Neues von der Mitleidsindustrie

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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Mo 16. Jul 2018, 12:20

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(16 Jul 2018, 12:16)

Na, das ist jetzt genauso über das Ziel hinaus wie die ursprüngliche Kritik. Ich finde das nicht schlechter, wenn sich jemand engagiert, dass sich Zustände ändern als wenn sich jemand für Leute engagiert, die unter Zuständen leiden. Es sind verschiedene Reaktionen auf teilweise gleiche Probleme.


Beides ist notwendig; wobei ich nicht sehe, durch welches politische Wirken praktisch elternlosen Kindern geholfen werden könnte... außer durch Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben.
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imp
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon imp » Mo 16. Jul 2018, 12:23

H2O hat geschrieben:(16 Jul 2018, 12:20)

Beides ist notwendig; wobei ich nicht sehe, durch welches politische Wirken praktisch elternlosen Kindern geholfen werden könnte... außer durch Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben.

Ich kannte früher zwei solcher Einrichtungen, teilweise auch welche, die drin wohnten. Es gibt da sehr verschiedene Kategorien und Schicksale. Das gehört aber nicht unter die Rubrik "Außenpolitik".
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon H2O » Mo 16. Jul 2018, 12:36

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(16 Jul 2018, 12:23)

Ich kannte früher zwei solcher Einrichtungen, teilweise auch welche, die drin wohnten. Es gibt da sehr verschiedene Kategorien und Schicksale. Das gehört aber nicht unter die Rubrik "Außenpolitik".


Das ist sachlich völlig richtig; der Aufhänger war sicher die Spendenbereitschaft für Hilfsbedürftige in fernen Weltregionen. Daran habe ich auch meine Zweifel... aber eben nicht flächendeckend gegen das Einsammeln von Spenden.

Ihre Erfahrung: Das sind Menschen; die sind nicht alle gleich gut oder böse. Las ich auch: Ein 12-jähriger mußte nach Jahren eine liebevolle Betreuung verlassen, weil in der Gruppe unausstehlich und in diesem Alter schon als Rauschgifthändler unterwegs. Da macht man sich ja auch seine Gedanken: "Wie ist so etwas möglich?" Das verstehe, wer will!
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Sa 19. Jan 2019, 12:21

imp hat geschrieben:(16 Jul 2018, 12:16)

Na, das ist jetzt genauso über das Ziel hinaus wie die ursprüngliche Kritik. Ich finde das nicht schlechter, wenn sich jemand engagiert, dass sich Zustände ändern als wenn sich jemand für Leute engagiert, die unter Zuständen leiden. Es sind verschiedene Reaktionen auf teilweise gleiche Probleme.


Ich kritisiere nicht im Grundsatz eine karitative Arbeit. Nur wenn diese karitative Arbeit nicht auf die eigentlichen Ursachen der Probleme eingeht, die da bekämpft werden sollen, dann sehe ich das als kritikwürdig und da schießt meine Kritik auch m.E. überhaupt nicht über das Ziel hinaus-im Gegenteil, ich sehe es als sinnvoll diese Problematik öffentlich zu machen. Viele Hilfsorganisationen versuchen aus dem Mitleid Kapital zu schlagen und ob das im Sinne derjenigen ist, denen da angeblich oder real geholfen werden soll, das stelle ich in Frage.

Beispiel Hunger und Unterentwicklung. In diesen Bereichen tut sich seit Jahrzehnten sehr wenig zum Besseren und das hat Ursachen, an denen die meisten Hilfsorganisationen entweder vorbei schauen oder diese Ursachen nicht ansprechen. Anfang der 1970er Jahre versprach ein Großteil der damals führenden Industrienationen, dass diese Nationen 0,7% ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP)
für Entwicklung der armen Länder zur Verfügung stellen würde. Nur wenige Länder (wie z.B. Schweden) haben diese Absprache wahr gemacht, das reiche Deutschland hat das 0,7% Ziel bis heute (also knapp 50 Jahre lang) verfehlt.

Solange der Welthandel oft unfair gestaltet wird und eine wirklich gute und ausreichende Entwicklungsarbeit nicht erfolgt, solange wird die Arbeit der meisten Hilfsorganisationen die bedrängenden Symptome von Armut, Unterentwicklung und Elend nur bestenfalls mindern können und das ist zu wenig. Leider unterstützen die meisten Hilfsorganisationen dieses Dilemma, wenn sie den Bürger/innen mit ihren unehrlichen Spendenaufrufen suggerieren, dass deren Hilfe so einzig wertvoll wäre. Wenn Probleme durch eine falsche Politik mit bedingt sind, dann kann das feige unpolitisches Verhalten, das viele Hilfsorganisationen erkennen lassen, nicht wirklich das Blatt zum Besseren wenden.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Sa 19. Jan 2019, 12:47

Ein weiteres Beispiel für die unehrlichen Vorgangsweisen, die nicht wenige Hilfsorganisationen beweisen, erkenne ich in der Aktion "Brot für die Welt". Die Mitglieder des Vorstandes kassieren jeweils über 100 000 Euro Brutto im Jahr, um eine "gerechtere Welt" zu schaffen. Schamlos bettelt "Brot für die Welt" , dass solche üppigen Vorstandsgehälter auszahlt, dann auch jede Menge Omas mit schmaler Rente an. Ich finde das nicht stimmig und versuche am 30.07.2018 mit den Verantwortlichen von Brot für die Welt" in das Gespräch zu kommen:

Thomas Schüller
63303 Dreieich

Brot für die Welt
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
10115 Berlin

Betreff: Anfrage zu Höhe Gehalt Vorstand und Relation der Einkommensstruktur bei "Brot für die Welt"

Sehr geehrte Frau Pfarrer Füllkrug-Weitzel,
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Claudia Warning,
Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Jahr erhielt ich per Mail 2 Spendenaufrufe der Hilfsorganisation "SOS-Kinderdörfer", wobei beide Aufrufe wegen einer für meine Begriffe nicht stimmigen, weitgehend unreflektierten und betont unpolitisch gehaltenen Ansprache in meinem Fall genau das Gegenteil von dem bewirkten, als was mit diesen Aufrufen bezweckt gewesen sein dürfte. Anstatt mich zum Spenden motivieren zu können, fühlte ich mich von diesen Aufrufen unangenehm berührt und abgestoßen.

Ich habe in Folge dem Vorstandsvorsitzenden der "SOS-Kinderdörfer weltweit", welcher diese Aufrufe unterzeichnet hatte, auf jeden dieser beiden Aufrufe bezogen eine Kritik zukommen lassen. In einer dieser Kritik zuarbeitenden Recherche stieß ich zufällig auf die Information, dass die drei höchsten von "SOS-Kinderdörfer" gezahlten Jahresgehälter zusammen einen Betrag von 471.489,67 EUR umfassen.

http://sanderl.de/wasser-predigen-und-w ... nisationen

Diese Information bedeutet mir, dass der Herr Vorstandsvorsitzende der "SOS-Kinderdörfer", der sich mit seiner als Massenmail versendeten Spendenaufruf gut möglich auch an eine hohe Anzahl von Personen mit einem jeweils geringen Einkommen wendet (z.B. meine Wenigkeit), vermutlich Bruttobezüge in einer Höhe von mindestens 150 000 EUR pro Jahr bezieht. Wenn ein solcher Gutverdiener möglicherweise arme Menschen anbettelt- auch im Sinne einer sozialen Hilfe, dann empfinde ich persönlich das als sehr prekär.

Der oben verlinkten Seite entnahm ich auch die Information, dass die Mitglieder des Vorstands von "Brot für die Welt" jeweils ein Brutto-Jahresgehalt von über 100 000 EUR beziehen würden, als Quelle wurde der von "Brot für die Welt" herausgegebene Jahresbericht 2015 benannt, ich zitiere aus diesem S. 78:

"Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, M.A. Präsidentin Diakonie Katastrophenhilfe, Präsidentin Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Vorstandsvorsitzende Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. 116.787,90 Euro (zzgl. 55.292,60 Euro Versorgungsumlage und Beiträge zur Versicherung für Pfarrer und Kirchenbeamte)"

Prof. Dr. Claudia Warning, Vorstand Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst: Internationale Programme und Inlandsförderung, seit 10/2015 auch Internationale Personaldienste 130.880,10 Euro (zzgl. 6.000,00 Euro Unterstützungskasse)"

https://www.brot-fuer-die-welt.de/filea ... ht2015.pdf

Diese für das Jahr 2015 als gültig gemeldeten Daten veranlassen mich zu folgender Anfrage:

Frage 1:

Können Sie Frau Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Warning
als Empfängerinnen der oben benannten Leistungen die oben genannten Informationen bestätigen?

Frage 2:

Wie sehen die aktuell (2018) von "Brot für die Welt" für Sie jeweils aufgewendeten Jahresbezüge (inklusive aller Versorgungsleistungen) aus?

Frage 3:

Sehen Sie diese Bezüge in solch einer Größenordnung als gerechtfertigt an, wenn ja warum?

Ich zitiere aus dem Jahresbericht "Brot für die Welt" 2016, wo auf S. 87 die Vergütung der Mitarbeiter/innen von "Brot für die Welt" wie folgt dargestellt wird:

"Vergütungs­struktur

Monatliche Vergütung in Euro*
EG von bis

Abteilungsleitende 15 4.380,63 6.480,39
Referatsleitende 14 3.967,32 5.944,61
Referenten/-innen 13 3.657,34 5.523,65
Projektbearbeiter/-innen 10 -11 3.056,61 4.955,97
Sachbearbeiter/-innen 8 -9a 2.543,89 3.623,14
Sekretariatskräfte 6 -7 2.343,24 3.099,99
(...)
* Arbeitnehmerbrutto entsprechend Entgelttabelle TvöD Bund mit Gültigkeit vom 1.3.2015 - 28.2.2016
** Die Vergütungsstruktur gibt das aktuelle „Soll“ der Vergütung wieder, nicht das „Ist“. Im Einzelfall kann die Vergütung historisch bedingt bei langjährigen Mitarbeitenden abweichen. Dies kann zum Beispiel bei Mitarbeitenden der Fall sein, die im Rahmen der Überleitung von BAT in den TvöD in eine höhere Eingruppierung übergeleitet wurden."

https://www.brot-fuer-die-welt.de/filea ... t_2016.pdf

Die benannten Informationen lassen mutmaßen, dass Mitglieder des Vorstands von "Brot für die Welt" jeweils ein Brutto-Jahresgehalt von (teils deutlich) über 100 000 EUR beziehen, während die Arbeit der anderen Mitarbeiter/innen von "Brot für die Welr "mit deutlich geringeren Jahresgehältern vergütet wird.

So erhielt Frau Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel im Jahre 2015 vermutlich 116.787,90 Euro (zzgl. 55.292,60 Euro Versorgungsumlage) und Frau Prof. Dr. Claudia Warning 130.880,10 Euro (zzgl. 6.000,00 Euro Unterstützungskasse). Im Vergleich dazu erhielten z.B. die niedrig eingruppierten Sachbearbeiter/-innen (EG 8 -9a) möglicherweise Jahresgehälter von 30.526.68 Euro (12x 2.543,89 Euro) bis 43.477.68 Euro (12 x3.623,14 Euro), die noch niedriger eingruppierten Sekretariatskräfte (EG 6 -7) Jahresgehälter von 28.106.88 Euro (12 x 2.343 Euro) bis 37.199.88 Euro (12 x 3.099,99 Euro).

Frage 4a:

Gebe ich die eigentlichen Relationen in der Einkommensstruktur der Mitarbeiter/innen von Brot für die Welt richtig weder?

Frage 4b:

Sollten die eigentlichen Relationen in der Einkommensstruktur der Mitarbeiter/innen von Brot für die Welt mit der oben versuchten Darstellung nicht richtig wiedergegeben werden, würden Sie bitte eine Richtigstellung leisten?

Ich erkenne, dass die beiden benannten Damen des Vorstands mit einmal 116.787,90 Euro (zzgl. 55.292,60 Euro Versorgungsumlage) und einmal 130.880,10 Euro (zzgl. 6.000,00 Euro Unterstützungskasse) im Jahre 2015 pro Person etwa 4,5 bzw. 4,7 mal soviel als Jahresgehalt in 2015 erhielten als die in EG 6 eingruppierten Sekretariatskräfte als jeweiliges Jahresgehalt in 2016 (ca. 28.106.88 Euro)

Frage 5:

Empfinden Sie Frau Pfarrerin Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Claudia Warning die oben dargestellte Relation (sollte sie so in etwa stimmen) als gerecht und einem christlichen Verständnis entsprechend?

Frage 6:

Wie wenden Sie Frau Pfarrerin Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Claudia Warning die oben benannten Einkommensunterschiede auf eine sozialgeschichtliche Auslegung des "Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg" (Mt. 20.1-16) an?

Frage 7:

Können Sie Frau Pfarrerin Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Claudia Warning die oben benannten Einkommensunterschiede mit den Werten verbinden, an denen gelegen ist, "Brot für die Welr" laut eigener Darstellung, z.B. Stärkung der Armen, Friedensförderung und Bewahrung der Schöpfung (Jahresbericht 2016, S. 4)?

Frage 8:

Trotz gründlich versuchter Suche konnte ich im Jahresbericht 2016 von "Brot für die Welt" keine direkten Auskünfte zu den Bezügen des Vorstandes von "Brot für die Welt" (wie auf S. 78 des Jahresberichts 2015 geleistet) entdecken. Habe ich solch direkten Auskünfte übersehen, wenn ja - wo finden sich diese im Jahresbericht 2016?

Ich würde es schätzen,
wenn Sie sich für eine sorgfältige Bearbeitung der obenstehenden Fragen 1 - 8 verwenden würden. ´

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 19. Jan 2019, 12:51

Tja, Brot predigen und Brioche fressen, das hat schon was von Marie Antoinette. Würde mich wundern, wenn eine Antwort käme, die über das übliche PR Blabla hinausginge.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » Sa 19. Jan 2019, 14:41

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jan 2019, 12:51)

Tja, Brot predigen und Brioche fressen, das hat schon was von Marie Antoinette. Würde mich wundern, wenn eine Antwort käme, die über das übliche PR Blabla hinausginge.


Ich habe eine Antwort bekommen, in dieser versucht "Brot für die Welt" die Bezüge der Vorstandsmitglieder mit der Bundesbesoldungsordnung, die ein Teil des Bundesbesoldungsgesetzes wäre zu erklären, der auch das Kirchenbeamtenrecht zugrunde liegen würde. Auf meine kritischen Fragen passt das Unternehmen und führt nur formaljuristische Argumente an. Hier eine Zusammenschau:

Frage 1:

Können Sie Frau Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Warning als Empfängerinnen der oben benannten Leistungen die oben genannten Informationen bestätigen?

Antwort "Brot für die Welt":

Ja, die Angaben aus dem Jhresbericht 2015 sind korrekt.

Frage 2:

Wie sehen die aktuell (2018) von "Brot für die Welt" für Sie jeweils aufgewendeten Jahresbezüge (inklusive aller Versorgungsleistungen) aus?

Antwort "Brot für die Welt":

Seit 2016 veröffentlichen wir die Bezüge der Vorstände als Gesamtsumme. Die Gesamtsumme der Bezüge aller Vorstandsmitglieder 2018 geben wir mit dem Jahresbericht 2018 bekannt, der voraussichtlich im August 2019 erscheinen wird.

Frage 3:

Sehen Sie diese Bezüge in solch einer Größenordnung als gerechtfertigt an, wenn ja warum?

Antwort "Brot für die Welt":

Die Bezüge der Vorstandsmitglieder richten sich nach der Bundesbesoldungsordnung, die ein Teil des Bundesbesoldungsgesetzes ist, das auch dem Kirchenbeamtenrecht zugrunde liegt.

Frage 4a:

Gebe ich die eigentlichen Relationen in der Einkommensstruktur der Mitarbeiter/innen von Brot für die Welt richtig wieder?

Antwort "Brot für die Welt":

Ja. Die Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Brot für die Welt ist angelehnt an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvöD).

Frage 4b: (erübrigt sich auf Grund Antwort auf Frage 4a)

Frage 5:

Empfinden Sie Frau Pfarrerin Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Claudia Warning die oben dargestellte Relation (sollte sie so in etwa stimmen) als gerecht und einem christlichen Verständnis entsprechend?

Antwort "Brot für die Welt":

Die dargestellte Relation trägt der jeweiligen Verantwortung der Position und dem Status z.B. als Kirchenbeamtin Rechnung und bewegt sich in einem üblichen Rahmen.

Frage 6:

Wie wenden Sie Frau Pfarrerin Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Claudia Warning die oben benannten Einkommensunterschiede auf eine sozialgeschichtliche Auslegung des "Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg" (Mt. 20.1-16) an?

Antwort "Brot für die Welt": Keine Antwort

Frage 7:

Können Sie Frau Pfarrerin Füllkrug-Weitzel und Frau Prof. Dr. Claudia Warning die oben benannten Einkommensunterschiede mit den Werten verbinden, an denen gelegen ist, "Brot für die Welt" laut eigener Darstellung, z.B. Stärkung der Armen, Friedensförderung und Bewahrung der Schöpfung (Jahresbericht 2016, S. 4)?

Antwort "Brot für die Welt":

Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung steht mit anderen Arbeitgebern in
Konkurrenz um gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Die Vergütung der Mitglieder des
Vorstands erfolgt wie gesagt gemäß Bundesbesoldungsordnung, die ein Teil des
Bundesbesoldungsgesetzes ist, das auch dem Kirchenbeamtenrecht zugrunde liegt. Die
Vergütungsstruktur insgesamt ist angelehnt an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvöD)

Frage 8:

Trotz gründlich versuchter Suche konnte ich im Jahresbericht 2016 von "Brot für die Welt" keine
direkten Auskünfte zu den Bezügen des Vorstandes von "Brot für die Welt" (wie auf S. 78 des
Jahresberichts 2015 geleistet) entdecken. Habe ich solch direkten Auskünfte übersehen, wenn ja -
wo finden sich diese im Jahresbericht 2016?

Antwort "Brot für die Welt":

Im Jahresbericht 2016 geben wir die Gesamtsumme der Arbeitgeber-Bruttobezüge der fünf hauptamtlichen Vorstandsmitglieder von Brot für die Welt und Diakonie Deutschland inkl. Versorgungsumlagen, Beiträgen zur Versicherung für Pfarrer und Kirchenbeamte und
Unterstützungskassen an (Seite 84). Seit Mai 2018 besteht der Vorstand des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung e.V. aus vier Personen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon nietoperz » Sa 19. Jan 2019, 15:24

"Mitleidsindustrie" könnte auch als Unwort des Jahres durchgehen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Echt » Sa 19. Jan 2019, 15:43

nietoperz hat geschrieben:(19 Jan 2019, 15:24)

"Mitleidsindustrie" könnte auch als Unwort des Jahres durchgehen.


Das Wort ist unangemessen. Die Flüchtlingsindustrie hat kein Mitleid.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon nietoperz » Sa 19. Jan 2019, 16:29

Echt hat geschrieben:(19 Jan 2019, 15:43)

Das Wort ist unangemessen. Die Flüchtlingsindustrie hat kein Mitleid.

  • Flüchtlingsindustrie
  • Mitleidsindustrie
  • Abschiebeindustrie

Wem fallen noch mehr Fake-Industrien ein?

Die Bosse der "Flüchtlingsindustrie" sind bestimmt Assad, Putin, und ihre befreundeten Islamisten von ISIS, Hisbollah und Co.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 19. Jan 2019, 16:32

Kleinlok hat geschrieben:(19 Jan 2019, 14:41)

Auf meine kritischen Fragen passt das Unternehmen und führt nur formaljuristische Argumente an.

Wie zu erwarten war.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » So 20. Jan 2019, 12:21

nietoperz hat geschrieben:(19 Jan 2019, 15:24)

"Mitleidsindustrie" könnte auch als Unwort des Jahres durchgehen.



Das würde mich nicht wundern, denn Kritik an der vielen halbherzigen deutschen Gutmenschelei können diejenigen scheinbar nicht gut ab,
die als selbsternannte Sittenwächter den dt. Sprachgebrauch sauber halten wollen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon nietoperz » So 20. Jan 2019, 12:44

Kleinlok hat geschrieben:(20 Jan 2019, 12:21)

Das würde mich nicht wundern, denn Kritik an der vielen halbherzigen deutschen Gutmenschelei können diejenigen scheinbar nicht gut ab,
die als selbsternannte Sittenwächter den dt. Sprachgebrauch sauber halten wollen.


Wo sich Schlechtmenschen aus ihren Rattenlöchern wagen, werden Sittenwächter wichtig. Ist doch erfreulich, dass es sie gibt.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » So 20. Jan 2019, 13:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(19 Jan 2019, 16:32)

Wie zu erwarten war.


Ich habe die Antwort seitens "Brot für die Welt" kritisch kommentiert:

Thomas Schüller
63303 Dreieich

Brot für die Welt
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
10115 Berlin

Betreff: Antwort Thomas Schüller 31.08.2018 auf Antwort „Brot für die Welt“ 01.08.2018


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen sehr herzlich für Ihre am 1. August 2018 erfolgte Antwort danken. (...) Ich möchte nun zu Ihren Antworten Stellung nehmen, da ich den behandelten Themenkomplex für überaus wichtig sehe bezogen auf Aspekte sozialer Gerechtigkeit, Solidarität und einem überzeugend gelebten
Christentum.

Stellungnahme zu Ihren Antworten:

Ich erkenne die Rechtmäßigkeit der Bezüge der Vorstandsmitglieder an, wenn diese Bezüge gemäß der Bundesbesoldungsordnung erfolgen, die als Teil des Bundesbesoldungsgesetzes dem Kirchenbeamtenrecht zugrunde liegt. Ein Verstoß bzw. eine Abweichung von dieser Besoldungsordnung bzw. dem Kirchenbeamtenrecht mag für die evangelische Kirche Deutschland in Deutschland und damit auch für Unternehmen wie "Brot für die Welt" in formaljuristischer Hinsicht nicht in Frage kommen (?), aber ich möchte darauf weisen, dass ich persönlich zwischen einer formaljuristischen Legitimation und einer Legitimation im Sinne eines Christentums unterscheiden möchte, dass der Religionsstifter Jesus Christus in seinem Bekenntnis und Handeln bezeugt und vorgelebt hat und welches für die evangelische Kirche in Deutschland laut ihrem
eigenen Bekenntnis verbindlich sein dürfte.

Ich erkenne in der aktuellen Anwendung der Bundesbesoldungsordnung bzw. des Kirchenbeamtenrechts eine Unstimmigkeit zu Aspekten eines glaubhaft gelebten Christentums, das sich für ein gelingendes Zusammenleben aller Menschen geistig wie handlungsorientiert überzeugend einsetzt. "Brot für die Welt" geht es laut eigenem Bekunden um eine global wirkende Gerechtigkeit,da sehe ich es als unbedingt erforderlich, dass Menschen, Gruppen, Staaten, Unternehmen und Aktionsformen, die sich für eine globale Gerechtigkeit und Solidarität einsetzen wollen, in ihrer eigenen Praxis bzw. in ihren eigenen Reihen eine wirksam gelebte Gerechtigkeit und Solidarität in analogen Bezügen erkennen lassen.

Genau diese gelebte Gerechtigkeit und Solidarität kann ich bezogen auf "Brot für die Welt" und das "Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V" nicht erkennen. Die hier erkennbare Differenz zwischen dem Gehalt eines Vorstandsmitgliedes und dem Gehalt einer niedrig eingruppierten Miterbeiters/Mitarbeiterin (z.B. auf das Jahr 2015 bezogen 116.787,90 Euro zzgl. 55.292,60 Euro Versorgungsumlage für ein Vorstandsmitglied versus 28.106.88 Euro für eine/n in EG 6 eingruppierten Mitarbeiter/in) lässt mich erkennen, dass Mitglieder des Vorstands in 2015 mehr als das 4 fache des Gehalts eines niedrig eingruppierten Mitarbeiter/in bekamen. Ich persönlich empfinde das als nicht gerecht, auch im Hinblick darauf, dass ein Jahresgehalt von 28.106.88 Euro im reichen Deutschland je nach privaten Lebensumständen nicht unbedingt ein
wirklich sozial abgesichertes Leben für den/die Empfänger/in dieses Gehalts einschließlich der eventuellen Angehörigen bedeuten kann. (...)

Der Rahmen einer solche Verdienstrelation mag wie Sie es formulieren "üblich" sein, aber als üblich sehe ich in Deutschland vieles, was ich persönlich als (teils sehr) ungerecht und damit als eine Missachtung der gebührenden Wertschätzung der von dieser Ungerechtigkeit betroffenen Menschen empfinde. Angesichts der in Deutschland zunehmenden Armut kann unschwer der Schluss gebildet werden, dass der deutsche Rechtsstaat die Bildung einer solchen Armutsentwicklung seit langer Zeit zulässt, wenn nicht sogar befördert. Und das weist dem deutschen Staat, aber auch staatstragenden Institutionen wie z.B. der EKD eine Mitverantwortung für diese Armutsentwicklung zu. Wenn wir als offiziell demokratisch verfasster Rechtsstaat solche Ungerechtigkeiten in unserem Staats- bzw. Wirtschaftsgeschehen zulassen, können wir dann ethisch berechtigt daran Anstoß nehmen, dass Ungerechtigkeiten in undemokratischaufgestellten Staaten noch drastischer ausfallen?

Insgesamt erscheinen mir die Antworten von "Brot für die Welt" als an die juristische bzw. faktische Normalität des deutschen Staates angepasst, ohne dass in diesen Antworten eine wirklich eigenständig formulierte Auseinandersetzung mit den Grundwerten für mich erkennbar wäre, für die"Brot für die Welt" eigentlich stehen will: Stärkung der Armen, Friedensförderung und Bewahrung der Schöpfung (Jahresbericht 2016, S. 4). (...)

So beantworten Sie interessanterweise meine Frage, ob die oben benannten Einkommensunterschiede mit Werten verbunden werden könnten, die für „Brot für die Welt“ verbindlich wären. mit dem Hinweis, dass das "Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung" mit anderen Arbeitgebern in Konkurrenz um gut ausgebildete Fach-
und Führungskräfte stehen würde.Selbst wenn dem so wäre, dann empfinde ich diese Aussage erst einmal als wenig schmeichelhaft gegenüber den niedrig eingruppierten Mitarbeiter/innen Ihres Unternehmens, denn deren eher niederen Bezüge lassen dann bezogen auf die oben stehende Argumentation den Folgeschluss zu, dass die gering vergüteten Mitarbeiter/innen schlecht ausgebildet wären bzw. keinen wirklich qualifizierten Job machen würden. Ich erkenne hier leider einen für den deutschen Arbeitsmarkt typischen Chauvinismus: Wenn es um den/die kleine/n Mitarbeiter/in geht, sei es in der Pflege, Kinderbetreuung, Verwaltung, Produktion, Einzelhandel, Transport- und Dienstleistungsgewerbe und scheinbar auch bei „Brot für die Welt“, dann kann die Konkurrenz mit anderen Arbeitgebern als so lau erscheinen, so dass eine gute Besoldung dieser Menschen als scheinbar überflüssig gilt.

Wie anders könnte erklärt werden, dass es im Falle dieser Mitarbeiter/innen als ausreichend erscheint, wenn diese mit einem Bruchteil der für Führungskräfte üblichen Bezüge besoldet werden?

Bei den Führungskräften wird dann (m.E. wenig konsequent) das Angebot der verfügbaren Kräfte als so exklusiv und klein erachtet, so dass diese im Vergleich zu den einfachen Mitarbeiter/innen mit deutlich höheren Bezügen zur Mitarbeit motiviert werden müssten.Was eine solche Denkweise bei den Menschen auslösen kann, die in dieser Relation vergleichsweise geringe Bezüge erhalten, sollte Menschen die Leitungsfunktionen ausüben wollen, vorstellbar sein, (...)

Die oben benannte selektiv und damit unfair betriebene Befolgung marktwirtschaftlicher Prinzipien passt zudem überhaupt nicht zu der von Hilfsorganisationen und den Kirchen erbetenen Selbstlosigkeit, die so gerne und schnell beworben wird, wenn es um das Leisten von Spenden, Kirchengeldern, Kollekten und ehrenamtlich veranlagter Mitarbeit geht. Einerseits akzeptieren bzw. unterstützen die Kirchen und kirchliche Unternehmen mit ihrem eigenen Verhalten eine Marktwirtschaft, die m.E. als immer weniger sozial gelten kann (bzw. nie wirklich sozial war), andererseits stellen dieselben Kirchen und kirchliche Unternehmen bestimmten Zielgruppen ein Verhalten als wünschenswert dar, dass als Alternative oder Opposition zu diesem marktwirtschaftlichen Verständnis betrachtet werden kann. Die Kirchen und deren Umfeld beweisen hier einen Spagat, der mich eine eindeutige, glaubhaft und überzeugend gelebte Beziehung von Glaube, Geist und Handeln vermissen lässt. Ich sehe diese kritische Wahrnehmung
von zentraler Bedeutung für Kirche und deren Umfeld.

Zu dieser Unstimmigkeit passt, dass Sie eine Antwort auf meine Frage 6 ausfallen lassen, in der ich frage, wie die oben benannten Einkommensunterschiede auf eine sozialgeschichtliche Auslegung des "Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg" (Mt. 20.1-16) angewendet werden können?

Laut meiner Wahrnehmung, (...) dürfte es sich bei diesem Gleichnis um einen der am meisten im deutschsprachigen Bereich vernachlässigten Bibeltexte handeln, was ich mir damit erkläre, dass die Inhalte dieses Textes in einem deutlichen Gegensatz zu den Maximen unseres kapitalistischen Systems stehen. Das letztere setzte schon immer auf Eigensucht, Konkurrenz, Ungleichheit und nimmt billigend in Kauf, dass die Gewinne der Gewinner sich nicht selten auf den Verlusten der systembedingten Verlierer begründen. Verluste, welche den Verlierern dieses unfairen Spiels mitunter die Existenzgrundlagen rauben und das hat dann nichts mehr gemeinsam
mit dem, was im Gleichnis Mt. 20.1-16 angesprochen wird. Dort soll es keine Verlierer, sondern einen gemeinsamen Zugewinn geben, der allen Akteuren einen Zugang zu einem menschenwürdigen Leben ermöglicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichnis ... m_Weinberg

Es geht hier um Grundbedürfnisse deren Befriedigung allen Menschen zugestanden werden sollte. Diese Philosophie zeigt m.E. eine unmittelbare Übereinstimmung mit den Grundwerten von „Brot für die Welt“, aber gerade auf die Frage wie die bei „Brot für die Welt“ üblichen Einkommensunterschiede auf eine sozialgeschichtliche Auslegung des "Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg" (Mt. 20.1-16) angewendet werden können, passt „Brot für die Welt“. Das sehe ich als absurd bzw. als zumindest interessantes Phänomen, dass ich mir dahingehend erkläre:

Die Kirchen und auch kirchliche Unternehmen tun sich in ihrem Streben nach Harmonie allgemein sehr schwer mit Gegensätzen, die unser politisches wie wirtschaftliches System mit humanen und damit auch christlich geprägten Idealen bildet. Um solche Gegensätze leugnen zu können, betreiben die Kirchen einen Spagat: Aktiv (in ihrem eigenen Wirken) oder passiv (in Form bequemer Duldung) arbeiten sie den vielen Ungerechtigkeiten unserer Welt zu, um dann gleichzeitig Werte zu proklamieren, die dieser Ungerechtigkeit eigentlich den Kampf ansagen müssten. Dieser Spagat geht m.E. deutlich über ein Maß von Inkonsequenz hinaus, dass noch akzeptabel sein könnte und die gier erkennbare Unstimmigkeit verursacht dann m.E einen massiven Verlust moralischer Integrität, an dem die deutschen Kirchen leiden und deren schwindende bzw. längst geschwundene gesellschaftliche Bedeutung. (...)

De facto ist die Geschichte der Menschheit bis heute davon durchgehend gekennzeichnet, dass die Menschheit es bis dato nicht schafft für die gesamte Menschheit auskömmliche Lebensbedingungen zu schaffen, obwohl das technisch wie politisch grundsätzlich möglich ist. Menschen flogen zum Mond, bauen Computertomographen, die erbsengroße Tumore erkennen können und packen in ein Millimeter dickes Mobiltelefon eine Technologie, die vor 10 Jahren kaum vorstellbar schien.

Aber das was da am menschlichem Zusammenhalt in Mt. 20.1-16 und auch an weiteren Stellen des Neuen Testamentes proklamiert wird, das erscheint noch heute als ein Projekt, das seit Jahrtausenden schier unerfüllbar erscheint. Dieser Eindruck ist absurd und tragisch zugleich und muss ein Ende finden, denn wir haben vermutlich nur noch wenig Zeit um Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit endlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Ich würde mich freuen, wenn wir diesbezüglich im Gespräch kommen könnten.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » So 20. Jan 2019, 13:23

nietoperz hat geschrieben:(20 Jan 2019, 12:44)

Wo sich Schlechtmenschen aus ihren Rattenlöchern wagen, werden Sittenwächter wichtig. Ist doch erfreulich, dass es sie gibt.



Meinst du das wirklich so oder soll das Ironie sein?
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon nietoperz » So 20. Jan 2019, 13:42

Kleinlok hat geschrieben:(20 Jan 2019, 13:23)

Meinst du das wirklich so oder soll das Ironie sein?


Es gibt zu viel Bullshit auf der Welt, wie z.B. hasserfüllte Wortkonstruktionen irgendwelcher Extremisten. Ich finde es gut, dass manche sowas kritisch thematisieren. Kunstwörter, die auf "Industrie" enden, kommen doch meistens von Rechtsunten und ähnlichen Deppen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Quatschki » So 20. Jan 2019, 14:18

nietoperz hat geschrieben:(20 Jan 2019, 13:42)

Es gibt zu viel Bullshit auf der Welt, wie z.B. hasserfüllte Wortkonstruktionen irgendwelcher Extremisten. Ich finde es gut, dass manche sowas kritisch thematisieren. Kunstwörter, die auf "Industrie" enden, kommen doch meistens von Rechtsunten und ähnlichen Deppen.

Es gibt auch zum Beispiel die Schönheitsindustrie oder die Schlankheitsindustrie, die Sex-Industrie, Doping-Industrie oder die Pflege-Industrie
Gemeint ist immer gewerbsmäßig organisierter profitorientierter betrügerisch ausbeuterischer Dummenfang.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Kleinlok » So 20. Jan 2019, 15:51

nietoperz hat geschrieben:(20 Jan 2019, 13:42)

Es gibt zu viel Bullshit auf der Welt, wie z.B. hasserfüllte Wortkonstruktionen irgendwelcher Extremisten. Ich finde es gut, dass manche sowas kritisch thematisieren. Kunstwörter, die auf "Industrie" enden, kommen doch meistens von Rechtsunten und ähnlichen Deppen.


Es gibt viel Bullshit auf der Welt, m.E. sind daran aber nicht nur die hasserfüllten Wortkonstruktionen irgendwelcher Extremisten schuld, sondern auch das feige bequeme Geschwurbel der selbsternannten Gutmenschen, die die Welt nach dem Motto verbessern wollen: "Wasche mir den Pelz, aber mache mich nicht nass!"
Nasen, die artig in den gesellschaftlichen bzw. wirtschaftlichen Systemen mitlaufen, die viel Ungerechtigkeit produzieren bzw. diesen Mist zumindest zulassen, die dann aber nicht die für sie selbst unangenehmen Zusammenhänge erkennen wollen. Nasen. die enthusiastisch "Rgefugee wellcome" skandieren und Teddybärchen werfen, aber einen Dreck danach fragen, warum die Menschen fliehen (müssen), die sie da so herzlich willkommen heißen wollen. Die nicht wissen wollen, woher das Erdöl kommt, aus dem der Sprit gemacht wird, den sie jeden Tag fleißig verfahren. Nase, die oft auch artig und fleißig mithelfen die Welt zu ruinieren, zumindest erst mal an den Stellen, wo dann die Menschen die Flucht ergreifen.

Teil all dieser politischen Blindheit sind Organisationen, die gegen Bargeld bzw. eine Überweisung ein bisserl gutes Gewissen an diejenigen verkaufen wollen, die keine Ahnung von der Welt haben (wollen) - und da wirkt m.E. auch feige opportunistisch unter anderem "Brot für die Welt" mit. Die eigentlichen Ursachen bleiben unbenannt, da schweigen die feigen Kirchenpisser.

Da finde es gut, dass manche sowas kritisch thematisieren. Der Scheiß, der unsere Erde zumüllt kommt nicht immer von Rechtsunten und ähnlichen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon nietoperz » So 20. Jan 2019, 17:06

Kleinlok hat geschrieben: Der Scheiß, der unsere Erde zumüllt kommt nicht immer von Rechtsunten und ähnlichen.


Natürlich nicht immer, aber immer öfter. Erst recht, seitdem diese Vögel das Internet entdeckt haben. Erst letztens habe ich ein Video von einem durchgeknallten Youtuber gesehen, der behauptet dass die Aufnahmen vom Überfall auf Magnitz retuschiert sind. Angeblich soll der Täter mit einem Gegenstand zugeschlagen haben. Mit sowas schafft man nur Verwirrung. Gesetze gegen Fake-News und Hate Speech soll es zwar geben, aber meistens kommen sie nicht zur Anwendung, nur in ganz harten Fällen.
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Re: Neues von der Mitleidsindustrie

Beitragvon Nudelholz » Di 29. Jan 2019, 15:51

Werden diese herzensguten, gutbezahlten Führungskräfte denn von der Kirchensteuer bezahlt?
Ist ja der Hammer mit der Konkurrenz, klingt, als würden sie Autos produzieren, daher finde ich Mitleidsindustrie hier ganz passend.
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