Ist Assange ein Held?

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Ist Assange ein Held?

Umfrage endete am Di 1. Mär 2011, 10:16

Ja, er ist ein Held und ihm gebührt Schutz
12
21%
Er ist Opfer einer Hetzkampagne
14
25%
Er ist ein Wichtigtuer
13
23%
Ich würde ihm Schutz bieten
4
7%
Nein, er ist ein übler Vergewaltiger
4
7%
Nein, er ist ein übler Verräter
10
18%
 
Abstimmungen insgesamt: 57
Kaukas
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Kaukas » Di 7. Dez 2010, 14:09

Killing Joke » Di 7. Dez 2010, 14:57 hat geschrieben:
Die Transparenz der US-Politik wird dadurch aber nicht erhöht werden. Das Gegenteil wird in Zukunft der Fall sein.


Ich sag's gern nochmal: Ich werde den sensiblen Umgang mit sensiblen Daten nicht kritisieren! Ich kann verlangen, daß auch meine Daten vertraulich behandelt werden. Wenn dies dazu beiträgt, um so besser, dann muß ich auch nicht befürchten, daß weiterhin ein 22 jährige Hanswurst z.B. auch meine Daten saugen kann.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon NMA » Di 7. Dez 2010, 14:13

Das du so denkst weiss ich ja. Ist ja auch berechtigt. Die sollen halt in Zukunft auch besser aufpassen, damit nicht jeder Hanswurst usw...

Allerdings geht es mir hier immernoch um die hier teils so gepriesene Ideologie von Assange der totalen Transparenz. Dies zu verlangen halte ich für schädlich, weil kontraproduktiv.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Kaukas » Di 7. Dez 2010, 14:16

Killing Joke » Di 7. Dez 2010, 15:13 hat geschrieben:Allerdings geht es mir hier immernoch um die hier teils so gepriesene Ideologie von Assange der totalen Transparenz. Dies zu verlangen halte ich für schädlich, weil kontraproduktiv.
Ich auch.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Watchful_Eye » Di 7. Dez 2010, 16:08

Assange got kachelmannd':
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/eur ... y/20158936

Das ganze ist allem Anschein nach wieder mal so eine Eifersuchtsgeschichte wie bei Kachelmann, nur dass sie eben der US-Justiz sehr gelegen kommt.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon ToughDaddy » Di 7. Dez 2010, 16:12

Tom Bombadil » Di 7. Dez 2010, 13:29 hat geschrieben:Und? Es war meine Frage an die hiesige Leserschaft, um zu diskutieren, ob er evtl. an die USA ausgeliefert wird. Kann ja auch von Schweden aus passieren.


Dafür gibt es keine Grundlage.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Kaukas » Di 7. Dez 2010, 18:23

Ist Assange ein Held? GB, S und die usa sind gerade mitten dabei, aus ihm einen Helden zu machen.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon USA TOMORROW » Di 7. Dez 2010, 18:48

Watchful_Eye » 7. Dez 2010, 16:08 hat geschrieben:Das ganze ist allem Anschein nach wieder mal so eine Eifersuchtsgeschichte wie bei Kachelmann, nur dass sie eben der US-Justiz sehr gelegen kommt.

Ich wusste gar nicht, dass der Kachelmann-Fall schon geklärt ist.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Kaukas » Di 7. Dez 2010, 19:10

Jetzt fordern amerikanische Politiker, ihn zu ermorden, zu töten, hinzurichten, zur Strecke zu bringen. Und die dämliche Palin mitten drin.
Was für ein erbarmungswürdiges Schauspiel einer dekadenten, korrupten, durch und durch verkommenen Gesellschaft. Bravo! Gaanz toll.

http://www.n-tv.de/politik/Ermittlung-o ... 52306.html
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Talyessin » Di 7. Dez 2010, 19:14

Kaukas » Di 7. Dez 2010, 19:10 hat geschrieben:Jetzt fordern amerikanische Politiker, ihn zu ermorden, zu töten, hinzurichten, zur Strecke zu bringen. Und die dämliche Palin mitten drin.
Was für ein erbarmungswürdiges Schauspiel einer dekadenten, korrupten, durch und durch verkommenen Gesellschaft. Bravo! Gaanz toll.

http://www.n-tv.de/politik/Ermittlung-o ... 52306.html


Belege für die Korruption und Dekadenz. Das Verkommen kannst du ja Subjektiv betrachten. Mal schauen, ob du es schaffst.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Mithrandir » Di 7. Dez 2010, 19:39

Killing Joke » Di 7. Dez 2010, 14:43 hat geschrieben:Worauf begründet sich diese Überzeugung?

Ok, das war etwas verkürzt geschrieben:
Die Idee ist, dass Menschen eher dazu neigen, ungerecht zu regieren, unmoralisch zu handeln, korrupt zu sein usw. wenn sie davon ausgehen, dass das niemand mitbekommt. Umgekehrt wissen wir, dass Informationen über Skandale oder schlechtes Regieren Veränderungen erzwingen können. Beispiel aus dem Zusammenhang mit Wikileaks: Seit öffentlich bekannt wurde, dass Westerwelles Büroleiter ab und zu mit Amerikanern gesprochen hatte, war er nicht mehr tragbar.
Besonders wichtig ist Transparenz in Demokratien, weil die Bürger letztlich bestimmen, wer regieren darf. Demokratie kann nicht funktionieren wenn aufgrund von Geheimnistuerei öffentliche Debatten fehlen oder wenn die Bürger gar nicht wissen, was die Gewählten eigentlich tun.
Ein Negativbeispiel ist da z. B. unser Verkehrsministerium, das sowohl die Verträge mit Toll-Collect als auch die Unterlagen und Verträge zur Privatisierung von Autobahnen geheim hält.
Eine öffentliche Debatte, zu welchen Bedingungen die Privatisierung von Autobahnen stattfinden soll, hat es nie gegeben. Ebensowenig können Medien darüber berichten und der Bürger hat keine Chance, zu beurteilen, ob die Regierung hier seiner Meinung gute Arbeit geleistet hat oder nicht (er bemerkt höchstens indirekt eine schlechte Fahrbahn, wenn der private Anbieter bei Bau oder Wartung geschlampt hat oder den Stau, wenn trotz Baustelle alle LKW über den Streckenabschnitt geleitet werden, weil die schließlich Mauteinnahmen bringen). Auch deswegen sind freie Medien so wichtig für die Demokratie.
Auszüge aus den Toll-Collect-Verträgen finden sich übrigens auch bei Wikileaks.

Informationen über schlechte oder ungerechte Regierungen können einen großen öffentlichen Druck erzeugen. Deutlich sieht man dieses Problem z. B. in China, wo nicht ohne Grund viele Informationen zurückgehalten werden und wenn solche Informationen öffentlich werden entsprechend hart durchgegriffen wird.

Wenn es um andere Länder geht, ist das aufgrund der kritischen Distanz oftmals auch sehr viel einsichtiger. Gerade erst in diesem Jahr hat z. B. US-Außenministerin Clinton die Wichtigkeit des freien Zugangs zu Informationen für eine gute gesellschaftliche Entwicklung betont, bezogen hatte sie das allerdings nicht aufs eigene Land sondern auf China.

Killing Joke » Di 7. Dez 2010, 14:43 hat geschrieben:Es gibt etliche Staaten, die bei transparency international auf unteren Rängen stehen. Und das sind nicht nur unsere peripheren Armenhäuser, sondern eine ganze Reihe sind dicke Fische in der internationalen Politik. Wieso gilt der erhobene Zeigefinger von WL dann nicht den (highly) corrupt Nations? Siehe Grafik des Corruption Perception Index von Transcpareny international:

Wikileaks behandelt auch (highly) corrupt nations. Die haben z. B. auch was über korrupte Vorgänge in Nigeria.
Aber Wikileaks kann auch nur bringen, was sie an Informationen bekommen. Das ist ja kein Nachrichtendienst oder soetwas sondern nur ein Informationsverwalter, der eine sichere Anlaufstelle für Informanten sein will, veröffentlicht und verteilt. Offensichtlich ist die Idee, dass mehr Transparenz förderlich wäre, in der westlichen Hemisphäre stärker verbreitet.
Es ist aber kein erhobener Zeigefinger, das machen erst diejenigen daraus, die die Informationen weiterverwerten. Und mal ehrlich, der Inhalt z. B. dieser Depeschen ist für andere Regierungen weitaus unangenehmer als für die USA. Da steht z. B. drin, dass China verdächtigt wird, die Lieferung gefährlicher Trägerraketen von Nordkorea nach Iran unterstützt zu haben oder dass das Politbüro vermutlich hinter diversen Computerspionage-Aktionen inklusive der gegen Google steht. Dass die USA dagegen z. B. Westerwelle als wenig kompetent einschätzen ist dagegen eher harmlos, und das kann man den Verantwortlichen auch nur schwer zum Vorwurf machen (natürlich gibt es auch über westliche Staaten härteres in den Depeschen wie z. B. die Verwicklung der USA oder der FDP-nahen und aus Steuergeldern finanzierten Friedrich-Naumann-Stiftung in den Putsch in Honduras oder politische Einflussnahme zur Nichtaufklärung schwerer Verbrechen in Spanien…).

Danke übrigens für den Hinweis auf Deinen Beitrag, nachdem dieser Strang leider mit ziemlichem Mist zugespamt wurde, hatte ich mit soetwas gar nicht mehr gerechnet und auch nicht mehr systematisch hier gelesen.
Zuletzt geändert von Mithrandir am Di 7. Dez 2010, 19:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Kaukas » Di 7. Dez 2010, 20:14

Talyessin » Di 7. Dez 2010, 20:14 hat geschrieben:Mal schauen, ob du es schaffst.

Selbstverständlich, obwohl hier jeder weiß, daß eine Reaktion auf Deinen Satz - wie diesem - nur auf das Schreddern dieses threads hinauslaufen wird und wohl auch soll.

Dekadenz (v. frz.: décadence; < mlat.: decadentia < lat.: cadere: „fallen, sinken“) ist ein Begriff, mit dem Veränderungen in Gesellschaften und Kulturen als Verfall gedeutet und kritisiert wurden. Der Begriff setzt damit voraus, es gäbe objektiv bessere oder wünschenswertere Zustände. im heutigen Sprachgebrauch überwiegt der abwertende Charakter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dekadenz

Korruption (lat. corruptus – bestochen) im juristischen Sinn ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik, um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Korruption

Der Zusammenhang zum aktuellen Verhalten von Teilen der us-Gesellschaft gerade zu Wikileaks ist ja wohl kaum zu übersehen, denn das eigentliche Problem ist der ungesicherte Umgang mit vertraulichen Daten.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Talyessin » Di 7. Dez 2010, 20:34

Kaukas » Di 7. Dez 2010, 20:14 hat geschrieben:Selbstverständlich, obwohl hier jeder weiß, daß eine Reaktion auf Deinen Satz - wie diesem - nur auf das Schreddern dieses threads hinauslaufen wird und wohl auch soll.

Dekadenz (v. frz.: décadence; < mlat.: decadentia < lat.: cadere: „fallen, sinken“) ist ein Begriff, mit dem Veränderungen in Gesellschaften und Kulturen als Verfall gedeutet und kritisiert wurden. Der Begriff setzt damit voraus, es gäbe objektiv bessere oder wünschenswertere Zustände. im heutigen Sprachgebrauch überwiegt der abwertende Charakter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dekadenz

Korruption (lat. corruptus – bestochen) im juristischen Sinn ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik, um einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtlich begründeter Anspruch besteht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Korruption

Der Zusammenhang zum aktuellen Verhalten von Teilen der us-Gesellschaft gerade zu Wikileaks ist ja wohl kaum zu übersehen, denn das eigentliche Problem ist der ungesicherte Umgang mit vertraulichen Daten.


Und wo bleibt dein Beweis?
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Tantris » Di 7. Dez 2010, 21:40

Talyessin » Di 7. Dez 2010, 21:34 hat geschrieben:
Und wo bleibt dein Beweis?


Reicht das klischee von der amerikanischen, westlichen dekadenz denn nicht?
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Gretel » Di 7. Dez 2010, 21:57

Mithrandir » Di 7. Dez 2010, 19:39 hat geschrieben:Ok, das war etwas verkürzt geschrieben:
Die Idee ist, dass Menschen eher dazu neigen, ungerecht zu regieren, unmoralisch zu handeln, korrupt zu sein usw. wenn sie davon ausgehen, dass das niemand mitbekommt. Umgekehrt wissen wir, dass Informationen über Skandale oder schlechtes Regieren Veränderungen erzwingen können. Beispiel aus dem Zusammenhang mit Wikileaks: Seit öffentlich bekannt wurde, dass Westerwelles Büroleiter ab und zu mit Amerikanern gesprochen hatte, war er nicht mehr tragbar.
Besonders wichtig ist Transparenz in Demokratien, weil die Bürger letztlich bestimmen, wer regieren darf. Demokratie kann nicht funktionieren wenn aufgrund von Geheimnistuerei öffentliche Debatten fehlen oder wenn die Bürger gar nicht wissen, was die Gewählten eigentlich tun.
Ein Negativbeispiel ist da z. B. unser Verkehrsministerium, das sowohl die Verträge mit Toll-Collect als auch die Unterlagen und Verträge zur Privatisierung von Autobahnen geheim hält.
Eine öffentliche Debatte, zu welchen Bedingungen die Privatisierung von Autobahnen stattfinden soll, hat es nie gegeben. Ebensowenig können Medien darüber berichten und der Bürger hat keine Chance, zu beurteilen, ob die Regierung hier seiner Meinung gute Arbeit geleistet hat oder nicht (er bemerkt höchstens indirekt eine schlechte Fahrbahn, wenn der private Anbieter bei Bau oder Wartung geschlampt hat oder den Stau, wenn trotz Baustelle alle LKW über den Streckenabschnitt geleitet werden, weil die schließlich Mauteinnahmen bringen). Auch deswegen sind freie Medien so wichtig für die Demokratie.
Auszüge aus den Toll-Collect-Verträgen finden sich übrigens auch bei Wikileaks.

Informationen über schlechte oder ungerechte Regierungen können einen großen öffentlichen Druck erzeugen. Deutlich sieht man dieses Problem z. B. in China, wo nicht ohne Grund viele Informationen zurückgehalten werden und wenn solche Informationen öffentlich werden entsprechend hart durchgegriffen wird.

Wenn es um andere Länder geht, ist das aufgrund der kritischen Distanz oftmals auch sehr viel einsichtiger. Gerade erst in diesem Jahr hat z. B. US-Außenministerin Clinton die Wichtigkeit des freien Zugangs zu Informationen für eine gute gesellschaftliche Entwicklung betont, bezogen hatte sie das allerdings nicht aufs eigene Land sondern auf China.


Wikileaks behandelt auch (highly) corrupt nations. Die haben z. B. auch was über korrupte Vorgänge in Nigeria.
Aber Wikileaks kann auch nur bringen, was sie an Informationen bekommen. Das ist ja kein Nachrichtendienst oder soetwas sondern nur ein Informationsverwalter, der eine sichere Anlaufstelle für Informanten sein will, veröffentlicht und verteilt. Offensichtlich ist die Idee, dass mehr Transparenz förderlich wäre, in der westlichen Hemisphäre stärker verbreitet.
Es ist aber kein erhobener Zeigefinger, das machen erst diejenigen daraus, die die Informationen weiterverwerten. Und mal ehrlich, der Inhalt z. B. dieser Depeschen ist für andere Regierungen weitaus unangenehmer als für die USA. Da steht z. B. drin, dass China verdächtigt wird, die Lieferung gefährlicher Trägerraketen von Nordkorea nach Iran unterstützt zu haben oder dass das Politbüro vermutlich hinter diversen Computerspionage-Aktionen inklusive der gegen Google steht. Dass die USA dagegen z. B. Westerwelle als wenig kompetent einschätzen ist dagegen eher harmlos, und das kann man den Verantwortlichen auch nur schwer zum Vorwurf machen (natürlich gibt es auch über westliche Staaten härteres in den Depeschen wie z. B. die Verwicklung der USA oder der FDP-nahen und aus Steuergeldern finanzierten Friedrich-Naumann-Stiftung in den Putsch in Honduras oder politische Einflussnahme zur Nichtaufklärung schwerer Verbrechen in Spanien…).

Danke übrigens für den Hinweis auf Deinen Beitrag, nachdem dieser Strang leider mit ziemlichem Mist zugespamt wurde, hatte ich mit soetwas gar nicht mehr gerechnet und auch nicht mehr systematisch hier gelesen.


ein guter Beitrag! :)
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Kibuka » Di 7. Dez 2010, 21:58

Die USA können keinen Auslieferungsantrag stellen. Mit welcher Begründung wollen sie Assange haben?

Das einige US-Politiker es nicht mit der US-Verfassung haben, ist nicht unbedingt neu. Da ist Palin keine große Überraschung.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon ToughDaddy » Di 7. Dez 2010, 22:05

Gretel » Di 7. Dez 2010, 21:57 hat geschrieben:
ein guter Beitrag! :)


Na endlich kann ich Dir mal wieder zustimmen.


@Mithrandir

Bitte mehr solcher Beiträge.
Übrigens bzgl. Spanien zeigt sich dann auch die erfragte Dekadenz und Korruption.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon USA TOMORROW » Di 7. Dez 2010, 22:08

Kibuka » 7. Dez 2010, 21:58 hat geschrieben:Die USA können keinen Auslieferungsantrag stellen. Mit welcher Begründung wollen sie Assange haben?

Landesverrat.
"It is incorrect to say that biological data cannot be decisive. It is scientifically correct to say that an individual human life begins at conception."

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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Kibuka » Di 7. Dez 2010, 22:10

usaTomorrow hat geschrieben:Landesverrat.


Assange hat die Daten nicht von den US-Servern heruntergeladen und ist kein US-Bürger, insofern wirst du mit diesem Tatbestand nicht weit kommen.
Zuletzt geändert von Kibuka am Di 7. Dez 2010, 22:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon Talyessin » Di 7. Dez 2010, 22:16

usaTomorrow » Di 7. Dez 2010, 22:08 hat geschrieben:Landesverrat.


Nicht immer alles Nachplappern.
Landesverrat ist ein Straftatbestand für einen US Bürger. Käme also noch Spionage, wenn überhaupt. Und ich bezweifle, das die US Regierung sich auf so ein dünnes Eis begeben möchte.
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Re: Ist Assange ein Held?

Beitragvon USA TOMORROW » Di 7. Dez 2010, 22:24

Talyessin » 7. Dez 2010, 22:16 hat geschrieben:Landesverrat ist ein Straftatbestand für einen US Bürger. Käme also noch Spionage, wenn überhaupt.

Da hast du recht.

The law Mr. Assange continues to violate is the Espionage Act of 1917. That law makes it a felony for an unauthorized person to possess or transmit "information relating to the national defense which information the possessor has reason to believe could be used to the injury of the United States or to the advantage of any foreign nation."

http://online.wsj.com/article/SB1000142 ... inion_main
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