USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

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lili
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Fr 2. Aug 2019, 22:46

Die Demokraten brauchen eher jemanden den die Medien hassen. Der muss eine Art Aussenseiter sein....so ähnlich wie bei Trump und den Republikanern.
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon franconian_dude » Fr 2. Aug 2019, 23:55

Williamson hätte natürlich auch was.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Sa 3. Aug 2019, 00:15

Ich kann mir von ihr kein Bild machen.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon franconian_dude » Mo 5. Aug 2019, 20:46

zumidest versteht sie sich schon mal außerordentlich gut mit Andrew Yang
https://www.youtube.com/watch?v=GhPIRsjHZiQ
... und was mir an ihr sehr gut gefältt ist, dass sie nicht idfeologisch auf eine Richtung "verbohrt" ist.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 5. Aug 2019, 20:47

Das ist gut.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 09:29

Dass es in den USA offenbar bei einem Teil der Bevölkerung einen deutlichen Linksruck gegeben hat, wurde mir gestern bei der Besprechung eines politischen Buchs mit dem Titel "Feminismus für die 99 Prozent. Ein Manifest" nahegelegt. Ein Aufruf, nicht nur für Feminismus sondern offen für die "Abschaffung des Kapitalismus". Die Autorinnen sehen sich als "feministische Marxistinnen". Sind das nun einfach radikale Außenseiterinnen? Nein! Tithi Bhattacharya zum Beispiel ist ordentliche Geschichtsprofessorin an der renommierten Purdue-Uni. (An der z.B. Nel Armstrong studierte). Eine absolut renommierte Hochschule und eigentlich typisch für das privat geförderte akademische System in den USA. Ich bin ehrlich verwirrt. Allein schon die Tatsache, dass sich eine amerikanische Professorin explizit und unzweifelhaft auf das kommunistische Manifest beruft, so als hätte es einen Zusammenbruch des Realen Sozialismus nie gegeben verwirrt auch die Rezensentin ein wenig.

So wie es mit der Trump- und Bolzonaro-Wahl plötzliche scharfe Rechtsrucke gab ... Könnte es sein, dass die USA auch für einen ebenso scharfen Schwenk nach links gut ist? Ich kann mir das zwar nicht vorstellen. Aber angeblich gab es in allerjüngster Zeit auch bei der demokratischen Partei einen deutlichen Linksschwenk.

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/08/05/tithi_bhattacharya_ua_feminismus_fuer_die_99_ein_dlf_20190805_1925_1593e190.mp3
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 11:34

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:29)So wie es mit der Trump- und Bolzonaro-Wahl plötzliche scharfe Rechtsrucke gab ... Könnte es sein, dass die USA auch für einen ebenso scharfen Schwenk nach links gut ist? Ich kann mir das zwar nicht vorstellen. Aber angeblich gab es in allerjüngster Zeit auch bei der demokratischen Partei einen deutlichen Linksschwenk.
Den Rechtsruck bei den Republikanern gab es mitnichten mit Trump, sondern 8 Jahre zuvor mit dem Aufkommen der Tea-Party. Geblieben ist davon nicht viel, es war letztlich eine ohnmächtige Reaktion auf einen übermächtig erscheinenden Obama, und die Aussicht mit Hillary Clinton im Anschluss einen zweiten demokratischen Hochkaräter schlucken zu müssen. Trump hat der Tea-Party denke ich den Zahn gezogen, Populismus kann der definitiv besser ... was Du aktuell als Rechtsruck interpretierst sind nur die Früchte dieser Zeit, und einen populistischen Rattenfänger der sie einfängt.

So besehen sehe ich den aktuellen Linksruck bei den Demokraten genauso als ohnmächtige Reaktion, und das auch noch völlig unnötig da Trump denke ich für einen überdurchschnittlich guten demokratischen Kandidaten durchaus schlagbar wäre, nur sehe ich davon aktuell keinen, und genauso wenig sehe ich genug Einheit auf demokratischer Seite eben weil die Ultra-Linken Auftrieb haben. Die Entwicklung fing schon in den letzten Jahren Obamas an, der Erfolg von Bernie Sanders war ein deutliches Warnsignal dass einfach nur "mitte-links" vielen nicht mehr genügte, damals war es noch eher ein Macht-Trunkenheits-Syndrom, bevor der Kater kam ...

Und der aktuelle Linksruck wird absehbar genauso wenig Früchte tragen wie die Tea-Party, eher wird sie dafür sorgen dass Trump weitere 4 Jahre im Amt bleibt. Und angesichts der Tatsache dass es diesmal die Republikaner sind die einen Hochkaräter in der Hinterhand haben (Nikki Haley), erinnert mich die Entwicklung bei den Demokraten aktuell eher an deren wirre Zeit unter Reagan, nur potentiell ohne einen Clinton als Ablösung.
Zuletzt geändert von tabernakel am Mo 19. Aug 2019, 11:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 19. Aug 2019, 11:55

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 11:34)

Den Rechtsruck bei den Republikanern gab es mitnichten mit Trump, sondern 8 Jahre zuvor mit dem Aufkommen der Tea-Party. Geblieben ist davon nicht viel, es war letztlich eine ohnmächtige Reaktion auf einen übermächtig erscheinenden Obama, und die Aussicht mit Hillary Clinton im Anschluss einen zweiten demokratischen Hochkaräter schlucken zu müssen. Trump hat der Tea-Party denke ich den Zahn gezogen, Populismus kann der definitiv besser ...

So besehen sehe ich den aktuellen Linksruck bei den Demokraten genauso als ohnmächtige Reaktion, und das auch noch völlig unnötig da Trump denke ich für einen überdurchschnittlich guten demokratischen Kandidaten durchaus schlagbar wäre, nur sehe ich davon aktuell keinen. Die Entwicklung fing schon in den letzten Jahren Obamas an, der Erfolg von Bernie Sanders war ein deutliches Warnsignal dass einfach nur "mitte-links" vielen nicht mehr genügte, damals war es noch eher ein Macht-Trunkenheits-Syndrom, bevor der Kater kam ...

Und der aktuelle Linksruck wird absehbar genauso wenig Früchte tragen wie die Tea-Party, eher wird sie dafür sorgen dass Trump weitere 4 Jahre im Amt bleibt. Und angesichts der Tatsache dass es diesmal die Republikaner sind die einen Hochkaräter in der Hinterhand haben (Nikki Haley), erinnert mich die Entwicklung bei den Demokraten aktuell eher an deren wirre Zeit unter Reagan, nur potentiell ohne einen Clinton als Ablösung.


Vielleicht würde es aber Früchte bringen, wenn der Kandidat linke Wirtschaftspolitik und kulturell/gesellschaftlich konservativ wäre. Mir fällt zwar kein Kandidat ein der das erfüllt. Vielleicht wäre das die Lösung ohne den Feminismus Gedöns.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 12:16

lili hat geschrieben:(19 Aug 2019, 11:55) Vielleicht würde es aber Früchte bringen, wenn der Kandidat linke Wirtschaftspolitik und kulturell/gesellschaftlich konservativ wäre. Mir fällt zwar kein Kandidat ein der das erfüllt. Vielleicht wäre das die Lösung ohne den Feminismus Gedöns.
Das ist genau das Problem welches ich aktuell sehe. Der Kandidat müsste entweder so unbestreitbar gut sein dass der linke Flügel wegen Sinnlosigkeit einschwenkt und sich arrangiert, oder aber so populistisch wie Trump um die Aktivisten in der Partei mit den eigenen Waffen zu schlagen, und das ohne für die Mehrheit der Amerikaner komplett unwählbar zu werden. Und ich sehe da aktuell bei beiden Optionen keinen geeigneten demokratischen Kandidaten.

Und wer mit den Ergebnissen der Midterm-Wahlen 2018 ankommt übersieht dass unter Obama 2010 das gleiche passierte, nur anders herum. Die Republikaner hatten damals auch massive Wahlerfolge was (fälschlicherweise) auf die Tea-Party zurückgeführt wurde. Die Demokraten laufen genauso Gefahr eine längere Durststrecke durchleben zu müssen bis sie ihren linken Flügel wieder unter Kontrolle haben, denn das amerikanische Wahlsystem erzwingt praktische eine für die Mitte akzeptable Politik. Und wie gesagt, mit Nikki Haley kommt bei den Republikanern eine eiserne Lady nach der ich ohne weiteres Zutraue einen demokratischen Populisten ohne grösseren Kraftaufwand in alle Einzelteile zu zerlegen. Die Zukunft kann durchaus düster werden für die Demokraten, Trump hin oder her ...

p.s.: Als Warnsignal sollte schon reichen dass man Fox-News seit Trumps Amtsantritt selbst mit Gehirn ohne Kopfschmerzen zu bekommen ansehen kann. Wenn ein zuvor rein auf rechten Populismus ausgerichteter News-Kanal, der unter Obama einer populistischen Lachnummer glich, damit überlebt plötzlich sowas wie Journalismus zu betreiben, ist das ein deutliches Zeichen für den Bedeutungsverlust der rechten Aktivisten bei den Republikanern.
Zuletzt geändert von tabernakel am Mo 19. Aug 2019, 12:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 19. Aug 2019, 12:48

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 12:16)

Das ist genau das Problem welches ich aktuell sehe. Der Kandidat müsste entweder so unbestreitbar gut sein dass der linke Flügel wegen Sinnlosigkeit einschwenkt und sich arrangiert, oder aber so populistisch wie Trump um die Aktivisten in der Partei mit den eigenen Waffen zu schlagen, und das ohne für die Mehrheit der Amerikaner komplett unwählbar zu werden. Und ich sehe da aktuell bei beiden Optionen keinen geeigneten demokratischen Kandidaten.

Und wer mit den Ergebnissen der Midterm-Wahlen 2018 ankommt übersieht dass unter Obama 2010 das gleiche passierte, nur anders herum. Die Republikaner hatten damals auch massive Wahlerfolge was (fälschlicherweise) auf die Tea-Party zurückgeführt wurde. Die Demokraten laufen genauso Gefahr eine längere Durststrecke durchleben zu müssen bis sie ihren linken Flügel wieder unter Kontrolle haben, denn das amerikanische Wahlsystem erzwingt praktische eine für die Mitte akzeptable Politik. Und wie gesagt, mit Nikki Haley kommt bei den Republikanern eine eiserne Lady nach der ich ohne weiteres Zutraue einen demokratischen Populisten ohne grösseren Kraftaufwand in alle Einzelteile zu zerlegen. Die Zukunft kann durchaus düster werden für die Demokraten, Trump hin oder her ...


Das Problem ist, dass die Mitte einfach nicht provozieren kann. Sie passt sich zu sehr an und da ist zu viel Etablishment. Die feministische Philosphieprofessorin Nancy Fraser hat z.B. Clintons Politik als progressiven Neoliberalismus bezeichnet und ich denke dass ist auch das Problem der Demokraten. Ich mache jetzt mal ein provokantes Beispiel: Eine erfolgreiche, wohlhabende Unternehmerin wird in den höheren Rängen nicht akzeptiert, weil sie eine andere Hautfarbe und/oder eine andere sexuelle Orientierung hat. Ich würde mal behaupten, dass ist kein Thema für die Abgehängten.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 12:54

lili hat geschrieben:(19 Aug 2019, 12:48) Das Problem ist, dass die Mitte einfach nicht provozieren kann. Sie passt sich zu sehr an und da ist zu viel Etablishment. Die feministische Philosphieprofessorin Nancy Fraser hat z.B. Clintons Politik als progressiven Neoliberalismus bezeichnet und ich denke dass ist auch das Problem der Demokraten. Ich mache jetzt mal ein provokantes Beispiel: Eine erfolgreiche, wohlhabende Unternehmerin wird in den höheren Rängen nicht akzeptiert, weil sie eine andere Hautfarbe und/oder eine andere sexuelle Orientierung hat. Ich würde mal behaupten, dass ist kein Thema für die Abgehängten.
Das "Problem" hat die Mitte immer, und die Lösung für die Mitte bestand schon immer darin Kandidaten hervorzubringen die sowohl so charismatisch, so redegewand, als auch Intellektuell so gewieft sind dass der Rand schlicht keine Erfolgschancen sieht. Siehe Obama, siehe Reagan in den 80ern (auch wenn's mir nicht gefiel). Siehe Thatcher und Tony Blair bei den Briten, welche ein Wahlsystem mit ähnlichem Mitte-Zwang wie die USA haben. Das, oder ein Rattenfänger. :D

Hillary Clintons Kardialfehler war dass sie sich zu Ende des Wahlkampfes einlullen lies und versuchte präsidial zu erscheinen um ihren Vorsprung in den Wahlvorhersagen auszureiten, statt Trump bei den TV-Debatten in alle Einzelteile zu zerlegen. Sie hätte dort denke ich Angriff auf Angriff folgen lassen müssen, so dass Trump sich in der Defensive befunden hätte, eine Position der er denke ich nicht gewachsen gewesen wäre ... Angriffsfläche genug war da. So erlaubte sie Trump authentisch zu erscheinen (was er in gewissen Rahmen auch ist), während Clinton als zu berechnend und zu künstlich erschien und so die entscheidenden Meter vor dem Ziel einbüßte ...
Zuletzt geändert von tabernakel am Mo 19. Aug 2019, 13:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 19. Aug 2019, 12:59

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 12:54)

Das "Problem" hat die Mitte immer, und die Lösung für die Mitte bestand schon immer darin Kandidaten hervorzubringen die sowohl so charismatisch, so redegewand, als auch Intellektuell so gewieft sind dass der Rand schlicht keine Erfolgschancen sieht. Siehe Obama, siehe Reagan in den 80ern (auch wenn's mir nicht gefiel). Siehe Thatcher und Tony Blair bei den Briten, welche ein Wahlsystem mit ähnlichem Mitte-Zwang wie die USA haben. Das, oder ein Rattenfänger. :D


Aber Reagan und Thatcher sind doch eher rechts?
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 13:02

lili hat geschrieben:(19 Aug 2019, 12:59) Aber Reagan und Thatcher sind doch eher rechts?
Sie waren Mitte-rechts orientiert, ähnlch wie Obama und Blair Mitte-links orientiert waren ...
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 19. Aug 2019, 13:05

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 13:02)

Sie waren Mitte-rechts orientiert, ähnlch wie Obama und Blair Mitte-links orientiert waren ...


Thatcher und Reagan waren doch eher Marktradikal . Ich finde es schon ziemlich rechts.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon imp » Mo 19. Aug 2019, 13:18

lili hat geschrieben:(19 Aug 2019, 12:48)

Das Problem ist, dass die Mitte einfach nicht provozieren kann.

Ein Populismus der Mitte ist doch altbekannt, man findet ihn bei Daniel Defoes Cruseau-Trilogie moralisch dargelegt, man findet ihn in der Formel von "den Rändern" oder in der gaengigen Pressephrase vom "kleinen Mann", der von Unterschicht und Reichen um seine wohlverdienten Fruechte gebracht werde, vom Staat sowieso. Das ganze Getue von "one of us" zielt auf den wirtschaftlichen und soziokulturellen Mittelbau, egal ob es aus der politischen Rechten, dem linken Kleinbuerger-Klientelismus oder aus "der politischen Mitte" kommt.

Der Uebergang zum Antisemitismus ist da uebrigens, genau wie zum Fremdenhass, nicht so sehr weit, auch wenn das zwei sehr verschiedene Themen sind. Die Proponenten dieser "Mitte" sind in schoener Regelmaessigkeit selbst wirtschaftlich so schlecht nicht gestellt - vom staatlich vollversorgten "Bergmann" Guido Reul ueber - ehemals - staatliche Funktionaere wie Sarrazin und Maaßen bis eben auch zu Trump und Klinton, Klinton und Obarmer, Bush und Bush, und so weiter und so weiter. Wer nicht schon von einem guten materiellen Sprungbrett in die Spitzenaemter hineinspringt, erwirbt es sich auf dem Weg dahin. Kein US-Praesident der letzten Dekaden, der nicht auch persoenlich ausgesorgt haette, auch in der Liga der Bundesstaaten finden wir Senatoren wie Kerry (Heinz-Dynastie) oder den begueterten Ex-Schauspieler Schwarzenegger in den letzten Jahrzehnten als prominente Beispiele.

Ist das in Deutschland grundlegend anders oder nur auf kleinerem Niveau? Nagen Vertreter des "kleinen Mannes" von links, rechts, mitte wie Gysi, Schulz, Scholz, Zastrow, Roth, Schaeuble, Spaeth, Biedenkopf am Hungertuche? Lafontaine und Geissler? Kaum doch.

Die wirklich armen und wirklich reichen Gruppen einer Gesellschaft moegen ihre Lobby haben, in der politischen Ansprache kommen sie mehr als Objekt denn Subjekt vor. Es dreht sich alles um die Mitte.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 13:18

lili hat geschrieben:(19 Aug 2019, 13:05) Thatcher und Reagan waren doch eher Marktradikal . Ich finde es schon ziemlich rechts.
Erstens kannst Du nicht deine heutigen Massstäbe an Politiker der 80er anlegen um die damalige "Mitte" zu definieren. Und zweitens gebe ich Dir aus heutiger Sicht mit marktradikal bei beiden maximal zu Thatchers Spätphase recht als sie versuchte ein Kopfsteuer-System einzuführen, was ja auch (zurecht, weil "Mitte" zu sehr verlassen) zu ihrer Abwahl führte.

Am Ende hatten beide mit ihren wichtigsten Massnahmen zu ihrer Zeit recht, auch wenn's mir damals nicht gefiel: Thatcher lies vor allem anderen den englischen Bergbau eingehen ohne für dessen Abwicklung (wie hierzulande) die Steuereinnahmen einer kompletten Generation auf den Kopf zu hauen - das Ergebnis war das gleiche, die Zechen sind auch hierzulande zu. Die Bergarbeiter durften ein Jahr streiken bis sie nicht mehr konnten, dafür war England Anfang der 90er saniert, während sie in den 70/80ern strukturelle Probleme hatten. Und Reagan animierte die Soviet-Union dazu sich militärisch zu Tode zu investieren, und dabei bekamen sie die amerikanische Entwicklung von Stealth-Fightern noch nicht mal mit ... der kalte Krieg wurde dadurch beendet, und auch wenn in der Folge viel versäumt wurde ist selbst Putin's Regime nicht mit den Zuständen in der Soviet-Union zu vergleichen.
Zuletzt geändert von tabernakel am Mo 19. Aug 2019, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 19. Aug 2019, 13:22

imp hat geschrieben:(19 Aug 2019, 13:18)

Ein Populismus der Mitte ist doch altbekannt, man findet ihn bei Daniel Defoes Cruseau-Trilogie moralisch dargelegt, man findet ihn in der Formel von "den Rändern" oder in der gaengigen Pressephrase vom "kleinen Mann", der von Unterschicht und Reichen um seine wohlverdienten Fruechte gebracht werde, vom Staat sowieso. Das ganze Getue von "one of us" zielt auf den wirtschaftlichen und soziokulturellen Mittelbau, egal ob es aus der politischen Rechten, dem linken Kleinbuerger-Klientelismus oder aus "der politischen Mitte" kommt.

Der Uebergang zum Antisemitismus ist da uebrigens, genau wie zum Fremdenhass, nicht so sehr weit, auch wenn das zwei sehr verschiedene Themen sind. Die Proponenten dieser "Mitte" sind in schoener Regelmaessigkeit selbst wirtschaftlich so schlecht nicht gestellt - vom staatlich vollversorgten "Bergmann" Guido Reul ueber - ehemals - staatliche Funktionaere wie Sarrazin und Maaßen bis eben auch zu Trump und Klinton, Klinton und Obarmer, Bush und Bush, und so weiter und so weiter. Wer nicht schon von einem guten materiellen Sprungbrett in die Spitzenaemter hineinspringt, erwirbt es sich auf dem Weg dahin. Kein US-Praesident der letzten Dekaden, der nicht auch persoenlich ausgesorgt haette, auch in der Liga der Bundesstaaten finden wir Senatoren wie Kerry (Heinz-Dynastie) oder den begueterten Ex-Schauspieler Schwarzenegger in den letzten Jahrzehnten als prominente Beispiele.

Ist das in Deutschland grundlegend anders oder nur auf kleinerem Niveau? Nagen Vertreter des "kleinen Mannes" von links, rechts, mitte wie Gysi, Schulz, Scholz, Zastrow, Roth, Schaeuble, Spaeth, Biedenkopf am Hungertuche? Lafontaine und Geissler? Kaum doch.

Die wirklich armen und wirklich reichen Gruppen einer Gesellschaft moegen ihre Lobby haben, in der politischen Ansprache kommen sie mehr als Objekt denn Subjekt vor. Es dreht sich alles um die Mitte.



Das ist in der gesamten Politik so. Ja das stimmt.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 19. Aug 2019, 13:23

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 13:18)

Erstens kannst Du nicht deine heutigen Massstäbe an Politiker der 80er anlegen um die damalige "Mitte" zu definieren. Und zweitens gebe ich Dir aus heutiger Sicht mit marktradikal bei beiden maximal zu Thatchers Spätphase recht als sie versuchte ein Kopfsteuer-System einzuführen, was ja auch (zurecht, weil "Mitte" zu sehr verlassen) zu ihrer Abwahl führte.

Am Ende hatten beide mit ihren wichtigsten Massnahmen zu ihrer Zeit recht, auch wenn's mir damals nicht gefiel: Thatcher lies vor allem anderen den englischen Bergbau eingehen ohne für dessen Abwicklung (wie hierzulande) die Steuereinnahmen einer kompletten Generation auf den Kopf zu hauen - das Ergebnis war das gleiche, die Zechen sind auch hierzulande zu. Die Bergarbeiter durften ein Jahr streiken bis sie nicht mehr konnten, dafür war England Anfang der 90er saniert, während sie in den 70/80ern strukturelle Probleme hatten. Und Reagan animierte die Soviet-Union dazu sich militärisch zu Tode zu investieren, und dabei bekamen sie die amerikanische Entwicklung von Stealth-Fightern noch nicht mal mit ... der kalte Krieg wurde dadurch beendet.


Warum nicht??? Ihre Praxis hatte ja noch spätere Auswirkungen. Gerade dieser Marktradikalismus der beiden war ein Teil der neuen Rechten. Gerade bei der Definition tauchten beide Namen auf.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 14:58

lili hat geschrieben:(19 Aug 2019, 13:23) Warum nicht??? Ihre Praxis hatte ja noch spätere Auswirkungen. Gerade dieser Marktradikalismus der beiden war ein Teil der neuen Rechten. Gerade bei der Definition tauchten beide Namen auf.
Kann ich wenigstens auf Wikipedia nicht entdecken. Hätte mich auch gewundert, für Radikale hätte es schlicht weder in Großbritannien noch in den USA Mehrheiten gegeben, wie oben beschrieben.

Mag sein dass die beiden bei dem ein- oder anderen extremeren linken Autor auftauchen, was ich aber eher darauf zurückführe dass beide in den 80ern nach einer langen Phase des Linksrucks im Westen während der 60er/70er wieder eine Korrektur nach rechts durchführten, und einige Exzesse die sich in den 70ern angehäuft hatten korrigierten. Solche Autoren betreiben dann nichts anderes als Selbstrechtfertigung und Augenwischerei, genauso wie die Vorwürfe extremeres Rechter in den USA dass Obama und Hillary Clinton der extremeren Linken angehören würden nichts anderes als Augenwischerei für die eigene Anhängerschaft darstellten.

Das macht sie aber noch lange nicht zu "Marktradikalen", vor allem angesichts der Zeit in der sie agierten. Waren auch beide nicht ohne Fehlentscheidungen, verstehe mich da nicht falsch ... ändert aber nichts daran dass die beiden als die wohl wichtigsten westlichen Politiker ihrer Generation in die Geschichte eingegangen sind, so wie Obama als solcher eingehen mag.
Zuletzt geändert von tabernakel am Mo 19. Aug 2019, 15:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: USA: Präsidentschaftskandidaten 2020

Beitragvon lili » Mo 19. Aug 2019, 15:02

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 14:58)

Kann ich wenigstens auf Wikipedia nicht entdecken. Hätte mich auch gewundert, für Radikale hätte es schlicht weder in Großbritannien noch in den USA Mehrheiten gegeben, wie oben beschrieben.

Mag sein dass die beiden bei dem ein- oder anderen extremeren linken Autor auftauchen, was ich aber eher darauf zurückführe dass beide in den 80ern nach einer langen Phase des Linksrucks im Westen während der 60er/70er wieder eine Korrektur nach rechts durchführten, und einige Exzesse die sich in den 70ern angehäuft hatten korrigierten. Das macht sie aber noch lange nicht zu "Marktradikalen", vor allem angesichts der Zeit in der sie agierten. Waren auch beide nicht ohne Fehlentscheidungen, verstehe mich da nicht falsch ... ändert aber nichts daran dass die beiden als die wohl wichtigsten westlichen Politiker ihrer Generation in die Geschichte eingegangen sind, so wie Obama als solcher eingehen mag.


Ich habe den Link: https://de.wikipedia.org/wiki/New_Right

Wie links es davor war kann ich nicht beurteilen. Es wird aber oft berichtet dass sie und Reagan einen sozialen Kahlschlag herbeigeführt haben.
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