Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

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Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 26. Jan 2019, 11:04

Hier findet man Details zum Vorschlag der "Kohlekommission" zum Ausstieg aus der Verstromung von Kohle bis 2038: http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 50104.html

Besonders interessant fand ich den ersten Absatz, schon bis 2022 sollen 12,5 Gigawatt vom Netz gehen. Welche Pläne gibt es, diese 12,5 GW adäquat zu ersetzen? Wie viel Leistung an Windrädern und PV-Anlagen muss dafür installiert werden, um diese Leistung rund um die Uhr zu garantieren?

Gleichzeitig verfolgt die Bundesregierung das Ziel, bis 2022 endlich eine Million eAutos auf die Straßen zu bringen. Wie ist geplant, diesen Mehrverbrauch zu bewältigen?

Und noch etwas passiert bis 2022: die letzten noch laufenden KKW werden abgeschaltet, das bedeutet weitere ca. 10 GW gehen vom Netz, insgesamt müssen also bis 2022 ca. 22 GW an durchgehend verfügbarer Leistung ersetzt werden.

Wo soll denn bitte innerhalb dieser kurzen Zeit so viel neue Leistung installiert werden, die ja vor allen Dingen auch immer, rund um die Uhr, auch bei Nacht, Regen und Windstille, geliefert werden muss und wie kommt diese Leistung dann bei den Verbrauchern auch an?

Ich befürchte, dass wir ein Desaster erleben werden.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Jan 2019, 11:20

Das ist der übliche Unsinn, da werden irgendwelche Jahreszahlen in den Raum geworfen an die sich eh niemand gebunden fühlt oder viel zu weit in der Zukunft liegen.
Und würden sie den Gaul nicht von hinten... erst bauen dann abschalten. Nicht anders herum!
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 26. Jan 2019, 11:23

Viel zu weit in der Zukunft? 2022 ist in drei Jahren.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Sa 26. Jan 2019, 11:39

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:20)

Das ist der übliche Unsinn, da werden irgendwelche Jahreszahlen in den Raum geworfen an die sich eh niemand gebunden fühlt oder viel zu weit in der Zukunft liegen.
Und würden sie den Gaul nicht von hinten... erst bauen dann abschalten. Nicht anders herum!


Nein, die Reihenfolge stimmt, denn sie zwingt zum Handeln. Denn es wird immer wieder Leute geben, die dann sagen: "Bitte noch ein Weilchen!" während die Uhr weiter tickt. Wir müssen schleunigst loskommen von der Atomenergie als Lebensrisiko und von der Energiegewinnung aus Braunkohle mit ihren Klimagasen. Nicht jammern; machen, und zwar mit kaltem Verstand!
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ebiker » Sa 26. Jan 2019, 11:42

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:39)

Nicht jammern; machen, und zwar mit kaltem Verstand!


Nur wurde der bei diesen Beschlüssen nicht benutzt.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon JJazzGold » Sa 26. Jan 2019, 11:45

Mich würde interessieren, wie der 40 Mrd in 20 Jahren Strukturwandelplan der Kohlekommission für NRW, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt aussieht.
Oder hat man da noch keinen Plan?
Man könnte evtl. sämtliche Bundesbehörden auf diese vier Bundesländer verteilen, um dort Sacharbeiter- oder Behörden-Callcenterjobs zu schaffen. Eine Behörde nach Welzow/Lausitz legen, z.B., dann wäre ggfls auch Frau Wodtke einverstanden.
Was passiert dann mit den bisherigen Angestellten?
Ziehen die alle mit um und falls ja, werden dann Zusatzjobs in den Behörden geschaffen, um Arbeitsplätze vorzuhalten?
Was kostet eigentlich so ein Umzug?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Jan 2019, 11:47

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:23)

Viel zu weit in der Zukunft? 2022 ist in drei Jahren.

Da ist ein Regierungswechsel dazwischen, aber mir ging es mehr um 2038.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon JJazzGold » Sa 26. Jan 2019, 11:48

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:39)

Nein, die Reihenfolge stimmt, denn sie zwingt zum Handeln. Denn es wird immer wieder Leute geben, die dann sagen: "Bitte noch ein Weilchen!" während die Uhr weiter tickt. Wir müssen schleunigst loskommen von der Atomenergie als Lebensrisiko und von der Energiegewinnung aus Braunkohle mit ihren Klimagasen. Nicht jammern; machen, und zwar mit kaltem Verstand!


Wenn die Heizung daheim und im eAuto ausfällt, dann ist nicht nur der Verstand kalt.
Also müssen wir zukaufen, vielleicht nur überbrückend, vielleicht langfristig, von welchem Anbieter auch immer, welcher dann den Preis bestimmt.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Sa 26. Jan 2019, 11:48

Ebiker hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:42)

Nur wurde der bei diesen Beschlüssen nicht benutzt.


Ja, man hätte Sie zur Beschlußfassung einladen sollen. :p
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Sa 26. Jan 2019, 11:50

JJazzGold hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:48)

Wenn die Heizung daheim und im eAuto ausfällt, dann ist nicht nur der Verstand kalt.
Also müssen wir zukaufen, vielleicht nur überbrückend, vielleicht langfristig, von welchem Anbieter auch immer, welcher dann den Preis bestimmt.


Da fällt nichts aus; wir werden uns entsprechend einrichten, weil wir vernünftige Leute sind.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Jan 2019, 11:51

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:39)

Nein, die Reihenfolge stimmt, denn sie zwingt zum Handeln. Denn es wird immer wieder Leute geben, die dann sagen: "Bitte noch ein Weilchen!" während die Uhr weiter tickt. Wir müssen schleunigst loskommen von der Atomenergie als Lebensrisiko und von der Energiegewinnung aus Braunkohle mit ihren Klimagasen. Nicht jammern; machen, und zwar mit kaltem Verstand!

Diese Logik hat auch schon beim Atomausstieg nicht geklappt. Man muss die Subventionen verschieben und den Umstig attraktiv machen, wenn das neue dann da ist kann man das alte abschalten.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Sa 26. Jan 2019, 11:53

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:51)

Diese Logik hat auch schon beim Atomausstieg nicht geklappt. Man muss die Subventionen verschieben und den Umstig attraktiv machen, wenn das neue dann da ist kann man das alte abschalten.


Nix da; der Handlungsdruck muß immer aufrecht erhalten bleiben, daß wir unser Ziel erreichen. Entspannt zurücklehnen ist nicht!
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 26. Jan 2019, 11:54

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:39)

Nicht jammern; machen, und zwar mit kaltem Verstand!

Darauf zielt ja meine Frage ab: was ist konkret geplant, um den Wegfall dieser 22 GW bis 2022 zu kompensieren? Wo wird diese Leistung installiert? Sind die Planungs- und Genehmigungsverfahren schon in der Endphase, damit bald Baubeginn ist? So ein Windpark wächst ja nicht von alleine aus dem Boden und drei Jahre sind sehr wenig Zeit.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ebiker » Sa 26. Jan 2019, 11:55

Aus dem mit sicherer Kohlekraft versorgtem Polen kann man da natürlich herrlich tönen, man hat ja die Folgen nicht zu tragen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon JJazzGold » Sa 26. Jan 2019, 11:55

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:50)

Da fällt nichts aus; wir werden uns entsprechend einrichten, weil wir vernünftige Leute sind.


Wie gedenken Sie ihren Energieverbrauch zukünftig drastisch einzuschränken?
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 26. Jan 2019, 11:56

JJazzGold hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:48)

Also müssen wir zukaufen, vielleicht nur überbrückend, vielleicht langfristig, von welchem Anbieter auch immer, welcher dann den Preis bestimmt.

Da stellt sich die Frage: bei wem? Die europäischen Partner können ja nur überschüssigen Strom verkaufen, 22 GW sind eine Menge Holz, so eine Überproduktion hat niemand in der Hinterhand.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 26. Jan 2019, 11:59

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:53)

Nix da; der Handlungsdruck muß immer aufrecht erhalten bleiben, daß wir unser Ziel erreichen. Entspannt zurücklehnen ist nicht!

Das ist aber kein Handlungsdruck, oder ist irgendwo die Strommenge vereinbart die geliefert werden muss?

Hier setzt sich die Regierung höchstens selbst unter Druck. Da reicht die Aussage, wir können nicht mehr liefern, aber wir hätten hier noch etwas Kohle rumliegen.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon imp » Sa 26. Jan 2019, 12:02

JJazzGold hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:48)

Wenn die Heizung daheim und im eAuto ausfällt, dann ist nicht nur der Verstand kalt.
Also müssen wir zukaufen, vielleicht nur überbrückend, vielleicht langfristig, von welchem Anbieter auch immer, welcher dann den Preis bestimmt.

Wir haben so viele Gas/Ölkraftwerke auf geringer Last oder Bereitschaft stehen. Die sind alle längst gebaut.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon Ebiker » Sa 26. Jan 2019, 12:03

Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Vorschlag der Kohlekommission: sinnvoll oder irrsinnig?

Beitragvon H2O » Sa 26. Jan 2019, 12:04

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Jan 2019, 11:59)

Das ist aber kein Handlungsdruck, oder ist irgendwo die Strommenge vereinbart die geliefert werden muss?

Hier setzt sich die Regierung höchstens selbst unter Druck. Da reicht die Aussage, wir können nicht mehr liefern, aber wir hätten hier noch etwas Kohle rumliegen.


Sie werden staunen: Genau so ist es! Damit wird Zeit gewonnen, um die Grundlastfähigkeit auf zu bauen.

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