Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

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Aldemarin
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Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Aldemarin » Fr 14. Dez 2018, 20:10

Werden viele Windräder nur betrieben, weil es dafür Subventionen gibt? Zumindest läßt dies der Artikel http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 39385.html vermuten. Warum soll denn eine 20 Jahre alte Windkraftanlage nicht mehr wirtschaftlich sein? Brennstoffkosten fallen keine an und sie müßte doch dann auch abgeschrieben sein. Steigen bei so alten Anlagen die Wartungskosten stark an? Wie groß wird die Gefahr, daß durch Wegfall der Subventionen der Zustand von Windkraftanlagen immer schlechter wird und es zu Unfällen kommt?
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon H2O » Sa 15. Dez 2018, 01:39

Aldemarin hat geschrieben:(14 Dec 2018, 20:10)

Werden viele Windräder nur betrieben, weil es dafür Subventionen gibt? Zumindest läßt dies der Artikel http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 39385.html vermuten. Warum soll denn eine 20 Jahre alte Windkraftanlage nicht mehr wirtschaftlich sein? Brennstoffkosten fallen keine an und sie müßte doch dann auch abgeschrieben sein. Steigen bei so alten Anlagen die Wartungskosten stark an? Wie groß wird die Gefahr, daß durch Wegfall der Subventionen der Zustand von Windkraftanlagen immer schlechter wird und es zu Unfällen kommt?


Auf den ersten Blick haben Sie völlig Recht; ein Wahnsinn, gut funktionierende Windräder ab zu wracken und sie durch neue, bessere Windräder zu ersetzen!

Die Sache bekommt erst einen Sinn, wenn man an die begrenzten Räume denkt, wo diese Windräder aufgebaut werden dürfen, bzw wo genug Wind weht, um ihren Aufbau überhaupt zu rechtfertigen.

Wenn es denn gelänge, auf einem bisher genutzten Feld für Windräder den Ertrag zu verdoppeln, dann hat man sich zumindest die Erschließungs und Aufbaukosten für ein weiteres Feld dieser Größe erspart, allerdings um den Preis des Abbaus eines alten Feldes. Und wenn mehr EE gebraucht werden, der dazu notwendige Raum aber ganz einfach nicht verfügbar ist: Was dann?

Das Verfahren "Repowering" beruht mit Sicherheit auf einer Kosten/Nutzen-Rechnung, oder aber der vorhandene Windpark zeigt zunehmend durch technische Ausfälle, daß er die Grenze seiner nutzbaren Lebensdauer erreicht hat. Dann müssen neue Anlagen her; möglichst mit höherer Ausbeute nach dem Stand der Technik.

Erhältliche Beihilfen sind in diesen Fällen nur ein weiterer Posten in der Kosten/Nutzenrechnung. Mich würde verwundern, wenn gezahlte Beihilfen der maßgebliche Nutzen einer Anlage wären. Andererseits: Wo nichts zu verdienen ist, warum dort schwer verdientes eigenes Geld riskieren? Dann sucht man sich andere Anlagemöglichkeiten. Soll dort bauen, wer immer Lust dazu verspührt.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Ebiker » Sa 15. Dez 2018, 08:08

Aldemarin hat geschrieben:(14 Dec 2018, 20:10)

Werden viele Windräder nur betrieben, weil es dafür Subventionen gibt? Zumindest läßt dies der Artikel http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 39385.html vermuten. Warum soll denn eine 20 Jahre alte Windkraftanlage nicht mehr wirtschaftlich sein?


Weil sie evtl. schon neu nicht wirtschaftlich war ? Sehr viele WKA bleiben weit hinter den prognostizierten Erträgen. Mit dem Ende der Subventionen überlegt sich ein Investor dreimal ob er da Repowering betreibt. Windkraft wird genau so sterben wie Solar.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon H2O » Sa 15. Dez 2018, 09:54

Ebiker hat geschrieben:(15 Dec 2018, 08:08)

Weil sie evtl. schon neu nicht wirtschaftlich war ? Sehr viele WKA bleiben weit hinter den prognostizierten Erträgen. Mit dem Ende der Subventionen überlegt sich ein Investor dreimal ob er da Repowering betreibt. Windkraft wird genau so sterben wie Solar.


Sie sind einer der wenigen Menschen, die sehr genau wissen, was die Zukunft uns bescheren wird. Um in irgendeiner Weise nützlich zu sein, sollten Sie Ihre Vorhersagen mit einem nachprüfbaren Datum versehen. Wenn Windenergie und Solarenergie in 600 Jahren sterben sollten, weil entweder wir Menschen unsere Erde unbewohnbar gemacht haben oder aber wir Menschen andere uns noch nicht zu Gebote stehende Energiegewinnungen nutzbar machen konnten, dann hätten Sie in beiden Fällen Recht gehabt.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Ebiker » So 16. Dez 2018, 19:15

Solar ist tot und Windkraft wird sterben. Einfach mal Nachrichten lesen.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon frems » So 16. Dez 2018, 21:59

Die Industrie ist da wohl anderer Meinung: https://www.welt.de/wirtschaft/plus1853 ... oesen.html
Labskaus!

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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Teeernte » So 16. Dez 2018, 23:24

frems hat geschrieben:(16 Dec 2018, 21:59)

Die Industrie ist da wohl anderer Meinung: https://www.welt.de/wirtschaft/plus1853 ... oesen.html


Man braucht nur noch einen Idioten der das dann bezahlt. Solange 4 kWh "Gerdgas" einem Äquivalent einer kWh Windstrom im Preis GLEICHEN - klappt das NICHT.

NAtürlich muss zuerst Nordstream2 gestoppt werden. :D :D :D
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon H2O » Mo 17. Dez 2018, 00:00

Ebiker hat geschrieben:(16 Dec 2018, 19:15)

Solar ist tot und Windkraft wird sterben. Einfach mal Nachrichten lesen.


Wessen Nachrichten? Ich sehe nur, daß die EE stetig ausgebaut werden. Geht ja auch gar nicht anders.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon H2O » Mo 17. Dez 2018, 00:05

Teeernte hat geschrieben:(16 Dec 2018, 23:24)

Man braucht nur noch einen Idioten der das dann bezahlt. Solange 4 kWh "Gerdgas" einem Äquivalent einer kWh Windstrom im Preis GLEICHEN - klappt das NICHT.

NAtürlich muss zuerst Nordstream2 gestoppt werden. :D :D :D


Das Gas wird sicher einer CO2-freien Verwendung zugeführt; ansonsten sind seine Folgekosten in der Stromerzeugung schlicht zu hoch. Alles Weitere regelt ein Gesetz.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Teeernte » Mo 17. Dez 2018, 00:11

H2O hat geschrieben:(17 Dec 2018, 00:05)

Das Gas wird sicher einer CO2-freien Verwendung zugeführt; ansonsten sind seine Folgekosten in der Stromerzeugung schlicht zu hoch. Alles Weitere regelt ein Gesetz.


Laut Gesetz ist "Geförderte" Wasserzerlegung in H2 nach Bezahlung auch keine Erneuerbare Energie mehr.

G-ERDGAS wird in D
einer CO2-freien Verwendung zugeführt
??

Das halt ich für ein Gerücht ! Es wird zu 98% verfeuert ! ....der Rest wird Dünger.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon H2O » Mo 17. Dez 2018, 00:25

Teeernte hat geschrieben:(17 Dec 2018, 00:11)

Laut Gesetz ist "Geförderte" Wasserzerlegung in H2 nach Bezahlung auch keine Erneuerbare Energie mehr.

G-ERDGAS wird in D ??

Das halt ich für ein Gerücht ! Es wird zu 98% verfeuert ! ....der Rest wird Dünger.


Völlig richtig. Und wo wird das Gas verbrannt? Bestimmt nicht in Gaskraftwerken, um daraus Strom zu gewinnen. Solche Gaskraftwerke sind nur zum kurzzeitigen Abpuffern von Leistungsspitzen vorgesehen... bis endlich die großen Stromspeicher stehen. Dieser Schritt hat begonnen.

Der nächste Schritt wäre dann, den Hausbrand mit Erdgas zurück zu drehen. Einerseits durch energetische Sanierung des Gebäudebestands, um den Energiebedarf zu senken, dann aber auch mit Biogas und Synthesegas, um CO2 in einer Kreislaufwirtschaft zu halten.

Das alles ist doch durch den Klimapakt vorgezeichnet. Nun geht es nur noch um den kürzesten umsetzbaren Zeitplan mit den zugehörigen Gesetzen.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Teeernte » Mo 17. Dez 2018, 00:35

H2O hat geschrieben:(17 Dec 2018, 00:25)

Völlig richtig. Und wo wird das Gas verbrannt? Bestimmt nicht in Gaskraftwerken, um daraus Strom zu gewinnen. Solche Gaskraftwerke sind nur zum kurzzeitigen Abpuffern von Leistungsspitzen vorgesehen... bis endlich die großen Stromspeicher stehen. Dieser Schritt hat begonnen.

Der nächste Schritt wäre dann, den Hausbrand mit Erdgas zurück zu drehen. Einerseits durch energetische Sanierung des Gebäudebestands, um den Energiebedarf zu senken, dann aber auch mit Biogas und Synthesegas, um CO2 in einer Kreislaufwirtschaft zu halten.

Das alles ist doch durch den Klimapakt vorgezeichnet. Nun geht es nur noch um den kürzesten umsetzbaren Zeitplan mit den zugehörigen Gesetzen.


Strom aus NICHT EU Gebiet (Brexithoheit) soll guuuuutem Russengas vorgezogen werden ?

Nur gut, dass dem Erzeuger die CO2 Zertifikate durch den deutschen Staat GESCHENKT wurden....
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon H2O » Mo 17. Dez 2018, 01:06

Teeernte hat geschrieben:(17 Dec 2018, 00:35)

Strom aus NICHT EU Gebiet (Brexithoheit) soll guuuuutem Russengas vorgezogen werden ?

Nur gut, dass dem Erzeuger die CO2 Zertifikate durch den deutschen Staat GESCHENKT wurden....


Der CO2-Ausstoß wird sich kaum danach richten, woher das Erdgas kommt. Also nur ein Geräusch in der Wasserleitung. Gekauft wird dort, wo die Preise "stimmen".

Witzloses Politgehampel; dadurch wird kein CO2 aus fossilen Brennstoffen eingespart. Das ist aber das Ziel der Übung!
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Teeernte » Mo 17. Dez 2018, 11:48

H2O hat geschrieben:(17 Dec 2018, 01:06)

Der CO2-Ausstoß wird sich kaum danach richten, woher das Erdgas kommt. Also nur ein Geräusch in der Wasserleitung. Gekauft wird dort, wo die Preise "stimmen".

Witzloses Politgehampel; dadurch wird kein CO2 aus fossilen Brennstoffen eingespart. Das ist aber das Ziel der Übung!


Genau so iss..
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Kamikaze » Mo 17. Dez 2018, 12:21

Gelten demnach die prognostizierten Daten und erfolgt kein Zuschuß, sind für einen wirtschaftlichen Betrieb mehr als 6 m/s mittlere Jahreswindgeschwindigkeit erforderlich.

Natürlich sind auch alternative Maßnahmen denkbar, wie beispielsweise die volkswirtschaftlich vernünftige Lösung, den umweltschädlichen und risikobehafteten Energieerzeugungsformen deren externe Kosten anzurechnen und damit die relative Vorteilhaftigkeit der Windkraftanlagen aufzuwerten.


Quelle: https://www.dewi.de/dewi_res/fileadmin/ ... _02/03.pdf (ein Studienpapier zum Strangthema)

Windkraft ist also keineswegs "tot", sondern vielmehr darauf angewiesen, dass die Windgeschwindigkeit im Jahresmittel ausreichend hoch ist. Das ist nicht verwunderlich - kann doch nur bei (ausreichend) Wind elektrische Energie aus selbigem gewonnen werden. Das gleiche gilt übertragen auch für Photovoltaik- und Biogasanlagen, sowie auch alle herkömmlichen Kraftwerke: nur wenn genug Primärenergie (Wind, Sonne, Kohle, etc.) zur Verfügung steht, kann ein entsprechendes Kraftwerk wirtschaftlich arbeiten. Soweit, so einfach.
Leider wird aktuell sehr viel "dreckige" Energie aus dem deutschen (Braunkohle-)Strommix exportiert, während der Ausbau von Speicherkapazitäten für Zeiten hohen Angebots an "sauberer" Energie nur äußerst schleppend voran kommt - so, dass diese Anlagen oftmals vom Netzbetreiber abgeschaltet werden ("müssen").
Zusätzlich werden bei fossilen Energieträgern (Kohle, Öl, Uran, etc.) mit viel Ignoranz die "Ewigkeitskosten" (Umweltschäden, Migration durch Unbewohnbarkeit, Entsorgung strahlenden Materials, etc.) nicht in die Stromrechnung eingepreist.
Stattdessen erhalten Großverbraucher, die mit ihrem Energiehunger maßgeblich Verantwortlich für die Umweltzerstörung sind, noch eine Befreiung von der EEG-Umlage, sowie einen extrem niedrigen Strompreis. Würden diese Großverbraucher (z.B. Stahlwerke, Aluhütten, Bergwerke, etc.) nur die EEG-Umlage mit tragen, würde diese Umlage auf einen Bruchteil des heutigen Betrages schrumpfen, oder gigantische Finanzmittel für das "Repowering" der Republik frei werden. Leider ist das aber politisch nicht gewollt. :dead:
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Teeernte » Mo 17. Dez 2018, 12:36

Kamikaze hat geschrieben:(17 Dec 2018, 12:21)

Stattdessen erhalten Großverbraucher, die mit ihrem Energiehunger maßgeblich Verantwortlich für die Umweltzerstörung sind, noch eine Befreiung von der EEG-Umlage, sowie einen extrem niedrigen Strompreis. Würden diese Großverbraucher (z.B. Stahlwerke, Aluhütten, Bergwerke, etc.) nur die EEG-Umlage mit tragen, würde diese Umlage auf einen Bruchteil des heutigen Betrages schrumpfen, oder gigantische Finanzmittel für das "Repowering" der Republik frei werden. Leider ist das aber politisch nicht gewollt. :dead:


Die Politik hat es EINFACH gelöst....EE zahlen muss der Depp - der das will.... der Wähler -
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Dez 2018, 15:29

Heutige Kritiker der EE sind in der vorteilhaften Lage noch genügend fossile Energie vorzufinden.

Zugleich gehören sie einer seltsamen Glaubensrichtung an, deren Credo darin besteht - das wird sich NIE ändern. Erdöl, Erdgas und alle Kohlesorten sind für immer und unbeschränkt zu haben. Diese Stoffe sind stets nahezu kostenlos verfügbar.

Das Verbrennen all dieses Erdöls, Erdgas und alle Kohlesorten ist völlig "umweltneutral" - es gibt da keinerlei schädliche Emissionen. Ergo Glaubenssatz zwei - es gibt keinerlei menschlichen Einfluss auf das Klima.

Das beschreibt in etwa die Geisteshaltung dieser Homo sapiens. Die hiesigen Statuten erlauben es nicht, dieser Geisteshaltung den zutreffenden Namen zu geben.

Realisten, also Menschen, denen Physik nicht am Allerwertesten vorbeigeht, können mit wissenschaftlicher Akribie die tatsächlichen Vorgänge nicht nur beschreiben, sondern in allen Einzelheiten beschreiben.

Nicht das dies auch nur das Geringste bei der oben beschriebenen "Neureligion" verändern könnte. Nein, wer dieser "Naturreligion des ewigen und unbeschränkten Wachstums" angehört, wird stets darum bemüht sein, allen "Ungläubigen" in ihrem Sinn zuwiderlaufendes aus der Diskussion nehmen.

Selbstverständlich nicht mittels wissenschaftlich fundierten Daten, stattdessen genügt schon der simple Hinweis :
Ebiker hat geschrieben:Solar ist tot und Windkraft wird sterben. Einfach mal Nachrichten lesen.
mit "einfach mal Nachrichten lesen" ist selbstverständlich das "selektive" Lesen gemeint oder einfach in der selben Echokammer bleiben, wo sowieso niemand je etwas anderes zulassen wird.

Klar auch, in diesen seltsam der Wirklichkeit entrückten Kreisen, erregt jeder Rückschlag (ansonsten etwas durchaus normales) größte Aufmerksamkeit. Das Gegenteil, Fortschritt, positive Entwicklungen, werden entweder komplett ignoriert oder nach kurzer taktischer Pause, werden stets uralte, meist längst widerlegte Thesen verwandt. Das ist durchaus vergleichbar mit religiösen Praktiken, auch dort wird beschwörend wiederholt an was man glaubt.

Nun es gibt durchaus einen beachtlichen Kreis von Sympathisanten dieser seltsamen Geisteshaltung. Bei genauem hinsehen lässt sich dieser Kreis problemlos identifizieren. Wo sie (sich selbst) hilfreich sein können tun sie das über alle Kanäle. Die freuen sich über jeden der ihren Unsinn glaubt. Hier passt der Satiriker Kurt Tucholsky mit " Kopf ab zum Gebet" ausgezeichnet ins Bild...
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Dez 2018, 15:40

Teeernte hat geschrieben:Die Politik hat es EINFACH gelöst....EE zahlen muss der Depp - der das will.... der Wähler -
Fragt sich warum....

Zum Glück und dank Wissenschaft lässt sich Energie immer auch in gut vergleichbare kWh umrechnen (warum das so ist kann mit dem notwendigen Wissen über die "SI-Einheiten" nachvollzogen werden.

Wenn es um "Erdgas" geht - das einfach verbrannt werden soll - wie bescheuert - hat das Gas einen "Brennwert" und einen "Heizwert"(wasserfreie, maximal nutzbare Wärmemenge). Es gibt offensichtlich unterschiedliche Erdgassorten ("H-Gas" mit hohem Brennwert zwischen 10 und 12 und "L-Gas" mit niedrigerem Brennwert zwischen 8 und 10). Damit es nicht zu einfach wird, muss auch dessen "Zustand" mit der "Zustandszahl" beziffert werden.

Erdgas „L“ besteht aus ca. 85 % Methan, 4 % (Ethan, Propan, Butan, Pentan) und 11 % Inertgasen.
Erdgas „H“ (Nordsee) besteht aus ca. 89 % Methan, 8 % (Ethan, Propan, Butan, Pentan) und 3 % Inertgasen.
Erdgas „H“ (GUS-Staaten) besteht aus ca. 98 % Methan, 1 % (Ethan, Propan, Butan, Pentan) und 1 % Inertgasen.

der "Heizwert" von Erdgas entspricht 8,6–11,4 kWh/m³
der "Heizwert" von Wasserstoff entspricht 2,995 kWh/m³

Nun ich heize nicht mit Gas und musste dafür erst einmal nachsehen wie man den Gasverbrauch berechnen kann :

Jahresverbrauch : 1.600 m³ - Brennwert : 8,0 - Zustandszahl : 0,95 ergibt : 12.160 kWh

Preise dafür habe ich keine - macht nix - wer eine Gasheizung betreibt hat weitere jährliche Kosten und sein CO2 "Geschenk an die Umwelt" liefert er / sie auch jährlich ab.

Nutzt man stattdessen vor Ort - also Zuhause - direkt elektrischen Strom zum Heizen, fallen alle Kosten weg, welche jede andere Heizart immer "begleiten". Vor Ort entstehen keinerlei Schademissionen. Je nach dem Mix mit EE fällt auch eine geringere Emission an CO2 überhaupt an. Das gilt auch für die bei Verbrennungsprozessen entstehenden Schademissionen.

EE kommen im Betrieb ohne CO2 Emissionen und Schademissionen aus. Man muss also bei der "Verurteilung" EE schon beides entweder gleich leugnen (was schwerfällt, weil sich das messen lässt) oder "wenigstens" die Wirkung von CO2 Emissionen und Schademissionen wahlweise verniedlichen oder gleich ganz leugnen.

Noch ist reichlich Erdgas verfügbar und billig. Strom eine Energieendform ist vergleichsweise teuer. Hier werden alle EE-Kosten eingerechnet -würde das in ähnlicher Weise auch für Kohlestrom geschehen, würde niemand mehr auf diesem Zeug bestehen. Das ist "des Pudels Kern".

Was falsch ist, wird immer erst dann erkannt, wenn es schon zu spät ist. Nicht das dies die aktuellen Generationen sofort betrifft - einige werden es allerdings noch schmerzhaft erleben....
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Dez 2018, 15:45

Nun wird den EE selbstverständlich der zu Bau und Erhaltung eventuelle anfallende CO2 Emissionen und Schademissionen angerechnet. Leider sind die üblichen Kritiker bei Bau und Erhaltung konventioneller Kraftwerke da nicht bereit, diese da ebenfalls und selbstverständlich auftretenden Mengen an CO2 Emissionen und Schademissionen einzukalkulieren.

Nun ist letzteres keineswegs ein "Nullsummenspiel" - Stromerzeugung über Wärmekraftmaschinen funktioniert leider nicht ohne die physikalischen Gesetze. Ein Teil der fossilen Stoffe muss immer für das Ziel (Strom / Leistung) zu generieren "nutzlos" verbrannt werden. Um also eine gleichgroße Leistung aus Wärmekraftwerken zu erzielen, müssen diese deutlich größer sein, als alles, was ohne solche physikalisch unumgängliche "Eigenverbrauch" auskommt. Wer schon mal den Aufwand der für ein Wärmekraftwerk insgesamt betrieben wird um "am Ende" Strom zu generieren, wird mir sofort zustimmen.

Nicht nur das bei EE die "Stoffe" aus denen Strom generiert wird vollkommen kosten- und nebenwirkungslos zur Verfügung stehen, auch der Prozess des Generierens erfordert marginalen Eigenbedarf. Bei PV benötigt der Wechselrichter einen sehr geringen Anteil der generierten Leistung. Auch bei WKA ist der Eigenbedarf vernachlässigbar gering.

Weil gerade bei AKW (Typ Wärmekraftwerk) noch große Missverständnisse herrschen - Biblis A und B als Beispiel

A - Druckwasserreaktor Bruttoleistung elektrisch : 1.225 MW ergibt Netto 1.167 MW (Differenz 58 MW)
A - Druckwasserreaktor Bruttoleistung thermisch : 3.517 MW ergibt Netto 1.225 MW (Differenz 2.292 MW term.)

B - Druckwasserreaktor Bruttoleistung elektrisch : 1.300 MW ergibt Netto 1.240 MW (Differenz 60 MW)
B - Druckwasserreaktor Bruttoleistung thermisch : 3.733 MW ergibt Netto 1.300 MW (Differenz 2.433 MW term.)

So wurden dem Rhein stündlich (Kühlwasser 416.000 m³/h) 4.725 MWh "zugeführt" bei (mindestens) 7.200h/a waren das 34.020.000 MW term. oder 34 TWh/a

58 + 60 = 118 MWh bei 7.200h/a = 0,8496 TWh/a in den "übrigen" 1.560 h war der Eigenbedarf geringer (allein die Hauptkühlmittelpumpen haben je 8,55 bzw. 8,62 MW) Nicht gerechnet der erhöhte Eigenbedarf, wenn die Kühltürme der Anlagen die abführbare Wärmelast reduzieren mussten.

Wie sehr solche "Nebensächlichkeiten" wie die Wärmelast die in diesem Fall der Rhein biologisch verkraften können muss, beim Bau von weiteren Kraftwerken "stört", mag die Tatsache, das ein großer Kohlenblock in Mannheim (stromauf liegend) nur in Betrieb gehen durfte, weil im AKW Philippsburg (von MA stromauf liegend) zuvor dauerhaft abgeschaltet wurde. Das AKW Biblis war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschaltet, aber immer noch in der Nachkühlphase.

Dem Rhein wird über Industrie, Wärmekraftwerke und Abwasseranlagen praktisch ganzjährig erhebliche Wärmemengen zugeführt. Im Prinzip nutzlos vergeudete Energie die zuvor teuer eingekauft werden muss und "hoffentlich" immer in den geforderten Mengen zur Verfügung stehen muss.

Selbst all jene, die CO2 und andere Emissionen schlicht für unerheblich halten, können das Problem, dass eine sehr "endliche" Kühlwassermenge in Relation zur benötigten Nettoenergie immer zur Verfügung stehen muss, die mögliche Leistung allgemein und besonders aber nach den jahreszeitlichen Wasserständen begrenzt nutzbar macht.

Die Tatsache, dass mit solchen Großkraftwerken auch sehr große Leistungen "ungeplant" jederzeit ausfallen können, spricht zusätzlich für ein weitgehend "unkaputtbares" möglich dezentral gespeistes Netz. Wenn dann noch signifikante Energiemengen möglichst nahe an den Verbrauchern bereitgestellt werden können, werden die durchaus nicht unerheblichen Übertragungsverluste weiter reduziert.

EE haben den "Vorteil" durch die natürliche geringe Energiedichte den "Energieverbraucher" von vornherein zu einem möglichst effektiven Umgang mit den verfügbaren Ressourcen zu zwingen. Warum soll eigentlich die Allgemeinheit - und das noch zu Vorzugspreisen Unternehmen Energie liefern, ohne das sich diese auch nur im Entferntesten Gedanken über die Kosten machen müssen ? Was nicht "genügend" Kosten verursacht, wird gewöhnlich eher verschwendet, als alles was in der Bilanz hoch zu Buch schlägt.
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Re: Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen

Beitragvon Teeernte » Mo 17. Dez 2018, 23:02

immernoch_ratlos hat geschrieben:(17 Dec 2018, 15:45)

Nun wird den EE selbstverständlich der zu Bau und Erhaltung eventuelle anfallende CO2 Emissionen und Schademissionen angerechnet. .


Nur mal ne Zwischenfrage...

Kauft//Investiert man

Eine Anlage 10% Grundpreis + 5% Verbrauch im Jahr (Umweltverbrauch hoch aber eingepreist) oder
Eine Anlage 100% Grundpreis + 1% Wartung im Jahr (Umweltverbrauch niedrig)

100% Invest Summe - Beider Anlagen ungefähr gleich. Zinsen für Investition (Kredit) 5 % im Jahr - gleich.
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