
Einordnung: Die EEG-Umlage umfasste 2018 knapp 24 Milliarden Euro netto (Garantiepreise minus Erlöse).
Den meisten Prognosen und Rechenszenarien der letzten Jahre zufolge ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht. Einige sehen 2019 etwa konstante Höhe, einige halten bis 2022 noch einmal Steigerungen für möglich.
Danach ist allgemein ein deutlicher absoluter Abfall sichtbar. Bereits 2017 zahlten Amprion, Tennet & co erhebliche Strafzinsen auf die Milliardenüberschüsse des EEG-Kontos, weil sie den Umlagepreis zu hoch, die Wirtschaftlichkeit der EEG-geförderten Anlagen zu schlecht geschätzt hatten.


Sind das wirklich aktuelle Prognosen, die den jetzt bis 2038 geplanten kompletten Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft beinhaltet? In den nächsten Jahren läuft die Förderung vieler Anlagen aus. Viele Windparks sind dann bei den europäischen Strompreisen nicht mehr wirtschaftlich und werden stillgelegt werden. Also entweder muss man darauf hoffen, dass die Strompreise an der Börse kräftig steigen oder es muss eine neue Umlage den Erhalt der Windparks sicherstellen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon JJazzGold » So 27. Jan 2019, 17:36

imp hat geschrieben:(27 Jan 2019, 16:24)

Diese Sorgen verstehe ich, teile ich. Es sind aber einige Gegenstandswechsel dabei, denen man nur durch beharrliche, gut begründete und anschauliche Gegenrede beikommt. Der Grund eines Dieselverbots in einer einzelnen Straße ist ein örtlicher Messwert an einem vermuteten oder offensichtlichen Problemschwerpunkt, der konkrete Leute dauerhaft betrifft. Die Maßnahme hat auf die Stadt insgesamt keinen wichtigen positiven Effekt, kann sogar negativ sein. Ihr Sinn ist die lokal begrenzte Senkung. Ein größerflächiges Dieselverbot ("Umweltzone") wirkt anders, muss aber auch anders begründet sein ;)

Auch die Energiewende hat mehrere Motivationen, von denen Klimagasreduktion nur eine ist.

Dass in einer liberalen Marktwirtschaft der Staat zwar Maßnahmen finanziert, die einen Strukturwandel abfedern, aber niemandem eine konkrete, dauerhafte Arbeitsplatzgarantie verschafft, versteht sich von selbst.

Braunkohle ist aufgrund ihrer Eigenschaften nur rentabel, wenn man sie förderungsnah verbraucht. Obwohl Deutschland neben Kina und USA das Hauptförderland von Braunkohle ist, gibt es keine Exportperspektive.

Tatsächlich wurden 2017 laut Branchenverband rund 90 Prozent der deutschen Braunkohle im Inland verbraucht, der Rest fast vollständig grenznah im Ausland abgesetzt. Das ist ein Selbstzweckgeschäft mit hohen Folgekosten, das man bisher mit strategischen Überlegungen legitimiert. Wirtschaftlich ist das alles Kommunismus.

Bei der Steinkohle sieht es nicht grundlegend anders aus. Nur wird die statt bloß über Vergesellschaftung der Förderfolgen Jahrzehnte lang direkt subventioniert. Deshalb sind deutsche Kohlezechen seit Dezember 2018 zu.

Zuletzt hat der Staat 900 Millionen Euro im Jahr in diesen Unfug hineingesteckt - Nur Preissubvention, ohne Bergbaufolgekosten. Die Zuschüsse zum Vorruhestand der letzten Steinkohle-Bergleute kommen noch oben drauf. Sehr sozial, sehr teuer. Ostdeutsche Uran- und Kalibergwerker hätten da leuchtende Augen gehabt.

Kein Mensch weiß, wieviele Erdrutsche und Flutungen das Ruhrgebiet in den nächsten 30 Jahren erleben würde, würde man einfach die Pumpen abstellen und nicht umfangreich und langwierig nachsorgen. Es weiß auch niemand sicher, ob die beschlossenen Maßnahmen ausreichen. Man spricht von sogenannten Ewigkeitslasten. Über den Preis von Tagebau-Mondlandschaften im Osten kann man dann noch mal getrennt nachdenken. Tipp: Das zahlst du mit deinen Steuern bis an dein hoffentlich fernes Lebensende zum Teil mit. Die Privilegien rund um die Gewinnung und Verstromung von Braunkohle kosten die Gesellschaft zusammen irgendwas zwischen 15 und 20 Mrd jährlich, auch hier sind viele Langzeitfolgen ausgeklammert.

Einordnung: Die EEG-Umlage umfasste 2018 knapp 24 Milliarden Euro netto (Garantiepreise minus Erlöse).
Den meisten Prognosen und Rechenszenarien der letzten Jahre zufolge ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht. Einige sehen 2019 etwa konstante Höhe, einige halten bis 2022 noch einmal Steigerungen für möglich.
Danach ist allgemein ein deutlicher absoluter Abfall sichtbar. Bereits 2017 zahlten Amprion, Tennet & co erhebliche Strafzinsen auf die Milliardenüberschüsse des EEG-Kontos, weil sie den Umlagepreis zu hoch, die Wirtschaftlichkeit der EEG-geförderten Anlagen zu schlecht geschätzt hatten.

Pro Kilowattstunde sinkt die Umlage seit dem Höchststand von 2017. Die Einspeisevergütung für Neuanlagen sinkt noch wesentlich drastischer, nach Arten und Standorten differenziert. Die Zeit des Sorglos-Zubaus ist schon eine ganze Weile vorbei und das zu Recht.

Alles ohne Frage sehr teuer aber mit absehbarem Ende und in der ungefähren Preis-Liga des Kohlekommunismus.

Was für die Kohle-Förderung gilt, ist für den Verbrauch im Bereich Heizung und Stromerzeugung ähnlich: Kohle und insbesondere Braunkohle ist ein Austraggeschäft. Genehmigungsfähige Neubauten von Kohlekraftwerken sind wirtschaftlich nicht mehr darstellbar in Deutschland.

Wir haben im Forum auch noch einen Kollegen, der vermutlich die Details schneller zur Hand hat als ich.

Ansonsten: Bei Interesse oder Zweifeln Zahlen demnächst, heute nicht.


Nicht nötig, was Zahlen betrifft kann ich mich auch selbst weiter sachkundig machen, sollte ich das für nötig halten.
Sehr ausführliche Antwort, danke. :)
Harren wir also der Dinge, die da kommen und hoffen wir das Beste. Was im Zweifelsfall sinkende Energiepreise bei stabiler Versorgung wären.
Nach wie vor, zumindest habe ich das so verstanden, ist das Papier nur ein Vorschlag, bisher ohne gesetzliche Garantie auf akkurate Umsetzung.
Mal sehen, was am Ende der kontroversen Diskussion davon noch übrig bleibt. ;)
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » So 27. Jan 2019, 18:10

Nightrain hat geschrieben:(27 Jan 2019, 16:43)

Sind das wirklich aktuelle Prognosen, die den jetzt bis 2038 geplanten kompletten Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft beinhaltet?


Das ist das aktuellste, das man öffentlich hat.

Die Prognose zur EEG-Umlage basiert
- Auf den bisher bekannten Vergütungssätzen für Zubau 2019 (Großanlagen sowieso nur noch im Ausschreibungsverfahren)
- Auf dem bekannten Bestand an Altanlagen seit EEG-Beginn, deren Förderhöhe, Durchschnitt des Ertrages.
- Konservative Fortschreibung der Marktpreise.

Für die näheren Jahre ist das ganz überwiegend Altbestand, für die späteren Jahre nimmt der Anteil an Schätzung zu. Da der Ausbau seit der Novelle 2017 gedeckelt ist, muss man da nicht mehr viel spekulieren.

In den nächsten Jahren läuft die Förderung vieler Anlagen aus. Viele Windparks sind dann bei den europäischen Strompreisen nicht mehr wirtschaftlich und werden stillgelegt werden.


Dazu gibt es noch kein umfassendes Lagebild. Es gibt einen Zweitmarkt für den Weiterverkauf von Grundstücken mit Altanlagen und es gibt erste Nachnutzungsverträge zwischen Anlageneigentümern und Energieunternehmen. Soweit ich das kenne, sind das bisher kleinere Onshore-Parks und Einzelanlagen, die ab 2021 auslaufen.

Die Branche bastelt derzeit an Betriebsmodellen, die sich für viele Einzelfälle rechnen.
- Reduzierung der Versicherung auf reine Haftpflicht
- Altersangemessene, reduzierte Wartungen
- Neuverhandlungen der Pacht
- Direktvermarktung an Nachbarbetriebe vor allem bei Kleinanlagen

Manche Standorte eignen sich für Repowering, also praktisch neue Technik / Ersatzanlage. Teilweise ist dies aber im FNP ausgeschlossen.

Bei Weiterbetrieb rechnet man entweder mit Betriebsjahr 21-25 oder 21-30 jeweils auch mit verschiedenen Erhaltungsaufwänden. Länger als 30 Jahre, also EEG+10 rechnet bisher niemand.

Im PV-Segment sieht es positiver aus.

- Für PV-Großanlagen ist ebenfalls einiges in Bewegung, Zweitmarkt, teilweise rollender Modulersatz.

- PV-Midianlagen gehören überwiegend Großverbrauchern, sind wartungsarm und werden voraussichtlich überwiegend weitergenutzt
- Abgeschriebene PV-Kleinanlagen (EFH-Dächer etc) werden in der Regel bis auf den Ersatz von Wechselrichtern kaum oder gar nicht gewartet und auch nach Auslaufen der Förderung weitergenutzt. Hier bieten die Energieversorger Bagatellverträge an. Das Hauptinteresse der Eigentümer dürfte hier der Eigenverbrauch zur Senkung der Stromrechnung sein.

- Zu Biogas und Biomasse ab 2021 kann ich dir aktuell kein Lagebild geben. Diese Anlagen stellen teilweise auch Leistungen für den lokalen Stoffkreislauf und sind fast immer auch in Warmwasser/Heizleistungen involviert. EEG-Strom ist hier ein (wichtiger) Nebenaspekt. Viele Anlagen benötigen aber Modernisierungen für wirtschaftlichen Weiterbetrieb. Der geplante Zubau pro Jahr liegt deutlich unter der Kapazität, die aus dem EEG fällt.

Also entweder muss man darauf hoffen, dass die Strompreise an der Börse kräftig steigen oder es muss eine neue Umlage den Erhalt der Windparks sicherstellen.

Weder noch. Für Neuanlagen gibt es sehr wenig Förderung nach dem Ausschreibungsprinzip und über den Weiterbetrieb aus heutiger Sicht veralteter Bestandsanlagen entscheidet jeder Kaufmann für sich. In den letzten Ausschreibungen gab es teilweise Zuschläge mit 0 Cent Förderung. Der Förderaspekt bezieht sich hier allein auf den Anschluß.

Ich würde hier entspannt bleiben.

Das ist vor allem für die Periode bis 2025 summiert alles Popelkram unter 15 GW, ungefähr 12.000 Einzelanlagen. Wirtschaftlich relevant passiert da vor 2028 gar nichts, selbst wenn alles einfach vom Netz ginge - was, wie wir wissen, definitiv nicht passiert.
Zuletzt geändert von imp am So 27. Jan 2019, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » So 27. Jan 2019, 19:15

imp hat geschrieben:(27 Jan 2019, 18:10)
Weder noch. Für Neuanlagen gibt es sehr wenig Förderung nach dem Ausschreibungsprinzip und über den Weiterbetrieb aus heutiger Sicht veralteter Bestandsanlagen entscheidet jeder Kaufmann für sich. Das ist vor allem für die Periode bis 2025 summiert alles Popelkram unter 15 GW, ungefähr 12.000 Einzelanlagen. Wirtschaftlich relevant passiert da vor 2028 gar nichts, selbst wenn alles einfach vom Netz ginge - was, wie wir wissen, definitiv nicht passiert.


Der Ausbauplan der Bundesregierung basiert ja auch völlig auf dem Prinzip Hoffnung. Von 2021 bis 2024 geht die Planung komplett horizontal, d.h. die Windenergieneubauten gleichen nur die Verluste der ganzen Altanlagen aus, die man durch die hohe Förderung oft an heute unrentable Standorte gesetzt hat. Im Gegenteil müsste man dort überall auch noch die Betonsockel komplett zurückbauen. Weil das keiner bezahlen kann, gräbt man fast überall nur 1-2m Weg und lässt den Bauschrott im Boden verfaulen. Woher ab 2024 dann On- und Offshore jährlich deutliche GW Zugewinne kommen, ist schon fraglich. Ich vermute, man wird ein EEG2 einführen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » So 27. Jan 2019, 19:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(27 Jan 2019, 13:35)

Bei so einer Hitzewelle verdampft der Regen doch ruckzuck!

Sollte man doch meinen! Nur Zuversicht! :)
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » So 27. Jan 2019, 19:46

Nightrain hat geschrieben:(27 Jan 2019, 19:15)

Der Ausbauplan der Bundesregierung basiert ja auch völlig auf dem Prinzip Hoffnung. Von 2021 bis 2024 geht die Planung komplett horizontal, d.h. die Windenergieneubauten gleichen nur die Verluste der ganzen Altanlagen aus, die man durch die hohe Förderung oft an heute unrentable Standorte gesetzt hat.

Um Kleinstanlagen ist es nicht schade. Die haben ihren Zweck als Piloten längst erfüllt. Wenn da manche noch 5 bis 10 Jahre nachlaufen, ist dann auch wirklich gut.



Woher ab 2024 dann On- und Offshore jährlich deutliche GW Zugewinne kommen, ist schon fraglich. Ich vermute, man wird ein EEG2 einführen.

Alpha Ventus ging erst 2010 ans Netz. Vor 2031 musst du dir über Offshore Post EEG gar keine Gedanken machen.

In jedem Fall wird es billiger. Neue Kleinanlagen Onshore 2019 unter 750 kw werden mit 4,63 Cent vergütet. Das dürfte fast alles entweder mit Direktvermarktungsabsicht oder Repowering sein. Anlagen über 750 kw sind ausschreibungspflichtig.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » So 27. Jan 2019, 19:53

Wenn die Bundesregierung ab 2021 mehrere Jahre mit praktisch keiner Zunahme der Windkraft rechnet (obwohl weiter gebaut wird), gehe ich davon aus, dass man einen Großteil der 14GW bereits aufgegeben hat. Schlechte Standorte und heute gar nicht mehr zulässige Standorte.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » So 27. Jan 2019, 20:06

Nightrain hat geschrieben:(27 Jan 2019, 19:53)

Wenn die Bundesregierung ab 2021 mehrere Jahre mit praktisch keiner Zunahme der Windkraft rechnet (obwohl weiter gebaut wird), gehe ich davon aus, dass man einen Großteil der 14GW bereits aufgegeben hat. Schlechte Standorte und heute gar nicht mehr zulässige Standorte.

Die Regierung hat inzwischen mehrere technologieoffene Ausschreibungen, in denen allein die Gebote entscheiden, ob es PV, Wind oder sonstige EE-Technik wird. Gerechnet wird immer mit dem Zubau. Der Weiterbetrieb Post EEG ist quasi "nicht da", weil es dazu keine Erfahrung gibt.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Senexx » Mo 28. Jan 2019, 05:07

Ich hätte da ja einmal eine Frage: Viele Jahre wurde Fernwärme propagiert, Millionen Haushalte hängen an Fernwärmenetzen.

Wenn jetzt das Aus für Kohlekraftwerke kommt, woher kommt dann die Fernwärme?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » Mo 28. Jan 2019, 07:13

Senexx hat geschrieben:(28 Jan 2019, 05:07)

Ich hätte da ja einmal eine Frage: Viele Jahre wurde Fernwärme propagiert, Millionen Haushalte hängen an Fernwärmenetzen.

Wenn jetzt das Aus für Kohlekraftwerke kommt, woher kommt dann die Fernwärme?

Viele Fernwärmekraftwerke sind längst auf Gas oder Müll umgestellt.

Von rund 520 PJ Primärenergie in Heiz- und Fernwärmekraftwerken entfielen 166 auf Müll, 220 auf Gas und 8 auf Öl. Heimische Braunkohle 31 PJ (1990: 218PJ), Import-Steinkohle 97 PJ.

Kernenergie trug zur Heizleistung zuletzt 2003 einen unbedeutenden Anteil bei.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Senexx » Mo 28. Jan 2019, 07:16

imp hat geschrieben:(28 Jan 2019, 07:13)

Viele Fernwärmekraftwerke sind längst auf Gas oder Müll umgestellt.

Von rund 520 PJ Primärenergie in Heiz- und Fernwärmekraftwerken entfielen 166 auf Müll, 220 auf Gas und 8 auf Öl. Heimische Braunkohle 31 PJ (1990: 218PJ), Import-Steinkohle 97 PJ.

Kernenergie trug zur Heizleistung zuletzt 2003 einen unbedeutenden Anteil bei.


Aha. Wir müssen also mehr Müll produzieren und mehr Geld an Putin zahlen und Kohle-Co2 durch Gas-Co2 ersetzen und Müll-Co2 ersetzen.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Senexx » Mo 28. Jan 2019, 07:32

imp hat geschrieben:(28 Jan 2019, 07:13)

Viele Fernwärmekraftwerke sind längst auf Gas oder Müll umgestellt.

Von rund 520 PJ Primärenergie in Heiz- und Fernwärmekraftwerken entfielen 166 auf Müll, 220 auf Gas und 8 auf Öl. Heimische Braunkohle 31 PJ (1990: 218PJ), Import-Steinkohle 97 PJ.

Kernenergie trug zur Heizleistung zuletzt 2003 einen unbedeutenden Anteil bei.


Übrigens nette Daten: Lt. BMWI wurden 2017 knapp 3000 PJ durch Kohle geliefert. Ich frage mich, wo die restlichen 2860 PJ geblieben sind, nachdem ja "nur" 128 PJ verheizt wurden.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » Mo 28. Jan 2019, 07:34

Senexx hat geschrieben:(28 Jan 2019, 07:16)

Aha. Wir müssen also mehr Müll produzieren und mehr Geld an Putin zahlen und Kohle-Co2 durch Gas-Co2 ersetzen und Müll-Co2 ersetzen.

Das stimmt, wenn man es großtechnisch warm haben will, muss man etwas verbrennen. Die Erzeugung von Wärme wurde in den letzten Jahrzehnten dadurch sauberer, dass man extrem umweltschädliche Braunkohle durch sehr sauber verbrennendes Gas ersetzte. In diesem Mix spielt traditionelles Biogas bisher nur eine kleine Rolle, ein Ausblick auf P2G-Lösungen ist quantitativ noch nicht möglich.

In den Nahwärmenetzen spielen Biogas und Biomasse, insb. Holzabfälle eine gewisse Rolle. Im gesamten Wärmemarkt ist EE aber nur mit etwa 7 Prozent vertreten. Zusätzlich sind etwa 6 Prozent des verbrannten Mülls Bioabfälle. Im Vergleich zu etwa den Niederlanden ist Industrieabwärme in Deutschland noch stark unternutzt.

Einige Städte, zB Jena erwägen den Umbau ihrer Fernwärmenetze in dezentrale Nahwärmesysteme nach Ende der technischen Lebensdauer des bisherigen Zentralkraftwerkes.

Im Norden könnten einige Windkraftanlagen nach Ablauf der EEG-Förderung in lokale P2H-Konzepte eingebunden werden - Der Luftquirl als Tauchsieder zur Senkung des Brennstoff-Einkaufs. Hier gibt es einige Probleme, denn die Restlaufzeit einer 20 Jahre alten Windanlage beträgt oft nur zwischen 5 und 15 Jahren. Die Investitionszyklen im Wärmemarkt sind vergleichsweise lang.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Senexx » Mo 28. Jan 2019, 07:36

imp hat geschrieben:(28 Jan 2019, 07:34)

Das stimmt, wenn man es großtechnisch warm haben will, muss man etwas verbrennen. Die Erzeugung von Wärme wurde in den letzten Jahrzehnten dadurch sauberer, dass man extrem umweltschädliche Braunkohle durch sehr sauber verbrennendes Gas ersetzte. In diesem Mix spielt traditionelles Biogas bisher nur eine kleine Rolle, ein Ausblick auf P2G-Lösungen ist quantitativ noch nicht möglich.

In den Nahwärmenetzen spielen Biogas und Biomasse, insb. Holzabfälle eine gewisse Rolle. Im gesamten Wärmemarkt ist EE aber nur mit etwa 7 Prozent vertreten. Zusätzlich sind etwa 6 Prozent des verbrannten Mülls Bioabfälle. Im Vergleich zu etwa den Niederlanden ist Industrieabwärme in Deutschland noch stark unternutzt.

Einige Städte, zB Jena erwägen den Umbau ihrer Fernwärmenetze in dezentrale Nahwärmesysteme nach Ende der technischen Lebensdauer des bisherigen Zentralkraftwerkes.

Im Norden könnten einige Windkraftanlagen nach Ablauf der EEG-Förderung in lokale P2H-Konzepte eingebunden werden - Der Luftquirl als Tauchsieder zur Senkung des Brennstoff-Einkaufs. Hier gibt es einige Probleme, denn die Restlaufzeit einer 20 Jahre alten Windanlage beträgt oft nur zwischen 5 und 15 Jahren. Die Investitionszyklen im Wärmemarkt sind vergleichsweise lang.

Aha. Die strampeln sich einen ab, im Klein-Klein, ohne Plan. Beruhigt den Bürger ungemein.

Macht nix. Irgendwann bin ich tot. Nach mir die Sintflut. Trifft mich nach 2038 nicht mehr so stark.
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Teeernte
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Teeernte » Mo 28. Jan 2019, 09:51

imp hat geschrieben:(27 Jan 2019, 16:24)


Ansonsten: Bei Interesse oder Zweifeln Zahlen demnächst, heute nicht.


Kohle BÖRSE - 76,30 Dollar .....1000 kg. EU. https://www.wallstreet-online.de/rohstoffe/kohlepreis

Holz 381,50 Dollar 1000 kG https://www.wallstreet-online.de/rohstoffe/bauholzpreis

Öl .... 60,85 Dollar ...159 Liter https://www.wallstreet-online.de/rohsto ... reis-brent 382,7 t



um auf gleichen Heizwert zu kommen ..... 1kg Kohle ...8 kWh ...... 1kg Holz 4kWh .....1kg Öl 10 kWh ....ohne STEUERN !

Kohle und Holz gibt es Steuerfrei für Unternehmen ! Öl nicht !

in GELD WELTMARKT

1000 kWh kosten in

Kohle - (Steinkohle) - 9,5 Dollar 125 kg Kohle 345 kg CO2

Holz - 95,0 Dollar Co2 von Holz - ist 0,3 x3,17 237,75 Kg Co2 (Sprit bei Bearbeitung Durchschnitt)

Öl - 37,7 Dollar. 100 L Öl 317 kG Co2


co2 http://www.klimaneutral-handeln.de/php/ ... hp#rechner


In D MIT Steuern ... Öl 70 Euro. 317 kG CO2

...lass mich gern belehren. :D :D
Zuletzt geändert von Teeernte am Mo 28. Jan 2019, 10:44, insgesamt 2-mal geändert.
Nightrain
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Nightrain » Mo 28. Jan 2019, 10:34

Lese ich das Diagramm im IPCC Bericht zur Einhaltung der 1,5°C Schwelle falsch, oder schlägt man dafür in allen Pfaden (Seite 16) einen Ausbau der Kernenergie weltweit um 59% bis 106% bis 2030 gegenüber 2010 vor, weil anders inzwischen überhaupt keine Chance mehr besteht die Klimaziele zu erreichen?
https://report.ipcc.ch/sr15/pdf/sr15_spm_final.pdf

Wie sähe für Deutschland denn das mögliche Kohleszenario und das CO2 Modell aus, wenn man die bestehenden Kernkraftwerke bis 2030 (sofern möglich) weiterlaufen lässt, um einen Kohleausstieg zu forcieren?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » Mo 28. Jan 2019, 10:45

Nightrain hat geschrieben:(28 Jan 2019, 10:34)

Lese ich das Diagramm im IPCC Bericht zur Einhaltung der 1,5°C Schwelle falsch, oder schlägt man dafür in allen Pfaden (Seite 16) einen Ausbau der Kernenergie weltweit um 59% bis 106% bis 2030 gegenüber 2010 vor, weil anders inzwischen überhaupt keine Chance mehr besteht die Klimaziele zu erreichen?
https://report.ipcc.ch/sr15/pdf/sr15_spm_final.pdf

Wie sähe für Deutschland denn das mögliche Kohleszenario und das CO2 Modell aus, wenn man die bestehenden Kernkraftwerke bis 2030 (sofern möglich) weiterlaufen lässt, um einen Kohleausstieg zu forcieren?

Es gibt in Deutschland keine relevante Partei, die sich für den Fortbetrieb der Kernkraft interessiert. Kernkraft trägt im Fernwärme-Bereich heute nichts bei und ist ein Subventionsmonster, zudem ist die Frage des Abfalls ungeklärt. Die Kohlekommission hat sich mit dem Fortbetrieb der Kernkraft nicht befasst.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson

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