US-Todesstrafe - allgemein

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JJazzGold
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Di 28. Mai 2019, 15:42

Billie Holiday hat geschrieben:(28 May 2019, 10:23)

Selbstverständlich. Alles andere wäre geheuchelt. Gewalt, um das eigene Kind wiederzubekommen....warum nicht.
Ob ich nun wirklich so handeln könnte, bezweifle ich aber.
Deshalb will ich hier keine Foltergefängnisse etablieren oder so. Ich wollte mich nur nicht als gutesten Gutmenschen aufspielen, mein Kind wäre mir wichtiger als jede körperliche Unversehrtheit anderer.


Vielleicht müsste man die Frage differenzierter stellen, wärst du damit einverstanden, den Entführer deiner Kinder foltern zu lassen, um heraus zu bekommen, wo er es versteckt, eingegraben, etc. hat?
Ich sag dir ganz offen, dass ich dir diese Frage aus meiner sicheren Position jetzt nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten kann. Aber ich vermute, dass ich, mit dieser Situation konfrontiert, wahrscheinlich mit ja antworten würde, weil mir das Wohl meines Kindes weit über das Wohl des Entführers, der Gesellschaft, der aktuellen Gesetzgebung gehen würde.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Gutmensch1 » Di 28. Mai 2019, 15:51

JJazzGold hat geschrieben:(28 May 2019, 15:42)

Vielleicht müsste man die Frage differenzierter stellen, wärst du damit einverstanden, den Entführer deiner Kinder foltern zu lassen, um heraus zu bekommen, wo er es versteckt, eingegraben, etc. hat?
Ich sag dir ganz offen, dass ich dir diese Frage aus meiner sicheren Position jetzt nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten kann. Aber ich vermute, dass ich, mit dieser Situation konfrontiert, wahrscheinlich mit ja antworten würde, weil mir das Wohl meines Kindes weit über das Wohl des Entführers, der Gesellschaft, der aktuellen Gesetzgebung gehen würde.


Richtig, wenn man selbst betroffen ist, wird man nicht auf Paragraphen Rücksicht nehmen.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Di 28. Mai 2019, 16:00

Gutmensch1 hat geschrieben:(28 May 2019, 15:51)

Richtig, wenn man selbst betroffen ist, wird man nicht auf Paragraphen Rücksicht nehmen.


Wobei ich das nicht nur auf ein Kind bezogen wahrscheinlich so entscheiden würde, sondern auch auf Partner und Familienzirkel.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Wolverine » Di 28. Mai 2019, 16:05

JJazzGold hat geschrieben:(28 May 2019, 16:00)

Wobei ich das nicht nur auf ein Kind bezogen wahrscheinlich so entscheiden würde, sondern auch auf Partner und Familienzirkel.


Ich bin insgesamt ein absoluter Gegner der Todesstrafe. In dem hier geschilderten Fall stimme ich zu, dass man als Familienmitglied eher nicht um das Wohl des Entführers besorgt wäre. Würde ich auch verstehen und akzeptieren.
Aber Todesstrafe? Niemals.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Di 28. Mai 2019, 16:07

JJazzGold hat geschrieben:(28 May 2019, 15:42)
Vielleicht müsste man die Frage differenzierter stellen, wärst du damit einverstanden, den Entführer deiner Kinder foltern zu lassen, um heraus zu bekommen, wo er es versteckt, eingegraben, etc. hat?
Ich sag dir ganz offen, dass ich dir diese Frage aus meiner sicheren Position jetzt nicht eindeutig mit ja oder nein beantworten kann. Aber ich vermute, dass ich, mit dieser Situation konfrontiert, wahrscheinlich mit ja antworten würde, weil mir das Wohl meines Kindes weit über das Wohl des Entführers, der Gesellschaft, der aktuellen Gesetzgebung gehen würde.

Wie sollte oder könnte die Regel dazu lauten? Wer in so einem Fall dringend tatverdächtig ist, darf staatlicherseits gefoltert werden?
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Di 28. Mai 2019, 16:09

Wolverine hat geschrieben:(28 May 2019, 16:05)

Ich bin insgesamt ein absoluter Gegner der Todesstrafe. In dem hier geschilderten Fall stimme ich zu, dass man als Familienmitglied eher nicht um das Wohl des Entführers besorgt wäre. Würde ich auch verstehen und akzeptieren.
Aber Todesstrafe? Niemals.


Gäbe es dazu keine unterschiedliche Meinungen, würden wir uns hier nicht austauschen.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Di 28. Mai 2019, 16:10

PeterK hat geschrieben:(28 May 2019, 16:07)

Wie sollte oder könnte die Regel dazu lauten? Wer in so einem Fall dringend tatverdächtig ist, darf staatlicherseits gefoltert werden?


Keine Ahnung, ich wurde real zum Glück noch nie mit der Beantwortung dieser Frage konfrontiert.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Wolverine » Di 28. Mai 2019, 16:11

JJazzGold hat geschrieben:(28 May 2019, 16:09)

Gäbe es dazu keine unterschiedliche Meinungen, würden wir uns hier nicht austauschen.


Ja, natürlich. Ich halte die Todesstrafe für barbarisch. Grundsätzlich.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Wolverine » Di 28. Mai 2019, 16:13

PeterK hat geschrieben:(28 May 2019, 16:07)

Wie sollte oder könnte die Regel dazu lauten? Wer in so einem Fall dringend tatverdächtig ist, darf staatlicherseits gefoltert werden?


Würde bei mir nicht ausreichen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Erdrückende Beweislast.
Allerdings besteht bei Folter die Gefahr von Falschaussagen durch Pein. Sollte man beachten.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Di 28. Mai 2019, 16:13

Wolverine hat geschrieben:(28 May 2019, 16:11)

Ja, natürlich. Ich halte die Todesstrafe für barbarisch. Grundsätzlich.


Das dürfte eine Mehrheit so sehen.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Di 28. Mai 2019, 16:15

JJazzGold hat geschrieben:(28 May 2019, 16:10)
Keine Ahnung, ich wurde real zum Glück noch nie mit der Beantwortung dieser Frage konfrontiert.

Aber Du vermutest, dass Du, mit dieser Situation konfrontiert, wahrscheinlich mit ja antworten würdest, weil Dir das Wohl Deines Kindes weit über das Wohl des Entführers, der Gesellschaft, der aktuellen Gesetzgebung gehen würde?
Zuletzt geändert von PeterK am Di 28. Mai 2019, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Di 28. Mai 2019, 16:18

Wolverine hat geschrieben:(28 May 2019, 16:13)
Würde bei mir nicht ausreichen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Erdrückende Beweislast.
Allerdings besteht bei Folter die Gefahr von Falschaussagen durch Pein. Sollte man beachten.

Folter ist für mich - ebenso wie die Todesstrafe - ein absolutes "no go". Auch bei "erdrückender Beweislast", die ja nun mal kein Beweis ist - und schon gar kein Urteil.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Di 28. Mai 2019, 16:47

PeterK hat geschrieben:(28 May 2019, 16:15)

Aber Du vermutest, dass Du, mit dieser Situation konfrontiert, wahrscheinlich mit ja antworten würdest, weil Dir das Wohl Deines Kindes weit über das Wohl des Entführers, der Gesellschaft, der aktuellen Gesetzgebung gehen würde?


Diese Vermutung hege ich. Das ist richtig.
Wie würdest Du in einem solchen Fall priorisieren?
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 29. Mai 2019, 00:11

PeterK hat geschrieben:(28 May 2019, 16:07)

Wie sollte oder könnte die Regel dazu lauten? Wer in so einem Fall dringend tatverdächtig ist, darf staatlicherseits gefoltert werden?

im alten forum hat es einen thread gegeben der an diese ethische sache gewidmet war. probleme sind denkbar, die man sich kaum vorstellen kann.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Mi 29. Mai 2019, 10:22

JJazzGold hat geschrieben:(28 May 2019, 16:47)
Diese Vermutung hege ich. Das ist richtig.
Wie würdest Du in einem solchen Fall priorisieren?

Ich möchte schlicht, dass der Staat weder die Todesstrafe noch Folter anwenden darf - auch in einem solchen Fall nicht.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Mi 29. Mai 2019, 10:55

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 10:22)

Ich möchte schlicht, dass der Staat weder die Todesstrafe noch Folter anwenden darf - auch in einem solchen Fall nicht.


Wie gut Du deine väterlichen Emotionen, auch im Fall der ggfls eigenen Betroffenheit, im Griff hast.

Ich gehe davon aus, dass ich das nicht schaffen würde, sobald mein eigenes Kind betroffen wäre.
Wobei ich nicht davon ausgehe, dass der Unterschied in Mutter - Vater zu finden ist.

Du schriebst vor ein paar Tagen, Du möchtest nicht in einem Staat leben, in dem ich juristisch das Sagen hätte.
Jetzt antworte ich Dir, ich könnte nicht mit Jemandem wie Dir eine Partnerschaft eingehen und eine Familie gründen. ;)
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 29. Mai 2019, 11:16

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 10:22)

Ich möchte schlicht, dass der Staat weder die Todesstrafe noch Folter anwenden darf - auch in einem solchen Fall nicht.

völlig einverstanden. es ist schade, daß jener strang nicht mehr aufrufbar ist.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Mi 29. Mai 2019, 11:32

JJazzGold hat geschrieben:(29 May 2019, 10:55)
Wie gut Du deine väterlichen Emotionen, auch im Fall der ggfls eigenen Betroffenheit, im Griff hast.

Meine väterlichen Emotionen und mein väterlicher Verstand sagen: Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einem Staat leben, in dem sie in der Todeszelle landen oder gefoltert werden könnten.

Du siehst das offenbar anders - und das akzeptiere ich selbstverständlich, obwohl es für mich beim besten Willen nicht nachvollziehbar ist.

Du schriebst vor ein paar Tagen, Du möchtest nicht in einem Staat leben, in dem ich juristisch das Sagen hätte.
Jetzt antworte ich Dir, ich könnte nicht mit Jemandem wie Dir eine Partnerschaft eingehen und eine Familie gründen. ;)

Ich kann mich nicht erinnern, Dir einen Antrag gemacht zu haben ;).
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon PeterK » Mi 29. Mai 2019, 11:35

Nomen Nescio hat geschrieben:(29 May 2019, 11:16)
völlig einverstanden. es ist schade, daß jener strang nicht mehr aufrufbar ist.

Ja, das ist schade. Aber ich kann mir denken, welche Ansichten Du dort vertreten hast :thumbup:
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon JJazzGold » Mi 29. Mai 2019, 11:40

PeterK hat geschrieben:(29 May 2019, 11:32)

Meine väterlichen Emotionen und mein väterlicher Verstand sagen: Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einem Staat leben, in dem sie in der Todeszelle landen oder gefoltert werden könnten.

Du siehst das offenbar anders - und das akzeptiere ich selbstverständlich, obwohl es für mich beim besten Willen nicht nachvollziehbar ist.


Ich kann mich nicht erinnern, Dir einen Antrag gemacht zu haben ;).


Mein mütterlicher Trieb sagt, dass ich zur Rettung “meiner Brut“ nahezu alles tun würde.

Mit dem Antrag kämst du ohnehin Jahre zu spät. Aber ich schätze Dich von der Auffassungsgabe her so ein, dass Du begriffen hat, was ich damit ausdrücken will.
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