Die Zukunft der SPD

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JJazzGold
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » So 1. Dez 2019, 07:17

Teeernte hat geschrieben:(01 Dec 2019, 00:10)

Wenn die SPD wieder auf den Kern konzentriert - >> Werktätige ...... könnte sie zur alten Grösse zurück kommen.

Wird sie das ? sicher nicht... dann haben alle anderen einen Vorteil - auch die fdp.


Die SPD kloppt sich schon seit Jahren, inzwischen sogar Jahrzehnten, mit der Die Linke um die immer weniger werdenden Werktätigen. Weshalb auch das neue SPD Duo absehbar zügig ebenso bei “Reichensteuer“ kleben bleiben wird statt der Zukunft Rechnung zu tragen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon rain353 » So 1. Dez 2019, 07:53

JJazzGold hat geschrieben:(01 Dec 2019, 07:17)

Die SPD kloppt sich schon seit Jahren, inzwischen sogar Jahrzehnten, mit der Die Linke um die immer weniger werdenden Werktätigen. Weshalb auch das neue SPD Duo absehbar zügig ebenso bei “Reichensteuer“ kleben bleiben wird statt der Zukunft Rechnung zu tragen.


Hauptsache die Groko zerbricht. :D
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JJazzGold
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » So 1. Dez 2019, 08:18

rain353 hat geschrieben:(01 Dec 2019, 07:53)

Hauptsache die Groko zerbricht. :D



Was auch immer der Einzelne sich vom Zerbrechen der GroKo versprechen mag. Es ist davon auszugehen, dass dieser Wunsch ohnehin wieder nur auf dem üblichen konzeptlosen “Dagegen“ des “mündigen“ Bürgers beruht.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Sybilla » So 1. Dez 2019, 08:27

Die SPD hat jetzt noch einmal die Möglichkeit bundesweit nicht unter 10 % abzustürzen im Osten und in Bayern hat die SPD bei Landtagswahlen die 10 % Hürde bereits gerissen und ist einstellig noch einmal in die Landtage eingezogen. (Bei einem weiter so rückt die 5 % Hürde immer näher) Also mit weiter so und als fortdauernder Steigbügelhalter für "Mutti Merkel" wird das nichts, wenn das bis 2021 auch unter der neuen Führung so weiter geht, dann ist eines ziemlich sicher, dass die SPD auch bundesweit die 10 % Hürde reisen wird und dann geht es einstellig als Splitterpartei in die Opposition. Dem neuem Führungsduo der SPD wäre zum Wohle der SPD aber auch zum Wohle der Bürger anzuraten "Hier und jetzt und heute" das kontrollierte Ende des Grökönchen einzuleiten. In den anschließenden Wahlkampf mit echten historischen und ökologischen SPD-Positionen sich wieder über 25 % zu kämpfen und dann Rot-Rot-Grün anzustreben und somit Land und Leute von der bleiernen Last des Stillstandes und der kontrollierten Information der Regierungstätigkeit von "Mutti Merkel" zu erlösen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Moses » So 1. Dez 2019, 08:48

Eins hat die Wahlder neuen Vorsitzenden - nach meiner Meinung - gebracht. Die SPD muss sich keinerlei Gedanken um einen Kanzlerkandidaten machen.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » So 1. Dez 2019, 08:52

Sybilla hat geschrieben:(01 Dec 2019, 08:27)

Die SPD hat jetzt noch einmal die Möglichkeit bundesweit nicht unter 10 % abzustürzen im Osten und in Bayern hat die SPD bei Landtagswahlen die 10 % Hürde bereits gerissen und ist einstellig noch einmal in die Landtage eingezogen. (Bei einem weiter so rückt die 5 % Hürde immer näher) Also mit weiter so und als fortdauernder Steigbügelhalter für "Mutti Merkel" wird das nichts, wenn das bis 2021 auch unter der neuen Führung so weiter geht, dann ist eines ziemlich sicher, dass die SPD auch bundesweit die 10 % Hürde reisen wird und dann geht es einstellig als Splitterpartei in die Opposition. Dem neuem Führungsduo der SPD wäre zum Wohle der SPD aber auch zum Wohle der Bürger anzuraten "Hier und jetzt und heute" das kontrollierte Ende des Grökönchen einzuleiten. In den anschließenden Wahlkampf mit echten historischen und ökologischen SPD-Positionen sich wieder über 25 % zu kämpfen und dann Rot-Rot-Grün anzustreben und somit Land und Leute von der bleiernen Last des Stillstandes und der kontrollierten Information der Regierungstätigkeit von "Mutti Merkel" zu erlösen.


Ändere in deinem Text einen einzigen Buchstaben und du kommst der realen Zukunftsaussicht der SPD sehr viel näher.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Sybilla » So 1. Dez 2019, 08:54

Die SPD kann einen Kanzler*in der Grünen wählen. Kretschmann in BA-Wü ist ja der Beweis die Grünen können auch als MP regieren.
Wobei es zwischen SPD und Grünen ein Kopf an Kopf rennen geben wird. (Wenn die SPD endlich wieder zu ihren Wurzeln findet) Die Merkl-AKK CDU stürzt doch seit Jahen von Wahl zu Wahl immer weiter ab.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Teeernte » So 1. Dez 2019, 09:18

JJazzGold hat geschrieben:(01 Dec 2019, 07:17)

Die SPD kloppt sich schon seit Jahren, inzwischen sogar Jahrzehnten, mit der Die Linke um die immer weniger werdenden Werktätigen. Weshalb auch das neue SPD Duo absehbar zügig ebenso bei “Reichensteuer“ kleben bleiben wird statt der Zukunft Rechnung zu tragen.


SPD kümmert sich schon lang NICHT um Werktätige....das sind doch schon REICHE für die SPD ....
- die andere HÄLFTE Werktätige sind vom Staat abhängige, Postzusteller, LKW Fahrer und S-Bahnreiniger, die die SPD NICHT unterstützt - und klein hält.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sünnerklaas » So 1. Dez 2019, 10:07

Moses hat geschrieben:(01 Dec 2019, 08:48)

Eins hat die Wahlder neuen Vorsitzenden - nach meiner Meinung - gebracht. Die SPD muss sich keinerlei Gedanken um einen Kanzlerkandidaten machen.


Sollte die SPD auch nicht. Die Partei muss sich erst einmal von den Altlasten der Schröder/Müntefering-Ära befreien. Dass man Scholz nicht zum Vorsitzenden gewählt hat, ist ein erster Schritt der Emanzipation.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Moses » So 1. Dez 2019, 10:09

sünnerklaas hat geschrieben:(01 Dec 2019, 10:07)

Sollte die SPD auch nicht. Die Partei muss sich erst einmal von den Altlasten der Schröder/Müntefering-Ära befreien. Dass man Scholz nicht zum Vorsitzenden gewählt hat, ist ein erster Schritt der Emanzipation.

Das ist ja das eigentliche Dilemma der SPD - sie kann mit eigener erfolgreicher Politik nicht umgehen und versucht sich immer von guten Politikern aus ihren eigenen Reihen zu "emanzipieren" nun gut, vielleicht lernen sie ja wenigstens wie gute Oppositionsarbeit geht, das Wissen werden sie lange brauchen.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sünnerklaas » So 1. Dez 2019, 11:21

Moses hat geschrieben:(01 Dec 2019, 10:09)

Das ist ja das eigentliche Dilemma der SPD - sie kann mit eigener erfolgreicher Politik nicht umgehen und versucht sich immer von guten Politikern aus ihren eigenen Reihen zu "emanzipieren" nun gut, vielleicht lernen sie ja wenigstens wie gute Oppositionsarbeit geht, das Wissen werden sie lange brauchen.


Mal anders herum gesehen: Geht die Sache schief, kann man es als endgültigen Beweis sehen, dass Basisdemokratie "nach Schweizer Vorbild" nichts taugt und man zukünftig grundsätzlich die Finger davon lassen sollte.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Progressiver » So 1. Dez 2019, 11:24

Die SPD hat in der Vergangenheit immer links geblinkt. Im Endeffekt hat sie ab der Schröderschen Kanzlerschaft jedoch immer rechte bzw. neoliberale Politik gemacht. Die Wirtschaftsverbände haben sicher gejubelt. Ihre eigene Wählerklientel jedoch hat sie vergrault. Mit dem neuen Führungsduo kann sie sich beweisen, endlich wieder Politik für ihre eigenen Wähler zu machen. Etwas mehr Authentizität werden der Partei sicher nicht schaden. Wie ich schon las, ist die Wahl ein "Aufbruch ins Risiko". Die Zeit wird zeigen, ob der bisherige Absturz ins Bodenlose gestoppt wird. Ich denke, die Wahl dieses Spitzenduos war die letzte Chance, um die Partei zu bewahren, dass sie unter die fünf Prozent fällt. Und wenn es zum Bruch der sogenannten GroKo kommt.

Im Übrigen zeigen die Beispiele Bernie Sanders und insbesondere Jeremy Corbyn, dass es auch anders geht. Seit Jeremy Corbyn die Labour-Partei führt, hat es dort sehr viele neue Parteieintritte insbesondere von jungen Leuten gegeben. Ich denke, es gibt auch in Deutschland ein großes ungenutztes Wählerpotential für linke Politik. Diese Leute gilt es jetzt anzusprechen. Soll sich die CDU doch eine andere dumme Partei suchen, die bereit ist, sich für ein paar Brosamen kaputtregieren zu lassen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Misterfritz » So 1. Dez 2019, 11:31

Progressiver hat geschrieben:(01 Dec 2019, 11:24)Im Übrigen zeigen die Beispiele Bernie Sanders und insbesondere Jeremy Corbyn, dass es auch anders geht. Seit Jeremy Corbyn die Labour-Partei führt, hat es dort sehr viele neue Parteieintritte insbesondere von jungen Leuten gegeben. Ich denke, es gibt auch in Deutschland ein großes ungenutztes Wählerpotential für linke Politik.
Nur haben weder Corbyn oder gar Sanders links von sich noch Parteien, die ihnen Wählerschaft abspenstig machen könnten.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 1. Dez 2019, 11:46

Es ist schon interessant zu sehen, wie viele Leute jetzt Gift und Galle speien und das quer durch die Bank. Die Mehrheit der SPD Mitglieder haben nur das umgesetzt, was von allen Leuten, auch vom politischen Gegner von der SPD verlangt wurde, nämlich das Tor zu einer echten Erneuerung zu öffnen. Ein weiter so mit Scholz und den anderen GroKo-Bütteln wäre ein fatales Signal gewesen und hätte die Partei noch weiter in die Bedeutungslosigkeit geführt.
Noch ist ja auch nichts passiert.

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken schließen nach ihrem Sieg beim Mitgliederentscheid der SPD-Basis einen überstürzten Ausstieg aus der großen Koalition aus. Sie planten "keinen Alleingang", sondern einen gemeinsamen Kurs mit der Bundestagsfraktion und den SPD-Ministern, sagte Esken am Abend in den ARD-Tagesthemen. Das Duo wolle die Zukunft der Koalition vor allem von Inhalten abhängig machen: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und staatliche Investitionen in Straßen, Schulen oder auch die Bahn sollten die Kernpfeiler künftigen sozialdemokratischen Regierungshandelns sein, sagte Esken. Bereits kurz nach ihrem Sieg verlangte sie einen deutlich höheren CO2-Preis von 40 statt 10 Euro pro Tonne.

Auf die Frage, ob anderenfalls ein Ausstieg aus der großen Koalition drohe, sagte die designierte Vorsitzende lediglich: "Wir werden beim Parteitag diskutieren, wie wir damit umzugehen haben."


https://www.zeit.de/politik/deutschland ... on-zukunft

Jetzt heisst es klare Kante zu zeigen und die Hauptprotagonisten, das sind eben Angela Merkel und auch Olaf Scholz unter Druck zu setzen. Die Chancen dafür stehen gut, denn beide kleben derartig an ihren Posten, dass eine Ende der GroKo auch das Ende ihre politischen Karriere in Spitzenämtern bedeuten könnte. Das gilt übrigens für viele andere Minister auch, die ja ein zum Teil erbärmliches Erscheinungsbild zeigen. Das gilt übrigens auch für die CDU. Es ist kaum vorstellbar, dass in der Zeit nach Merkel Leute wie Peter Altmaier,Christine Lambrecht oder Anja Karliczek noch einen Platz in einem von der Union geführten Kabinett bekommen. Wie dem auch sei, die Entscheidung fällt auf dem Bundesparteitag und da wird entscheiden sein, was Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans den Deligierten empfehlen, denn die werden das neue Duo unterstützen, um Geschlossenheit zu zeigen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sünnerklaas » So 1. Dez 2019, 11:47

Misterfritz hat geschrieben:(01 Dec 2019, 11:31)

Nur haben weder Corbyn oder gar Sanders links von sich noch Parteien, die ihnen Wählerschaft abspenstig machen könnten.


Weder die Torys, noch die GOP in den USA würden auch nur ansatzweise versuchen, das Modell der asymmetrischen Demobilisierung zu fahren. Das würden weder die Geschäftsleute in der GOP, noch die Leute aus der britischen Upper-Class mittragen, das würde einen Aufstand geben.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » So 1. Dez 2019, 11:52

Sybilla hat geschrieben:(01 Dec 2019, 08:54)

Die SPD kann einen Kanzler*in der Grünen wählen. Kretschmann in BA-Wü ist ja der Beweis die Grünen können auch als MP regieren.
Wobei es zwischen SPD und Grünen ein Kopf an Kopf rennen geben wird. (Wenn die SPD endlich wieder zu ihren Wurzeln findet) Die Merkl-AKK CDU stürzt doch seit Jahen von Wahl zu Wahl immer weiter ab.


Kretschmann kann es, wenn auch unter Schwierigkeiten mit dem linken Flügel, "die Grünen" können es nicht.
Die SPD wird, ob sinnvoll oder nicht, Walter-Borjans hält es ja für nicht sinnvoll, einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstellen und sich nicht kampflos einer ein Themen Partei wie den Grünen unterordnen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 1. Dez 2019, 11:53

Progressiver hat geschrieben:(01 Dec 2019, 11:24)

Die SPD hat in der Vergangenheit immer links geblinkt. Im Endeffekt hat sie ab der Schröderschen Kanzlerschaft jedoch immer rechte bzw. neoliberale Politik gemacht. Die Wirtschaftsverbände haben sicher gejubelt. Ihre eigene Wählerklientel jedoch hat sie vergrault. Mit dem neuen Führungsduo kann sie sich beweisen, endlich wieder Politik für ihre eigenen Wähler zu machen. Etwas mehr Authentizität werden der Partei sicher nicht schaden. Wie ich schon las, ist die Wahl ein "Aufbruch ins Risiko". Die Zeit wird zeigen, ob der bisherige Absturz ins Bodenlose gestoppt wird. Ich denke, die Wahl dieses Spitzenduos war die letzte Chance, um die Partei zu bewahren, dass sie unter die fünf Prozent fällt. Und wenn es zum Bruch der sogenannten GroKo kommt.

Im Übrigen zeigen die Beispiele Bernie Sanders und insbesondere Jeremy Corbyn, dass es auch anders geht. Seit Jeremy Corbyn die Labour-Partei führt, hat es dort sehr viele neue Parteieintritte insbesondere von jungen Leuten gegeben. Ich denke, es gibt auch in Deutschland ein großes ungenutztes Wählerpotential für linke Politik. Diese Leute gilt es jetzt anzusprechen. Soll sich die CDU doch eine andere dumme Partei suchen, die bereit ist, sich für ein paar Brosamen kaputtregieren zu lassen.


Volle Zustimmung. Ein Aufbruch mit Scholz wäre eben kein Aufbruch gewesen. Das gilt auch für andere Spitzenpolitiker der SPD, die ihren neoliberalen Fußabdrücke hinterlassen und die Partei damit zerissen haben. Wichtig wird es auch sein, dass Präsidium neu zu besetzen und einen klaren Schritt zu den Werten der Sozialdemokratie zu vollziehen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon PeterK » So 1. Dez 2019, 12:02

yogi61 hat geschrieben:(01 Dec 2019, 11:53)
Volle Zustimmung. Ein Aufbruch mit Scholz wäre eben kein Aufbruch gewesen. Das gilt auch für andere Spitzenpolitiker der SPD, die ihren neoliberalen Fußabdrücke hinterlassen und die Partei damit zerissen haben. Wichtig wird es auch sein, dass Präsidium neu zu besetzen und einen klaren Schritt zu den Werten der Sozialdemokratie zu vollziehen.

Es braucht wohl auch ein Zugpferd; ob das neue Duo diese Funktion ausfüllen kann, wird sich zeigen. Ich habe da so meine Zweifel.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 1. Dez 2019, 12:02

jorikke hat geschrieben:(30 Nov 2019, 19:35)

Absolut deiner Meinung.
Deshalb möglichst schnell weg mit mit diesen Statthaltern.
Der Typ ist eine Führungspersönlichkeit. Er kann die SPD wieder stärken.
Allerdings nur intern. Politisch sind die Kameraden auf absehbare Zeit außen vor.
... aber irgendwann wird wieder ein Wehner kommen.


In der SPD spricht man sich nicht mit Kamerad an. Die Kamaraden die zur AfD schielen und feuchte Träume von einer Zusammenarbeit haben, sitzen in der Union
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » So 1. Dez 2019, 12:02

yogi61 hat geschrieben:(01 Dec 2019, 11:46)

Es ist schon interessant zu sehen, wie viele Leute jetzt Gift und Galle speien und das quer durch die Bank. Die Mehrheit der SPD Mitglieder haben nur das umgesetzt, was von allen Leuten, auch vom politischen Gegner von der SPD verlangt wurde, nämlich das Tor zu einer echten Erneuerung zu öffnen. Ein weiter so mit Scholz und den anderen GroKo-Bütteln wäre ein fatales Signal gewesen und hätte die Partei noch weiter in die Bedeutungslosigkeit geführt.
Noch ist ja auch nichts passiert.

Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken schließen nach ihrem Sieg beim Mitgliederentscheid der SPD-Basis einen überstürzten Ausstieg aus der großen Koalition aus. Sie planten "keinen Alleingang", sondern einen gemeinsamen Kurs mit der Bundestagsfraktion und den SPD-Ministern, sagte Esken am Abend in den ARD-Tagesthemen. Das Duo wolle die Zukunft der Koalition vor allem von Inhalten abhängig machen: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und staatliche Investitionen in Straßen, Schulen oder auch die Bahn sollten die Kernpfeiler künftigen sozialdemokratischen Regierungshandelns sein, sagte Esken. Bereits kurz nach ihrem Sieg verlangte sie einen deutlich höheren CO2-Preis von 40 statt 10 Euro pro Tonne.

Auf die Frage, ob anderenfalls ein Ausstieg aus der großen Koalition drohe, sagte die designierte Vorsitzende lediglich: "Wir werden beim Parteitag diskutieren, wie wir damit umzugehen haben."


https://www.zeit.de/politik/deutschland ... on-zukunft

Jetzt heisst es klare Kante zu zeigen und die Hauptprotagonisten, das sind eben Angela Merkel und auch Olaf Scholz unter Druck zu setzen. Die Chancen dafür stehen gut, denn beide kleben derartig an ihren Posten, dass eine Ende der GroKo auch das Ende ihre politischen Karriere in Spitzenämtern bedeuten könnte. Das gilt übrigens für viele andere Minister auch, die ja ein zum Teil erbärmliches Erscheinungsbild zeigen. Das gilt übrigens auch für die CDU. Es ist kaum vorstellbar, dass in der Zeit nach Merkel Leute wie Peter Altmaier,Christine Lambrecht oder Anja Karliczek noch einen Platz in einem von der Union geführten Kabinett bekommen. Wie dem auch sei, die Entscheidung fällt auf dem Bundesparteitag und da wird entscheiden sein, was Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans den Deligierten empfehlen, denn die werden das neue Duo unterstützen, um Geschlossenheit zu zeigen.


Ihnen ist schon bewusst, dass Frau Merkel 2021 aufgrund eigenständiger Entscheidung Geschichte ist?
Zumindest mir ist nicht bekannt, dass sie nach wie vor an ihrem Job kleben will. Die paar Monate wird man ja wohl noch abwarten können, egal ob vom linken oder rechten Rand.

Die Entscheidung der SPD für die beiden Neuen und eindeutigem Linksruck halte ich für sinnvoll. Damit wird die SPD wieder eindeutig. Etwas, was wir beide schon vor Monaten imDialog begrüßt hätten und GRR als Alternative in den Fokus des Wählers. Der wird 2021 entscheiden, ob er GRR regiert werden will. Falls es nicht reicht, dann werden die Grünen den Bückling vor der Union machen müssen, ggfls stehen noch einmal Jamaika Verhandlungen im Raum, jetzt weiß man ja, wie es nicht geht, und die SPD kann sich in Ruhe in der Opposition neu aufstellen und dem Wähler 2025 erneuert anbieten.
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