amerikanische demokratie

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Der Neandertaler
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Der Neandertaler » Do 10. Nov 2016, 17:58

Hallo - nomen est omen.
Wenn Du "eine vertretung die jedenfalls alle wähler auf selbige weise behandelt" zur "conditio sine qua non" für eine "echte Demokratie" erklären möchtest, ... da kannst Du lange suchen.

Auch die Schweiz hat eine Einschränkung ihrer Bürger:
  • ... zum "Referendumsrecht" müssen mindestens 50'000 Unterschriften in 100 Tagen gesammelt werden.
  • ... zum "Initiativrecht" sind sogar 100'000 Bürger notwendig.
  • Das Mindestwahlalter beträgt 18 Jahren - ist also auch eine Einschränkung.
      ... und nicht in Deinem Sinne ... als eine Voraussetzung für eine "echten Demokratie"
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Nomen Nescio
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Nomen Nescio » Do 10. Nov 2016, 19:48

Der Neandertaler hat geschrieben:(10 Nov 2016, 17:58)

Hallo - nomen est omen.
Wenn Du "eine vertretung die jedenfalls alle wähler auf selbige weise behandelt" zur "conditio sine qua non" für eine "echte Demokratie" erklären möchtest, ... da kannst Du lange suchen.

Auch die Schweiz hat eine Einschränkung ihrer Bürger:
  • ... zum "Referendumsrecht" müssen mindestens 50'000 Unterschriften in 100 Tagen gesammelt werden.
  • ... zum "Initiativrecht" sind sogar 100'000 Bürger notwendig.
  • Das Mindestwahlalter beträgt 18 Jahren - ist also auch eine Einschränkung.
      ... und nicht in Deinem Sinne ... als eine Voraussetzung für eine "echten Demokratie"

dann hast du mich entweder falsch verstanden, oder - wahrscheinlicher - ich habe mich nicht präzise ausgedrückt. das letzte finde ich blamabel, weil ich das immer selbst fordere. sorry !!

was du als beispiel gabst finde ich absolut nicht zu tadeln. es sind forderungen die überall in der schweiz gelten. gerade DAS finde ich essentiell. es muß uniform sein. na, das ist es. ;)
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Fadamo
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Fadamo » Do 10. Nov 2016, 20:04

Der Neandertaler hat geschrieben:(10 Nov 2016, 05:48)

Hallo mein holländischer Freund.Demokratie heißt ja bekanntlich "Volksherrschaft". [list][i]... und Demokratie kann nunmal verschieden aus- und eingerichtet sein.


Das Aus-und Einrichten der Demokratie machen besonderst unsere Politnix gerne. :(
So wie sie es brauchen.
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Progressiver
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Progressiver » Do 10. Nov 2016, 20:55

De nomine -also vom Namen her- sind die Vereinigten Staaten von Amerika sicher eine Demokratie. Aber anstatt mich auf solche Haarspaltereien um Begriffe einzulassen, würde ich mir lieber die Fakten ansehen. Der frühere ostdeutsche Staat nannte sich ja auch in voller Länge "Deutsche Demokratische Republik". In der Praxis sahen die Dinge jedoch so aus, dass der einzelne Bürger quasi gezwungen wurde, dem regierenden System seine "Ja"-Stimme zu geben.

Unabhängig von den Unregelmäßigkeiten im amerikanischen Wahlsystem würde ich mich also vor allem auf die Frage konzentrieren, wer denn die wirkliche Macht besitzt in den USA. Fakt dürfte wohl sein, dass die Wahlkämpfe immer teurer werden. Die Kandidaten können also scheinbar ohne "Big Business" bzw. Spenden der Superreichen kaum ihre Kampagnen finanzieren. Und nach der Wahl fordern diese Geldgeber natürlich ihren Tribut. Besonders interessant fand ich es jedenfalls, dass alle Bewerber der Republikaner bis auf einen -nämlich Trump- von Milliardären gesponsert wurden und somit, wenn sie das Präsidentenamt erobert hätten, nur Ausführungsorgane ebendieser Familie von Superreichen gewesen wären. Trump selbst dagegen war zwar "unabhängiger", ist aber auch selbst ein menschenverachtender Milliardär. Ob Hillary Clinton die bessere Präsidentin gewesen wäre, werden wir nie erfahren. Aber auch ihr werden enge und herzliche Beziehungen zur Wall Street nachgesagt. Unkorrumpierbar wäre also nur Bernie Sanders gewesen. Aber dieser hatte dann natürlich das Problem, dass er, neben selbst gemachten Fehlern, zu wenig Geld hatte, um seine Kampagne durchzusetzen. Und gegen mächtige Sender wie Fox kommt man mit einem humanistischen und vernünftigen Programm ja bekanntlich auch nicht an.

Kurz gesagt: De nomine mögen sich die USA noch eine Demokratie schimpfen. Aber von den Machtverhältnissen her sind sie mittlerweile eine Oligarchie bzw. Plutokratie geworden.

Eine echte Demokratie sieht für mich jedenfalls so aus, dass man zwischen mehreren Alternativen wählen kann. Ansonsten wäre jede Staatsform, die auch nur Volksabstimmungen abhält, ohne dass die Chance eines Machtwechsels existiert, eine Demokratie. Und dann könnte man selbst das Dritte Reich als Demokratie bezeichnen, denn 1. ging Hitler -genau wie jetzt Trump oder Erdogan- aus demokratischen Wahlen als relativer Sieger hervor. Und irgendwann später ließ er sich seine Macht durch eine Volksabstimmung bestätigen.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon frems » Do 10. Nov 2016, 21:11

watisdatdenn? hat geschrieben:(09 Nov 2016, 08:00)

mit blick auf die eu-kommission würde ich mir als europäer nicht anmaßen die amerikanische demokratie zu kritisieren.

auf europäischer ebene haben wir definitiv weniger demokratie als die USA.

Öhm, nein, sogar mehr als auf Bundesebene.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Abchecker » Do 10. Nov 2016, 21:21

Was ? Die Wahl ist wie hierzulande Demokratisch gelaufen aber mehr nciht. Trumph hat auf alles einfluss er hat ein Fimrenimperium also doppelter druck auf die Wirtschaft, er ist Präsident und das Senat steht hinter ihm, er könnte sich Theorietisch alles erlauben. Aber Clinton wäre nciht besser gewehsen die ist auch so eine Kriegstreiberin. Sanders wäre die beste Wahl gewehsen.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Charles » Do 10. Nov 2016, 21:34

Das demokratische System in den USA finde ich wesentlich besser und demokratischer als in Deutschland.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Alexyessin » Do 10. Nov 2016, 21:39

Charles hat geschrieben:(10 Nov 2016, 21:34)

Das demokratische System in den USA finde ich wesentlich besser und demokratischer als in Deutschland.


Wo ist das System demokratischer Charles? Die Nichtbeachtung von einem großen Teil der Wählerstimmen ist ein erhebliches demokratisches Defizit.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Kritikaster » Do 10. Nov 2016, 21:40

Charles hat geschrieben:(10 Nov 2016, 21:34)

Das demokratische System in den USA finde ich wesentlich besser und demokratischer als in Deutschland.

Weil das gewünschte Ergebnis eintrat?
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon King Kong 2006 » Do 10. Nov 2016, 21:54

Oft wird die Präsidentschaft von Populisten, wie eines Putin, Erdogans, Ahmadinejads oder Netanjahus aus einem bunten Blumenstrauß aus Gründen wie pseudodemokratischen Wahlen, demokratisch unreifer Wählerschaft oder den stressigen politischen Umständen der Region erklärt. Was gibt es für eine Erklärung bei der amerikanischen Demokratie, wenn dort ein Populist gewählt wird. Rassistische, frauenfeindliche, Minderheitenbeleidigende Sprüche traut man ersteren zu. Hat Trump alles auch gemacht. Ist die USA in einer Krisenregion? Oder ist sie pseudodemokratisch? Oder sind die Wähler unreif?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Charles » Do 10. Nov 2016, 22:22

Alexyessin hat geschrieben:(10 Nov 2016, 21:39)
Wo ist das System demokratischer Charles?


Das Repräsentatenhaus und 1/3 des Senats werden alle 2 Jahre neu gewählt. Damit kann der Bürger viel öfter und intensiver demokratischen Einfluss auf die Regierung nehmen als in Deutschland.

Wäre in etwa so, als würden in Deutschland alle 2 Jahre Bundestagswahlen stattfinden und im Bundesrat würde aus direkt gewählten Abgeordneten bestehen und alle 2 Jahre zu 1/3 neu gewählt werden.

Es gibt in den USA generell nur direkt gewählte Parlamentarier, keine Hinterzimmer-Listenplatz-Parlamentarier.

Und es gibt das demokratische Vorwahlsystem, durch das alle Kandidaten für irgendein politisches Amt sich erstmal behaupten müssen. In Deutschland werden sowohl die Bundespräsidenten als auch die Kanzlerkandidaten undemokratisch in irgendwelchen Hinterzimmern von einer handvoll Partei-Apparatschiks bestimmt.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Wildermuth » Do 10. Nov 2016, 22:27

Charles hat geschrieben:(10 Nov 2016, 22:22)

Das Repräsentatenhaus und 1/3 des Senats werden alle 2 Jahre neu gewählt. Damit kann der Bürger viel öfter und intensiver demokratischen Einfluss auf die Regierung nehmen als in Deutschland.

Wäre in etwa so, als würden in Deutschland alle 2 Jahre Bundestagswahlen stattfinden und im Bundesrat würde aus direkt gewählten Abgeordneten bestehen und alle 2 Jahre zu 1/3 neu gewählt werden.

Es gibt in den USA generell nur direkt gewählte Parlamentarier, keine Hinterzimmer-Listenplatz-Parlamentarier.

Und es gibt das demokratische Vorwahlsystem, durch das alle Kandidaten für irgendein politisches Amt sich erstmal behaupten müssen. In Deutschland werden sowohl die Bundespräsidenten als auch die Kanzlerkandidaten undemokratisch in irgendwelchen Hinterzimmern von einer handvoll Partei-Apparatschiks bestimmt.


V.A. kann unser mann trump präsident werden, obwohl seine gegenkandidatin mehr stimmen bekam. Sowas geht in moderneren demokratien nicht.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon prime-pippo » Do 10. Nov 2016, 22:28

http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 20771.html

Im Weißen Haus letztlich doch sehr zurückhaltend im Auftritt....
"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Progressiver » Do 10. Nov 2016, 22:29

Die USA standen mal gut da. Aber seit einigen Jahrzehnten geht das Land den Bach runter. Die Reichen und Superreichen wurden von ihrer Steuerlast so gut wie befreit. Der militärisch-industrielle Komplex wurde hochgezüchtet. Als Folge davon stiegen insbesondere seit dem "War on Terror" die Staatsschulden ins Astronomische, während der Sozialstaat und die Infrastruktur verrotteten. Insbesondere die Arbeiter, die "angry white men", sind jetzt wohl wütend. Als Schuldige haben sie jedoch nicht die Wall Street oder die Superreichen identifiziert, sondern die Mexikaner und Immigranten. Während die Trump-Wähler einem dieser Milliardäre huldigen und vor ihm buckeln, anstatt sich endlich mal gegen die Richtigen zu wehren, treten sie lieber nach unten. So etwas nennt man wohl extrem unreif und gehirngewaschen.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon King Kong 2006 » Do 10. Nov 2016, 22:34

In der Tat, das nennt man Demokratie?

US-Wahlsystem

Warum Clinton mehr Stimmen hat - und trotzdem verliert

Hillary Clinton hat wahrscheinlich mehr Wählerstimmen geholt als Donald Trump. Verloren hat sie trotzdem.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 20575.html


Das kennt man doch sonst nur von Bananenrepubliken? Normalerweise gewinnt doch der Kandidat, den die meisten wollen?

"Ist Amerika etwa eine Bananenrepublik?"
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016 ... -wahlkampf


Is America a failed state and society?
http://www.nytimes.com/interactive/proj ... wn-country
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Cat with a whip » Do 10. Nov 2016, 23:51

King Kong 2006 hat geschrieben:(10 Nov 2016, 22:34)
Das kennt man doch sonst nur von Bananenrepubliken? Normalerweise gewinnt doch der Kandidat, den die meisten wollen?

Stimmen zählen bekanntlich je nach Wahlverfahren nicht gleich viel, hier weil die Staaten abstimmen und Wahlmänner nicht exakt die Bevölkerungsanteile abbilden.
Insbesondere bei den Wahlen der Senatssitze zählen Stimmen aus bevölkerungsarmen Staaten wie Wyoming ein vielfaches der Wählerstimmen großer Staaten wie California. In diesem Extremfall zählt die Stimme des Wyominger 66 mal mehr als die Stimme eines Californiers. Sinn ist es hier den einzelnen Staaten als föderales Element gleiches Gewicht zu verschaffen unabhängig von der Bevölkerungszahl.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Charles » Fr 11. Nov 2016, 00:00

Wildermuth hat geschrieben:(10 Nov 2016, 22:27)
V.A. kann unser mann trump präsident werden, obwohl seine gegenkandidatin mehr stimmen bekam. Sowas geht in moderneren demokratien nicht.


Siehst du doch, dass es geht.

In Deutschland kann man sogar Kanzler oder Präsident werden, ohne vom Volk auch nur eine einzige Stimme erhalten zu haben. ;)
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Fazer » Fr 11. Nov 2016, 00:04

Wildermuth hat geschrieben:(10 Nov 2016, 22:27)

V.A. kann unser mann trump präsident werden, obwohl seine gegenkandidatin mehr stimmen bekam. Sowas geht in moderneren demokratien nicht.


Quatsch. Demokratische Wahlsysteme unterscheiden sich in der Regel danach ob sie Verhältniswahlsysteme wie in D sind, oder Mehrheitswahlsysteme. Verhältniswahlsysteme haben das Potential zu einer Vielzahl von Parteien zu führen, so dass man dann Sperrklauseln eingeführt hat. Regierungen kann man fast immer nur durch Koalitionen bilden, was Kompromisse erfordert und regelmässig dann von Leuten verunglimpft wird. Bei Mehrheitswahlsystemen bekommt man klare Entscheidungen. In GB haben die Konservativen mit so ca. 35% der Wählerstimmen (wenn ich recht erinnere) eine klare Mehrheit im Parlament erzielt. Das führt dann zu einem klaren Regierungsauftrag und klaren Verantwortlichkeiten. Weder das eine noch das andere System ist per se demokratischer.
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Charles » Fr 11. Nov 2016, 00:14

Fazer hat geschrieben:(11 Nov 2016, 00:04)
Demokratische Wahlsysteme unterscheiden sich in der Regel danach ob sie Verhältniswahlsysteme wie in D sind, oder Mehrheitswahlsysteme.


In Deutschland gibt es doch bei Bundestagswahlen die Erst- und Zweitstimme.

Bei der Erststimme gilt das Mehrheitswahlrecht. Der Kandidat mit den meisten Stmmen im Wahlkreis erhält das Mandat, alle anderen gehen leer aus. Winner takes all.

Bei der Zweistimme gibt es wie gesagt die Sperrklausel. Bei der letzten Bundestagswahl sind praktisch 16% aller abgegebenen Zweitstimmen im Mülleimer gelandet. Jeder 6. Zweitstimmenwähler wird im Parlament nicht repräsentiert.
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Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Wildermuth » Fr 11. Nov 2016, 00:18

Charles hat geschrieben:(11 Nov 2016, 00:00)

Siehst du doch, dass es geht.

Die us verfassung ist, wie alt?

In Deutschland kann man sogar Kanzler oder Präsident werden, ohne vom Volk auch nur eine einzige Stimme erhalten zu haben. ;)


D ist ja auch eine parlamentarische demokratie. Setzen.

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