Die Zukunft der SPD

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yogi61
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 10. Feb 2019, 10:45

SPD-Chefin Nahles kann bei ihren Plänen zum Umbau des Sozialstaats auf den Rückhalt von Finanzminister Scholz bauen. Der Parteivize stellte sich hinter die Vorschläge, sich vom Hartz-IV-System zu verabschieden.

SPD-Vize Olaf Scholz hat sich hinter die Pläne von Parteichefin Andrea Nahles gestellt, die Sozialgesetze grundlegend zu überarbeiten und sich damit auch von den Hartz-IV-Gesetzen abzuwenden. Die Zeit habe sich gewandelt, sagte Scholz der "Süddeutschen Zeitung". Die SPD schlage deshalb gut 15 Jahre nach den bislang letzten grundlegenden Reformen "abermals eine Modernisierung des Sozialstaates vor".

Der immer schnellere Wandel der Arbeitswelt durch technischen Fortschritt und Globalisierung dürfe nicht mit weniger Sicherheit einhergehen, sagte Scholz. Er halte deshalb etwa Verbesserungen bei der Dauer des Arbeitslosengeldbezugs für nötig.


https://www.tagesschau.de/inland/scholz ... n-101.html

Wir werden sehen, wie ernst die Genossen es wirklich meinen.Folgerichtig wäre da natürlich ein Ausscheiden aus der GroKo, weil die Union wohl kauf darauf eingehen wird.
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yogi61
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Re: 17,5%!! ...Was glaubt ihr, wie würde sich ein Ablehnen der GroKo seitens der SPD-Basis auf deren Umfragewerte auswir

Beitragvon yogi61 » So 10. Feb 2019, 10:50

NB3 hat geschrieben:(09 Feb 2019, 05:12)

"Zukunft jetzt machen." :|

Wer ist die Zielgruppe eines solchen Slogans? Wer fühlt sich von diesem Sprachstil angezogen, angesprochen? Menschen, die noch nicht alt genug oder noch nicht lange genug in Deutschland sind, um wählen zu dürfen? Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz? Die Fans von Wagenknecht und Höcke? Die letzten Donalds der Sozialdemokratie? What the fuck? Wer liest so einen Slogan und beschließt "Der ist toll, den nehmen wir! Werft die Pressen an!" Wer sitzt daneben und nickt dieses Elend unkommentiert ab? Was ist mit dieser Partei nicht in Ordnung?


Mein Gott, ein Slogan :rolleyes: Man kann sich ja über die SPD aufregen, aber das halte ich für stark übertrieben. Normalerweise ist es doch die Union, die mit völlig schwachsinnigen Slogans wie
"Aus Liebe zu Deutschland: Freiheit statt Sozialismus oder Auf in die Zukunft - aber nicht auf roten Socken" kommt. Wenn schon, sollte man sich mit den Inhalten auseinandersetzen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 10. Feb 2019, 17:36

Die SPD bereitet in Berlin ihren Abgang aus der Chaos-Regierung vor. Zwar spät, aber besser als nie.
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jorikke
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Re: 17,5%!! ...Was glaubt ihr, wie würde sich ein Ablehnen der GroKo seitens der SPD-Basis auf deren Umfragewerte auswir

Beitragvon jorikke » So 10. Feb 2019, 18:08

yogi61 hat geschrieben:(10 Feb 2019, 10:50)

Mein Gott, ein Slogan :rolleyes: Man kann sich ja über die SPD aufregen, aber das halte ich für stark übertrieben. Normalerweise ist es doch die Union, die mit völlig schwachsinnigen Slogans wie
"Aus Liebe zu Deutschland: Freiheit statt Sozialismus oder Auf in die Zukunft - aber nicht auf roten Socken" kommt. Wenn schon, sollte man sich mit den Inhalten auseinandersetzen.


Slogans sollen Aufmerksamkeit erregen. Nix inhaltliches. "Zukunft jetzt machen" finde ich nicht schlecht. Beinhaltet er doch das Investitionen für die Zukunft wie Forschung, Bildung, Wohnungsbau usw. nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden sollen, sondern jetzt angepackt werden sollen.
Übrigens war die rote socken Kampagne von Hinze durchaus wirkungsvoll. Der PDS, gegen die sie gemünzt war, hat es genutzt. Die haben dazu gewonnen. Verloren hat die SPD.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sunny.crockett » Mi 13. Feb 2019, 15:49

yogi61 hat geschrieben:(10 Feb 2019, 17:36)

Die SPD bereitet in Berlin ihren Abgang aus der Chaos-Regierung vor. Zwar spät, aber besser als nie.


Echt? Glaube ich nicht. Da müsste Nahles ja auch etwa 1/4 ihrer eigenen BT-Abgeordneten sagen, dass sie nach Neuwahlen ihren Platz räumen müssen.

Die SPD hätte schon mehrfach bessere Gelegehneiten gehabt, aus der Groko auszusteigen. So wie beim Streit CDU/CSU, wo man danach wieder klein beigegeben hat. Damals wäre der schwarze Peter an der Union hängen geblieben, steigt die SPD jetzt aus, ist sie selbst der Buhmann.

Wobei...der SPD ist jedes noch so bescheuerte Vorgehen zuzutrauen....
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wolverine » Mi 13. Feb 2019, 16:38

sunny.crockett hat geschrieben:(13 Feb 2019, 15:49)

Echt? Glaube ich nicht. Da müsste Nahles ja auch etwa 1/4 ihrer eigenen BT-Abgeordneten sagen, dass sie nach Neuwahlen ihren Platz räumen müssen.

Die SPD hätte schon mehrfach bessere Gelegehneiten gehabt, aus der Groko auszusteigen. So wie beim Streit CDU/CSU, wo man danach wieder klein beigegeben hat. Damals wäre der schwarze Peter an der Union hängen geblieben, steigt die SPD jetzt aus, ist sie selbst der Buhmann.

Wobei...der SPD ist jedes noch so bescheuerte Vorgehen zuzutrauen....


Bei dem Abwärtstrend der großen Parteien sehe ich die SPD zukünftig unter 10%.
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Re: 17,5%!! ...Was glaubt ihr, wie würde sich ein Ablehnen der GroKo seitens der SPD-Basis auf deren Umfragewerte auswir

Beitragvon schokoschendrezki » Do 14. Feb 2019, 09:45

NB3 hat geschrieben:(09 Feb 2019, 05:12)
Wer ist die Zielgruppe eines solchen Slogans? Wer fühlt sich von diesem Sprachstil angezogen, angesprochen? Menschen, die noch nicht alt genug oder noch nicht lange genug in Deutschland sind, um wählen zu dürfen? Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz? Die Fans von Wagenknecht und Höcke? Die letzten Donalds der Sozialdemokratie? What the fuck? Wer liest so einen Slogan und beschließt "Der ist toll, den nehmen wir! Werft die Pressen an!" Wer sitzt daneben und nickt dieses Elend unkommentiert ab? Was ist mit dieser Partei nicht in Ordnung?

Von einem sachlichen Standpunkt aus, dürfte es gar nicht darum gehen, ob ein Argument "Fans anspricht" sondern darum, ob es vernünftig ist. Sorry für diesen Allgemeinplatz.

Ich würde zu diesem Thema den aktuellen politischen Essay "Linke Identitätspolitik" empfehlen. https://www.deutschlandfunk.de/linke-id ... _id=438586

Darin wird insbesondere auf den Scheinwiderspruch zwischen dem Engagement sich links verstehender politischer Parteien für Minderheiten und der Forderung von Linken nach einer Wiederhinwendung zu Klassenfragen und Klassenkampf hingewiesen. Auch die Rhetorik des Klassenkampfs war unter allen linken politischen Bewegungen schon immer identitär. War immer begleitet von Stolz, Ehre, Herkunft, Zugehörigkeit und einem "Ich bin einer von euch!".

Es wird das Beispiel Obama gebracht. Der in einer Kundgebung einmal einen Burger gereicht bekam und für diesen - wenn schon - dann "Dijon-Senf" verlangte. Das hat mir gefallen! Lasst mich zufrieden mit diesem "Ich bin einer von euch". Mit diesem "Wir hier im Norden". "Wir in Sachsen." "Wir im Ruhrgebiet" usw. Man kommt zu linken Positionen wie der nach einer Begrenzung der Vermögens- und Einkommensunterschiede einfach aus Vernunftsgründen. Es ist vernünftig, die Einkommensunterschiede in einer Gesellschaft zu begrenzen. Das beste wäre es, diese vernunftsgründe mit mathematischen Herleitungen zu begründen. Das wäre im Sinne von Marxens Kapital. Zu versuchen, die Mechanismen zu durchschauen und nicht auf Zugehörigkeiten zu setzen. Nicht mit "Ich bin einer von euch". Die ganze Diskussion um identitäre Politik von links wie auch (natürlich) von rechts wird noch einmal Fahrt aufnehmen. Gerade hat der berühmte Politikwissenschaftler Fukuyama seine eigentlich gescheiterte 90er-Jahre-These vom "Ende der Geschichte" mit einer Art ehrenrettenden Fortsetzung in Form eines aktuellen Buchs mit dem Titel "Identität" weitergeführt. Es gehe angeblich grundsätzlich um Ehre, Würde und eben "Identität".
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Re: 17,5%!! ...Was glaubt ihr, wie würde sich ein Ablehnen der GroKo seitens der SPD-Basis auf deren Umfragewerte auswir

Beitragvon Selina » Do 14. Feb 2019, 18:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(14 Feb 2019, 09:45)

Von einem sachlichen Standpunkt aus, dürfte es gar nicht darum gehen, ob ein Argument "Fans anspricht" sondern darum, ob es vernünftig ist. Sorry für diesen Allgemeinplatz.

Ich würde zu diesem Thema den aktuellen politischen Essay "Linke Identitätspolitik" empfehlen. https://www.deutschlandfunk.de/linke-id ... _id=438586

Darin wird insbesondere auf den Scheinwiderspruch zwischen dem Engagement sich links verstehender politischer Parteien für Minderheiten und der Forderung von Linken nach einer Wiederhinwendung zu Klassenfragen und Klassenkampf hingewiesen. Auch die Rhetorik des Klassenkampfs war unter allen linken politischen Bewegungen schon immer identitär. War immer begleitet von Stolz, Ehre, Herkunft, Zugehörigkeit und einem "Ich bin einer von euch!".

Es wird das Beispiel Obama gebracht. Der in einer Kundgebung einmal einen Burger gereicht bekam und für diesen - wenn schon - dann "Dijon-Senf" verlangte. Das hat mir gefallen! Lasst mich zufrieden mit diesem "Ich bin einer von euch". Mit diesem "Wir hier im Norden". "Wir in Sachsen." "Wir im Ruhrgebiet" usw. Man kommt zu linken Positionen wie der nach einer Begrenzung der Vermögens- und Einkommensunterschiede einfach aus Vernunftsgründen. Es ist vernünftig, die Einkommensunterschiede in einer Gesellschaft zu begrenzen. Das beste wäre es, diese vernunftsgründe mit mathematischen Herleitungen zu begründen. Das wäre im Sinne von Marxens Kapital. Zu versuchen, die Mechanismen zu durchschauen und nicht auf Zugehörigkeiten zu setzen. Nicht mit "Ich bin einer von euch". Die ganze Diskussion um identitäre Politik von links wie auch (natürlich) von rechts wird noch einmal Fahrt aufnehmen. Gerade hat der berühmte Politikwissenschaftler Fukuyama seine eigentlich gescheiterte 90er-Jahre-These vom "Ende der Geschichte" mit einer Art ehrenrettenden Fortsetzung in Form eines aktuellen Buchs mit dem Titel "Identität" weitergeführt. Es gehe angeblich grundsätzlich um Ehre, Würde und eben "Identität".


Sorry, aber in meinem Linkssein gibt es keine Wiederhinwendung zu irgendwelchen Klassenfragen und zum Klassenkampf. Auch keine "linke Identitätspolitik". Im Gegenteil: Dieses Gleichsetzen von vermeintlicher linker und wirklicher rechter Identitätspolitik ("diese Höckes und diese Wagenknechts") ist eine ziemlich ungute Geschichte, die ganz und gar keine Alltagsentsprechung bei der Linken hat. Weil man dann schon mal genauer hinschauen muss, was genau dieser Höcke sagt und was genau Wagenknecht. Was du aber über die Vernunftsgründe für soziale Gerechtigkeit sagst, dem stimme ich natürlich zu. Ich glaube aber, wer linke Politik wirklich verstehen will, sollte sich Originalquellen zuwenden, also linken Theoretikern und Praktikern. Diese Gleichsetzungs-Kiste ist eine sehr moderne Sache, die oft als Alibi-Diskussion geführt wird von Leuten, die sich selbst eher ohnmächtig fühlen in all der politischen Zuspitzungszeit und die lieber Beobachter sein wollen statt Handelnde.
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Re: 17,5%!! ...Was glaubt ihr, wie würde sich ein Ablehnen der GroKo seitens der SPD-Basis auf deren Umfragewerte auswir

Beitragvon Marmelada » Do 14. Feb 2019, 23:42

NB3 hat geschrieben:(09 Feb 2019, 05:12)

"Zukunft jetzt machen." :|

Wer ist die Zielgruppe eines solchen Slogans? Wer fühlt sich von diesem Sprachstil angezogen, angesprochen? Menschen, die noch nicht alt genug oder noch nicht lange genug in Deutschland sind, um wählen zu dürfen? Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz? Die Fans von Wagenknecht und Höcke? Die letzten Donalds der Sozialdemokratie? What the fuck? Wer liest so einen Slogan und beschließt "Der ist toll, den nehmen wir! Werft die Pressen an!" Wer sitzt daneben und nickt dieses Elend unkommentiert ab? Was ist mit dieser Partei nicht in Ordnung?
Das ist tatsächlich sehr rätselhaft. Ich kann es mir nur so erklären, dass diese Partei nach der Schröder-Ära einen beträchtlichen Braindrain erfahren hat und die verbliebenen Führungskräfte sehr überfordert sind, um es diplomatisch zu formulieren.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jack000 » Do 14. Feb 2019, 23:52

In Summe sollte eine SPD meine Interessen als Arbeitnehmer vertreten. Aber ich kann nichts erkennen was die SPD für die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer getan hat.
=> Einführung Mindestlohn war mal ein Highlight, aber sonst gab es nix!
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Re: 17,5%!! ...Was glaubt ihr, wie würde sich ein Ablehnen der GroKo seitens der SPD-Basis auf deren Umfragewerte auswir

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 18. Feb 2019, 08:14

Selina hat geschrieben:(14 Feb 2019, 18:56)

Sorry, aber in meinem Linkssein gibt es keine Wiederhinwendung zu irgendwelchen Klassenfragen und zum Klassenkampf. Auch keine "linke Identitätspolitik". Im Gegenteil: Dieses Gleichsetzen von vermeintlicher linker und wirklicher rechter Identitätspolitik ("diese Höckes und diese Wagenknechts") ist eine ziemlich ungute Geschichte, die ganz und gar keine Alltagsentsprechung bei der Linken hat. Weil man dann schon mal genauer hinschauen muss, was genau dieser Höcke sagt und was genau Wagenknecht. Was du aber über die Vernunftsgründe für soziale Gerechtigkeit sagst, dem stimme ich natürlich zu. Ich glaube aber, wer linke Politik wirklich verstehen will, sollte sich Originalquellen zuwenden, also linken Theoretikern und Praktikern. Diese Gleichsetzungs-Kiste ist eine sehr moderne Sache, die oft als Alibi-Diskussion geführt wird von Leuten, die sich selbst eher ohnmächtig fühlen in all der politischen Zuspitzungszeit und die lieber Beobachter sein wollen statt Handelnde.

Das mag jetzt für dich konkret zutreffen. Aber ist "linke Identitätspolitik" wirklich aus der Welt? Nein. Nicht wirklich. Was ist aus diesen sogenannten "nationalen Befreiungsbewegungen" geworden. Aus Frelimo, Sandinisten, PLO, Bolivar-Anhängern usw. usf. DIe allesamt vorgaben, für die "gerechte Sache des xyz-Volks einzutreten." Und für die junge Pioniere im Ostblock Solidaritätsbriefe schrieben und Studenten im Westen mit Palästinensertuch und Che-Plakat auf die Straße gingen. Ist das nicht "linke Identitätspolitik"? Und was ist heute aus diesen Organisationen geworden: Zu fast hundert Prozent handelt es sich heute um maffiöse Wirtschaftsoligarchenclans, die im besten Falle das Glück haben, dass ihr jeweiliges Land über soviel Rohstoffressourcen verfügt, dass sie dieses gerade so halbwegs über Wasser halten können. Die Aufarbeitung dieser fatalen linken Identitätspolitik steht meiner Ansicht noch aus.
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Selina
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Re: 17,5%!! ...Was glaubt ihr, wie würde sich ein Ablehnen der GroKo seitens der SPD-Basis auf deren Umfragewerte auswir

Beitragvon Selina » Mo 18. Feb 2019, 09:25

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Feb 2019, 08:14)

Das mag jetzt für dich konkret zutreffen. Aber ist "linke Identitätspolitik" wirklich aus der Welt? Nein. Nicht wirklich. Was ist aus diesen sogenannten "nationalen Befreiungsbewegungen" geworden. Aus Frelimo, Sandinisten, PLO, Bolivar-Anhängern usw. usf. DIe allesamt vorgaben, für die "gerechte Sache des xyz-Volks einzutreten." Und für die junge Pioniere im Ostblock Solidaritätsbriefe schrieben und Studenten im Westen mit Palästinensertuch und Che-Plakat auf die Straße gingen. Ist das nicht "linke Identitätspolitik"? Und was ist heute aus diesen Organisationen geworden: Zu fast hundert Prozent handelt es sich heute um maffiöse Wirtschaftsoligarchenclans, die im besten Falle das Glück haben, dass ihr jeweiliges Land über soviel Rohstoffressourcen verfügt, dass sie dieses gerade so halbwegs über Wasser halten können. Die Aufarbeitung dieser fatalen linken Identitätspolitik steht meiner Ansicht noch aus.


Du stellst schon die richtigen Fragen. Allerdings hab ich meine Probleme mit der ewigen Gleichsetzung von Rechts und Links. Du weißt doch selbst sehr genau, welche Geschichten sich hinter der Verwendung des Identitäts-Begriffes vor allem bei den Neurechten verbergen. Das geht schon bei dieser vertrackten "kulturellen Identität" los. Ich finde, man sollte bei den erwähnten Ländern einfach fragen: Wer hat gerade die Macht, wer regiert? Wer strebt die Macht an? Welche Konzepte haben diejenigen? Welche Konzepte die Opposition? Wie sind die Lebensverhältnisse in diesen Ländern? Wie die Kinderarmut? Gesundheitswesen? Nur so wird man fündig. Du selbst plädierst doch immer für genaues, differenzierendes Hinschauen. Sorry, aber mit "fataler linker Identitätspolitik" kann ich nichts anfangen. Diese Gleichsetzungs-Geschichten führen in eine ungute Gleichgültigkeit gegenüber den wirklich fatalen faschistoiden Entwicklungen überall.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 22. Feb 2019, 09:42

Wolverine hat geschrieben:(13 Feb 2019, 16:38)

Bei dem Abwärtstrend der großen Parteien sehe ich die SPD zukünftig unter 10%.


Naja zumindest momentan hat die SPD die Debatte um Grundrente Reform von Hartz4 und Zukunft des Sozialstaates in den Umfragen wieder vor Grüne und AFD gehoben.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sunny.crockett » Fr 22. Feb 2019, 11:07

Alpha Centauri hat geschrieben:(22 Feb 2019, 09:42)

Naja zumindest momentan hat die SPD die Debatte um Grundrente Reform von Hartz4 und Zukunft des Sozialstaates in den Umfragen wieder vor Grüne und AFD gehoben.


Du sagst es richtig, es ist erst nur eine Debatte. Die Frage ist, was kommt unter dem Strich dann für die Bedürftigen raus? Wenn man nach den Luftschlössern der SPD der letzten Jahre geht, dann haben die Rentner jetzt schon verloren.
Interessant ist ja auch, dass die SPD gar nicht weiß, was die Grundrente kosten wird. Man sprach im Finanzministerium von 5 Mrd. Euro pro Jahr, auf Rückfrage konnte man aber nicht sagen, wie man zu der Zahl kam. Vielleicht hat man bei der SPD aus der Lostrommel den Zettel mit der "5" gezogen. Auch Olaf Scholz selbst konnte bei Maybritt nach mehrmaliger Nachfrage keine Zahlen nennen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Benutzername » Di 26. Feb 2019, 08:34

Ein paar SPD-Politiker machen gemeinsame Sache mit Linksextremen. https://www.welt.de/politik/deutschland ... g-vor.html
Die CDU in Rheinland-Pfalz hat schwere Vorwürfe gegen die SPD erhoben. Grund sind Berichte über eine gemeinsame Teilnahme von SPD-Politikern und Antifa-Gruppen an Demonstrationen gegen Rechtsextremismus sowie die Beteiligung von Sozialdemokraten an linksextremen Facebook-Gruppen. Darüber hatte die „Allgemeine Zeitung“ berichtet.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Di 26. Feb 2019, 08:36

Benutzername hat geschrieben:(26 Feb 2019, 08:34)

Ein paar SPD-Politiker machen gemeinsame Sache mit Linksextremen. https://www.welt.de/politik/deutschland ... g-vor.html


Gibt dein Artikel leider nicht her.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Benutzername » Di 26. Feb 2019, 08:41

Alexyessin hat geschrieben:(26 Feb 2019, 08:36)

Gibt dein Artikel leider nicht her.


Dann solltest du den Artikel noch mal lesen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Di 26. Feb 2019, 08:51

Benutzername hat geschrieben:(26 Feb 2019, 08:41)

Dann solltest du den Artikel noch mal lesen.


Das habe ich gemacht. Gibt trotzdem deine Behauptung nicht her.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Benutzername » Di 26. Feb 2019, 16:32

Alexyessin hat geschrieben:(26 Feb 2019, 08:51)

Das habe ich gemacht. Gibt trotzdem deine Behauptung nicht her.


Natürlich gibt der Artikel das her. Einige Diskussionen hier wunderen mich nicht mehr, wenn ich hier sogar offensichtliche Fakten geleugnet werden.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Di 26. Feb 2019, 16:36

Benutzername hat geschrieben:(26 Feb 2019, 16:32)

Natürlich gibt der Artikel das her.


Es wäre jetzt an dir, diese Behauptung anhand des Berichtes, bzw. die relevanten Teile daraus zu zitieren.
Vielleicht ist dir das ja möglich.
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