Was wollen die Grünen?

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jorikke
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon jorikke » Mo 18. Nov 2019, 22:43

Realist2014 hat geschrieben:(18 Nov 2019, 22:32)

Ach so- Ziel ist also Preiserhöhung = Inflation....


Mitnichten.
Letztlich wird das umgelegt, die Preise werden etwas steigen. Allerdings ist die Geldmenge, die durch diese geringe Erhöhung die letztlich nur eine kleine Gruppe betrifft, zusätzlich in den Umlauf kommt und Preis erhöhend wirkt, nicht sonderlich relevant.

Es wird beklagt, dass die Schere zwischen arm und reich sich immer weiter öffnet. Um das etwas abzumildern kann man entweder unten drauflegen oder oben abknapsen.
...was wäre dir denn lieber?
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Tomaner » Di 19. Nov 2019, 05:31

Realist2014 hat geschrieben:(18 Nov 2019, 18:23)

Das beurteilen immer die, die dafür bezahlen.



Für Erläuterungen hinsichtlich des Produktionsfaktors Kapital ist dies der falsche Strang.



Logisch, in diesem Szenario gibt es auch keine Leistung des Kapitals...



Vermutungen und Wissen differieren manchmal extrem....



Den Satz verstehe ich nicht. :?:


Der, der sich etwas kauft, weiß nicht, wer was am Produkt verdient. Wenn man sich eine Jeans für 80 Euro kauft, weiß ein Käufer ob der chinesische Hersteller 4,50 Euro bekam und der Transport und Handel, sowie der Markenhergeber 75,50 Euro? Die anderen haben also 16 fache Leistung vollbracht, als Hersteller?

Was du icht verstehst ist, der Profit ist umso höher, je mehr Lohn man den Arbeitern vorenthält. Wenn du also Leistung am Profit messen tust, dann umso größer die Ausbeutung, umso besser die leistung?
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon firlefanz11 » Di 19. Nov 2019, 09:51

Fliege hat geschrieben:(18 Nov 2019, 16:32)

Was wäre eine Verbotspartei, die keine Verbote fordert? :D


Das wird Donald Duck besonders gut gefallen... ;)
Der Parteitag beschloss ein Papier, das unter anderem Klimazölle auf importierte Produkte vorsieht.
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon firlefanz11 » Di 19. Nov 2019, 09:54

Tomaner hat geschrieben:(18 Nov 2019, 17:45)

Steht in der Überschrift, um dann im Artikel nichts davon zu schreiben.

Verstehend lesen muss man natürlich schon können... :rolleyes:
„Natürlich braucht ein Markt Regeln, und ja, das kann man auch Verbote nennen“, rief sie unter dem Applaus der Delegierten.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 11:07

jorikke hat geschrieben:(18 Nov 2019, 22:43)

Mitnichten.
Letztlich wird das umgelegt, die Preise werden etwas steigen. Allerdings ist die Geldmenge, die durch diese geringe Erhöhung die letztlich nur eine kleine Gruppe betrifft, zusätzlich in den Umlauf kommt und Preis erhöhend wirkt, nicht sonderlich relevant.

Es wird beklagt, dass die Schere zwischen arm und reich sich immer weiter öffnet. Um das etwas abzumildern kann man entweder unten drauflegen oder oben abknapsen.
...was wäre dir denn lieber?


Ich würde sagen, unzureichend differenzierend.

Denn die "Niedriglöhner" stehen ja nicht bei den Unternehmen auf der Payroll, welche die "hohen Gewinne" erzielen.

Die Unternehmen mit den hohen Renditen ( vornehmlich Exportunternehmen) produzieren hochwertieg (teure) Produkte und zahlen auch hohe Gehälter.

Diejenigen Unternehmen, welche die Niedriglöhner auf der Payroll haben(personalintensive Dienstleistungen mit geringer Wertschöpfung) , werden die höheren Löhne entweder auf die Preise aufschlagen müssen, oder MA entlassen und weitere Arbeitsverdichtung vornehmen.....
Zuletzt geändert von Realist2014 am Di 19. Nov 2019, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 11:11

Tomaner hat geschrieben:(19 Nov 2019, 05:31)


Was du icht verstehst ist, der Profit ist umso höher, je mehr Lohn man den Arbeitern vorenthält. Wenn du also Leistung am Profit messen tust, dann umso größer die Ausbeutung, umso besser die leistung?


Was ist an Tariflöhnen "Ausbeutung"?

Wenn jemand wissen möchte, was SEINE Arbeit ( = Leistung) am Markt tatsächlich wert ist, dann muss er sich selbständig machen.

Das würde für einige eine böse Überraschung bedeuten.

Und ja, der Gewinn IST die Leistung des Unternehmens und Löhne sind KOSTEN, welchen diesen schmälern.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Tomaner » Di 19. Nov 2019, 14:41

firlefanz11 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 09:54)

Verstehend lesen muss man natürlich schon können... :rolleyes:

Wer will radikale freie Marktwirtschaft ohne Regeln???? Die AfD?
In Wirklichkeit ist AfD die verbotspartei hoch 10! Sie ist gegen freie Presse und guten Recherchen. Sie ist gegen alles was links ist und für Arbeiter was tut. Sie ist gegen 12 Euro Mindeslohn. Sie ist gegen Religionsfreieheit. Sie ist gegen Flüchtlingen. Sie ist gegen Holocaustdenkmal. Sie ist gegen Moscheen. Sie ist gegen Kopftuch. Sie ist gegen unser demokratisches System. Sie ist gegen FfF. Sie ist gegen Umweltschutz. Sie ist gegen Windkraft, gegen Solarenergie. Sie ist gegen DGB Gewerkschaften und damit gegen Menschenrechtsartikel dazu. Sie ist gegen Demos, wenn es gegen ihr geht und für Demokratie.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon jorikke » Di 19. Nov 2019, 14:59

Realist2014 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 11:07)

Ich würde sagen, unzureichend differenzierend.

Denn die "Niedriglöhner" stehen ja nicht bei den Unternehmen auf der Payroll, welche die "hohen Gewinne" erzielen.

Die Unternehmen mit den hohen Renditen ( vornehmlich Exportunternehmen) produzieren hochwertieg (teure) Produkte und zahlen auch hohe Gehälter.

Diejenigen Unternehmen, welche die Niedriglöhner auf der Payroll haben(personalintensive Dienstleistungen mit geringer Wertschöpfung) , werden die höheren Löhne entweder auf die Preise aufschlagen müssen, oder MA entlassen und weitere Arbeitsverdichtung vornehmen.....


Es wird auf die Preise aufgeschlagen.
Keiner geht pleite, keiner wird entlassen.
... weil alle gleichermaßen betroffen sind.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 15:05

jorikke hat geschrieben:(19 Nov 2019, 14:59)

Es wird auf die Preise aufgeschlagen.
Keiner geht pleite, keiner wird entlassen.
... weil alle gleichermaßen betroffen sind.


Das ist auch nicht ganz richtig.

Einen Anstieg der Lohnkosten um 25% ist nicht so einfach "verkraftbar" oder eben durch Preiserhöhung auf dem Markt in diesen speziellen Märkten durchzusetzen....
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon jorikke » Di 19. Nov 2019, 15:10

Realist2014 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 15:05)

Das ist auch nicht ganz richtig.

Einen Anstieg der Lohnkosten um 25% ist nicht so einfach "verkraftbar" oder eben durch Preiserhöhung auf dem Markt in diesen speziellen Märkten durchzusetzen....


Was soll´s ?
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Bei einer an sich guten und gewollten Maßnahme sind Nebengeräusche hinzunehmen.
Wer Eventualitäten der dritten Nachkommastelle über Gebühr Gehör schenkt bekommt nichts auf die Reihe.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Tomaner » Di 19. Nov 2019, 15:10

Realist2014 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 11:11)

Was ist an Tariflöhnen "Ausbeutung"?

Wenn jemand wissen möchte, was SEINE Arbeit ( = Leistung) am Markt tatsächlich wert ist, dann muss er sich selbständig machen.

Das würde für einige eine böse Überraschung bedeuten.

Und ja, der Gewinn IST die Leistung des Unternehmens und Löhne sind KOSTEN, welchen diesen schmälern.

Nur wer hat wirklich Tariflohn? Und von denen die Tariflohn haben, wer hat Tarif von DGB Gewerkschaft, und nicht vielleicht von Billiggewerkschaft CGM wie Phönixtarifvertrag? Das nächste Problem ist, gute Tarife kann man auch nur da erkämpfen, wo man viele Mitglieder hat.

Im Prinzip ist jeder Arbeitgeber, der eine verkauft eben Arbeitskraft der andere Waren. Die entscheidende Frage ist, was ist was wert? Also was ist Arbeitskraft wert und was der Einsatz von Kapital? Und der Wert der Arbeitskraft wird von Kapitalseite als sehr gering angesehen. Erst durch organisierern der Arbeitskraft und solidarischer Verweigerung, erreicht man augenhöhe zum Kapital. Für schöne blaue Augen, bekommt man keinen Cent mehr angeboten. So schön der Tariflohn sein mag, es gelingt den Arbeitnehmern nicht umzuverteilen. Lohnerhöhungen bestehen aus 3 Teilen: Inflationsausgleich plus Ausgleich für Rationalisierung plus Umverteilungsvariante. Letzteres wurde fast nie erreicht und zweiteres nicht immer. Es kann ja auch jeder sehen, die Managergehälter werden immer höher und sind inzwischen mehr als 200 mal soviel wie Gehälter Arbeiter!
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 15:12

jorikke hat geschrieben:(19 Nov 2019, 15:10)

Was soll´s ?
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.
Bei einer an sich guten und gewollten Maßnahme sind Nebengeräusche hinzunehmen.
Wer Eventualitäten der dritten Nachkommastelle über Gebühr Gehör schenkt bekommt nichts auf die Reihe.


Ich sehe da bei den betroffenen Branchen ( speziell in den neuen Bundesländern) mehr Arbeitsplätze gefährdet als lediglich im Bereich der dritten Nachkommastelle...
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 15:18

Tomaner hat geschrieben:(19 Nov 2019, 15:10)

Nur wer hat wirklich Tariflohn? Und von denen die Tariflohn haben, wer hat Tarif von DGB Gewerkschaft, und nicht vielleicht von Billiggewerkschaft CGM wie Phönixtarifvertrag? Das nächste Problem ist, gute Tarife kann man auch nur da erkämpfen, wo man viele Mitglieder hat.


Tja, DAs ist nun Sache der Arbeitnehmer, den GEwerkschaften beizutreteten.

Im Prinzip ist jeder Arbeitgeber, der eine verkauft eben Arbeitskraft der andere Waren. Die entscheidende Frage ist, was ist was wert? Also was ist Arbeitskraft wert und was der Einsatz von Kapital? Und der Wert der Arbeitskraft wird von Kapitalseite als sehr gering angesehen. Erst durch organisierern der Arbeitskraft und solidarischer Verweigerung, erreicht man augenhöhe zum Kapital. Für schöne blaue Augen, bekommt man keinen Cent mehr angeboten. So schön der Tariflohn sein mag, es gelingt den Arbeitnehmern nicht umzuverteilen.


Das ist mir zu ideolgisch gefärbt.

Lohnerhöhungen bestehen aus 3 Teilen: Inflationsausgleich plus Ausgleich für Rationalisierung plus Umverteilungsvariante.


Wo steht das? Zuerst einmal muss die Investition sich lohnen, sonst findet sie nicht statt. Und die Lohnerhöhung kann nicht höher sein als der tatsächliche Produktivitätszuwachs in EURO für das jeweilige Unternehmen.

Letzteres wurde fast nie erreicht und zweiteres nicht immer.


logisch- siehe oben.

Es kann ja auch jeder sehen, die Managergehälter werden immer höher und sind inzwischen mehr als 200 mal soviel wie Gehälter Arbeiter!


Und? Das" bezahlen" nun aber die Aktionäre oder Eigentümer der Unternehmen durch einen geringeren Gewinn.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Fliege » Di 19. Nov 2019, 17:38

Tomaner hat geschrieben:(19 Nov 2019, 14:41)
Wer will radikale freie Marktwirtschaft ohne Regeln???? Die AfD?

Nebenbei: Kann es sein, dass du deine Aversion gegen Wirtschaftsliberalität (auch "Neoliberalismus" genannt) auf die AfD überträgst?
Medienversagen: "für den gehobenen Moralbedarf"; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Tomaner » Di 19. Nov 2019, 18:35

Fliege hat geschrieben:(19 Nov 2019, 17:38)

Nebenbei: Kann es sein, dass du deine Aversion gegen Wirtschaftsliberalität (auch "Neoliberalismus" genannt) auf die AfD überträgst?

Das Programm nahezu aller extrem rechten Parteien ist gegen Arbeitnehmer gerichtet. Schaut man alleine bei AfD auf der Seite des Arbeitnehmerflügels, sind dort Arbeitgeber selbst, und Unternehmensberater vertreten. Eine Forderung auf dieser Seite (AidA) ist dann auch, Sozialhilfen nicht dauerhaft zu bezahlen.
AidA wurde im Februar 2014 in Lüneburg gegründet, der Impuls ging maßgeblich von Robert Buck aus.
Nazi-Verschwörer als Vorbild?
Buck, bis Dezember 2017 Bundessprecher, jetzt Vize bei AidA, ist auch im Landesvorstand der Hamburger AfD. Auf seinem Facebookprofil präsentiert er wohlwollend Friedrich Wilhelm II., nebst Kaiserhymne »Heil, Dir im Siegerkranz« und dessen Reichskanzler Otto von Bismarck. Der Kaiser, und noch stärker sein Kanzler, waren erklärte Feinde der Sozialdemokratie, der ArbeiterInnenbewegung sowie des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie. Doch Bucks politische Ahnentafel geht noch viel weiter zurück. Als kämpferischer Wikingerfan zitiert er den Göttervater, Kriegs- und Totengott Tyr, mit den Worten: »Von seinen Waffen, im freien Feld, weiche man keinen Schritt.« Mehrfach postete Buck auch Aktionen der »Identitären« und erklärte seinen LeserInnen im Oktober 2017, deren beliebte Schlagwörter wie »Umvolkung« und »großer Austausch« seien nun auch Teil seines Vokabulars.
Parteipolitisches Vorbild dürfte für Buck die in den Nachkriegsjahren von Altnazis unterwanderte nordrhein-westfälische »Freie Demokratische Partei« (FDP) sein. Deren »Aufruf zur Nationalen Sammlung – Das deutsche Programm« von 1952 präsentiert Buck mit ironischem Unterton als »nach heutigem Verständnis total ‹rechts›«. In der Tat heißt es hier gleich zu Beginn: »Wir bekennen uns zum Deutschen Reich.« Anfang der 1950er Jahre hatten ehemalige NS- und SS-Funktionäre versucht, die damals sehr rechts verortete FDP in Nordrhein-Westfalen zu unterwandern. Werner Naumann, letzter Staatssekretär im Goebbels’schen Reichspropagandaministerium, verfasste zusammen mit dem ehemaligen Leiter der NS-Rundfunkabteilung Hans Fritsche sowie den hohen SS-Führern Alfred Six und Werner Best eben jenen Aufruf als programmatischen Entwurf. Dieser konnte jedoch gegen das »Liberale Manifest« anderer FDP-Landesverbände nicht durchgesetzt werden. Im Januar 1953 wurden die Verschwörer um Naumann von den britischen Behörden festgenommen und damit der letzte Putschversuch ehemaliger NS-Eliten in Westdeutschland zerschlagen.

Weiteres rechtes Personal
Ebenfalls als Stellvertreter im AidA-Vorstand fungiert Frank Neufert aus Sachsen. Er bekundete Sympathie für die »Identitären« und steht laut »Tagesspiegel« dem »Flügel« von Björn Höcke nahe. Das Amt des Beisitzers übt André Nemji aus Bayern aus, der 2012 noch Kreisvorstandsmitglied der extrem rechten Partei »Bürgerbewegung Prodeutschland« in München war. 2011 berichtete der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen über diese Kleinstpartei. Als sie sich im November 2017 auflöste und viele Mitglieder in die AfD übertreten wollten, erklärte Parteisprecher Christian Lüth (AfD): »Diese Partei steht auf unserer Unvereinbarkeitsliste, sie können gar nicht aufgenommen werden.« Einer der nur hart an der Grenze der Unvereinbarkeit agiert, ist AidA-Kassenprüfer Lars Steinke. Er bewegt sich seit Jahren im Umfeld der »Identitären« und militanter Neonazis. Als Steinke im Juli 2017 zum Landesvorsitzenden der »Jungen Alternative« (JA) Niedersachsen gewählt wurde, traten mehrere JA-Funktionäre aus Protest aus. Als Begründung wurde unter anderem angeführt, Steinke organisiere gemeinsame Auftritte und Demonstrationen »mit dem rechtsextremen ‹Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen›«. Im November 2017 erhob die Staatsanwaltschaft Göttingen Anklage wegen Bildung einer bewaffneten Gruppe gegen drei dieser Kameraden.

Bundessprecher Christian Waldheim aus Norderstedt ist bezeichnenderweise ebenso wie sein früherer Vize Sascha Walther aus Hamburg gar kein Arbeitnehmer. Walther ist Geschäftsführer und Gesellschafter eines Sicherheitsunternehmens und Waldheim ist Geschäftsführer seiner Firma »EBS Consulting«. Was Kleinstunternehmer Waldheim jedoch nicht davon abhält, Gewerkschaftsfunktionären vorzuwerfen, es ginge ihnen nur um die eigenen Futtertröge. Auf den AidA-Seiten wird auch immer wieder versucht, Menschen anhand der Herkunft, der Kultur oder der Religion zu spalten, indem gegen Muslime oder Geflüchtete agitiert wird. Statt für gleiche Rechte am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft zu streiten, wird insbesondere Geflüchteten eine Sündenbockfunktion zugewiesen. Eine multikulturelle Gesellschaft sowie Chancengleichheit und Diversität in den Unternehmen sind AidA ein Graus. Und gelegentlich steigert sich AidAs Propaganda in übelste, neonazistische Hetze. Die »rechte Gewerkschaft« dürfte hiermit vor allem rechte, standortnationalistische und unternehmensfriedliche ArbeitnehmerInnen ansprechen, die jahrzehntelang in ethnisch weiß dominierten Belegschaften gearbeitet haben und sich nun gegen ArbeitsmigrantInnen nach unten abgrenzen möchten.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Teeernte » Di 19. Nov 2019, 21:43

Tomaner hat geschrieben:(19 Nov 2019, 18:35)

Das Programm nahezu aller extrem rechten Parteien ist gegen Arbeitnehmer gerichtet.


Hartzer sind bei denen eben Keine "Arbeit" - nehmer...

Soll das ein AfD Strang werden ? ...oder wird Grün in 20 Jahren mit der AfD koalieren ??
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 20. Nov 2019, 09:40

Teeernte hat geschrieben:(19 Nov 2019, 21:43)

Hartzer sind bei denen eben Keine "Arbeit" - nehmer...

Soll das ein AfD Strang werden ? ...oder wird Grün in 20 Jahren mit der AfD koalieren ??

Bei dem wird jedes Thema mit AfD Bla Bal zugespamt... :rolleyes:
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 20. Nov 2019, 11:14

firlefanz11 hat geschrieben:(20 Nov 2019, 09:40)

Bei dem wird jedes Thema mit AfD Bla Bal zugespamt... :rolleyes:


Schon richtig, dass man hier wieder die AFD breit kaut, stört einfach, die AFD hat ihren eigenen Strang, hier geht einzig um die Partei Bündnis 90 Dir Grünen und deren Personal und Programm.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 25. Nov 2019, 10:41

Transportunternehmer Kühne kann sich Habeck als Kanzler vorstellen, laut Wallstreet online.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 2. Dez 2019, 10:08

Kanzlerkanidat Debatte bei den Grünen: laut Welt legt sich MP Kretschmann erneut auf Habeck fest, dabei wäre Krezschmann selbst wohl auch ein heißer Kanidat, der MP der ehemaligen CDU Hochburg Baden Württemberg.

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