Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

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relativ
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon relativ » Di 15. Dez 2020, 13:48

Realist2014 hat geschrieben:(15 Dec 2020, 13:35)

Sorry, das ist Unsinn.
Die Kunden konnten und können das ganz allein.

Ich kann als Kunde den Preis bestimmen.... :D Also ich kann evtl. sagen der ist mir zu hoch und ich kaufe das Produkt nicht, aber von bestimmen kann gar keine Rede sein. Totaler Unsinn.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon Realist2014 » Di 15. Dez 2020, 13:54

relativ hat geschrieben:(15 Dec 2020, 13:48)

Ich kann als Kunde den Preis bestimmen.... .


Das war nicht meine Aussage ..

einfach nochmal lesen, auf was ich geantwortet hatte.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon sünnerklaas » Di 15. Dez 2020, 13:58

Realist2014 hat geschrieben:(15 Dec 2020, 13:35)

Sorry, das ist Unsinn.
Die Kunden konnten und können das ganz allein.


Ich glaube, das Gros der Kundschaft macht sich keine Gedanken darüber, dass ein Dauertiefstpreis am Ende an einer anderen Stelle seinen Preis verlangt. Da wird der Endpreis gesehen und zugegriffen. Dass alle Beteiligten vom Landwirt über den fleischverarbeitenden Betrieb bis hin zum Einzelhändler inklusive aller Mitarbeiter noch etwas verdienen müssen, darüber wird nicht nachgedacht.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon Realist2014 » Di 15. Dez 2020, 14:06

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Dec 2020, 13:58)

Ich glaube, das Gros der Kundschaft macht sich keine Gedanken darüber, dass ein Dauertiefstpreis am Ende an einer anderen Stelle seinen Preis verlangt. Da wird der Endpreis gesehen und zugegriffen. Dass alle Beteiligten vom Landwirt über den fleischverarbeitenden Betrieb bis hin zum Einzelhändler inklusive aller Mitarbeiter noch etwas verdienen müssen, darüber wird nicht nachgedacht.


naja, Geiz ist geil.

Die Strategie der meisten Bürger besteht darin, für den Betrag "X" so viel wie möglich zu bekommen.

Wenn das Fleisch billiger ist, kann man für das nächste Smartphone mehr ausgeben...
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon relativ » Di 15. Dez 2020, 14:10

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(15 Dec 2020, 09:01)

Naja, du hast den Ausdruck "Wasserkopf" gebraucht nicht ich. Und mit "Wasserkopf" ist nun mal per Definition die Verwaltung gemeint, also letztendlich die nicht wertschöpfenden Tätigkeiten. Dabei ist es erstmal egal ob in Unternehmen oder beim Staat. Die Exekutive beim Staat ist nunmal Verwaltung und damit deiner Definition eben "Wasserkopf". Im Staatsektor auch gerne Bürokratie genannt. Wenn du nun also der Meinung bist, dass mit der Digitalisierung beim "Wasserkopf" nichts eingespart wird, dann bedeutet das letztendlich nichts anders, als dass die Produktivitätsfortschritte, die die Digitalisierung bietet letztendlich nicht dazu führt, dass man die Kosten der öffentlichen Verwaltung reduziert, sondern die Bürokratie weiter erhöht, damit auch jeder was zu tun hat.
Das ist natürlich möglich. Aber da sind wir natürlich wieder bei Parkinson.

Es ist doch ganz einfach. Jeder Bürger muss sich halt ehrlich fragen wieviel Staat ihm wichtig ist, auch dann, wenn er ihn gerade nicht braucht, bzw. da wo er gerne Einsparen würde.
Nicht jeder Bürger ist froh , wenn er demnächst mit einem Computer redet statt mit einem Sacharbeiter, wenn es um seine Belange geht. Jeder der mit der digitalen Monster der Servicehotlines diverser Unternehmen seinen Spass hat kann dies ja gerne auf den öffentlichen Dienst übertragen. Für mich kein schöner Gedanke.
Fakt ist, das es schon seit Jahren ein Stellenabbauprogramm gibt, welches ganz viele Bereiche des öffentlichen Dienstes abdeckt. Beispiele sind Unis und diverse Privatisierungen. Natürlich könnte man den Staat noch schneller abspecken, wären da nicht immer diese Ereignisse, wo der Bürger wieder nach dem Staat ruft und sich fragt wo dieser geblieben ist.
Zuletzt geändert von relativ am Di 15. Dez 2020, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon relativ » Di 15. Dez 2020, 14:12

Realist2014 hat geschrieben:(15 Dec 2020, 11:42)

Das ist keine "einseitige" Sicht, sondern lediglich deine seltsame altruistische Erwartungshaltung an die Unternehmer und Investoren

Meine sicht auf diese ist ganz klar, ich kann sie nicht über einen Kamm scheren , du wohl schon. :D
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon Aldemarin » Di 15. Dez 2020, 14:15

Was spricht eigentlich generell dagegen in unseren Staat Gewerbeaufsichtsamt und Gesundheitsamt zusammenzulegen? Schließlich geht es doch bei der Gewerbeaufsicht auch häufig um gesundheitliche Aspekte, zum Beispiel um Schadstoffkonzentrationen an Arbeitsplätzen.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon relativ » Di 15. Dez 2020, 14:17

Realist2014 hat geschrieben:(15 Dec 2020, 13:35)

Sorry, das ist Unsinn.
Die Kunden konnten und können das ganz allein.

Also nochmal , auch diejemigen die die Preise anbieten erziehen den Kunden und nicht umgekehrt. Sie legen einen Preis fest, auch einen der niedriger sein kann als die eigentlichen Produktionskosten. Warum?... Anwort Preiskampf mit der Konkurrenz/Verdrängungswettbewerb. Viele Kunden nehmen das an und sind somit erzogen....noch Fragen? Frag mal die Aldibrüder.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon sünnerklaas » Di 15. Dez 2020, 14:18

Realist2014 hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:06)

naja, Geiz ist geil.

Die Strategie der meisten Bürger besteht darin, für den Betrag "X" so viel wie möglich zu bekommen.

Wenn das Fleisch billiger ist, kann man für das nächste Smartphone mehr ausgeben...


"Geiz ist geil" war eine Marketingkampagne eines großen Einzelhandelsunternehmens. Man sollte die Wirkung solch aggressiver Kampagnen nicht unterschätzen.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon relativ » Di 15. Dez 2020, 14:20

Aldemarin hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:15)

Was spricht eigentlich generell dagegen in unseren Staat Gewerbeaufsichtsamt und Gesundheitsamt zusammenzulegen? Schließlich geht es doch bei der Gewerbeaufsicht auch häufig um gesundheitliche Aspekte, zum Beispiel um Schadstoffkonzentrationen an Arbeitsplätzen.

Mehr Aufgaben in einer Behörde mit weniger, oder der gleichen Anzahl von Leuten, was soll das bringen? Die sind doch beide sowieso schon Unterbesetzt für ihre gar nicht so unwichtigen Aufgaben.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon relativ » Di 15. Dez 2020, 14:21

Realist2014 hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:06)

naja, Geiz ist geil.

Die Strategie der meisten Bürger besteht darin, für den Betrag "X" so viel wie möglich zu bekommen.

Wenn das Fleisch billiger ist, kann man für das nächste Smartphone mehr ausgeben...

Wer hat sich den Preis denn vorher ausgedacht? Der Kunde selbst?
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon sünnerklaas » Di 15. Dez 2020, 14:55

relativ hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:20)

Mehr Aufgaben in einer Behörde mit weniger, oder der gleichen Anzahl von Leuten, was soll das bringen? Die sind doch beide sowieso schon Unterbesetzt für ihre gar nicht so unwichtigen Aufgaben.


Meine Erfahrung ist die, dass die Ineffektivität in vielen Behörden durch personelle Unterbesetzung und - auch ganz wichtig - durch quasi permanente Umstrukturierungen hervorgerufen wird.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon relativ » Di 15. Dez 2020, 15:05

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:55)

Meine Erfahrung ist die, dass die Ineffektivität in vielen Behörden durch personelle Unterbesetzung und - auch ganz wichtig - durch quasi permanente Umstrukturierungen hervorgerufen wird.

Die Inneffektivität in Behörden kann viele Gründe haben.
Die größste Irrtum liegt wohl darin, daß viele den öffentlichen Dienst, immer mit der Industrie vergleichen wollen.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 15. Dez 2020, 15:17

relativ hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:10)

Es ist doch ganz einfach. Jeder Bürger muss sich halt ehrlich fragen wieviel Staat ihm wichtig ist, auch dann, wenn er ihn gerade nicht braucht, bzw. da wo er gerne Einsparen würde.
Nicht jeder Bürger ist froh , wenn er demnächst mit einem Computer redet statt mit einem Sacharbeiter, wenn es um seine Belange geht. Jeder der mit der digitalen Monster der Servicehotlines diverser Unternehmen seinen Spass hat kann dies ja gerne auf den öffentlichen Dienst übertragen. Für mich kein schöner Gedanke.


Naja. Es geht weniger um die Frage wieviel Staat, sondern darum wieviel Bürokratie. Und da bekleckert sich der öffentliche Dienst nicht wirklich mit Ruhm. Bis einschließlich 2018 z.B. musste ich die Beihilfeanträge für meinen Vater in Papierform einreichen. Also mit Post und Kopien. Das ging nicht mal per E-Mail, geschweige den digital. Den ganzen Packen bekam ich dann mit der Post auch wieder zurück. Umständlicher geht es nimmer. Ab diesem Jahr ändert sich das. Mal sehen wie es funktioniert. Die Qualität der "Dienstleistung" ist wohl abhängig von Behörde zu Behörde. Hier überhaupt jemanden im Finanzamt ans Telefon zu bekommen, der sich auskennt, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Am Besten alles schriftlich, natürlich mit der Schneckenpost. Da war ich allerdings an meinem vorherigen Wohnsitz anderes gewohnt. Da funktionierte die telefonische Abstimmung immer wunderbar.
Oder nehmen wir das Bürokratiemonster "Baugenehmigung". Welche Dienstleistung bitteschön sollte dahinter stecken? Aber hier ist es wenigstens in einigen Bundesländern (z.B. Bayern oder BaWü) schon möglich selbst Einfamilienhäuser ohne Baugenehmigung zu bauen. Durchaus aber noch nicht überall. Das ist lediglich Bürokratie ohne Mehrwert.

Private Unternehmen sind deutlich schneller dran, was Automatisierung angeht. Die Servicehotlines haben zu einem großen Teil ihre Anfangsschwächen auch überwunden und sind heute schon um Klassen besser als das noch vor 15 oder 20 Jahren war. Da hat sich viel getan. Der technische Fortschritt hat hier nicht halt gemacht. Da ist das schon nicht mehr ungewöhnlich, dass man nach kurzem Warten in der Warteschleife schon jemanden hat, der auch deine Kundeakte bereits vorliegen hat, weil das System die anhand der Rufnummernerkennung die schon automatisch aufgerufen hat. Oder setz mal bei Amazon auf der Website eine Rückrufbitte ab. Das dauert nur ein paar Minuten und du wirst von jemanden angerufen, der auch weiß wen er anruft. Alle notwendigen Unterlagen zur Klärung eines eventuellen Problems hat er bereits zur Hand.


Fakt ist, das es schon seit Jahren ein Stellenabbauprogramm gibt, welches ganz viele Bereiche des öffentlichen Dienstes abdeckt. Beispiele sind Unis und diverse Privatisierungen. Natürlich könnte man den Staat noch schneller abspecken, wären da nicht immer diese Ereignisse, wo der Bürger wieder nach dem Staat ruft und sich fragt wo dieser geblieben ist.


Fakt ist, dass wir trotz deutlichen Fortschritten bei der Digitalisierung und Automatisierung im Verwaltungsbereich heute im Öffentlichen Dienst genausoviel Leute beschäftigt haben wie noch vor 20 Jahren. Die Anzahl der Beschäftigten ging zwar in den 00er Jahren erstmal zurück, steigt aber seit 2010 wieder kontinuierlich an. In den letzten 3 oder 4 Jahren sogar wieder mit stärkeren Wachstumsraten.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon sünnerklaas » Di 15. Dez 2020, 15:20

relativ hat geschrieben:(15 Dec 2020, 15:05)

Die größste Irrtum liegt wohl darin, daß viele den öffentlichen Dienst, immer mit der Industrie vergleichen wollen.


Der Staat kann nicht wie ein Privatunternehmen geführt werden. Sowas kann vielleicht in guten Zeiten funktionieren, nicht aber unter extremen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel Naturkatastrophen. Wohin das letztenendes führen kann, sieht man aktuell beim Trumpismus und dessen Umgang mit der Pandemie. Trump ist da krachend gescheitert.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon sünnerklaas » Di 15. Dez 2020, 15:34

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(15 Dec 2020, 15:17)

Naja. Es geht weniger um die Frage wieviel Staat, sondern darum wieviel Bürokratie. Und da bekleckert sich der öffentliche Dienst nicht wirklich mit Ruhm. Bis einschließlich 2018 z.B. musste ich die Beihilfeanträge für meinen Vater in Papierform einreichen. Also mit Post und Kopien. Das ging nicht mal per E-Mail, geschweige den digital. Den ganzen Packen bekam ich dann mit der Post auch wieder zurück. Umständlicher geht es nimmer. Ab diesem Jahr ändert sich das. Mal sehen wie es funktioniert. Die Qualität der "Dienstleistung" ist wohl abhängig von Behörde zu Behörde. Hier überhaupt jemanden im Finanzamt ans Telefon zu bekommen, der sich auskennt, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Am Besten alles schriftlich, natürlich mit der Schneckenpost. Da war ich allerdings an meinem vorherigen Wohnsitz anderes gewohnt. Da funktionierte die telefonische Abstimmung immer wunderbar.


Dahinter stehen aber letztendlich politische Entscheidungen. Und die werden in den zuständigen Parlamenten getroffen. Und gerade auf kommunaler Ebene tut man sich damit sehr schwer, zusätzliches Geld auszugeben. Übrigens sehr zum Missfallen vieler Mitarbeiter in den öffentlichen Verwaltungen.

Oder nehmen wir das Bürokratiemonster "Baugenehmigung". Welche Dienstleistung bitteschön sollte dahinter stecken? Aber hier ist es wenigstens in einigen Bundesländern (z.B. Bayern oder BaWü) schon möglich selbst Einfamilienhäuser ohne Baugenehmigung zu bauen. Durchaus aber noch nicht überall. Das ist lediglich Bürokratie ohne Mehrwert.


Bei einer Baugenehmigung werden Bauvorhaben mit den in den Ortssatzungen, Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen festgeschriebenen Vorgaben abgeglichen. Hinzu kommt noch die Frage, ob und inwiefern die Interessen Dritter - also der Nachbarn - möglicherweise beeinträchtigt werden. Es gibt da zum Beispiel Abstandsgebote zu den Grundstücksgrenzen, festgelegte Baufluchten, festgelegte Geschosszahlen. Bauen ohne Genehmigungsverfahren führt sehr oft zu schwerwiegenden Konflikten, die dann im Zweifelsfall vor Gericht landen. Nachbarschaftsstreitigkeiten sind in der Regel ein ganz teurer Spaß. Es hat schon seinen Grund, warum Baugenehmigungen eingeholt werden müssen. Es spart Zeit, Geld und Ärger.

Private Unternehmen sind deutlich schneller dran, was Automatisierung angeht. Die Servicehotlines haben zu einem großen Teil ihre Anfangsschwächen auch überwunden und sind heute schon um Klassen besser als das noch vor 15 oder 20 Jahren war. Da hat sich viel getan. Der technische Fortschritt hat hier nicht halt gemacht. Da ist das schon nicht mehr ungewöhnlich, dass man nach kurzem Warten in der Warteschleife schon jemanden hat, der auch deine Kundeakte bereits vorliegen hat, weil das System die anhand der Rufnummernerkennung die schon automatisch aufgerufen hat. Oder setz mal bei Amazon auf der Website eine Rückrufbitte ab. Das dauert nur ein paar Minuten und du wirst von jemanden angerufen, der auch weiß wen er anruft. Alle notwendigen Unterlagen zur Klärung eines eventuellen Problems hat er bereits zur Hand.


Der Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur kostet sehr viel Geld. Und ob die Gelder dafür freigegeben werden, entscheiden nicht die Behörden, das entscheiden die Parlamente.



Fakt ist, dass wir trotz deutlichen Fortschritten bei der Digitalisierung und Automatisierung im Verwaltungsbereich heute im Öffentlichen Dienst genausoviel Leute beschäftigt haben wie noch vor 20 Jahren. Die Anzahl der Beschäftigten ging zwar in den 00er Jahren erstmal zurück, steigt aber seit 2010 wieder kontinuierlich an. In den letzten 3 oder 4 Jahren sogar wieder mit stärkeren Wachstumsraten.


Die Folgen des Personalabbaus im ÖD inklusive Einstellungs- und Beförderungsstopps in den Nullerjahren wirken bis heute nach. Zu erkennen an maroden Straßen, maroden Brücken, maroden öffentlichen Gebäuden.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 15. Dez 2020, 15:43

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Dec 2020, 15:34)

Dahinter stehen aber letztendlich politische Entscheidungen. Und die werden in den zuständigen Parlamenten getroffen. Und gerade auf kommunaler Ebene tut man sich damit sehr schwer, zusätzliches Geld auszugeben. Übrigens sehr zum Missfallen vieler Mitarbeiter in den öffentlichen Verwaltungen.


Das grundsätzliche Problem der Bürokratie ist, dass sie sich selbst mit Arbeit versorgt.


Bei einer Baugenehmigung werden Bauvorhaben mit den in den Ortssatzungen, Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen festgeschriebenen Vorgaben abgeglichen. Hinzu kommt noch die Frage, ob und inwiefern die Interessen Dritter - also der Nachbarn - möglicherweise beeinträchtigt werden. Es gibt da zum Beispiel Abstandsgebote zu den Grundstücksgrenzen, festgelegte Baufluchten, festgelegte Geschosszahlen. Bauen ohne Genehmigungsverfahren führt sehr oft zu schwerwiegenden Konflikten, die dann im Zweifelsfall vor Gericht landen. Nachbarschaftsstreitigkeiten sind in der Regel ein ganz teurer Spaß. Es hat schon seinen Grund, warum Baugenehmigungen eingeholt werden müssen. Es spart Zeit, Geld und Ärger.


Eben. Es ist im Prinzip alles festgelegt. Wozu dann noch eine Baugenehmigung? Zumindest wenn man sich daran hält. Eine Genehmigung bräuchte man doch eigentlich nur, wenn das Bauvorhaben von den Vorschriften abweicht. So ist das wie geschrieben eben schon in einigen Bundesländern, wie z.B. Bayern oder BaWü. Ich hab mein Haus hier in BaWü vor drei Jahren ohne Baugenehmigung bauen können. Das ging vollkommen unproblematisch. Trotzdem halten immer noch Länder an diesem zeitaufwendigen und teueren Verfahren fest.
Bürokratie halt.

Der Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur kostet sehr viel Geld. Und ob die Gelder dafür freigegeben werden, entscheiden nicht die Behörden, das entscheiden die Parlamente.


Wie oben geschrieben. Die Bürokratie versorgt sich selber mit Arbeit. Und natürlich muss der Haushaltsplan vom Parlament abgenickt werden. Dem voran geht aber das Geschacher der Exekutive :-)
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon Realist2014 » Di 15. Dez 2020, 16:34

relativ hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:12)

Meine sicht auf diese ist ganz klar, ich kann sie nicht über einen Kamm scheren , du wohl schon. :D


Deine Erwartungshaltung ist immer altruistisch gegenüber Unternehmern & Investoren.
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon Realist2014 » Di 15. Dez 2020, 16:35

relativ hat geschrieben:(15 Dec 2020, 14:21)

Wer hat sich den Preis denn vorher ausgedacht? Der Kunde selbst?


Der Preis bildet sich am Markt durch den Wettbewerb.
Den beeinflussen die Käufer.....
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Re: Schlanker Staat - effektive Verwaltungen

Beitragvon sünnerklaas » Di 15. Dez 2020, 17:14

Realist2014 hat geschrieben:(15 Dec 2020, 16:35)

Der Preis bildet sich am Markt durch den Wettbewerb.
Den beeinflussen die Käufer.....


Funktioniert, wenn der Wettbewerb ein Qualitätswettbewerb ist.
Schwierig wird es, wenn der Wettbewerb ausschließlich über den niedrigsten Preis läuft, weil sich Konkurrenten im Einzelhandel einen Unterbietungswettbewerb liefern, bei dem nicht der Kunde im Focus steht, sondern das Verdrängen von anderen Wettbewerbern.

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