Zukunft der CSU

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imp
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon imp » Di 21. Aug 2018, 13:59

Ein Terraner hat geschrieben:(21 Aug 2018, 12:06)
Wahlkampf aus nicht mehr vollständig nachvollziehbaren Geldquellen bis zu Machtübernahme.

Sorry, ich dachte kurz, das sei hier der AfD-Thread.

Für die CSU könnten sich die Abschiebepläne um jeden Preis noch rächen. Überregionale Medien spießen auf, wie unangemessen im Einzelfall hier perfekt integrierte Personen abtransportiert werden.
https://www.tagesschau.de/kommentar/spu ... l-105.html
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Ein Terraner
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Ein Terraner » Di 21. Aug 2018, 14:05

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(21 Aug 2018, 13:59)

Sorry, ich dachte kurz, das sei hier der AfD-Thread.


Entschuldige die Verwirrung. ;)
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Julian
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Julian » Di 21. Aug 2018, 14:08

Alexyessin hat geschrieben:(21 Aug 2018, 13:40)

Das du ein spezielles Problem mit dem Islam hast ist ja keine neue Nachricht.
Was du als demütige Unterwerfung betiteln musst, da sonst deine Argumentation nicht aufgeht ist mir bewusst. Ändert nichts an der Tatsache, das ich für die religiösen Empfindungen anderer Menschen erstmal Rücksicht nehme, bzw. daran nicht irgendwelche Unterwerfungsszenarien sehe.
Wie schon gesagt, der letzte Besuch auf dem Tempelberg von Christen im Auftrag des Herren dürfte sich zur Zeit des Kreuzzugs gehandelt haben. War keine ruhmreiche Idee der adeligen Schmarotzer aus Europa.


Ich wollte eigentlich nicht mehr zu dem Thema schreiben, muss jetzt aber dennoch deine Falschbehauptung korrigieren: Wie kommst du darauf, dass die beiden deutschen Bischöfe der erste christliche Besuch auf dem Tempelberg seit den Kreuzzügen seien?

Schau hier, der Herr Ratzinger auf dem Tempelberg - mit Kreuz:
https://www.tagesspiegel.de/politik/pap ... 10680.html

Und wie kommst du darauf, überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Kreuzzügen und den heutigen Repräsentanten des Christentums herstellen zu wollen? Hast du das von eifernden Muslimen übernommen?

Und ansonsten: Der Islam und die Muslime mögen keine homosexuellen Freidenker; im Gegenteil, viele Muslime würden mir den Tod wünschen. Was soll ich also für diese Religion übrig haben? Ganz davon abgesehen, dass es nicht nur um mich persönlich, sondern auch andere Menschen geht, die vom Islam unterdrückt werden oder unterdrückt würden, kämen sie in seinen Machtbereich.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 21. Aug 2018, 14:13

Julian hat geschrieben:(21 Aug 2018, 14:08)

Ich wollte eigentlich nicht mehr zu dem Thema schreiben, muss jetzt aber dennoch deine Falschbehauptung korrigieren: Wie kommst du darauf, dass die beiden deutschen Bischöfe der erste christliche Besuch auf dem Tempelberg seit den Kreuzzügen seien?

Schau hier, der Herr Ratzinger auf dem Tempelberg - mit Kreuz:
https://www.tagesspiegel.de/politik/pap ... 10680.html


Ach, den hatte ich vergessen. Mea culpa.

Julian hat geschrieben:(21 Aug 2018, 14:08)
Und wie kommst du darauf, überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Kreuzzügen und den heutigen Repräsentanten des Christentums herstellen zu wollen? Hast du das von eifernden Muslimen übernommen?


Nein, historische Betrachtung. Befasse dich hierzu ruhig mal mit der Geschichte. ;)

Julian hat geschrieben:(21 Aug 2018, 14:08)
Und ansonsten: Der Islam und die Muslime mögen keine homosexuellen Freidenker; im Gegenteil, viele Muslime würden mir den Tod wünschen. Was soll ich also für diese Religion übrig haben? Ganz davon abgesehen, dass es nicht nur um mich persönlich, sondern auch andere Menschen geht, die vom Islam unterdrückt werden oder unterdrückt würden, kämen sie in seinen Machtbereich.


Erstens: Mich würden sie in jedem autoritären Staat aufhängen. Dafür ist meine Klappe zu groß. Und es wäre da egal, ob das im Iran, Saudi-Arabien, China oder im alten Chile.
Nicht der Islam an sich unterdrückt, sondern die Herrscher, die sich Religionen zu eigen machen um die Menschen zu unterdrücken. Ich mein, nimm nur mal die Geschichte mit der Vergewaltigung in der Ehe ( damit wir zurück zur CSU finden ). DIE wollten das nicht abschaffen, weil ja in der Bibel steht, dem Manne untertan sein.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Katenberg » Di 21. Aug 2018, 14:27

Ein Terraner hat geschrieben:(21 Aug 2018, 10:53)

Es kann sein das die Bevölkerung nicht so recht mit spielte, aber die katholische Kirche hat den europäischen Faschismus und Nationalsozialismus gefördert wo sie nur konnte, dafür gibt es genug Belege.



Jein, das würde erstmal voraussetzen, dass es eine einheitliche Faschismusdefinition gäbe, dies es nicht gibt. Natürlich war die katholische Kirche im Sinne der eigenen Interessenpolitik in diese Entwicklungen involviert. In Italien kam es durch die Verträge zu einer geordneten Aufteilung zwischen Staat und Kirche, wodurch diese eben auch kein Interesse daran hatte, dies zu ändern. In Spanien war sie gewiss als Machtstütze aktiv. Das liegt zum einen daran, dass die Gegenkräfte nunmal direkt existentiell gegen die Kirche gesteltt waren (Kommunisten). Die Bollwerk-Äußerung ein paar Beiträge zuvor ist aber auch wiederum richtig. Durch den Status der katholischen Kirche war hier ein freies Denken möglich und ein Wirken, insbesondere durch Priester, Ordens- und Gemeindeleute geschützt.

Der Nationalsozialismus ist eine Sonderrolle, die es kritisch macht, ihn unter die Faschismen zu ordnen. Hier sind es zuweilen Gegenpole, auch hier gibt es eine Teilkooperation, auch aus eigenem Exostenzerhalt, aber größere Formen des Widerstands. Eine größere Verurteilung setzte erst später ein, dennoch fanden entsprechende Taten bereits vorher statt.

Die Rolle der katholischen Kirche bzgl Nationalsozialismus und Faschismus ist kritisch zu betrachten, von einer generellen Förderung ist dabei jedoch abzusehen, die gab es so nicht, liefe auch nicht nur der Lehre, sondern eigenen Interessen zuwider.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Katenberg » Di 21. Aug 2018, 14:34

Seitens der Wahlkreisprognosen geht man derzeit davon aus, dass nur CSU und Grüne Direktmandate bekommen werden. Die Grünen nur in München und Nürnberg.
Bei einer derartigen Konzentration auf die Grünen in den sozialistischen Kernwahlgebieten in Bayern dürfte das Ausfallen der SPD wohl noch schlechter werden, als angedacht. Nach meinem Eindruck setzt aber auch die Opposition derzeit nicht auf Wechselstimmung oder eine klare Wechselperspektive sondern eher darauf, sich ein wenig an der CSU zu laben. Zum einen kann dies ein Zeichen sein, dass die FW eine Koalition mit der CSU wirklich wollen, oder dass eine Wechselstimmung nicht besteht.

Weiterhin denke ich, dass sich das Spiel für die CSU auszahlen wird, die aktuellen AfD-Umfragewerte zu hoch sind und die CSU mindestens klar über 40% liegen wird. Die Grünen werden auf Kosten der SPD Platz 2 erreichen, die AfD wird Platz 3 einnehmen und die SPD entweder knapp zweistellig oder hinter die Freien Wähler fallen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon SirToby » Di 21. Aug 2018, 17:33

Alexyessin hat geschrieben:(21 Aug 2018, 10:44)

Echt? Wo kann ich denn in der Bibel die Stelle finden?


Die Bibel selbst gibt Zeugnisse von Nächstenliebe, ein Gebot zur Nächstenliebe gibt es meines Wissens nach nicht.

Jesus sagt in Matthäus 22,38,39:
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

Das kann man als Interpretation der mittelbaren Gemeinschaft auffassen.

Das worauf man sich heute meistens beruft hat folgenden Ursprung;

"Jesu Worte in Lukas 6, 27ff zeigen wie weit die Liebe zum Nächsten gehen sollte:
27 Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen;28 segnet, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen! 29 Dem, der dich auf die Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Untergewand nicht! 30 Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück! 31 Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, tut ihnen ebenso! 32 Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. 33 Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. 34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das gleiche wieder empfangen.
35 Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36 Seid8 nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! 37 Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden; und verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Laßt los, und ihr werdet losgelassen werden9. 38 Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit demselben Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden. "

Es gibt also unterschiedliche Fassungen in der Bibel.

Bei der Thora hiess das Original:

„An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin JHWH.“

Das ist es relativ klar, dass damit das eigene Volk gemeint ist, und nicht irgendwelche Fremden von ausserhalb.

Innerhalb der Bibel gibt es beide Auslegungen: Welche eine stärkere Gewichtung hat, bleibt dem Interpreten überlassen:
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon SirToby » Di 21. Aug 2018, 17:40

Ein Terraner hat geschrieben:(20 Aug 2018, 21:01)

Das stimmt nicht, die katholische Kirche hat Hitler gefördert wo es nur ging.


Links-alternative und ihre Fake-News Stories... :rolleyes:


"Insgesamt stand die katholische Kirche dem Nationalsozialismus ferner als der Protestantismus, ohne dessen Einfluss Hitler nie an die Macht gekommen wäre, wie der evangelische Theologe und Historiker Günter Brakelmann schreibt. Dagegen drohten die katholischen Bischöfe vor 1933 jedem mit Exkommunikation, der in die NSDAP eintreten wollte. Nach der Machtübernahme allerdings rieten einige von ihnen zum Mitmachen. Jetzt könne man nur noch "von innen her" zum Guten wirken."

https://www.zeit.de/2014/26/erich-klaus ... me/seite-2

Katholizismus und Nationalsozialismus hatten gemeinsame Gegner, was sie aber nicht automatisch zu Verbündeten gemacht hat.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Ein Terraner » Di 21. Aug 2018, 17:48

SirToby hat geschrieben:(21 Aug 2018, 17:40)

Links-alternative und ihre Fake-News Stories... :rolleyes:
.

Du mich auch, Quellen hab ich gepostet, mach was daraus wenn du willst.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon SirToby » Di 21. Aug 2018, 21:32

Einfach mal lesen, was Alexyesin so gepostet hat, der hat es ganz gut erklärt.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon jack000 » Di 21. Aug 2018, 22:03

Vor allem müssen erstmal die Leute in Bayern auf dem Land gefragt werden um festzustellen wohin die Reise geht ...
=> Was ist mit Industrie 4.0? Wann bekommen wir schnellere Internetanschlüsse?
DU30:
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Uffzach » Di 21. Aug 2018, 22:07

Der Niedergang der CSU eröffnet den Weg zu mehr Zentralstaatlichkeit in D und zur Überwindung des bremsenden Föderalismus.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Ein Terraner » Di 21. Aug 2018, 22:12

SirToby hat geschrieben:(21 Aug 2018, 21:32)

Einfach mal lesen, was Alexyesin so gepostet hat, der hat es ganz gut erklärt.


Der Vatikan ist sofort nachdem Hitler 11933 zum Kanzler wurde mit ihm ins Bett und hat ihn unterstütz und gefördert wo es nur ging. In den Zeiten davor wo Hitler noch nicht mal absehbar war hatte der Vatikan nur damit zu tun seine Stellung zu festigen und schloss ein Konkordat nach dem anderen ab und war hauptsächlich mit Mussolini und Franco beschäftigt, allerdings muss Eugenio Pacelli zu dieser Zeit auch recht oft mit der NSDAP zu tun gehabt haben.

Wie sich die Katholiken dank vatikanischer Hilfe mit dem Nationalsozialismus aussöhnten


Von Seiten der Verteidiger des späteren Papstes Pius XII. hört man jedoch häufig, das Reichskonkordat mit Hitler von 1933 sei vorrangig eine Idee Hitlers gewesen, um das Image seiner Regierung aufzubessern. Die eben geschilderten Vorgänge belegen hingegen, dass der Vatikan und insbesondere Pacelli schon sehr viel länger und intensiver, ja geradezu wie besessen auf dieses Ziel hingearbeitet hatten. Und die Frage, ob der Vatikan Hitler zur Macht verholfen hat oder nicht, ist zumindest in Deutschland genauso heikel wie die Frage, weshalb Pius XII. später zum Holocaust geschwiegen hat. Denn ohne die Machtübernahme Hitlers hätte es auch keinen Holocaust gegeben. Und eine Frage ist, wenn wir einmal auf das Konkordat mit Italien zurückblenden: Was war diesmal der Preis, den die Kirche für ein Konkordat mit Deutschland zu zahlen bereit war? Und jetzt wird es spannend.

Am 30. Januar 1933 übernahm Adolf Hitler als neuer Reichskanzler die Macht im Deutschen Reich. Nachdem das katholische Zentrum sich widerspenstig gezeigt hatte, war es der katholische ehemalige Zentrumspolitiker Franz von Papen, der die Bildung einer Rechtsregierung unter Führung von Adolf Hitler eingefädelt hatte, in der er selbst Vizekanzler wurde. Doch noch hatte Hitler nicht ganz gewonnen. Denn noch stand, so Karlheinz Deschner, "der deutsche Katholizismus fast geschlossen gegen Hitler; die Parteien, die Verbände und der größte Teil der Gläubigen" (Teil 1, S. 435). Nur die Evangelischen und ihre Pfarrer hatte Hitler zum allergrößten Teil schon auf seiner Seite. Die katholischen Bischöfe hielten jedoch noch kurze Zeit an ihrer Haltung fest, dass eine Mitgliedschaft in der NSDAP nicht mit dem katholischen Glauben vereinbar sei. Und bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 konnten die Nationalsozialisten zwar ihre Stimmenzahl leicht erhöhen, sie erreichten jedoch nicht die absolute Mehrheit. Die katholischen Parteien blieben weiterhin "stabil". Doch im Vatikan setzte man nicht auf die katholischen Parteien, sondern auf ein anderes "Pferd". Doch was tat seinerseits das "Pferd"? John Cornwell schreibt:
"Angesichts seiner Entschlossenheit, einen neuen Kulturkampf mit dem Risiko eines erfolgreichen katholischen Widerstands zu vermeiden, wollte Hitler sich nicht direkt mit den Bischöfen anlegen. Es musste jedoch etwas geschehen, um sie zu neutralisieren. Und genau an diesem Punkt kam Pacellis Streben nach einem Reichskonkordat Hitler zu Hilfe." (Cornwell, S. 167)

Und Hitler gelang weit mehr als eine "Neutralisierung" der katholischen Bischöfe. Er hat auch sie - wie schon zuvor die Protestanten - schließlich ganz auf seine Seite gezogen. Dabei kam Hitler zu Hilfe, dass mit dem Prälaten Ludwig Kaas an der Spitze der Zentrumspartei nun ein katholischer Priester stand, noch dazu ein enger Vertrauter Kardinal Pacellis, der ständig nach Rom fuhr und dort sich darüber beriet, was er tun solle. Und dieser Prälat Kaas kam schon einen Tag nach der Märzwahl zu Vizekanzler Papen und erklärte - so beschreibt es Deschner - er komme zwar "ohne zuvorige Fühlungsnahme mit seiner Partei" doch er sei "nunmehr bereit, einen Strich unter die Vergangenheit zu setzen" (Teil 1, S. 436). Als dann Ende März das sogenannte Ermächtigungsgesetz im Reichstag zur Abstimmung stand, mit dem Hitler den Parlamentarismus abschaffte und sich diktatorische Vollmachten sicherte, gab es in der Zentrumspartei zunächst erbitterte Meinungsverschiedenheiten. Am Ende setzte sich jedoch Prälat Kaas in seiner Partei durch, indem er rief: "Bin denn nun ich der Führer der Partei oder wer sonst?" (zit. nach Cornwell, S. 169) Jeder wusste natürlich, dass Zentrumsführer Prälat Kaas mit den obersten Führern der Katholiken in Rom in ständigem Kontakt stand. Das Zentrum stimmte folglich dem Ermächtigungsgesetz zu und löste sich später selbst auf, damit es nur noch die NSDAP gebe. Und die deutschen Bischöfe zogen ihre Kritik am Nationalsozialismus eine knappe Woche später zurück. Und an diesem 28.3.1933 verkündeten die deutschen Bischöfe, dass nun auch jeder Katholik Mitglied der NSDAP sein könne.


https://www.theologe.de/papst_pius-xii_ ... ozialismus

Das war keine Anbiederung, das war Kalkül.
Zuletzt geändert von Ein Terraner am Mi 22. Aug 2018, 09:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Mi 22. Aug 2018, 08:29

Uffzach hat geschrieben:(21 Aug 2018, 22:07)

Der Niedergang der CSU eröffnet den Weg zu mehr Zentralstaatlichkeit in D und zur Überwindung des bremsenden Föderalismus.


Es wird schon Verfassungsmässig in Deutschland keinen Zentralismus mehr geben können. Zum Glück für alle beteiligten. Denn die Geschichte hat gezeigt, das ein zentralistisches Deutschland zweimal sehr schlecht gefahren ist. Das mag dir nicht gefallen, sind aber beides Fakten.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Mi 22. Aug 2018, 08:31

SirToby hat geschrieben:(21 Aug 2018, 17:33)

Die Bibel selbst gibt Zeugnisse von Nächstenliebe, ein Gebot zur Nächstenliebe gibt es meines Wissens nach nicht.

Jesus sagt in Matthäus 22,38,39:
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

Das kann man als Interpretation der mittelbaren Gemeinschaft auffassen.

Das worauf man sich heute meistens beruft hat folgenden Ursprung;

"Jesu Worte in Lukas 6, 27ff zeigen wie weit die Liebe zum Nächsten gehen sollte:
27 Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen;28 segnet, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen! 29 Dem, der dich auf die Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Untergewand nicht! 30 Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück! 31 Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, tut ihnen ebenso! 32 Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. 33 Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. 34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das gleiche wieder empfangen.
35 Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 36 Seid8 nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! 37 Und richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet werden; und verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt werden. Laßt los, und ihr werdet losgelassen werden9. 38 Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit demselben Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden. "

Es gibt also unterschiedliche Fassungen in der Bibel.

Bei der Thora hiess das Original:

„An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin JHWH.“

Das ist es relativ klar, dass damit das eigene Volk gemeint ist, und nicht irgendwelche Fremden von ausserhalb.

Innerhalb der Bibel gibt es beide Auslegungen: Welche eine stärkere Gewichtung hat, bleibt dem Interpreten überlassen:


Das ist doch der theologisch große Unterschied zwischen Judentum und Christentum. Eben nicht eine auserwählte Gruppe sondern alle.
Egal ob der Zöllner, Maria Magdalena usw.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon SirToby » Fr 24. Aug 2018, 09:09

Alexyessin hat geschrieben:(22 Aug 2018, 08:31)

Das ist doch der theologisch große Unterschied zwischen Judentum und Christentum. Eben nicht eine auserwählte Gruppe sondern alle.
Egal ob der Zöllner, Maria Magdalena usw.


Bitte was???

Dass der Messias schon auf der Erde war, spielt keine Rolle?

Und dass man diesem Glauben beitreten kann?

Sorry, aber ihr persönlich gefühlter grosser Unterschied ist bestenfalls eine Interpretationslage. Nächstenliebe ist nicht universal, sondern vor dem Zeitgeist zu sehen.

Christus ging es nicht darum eine Religion der Nächstenliebe zu gründen, sondern um eine stärkere Hinwendung zu Gott, die er im vorherrschenden Judentum nicht fand (seine Interpretation). Die Nächstenliebe war, unabhängig von der Auslage, Beiwerk, kein zentraler Aspekt des Glaubens.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 24. Aug 2018, 09:13

SirToby hat geschrieben:(24 Aug 2018, 09:09)

Bitte was???

Dass der Messias schon auf der Erde war, spielt keine Rolle?

Und dass man diesem Glauben beitreten kann?

Sorry, aber ihr persönlich gefühlter grosser Unterschied ist bestenfalls eine Interpretationslage. Nächstenliebe ist nicht universal, sondern vor dem Zeitgeist zu sehen.


Als Jesus nach dem Wichtigsten im Leben gefragt wurde, antwortete er: Das Wichtigste ist es, Gott zu lieben mit deinem ganzen Sein. Und genau so wichtig ist es, deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst. (Die Bibel, Matthäus, Kapitel 22, Verse 37- 40)


Ich kann da keinen Bezug auf das Wort in der Thora finden. Tut mir leid.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon SirToby » Fr 24. Aug 2018, 09:27

Alexyessin hat geschrieben:(24 Aug 2018, 09:13)

Ich kann da keinen Bezug auf das Wort in der Thora finden. Tut mir leid.


Liebe deinen Nächsten, nicht den Fremden von anderer Religion und Herkunft...

Alles andere ist Wunschdenken.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon aleph » Fr 24. Aug 2018, 09:33

Alexyessin hat geschrieben:(22 Aug 2018, 08:31)

Das ist doch der theologisch große Unterschied zwischen Judentum und Christentum. Eben nicht eine auserwählte Gruppe sondern alle.
Egal ob der Zöllner, Maria Magdalena usw.


An der Stelle eine kleine off-topic Berichtigung: Du kannst ja die Juden hier im Forum fragen, aber das Judentum sieht ihren Gott als den Gott aller Menschen, der für die gesamte Welt einen Plan hat.
Deine Sicht ist die Sicht von NT, Christentum und da vor allem die westlichen Konfessionen. Leider sagt das NT nicht die Wahrheit über das Judentum. Muss man bei Gelegenheit darauf hinweisen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon aleph » Fr 24. Aug 2018, 09:37

Alexyessin hat geschrieben:(22 Aug 2018, 08:29)

Es wird schon Verfassungsmässig in Deutschland keinen Zentralismus mehr geben können. Zum Glück für alle beteiligten. Denn die Geschichte hat gezeigt, das ein zentralistisches Deutschland zweimal sehr schlecht gefahren ist. Das mag dir nicht gefallen, sind aber beides Fakten.

Es heißt ja nicht, dass das immer so sein muss. Manche Dinge sind ja zentralisiert und manche Dinge könnte man zentralisieren. Im Übrigen war "nur" der NS-Staat ein Zentralstaat. Das Bismarckreich und die Weimarer Republik waren Bundesstaaten. Das Kaiserreich hatte ja nicht mal eine deutsche Staatsbürgerschaft. Die Bürger dieses Reiches waren Bürger der Bundesstaaten.
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