Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

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Nightrain
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Nightrain » Mi 27. Jan 2021, 12:33

Eiskalt hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:24)
Dass Großbritannien - nun aus britischer Produktion, zu Beginn vom Kontinent - mit Vorrang beliefert werde, geschehe zu Recht: Die Briten hätten schlicht die älteren Ansprüche.


Diese Argumentation von Astra-Zeneca überzeugt mich aber nicht wirklich. Wenn die in allen Verträgen nur "best effort" stehen haben, dann muss bei einer Minderproduktion gleichmäßig bei allen Verträgen die Lieferung gekürzt werden.

Und wenn man doch auf deren Argumentation eingeht, dann muss das Abschlussdatum ALLER Lieferverträge auf den Tisch und dann müsste Astra-Zeneca entsprechend der eigenen Argumentation sämtlichen Staaten, die NACH der EU unterzeichnet haben ab sofort die Lieferungen drastisch kürzen und bevorzugt die EU beliefern...
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon relativ » Mi 27. Jan 2021, 12:34

Eiskalt hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:24)

Den Vorwurf des Vertragsbruchs wies Soriot zurück. Brüssel wollte nach seinen Worten mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt beliefert werden wie die Briten - obwohl diese drei Monate früher unterzeichnet hätten. "Darum haben wir zugesagt, unser Bestmögliches zu tun." Doch "unser Vertrag enthält keine vertragliche Verpflichtung", zeigte sich der Manager juristisch spitzfindig.

Dass Großbritannien - nun aus britischer Produktion, zu Beginn vom Kontinent - mit Vorrang beliefert werde, geschehe zu Recht: Die Briten hätten schlicht die älteren Ansprüche. Schon bevor Astrazeneca in das Impfstoffprojekt einstieg, hätten die Entwickler der Universität Oxford gemeinsam mit der britischen Regierung den Herstellungsprozess vorbereitet. Damit einhergegangen sei auch eine Verpflichtung, aus der britischen Produktion zuerst den britischen Bedarf zu decken. Eine solche Klausel, europäische Produktion für Europa zu reservieren, sei mit der EU nicht vereinbart worden. Europa könne später auch Impfstoff aus Großbritannien beziehen, sobald dort Kapazitäten frei würden.

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/pharma/astrazeneca-pascal-soriot-geht-im-streit-um-den-impfstoff-auf-konfrontation-a-3c93fab0-1d33-4447-8412-3b0989e6d8e6

Manager Magazin gehört übrigens zum Spiegel, ist nicht Springer Verlag.
Aber die könnten ja mal die Verträge öffentlich machen.

Ok die Sichtweise eines Managers von beteiligten Unternehmen ist jetzt ein Standpunkt. Schauen wir uns mal die mögliche Historie von einer anderen Seite an.
https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 67218.html
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon relativ » Mi 27. Jan 2021, 12:35

Sören74 hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:28)

Der Drang zur Schubladeneinordnung ist schon irgendwie augenfällig. ;)

Dann erkläre dich doch mal zum Sachverhalt. Mom. hast du mir nix gesagt, was mich veranlassen würde dich nicht dahin zu verordnen, wohin ich es getan habe.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon relativ » Mi 27. Jan 2021, 12:38

Nightrain hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:33)

Diese Argumentation von Astra-Zeneca überzeugt mich aber nicht wirklich. Wenn die in allen Verträgen nur "best effort" stehen haben, dann muss bei einer Minderproduktion gleichmäßig bei allen Verträgen die Lieferung gekürzt werden.

Und wenn man doch auf deren Argumentation eingeht, dann muss das Abschlussdatum ALLER Lieferverträge auf den Tisch und dann müsste Astra-Zeneca entsprechend der eigenen Argumentation sämtlichen Staaten, die NACH der EU unterzeichnet haben ab sofort die Lieferungen drastisch kürzen und bevorzugt die EU beliefern...

Was sein kann ist natürlich, daß sich Brüssel hat über den Tisch ziehen lassen. Das kann man dann kritisieren, machte das verhalten der Unternehmen aber nicht unbedingt besser.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Mi 27. Jan 2021, 12:44

relativ hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:26)

Wenn wir schon dabei sind zeige mir ein posting....

Gerne:
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 0#p4919004

relativ hat geschrieben:Von wem?


Egal von wem. Nenn mir ein Posting hier, wo reflexartige Kritik an der EU geäußert wurde.

relativ hat geschrieben:Du bist also EU Freundlicher als über 50% der bevölkerung die EU Freindlich sind. Dann siehst du dich diesbezüglich positiver als ich dich hier.


Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass mehr als 50% der deutschen Bevölkerung EU-feindlich ist. Wie kommst Du zu dieser Einschätzung? Und inwieweit meinst Du meine EU-Freundlichkeit/-Feindlichkeit hier einschätzen zu können?

relativ hat geschrieben:Wenn von einem Versagen die Rede ist, obwohl noch gar nicht alle Einzelheiten und Fakten bekannt sind ist das was?


Naja, das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass man nie von ein Versagen sprechen kann, wenn noch ein einzelner Fakt fehlt. Ja, es ist richtig, es liegt noch nicht alles auf dem Tisch. Und es ist auch fraglich, ob überhaupt alles auf den Tisch gelegt wird, sprich Vertragsverhandlungen mit den Impfstoffherstellern. Dieses Zurückhalten von Informationen darf auch nicht der Grund sein, unkritisch mit der Situation umzugehen. Der Ausdruck "Versagen" mag vielleicht voreilig sein, darüber kann man gerne diskutieren. Ich sehe aber deutliche Indizien für schwere Versäumnisse im gesamten Ablauf und das wird sogar in der Politik bis hoch zu den MP deutlich gemacht und ist Gegenstand dieser Diskussion. Und da bitte ich schon mehr inhaltliche Argumentation und weniger Schubladenkategorisierungen für verschiedene User.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Nightrain » Mi 27. Jan 2021, 12:47

relativ hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:38)

Was sein kann ist natürlich, daß sich Brüssel hat über den Tisch ziehen lassen. Das kann man dann kritisieren, machte das verhalten der Unternehmen aber nicht unbedingt besser.


Offenbar bestreitet man in Brüssel viele Aussagen der Firma. Beispielsweise soll im Vertrag stehen, dass man auch Anteile der Produktion aus Werken in GB bekommt, falls es bei EU Standorten Probleme gibt. Außerdem steht ja immernoch der Verdacht im Raum, dass Astra-Zeneca Impfstoff aus der EU-Produktion ungekürzt in diverse Länder außerhalb der EU schafft, obwohl diese Länder eventuell den Vertrag erst später unterschrieben haben.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Mi 27. Jan 2021, 12:48

Nightrain hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:33)

Diese Argumentation von Astra-Zeneca überzeugt mich aber nicht wirklich. Wenn die in allen Verträgen nur "best effort" stehen haben, dann muss bei einer Minderproduktion gleichmäßig bei allen Verträgen die Lieferung gekürzt werden.


Auf welcher rechtlichen Grundlage? Ist da nicht entscheidend, was man bei Vertragsverletzungen zwischen AstraZeneca und EU konkret vereinbart hat?

Nightrain hat geschrieben:Und wenn man doch auf deren Argumentation eingeht, dann muss das Abschlussdatum ALLER Lieferverträge auf den Tisch und dann müsste Astra-Zeneca entsprechend der eigenen Argumentation sämtlichen Staaten, die NACH der EU unterzeichnet haben ab sofort die Lieferungen drastisch kürzen und bevorzugt die EU beliefern...


Auch hier die Frage, auf welcher rechtlichen Grundlage?
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Skeptiker » Mi 27. Jan 2021, 12:48

yogi61 hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:31)
Astrazeneca hat übrigens das sogenannte Krisengespräch mit der EU platzen lassen, das berichten EU-Kreise aus Brüssel.

Na klar. An deren Stelle würde ich nun auch die beleidigte Leberwurst spielen. So gewinnt man Zeit, in der man nicht darüber diskutieren muss, warum man seinen Lieferverpflichtungen nicht nachkommt.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Nightrain » Mi 27. Jan 2021, 12:52

Sören74 hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:48)
Auf welcher rechtlichen Grundlage? Ist da nicht entscheidend, was man bei Vertragsverletzungen zwischen AstraZeneca und EU konkret vereinbart hat?

Auch hier die Frage, auf welcher rechtlichen Grundlage?


Es geht hier nicht um die rechtliche Grundlage, sondern um die letzte Chance für AstraZeneca die Lieferengpässe in der EU schlüssig zu erklären. Sonst wird es bald einen sehr hässlichen Exportstopp aller Impfstoffe aus der EU geben.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon relativ » Mi 27. Jan 2021, 12:57

Ich lese da keine Pauschalverteidigung der EU... :?:


Egal von wem. Nenn mir ein Posting hier, wo reflexartige Kritik an der EU geäußert wurde.



Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass mehr als 50% der deutschen Bevölkerung EU-feindlich ist. Wie kommst Du zu dieser Einschätzung? Und inwieweit meinst Du meine EU-Freundlichkeit/-Feindlichkeit hier einschätzen zu können?

"Im Vergleich zur Bevölkerung bin ausgesprochen EU-freundlich..." war deine Aussage. Ich habe nur die eher EU freundlichen genommen um sie mit dir zu verglichen. Hab ich doch schon erklärt. Von Versagen ect. zu sprechen obwohl die Faktenlage gar nicht eindeutig ist. Reicht das nicht?


Naja, das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass man nie von ein Versagen sprechen kann, wenn noch ein einzelner Fakt fehlt. Ja, es ist richtig, es liegt noch nicht alles auf dem Tisch. Und es ist auch fraglich, ob überhaupt alles auf den Tisch gelegt wird, sprich Vertragsverhandlungen mit den Impfstoffherstellern. Dieses Zurückhalten von Informationen darf auch nicht der Grund sein, unkritisch mit der Situation umzugehen. Der Ausdruck "Versagen" mag vielleicht voreilig sein, darüber kann man gerne diskutieren. Ich sehe aber deutliche Indizien für schwere Versäumnisse im gesamten Ablauf und das wird sogar in der Politik bis hoch zu den MP deutlich gemacht und ist Gegenstand dieser Diskussion. Und da bitte ich schon mehr inhaltliche Argumentation und weniger Schubladenkategorisierungen für verschiedene User.

Dann sprich doch nicht pauschal und allgemein vom Versagen sonder kritisier was du konktret zu kritisieren hast, ohne darauf zu hoffen das die rundum Kritik schon stimmen wird, die auf den Tisch liegt. Mehr inhalte fordere ich von dir, da du hier mit der pauschalen Kritik argumentierst.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Mi 27. Jan 2021, 12:58

relativ hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:34)

Ok die Sichtweise eines Managers von beteiligten Unternehmen ist jetzt ein Standpunkt. Schauen wir uns mal die mögliche Historie von einer anderen Seite an.
https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 67218.html


Aus dem Artikel: "Insidern zufolge lag der späte Abschluss vor allem an Pfizer. Der US-Konzern hatte die Verhandlungen an sich gezogen und zeigte sich bei Haftungsfragen hartleibig. Pfizer pochte auf einen Haftungsausschluss und wollte auch bei Produktionsfehlern nicht in die Verantwortung genommen werden. Der EU-Kommission missfiel vor allem, dass die Amerikaner juristische Streitfragen vor einem internationalen Schiedsgericht klären lassen wollten."

Die Frage ist doch, war es die harte Verhandlungsstrategie der EU wert, den Abschluss um einige Monate zu verzögern, damit nicht der Staat sondern Pfizer bei Impfschäden aufkommen sollte? Rein rechtlich mag die EU "richtig" gehandelt haben. Aber auf Kosten einer verzögerten Lieferung. Ältere Menschen über 80 werden eben nicht im Januar-Februar vollständig geimpft, sondern eher Februar-März. Und wie viel allein eine Verzögerung um eine Woche ausmacht, habe ich hier schon überschlagsmäßig vorgerechnet.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Mi 27. Jan 2021, 12:59

relativ hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:35)

Dann erkläre dich doch mal zum Sachverhalt. Mom. hast du mir nix gesagt, was mich veranlassen würde dich nicht dahin zu verordnen, wohin ich es getan habe.


Ach so, man muss Dir also erst beweisen, dass man nicht in diese Schublade gehört. Wie bequem. :)
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Mi 27. Jan 2021, 13:01

relativ hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:38)

Was sein kann ist natürlich, daß sich Brüssel hat über den Tisch ziehen lassen. Das kann man dann kritisieren, machte das verhalten der Unternehmen aber nicht unbedingt besser.


Ich sags mal so, Raubtiere verhalten sich wie Raubtiere. Darüber sollte man nicht überrascht sein.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Skeptiker » Mi 27. Jan 2021, 13:02

Eiskalt hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:24)
Den Vorwurf des Vertragsbruchs wies Soriot zurück. Brüssel wollte nach seinen Worten mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt beliefert werden wie die Briten - obwohl diese drei Monate früher unterzeichnet hätten. "Darum haben wir zugesagt, unser Bestmögliches zu tun." Doch "unser Vertrag enthält keine vertragliche Verpflichtung", zeigte sich der Manager juristisch spitzfindig.

Dass Großbritannien - nun aus britischer Produktion, zu Beginn vom Kontinent - mit Vorrang beliefert werde, geschehe zu Recht: Die Briten hätten schlicht die älteren Ansprüche. Schon bevor Astrazeneca in das Impfstoffprojekt einstieg, hätten die Entwickler der Universität Oxford gemeinsam mit der britischen Regierung den Herstellungsprozess vorbereitet. Damit einhergegangen sei auch eine Verpflichtung, aus der britischen Produktion zuerst den britischen Bedarf zu decken. Eine solche Klausel, europäische Produktion für Europa zu reservieren, sei mit der EU nicht vereinbart worden. Europa könne später auch Impfstoff aus Großbritannien beziehen, sobald dort Kapazitäten frei würden.

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/pharma/astrazeneca-pascal-soriot-geht-im-streit-um-den-impfstoff-auf-konfrontation-a-3c93fab0-1d33-4447-8412-3b0989e6d8e6

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Aber die könnten ja mal die Verträge öffentlich machen.

Das hört sich doch plausibel an. Da hat offenbar jemand bei der EU gepennt. Wer hätt's gedacht :rolleyes:

In Südostasien scheint man ja ohne Impfung bald nicht mehr einreisen können - so wie in viele anderen Staaten auch. "Normale" Menschen erhalten ihre Impfung aber "frühestens" im Sommer, eher im Herbst oder sogar nächstes Jahr. Bedeutet wohl massive Einschränkungen der Mobilität für EU-Europäer.

Ziemliches Desaster wie ich finde ... :x
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Mi 27. Jan 2021, 13:04

Nightrain hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:52)

Es geht hier nicht um die rechtliche Grundlage, sondern um die letzte Chance für AstraZeneca die Lieferengpässe in der EU schlüssig zu erklären. Sonst wird es bald einen sehr hässlichen Exportstopp aller Impfstoffe aus der EU geben.


Sorry, man kann nicht außerhalb einer rechtlichen Grundlage eine bevorzugte Auslieferung an die EU einfordern. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Nightrain » Mi 27. Jan 2021, 13:07

Sören74 hat geschrieben:(27 Jan 2021, 13:04)
Sorry, man kann nicht außerhalb einer rechtlichen Grundlage eine bevorzugte Auslieferung an die EU einfordern. Das Leben ist kein Wunschkonzert.


Man kann aber mit rechtlicher Grundlage einen Exportstopp veranlassen, wenn einem die Antworten für das System der Impfstoffbelieferung nicht gefallen. ;)

AstraZeneca hat zum Vertragsabschluss eine Sofortzahlung von 300 Millionen Euro erhalten, um trotz Zulassungsrisiko sofort mit der Vorproduktion der Impfdosen für die EU zu beginnen. Nun stellt sich vielleicht heraus, dass AstraZeneca mit dem Geld der EU die Vorproduktion für GB gemacht hat.
Zuletzt geändert von Nightrain am Mi 27. Jan 2021, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon gallerie » Mi 27. Jan 2021, 13:09

Skeptiker hat geschrieben:(27 Jan 2021, 13:02)

Das hört sich doch plausibel an. Da hat offenbar jemand bei der EU gepennt. Wer hätt's gedacht :rolleyes:

In Südostasien scheint man ja ohne Impfung bald nicht mehr einreisen können - so wie in viele anderen Staaten auch.

...so schauts aus!
Deshalb ist die Debatte über einen Impfpass und die Vorteile/diskriminierende Vorteile haltlos.
Der weltweite Tourismus wird auch Deutschland dazu zwingen Impfpässe auszustellen.
Noch ein Jahr ohne Mallorca, unvorstellbar! Mit Impfpass kein Problem...
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 27. Jan 2021, 13:10

Die Impfstoffbeschaffung ist und bleibt ein Desaster. Sanofi bringt keinen Impfstoff mehr auf den Markt, bei AstraZeneca hat man zu lange gewartet, bei Pfizer gab es rechtliche Probleme.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Quatschki » Mi 27. Jan 2021, 13:11

Sören74 hat geschrieben:(27 Jan 2021, 13:04)

Sorry, man kann nicht außerhalb einer rechtlichen Grundlage eine bevorzugte Auslieferung an die EU einfordern. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Es wurden Milliarden Förderkredite für die Impfstoffentwicklung ausgegeben.
Wenn sie nicht ganz blöd waren, haben sich sich dort eine bevorzugte Belieferung vertraglich zusichern können.
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Re: Das Corona-Impfdesaster: Auswirkungen, Verantwortungen und Konsequenzen

Beitragvon Sören74 » Mi 27. Jan 2021, 13:11

relativ hat geschrieben:(27 Jan 2021, 12:57)

Ich lese da keine Pauschalverteidigung der EU... :?:


Eine Pauschalverteidigung der EU, indem man die Kritik mittels ad personam pauschal kleinredet und nicht mehr auf den Inhalt eingeht.

relativ hat geschrieben:"Im Vergleich zur Bevölkerung bin ausgesprochen EU-freundlich..." war deine Aussage. Ich habe nur die eher EU freundlichen genommen um sie mit dir zu verglichen. Hab ich doch schon erklärt. Von Versagen ect. zu sprechen obwohl die Faktenlage gar nicht eindeutig ist. Reicht das nicht?


Sorry, mir erschließt sich nicht, wie man von meiner Aussage auf "Du bist also EU Freundlicher als über 50% der bevölkerung die EU Freindlich sind." kommt.

relativ hat geschrieben:Dann sprich doch nicht pauschal und allgemein vom Versagen sonder kritisier was du konktret zu kritisieren hast, ohne darauf zu hoffen das die rundum Kritik schon stimmen wird, die auf den Tisch liegt. Mehr inhalte fordere ich von dir, da du hier mit der pauschalen Kritik argumentierst.


Wo habe ich pauschal vom Versagen der EU gesprochen? Wo äußere "pauschale Kritik"? Beantworte erstmal diese Fragen, wenn Du mit mir weiterdiskutieren willst. Seit meinen ersten Posting habe ich die konkreten Punkte meiner Kritik genannt. Wenn Du diese nicht zur Kenntnis nehmen willst, kann ich nicht viel machen.

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