Die Zukunft der CDU

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jack000
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jack000 » Do 31. Okt 2019, 23:29

In der Partei brodelt esDie Pleiten-Serie der Union: 14 verlorene Wahlen in nur vier Jahren
Bei der Landtagswahl in Thüringen verzeichnete die CDU deutliche Stimmenverluste, in der Partei brodelt es. Nur 21,8 Prozent der Wähler in Thüringen machten am vergangenen Sonntag ihr Kreuz bei der CDU.

Es ist auch das schlechteste Wahlergebnis, das die CDU in Thüringen jemals verzeichnet hat. Bereits kurz nach der Pleite wurde innerhalb der Partei Kritik laut, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) twitterte: "Das Wahlergebnis von Thüringen kann die CDU nicht mehr ignorieren oder einfach aussitzen."

In einem Interview mit dem ZDF wurde Merz dann noch konkreter: Das Erscheinungsbild der Bundesregierung sei "grottenschlecht", außerdem lasse Merkel "politische Führung und klare Aussagen" vermissen. Auch von anderen Parteimitgliedern hagelt es Kritik. Axel E. Fischer, Mitglied des Unions-Fraktionsvorstandes, sagte am Dienstag gegenüber der "Augsburger Allgemeinen": „Die Wahlniederlage in Thüringen ist die logische Konsequenz einer gefühlt inhaltsleeren Politik der Bundes-CDU.“

Wie tief der Frust in der CDU sitzen muss, zeigt auch der Blick auf die vergangenen großen Wahlen. Die Bilanz ist bitter: In vier Jahren verzeichnete die Union 14 verlorene Wahlen, die Einbußen an Wählerstimmen sind teilweise gewaltig. Nur bei vier Wahlen konnte die Partei zulegen – in Bremen, in Schleswig-Holstein, in Nordrhein-Westfalen und im Saarland.

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 1dzAJVEa_U

Es gab auch ein paar mal minimale Gewinne, aber insgesamt wurde die CDU durch die Fehler von Fr. Merkel so in Grund und Boden gerissen wie es die CDU noch nie erlebt hat.
=> Mal schauen wie lange es noch dauert bis man Merkel mit einem Arschtritt aus dem Kanzleramt befördert ... (Länger als bis zur nächsten BTW kann es nicht dauern)
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Wähler » Fr 1. Nov 2019, 06:51

jack000 hat geschrieben:(31 Oct 2019, 23:29)
Es gab auch ein paar mal minimale Gewinne, aber insgesamt wurde die CDU durch die Fehler von Fr. Merkel so in Grund und Boden gerissen wie es die CDU noch nie erlebt hat.
Mal schauen wie lange es noch dauert bis man Merkel mit einem Arschtritt aus dem Kanzleramt befördert ... (Länger als bis zur nächsten BTW kann es nicht dauern)

SZ 29. Oktober 2019 Merz attackiert Merkel und die große Koalition
https://www.sueddeutsche.de/politik/mer ... -1.4660274
"Spahn forderte eine Konzentration der Union auf Sachdebatten. "Impfen macht immun gegen Krankheiten. Und gute Sachdebatten, Debatten mit Profil, machen immun gegen Personaldebatten", sagte er während der Vorstellung einer Impfkampagne...Spahn verwies darauf, dass die Halbzeitbilanz der Koalition aus CDU, CSU und SPD nicht schlecht sei. Er nannte als positive Beschlüsse mehr Investitionen in Infrastruktur, Planungsbeschleunigungen, Steuersenkungen, die Begrenzung der Migration sowie soziale Reformen wie die Verbesserung von Pflegeleistungen."
Unzufriedenheit mit der Halbzeitbilanz der Regierung Merkel ist verständlich, braucht aber auch Gegen- und Ergänzungsvorschläge. Herr Merz hält sich da bedeckt und wird beim nächsten CDU-Parteitag aus der Deckung kommen müssen. Der Parteitag könnte auch darüber entscheiden, ob es eine zweite Halbzeit der Großen Koalition gibt, oder die Klärung der Kanzlerkandidatur für eine mögliche Neuwahl durch konstruktives Misstrauensvotum und absichtlich verlorene Vertrauensfrage im nächsten Frühjahr vorgezogen wird. Wahrscheinlich findet sich aber keine Verschwörergruppe, um Angela Merkel zu stürzen oder zum Rücktritt zu bewegen.
siehe auch: Koalitionstracker
https://www.sueddeutsche.de/politik/bun ... -1.3959524
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Schlettow » So 3. Nov 2019, 19:10

Es wird interessant auf dem Parteitag Ende November im Leipzig.

Die Junge Union bringt ihren Antrag auf Urwahl des Kanzlerkandidaten ein, was als Frontalangriff auf Frau Karrenbauer gewertet wird. Und Friedrich Merz hat bereits angekündigt nach auf dem eine programmatische Rede zu halten.

Friedrich Merz will auf dem bevorstehenden Bundesparteitag der CDU eine programmatische Rede halten. Lösungen für die Union wolle er präsentieren, kündigt er in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" an. Demnach will der unterlegene Bewerber um den CDU-Vorsitz nach der Rede von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auftreten. Auch wenn Merz das vermutlich weit von sich weisen würde: Man könnte die Ankündigung fast als Kampfansage interpretieren.

Merz will laut "FAS" die Aussprache über die Arbeit der Parteivorsitzenden für seine Wortmeldung nutzen. Gegenüber Parteifreunden habe er seine Rede sinngemäß mit den Worten angekündigt: "Es wurden schon andere Reden in Leipzig gehalten." In Leipzig fand 2003 der Reformparteitag der CDU statt. Damals warb Parteichefin Angela Merkel für "das größte und umfassendste Reformpaket, das es in der CDU Deutschlands seit langem gegeben hat".


https://www.tagesschau.de/inland/merz-r ... g-101.html
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Julian » So 3. Nov 2019, 20:01

Es ist halt die Frage, ob die CDU noch rechtzeitig aufwacht oder ob sie überhaupt aufwacht. Die Bürger interessieren ja nicht irgendwelche Verlautbarungen, sondern konkrete Handlungen, denn immerhin ist die CDU Regierungspartei im Bund und in vielen Ländern.

Mittlerweile könnte der Vertrauensverlust auch so groß sein, dass die Partei nicht mehr zu retten ist und den Weg der italienischen Christdemokraten geht. Man ist absichtlich nach links gerückt, weil man die Implosion der SPD gesehen hat. Leider ist damit auch der Markenkern der CDU abhanden gekommen, und man hat die rechte Flanke entblößt.

Die AfD ist das Geschöpf Merkels, sie hat ihr sogar den Namen verliehen, als sie ihre Politik alternativlos nannte. Die CDU hat es noch nicht einmal vermocht, diese Frau in ihren Ruhestand zu schicken, sondern hat sich im Rahmen der Teilung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz auf ein seltsames Doppelspiel mit der sogenannten Mini-Merkel, auch bekannt als AKK, eingelassen. Der Machtwechsel innerhalb der Partei wurde total vergeigt, nun sind Merkel und ihre Wunschnachfolgerin AKK verbrannt.

Gauland sagt, dass die AfD die neue bürgerliche Volkspartei sei. Das kann man so oder anders sehen, auf jeden Fall nährt sich die AfD trefflich vom Fleische der CDU.
Zuletzt geändert von Julian am So 3. Nov 2019, 20:03, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » So 3. Nov 2019, 20:02

Julian hat geschrieben:(03 Nov 2019, 20:01)

Es ist halt die Frage, ob die CDU noch rechtzeitig aufwacht oder ob sie überhaupt aufwacht. Die Bürger interessieren ja nicht irgendwelche Verlautbarungen, sondern konkrete Handlungen, denn immerhin ist die CDU Regierungspartei im Bund und in vielen Ländern.

Mittlerweile könnte der Vertrauensverlust auch so groß sein, dass die Partei nicht mehr zu retten ist und den Weg der italienischen Christdemokraten geht. Man ist absichtlich nach links gerückt, weil man die Implosion der SPD gesehen hat. Leider ist damit auch der Markenkern der CDU abhanden gekommen, und man hat die rechte Flanke entblößt.

Die AfD ist das Geschöpf Merkels, sie hat ihr sogar den Namen verliehen, als sie ihre Politik alternativlos nannte. Die CDU hat es noch nicht einmal vermocht, diese Frau in ihren Ruhestand zu schicken, sondern hat sich auf ein seltsames Doppelspiel mit der sogenannten Mini-Merkel, auch bekannt als AKK, eingelassen. Der Machtwechsel innerhalb der Partei wurde total vergeigt, nun sind Merkel und ihre Wunschnachfolgerin AKK verbrannt.

Gauland sagt, dass die AfD die neue bürgerliche Volkspartei sei. Das kann man so oder anders sehen, auf jeden Fall nährt sich die AfD trefflich vom Fleische der CDU.


Hoffentlich wird dieser Söder nicht Kanzlerkandidat.... Denkst du, dass der Chancen hätte?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Realist2014 » So 3. Nov 2019, 20:03

rain353 hat geschrieben:(03 Nov 2019, 20:02)

Hoffentlich wird dieser Söder nicht Kanzlerkandidat.... Denkst du, dass der Chancen hätte?



Er hat es selber ausgeschlossen.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Julian » So 3. Nov 2019, 20:10

rain353 hat geschrieben:(03 Nov 2019, 20:02)

Hoffentlich wird dieser Söder nicht Kanzlerkandidat.... Denkst du, dass der Chancen hätte?


Naja, meine Kontakte zur CDU sind inzwischen sehr begrenzt, so dass ich die Lage nicht wirklich seriös einschätzen kann. Ich habe auf jeden Fall große Zweifel, dass es AKK wird. Es würde mich wundern, wenn sie das Ruder noch herumreißen kann. Auf der anderen Seite hat sich gezeigt, dass die CDU weit nach links gerückt ist, weswegen ich Merz eigentlich auch nicht als Favorit sehe.

Wer bleibt? Söder würde ich raten, sich erst in Bayern zu stabilisieren, bevor er Ambitionen auf ein Bundesamt kundtut. Ich habe Anlass zu glauben, dass er das selbst auch so sieht.

Ich glaube persönlich eher, dass die CDU einen weiteren Kandidaten aus dem Hut zaubert, etwa einen Parteilinken wie Laschet. Was die CDU übersieht, ist, dass sie von der SPD gar nicht mehr so viele Wähler herüberziehen kann, und dass ihre linksgrüne Politik verzögert zum Erstarken der Grünen geführt hat. Die rechte Flanke hat die Partei vollkommen vergessen und vernachlässigt; ein Strauß würde sich im Grabe umdrehen.

Ich fühle mich wie ein Zeuge, der das, was er vermutet und befürchtet hat, in Zeitlupe betrachtet: Erst den Untergang der linken, dann der rechten Volkspartei. Gewinner werden Grüne und AfD sein, die klarere Alternativen bieten. Allerdings werden auch sie nicht die Höhen einer Volkspartei erreichen, weswegen das Parteiensystem in Deutschland vor allem als unübersichtlich und zunächst als dysfunktional erscheinen wird.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Schlettow » So 3. Nov 2019, 21:00

Söder hat doch gerade erst das schlechteste CSU-Ergebnis aller Zeiten bei Landtagswahlen eingefahren. Und seitdem dümpelt die CSU in den Umfragen weiter bei 37 Prozent herum. Nun versucht er die CSU genauso in Richtung linksgrün zu "modernisieren", wie Merkel es mit der CDU bereits gemacht hat. Scheinbar möchte Herr Söder gerne wie die CDU in Richtung 25 Prozent stürzen.

Laschet macht eigentlich keinen Sinn. Er kommt aus demselben Lager wie Karrenbauer. Beide sind Anhänger des linksgrünen "Modernisierungskurses" von Frau Merkel, der die Partei in den Abgrund geführt hat.

Bei dieser CDU wirkt nicht mal mehr das frühere Schreckgespenst Rot-Rot-Grün als Wahlargument. Denn mit der SPD und den Grünen regiert die CDU bereits überall in Deutschland und bei den SED-Nachfolgern fallen so langsam auch die letzten Hemmungen für eine Zusammenarbeit.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Julian » So 3. Nov 2019, 21:28

Schlettow hat geschrieben:(03 Nov 2019, 21:00)
[...]
Laschet macht eigentlich keinen Sinn. Er kommt aus demselben Lager wie Karrenbauer. Beide sind Anhänger des linksgrünen "Modernisierungskurses" von Frau Merkel, der die Partei in den Abgrund geführt hat.
[...]


Da gebe ich Ihnen natürlich recht. Nur: Erkennt das auch die CDU, diese CDU? Ich könnte mir vorstellen, dass sich analog zu Söders Einlassungen die Haltung durchsetzt, dass man einfach noch nicht linksgrün genug war.

Also: Mehr desselben! Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in dieser Partei einen Rechtsruck geben könnte.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » Mo 4. Nov 2019, 09:35

Julian hat geschrieben:(03 Nov 2019, 21:28)

Da gebe ich Ihnen natürlich recht. Nur: Erkennt das auch die CDU, diese CDU? Ich könnte mir vorstellen, dass sich analog zu Söders Einlassungen die Haltung durchsetzt, dass man einfach noch nicht linksgrün genug war.

Also: Mehr desselben! Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in dieser Partei einen Rechtsruck geben könnte.


Welcher Linksgrüne Söder bitte ? Hab ich was verpasst?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Politics » Mo 4. Nov 2019, 14:50

Angesichts der internationalen Krisen und der angespannten Weltlage, hat der Staats- und Verfassungsrechtler Rupert Scholz (80) Deutschland aufgefordert, die eigenen Interessen klar zu formulieren und zu vertreten. Dem Tagesspiegel sagte er: „Eine Nation muss ihre eigenen Interessen wahrnehmen und durchsetzen. Das ist ein Stück nationale Identität für jeden Staat. Wir Deutschen können das nicht.“ Andere Staaten würden eine solche Haltung aber nicht verstehen und als Schwäche ausmachen, glaubt Scholz, der wörtlich sagte: „Der deutsche Pazifismus wird im Ausland als Kneifen gesehen. Wir erklären ihn aus unserer Geschichte heraus. Aber andere Staaten verstehen das heute nicht mehr, für sie ist er verantwortungsscheu.“

Der 80-Jährige kritisierte zudem den Umgang mit der AfD. Es sei „falsch“, die AfD ausschließlich „als Populisten zu bekämpfen“. Er, Scholz, empfinde es als „positiv, dass die AfD sich als parlamentarische Kraft definiert und als Partei agiert“. Man müsse sich mit den Argumenten beschäftigen, „passiert das nicht ernsthaft, wird die AfD stärker werden“.Rupert Scholz ist seit 1983 CDU-Mitglied und ein bekennender Konservativer, dessen Credo vom Philosophen Odo Marquard stammt: Zukunft braucht Vernunft.


https://www.tagesspiegel.de/politik/rup ... 62082.html

Lesenswerter Artikel.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 4. Nov 2019, 15:06

"Zukunft braucht Vernunft"

Schönes Motto. Bedeutet aber, dass Deutschland wohl keine Zukunft mehr hat, zumindest momentan vermisse ich jegliche Vernunft in Deutschland.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Fliege » Mo 4. Nov 2019, 15:39

Politics hat geschrieben:(04 Nov 2019, 14:50)
"[...]
Rupert Scholz ist seit 1983 CDU-Mitglied und ein bekennender Konservativer, dessen Credo vom Philosophen Odo Marquard stammt: Zukunft braucht Vernunft."
https://www.tagesspiegel.de/politik/rup ... 62082.html
Tom Bombadil hat geschrieben:(04 Nov 2019, 15:06)
"Zukunft braucht Vernunft"

Schönes Motto. Bedeutet aber, dass Deutschland wohl keine Zukunft mehr hat, zumindest momentan vermisse ich jegliche Vernunft in Deutschland.

Da Odo Marquard ein, so meine Einschätzung, rechtsliberaler Skeptiker war (gestorben 2015), verwendet Marquard auch das Motto: "Zukunft braucht Herkunft" (Titel eines Aufsatzes und Titel eines Reclam-Bandes mit Aufsätzen von ihm). Deine Anmerkung lässt sich auch auf Herkunft erstrecken: Deutschland ist dabei, seine Zukunft zu verspielen, da neben Vernunft auch Herkunft verloren zu gehen droht.

Etwas ähnliches klingt bei Scholz an, der dem Tagesspiegel sagte (ebenda): "Eine Nation muss ihre eigenen Interessen wahrnehmen und durchsetzen. Das ist ein Stück nationale Identität für jeden Staat. Wir Deutschen können das nicht" (wohl im Sinne von: können das nicht mehr, da verlernt).

Die Reimung von "Zukunft", "Vernunft", "Herkunft" gehört zu dem, was Marquard schmunzelnd als "Transzendentalbelletristik" bezeichnet, was als philosophische Lyrik in die Rhetorik gehört.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Schlettow » Mo 4. Nov 2019, 21:54

Alexyessin hat geschrieben:(04 Nov 2019, 09:35)
Welcher Linksgrüne Söder bitte ? Hab ich was verpasst?


Der Söder, der meint, die gute alte Zeit von Franz-Josef Strauß sei entgültig vorbei.
Der Söder, der meint, die CSU müsse endlich grüner, weiblicher und "moderner" werden.
Der Söder, der den traditionsreichen "Bayernkurier" einstellt um mit dem gesparten Geld die "Modernisierung" zu finanzieren.
Der Söder, der die Grünen noch grün überholen will und "Klimaschutz" ins Grundgesetz schreiben will.
Der Söder, der eine radikale Frauenquote in der CSU durchsetzen wollte und damit glücklicherweise an der Basis gescheitert ist.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Fliege » Mo 4. Nov 2019, 21:57

Schlettow hat geschrieben:(04 Nov 2019, 21:54)
Der Söder, der meint, die gute alte Zeit von Franz-Josef Strauß sei entgültig vorbei.
Der Söder, der meint, die CSU müsse endlich grüner, weiblicher und "moderner" werden.
Der Söder, der den traditionsreichen "Bayernkurier" einstellt um mit dem gesparten Geld die "Modernisierung" zu finanzieren.
Der Söder, der die Grünen noch grün überholen will und "Klimaschutz" ins Grundgesetz schreiben will.
Der Söder, der eine radikale Frauenquote in der CSU durchsetzen wollte und damit glücklicherweise an der Basis gescheitert ist.

Ich kenne keinen Franken, der Söder für mehr als einen Sprücheklopfer halten würde. Mitarbeiter der Regierung in den Bezirken, sofern sie Franken sind, äußern sich aus Gründen der Arbeitsplatzsicherheit nicht zu diesem Thema.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » Mo 4. Nov 2019, 22:04

Schlettow hat geschrieben:(04 Nov 2019, 21:54)

Der Söder, der meint, die gute alte Zeit von Franz-Josef Strauß sei entgültig vorbei.
Der Söder, der meint, die CSU müsse endlich grüner, weiblicher und "moderner" werden.
Der Söder, der den traditionsreichen "Bayernkurier" einstellt um mit dem gesparten Geld die "Modernisierung" zu finanzieren.
Der Söder, der die Grünen noch grün überholen will und "Klimaschutz" ins Grundgesetz schreiben will.
Der Söder, der eine radikale Frauenquote in der CSU durchsetzen wollte und damit glücklicherweise an der Basis gescheitert ist.


Radikale Frauenquote? Interessant was du so alles siehst.
Also, kommt noch was konkretes oder wars das jetzt?
Denn deine "Aufzählung" ist schon sehr dünn und nicht wirklich das, was du behauptet hast.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » Mo 4. Nov 2019, 22:05

Fliege hat geschrieben:(04 Nov 2019, 21:57)

Ich kenne keinen Franken, der Söder für mehr als einen Sprücheklopfer halten würde.


Und das obwohl er Franke ist? Sind das wieder die innerfränkischen Probleme mit den Neambeachern?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Fliege » Mo 4. Nov 2019, 22:08

Alexyessin hat geschrieben:(04 Nov 2019, 22:05)
Und das obwohl er Franke ist? Sind das wieder die innerfränkischen Probleme mit den Neambeachern?

Man schämt sich als Franke, was sonst?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Schlettow » Mo 4. Nov 2019, 22:31

Alexyessin hat geschrieben:(04 Nov 2019, 22:04)
Radikale Frauenquote? Interessant was du so alles siehst.


Ja, es gab große Diskussionen auf dem Parteitag, die Basis ist auf die Barrikaden gegangen, Söder hat seine grünfeministische Quote nicht durchgebracht und mußte sich auf einen deutlich abgeschwächten Kompromißvorschlag zurückziehen um noch mit einem blauen Auge aus dem Parteitag zu kommen. Das war auch eine breites Thema in allen großen Nachrichtensendungen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » Mo 4. Nov 2019, 23:09

Schlettow hat geschrieben:(04 Nov 2019, 22:31)

Ja, es gab große Diskussionen auf dem Parteitag, die Basis ist auf die Barrikaden gegangen, Söder hat seine grünfeministische Quote nicht durchgebracht und mußte sich auf einen deutlich abgeschwächten Kompromißvorschlag zurückziehen um noch mit einem blauen Auge aus dem Parteitag zu kommen. Das war auch eine breites Thema in allen großen Nachrichtensendungen.


Stell dir vor, ich hab den Parteitag gesehen. Wo das Grünfeministisch sein soll erschließt sich mir immer noch nicht. Werde doch endlich mal konkret!
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