Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 11:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 May 2019, 11:22)

Ich frage mich nur, wie es darauf ein so heftiges Echo gibt. Im österreichischen "Standard" waren die Auslassungen Kühnerts und die Reaktionen darauf am Freitag, 3. Mai Thema auf der Titelseite. So ganz normal ist das nicht.


Für mich ist das normal. In 100 Jahren hätten Kühnerts Visionen weniger Aufregung verursacht. Aber heute ist die Erinnerung an die entbehrungsreiche und gewaltvolle sozialistische Herrschaft, auch wenn sie im Fall Österreich, ebenso wie bei uns, nur die Nachbarstaaten betraf, noch allgegenwärtig. Kevin Kühnert ist vielleicht, vielleicht auch nicht, entweder 45 Jahre zu spät oder ein paar hundert Jahre zu früh geboren.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 11:41

Selina hat geschrieben:(05 May 2019, 18:31)

Ich denke eher, dass das die panische Angst etlicher - vor allem konservativer - Leute ist, hier könnte irgendjemand klammheimlich so eine Art DDR-Sozialismus wieder einführen wollen :D Damit hat Kevin Kühnert natürlich nix am Hut. Logisch. Er möchte einfach als Sozialist, dass langfristig etwas gegen die großen sozialen Ungerechtigkeiten unternommen wird, dagegen, dass sich exorbitanter Reichtum in paar wenigen Eigentümer-Händen konzentriert, während die Masse in abhängiger Lohnarbeit so vor sich hinschuftet, ohne in der Wirtschaft maßgeblich mitentscheiden zu können.


Meine Güte....

Woraus sollte sich diese "panische Angst" rekrutieren? Aus der Tatsache, dass ein Juso Phanatasien hegt, die nicht einmal seine eigene Partei unisono teilt und die selbst die Die Linke längst aufgegeben hat, oder nur noch hinter vorgehaltener Hand murmelt, weil sie nicht unter 5% fallen will?

Was ihr Linken nicht begreift ist, dass man Reichtum nur ein einziges Mal umverteilen kann, was für einen äußerst kurzen Zeitraum "alle gleich reich" suggeriert. Danach kann nur noch "alle gleich arm" konstatiert werden.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 6975
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon firlefanz11 » Mo 6. Mai 2019, 11:43

Alter Stubentiger hat geschrieben:(03 May 2019, 16:00)
Die EU muß da auch mal dagegen halten. Wir können uns nicht vorschreiben lassen mit wem wir Geschäfte machen während die USA selbst keine Skrupel hat auch Kettensägen schwingende Potentaten mit Atomtechnologie zu versorgen.

Da geb ich Dir Recht...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 6975
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon firlefanz11 » Mo 6. Mai 2019, 11:48

JJazzGold hat geschrieben:(06 May 2019, 11:41)

Meine Güte....
Aus der Tatsache, dass ein Juso Phanatasien hegt, die nicht einmal seine eigene Partei unisono teilt ...

Ähm, sorry to burst your bubble aber auch wenn seine Partei (SPD) die nicht teilt: Die Jusos als Gesamtheit teilen sie sehr wohl bzw. haben sie sogar im eigenen Programm festgeschrieben...
Das ist der Kern von Kühnerts gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen: die Überwindung des Kapitalismus. Das ist nicht nur sein privater Wunsch, sondern erklärtes Ziel der Jusos: "Wir wollen den Kapitalismus überwinden und treten für eine andere Gesellschaftsordnung, den Sozialismus, ein", heißt es klipp und klar auf der Webseite der SPD-Jugendorganisation. "Sozialismus ist für uns keine unerreichbare Utopie, sondern notwendig, um die Probleme unserer Zeit zu lösen."

https://www.n-tv.de/politik/Kuehnert-li ... 99803.html
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Iwan der Liebe
Beiträge: 895
Registriert: Do 6. Dez 2018, 20:54

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon Iwan der Liebe » Mo 6. Mai 2019, 12:04

firlefanz11 hat geschrieben:(06 May 2019, 11:48)

Ähm, sorry to burst your bubble aber auch wenn seine Partei (SPD) die nicht teilt: Die Jusos als Gesamtheit teilen sie sehr wohl bzw. haben sie sogar im eigenen Programm festgeschrieben...

https://www.n-tv.de/politik/Kuehnert-li ... 99803.html



Was denn, unterschiedliche Meinungen innerhalb einer Hartzpartei? Ist das denn gestattet? Wurde es von VW, RWE, Deutscher Bank und Bayer genehmigt?
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 12:12

firlefanz11 hat geschrieben:(06 May 2019, 11:48)

Ähm, sorry to burst your bubble aber auch wenn seine Partei (SPD) die nicht teilt: Die Jusos als Gesamtheit teilen sie sehr wohl bzw. haben sie sogar im eigenen Programm festgeschrieben...

https://www.n-tv.de/politik/Kuehnert-li ... 99803.html


Ok, ein paar Jungsozialisten teilen seine Visionen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gesamte SPD diese Visionen übernimmt?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kühnerts Visionen Umsetzung erfahren?

Beides nicht annähernd so hoch, dass Altsozialisten Panik erkennen könnten.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
firlefanz11
Beiträge: 6975
Registriert: Mo 10. Sep 2012, 13:18

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon firlefanz11 » Mo 6. Mai 2019, 12:23

JJazzGold hat geschrieben:(06 May 2019, 12:12)


Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kühnerts Visionen Umsetzung erfahren?

Beides nicht annähernd so hoch, dass Altsozialisten Panik erkennen könnten.

Zum Glück...!
Ich wollte auch nur anführen, dass es nicht nur die feuchten Träume eines Einzelnen sind...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 12948
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 6. Mai 2019, 12:52

JJazzGold hat geschrieben:(06 May 2019, 11:31)

Für mich ist das normal. In 100 Jahren hätten Kühnerts Visionen weniger Aufregung verursacht. Aber heute ist die Erinnerung an die entbehrungsreiche und gewaltvolle sozialistische Herrschaft, auch wenn sie im Fall Österreich, ebenso wie bei uns, nur die Nachbarstaaten betraf, noch allgegenwärtig. Kevin Kühnert ist vielleicht, vielleicht auch nicht, entweder 45 Jahre zu spät oder ein paar hundert Jahre zu früh geboren.


Auf Seite 1 war lediglich die Meldung im "Standard" zu lesen. Auf Seite 32, der Kommentar, beginnt folgendermaßen:

Wer es wie Kühnert angeht, der macht sich lächerlich
Birgit Baumann

2. Mai 2019, 18:02

Niemand muss an Wuchermieten und kargem Lohn verzweifeln. Stattdessen wohnen alle Deutschen im Genossenschaftsbau und gehen morgens in die staatseigenen Motorenwerke (ehemals BMW) zur Arbeit, wo sie fröhlich vor sich hin schrauben.

So sähe die Welt von Juso-Chef Kevin Kühnert aus, wäre er SPD-Chef und Kanzler einer sozialistischen Alleinregierung. Um zunächst eine kleine Lanze für den 29-Jährigen zu brechen: Es gehört zum Berufsbild eines Juso-Chefs, auch die eigene Parteispitze aufzuschrecken.
https://www.derstandard.de/story/2000102413370/sozialismusdebatte-in-berlin-zu-stark-nach-links-geblinkt

Das hört sich eher amüsiert als wirklich beängstigt an. Ich sag' Ihnen auch wenigstens einen Grund, warum man in Wien ein klein wenig lockerer mit solchen Vorstellungen umgeht als in Berlin oder München: Wien ist an sich eine ziemlich teure Stadt. Aber sage und schreibe 62 Prozent der Wiener wohnen in einer Wohnung mit staatlicherseits gedeckelten Mieten. 0,5 Prozent werden dafür sowohl von Arbeitnehmern wie von Arbeitgebern abgeführt. Eine kollektivistische Teilenteignung, wenn man so will. Zahnschmerzen jedenfalls tun etwas mehr weh als dieses Element von Sozialismus.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 13:10

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 May 2019, 12:52)

Auf Seite 1 war lediglich die Meldung im "Standard" zu lesen. Auf Seite 32, der Kommentar, beginnt folgendermaßen:

https://www.derstandard.de/story/2000102413370/sozialismusdebatte-in-berlin-zu-stark-nach-links-geblinkt

Das hört sich eher amüsiert als wirklich beängstigt an. Ich sag' Ihnen auch wenigstens einen Grund, warum man in Wien ein klein wenig lockerer mit solchen Vorstellungen umgeht als in Berlin oder München: Wien ist an sich eine ziemlich teure Stadt. Aber sage und schreibe 62 Prozent der Wiener wohnen in einer Wohnung mit staatlicherseits gedeckelten Mieten. 0,5 Prozent werden dafür sowohl von Arbeitnehmern wie von Arbeitgebern abgeführt. Eine kollektivistische Teilenteignung, wenn man so will. Zahnschmerzen jedenfalls tun etwas mehr weh als dieses Element von Sozialismus.



Wahrscheinlich, aber dann ist mir unverständlich, was Sie an der Berichterstattung irritierte.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 12948
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 6. Mai 2019, 13:25

JJazzGold hat geschrieben:(06 May 2019, 13:10)

Wahrscheinlich, aber dann ist mir unverständlich, was Sie an der Berichterstattung irritierte.



Direkt irritiert nicht. Die Chefin der SPÖ-Jugendorganisation Julia Herr hat vor einigen Tagen gefordert, dass jeder der möchte, einen staatlich garantierten Arbeitsplatz mit garantierten 1700 Euro Monatslohn und voller Versicherung bekommt. Auf die Titelseiten deutscher Tageszeitungen schaffen es solche utopischen Forderungen jedenfalls nicht.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mo 6. Mai 2019, 13:29, insgesamt 2-mal geändert.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 13:27

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 May 2019, 13:25)

Direkt irritiert nicht. Die Chefin der SPÖ-Jugendorganisation Julia Herr hat vor einigen Tagen gefordert, dass jeder der möchte, einen staatlich garantierten Arbeitsplatz mit garantierten 1700 Euro Monatslohn und voller Versicherung bekommt. Auf die Titelseiten deutscher Tageszeitungen schaffen es solche utopischen Forderungen jedenfalls nicht.


Dafür haben wir ja den Kevin, made in Germany, und seine utopischen Visionen, die es auf die Titelseiten schaffen. ;)
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 26345
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon relativ » Mo 6. Mai 2019, 13:51

JJazzGold hat geschrieben:(06 May 2019, 11:10)

Wenn man nur wüste, was Kühnert “diskutieren“ will.
Bisher hat er ja nichts anderes von sich gegeben , als seine vage persönliche Vision, ohne dazu zu liefern, wie die Umsetzung konkret aussehen soll.

Nunja hat er doch gesagt. Sein Hauptanliegen war erstmal der Diskursanstoss und keine konkreten Maßnahmen.
Aber wer dem Kevin nicht zuhören will, der macht sich eben sein eigenes Bild, auch wenn es wohl ziemlich falsch ist..
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 2768
Registriert: Sa 26. Mai 2018, 00:15

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon Fliege » Mo 6. Mai 2019, 14:12

Tomaner hat geschrieben:(06 May 2019, 05:27)
In den 1970er Jahren wurde der Ausdruck Neoliberalismus wieder aufgegriffen und erfuhr einen Bedeutungswandel. Oppositionelle Wissenschaftler in Chile benutzten ihn mit negativer Konnotation und kritisierten damit die von Ideen der Chicagoer Schule sowie Friedrich August von Hayek beeinflussten radikalen Reformen durch die Chicago Boys. Heute wird der Begriff vorwiegend abwertend für „Marktfundamentalismus“ verwendet, nicht selten im Zusammenhang mit der New Right und der damit verbundenen Wirtschaftspolitik Ronald Reagans und Margaret Thatchers. https://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus

Diese Verwendung des Begriffs "Neoliberalismus" möchte ich mir nicht zu eigen machen, zumal m. E. Hayek als Ökonom und Sozialphilosoph sowie Thatcher als Politikerin je auf ihren Gebieten wesentliche Einsichten in gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge beisteuerten.

So stammt von Hayek der Hinweis, dass der Wohlfahrtsstaat als Umverteilungsagentur in die Ellenbogengesellschaft führt: "Der Sozialphilosoph Friedrich August von Hayek (1899–1992) nennt diesen Wohlfahrtsstaat eine 'Schacherdemokratie'. Jeder kämpft so gut er kann für sich oder seine Gruppe um Begünstigungen. Damit bringt der Sozialstaat erst jene Ellenbogengesellschaft hervor, die abzuschaffen er angetreten war. Denn nirgendwo sind Ellenbogen so nützlich wie gerade beim Erringen von Privilegien" (Rainer Hank, Warum der Sozialstaat in die Ellenbogengesellschaft führt; Bundeszentrale für politische Bildung online, 2016).

Und von Thatcher stammt das gut sitzende Bonmot: Das Problem mit dem Sozialismus ist, dass einem irgendwann das Geld anderer Leute ausgeht.

Tomaner hat geschrieben:(06 May 2019, 05:27)
Arbeitgeber gründeten mit Millionen Organisationen, wie "Neu Soziale Marktwirtschaft" die nichts anderes bedeuten, wie Kürzung im sozialen Bereich, also Umverteilung von Unten nach Oben. Auch in vielen Ländern hieß es, Privatisierung letzter staatliche Unternehmen, wie Straßenbahnen usw., selbst Gedanken wie Verstaatlichung Wasserwerke. Dies führe aber nicht zu mehr Wohlstand, sondern Verelendung dieser Betriebe, wegen zu wenig Investitionen. Städte hatten dann zwar für kurze zeit mehr Geld, auf Dauer mußten sie aber Leistungen zurückkaufen, was ein Drauflegegeschäft ist. Um aber billiger zu sein, wird an Investitionen gespart und Personal. Preise wurden nicht billiger, Leistungen aber immer schlechter.

Ist es nicht die deutsche Bahn als Staatsunternehmen, die infolge Staatsdirigismus an "Verelendung" "wegen zu wenig Investitionen" leidet? Andererseits kann es eine schlechte Idee sein, kommunale Wasserwerke zu privatisieren, weil Monopole und Marktwirtschaft nicht gut zusammen passen.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 14:15

relativ hat geschrieben:(06 May 2019, 13:51)

Nunja hat er doch gesagt. Sein Hauptanliegen war erstmal der Diskursanstoss und keine konkreten Maßnahmen.
Aber wer dem Kevin nicht zuhören will, der macht sich eben sein eigenes Bild, auch wenn es wohl ziemlich falsch ist..


Kann schon sein. Was genau soll denn diskutiert werden?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 26345
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon relativ » Mo 6. Mai 2019, 14:28

JJazzGold hat geschrieben:(06 May 2019, 14:15)

Kann schon sein. Was genau soll denn diskutiert werden?

Ds der Kühnert mit seinem Vorstoss keine Tagespolitische Forderung gestellt hat, dürfte ja fast jedem klar sein. Das er ein wenig übers Ziel hinausgeschossen ist auch, aber dies macht z.B. ein Seehofer, scheuer ect.pp. wesentlich häufiger.
Bei dem Anstoss geht es natürlich unter Anderem wieder darum, der Gerechtigkeitsdebatte wieder neuen politischen Wind zuzufächern, diesmal über einen anderen Ansatz.
Alles kein linksgrünversifftes Hexenwerk , liebe Jazz. ;)
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 2768
Registriert: Sa 26. Mai 2018, 00:15

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon Fliege » Mo 6. Mai 2019, 14:42

firlefanz11 hat geschrieben:(06 May 2019, 11:48)
[...] auch wenn seine Partei (SPD) die nicht teilt: Die Jusos als Gesamtheit teilen sie sehr wohl bzw. haben sie sogar im eigenen Programm festgeschrieben...

"Das ist der Kern von Kühnerts gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen: die Überwindung des Kapitalismus. Das ist nicht nur sein privater Wunsch, sondern erklärtes Ziel der Jusos: 'Wir wollen den Kapitalismus überwinden und treten für eine andere Gesellschaftsordnung, den Sozialismus, ein', heißt es klipp und klar auf der Webseite der SPD-Jugendorganisation. 'Sozialismus ist für uns keine unerreichbare Utopie, sondern notwendig, um die Probleme unserer Zeit zu lösen.'"
https://www.n-tv.de/politik/Kuehnert-li ... 99803.html

Dieser Befund eröffnet m. E. zwei Perspektiven: Erstens darf sich die SPD angeregt fühlen, über die Trennung von ihrer bisherigen Jugendorganisation nachzudenken; und zweitens, falls dies nicht geschieht, dürfen sich, falls noch vorhanden, liberal geneigte SPD-ler angeregt fühlen, über die Trennung von ihrer nach links abgerutschen Partei nachzudenken, um eine alternative SPD zu gründen.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 14:47

relativ hat geschrieben:(06 May 2019, 14:28)

Ds der Kühnert mit seinem Vorstoss keine Tagespolitische Forderung gestellt hat, dürfte ja fast jedem klar sein. Das er ein wenig übers Ziel hinausgeschossen ist auch, aber dies macht z.B. ein Seehofer, scheuer ect.pp. wesentlich häufiger.
Bei dem Anstoss geht es natürlich unter Anderem wieder darum, der Gerechtigkeitsdebatte wieder neuen politischen Wind zuzufächern, diesmal über einen anderen Ansatz.
Alles kein linksgrünversifftes Hexenwerk , liebe Jazz. ;)


Ich stellte eine Frage.

"Was genau soll denn diskutiert werden?"


Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 26345
Registriert: Di 17. Jul 2012, 10:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon relativ » Mo 6. Mai 2019, 15:05

JJazzGold hat geschrieben:(06 May 2019, 14:47)

Ich stellte eine Frage.

"Was genau soll denn diskutiert werden?"



Habe ich doch geschrieben.
Benutzeravatar
aleph
Moderator
Beiträge: 8096
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 18:25
Benutzertitel: Hat den Überblick
Wohnort: ប្រទេសអាល្លឺម៉ង់

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon aleph » Mo 6. Mai 2019, 15:16

Man muss das Thema jetzt besprechen. Wenn Rezession herrscht, will niemand mehr Unternehmen besteuern.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
Economic Left/Right: -2.5 Social Libertarian/Authoritarian: -3.54
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 34583
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Kühnert möchte Firmen wie BMW verstaatlichen

Beitragvon JJazzGold » Mo 6. Mai 2019, 16:17

relativ hat geschrieben:(06 May 2019, 15:05)

Habe ich doch geschrieben.


Kühnert will eine Gerechtigkeitsdebatte führen?
Mit wem?
Müsste er dazu nicht erst einmal abklären, was jeder seiner gewünschten Gesprächspartner unter “gerecht“ versteht?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt

Zurück zu „22. Parteien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Geribaldi und 4 Gäste