Homophobie in der AfD

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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon BingoBurner » Fr 3. Jun 2016, 23:05

nichtkorrekt hat geschrieben:(03 Jun 2016, 22:29)

damit ist jeder ein Verfassungsfeind der sich für die Homoehe stark macht, denn er tritt den Geist des Grundgesetzes mit Füßen.


Verfassungsfeind ist wer Artikel 1 beiseite schieben will :


1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Wenn das nicht mehr gilt. Hau ich hier ab.
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Julian
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Julian » Fr 3. Jun 2016, 23:21

BingoBurner hat geschrieben:(03 Jun 2016, 23:05)

Verfassungsfeind ist wer Artikel 1 beiseite schieben will :


1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Wenn das nicht mehr gilt. Hau ich hier ab.


Mit den Absätzen (2) und (3) bin ich einverstanden.

(1) ist einfach nur pseudomoralische Erhöhung. Für die Väter des Grundgesetzes war es selbstverständlich, dass Homosexuelle widernatürlich und verbrecherisch sind. Das wurde ja auch höchstrichterlich bestätigt. Das heißt also, dass der Gummiparagraph der Menschenwürde nichts, aber auch gar nichts bewirkt hat; es war für die damalige reaktionäre Richterschaft normal und mit der Würde des Menschen vereinbar, dass Homosexuellen nachspioniert wurde und sie hinter Schloss und Riegel gebracht wurden. Es war auch normal, dass Nazijuristen, die sich wenige Jahre zuvor noch mit den Nürnberger Gesetzen auseinandergesetzt hatten, sich nun in überhöhter Sprache mit dem Grundgesetz beschäftigten.

Die Würde des Menschen ist alles und nichts; mit ihr lässt sich somit alles und nichts begründen - sowohl, dass der Stundenlohn bitte schön €8,50 betragen soll, weil Kinobesuche zur Würde des Menschen gehören, als auch, dass Analverkehr des Menschen unwürdig ist und bestraft gehört, da widernatürlich und gegen Gott.

Selbstverständlich war die Ehe für die Väter des Grundgesetzes die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau, wie auch das Grundgesetz vor Gott bestehen musste. Heute scheißen wir auf Gott, und das ist auch gut so, und was als Ehe definiert wird, bleibt uns überlassen. Man darf alte Texte nicht überbewerten, sondern muss sie beständig neu interpretieren.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Julian » Fr 3. Jun 2016, 23:26

nichtkorrekt hat geschrieben:(03 Jun 2016, 22:29)

Im Grundgesetz steht auch nicht, dass Asylanten Menschen sind. Wenn man Begriffe willkürlich umdeutet verliert Sprache ihre Bedeutung und damit auch die Gesetze. Für die Väter des Grundgesetzes war klar, dass Ehe die Verbindung von Mann und Frau beschreibt, zumal in den Gründungstagen der BRD praktizierte Homosexualität strafbewehrt war, damit ist jeder ein Verfassungsfeind der sich für die Homoehe stark macht, denn er tritt den Geist des Grundgesetzes mit Füßen.


Nein, wir müssen Begriffe ständig umdeuten. Die Moral verändert sich, und so muss sich auch unsere Interpretation der Verfassung ändern, oder die Verfassung selbst muss geändert werden. Das Grundgesetz ist kein heiliger Text, und wir - und kein Gott - sind der Souverän, der darüber bestimmt.

In den Fünfzigerjahren dachte man offensichtlich noch, es sei mit der Würde des Menschen und der Gleichberechtigung vereinbar, wenn Frauen bei Aufnahme einer Berufstätigkeit ihren Gatten fragen mussten. Was für eine Absurdität! würden wir heute sagen. Die Zeiten ändern sich eben, und ich sehe nicht, warum eine Ehe auch nicht zwischen zwei Männern oder zwei Frauen bestehen könnte.

Selbst die USA sind nun so weit, trotz Trump, und trotz der Verachtung, die so manche Deutsche den vermeintlich reaktionären USA entgegenbringen.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Wildermuth » Fr 3. Jun 2016, 23:32

Julian hat geschrieben:(03 Jun 2016, 23:21)

Mit den Absätzen (2) und (3) bin ich einverstanden.

(1) ist einfach nur pseudomoralische Erhöhung. Für die Väter des Grundgesetzes war es selbstverständlich, dass Homosexuelle widernatürlich und verbrecherisch sind. Das wurde ja auch höchstrichterlich bestätigt. Das heißt also, dass der Gummiparagraph der Menschenwürde nichts, aber auch gar nichts bewirkt hat; es war für die damalige reaktionäre Richterschaft normal und mit der Würde des Menschen vereinbar, dass Homosexuellen nachspioniert wurde und sie hinter Schloss und Riegel gebracht wurden. Es war auch normal, dass Nazijuristen, die sich wenige Jahre zuvor noch mit den Nürnberger Gesetzen auseinandergesetzt hatten, sich nun in überhöhter Sprache mit dem Grundgesetz beschäftigten.


Wenn das GG wirklich ein werk der nazis wäre, kamerad, würdest du es dann derartig bekämpfen? :P

Ein bisschen realität gefällig:
der aussenminister unter adenauer, v. brentano, war schwul, was jeder wusste. Adenauer sagte, als man ihn darauf ansprach "„Dat ist mir ejal, solange er mich nit anpackt.“
Und genau das ist wohl die haltung, die jeder normale menschen zur homosexualität hat.
Achja... natürlich war brentano promovierter jurist.



Die Würde des Menschen ist alles und nichts; mit ihr lässt sich somit alles und nichts begründen - sowohl, dass der Stundenlohn bitte schön €8,50 betragen soll, weil Kinobesuche zur Würde des Menschen gehören, als auch, dass Analverkehr des Menschen unwürdig ist und bestraft gehört, da widernatürlich und gegen Gott.


Da waren wir schon öfter... wenn du etwas nicht verstehst, dann ist das kein beweis, dass es das nicht gäbe. Klar. Sonst gäbs ja wirklich nicht sehr viel, was?
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Boraiel » Fr 3. Jun 2016, 23:43

BingoBurner hat geschrieben:(03 Jun 2016, 22:55)

Dann hau mal Quellen raus.
Dem Satz in Klammern würde ich sogar zustimmen.

Der Pseudo/Biologische Kram war/ist aber Müll.

Aha.
Hier wird zwar fälschlicherweise von "Homo-Ehe" anstatt eingetragener Lebenspartnerschaft gesprochen, aber der Artikel beschreibt einen Aspekt:
http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/urteil-des-bverfg-ehegattensplitting-rueckwirkend-auch-fuer-homo-ehe/8307778.html
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Julian » Fr 3. Jun 2016, 23:58

Wildermuth hat geschrieben:(03 Jun 2016, 23:32)

Wenn das GG wirklich ein werk der nazis wäre, kamerad, würdest du es dann derartig bekämpfen? :P


Ich bekämpfe das GG doch gar nicht; ich bin lediglich gegen seine religiöse Überhöhung und für eine flexible Handhabung.

Wie komme ich dazu? Nun, mein historisches Wissen lehrt mich, dass Pragmatismus und Menschlichkeit die höchsten Werte darstellen, über Jahrhundert, ja, Jahrtausende hinweg.

All dieses überhöhte Gesäusel nervt mich, und zwar, weil es unaufrichtig ist. Die ach so großartigen Väter des Grundgesetzes haben Homosexuelle verfolgt; die ach so großartige amerikanische Verfassung - all men created equal - hat die Sklaverei nicht verhindert.

Mich interessieren die Realität, die Tatsachen, die konkreten Auswirkungen. Dass Juristen alles Mögliche begründen und legitimieren können, wie auch eben die Pfaffen (siehe die Deutschen Christen und ähnliches Geschmeiß), sollte doch inzwischen jedem klar sein. Also: Pragmatismus, Menschlichkeit. Auch mal fünfe gerade sein lassen, wenn es denn sein muss. Im übrigen war Adenauer von dieser Haltung nicht so weit entfernt.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon BingoBurner » Sa 4. Jun 2016, 00:03

Boraiel hat geschrieben:(03 Jun 2016, 23:43)

Aha.
Hier wird zwar fälschlicherweise von "Homo-Ehe" anstatt eingetragener Lebenspartnerschaft gesprochen, aber der Artikel beschreibt einen Aspekt:
http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/urteil-des-bverfg-ehegattensplitting-rueckwirkend-auch-fuer-homo-ehe/8307778.html


Und jetzt ? Hilf mir, auf die Sprünge.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Wildermuth » Sa 4. Jun 2016, 00:05

Julian hat geschrieben:(03 Jun 2016, 23:58)

Ich bekämpfe das GG doch gar nicht; ich bin lediglich gegen seine religiöse Überhöhung und für eine flexible Handhabung.



Wenn man die wahrheit "flexibel handhabt" kann man tolle bühneneffekte erzielen. Das klappt mit dem gg bestimmt auch.


Wie komme ich dazu? Nun, mein historisches Wissen lehrt mich, dass Pragmatismus und Menschlichkeit die höchsten Werte darstellen, über Jahrhundert, ja, Jahrtausende hinweg.


Die afd ist die partei der menschlichkeit. Alles klar.


All dieses überhöhte Gesäusel nervt mich, und zwar, weil es unaufrichtig ist. Die ach so großartigen Väter des Grundgesetzes haben Homosexuelle verfolgt; die ach so großartige amerikanische Verfassung - all men created equal - hat die Sklaverei nicht verhindert.

Haben sie die homosexualität wirklich verfolgt? auch v. brentano, der selber schwul war? adenauer?

Wäre es dir möglich, hier mal die wahrheit etwas weniger "flexibel" zu handhaben?


Mich interessieren die Realität,

Hm... warum merkt man davon nichts?
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon BingoBurner » Sa 4. Jun 2016, 00:09

Julian hat geschrieben:(03 Jun 2016, 23:21)

dass Analverkehr des Menschen unwürdig ist und bestraft gehört, da widernatürlich und gegen Gott.


Alles klar......
Deine Aussagen sind widernatürlich. Und ziemlich kindisch by the way.
Ich behandle, dich wie ein dummer Junge ? Hast Recht.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Boraiel » Sa 4. Jun 2016, 00:10

BingoBurner hat geschrieben:(04 Jun 2016, 00:03)

Und jetzt ? Hilf mir, auf die Sprünge.

Ja, eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden ebenso wie Ehen gegenüber nichtverpaarterten Steuerzahler bevorzugt. :?:
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Julian » Sa 4. Jun 2016, 00:16

Wildermuth hat geschrieben:(04 Jun 2016, 00:05)

Wenn man die wahrheit "flexibel handhabt" kann man tolle bühneneffekte erzielen. Das klappt mit dem gg bestimmt auch.


Wenn wir es mit dem GG immer noch so handhaben würden wie in den Fünfzigerjahren, dann müssten die werten Gattinnen immer noch bei ihren Gatten nachfragen, ob sie denn arbeiten dürften. Das Bundesverfassungsgericht hat auch ausdrücklich bestätigt, dass die Strafbarkeit der Homosexualität durchaus mit dem GG vereinbar sei. Also: Alles Schmarrn, was die werten Juristen da zusammenfantasiert haben. Die Moral verändert sich über die Zeit; da kann eine Verfassung, oder zumindest ihre Interpretation, auch nicht unberührt bleiben.



Wildermuth hat geschrieben:(04 Jun 2016, 00:05)
Die afd ist die partei der menschlichkeit. Alles klar.


Das habe ich nie behauptet.


Wildermuth hat geschrieben:(04 Jun 2016, 00:05)
Haben sie die homosexualität wirklich verfolgt? auch v. brentano, der selber schwul war? adenauer?

Wäre es dir möglich, hier mal die wahrheit etwas weniger "flexibel" zu handhaben?


Soll ich jetzt wirklich nachschlagen, wie viele Homosexuelle in der Zeit von 1949 bis 1969/73 nach §175, der ja laut BVG GG-konform war, abgeurteilt wurden? Es waren Zehntausende. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man die Überhöhung des GG nicht mehr ganz so ernst nehmen.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Julian » Sa 4. Jun 2016, 00:21

BingoBurner hat geschrieben:(04 Jun 2016, 00:09)

Alles klar......
Deine Aussagen sind widernatürlich. Und ziemlich kindisch by the way.
Ich behandle, dich wie ein dummer Junge ? Hast Recht.


Ich hoffe ja inständig, dass es hier zumindest einige Forumsteilnehmer geht, die zwischen Aussagen, die man bei anderen beobachtet hat, und Aussagen, die man sich selbst zu eigen macht, unterscheiden können. Und die aus dem Kontext entnehmen können, dass man die betreffende Aussage, die man bei anderen beobachtet hat, sogar ablehnt, und sich über sie lustig macht.

Ernsthaft: Soll ich hier mal Urteilsbegründungen des Bundesverfassungsgerichtes aus den Fünfzigerjahren posten? Dagegen würden die Aussagen der AfD von heute linksliberal erscheinen. Viele sind sich wohl nicht einmal annähernd bewusst, wie stark sich unsere Werte verändert haben. Und es ist gut, dass sich die Werte verändert haben.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Wildermuth » Sa 4. Jun 2016, 04:12

Julian hat geschrieben:(04 Jun 2016, 00:16)

Wenn wir es mit dem GG immer noch so handhaben würden wie in den Fünfzigerjahren, dann müssten die werten Gattinnen immer noch bei ihren Gatten nachfragen, ob sie denn arbeiten dürften.

Das ging bis in die 70-er. So als afd-fan passt die tarnung als frauenfreund noch nicht so recht?



Das Bundesverfassungsgericht hat auch ausdrücklich bestätigt, dass die Strafbarkeit der Homosexualität durchaus mit dem GG vereinbar sei. Also: Alles Schmarrn, was die werten Juristen da zusammenfantasiert haben. Die Moral verändert sich über die Zeit; da kann eine Verfassung, oder zumindest ihre Interpretation, auch nicht unberührt bleiben.

Sicher.... aber... rassismus ist leider nicht drin.



Soll ich jetzt wirklich nachschlagen, wie viele Homosexuelle in der Zeit von 1949 bis 1969/73 nach §175, der ja laut BVG GG-konform war, abgeurteilt wurden? Es waren Zehntausende. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man die Überhöhung des GG nicht mehr ganz so ernst nehmen.


MAg ja alles sein. Deine behauptung, die väter der verfassung hätten schwule verfolgt und für minderwertig gehalten, war halt sachlich falsch. Das hat kaum ein mensch. Damals wie heute. Wie hätte brentano sonst außenminister werden können?
Deine schlussfolgerung, die du aus dieser nicht wahren behauptung ziehst, sind natürlich erst recht unsinn.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon nichtkorrekt » Sa 4. Jun 2016, 08:48

Weltregierung hat geschrieben:(03 Jun 2016, 22:40)

Asylanten als Menschen zu bezeichnen ist für Dich eine Begriffsumdeutung? Das lässt tief blicken.





Du hast mir meine Worte perfide im Mund verdreht, Worte haben eine tradierte Bedeutung und in unserem Kulturraum meint Ehe die Verbindung von Mann und Frau und es ist ganz klar, dass das Grundgesetz diese und keine andere Verbindung schützen will. Wenn nun jeder jeder und alles ehelichen kann, verliert die Ehe ihre Bedeutung und damit ihren besonderen Schutz und in diesem Sinne ist die Homoehe grundgesetzwidrig. Nach der selben Willkür könnte man den Begriff Mensch umdeuten, wonach nur noch Deutsche Menschen wären und so das Grundgesetz ad absurdum führen.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Wildermuth » Sa 4. Jun 2016, 09:33

nichtkorrekt hat geschrieben:(04 Jun 2016, 08:48)

Du hast mir meine Worte perfide im Mund verdreht,

Hat er das wirklich?
Betrachten wir uns deine genaue diktion:
Im Grundgesetz steht auch nicht, dass Asylanten Menschen sind. Wenn man Begriffe willkürlich umdeutet verliert Sprache ihre Bedeutung und damit auch die Gesetze.


also... hm... da muss man eigentlich nichts "im mund verdrehen"... wenn du meinst, laut GG seien asylanten nicht notwendigerweise menschen, dann drehst du was um... und zwar auf menschenverachtende weise.




Worte haben eine tradierte Bedeutung und in unserem Kulturraum meint Ehe die Verbindung von Mann und Frau und es ist ganz klar, dass das Grundgesetz diese und keine andere Verbindung schützen will.

Es will halt die ehe schützen. Nicht notwendigerweise deine vorstellung davon.

Wenn nun jeder jeder und alles ehelichen kann, verliert die Ehe ihre Bedeutung und damit ihren besonderen Schutz und in diesem Sinne ist die Homoehe grundgesetzwidrig.

Warum sollte sie "ihre bedeutung und ihren schutz" verlieren? Wie kommst du auf den unsinn?
Und dass die homoehe grundgesetzwidrig ist, ist nicht so ganz wahr... was sagen denn die verfassungsjuristen?

Nach der selben Willkür könnte man den Begriff Mensch umdeuten, wonach nur noch Deutsche Menschen wären und so das Grundgesetz ad absurdum führen.


Das gelingt dir aber nicht.

Du scheiterst ja schon bei der diffamierung der väter der verfassung.

Einfach irgendwelche dummheiten aneinanderzureihen ist keine beweisführung.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon nichtkorrekt » Sa 4. Jun 2016, 10:30

Ich habe nicht behauptet, dass Asylanten keine Menschen wären, aber es stimmt, dass das GG kein Wörterbuch und kein Lexikon ist, wenn ich nun behaupten würde, Asylanten seien keine Menschen, könntest du mich anhand nur des GG nicht widerlegen, das ist ja das perfide daran, wenn man tradierte Worte entsprechend dem Zeitgeist und menschlicher Willkür umdeuten will, kann man damit das GG ad absurdum führen, z.B. wenn irgendwann Islamisten an der Macht wären und nach islamischer Lesart Kuffar und ggf. Frauen keine Menschen sind, auf diese Weise könnte der IS das GG umdeuten und es shariakonform verstehen ohne formal das GG abschaffen zu müssen.
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon BingoBurner » Sa 4. Jun 2016, 12:32

Boraiel hat geschrieben:(04 Jun 2016, 00:10)

Ja, eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden ebenso wie Ehen gegenüber nichtverpaarterten Steuerzahler bevorzugt. :?:


Ich zitiere mal aus deinem eingestellten Link : http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-rec ... 07778.html

"Bei der Ausweitung des Ehegattensplittings
auch auf Homo-Ehen sind die Kosten eher untergeordnet."

Und ? Was den jetzt ? Bleiben wir sportlich ?
Dann mal los.

Aber, komm nicht mit so einen biologischen Bullshit aus den 19ten Jahrhundert.
Geburtenrate erhöhen ?

Dann reden wir über Frauenrechte.
Soziale Absicherung, Arbeitszeit usw.
Das sind Stellschrauben.

Nicht aber, das die Würde des Menschen in Frage gestellt wird.

Kein Kind, wird mehr oder weniger geboren, wenn wir eine homosexuelle, lesbische, Hetero-Frau Kanzlerin haben..
Und auch nicht wenn man Kondome verbieten würde....
Was ist daran nicht zu kapieren ?
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon bakunicus » Sa 4. Jun 2016, 12:42

nichtkorrekt hat geschrieben:(04 Jun 2016, 10:30)

Ich habe nicht behauptet, dass Asylanten keine Menschen wären, aber es stimmt, dass das GG kein Wörterbuch und kein Lexikon ist, wenn ich nun behaupten würde, Asylanten seien keine Menschen, könntest du mich anhand nur des GG nicht widerlegen, das ist ja das perfide daran, wenn man tradierte Worte entsprechend dem Zeitgeist und menschlicher Willkür umdeuten will, kann man damit das GG ad absurdum führen, z.B. wenn irgendwann Islamisten an der Macht wären und nach islamischer Lesart Kuffar und ggf. Frauen keine Menschen sind, auf diese Weise könnte der IS das GG umdeuten und es shariakonform verstehen ohne formal das GG abschaffen zu müssen.


wer sich als konservativer auf werte vor 1949 (-45) berufen will, der hat ein ganz schweres problem, weil er dabei zwangsläufig mit der FDGO in konflikt kommt.
da braucht es keine islamisten zur relativierung, weil die nicht mal 1% der wahlberechtigten ausmachen, und nirgendwo ein gesetzgebendes mandat haben oder anstreben.

das ist nur angstmachende relativierungskacke hoch zehn ...
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon BingoBurner » Sa 4. Jun 2016, 12:56

nichtkorrekt hat geschrieben:(04 Jun 2016, 10:30)

kann man damit das GG ad absurdum führen, z.B. wenn irgendwann Islamisten an der Macht wären und nach islamischer Lesart Kuffar und ggf. Frauen keine Menschen sind, auf diese Weise könnte der IS das GG umdeuten und es shariakonform verstehen ohne formal das GG abschaffen zu müssen.


Nö, geht nicht. So einfach ist das.
Ich störe dich ja ungern in deiner Untergangsstimmung, aber so einfach läuft das nicht.

Das GG wurde gerade im Bewusstsein, das die Weimar-Verfassung ausgehebelt wurde, geschrieben.

Haben wir keine Juristin/Juristen am Board ? Der diesen Quatsch mal auflösen kann ?
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Re: Homophobie in der AfD

Beitragvon Boraiel » Sa 4. Jun 2016, 13:14

BingoBurner hat geschrieben:
Ich zitiere mal aus deinem eingestellten Link : http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-rec ... 07778.html

"Bei der Ausweitung des Ehegattensplittings
auch auf Homo-Ehen sind die Kosten eher untergeordnet."

Und ? Was den jetzt ? Bleiben wir sportlich ?
Dann mal los.

Aber, komm nicht mit so einen biologischen Bullshit aus den 19ten Jahrhundert.
Geburtenrate erhöhen ?

Dann reden wir über Frauenrechte.
Soziale Absicherung, Arbeitszeit usw.
Das sind Stellschrauben.

Nicht aber, das die Würde des Menschen in Frage gestellt wird.

Kein Kind, wird mehr oder weniger geboren, wenn wir eine homosexuelle, lesbische, Hetero-Frau Kanzlerin haben..
Und auch nicht wenn man Kondome verbieten würde....
Was ist daran nicht zu kapieren ?

Ich glaube ehrlich gesagt, dass tendenziell mehr Kinder geboren werden, wenn die Regierungschefs/innen selber Kinder haben, nicht viel aber ich denke, empirisch nachweisbar. Ich würde meinen, dass man einen minimalen Anstieg in der Geburtenrate sehen wurde, wenn statt Frau Merkel Frau von der Leyen Kanzlerin wäre. Vielleicht kann man das auch in Monarchien sehen, wenn auf die Geburt eines Thronfolgers auch ein allgemeiner Anstieg der Geburtenziffer folgt. Aber das nur mal so.
Die steuerliche Begünstigung von gleichgeschlechtliche Paaren hat keinen positiven Effekt auf die Geburtenziffer, während es andere Maßnahmen, die mit diesem Geld finanziert werden könnten, haben. Es stimmt also hier etwas mit der politischem Weichenstellung nicht.
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