Donald Trump als Präsident und Person

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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Julian » So 18. Aug 2019, 10:40

zollagent hat geschrieben:(18 Aug 2019, 10:39)

"Geopolitik" als Synonym für Rassistenpolitik ist auch nicht sehr populär.


Hä? Wie meinen?
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon zollagent » So 18. Aug 2019, 10:42

Julian hat geschrieben:(18 Aug 2019, 10:40)

Hä? Wie meinen?

Genau so meinen. Du hast verstanden, stellst dich nur begriffsstutzig.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Julian » So 18. Aug 2019, 10:51

zollagent hat geschrieben:(18 Aug 2019, 10:42)

Genau so meinen. Du hast verstanden, stellst dich nur begriffsstutzig.


Sie fänden einen eventuellen Kauf Grönlands durch die Vereinigten Staaten "rassistisch"? Hat Ihnen der Hass auf Trump nun ihren Blick vollkommen vernebelt?
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon zollagent » So 18. Aug 2019, 11:04

Julian hat geschrieben:(18 Aug 2019, 10:51)

Sie fänden einen eventuellen Kauf Grönlands durch die Vereinigten Staaten "rassistisch"? Hat Ihnen der Hass auf Trump nun ihren Blick vollkommen vernebelt?

Nein Julian, nicht Hass, Geringschätzung. Versagern bringe ich keine anderen Gefühle entgegen. Hass sind weder Trump noch die derzeit aktiven Rassisten in den USA und Europa wert.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 18. Aug 2019, 11:42

Cobra9 hat geschrieben:(18 Aug 2019, 10:13)

Malle :D Würde sich eventuell sogar irgendwann rechnen :p


Aber Trump selber ist irgendwie ein Depp.

Beratung von Menschen wie dem
https://m.spiegel.de/politik/ausland/do ... 82405.html


Jeder mit halbwegs Hirn Weiss das Trumpeltier ein Depp ist, wenn auch ein gefaehrlicher Depp. Aber wo ist Malle??? Bitte die Unwissenehit eines Antipoden zu beruecksichtigen :D
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon TheManFromDownUnder » So 18. Aug 2019, 11:44

Julian hat geschrieben:(18 Aug 2019, 10:38)

Sie haben nichts, gar nichts verstanden. Dass Deutschland in der Vergangenheit geopolitisch dumm gehandelt hat, heißt doch nicht, dass es die Geopolitik an sich nicht gibt. Im Gegenteil: Hätte man 1939 oder zumindest 1941 strategisch gedacht, hätte man sich doch niemals in einen Konflikt mit gleich vier großen Mächten gebracht. Was für eine geopolitische Dummheit!

Denken Sie denn, die Lehre, die Deutschland aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen hat ("Nie wieder Krieg", "Nie wieder für eigene Interessen kämpfen") seien universal anerkannt, beispielsweise in Israel, den USA, Russland oder China? Träumen sie weiter!


Cool Julian!

Ich verstehe deinen Gedankengang. Warum hat der Adolf blos dumm gehandelt und der Kaiser auch.

Ich denke du hast keine Lehre aus der Vergangenheit gezogen
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon tabernakel » So 18. Aug 2019, 18:19

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(18 Aug 2019, 11:42) Jeder mit halbwegs Hirn Weiss das Trumpeltier ein Depp ist, wenn auch ein gefaehrlicher Depp.

Jeder mit halbwegs Hirn weiss dass Trump mitnichten ein Depp ist, sondern ein Selbstinszenierer der genau weiss was er da tut. Muss einem nicht gefallen, aber ist so. Einer der seine politischen Gegner mit vorgeschobenem Kleinkram tagein tagaus so beschäftigt dass diese nicht mehr dazu kommen sich um die wichtigen Sachen zu kümmern.

Diejenigen die ihn für einen Idioten halten sind aus meiner Sicht auf dem besten Wege die nächste Wahlschlappe gegen ihn zu kassieren. Und wenn sich am aktuellen demokratischen Aufgebot nichts entscheidendes verbessert sind diese denke ich auch auf dem besten Weg dahin. Dann kommen nochmal 4 Jahre Trump, und im Anschluss können wir dann schon mal 8 Jahre Nikki Haley buchen ...
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 19. Aug 2019, 02:23

tabernakel hat geschrieben:(18 Aug 2019, 18:19)

Jeder mit halbwegs Hirn weiss dass Trump mitnichten ein Depp ist, sondern ein Selbstinszenierer der genau weiss was er da tut. Muss einem nicht gefallen, aber ist so. Einer der seine politischen Gegner mit vorgeschobenem Kleinkram tagein tagaus so beschäftigt dass diese nicht mehr dazu kommen sich um die wichtigen Sachen zu kümmern.

Diejenigen die ihn für einen Idioten halten sind aus meiner Sicht auf dem besten Wege die nächste Wahlschlappe gegen ihn zu kassieren. Und wenn sich am aktuellen demokratischen Aufgebot nichts entscheidendes verbessert sind diese denke ich auch auf dem besten Weg dahin. Dann kommen nochmal 4 Jahre Trump, und im Anschluss können wir dann schon mal 8 Jahre Nikki Haley buchen ...


Mit gefallen hat das nichts zu tun. Es geht konkret um eine durch Trumpsche Politik kommende Weltwirtschaftskrise, Erstaerkung Russlands und Chinas, sowie ein drohender uebergreifender Konflikt im Mittleren Osten. Der gesteuerte Versuch Trumps die EU zu destabilsieren und dessen flirten mit allen rechtslastigen Nationalisten ist ebenfalls offensichtlich.

Hat Trump eine Vison? Ja die Vision ist er selbst als Emperor der USA. Er bewundert ja Autokraten und Diktatoren wie sein Wahlhelfer Putin und Kim Jong Un. Das dabei die USA vor die Hunde gehen ist ihm egal
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 09:29

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(19 Aug 2019, 02:23) Mit gefallen hat das nichts zu tun. Es geht konkret um eine durch Trumpsche Politik kommende Weltwirtschaftskrise, Erstaerkung Russlands und Chinas, sowie ein drohender uebergreifender Konflikt im Mittleren Osten. Der gesteuerte Versuch Trumps die EU zu destabilsieren und dessen flirten mit allen rechtslastigen Nationalisten ist ebenfalls offensichtlich.

Hat Trump eine Vison? Ja die Vision ist er selbst als Emperor der USA. Er bewundert ja Autokraten und Diktatoren wie sein Wahlhelfer Putin und Kim Jong Un. Das dabei die USA vor die Hunde gehen ist ihm egal

Mal sehen: "Eine durch Trumpsche Politik kommende Weltwirtschaftskrise"? Wo soll die sein? Die aktuelle Kontraktion ist völlig normal im Zyklus der Dinge in der Wirtschaft ...

"Erstaerkung Russlands und Chinas"? Wieso soll Trump das Erstarken Chinas zu verantworten zu haben? Im Gegenteil wird er nicht zu Unrecht anführen dass er der erste US-Präsident ist der sich effektiv gegen die chinesische Kombination aus Dumping, Intellectual Property-Klau und Währungsmanipulation wehrt, während es seine Vorgänger mit sich machen liessen ...

"drohender übergreifender Konflikt im Mittleren Osten"? Die Versuche der Mullahs grandiose Machterweiterung mittels Proxies zu betreiben hat schlicht Obama durch einen Deal zu verantworten der den Mullahs erlaubte Milliarden in das Schüren von Konflikten im gesamten mittleren Osten zu investieren, so leid es mir tut das zu sagen. Und den IS hat eindeutig Bush durch die unnötige Invasion im Irak zu verantworten; nicht weil er mit Saddam Hussein ein Unschuldslamm entmachtete (der war genau das Gegenteil davon) , sondern weil er die Sunniten im Irak damit zur entmachteten Minderheit machte, und den Schiiten Oberwasser verschaffte ...

"der gesteuerte Versuch Trumps die EU zu destabilsieren"? Ja kann man ihm vorwerfen, aber das wird in den USA keinen interessieren. Die EU ist weltweit als zahnlose aber vergleichsweise reiche Möchtegern-Supermacht ein beliebtes Opfer. Die Attacken gegen das permanente Unterschreiten der in der NATO vereinbarten 2% beim Verteidigungsetat führt er zurecht. Und unsere (als Ausgleich?) freigiebig in der Welt verteilten Hilfsgelder werden inzwischen weltweit gerne zur Finanzierung von Terror abgeschöpft, und das zu einem Grad der diese zu einer Grundlage des Terrors macht. Beispiel gefällig? Die hunderte Millionen Euro die die EU jährlich an die PA für Schulen überweist erlaubt es diesen die Kosten für Schulen einzusparen, und das Geld in erstaunlich gleicher Größenordnung in lebenslange monatliche 2000€+ Stipendien für die Ermordung israelischer Zivilisten zu stecken. Und weil dergestalt EU-finanzierter Terror noch nicht reicht, wimmelt es in den so Spenden-finanzierten PA-Schulbüchern auch noch von Antisemitismus und Gewaltverherrlichung. Trump muss man zugute halten dass er dafür gesorgt hat dass dieses Treiben nicht mehr aus der US-Schatulle finanziert wird, während es seine Vorgänger genauso mit sich machen liessen wie die EU bis heute. Und nein, diese Erkenntnisse sind nicht neu, bereits 2007 beschrieb Hillary Clinton das Gebaren als “indoctrinating rather than educating Palestinian children". Das wird sie auch Obama mitgeteilt haben. Nur effektiv gewehrt dagegen hat sich Obama genauso wenig wie seine Vorgänger ...

"dessen flirten mit allen rechtslastigen Nationalisten"? Ja kann man ihm ebenfalls vorwerfen, aber an vielen Stellen hat er Terror aus der rechten Ecke genauso verurteilt wie aus der linken. Und am Ende wird auch das die politische Mitte der USA, die letztlich die Wahlen entscheidet, nicht interessieren ...

"Ja die Vision ist er selbst als Emperor der USA. Er bewundert ja Autokraten und Diktatoren wie sein Wahlhelfer Putin und Kim Jong Un.": Das mag so sein oder auch nicht, aber am Ende interessiert auch das die Mitte in den USA nicht. Die Amerikaner geben null darauf was für Spiegelfechterei ein US-Präsident so führt, dafür aber eine Menge darauf was er versucht und erreicht.
Zuletzt geändert von tabernakel am Mo 19. Aug 2019, 10:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon zollagent » Mo 19. Aug 2019, 09:59

tabernakel hat geschrieben:(18 Aug 2019, 18:19)

Jeder mit halbwegs Hirn weiss dass Trump mitnichten ein Depp ist, sondern ein Selbstinszenierer der genau weiss was er da tut. Muss einem nicht gefallen, aber ist so. Einer der seine politischen Gegner mit vorgeschobenem Kleinkram tagein tagaus so beschäftigt dass diese nicht mehr dazu kommen sich um die wichtigen Sachen zu kümmern.

Diejenigen die ihn für einen Idioten halten sind aus meiner Sicht auf dem besten Wege die nächste Wahlschlappe gegen ihn zu kassieren. Und wenn sich am aktuellen demokratischen Aufgebot nichts entscheidendes verbessert sind diese denke ich auch auf dem besten Weg dahin. Dann kommen nochmal 4 Jahre Trump, und im Anschluss können wir dann schon mal 8 Jahre Nikki Haley buchen ...

Dem Herrn Intelligenz zuzutrauen, ist zuviel der Ehre. Er ist ein Instinkthandler, der halt die Gabe hat, Menschen dabei zu beeinflussen. Diese Gaben hatten Hitler und Mussolini auch, und als Intelligenzbestien konnte man die auch nicht bezeichnen.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 19. Aug 2019, 10:08

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 09:29)




"Ja die Vision ist er selbst als Emperor der USA. Er bewundert ja Autokraten und Diktatoren wie sein Wahlhelfer Putin und Kim Jong Un.": Das mag so sein oder auch nicht, aber am Ende interessiert auch das die Mitte in den USA nicht. Die Amerikaner geben null darauf was für Spiegelfechterei ein US-Präsident so führt, dafür aber eine Menge darauf was er versucht und erreicht.


Nichts ist normal am Wirtschaftskonflikt mit China und den Sanktionsdrohungen gegen andere Laender u.a Deutschland und die EU. Wenn der Mist den die USA produzieren international nicht konkurrenzfaehig ist, dann ist das Schuld der Industrie dort. Wenn sie Flugzeuge verkaufen, die fehlerhaft sind und abstuerzen, dann sollen sie sich nicht wundern wenn Airbus mehr Flugzeuge verkauft.

Trump hat nichts in den USA erreicht. Das Land ist tief gespalten und die Armen warden aermer und die Reichen reicher. Menschen sterben durch legale Schusswaffen und ihr Praesident tut fuck all. Die radikalen nationalistischen und verrueckt religioesen Fanatiker fuehlen sich unter Trump bestaetigt und er saet Hass und Zwietracht.

Irgendwann bekommt er die Quittung. Hoffentlich bald.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon zollagent » Mo 19. Aug 2019, 10:14

Damit trifft er aber den Nerv einer beträchtlichen Wählerschaft. Das sollte man nicht unterschätzen.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 10:18

zollagent hat geschrieben:(19 Aug 2019, 09:59) Dem Herrn Intelligenz zuzutrauen, ist zuviel der Ehre. Er ist ein Instinkthandler, der halt die Gabe hat, Menschen dabei zu beeinflussen. Diese Gaben hatten Hitler und Mussolini auch, und als Intelligenzbestien konnte man die auch nicht bezeichnen.
Weder Hitler noch Mussolini haben meines Wissens nach je eine demokratische Wahl für sich entschieden (auch wenn's bei Hitler knapp war), und das trotz massiven Einsatzes von Strassenterror, und im Falle Hitlers auch noch in der demokratiefeindlichen Kultur der Weimarer Republikzeit. Trump dagegen hat in einer waschechten Demokratie mit Hillary Clinton eine (aus meiner Sicht deutlich überdurchschnittliche) demokratische Kandidatin bei einer Wahl ausgestochen - so überdurchschnittlich dass es der republikanischen Partei zuvor bereits jahrelang Aufwand wert war sich auf sie einzuschiessen. Jeder der glaubt das sei Zufall gewesen, der macht genau denselben Fehler wie Hillary Clinton am Ende ihrer Kampagne, und kann schon mal 4 weitere Jahre Trump buchen.

Macht ihn das zu einer Intelligenzbestie? Mitnichten, soweit korrekt. Auch die Analyse "Instinkthandler" ist korrekt, dummerweise aber ist er einer der dabei durchaus immer wieder mal Intelligenz an den Tag legt. Und wer das unterschätzt macht sich letztlich nur zum Opfer. Beispiel gefällig? Mit seiner "Instinkthandung" Israel aufzufordern die Einreise von zwei demokratischen US-Abgeorneten BDS-Unterstützern zu verweigern hat er die Demokraten dazu verführt sich auf deren Seite zu schlagen. Und damit Trump Munition geliefert die dieser im Wahlkampf genüsslich ausspielen wird um den demokratischen Kandidaten (wer auch immer es sein wird) als Terror-Unterstüzer oder Terror-Enabler zu brandmarken, je nachdem wer es nu wird ...

p.s.:
zollagent hat geschrieben:Nichts ist normal am Wirtschaftskonflikt mit China und den Sanktionsdrohungen gegen andere Laender u.a Deutschland und die EU.
Unnormal daran ist eher dass es so lange gedauert hat bis ein US-Präsident da aktiv wird. Speziell im Fall China. Ich würde eher sagen dass der Westen in seiner Gesamtheit mit stoischer Dummheit einen Grossteil seiner Industrie nach China exportiert hat, dumm weil man nicht effektiv auf den unlauteren Wettbewerb reagiert hat ...
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon zollagent » Mo 19. Aug 2019, 11:35

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 10:18)

Weder Hitler noch Mussolini haben meines Wissens nach je eine demokratische Wahl für sich entschieden (auch wenn's bei Hitler knapp war), und das trotz massiven Einsatzes von Strassenterror, und im Falle Hitlers auch noch in der demokratiefeindlichen Kultur der Weimarer Republikzeit. Trump dagegen hat in einer waschechten Demokratie mit Hillary Clinton eine (aus meiner Sicht deutlich überdurchschnittliche) demokratische Kandidatin bei einer Wahl ausgestochen - so überdurchschnittlich dass es der republikanischen Partei zuvor bereits jahrelang Aufwand wert war sich auf sie einzuschiessen. Jeder der glaubt das sei Zufall gewesen, der macht genau denselben Fehler wie Hillary Clinton am Ende ihrer Kampagne, und kann schon mal 4 weitere Jahre Trump buchen.

Macht ihn das zu einer Intelligenzbestie? Mitnichten, soweit korrekt. Auch die Analyse "Instinkthandler" ist korrekt, dummerweise aber ist er einer der dabei durchaus immer wieder mal Intelligenz an den Tag legt. Und wer das unterschätzt macht sich letztlich nur zum Opfer. Beispiel gefällig? Mit seiner "Instinkthandung" Israel aufzufordern die Einreise von zwei demokratischen US-Abgeorneten BDS-Unterstützern zu verweigern hat er die Demokraten dazu verführt sich auf deren Seite zu schlagen. Und damit Trump Munition geliefert die dieser im Wahlkampf genüsslich ausspielen wird um den demokratischen Kandidaten (wer auch immer es sein wird) als Terror-Unterstüzer oder Terror-Enabler zu brandmarken, je nachdem wer es nu wird ...

p.s.:
Unnormal daran ist eher dass es so lange gedauert hat bis ein US-Präsident da aktiv wird. Speziell im Fall China. Ich würde eher sagen dass der Westen in seiner Gesamtheit mit stoischer Dummheit einen Grossteil seiner Industrie nach China exportiert hat, dumm weil man nicht effektiv auf den unlauteren Wettbewerb reagiert hat ...

Die Wahlen Hitlers und Mussolinis haben mit der Trumps EINE Gemeinsamkeit: Sie wurden jeweils gegen Mehrheiten entschieden. Und was die Verlagerung von Industrien nach China angeht, das ist die logische Folge des amerikanischen Traums. Der läßt nicht "America first" in den Vordergrund rücken, sondern die Gewinnmaximierung. Und wenn die Verlagerung von Produktion eine solche Maximierung fördert, wird sie auch gemacht. Die USA (auch Europa) haben das nämlich nach dem gleichen Muster gemacht. Und finden sich jetzt in einer selbstgestellten Falle wieder. Da mag Trump noch so sehr wegen "Unfairness" weinen, das ist scheinheilig, weil er sich dieses Instruments bei seinen eigenen Aktionen auch hemmungslos bedient.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon tabernakel » Mo 19. Aug 2019, 16:22

zollagent hat geschrieben:(19 Aug 2019, 11:35) Die Wahlen Hitlers und Mussolinis haben mit der Trumps EINE Gemeinsamkeit: Sie wurden jeweils gegen Mehrheiten entschieden.
Das ist so nicht ganz richtig, bei den Wahlen in den USA ist der Anteil der erreichten Wahlmänner entscheidend, nicht der prozentuale Stimmenanteil an der Gesamtbevölkerung. Kann man antiquiert finden, bleibt aber so, denn es sichert damit den Bewohnern der kleineren Staaten effektiv ein etwas erhöhtes Stimmgewicht. Und bei der Anzahl der erreichten Wahlmänner, der einen entscheidenden Zahl, hatte Trump in Verbindung mit dem Mehrheitswahlrecht die Nase vorne, deutlich sogar mit 304 zu 227. Bush vs Gore anno 2000 war deutlich knapper, da hatte Bush nur einen Vorsprung von 5 Wahlmännern ...

zollagent hat geschrieben: Und was die Verlagerung von Industrien nach China angeht, das ist die logische Folge des amerikanischen Traums. Der läßt nicht "America first" in den Vordergrund rücken, sondern die Gewinnmaximierung. Und wenn die Verlagerung von Produktion eine solche Maximierung fördert, wird sie auch gemacht. Die USA (auch Europa) haben das nämlich nach dem gleichen Muster gemacht. Und finden sich jetzt in einer selbstgestellten Falle wieder. Da mag Trump noch so sehr wegen "Unfairness" weinen, das ist scheinheilig, weil er sich dieses Instruments bei seinen eigenen Aktionen auch hemmungslos bedient.
Gier auf Gewinn ist die Grundlage des Kapitalismus, denn die Aussicht darauf ist der einzige Grund einen Totalverlust zu riskieren indem man Geld investiert. Mach Dir nichts vor, ohne diese Gier kein Lohn weil Kasse leer ...

Die Aufgabe des Staates ist es dagegen die Spielregeln so festzulegen dass der Markt funktioniert, also die Gier der Investoren mit dem Staatswesen in Einklang zu bringen und zu halten. Und China betreffend hat man dies schlicht 1-2 Jahrzehnte versäumt, selbst die Wirtschaftsliberalen waren in dieser (einen) Beziehung nicht besser oder schlechter als die anderen. DAS war am Ende der entscheidende Grund dafür dass der Westen seine Produktion nach China exportiert hat. Es ist mitnichten die Folge irgendeines Traumes, und schon gar nicht des amerikanischen ...
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon zollagent » Mo 19. Aug 2019, 21:58

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 16:22)

Das ist so nicht ganz richtig, bei den Wahlen in den USA ist der Anteil der erreichten Wahlmänner entscheidend, nicht der prozentuale Stimmenanteil an der Gesamtbevölkerung. Kann man antiquiert finden, bleibt aber so, denn es sichert damit den Bewohnern der kleineren Staaten effektiv ein etwas erhöhtes Stimmgewicht. Und bei der Anzahl der erreichten Wahlmänner, der einen entscheidenden Zahl, hatte Trump in Verbindung mit dem Mehrheitswahlrecht die Nase vorne, deutlich sogar mit 304 zu 227. Bush vs Gore anno 2000 war deutlich knapper, da hatte Bush nur einen Vorsprung von 5 Wahlmännern ...


Was an der Tatsache, daß Frau Clinton mehr Stimmen hatte als Herr Trump, nicht das Geringste ändert. Denn das Wahlmännersystem bildet eine Bevölkerungsverteilung von vor mindestens 5, wenn nicht mehr Jahrzehnten ab und das war doch wohl der Zweck seiner Einführung.

tabernakel hat geschrieben:(19 Aug 2019, 16:22)Gier auf Gewinn ist die Grundlage des Kapitalismus, denn die Aussicht darauf ist der einzige Grund einen Totalverlust zu riskieren indem man Geld investiert. Mach Dir nichts vor, ohne diese Gier kein Lohn weil Kasse leer ...

Die Aufgabe des Staates ist es dagegen die Spielregeln so festzulegen dass der Markt funktioniert, also die Gier der Investoren mit dem Staatswesen in Einklang zu bringen und zu halten. Und China betreffend hat man dies schlicht 1-2 Jahrzehnte versäumt, selbst die Wirtschaftsliberalen waren in dieser (einen) Beziehung nicht besser oder schlechter als die anderen. DAS war am Ende der entscheidende Grund dafür dass der Westen seine Produktion nach China exportiert hat. Es ist mitnichten die Folge irgendeines Traumes, und schon gar nicht des amerikanischen ...


Durchaus des amerikanischen. Wer hat denn seine Industrie in alle Welt zerstreut? War das nicht die USA? Gier auf Gewinn ist übrigens graduell schon etwas Anderes als Gier auf MAXIMALEN Gewinn.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon tabernakel » Di 20. Aug 2019, 16:20

zollagent hat geschrieben:(19 Aug 2019, 21:58)Was an der Tatsache, daß Frau Clinton mehr Stimmen hatte als Herr Trump, nicht das Geringste ändert. Denn das Wahlmännersystem bildet eine Bevölkerungsverteilung von vor mindestens 5, wenn nicht mehr Jahrzehnten ab und das war doch wohl der Zweck seiner Einführung.
Nope, der Verteilungsschlüssel bei den Wahlmännern wird alle paar Jahre an die aktuelle Bevölkerungsverteilung angepasst. Die etwas höhere Gewichtung der Stimmen in kleinen Staaten ergibt sich aus meiner Sicht aus zwei Gründen:
(1) Jeder Staat erhält ein Minumum an Wahlmännern von 2+1=3, unabhängig von seiner Bevölkerungszahl. Hat man also eigentlich nur genug Bewohner für 1.4 Wahlmänner, entsendet man trotzdem drei statt nur einen, und die Stimmen in so einem Bundesstaat zählen dementsprechend mehr als doppelt verglichen mit z.B. Kalifornien oder New York.

(2) der zweite Effekt entsteht dadurch dass ein Aufrunden der Zahl der Wahlmänner bei einem "kleinen" Staat (klein im Sinne von dünn besiedelt) viel ausmacht (z.B. ist der Unterschied zwischen 4 oder 5 Wahlmänner entsenden immerhin 20%), während dies bei den großen Staaten kaum ins Gewicht fällt (wenn Kalifornien z.B. 56 statt 55 Wahlmnner entsendet dann ist der Unterschied gerade mal 1.8%). Und durch die Minimalzahl an Wahlmännern ist für die kleinsten acht Staaten eine Aufrundung zwar drin, aber keinerlei Abrundung, außer ihre Bevölkerung wüchse deutlich. Auch das beeinflusst natürlich die statistische Verteilung und das Gewicht der einzelnen Wählerstimmen in diesen Staaten.

Diese beiden Effekte führen dazu dass die Republikaner einen eingebauten Vorteil im System genießen solange sie die kleinen Bundesstaaten dominieren. während die Demokraten immer wieder damit leben werden müssen dass sie enge Wahlen durch diese Effekte verlieren. In den letzten 20 Jahren war dies immerhin zwei aus fünf mal entscheidend, also in schlappen 40% der Fälle. Die Demokraten täten schlicht gut daran das Landleben wieder zu entdecken ... die Republikaner würden natürlich jede Änderung an diesem System verhindern solange sie davon dermaßen profitieren. Und am Ende ist das System durchaus auch fair, weil es designed ist zu verhindern dass die Ballungsräume die Politik des Landes komplett dominieren ...
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Iwan der Liebe » Di 20. Aug 2019, 21:40

https://www.tagesspiegel.de/politik/cal ... 95586.html

Da fragt man sich schon, ob man Herrn Putin nicht vielleicht doch bitten soll, dass der Trumpel die nächste Wahl gewinnt. Das wäre zwar kurzfristig für den Weltfrieden eine große Gefahr. Aber mittelfristig würde das Imperium USA dadurch so stark geschwächt, dass es dann doch wieder gut für die Sicherheit wäre.

Wenn sich Kalifornien abspaltet, dann kann es doch Trumps Anhänger anstellen, damit sie die Mauer an die Grenze Kaliforniens bauen, die dann arme US-Amerikaner abhält. Das Problem ist klein und lösbar.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Cobra9 » Mi 21. Aug 2019, 08:56

Iwan der Liebe hat geschrieben:(20 Aug 2019, 21:40)

https://www.tagesspiegel.de/politik/cal ... 95586.html

Da fragt man sich schon, ob man Herrn Putin nicht vielleicht doch bitten soll, dass der Trumpel die nächste Wahl gewinnt. Das wäre zwar kurzfristig für den Weltfrieden eine große Gefahr. Aber mittelfristig würde das Imperium USA dadurch so stark geschwächt, dass es dann doch wieder gut für die Sicherheit wäre.

Wenn sich Kalifornien abspaltet, dann kann es doch Trumps Anhänger anstellen, damit sie die Mauer an die Grenze Kaliforniens bauen, die dann arme US-Amerikaner abhält. Das Problem ist klein und lösbar.



Was ganz Neues :p

Es gibt Seperatisten in Us Bundestaaten ist js ne bahnbrechende Information. Die gibt's seit Jahrzehnten in fast jedem Bundesstaat der USA. Teilweise sogar bewaffnete Milizen.

https://en.m.wikipedia.org/wiki/List_of ... th_America

Und was soll daran jetzt so Neu sein ? Auch in deinem geliebten Russland gibt's die oder in China, Deutschland......


Es liegt da nicht an Trump. Und dein feuchtes Höschen das die Usa zerfallen ist eher lächerlich den realistisch.
Das Böse hat einen Namen. Schokolade !

User auf Ignore erhalten keine Antwort

Auf meiner Liste : Alter Stubentiger
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Trump: G8-Format angemessen

Beitragvon imp » Mi 21. Aug 2019, 13:16

Iwan der Liebe hat geschrieben:(20 Aug 2019, 21:40)

https://www.tagesspiegel.de/politik/cal ... 95586.html

Da fragt man sich schon, ob man Herrn Putin nicht vielleicht doch bitten soll, dass der Trumpel die nächste Wahl gewinnt. Das wäre zwar kurzfristig für den Weltfrieden eine große Gefahr. Aber mittelfristig würde das Imperium USA dadurch so stark geschwächt, dass es dann doch wieder gut für die Sicherheit wäre.

Wenn sich Kalifornien abspaltet, dann kann es doch Trumps Anhänger anstellen, damit sie die Mauer an die Grenze Kaliforniens bauen, die dann arme US-Amerikaner abhält. Das Problem ist klein und lösbar.

Herr Trump hat derzeit andere Plaene. Er moechte Groenland kaufen und die G8-Gipfel mit Russland wieder neu beleben. Ich denke nicht, dass Trump einer Sezession Kaliforniens offen gegenueber steht.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson

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