Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

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Tom Bombadil
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Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Tom Bombadil » Do 8. Nov 2018, 10:22

Nach dem sich in der bitterarmen Zentralafrikanischen Republik anscheinend jeder mit jedem bekriegt, droht nun auch noch eine Hungersnot: https://www.nzz.ch/international/in-der ... ld.1434765

Wie kann man solchen Staaten eigentlich wirksam helfen, um wieder auf die Beine zu kommen? Wie kann man die Gräben und den Hass in der Bevölkerung überwinden? Gibt es Lichtblicke und verheißungsvolle Ansätze oder ist die Situation aussichtslos?

Das Land, in dem fast 5 Mio Menschen leben, steht im Human Development Index auf dem vorletzten Platz, 43% der Bevölkerung ist lt. Wiki jünger als 15 Jahre alt, die Lebenserwartung ist die niedrigste der Welt.
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon streicher » Do 8. Nov 2018, 12:50

Gute Böden, ausreichend Regen, und Bodenschätze - die aber als Fluch fungieren. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, aber die Gewalt macht ein Strich durch die Rechnung.
Aber (mindestens) 18 bewaffnete Gruppen, die um die Bodenschätze kämpfen, an einen Tisch zu bringen - was ein wichtiger Etappensieg wäre - braucht es allen Verhandlungsgeschick und zudem Vertrauen in die Moderatoren/Friedensbotschafter, der wohl auch erstmal gewonnen werden will.

Hat die Afrikanische Union dort eine Mission? Könnte man mal recherchieren...
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unity in diversity
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon unity in diversity » Fr 9. Nov 2018, 04:03

In Afrika steigt die Fertilitätsrate schneller als die Produktivität in der Nahrungsgüterproduktion.
http://deacademic.com/pictures/dewiki/7 ... e_2009.png
Das weckt Begehrlichkeiten.
Die Viecher des Nachbarstammes fressen den Unsrigen das Gras weg.
Deren Hirse lassen sie auf unseren Feldern wachsen.
Ihr Brennholz holen sie aus unseren Wald und ihr Wasser aus unserem Fluß.
Ihr Voodoo macht unsere Frauen unfruchtbar, bzw. sie bekommen nur Mädchen.
Wir aber brauchen Soldaten.
Wenn wir nichts dagegen machen, treiben sie uns in die Flucht.
Wir überfallen sie morgen vor Sonnenaufgang.
Das ist der immerwährenden Kreislauf.
Kinder als Altersvorsorge, geringe Lebenserwartung durch Hunger, Krankheiten und Stammeskriege.
Bleibt es längere Zeit friedlich, „platzen die Stämme aus allen Nähten“.
Zeit für einen neuen Umverteilungskrieg…
Man kann ihnen Lebensmittel schicken, um Krieg und Flucht hinauszuschieben.
Oder man schickt Lehrer, Saatgut, Dünger und Landmaschinen.
Man muß den Dorf-chief und den Voodoo-master für neue Denkweisen und Aufgaben gewinnen.
Die Rüstungsexportfirmen agieren aber sicher schneller.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon streicher » So 11. Nov 2018, 16:56

Die Afrikanische Union zeigt sich dort relativ zahnlos: zumindest verurteilt sie die dortigen Geschehen, aber was hilft's.
Die UN haben dort unten eine eine Mission, die stabilisieren soll, die MINUSCA. 2017 wurde veranlasst, dass 600 kongolesische Blauhelme abgezogen wurde, da wiederholt Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut wurden. Wer bewacht die Wächter.
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Cat with a whip » So 11. Nov 2018, 17:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Nov 2018, 10:22)

Nach dem sich in der bitterarmen Zentralafrikanischen Republik anscheinend jeder mit jedem bekriegt, droht nun auch noch eine Hungersnot: https://www.nzz.ch/international/in-der ... ld.1434765

Wie kann man solchen Staaten eigentlich wirksam helfen, um wieder auf die Beine zu kommen? Wie kann man die Gräben und den Hass in der Bevölkerung überwinden? Gibt es Lichtblicke und verheißungsvolle Ansätze oder ist die Situation aussichtslos?

Das Land, in dem fast 5 Mio Menschen leben, steht im Human Development Index auf dem vorletzten Platz, 43% der Bevölkerung ist lt. Wiki jünger als 15 Jahre alt, die Lebenserwartung ist die niedrigste der Welt.


Das Land ist eine kapitalistische Militärdiktatur mit Scheinparlement.
Die freie Presse wird unterdrückt.
Morde durch die Armee und Folterungen sind an der Tagesordnung.
Die Einkommensverhältnisse sind extrem unausgewogen.
Die Industrie ist unterentwickelt und trägt nur 14 % zum BIP bei.
Die Menschen ernähren sich durch Subsidenzwirtschaft und Nahrungsmittelimporte.
Das Hungerelend entsteht derzeit durch Aufflammen der Kämpfe um Bodenschätze die man an die Industrienationen verkaufen kann.

Würden Industrienationen momentan auf die Bodenschätze aus dieser Region verzichten und stattdessen Hungerhilfe leisten wäre das Problem deutlich entschärft.
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Tom Bombadil » So 11. Nov 2018, 18:11

Cat with a whip hat geschrieben:(11 Nov 2018, 17:23)

Würden Industrienationen momentan auf die Bodenschätze aus dieser Region verzichten und stattdessen Hungerhilfe leisten wäre das Problem deutlich entschärft.

Und dann? Wie geht es danach weiter?

Die Top-Exportziele sind Frankreich (24%), Weißrussland (20%) und China (17%). Liegt es in deren Verantwortung, das Problem zu lösen?
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Cat with a whip » So 11. Nov 2018, 18:46

Jede Nation die dort einkauft ist verantwortlich.
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Ebiker » So 11. Nov 2018, 19:10

Das übliche afrikanische Dilemma. Und natürlich sind immer die anderen schuld. Nee, da geht mir jegliche Empathie ab.
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Fliege » So 11. Nov 2018, 19:47

Die Afrikaner sind erwachsen und mögen sich selber helfen.
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Quatschki » So 11. Nov 2018, 20:05

Fliege hat geschrieben:(11 Nov 2018, 19:47)

Die Afrikaner sind erwachsen und mögen sich selber helfen.

Die sehen das praktisch und lassen ihre Mitbürger eben einfach verhungern.
Wenn die UNO Nahrungsmittel schickt, geht es eine Runde weiter und beim nächsten Mal haben die gesaveten Children selbst vielköpfige Familien. usw. Bis irgendwann niemand mehr schickt oder schicken kann.
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Brainiac » So 11. Nov 2018, 20:39

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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon streicher » Sa 24. Nov 2018, 16:52

Quatschki hat geschrieben:(11 Nov 2018, 20:05)

Wenn die UNO Nahrungsmittel schickt, geht es eine Runde weiter und beim nächsten Mal haben die gesaveten Children selbst vielköpfige Familien. usw. Bis irgendwann niemand mehr schickt oder schicken kann.
Die schickt auch Blauhelme, die auch mal nicht eingreifen.

MINUSCA-Blauhelmsoldaten mit unterschiedlichem Auftrag

Muños zufolge zogen sich die in Alinda stationierten MINUSCA-Blauhelmsoldaten beim UPC-Angriff in ihre Basis zurück und griffen nicht ein. Sie stammen aus Mauretanien, das seine Truppen angewiesen hat, ihre Waffen nur dann einzusetzen, wenn sie selbst angegriffen werden. Die Blauhelmsoldaten aus Ruanda dürfen dagegen auch einschreiten, um Zivilisten zu schützen. Dass Blauhelmsoldaten angegriffen werden, kommt in Zentralafrika durchaus vor: Den Zahlen der UN zufolge kamen dort 2018 bislang sechs MINUSCA-Angehörige ums Leben.
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Re: Ebola in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Kölner1302 » Sa 15. Dez 2018, 08:39

Nachdem in der Zentralafrikanischen Republik 1 Woche zuvor die Ebola - Epidemie im Westen des Landes für beendet erklärt wurde, brach sie im Osten des Landes - der bevölkerungsreichen ostafrikanischen Provinz Kivu wieder aus. Die Bekämpfung der Seuche ist schwierig, weil in dem Gebiet Krieg ist.
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... isengebiet
Neben dem Krieg, dem Ärztemangel und dem Hunger dezimieren Seuchen wie Malaria Ebola und andere die Bevölkerung. Die Situation besteht seit vielen Jahren und wird schlimmer.
Wie lange hat es gedauert, bis Deutschland sich vom 30 - jährigen Krieg erholt hat? :?
Und vor allem - was waren die entscheidenenden Ereignisse auf dem Weg zum heutigen Wohlstand?

Mir scheint, erst mit Napoleon begann der Aufschwung. Er hat die lokalen Fürsten und en Klerus entmachtet. Das heilige römische Reich dtsch. Nation ging unter und Napoleon formte neue Flächenstaaten (Rheinbund). Nach seinem Abzug stieg Preußen zur Großmacht auf.

Übertragen würde das bedeuten - Hilfe käme von außen. Die alten Herrschaftsstrukturen müssten zertrümmert werden, Bundesstaaten mit rechtsstraatlichen Strukturen müssten Sicherheit vor Überfällen und die Freiheit von Korruption gewährleisten. Schulpflicht müsste durchgesetzt werden. Erst danach könnten sich langfristige Strukturen entwickeln, wie sie z.B. für eine industrielle Entwicklung Voraussetzung sind. Wenn ein Bürgertum entstanden sein wird mit Industriellen und Großhändlern, werden sie Mitspracherechte fordern und eine Demokratie wird sich von selbst bilden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Deutschlands

Ich habe gerade nach der Entwicklung anerer europäischer Gebiete gesucht aber Deutschland in der Mitte des Kontinents hat tatsächlich am meisten Ähnlichkeit mit der Zentralafrikanischen Republik in der Mitte Afrikas. Vielleicht ist die Mittelage auch ein Schlüsselproblem.
Zuletzt geändert von Kölner1302 am Sa 15. Dez 2018, 09:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Ebola in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon unity in diversity » Sa 15. Dez 2018, 09:02

Kölner1302 hat geschrieben:(15 Dec 2018, 08:39)

Nachdem in der Zentralafrikanischen Republik 1 Woche zuvor die Ebola - Epidemie im Westen des Landes für beendet erklärt wurde, brach sie im Osten des Landes - der bevölkerungsreichen ostafrikanischen Provinz Kivu wieder aus. Die Bekämpfung der Seuche ist schwierig, weil in dem Gebiet Krieg ist.
Neben dem Krieg, dem Ärztemangel und dem Hunger dezimieren Seuchen wie Malaria Ebola und andere die Bevölkerung. Die Situation besteht seit vielen Jahren und wird schlimmer.
Wie lange hat es gedauert, bis Deutschland sich vom 30 - jährigen Krieg erholt hat?
Und vor allem - was waren die entscheidenenden Ereignisse auf dem Weg zum heutigen Wohlstand?

Das Zeitalter der Aufklärung.
Rationale Denkweisen und Wissen erlangten das Primat über den Glauben.
Während des Imperialzeitalters zwischen 1700 und 1800 standen alle europäischen Mächte im Wettbewerb, wer dem Bürgertum die besten Entwicklungschancen einräumt.
Könige und Klerus mussten ihre Macht freiwillig beschränken, oder sie wurden geköpft.
Ob man das aktuell 1:1 auf Afrika übertragen kann?
Wenn ja wie?
Wie viele Menschen müssen im Namen des Fortschrittes massakriert werden, weil sie unbelehrbar sind?
Hat alles schon mal irgendwo stattgefunden.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Ebola in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Kölner1302 » Sa 15. Dez 2018, 09:16

unity in diversity hat geschrieben:(15 Dec 2018, 09:02)

Das Zeitalter der Aufklärung.
Rationale Denkweisen und Wissen erlangten das Primat über den Glauben.
Während des Imperialzeitalters zwischen 1700 und 1800 standen alle europäischen Mächte im Wettbewerb, wer dem Bürgertum die besten Entwicklungschancen einräumt.
Könige und Klerus mussten ihre Macht freiwillig beschränken, oder sie wurden geköpft.
Ob man das aktuell 1:1 auf Afrika übertragen kann?
Wenn ja wie?
Wie viele Menschen müssen im Namen des Fortschrittes massakriert werden, weil sie unbelehrbar sind?
Hat alles schon mal irgendwo stattgefunden.


Ja.

Der Aberglaube ist auch noch weit verbreitet in Afrika. Für die Aufklärung ist eine Schulpflicht Voraussetzung.
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Re: Ebola in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 15. Dez 2018, 09:20

Kölner1302 hat geschrieben:(15 Dec 2018, 08:39)

Übertragen würde das bedeuten - Hilfe käme von außen.

Diese Hilfe müsste aber auch gewollt sein und Änderungen müssten von der Mehrheit des Volkes mitgetragen werden. Für Deutschland war der Ost-West-Konflikt im Nachhinein betrachtet ein Segen, weil sich der Westen inkl. West-Deutschland zusammen geschlossen hat und viele Erzfeindschaften begraben wurden. Für Afrika sehe ich nichts vergleichbares, China macht das viel cleverer als die damalige Sowjetunion, ehe die westliche Politik kapiert hat, was in Afrika läuft und Gegenmaßnahmen einleitet, sitzen die Chinesen schon überall da, wo es für sie etwas zu holen gibt, drin. Das wird allerdings den Menschen in Afrika nicht so zu Gute kommen wie damals den Menschen in West-Deutschland, die Afrikaner werden weiter darben.
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Re: Ebola in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Kölner1302 » Sa 15. Dez 2018, 09:41

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Dec 2018, 09:20)

Diese Hilfe müsste aber auch gewollt sein und Änderungen müssten von der Mehrheit des Volkes mitgetragen werden. Für Deutschland war der Ost-West-Konflikt im Nachhinein betrachtet ein Segen, weil sich der Westen inkl. West-Deutschland zusammen geschlossen hat und viele Erzfeindschaften begraben wurden. Für Afrika sehe ich nichts vergleichbares, China macht das viel cleverer als die damalige Sowjetunion, ehe die westliche Politik kapiert hat, was in Afrika läuft und Gegenmaßnahmen einleitet, sitzen die Chinesen schon überall da, wo es für sie etwas zu holen gibt, drin. Das wird allerdings den Menschen in Afrika nicht so zu Gute kommen wie damals den Menschen in West-Deutschland, die Afrikaner werden weiter darben.


Aber welche Rolle spielt China? Ist es die Macht der Erneuerung, an den Menschen interessiert? Oder ist es eine Macht der Ausbeutung, intressiert lediglich an den Bodenschätzen?
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Re: Ebola in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Kölner1302 » Sa 15. Dez 2018, 09:43

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Dec 2018, 09:20)

Diese Hilfe müsste aber auch gewollt sein und Änderungen müssten von der Mehrheit des Volkes mitgetragen werden. Für Deutschland war der Ost-West-Konflikt im Nachhinein betrachtet ein Segen, weil sich der Westen inkl. West-Deutschland zusammen geschlossen hat und viele Erzfeindschaften begraben wurden. Für Afrika sehe ich nichts vergleichbares, China macht das viel cleverer als die damalige Sowjetunion, ehe die westliche Politik kapiert hat, was in Afrika läuft und Gegenmaßnahmen einleitet, sitzen die Chinesen schon überall da, wo es für sie etwas zu holen gibt, drin. Das wird allerdings den Menschen in Afrika nicht so zu Gute kommen wie damals den Menschen in West-Deutschland, die Afrikaner werden weiter darben.


Haben die Deutschen Napoleon gerufen? Haben sie ihn gewollt oder unterstützt? Man weiß es nicht. Die Menschen waren mit ihren privaten Problemen beschäftigt, der Armut, dem Kinderreichtum, dem Hunger. Politik, gar Aufklärung sind in so einer Umgebung sehr abstrakte Begriffe...
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Re: Drohende Hungersnot in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Kölner1302 » Sa 15. Dez 2018, 09:54

China...
Aus China könnte man lernen...
Der Weg Deutschlands aus dem Elend des 30 jährigen Krieges in den Wohlstand hat Jahrhunderte gedauert - für ein Menschenleben zu lang. Das bedeutet für die Menschen Hoffnungslosigkeit. Wer schlau ist macht sich auf den Weg nach Europa...

Aber China hat den Weg vom kommunistischen Absolutismus in die Moderne mit seinen Sonderwirtschaftszonen abgekürzt.
Klein anfangen. Einige Sonderwirtschaftszonen als Inseln des Fortschritts und dann von dort aus das Land entwickeln hat die Entwicklung in China stark beschleunigt.
Das könnte auch ein Beispiel für die ZAR und auch für Nigeria sein...
Zuletzt geändert von Kölner1302 am Sa 15. Dez 2018, 10:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ebola in der Zentralafrikanischen Republik

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 15. Dez 2018, 10:03

Kölner1302 hat geschrieben:(15 Dec 2018, 09:41)

Oder ist es eine Macht der Ausbeutung, intressiert lediglich an den Bodenschätzen?

Natürlich Ausbeutung von Bodenschätzen zusammen mit gewaltigen Landkäufen, um Lebensmittel für China zu produzieren. Da braut sich was zusammen, aber nicht zum Wohle der Afrikaner, die ködert man mit Infrastrukturprojekten, die aber auch in erster Linie dazu dienen, die Bodenschätze und Lebensmittel außer Landes zu schaffen. Ob da viel Arbeit für die Afrikaner abfällt wird man abwarten müssen, noch werden ja viele Han-Chinesen in Afrika eingesetzt, selbst in der Landwirtschaft. Mal sehen, ob China hilft, wenn es dann zur nächsten Hungersnot kommt oder ob dann doch wieder der Westen gefragt ist.
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