Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

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Boraiel
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Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 14:07

Zu Beginn möchte ich einige Hintergründe darstellen, die aus meiner Sicht Einfluss auf die Region ausüben.
USA: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben als Land der Freien, größte Hoffnung für die Zukunft der Menschheit und als herausragende Verwirklichung der republikanischen Idee eine moralische Verpflichtung denen gegenüber, die heutzutage nicht die Freiheiten und Rechte genießen, die die amerikanische Bürger haben, gegenüber denen und deren Kindern, die heute in Unterdrückung, Unfreiheit und Tyrannei leben müssen. Das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Menschen muss (aus dieser Persepktive) als weitaus wichtiger gewertet werden als das Selbstbestimmungsrecht der Völker.
Einfluss des Islam in den dortigen Gesellschaft: In Gesellschaften in denen der Abfall vom Islam mit dem Tode bestraft werden kann, gibt es keine Religionsfreiheit. Die USA haben jedes Recht zur Durchsetzung der Religionsfreiheit in solchen Staaten zu intervenieren. In Ländern, wo eine Strafe für Apostasie nur durch die Macht eines Dikators verhindert wird, ist das elemantare Recht eines jeden Bürgers Einfluss zu nehmen auf seine Regierung nicht gegeben. Die Vereinigten Staaten haben jedes Recht im Interesse der Demokratie in diesen Staaten zu intervenieren.
Intervention der USA/ des Westens: Durch die Intervention einer fremden Macht wird die Staatsbildung, der Friedensprozess im betreffenden Land äußerst stark behindert.
Ölreichtum: Der Irak, im geringern Maße auch Syrien, sind ölreiche Ländern. Durch die Exploration fossiler Energieträger hat nicht nur dort ein nicht nachthaltiger Bevölkerungszuwachs stattgefunden. In vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens decken die Einkommen aus den Öl- und Gasgeschäften einen Großteil der dortigen Wohlfahrtsstaaten und Unterdrückungssysteme. Einige wie Saudi-Arabien nutzen dieses Geld sogar um ihre Herrschaftsideolgie von zuhause in die Welt, insbesonders nach Europa zu exportieren.

Das sind einige der Hintergründe, die das aktuelle Geschehen prägen. Es gibt natürlich auch noch einige weitere Akteuere, wie das widererstarke Russland, dass eine weltpoltische Rolle in Syrien gerade unter Beweis stellen möchte.
In dieser Situation, was ist da zu tun?
Wie wir gesehen haben, haben die USA bzw. der Westen jedes Recht (und ggf. die moralische Verpflichtung) in nahezu allen islamisch geprägten Ländern (vielleicht mit momentaner Ausnahme von Tunesien; zu den islamisch geprägten Ländern kommen aber auch noch andere) zu intervenieren. Natürlich würde die gleichzeitige Intervention in allen diesen Ländern den Westen überfordern, deshalb wäre es sinnvoll dort, wo es gerade am lichterloschten brennt, anzufangen. Das scheinen momentan der Irak und Syrien zu sein.
So vor allem die USA sollten als Besatzungsmacht wieder in den Irak und in Syrien einmarschieren, sie sollten das tun mit einem klaren Plan und einer klaren Ankündigung, wann sie wieder gehen werden. Sie sollten die Kontrolle übernehmen, ein staatlichen System etablieren, das Steuern einzieht, Verbrecher verfolgt und bestraft, und ein Nebeneinander der unterschiedlichen Gruppen ermöglicht. Sie sollten die Kontrolle über die Ölfelder übernehmen und auch die sonstigen fossilen Ressoucen solange ausbeuten, bis damit jeder Dollar den der Einsatz dort kostet bzw. gekostet hat, zurückgezahlt werden kann. Erst wenn das geschehen ist und ein System und eine Gesellschaft etabliert ist, welches Bürgerrechte und Demokratie sichert, sollte man die Kontrolle dieser Ressourcen wieder in die Händer der Iraker oder Syrer geben. Ähnliches würde von Mr. Trump, dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen, und ich denke, das ist eine der intelligensten Dinge, die er bisher gesagt hat. Mit dem dortigen Öl, Ressourcen eine Intervention zu finanzieren, ist ein wichtiger Punkt.
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Fadamo
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Fadamo » Fr 25. Sep 2015, 14:23

Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 13:07 hat geschrieben:Wie wir gesehen haben, haben die USA bzw. der Westen jedes Recht (und ggf. die moralische Verpflichtung) in nahezu allen islamisch geprägten Ländern (vielleicht mit momentaner Ausnahme von Tunesien; zu den islamisch geprägten Ländern kommen aber auch noch andere) zu intervenieren. Natürlich würde die gleichzeitige Intervention in allen diesen Ländern den Westen überfordern, deshalb wäre es sinnvoll dort, wo es gerade am lichterloschten brennt, anzufangen. Das scheinen momentan der Irak und Syrien zu sein.
So vor allem die USA sollten als Besatzungsmacht wieder in den Irak und in Syrien einmarschieren, sie sollten das tun mit einem klaren Plan und einer klaren Ankündigung, wann sie wieder gehen werden. Sie sollten die Kontrolle übernehmen, ein staatlichen System etablieren, das Steuern einzieht, Verbrecher verfolgt und bestraft, und ein Nebeneinander der unterschiedlichen Gruppen ermöglicht. Sie sollten die Kontrolle über die Ölfelder übernehmen und auch die sonstigen fossilen Ressoucen solange ausbeuten, bis damit jeder Dollar den der Einsatz dort kostet bzw. gekostet hat, zurückgezahlt werden kann. Erst wenn das geschehen ist und ein System und eine Gesellschaft etabliert ist, welches Bürgerrechte und Demokratie sichert, sollte man die Kontrolle dieser Ressourcen wieder in die Händer der Iraker oder Syrer geben. Ähnliches würde von Mr. Trump, dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen, und ich denke, das ist eine der intelligensten Dinge, die er bisher gesagt hat. Mit dem dortigen Öl, Ressourcen eine Intervention zu finanzieren, ist ein wichtiger Punkt.



Du meinst die USA und die NATO sollten das Gleiche machen, was 1945 mit Deutschland gemacht wurde ?
Es soll eine neue Staatsform in Syrien und Irak aufdiktiert werden ?
Das wird so nicht mehr funktionieren ,wie 1945.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon nichtkorrekt » Fr 25. Sep 2015, 14:23

Was du schreibst würde eine Art Kolonialismus bedeuten.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Nathan » Fr 25. Sep 2015, 14:27

Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 14:07 hat geschrieben:Zu Beginn möchte ich einige Hintergründe darstellen, die aus meiner Sicht Einfluss auf die Region ausüben.
USA: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben als Land der Freien, größte Hoffnung für die Zukunft der Menschheit und als herausragende Verwirklichung der republikanischen Idee eine moralische Verpflichtung denen gegenüber, die heutzutage nicht die Freiheiten und Rechte genießen, die die amerikanische Bürger haben, gegenüber denen und deren Kindern, die heute in Unterdrückung, Unfreiheit und Tyrannei leben müssen. Das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Menschen muss (aus dieser Persepktive) als weitaus wichtiger gewertet werden als das Selbstbestimmungsrecht der Völker.
Einfluss des Islam in den dortigen Gesellschaft: In Gesellschaften in denen der Abfall vom Islam mit dem Tode bestraft werden kann, gibt es keine Religionsfreiheit. Die USA haben jedes Recht zur Durchsetzung der Religionsfreiheit in solchen Staaten zu intervenieren. In Ländern, wo eine Strafe für Apostasie nur durch die Macht eines Dikators verhindert wird, ist das elemantare Recht eines jeden Bürgers Einfluss zu nehmen auf seine Regierung nicht gegeben. Die Vereinigten Staaten haben jedes Recht im Interesse der Demokratie in diesen Staaten zu intervenieren.
Intervention der USA/ des Westens: Durch die Intervention einer fremden Macht wird die Staatsbildung, der Friedensprozess im betreffenden Land äußerst stark behindert.
Ölreichtum: Der Irak, im geringern Maße auch Syrien, sind ölreiche Ländern. Durch die Exploration fossiler Energieträger hat nicht nur dort ein nicht nachthaltiger Bevölkerungszuwachs stattgefunden. In vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens decken die Einkommen aus den Öl- und Gasgeschäften einen Großteil der dortigen Wohlfahrtsstaaten und Unterdrückungssysteme. Einige wie Saudi-Arabien nutzen dieses Geld sogar um ihre Herrschaftsideolgie von zuhause in die Welt, insbesonders nach Europa zu exportieren.

Das sind einige der Hintergründe, die das aktuelle Geschehen prägen. Es gibt natürlich auch noch einige weitere Akteuere, wie das widererstarke Russland, dass eine weltpoltische Rolle in Syrien gerade unter Beweis stellen möchte.
In dieser Situation, was ist da zu tun?
Wie wir gesehen haben, haben die USA bzw. der Westen jedes Recht (und ggf. die moralische Verpflichtung) in nahezu allen islamisch geprägten Ländern (vielleicht mit momentaner Ausnahme von Tunesien; zu den islamisch geprägten Ländern kommen aber auch noch andere) zu intervenieren. Natürlich würde die gleichzeitige Intervention in allen diesen Ländern den Westen überfordern, deshalb wäre es sinnvoll dort, wo es gerade am lichterloschten brennt, anzufangen. Das scheinen momentan der Irak und Syrien zu sein.
So vor allem die USA sollten als Besatzungsmacht wieder in den Irak und in Syrien einmarschieren, sie sollten das tun mit einem klaren Plan und einer klaren Ankündigung, wann sie wieder gehen werden. Sie sollten die Kontrolle übernehmen, ein staatlichen System etablieren, das Steuern einzieht, Verbrecher verfolgt und bestraft, und ein Nebeneinander der unterschiedlichen Gruppen ermöglicht. Sie sollten die Kontrolle über die Ölfelder übernehmen und auch die sonstigen fossilen Ressoucen solange ausbeuten, bis damit jeder Dollar den der Einsatz dort kostet bzw. gekostet hat, zurückgezahlt werden kann. Erst wenn das geschehen ist und ein System und eine Gesellschaft etabliert ist, welches Bürgerrechte und Demokratie sichert, sollte man die Kontrolle dieser Ressourcen wieder in die Händer der Iraker oder Syrer geben. Ähnliches würde von Mr. Trump, dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen, und ich denke, das ist eine der intelligensten Dinge, die er bisher gesagt hat. Mit dem dortigen Öl, Ressourcen eine Intervention zu finanzieren, ist ein wichtiger Punkt.


Extrem reaktionärer Schrott, den Trump absondert und für dich also erste Sahne...Invasion dorthin wo es genug Öl gibt um die Invasion zu bezahlen nebst kräftigem Risikoaufschlag, versteht sich...DAS sind Kriterien die die Welt braucht, und an diesem Wesen soll sie also genesen...?
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Nathan » Fr 25. Sep 2015, 14:29

Fadamo » Fr 25. Sep 2015, 14:23 hat geschrieben:

Du meinst die USA und die NATO sollten das Gleiche machen, was 1945 mit Deutschland gemacht wurde ?
Es soll eine neue Staatsform in Syrien und Irak aufdiktiert werden ?
Das wird so nicht mehr funktionieren ,wie 1945.


Ne, die deutschen Ölquellen befinden sich heutzutage nicht mehr in Deutschland...wolltest du uns das mitteilen oder was?
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Fadamo » Fr 25. Sep 2015, 14:36

Nathan » Fr 25. Sep 2015, 13:29 hat geschrieben:
Ne, die deutschen Ölquellen befinden sich heutzutage nicht mehr in Deutschland...wolltest du uns das mitteilen oder was?



Nö, wollte ich nicht mitteilen.
Die USA könnten sich dann aber über jahrzehntelang sich dort breit machen ,wie in Deutschland.
Die USA lassen doch in Deutschland sich gut gehen , sonst würden sie ja Heimweh bekommen.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Nathan » Fr 25. Sep 2015, 14:50

Fadamo » Fr 25. Sep 2015, 14:36 hat geschrieben:

Nö, wollte ich nicht mitteilen.
Die USA könnten sich dann aber über jahrzehntelang sich dort breit machen ,wie in Deutschland.
Die USA lassen doch in Deutschland sich gut gehen , sonst würden sie ja Heimweh bekommen.


Für den Fall es könnte deiner geschätzten Aufmerksamkeit entgangen sein erlaube ich mir den Hinweis, dass Deutschland mit dem 4 + 2 Vertrag und der Wiedervereinigung seine volle, uneingeschränkte Souveränität wiedererlangt hat und keine "Schutzmacht" mehr beherbergen muss. Auch die Amerikaner sind weitestgehend abgezogen, was übrigens den "besetzten" Gebieten nicht unbedingt zum wirtschaftlichen Vorteil gereichte (siehe Bitburg, Landsberg, Würzburg und viele andere), auch Russen und Franzosen findest du nur noch als Touristen, in sehr vielen Fällen unbewaffnet und mit der friedlichen Absicht, ihr Geld bei uns auszugeben. Diese Besatzer nennt man neuerdings "Touristen"!
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Fadamo » Fr 25. Sep 2015, 14:53

Nathan » Fr 25. Sep 2015, 13:50 hat geschrieben:
Für den Fall es könnte deiner geschätzten Aufmerksamkeit entgangen sein erlaube ich mir den Hinweis, dass Deutschland mit dem 4 + 2 Vertrag und der Wiedervereinigung seine volle, uneingeschränkte Souveränität wiedererlangt hat und keine "Schutzmacht" mehr beherbergen muss. Auch die Amerikaner sind weitestgehend abgezogen, ...



Stimmt .Haben aber ihre Atomwaffen in Deutschland vergessen, die mich sehr beunruhigen.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 15:14

Nathan » Fr 25. Sep 2015, 14:27 hat geschrieben:
Extrem reaktionärer Schrott, den Trump absondert und für dich also erste Sahne...Invasion dorthin wo es genug Öl gibt um die Invasion zu bezahlen nebst kräftigem Risikoaufschlag, versteht sich...DAS sind Kriterien die die Welt braucht, und an diesem Wesen soll sie also genesen...?

Zu Beginn: In Syrien und dem Irak werden zur Zeit Tausende ermordet, Millionen sind auf der Flucht. Darf bzw. sollte eine ausländische Macht mit der Fähigkeit und dem ehrlichen Willen im Interesse der dortigen Menschen die Situation dort zu verbessern hier Einfluss (auch mit miltärischer Gewalt) nehmen deiner Ansicht nach?
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Platon » Fr 25. Sep 2015, 15:29

Ich bezweifle, dass die Rechnung aufgeht. So ein Militäreinsatz kostet Milliarden, die paar Ölfelder bringen aber nur ein paar Millionen. Die Besetzung von Territorium ohne das dann umgehend wieder an die lokale Bevölkerung zu übergeben, mit der erklärten Absicht sich die Ressourcen des Gebietes anzueignen, dass man gerade erobert hat, würde dazu ziemlich schlecht ankommen. Damit würde man auf einen Schlag jede Glaubwürdigkeit verspielen, irgendeine Rolle im Land zu spielen. Man wäre einfach ein ausländischer Aggressor der versucht sich Land und Ressourcen anzueignen, die ihm nicht gehören.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 15:53

Platon hat geschrieben:Ich bezweifle, dass die Rechnung aufgeht. So ein Militäreinsatz kostet Milliarden, die paar Ölfelder bringen aber nur ein paar Millionen.

Das könnte korrekt sein. Deswegen würde die Kontrolle über die Ölfelder wahrscheinlich erst Jahre/Jahrzehnte nachdem ein Großteil der "Befreiungs"-Truppen abgezogen ist, abgeben werden.
Platon hat geschrieben:Die Besetzung von Territorium ohne das dann umgehend wieder an die lokale Bevölkerung zu übergeben, mit der erklärten Absicht sich die Ressourcen des Gebietes anzueignen, dass man gerade erobert hat, würde dazu ziemlich schlecht ankommen.

Das könnte auch korrekt sein, aber die lokale Bevölkerung hat sich im Gegensatz zu den Amerikanern bei sich in der Vergangeneheit als unfähig erwiesen eine Demokratie und einen Rechtsstaat, der grundlegende Freiheiten durchsetzt, zu etablieren und aufrecht zu erhalten. Um das zu ändern, was die lokale Bevölkerung aus eigener Kraft nicht in der Lage zu sein scheint, sind die Amerikanern gekommen. Dieser Einsatz wird die Amerikanern viel Geld und vor allem auch Leben an amerikanischen Soldaten kosten und in Anbetracht dessen, denke ich, dass es nur fair ist, wenn die Befreier sich von den nicht essentiellen Rohstoffen des Landes nehmen bis zur Begleichung der Kosten. Im Kontrast zu den Reparationsverpflichtung des deutschen Reiches nach dem ersten Weltkrieg müssten die Iraker und Syrer dafür auch gar nicht tun. Sie müssten nur akzeptieren, dass die Amis aus dem dortigen Boden etwas abpumpen etc. Das muss natürlich verantwortungsvoll (ohne Schädigung der Umwelt, bzw. bei Schädigung mit Entschädigung) geschehen und es muss nachvollziehbar sein, wann die Kosten der Befreiung und der Etablierung eines demokratischen und rechtsstaatlichen Systems bezahlt sind.
Platon hat geschrieben:Damit würde man auf einen Schlag jede Glaubwürdigkeit verspielen, irgendeine Rolle im Land zu spielen. Man wäre einfach ein ausländischer Aggressor der versucht sich Land und Ressourcen anzueignen, die ihm nicht gehören.

Wenn man klar sagt, warum und wann man reingeht und wann man wieder rausgeht und auch die Kontrolle über das Öl wieder abgibt, kann das die Glaubigkeit deutlich erhöhen. Viele Syrer und Iraker würden es sicherlich begrüßen, wenn die USA und nicht der IS die Kontrolle über die dortigen Ölfelder hätte.
Zuletzt geändert von Boraiel am Fr 25. Sep 2015, 15:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon JJazzGold » Fr 25. Sep 2015, 15:59

Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 14:07 hat geschrieben:Zu Beginn möchte ich einige Hintergründe darstellen, die aus meiner Sicht Einfluss auf die Region ausüben.
USA: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben als Land der Freien, größte Hoffnung für die Zukunft der Menschheit und als herausragende Verwirklichung der republikanischen Idee eine moralische Verpflichtung denen gegenüber, die heutzutage nicht die Freiheiten und Rechte genießen, die die amerikanische Bürger haben, gegenüber denen und deren Kindern, die heute in Unterdrückung, Unfreiheit und Tyrannei leben müssen. Das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Menschen muss (aus dieser Persepktive) als weitaus wichtiger gewertet werden als das Selbstbestimmungsrecht der Völker.
Einfluss des Islam in den dortigen Gesellschaft: In Gesellschaften in denen der Abfall vom Islam mit dem Tode bestraft werden kann, gibt es keine Religionsfreiheit. Die USA haben jedes Recht zur Durchsetzung der Religionsfreiheit in solchen Staaten zu intervenieren. In Ländern, wo eine Strafe für Apostasie nur durch die Macht eines Dikators verhindert wird, ist das elemantare Recht eines jeden Bürgers Einfluss zu nehmen auf seine Regierung nicht gegeben. Die Vereinigten Staaten haben jedes Recht im Interesse der Demokratie in diesen Staaten zu intervenieren.
Intervention der USA/ des Westens: Durch die Intervention einer fremden Macht wird die Staatsbildung, der Friedensprozess im betreffenden Land äußerst stark behindert.
Ölreichtum: Der Irak, im geringern Maße auch Syrien, sind ölreiche Ländern. Durch die Exploration fossiler Energieträger hat nicht nur dort ein nicht nachthaltiger Bevölkerungszuwachs stattgefunden. In vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens decken die Einkommen aus den Öl- und Gasgeschäften einen Großteil der dortigen Wohlfahrtsstaaten und Unterdrückungssysteme. Einige wie Saudi-Arabien nutzen dieses Geld sogar um ihre Herrschaftsideolgie von zuhause in die Welt, insbesonders nach Europa zu exportieren.

Das sind einige der Hintergründe, die das aktuelle Geschehen prägen. Es gibt natürlich auch noch einige weitere Akteuere, wie das widererstarke Russland, dass eine weltpoltische Rolle in Syrien gerade unter Beweis stellen möchte.
In dieser Situation, was ist da zu tun?
Wie wir gesehen haben, haben die USA bzw. der Westen jedes Recht (und ggf. die moralische Verpflichtung) in nahezu allen islamisch geprägten Ländern (vielleicht mit momentaner Ausnahme von Tunesien; zu den islamisch geprägten Ländern kommen aber auch noch andere) zu intervenieren. Natürlich würde die gleichzeitige Intervention in allen diesen Ländern den Westen überfordern, deshalb wäre es sinnvoll dort, wo es gerade am lichterloschten brennt, anzufangen. Das scheinen momentan der Irak und Syrien zu sein.
So vor allem die USA sollten als Besatzungsmacht wieder in den Irak und in Syrien einmarschieren, sie sollten das tun mit einem klaren Plan und einer klaren Ankündigung, wann sie wieder gehen werden. Sie sollten die Kontrolle übernehmen, ein staatlichen System etablieren, das Steuern einzieht, Verbrecher verfolgt und bestraft, und ein Nebeneinander der unterschiedlichen Gruppen ermöglicht. Sie sollten die Kontrolle über die Ölfelder übernehmen und auch die sonstigen fossilen Ressoucen solange ausbeuten, bis damit jeder Dollar den der Einsatz dort kostet bzw. gekostet hat, zurückgezahlt werden kann. Erst wenn das geschehen ist und ein System und eine Gesellschaft etabliert ist, welches Bürgerrechte und Demokratie sichert, sollte man die Kontrolle dieser Ressourcen wieder in die Händer der Iraker oder Syrer geben. Ähnliches würde von Mr. Trump, dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen, und ich denke, das ist eine der intelligensten Dinge, die er bisher gesagt hat. Mit dem dortigen Öl, Ressourcen eine Intervention zu finanzieren, ist ein wichtiger Punkt.


Danach müssten die USA nur noch den Libanon okkupieren und hätten die fatale Wolfowitz Doktrin umgesetzt. Dass die nicht funktioniert, oder allenfalls als Brandbeschleuniger, kann man am bereits am Beispiel Irak erkennen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon BingoBurner » Fr 25. Sep 2015, 16:05

Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 13:07 hat geschrieben:Zu Beginn möchte ich einige Hintergründe darstellen, die aus meiner Sicht Einfluss auf die Region ausüben.
USA: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben als Land der Freien, größte Hoffnung für die Zukunft der Menschheit und als herausragende Verwirklichung der republikanischen Idee eine moralische Verpflichtung denen gegenüber, die heutzutage nicht die Freiheiten und Rechte genießen, die die amerikanische Bürger haben, gegenüber denen und deren Kindern, die heute in Unterdrückung, Unfreiheit und Tyrannei leben müssen. Das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Menschen muss (aus dieser Persepktive) als weitaus wichtiger gewertet werden als das Selbstbestimmungsrecht der Völker.
Einfluss des Islam in den dortigen Gesellschaft: In Gesellschaften in denen der Abfall vom Islam mit dem Tode bestraft werden kann, gibt es keine Religionsfreiheit. Die USA haben jedes Recht zur Durchsetzung der Religionsfreiheit in solchen Staaten zu intervenieren. In Ländern, wo eine Strafe für Apostasie nur durch die Macht eines Dikators verhindert wird, ist das elemantare Recht eines jeden Bürgers Einfluss zu nehmen auf seine Regierung nicht gegeben. Die Vereinigten Staaten haben jedes Recht im Interesse der Demokratie in diesen Staaten zu intervenieren.
Intervention der USA/ des Westens: Durch die Intervention einer fremden Macht wird die Staatsbildung, der Friedensprozess im betreffenden Land äußerst stark behindert.
Ölreichtum: Der Irak, im geringern Maße auch Syrien, sind ölreiche Ländern. Durch die Exploration fossiler Energieträger hat nicht nur dort ein nicht nachthaltiger Bevölkerungszuwachs stattgefunden. In vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens decken die Einkommen aus den Öl- und Gasgeschäften einen Großteil der dortigen Wohlfahrtsstaaten und Unterdrückungssysteme. Einige wie Saudi-Arabien nutzen dieses Geld sogar um ihre Herrschaftsideolgie von zuhause in die Welt, insbesonders nach Europa zu exportieren.

Das sind einige der Hintergründe, die das aktuelle Geschehen prägen. Es gibt natürlich auch noch einige weitere Akteuere, wie das widererstarke Russland, dass eine weltpoltische Rolle in Syrien gerade unter Beweis stellen möchte.
In dieser Situation, was ist da zu tun?
Wie wir gesehen haben, haben die USA bzw. der Westen jedes Recht (und ggf. die moralische Verpflichtung) in nahezu allen islamisch geprägten Ländern (vielleicht mit momentaner Ausnahme von Tunesien; zu den islamisch geprägten Ländern kommen aber auch noch andere) zu intervenieren. Natürlich würde die gleichzeitige Intervention in allen diesen Ländern den Westen überfordern, deshalb wäre es sinnvoll dort, wo es gerade am lichterloschten brennt, anzufangen. Das scheinen momentan der Irak und Syrien zu sein.
So vor allem die USA sollten als Besatzungsmacht wieder in den Irak und in Syrien einmarschieren, sie sollten das tun mit einem klaren Plan und einer klaren Ankündigung, wann sie wieder gehen werden. Sie sollten die Kontrolle übernehmen, ein staatlichen System etablieren, das Steuern einzieht, Verbrecher verfolgt und bestraft, und ein Nebeneinander der unterschiedlichen Gruppen ermöglicht. Sie sollten die Kontrolle über die Ölfelder übernehmen und auch die sonstigen fossilen Ressoucen solange ausbeuten, bis damit jeder Dollar den der Einsatz dort kostet bzw. gekostet hat, zurückgezahlt werden kann. Erst wenn das geschehen ist und ein System und eine Gesellschaft etabliert ist, welches Bürgerrechte und Demokratie sichert, sollte man die Kontrolle dieser Ressourcen wieder in die Händer der Iraker oder Syrer geben. Ähnliches würde von Mr. Trump, dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen, und ich denke, das ist eine der intelligensten Dinge, die er bisher gesagt hat. Mit dem dortigen Öl, Ressourcen eine Intervention zu finanzieren, ist ein wichtiger Punkt.



Bürgerrechte und Demokratie sind nicht aufzwingbar. So einen Marshall Plan hat bisher nur in Deutschland wirklich geklappt nach 2WK.
Und das hatte Gründe.
Beide Länder, USA wollte helfen und Deutschland wollte die Veränderung. Es bestand ja die Bedrohnung durch Russland.
Und was vielleicht noch wichtiger war, wenn auch es sehr zynisch ist......alle.. hatten die Schnauze voll vom Krieg.

Du kannst die IS nicht niedermachen. Die IS ist eine Idee, die kann man nicht millitärisch bekämpfen.
Vielleicht lokal eingrenzen aber das wars. Das Einzige was die IS "besiegen" kann ist ein alternatives besseres Lebensmodel.
Aber das muss angenommen werden. Entweder aus Überzeugung oder weil die Not zu groß geworden ist.
Nimm Palestina und Israel. Egal auf welche Seite du dich stellst du stehst falsch nach all den Jahren.
Da tritt erst Frieden ein wenn die Opferzahlen zu hoch geworden sind.

Meine zwei Groschen dazu
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

Sleep On The Floor https://www.youtube.com/watch?v=v4pi1LxuDHc
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 25. Sep 2015, 17:31

Wie man Syrien und dem Irak in der Realpolitik helfen kann? Wahrscheinlich gar nicht.

Einmarschieren und besetzen ist zu teuer, alles andere wird nichts nutzen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 18:08

Tom Bombadil » Fr 25. Sep 2015, 17:31 hat geschrieben:Wie man Syrien und dem Irak in der Realpolitik helfen kann? Wahrscheinlich gar nicht.

Einmarschieren und besetzen ist zu teuer, alles andere wird nichts nutzen.

Das hier Angedachte ist ja durchaus als Kompromiss zwischen den genannten Spannungsfeldern gedacht.
Einerseits scheint allesandere als mit Bodentruppen reinzugehen nicht wirklich erfolgsversprechend, auf der anderen Seite ist Einmarschieren recht teuer.
Der Vorschlag hier ist ja, Reinzugehen, weil das die besten Erfolgschancen bietet, und die Kosten dafür mit den (nicht essentiellen) Ressourcen des Landes zu bezahlen, in das man einmarschiert.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 25. Sep 2015, 18:22

Indem man sich die Ressourcen nimmt, macht man sich aber direkt wieder Feinde in der Bevölkerung, für die dann nur noch wenig übrig bleibt.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 25. Sep 2015, 22:03

Das wurde beim Irak doch so probiert? Das Ergebnis war klar. Jetzt Irak und Syrien geht über die Kräfte der - heutigen - USA. Ich halte das für undurchführbar. Dazu gibt es auch keinen politischen Willen in den USA.

Die USA ziehen sich sukzessiv was die Präsenz am Boden betrifft aus der Region zurück. Das hat seine Gründe. Das hier vorgestellte Szenario ist diametral anders dazu.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon UncleSams_Berater » Fr 25. Sep 2015, 22:24

Wenn eine Nation dazu in der Lage ist dann sind es die USA. Allerdings wird dass nicht passieren weil es nicht im Interesse der USA ist wieder große Einsätze mit Bodentruppen zu führen.

Man sollte anders versuchen dort Stabilität zu bringen man sollte endlich zum Beispiel die Kräfte dort unterstützen die sich als fähig bewiesen haben und deren Interessen sich mit denen der USA decken.
Die Kurden zum Beispiel im Irak, sie sind wohl der beste Partner den die USA haben wieso gibt man ihnen nicht die nötige Hilfe? Man hilft lieber der irakischen Armee die sich als unfähig herausgestellt hat!

Die USA müssen neu überdenken wer wirklich ihre Verbündeten im Nahen Osten sind.
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Nathan » Fr 25. Sep 2015, 23:18

Boraiel » Fr 25. Sep 2015, 15:14 hat geschrieben:Zu Beginn: In Syrien und dem Irak werden zur Zeit Tausende ermordet, Millionen sind auf der Flucht. Darf bzw. sollte eine ausländische Macht mit der Fähigkeit und dem ehrlichen Willen im Interesse der dortigen Menschen die Situation dort zu verbessern hier Einfluss (auch mit miltärischer Gewalt) nehmen deiner Ansicht nach?


Eine solche ausländische Macht kenne ich nicht. Die ausländische Macht mit "ehrlichen Willen im Interesse der dortigen Menschen die Situation dort zu verbessern" müsste schon von einem Ausland kommen das außerhalb unseres Sonnensystems liegt. Mich dünkt, dieses Interesse der ansässigen Mächte an dem Leid der dortigen Menschen ist just in dem Moment völliger Selbstlosigkeit entstanden, als plötzlich einige zerlumpte Gestalten im gutbürgerlichen Vorgarten saßen...
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Re: Realpolitik: Wie man Syrien und dem Irak helfen kann

Beitragvon Nathan » Fr 25. Sep 2015, 23:20

BingoBurner » Fr 25. Sep 2015, 16:05 hat geschrieben:

Bürgerrechte und Demokratie sind nicht aufzwingbar. So einen Marshall Plan hat bisher nur in Deutschland wirklich geklappt nach 2WK.
Und das hatte Gründe.
Beide Länder, USA wollte helfen und Deutschland wollte die Veränderung. Es bestand ja die Bedrohnung durch Russland.
Und was vielleicht noch wichtiger war, wenn auch es sehr zynisch ist......alle.. hatten die Schnauze voll vom Krieg.

Du kannst die IS nicht niedermachen. Die IS ist eine Idee, die kann man nicht millitärisch bekämpfen.
Vielleicht lokal eingrenzen aber das wars. Das Einzige was die IS "besiegen" kann ist ein alternatives besseres Lebensmodel.
Aber das muss angenommen werden. Entweder aus Überzeugung oder weil die Not zu groß geworden ist.
Nimm Palestina und Israel. Egal auf welche Seite du dich stellst du stehst falsch nach all den Jahren.
Da tritt erst Frieden ein wenn die Opferzahlen zu hoch geworden sind.

Meine zwei Groschen dazu

Gar nicht mal so schlecht geklimpert...wenn auch nicht völlig hasenrein, aber immerhin...

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