Kabarett und Volksverhetzung

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DarkLightbringer
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 2. Dez 2020, 16:14

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(02 Dec 2020, 16:06)

Tut mir leid, Euer Ehren Vorsitzender Richter,
zu diesen Fall liegen mehrere fachlich untadelige Gutachten vor, die Sie vor Gericht natürlich zur Beweiserhebung nicht zulassen können, sondern nur die vom Gericht in Auftrag gegeben Zeitungsgutachten.

Mir ist auch bekannt, dass recht zu haben und Recht zu bekommen, zwei paar Stiefel sind.

Ich möchte auch keinen Befangenheitsantrag stellen, allein schon, weil nicht nur die Würde des Menschen unantastbar ist, sondern auch die eines Vorsitzenden Richters.

Deshalb verweise ich mich jetzt selbst aus dem Saale, um die letzten letzten Chargen meines feinporigen Bioapfelmuses zu etikettieren.

Ich sehe mich in der Rolle des Pflichtverteidigers, die angesprochene, verurteilende "Instanz" besteht ja aus den Selbstberufenen, die zum bereits gefällten Urteil neigen.
Die Anhörung kann daher nur ein Appell sein, da in kanonischen Verfahren die Verteidigung nunmal keine Rechte beanspruchen kann, anders wie in den weltlichen Verfahren unserer Zeit.

Aber Ihr Beschluss, sich um den Bioapfelmus zu kümmern, will mir äußerst adäquat erscheinen.
Abschließend danke ich für Ihre Einlassung zur Sache.
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Selina
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Selina » Mi 2. Dez 2020, 16:29

Warum rechte Satire nicht funktionieren kann, wird hier sehr gut beschrieben (siehe Link). Jaaaaaaa, das ND ist eine sozialistische Tageszeitung, ich weiß schon, dass da einige sofort die Blattern kriegen. Aber wie ich schon oft sagte, hat diese Zeitung seit mehr als 30 Jahren nix mehr zu tun mit dem früheren stalinistischen "SED-Zentralorgan". Das ND ist eine linke überregionale Tageszeitung wie etwa die taz oder wie die linksliberale Süddeutsche Zeitung und andere. Also, falls es jemanden interessiert, besser kann man es nicht beschreiben, worum es bei politischer Satire geht und warum "rechte Satire" ein Oxymoron ist:

https://www.neues-deutschland.de/artike ... itzig.html
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Keoma » Mi 2. Dez 2020, 16:32

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 16:29)

Warum rechte Satire nicht funktionieren kann, wird hier sehr gut beschrieben (siehe Link). Jaaaaaaa, das ND ist eine sozialistische Tageszeitung, ich weiß schon, dass da einige sofort die Blattern kriegen. Aber wie ich schon oft sagte, hat diese Zeitung seit mehr als 30 Jahren nix mehr zu tun mit dem früheren stalinistischen "SED-Zentralorgan". Das ND ist eine linke überregionale Tageszeitung wie etwa die taz oder wie die linksliberale Süddeutsche Zeitung und andere. Also, falls es jemanden interessiert, besser kann man es nicht beschreiben, worum es bei politischer Satire geht und warum "rechte Satire" ein Oxymoron ist:

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Weil ja rechts bei euch alles Nazis sind, dann klappts natürlich .
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon naddy » Mi 2. Dez 2020, 16:37

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(02 Dec 2020, 14:54)

Manchen "Wahrheiten" würde ich nicht mal die Hand geben.*Habe d' Ehre, welch feingeistige Mutter ward hier der Vater des Gedankens ...* >>>Die zitierte ad personam defamation muss ...ach eidruff...

Antisemitismus, dessen Verharmlosung und die Behauptung des Nichtvorhandenseins desselben, benutzt in derlei Diskussionen gerne "lustige Argumente" wie Unterstellung und Verdächtigung.

Aha.

Wenn Du mir jetzt noch sagst, welchen Bezug das zu meinem zitierten Beitrag hat - oder haben soll - oder haben könnte, wäre ich möglicherweise in der Lage nachzuvollziehen, warum ich als Adressat dieser Botschaft auserkoren wurde. Falls nicht - auch gut.

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 15:42)

Die Wurzeln von Satire und Kabarett sind nun mal links. ... :D

Auf jeden Fall. Deshalb schossen die Kabarettisten und Satiriker in Stalin-Land ja nur so aus Boden.

Vielleicht hilft Dir bei Deinem Satireverständnis ein weiterer Satz eines meiner Lieblinge auf die Sprünge:

S.J. Lec hat geschrieben:Gegen wen ich denke? Gegen diejenigen, die es mir verbieten.
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 2. Dez 2020, 16:45

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 16:29)

Warum rechte Satire nicht funktionieren kann, wird hier sehr gut beschrieben (siehe Link). Jaaaaaaa, das ND ist eine sozialistische Tageszeitung, ich weiß schon, dass da einige sofort die Blattern kriegen. Aber wie ich schon oft sagte, hat diese Zeitung seit mehr als 30 Jahren nix mehr zu tun mit dem früheren stalinistischen "SED-Zentralorgan". Das ND ist eine linke überregionale Tageszeitung wie etwa die taz oder wie die linksliberale Süddeutsche Zeitung und andere. Also, falls es jemanden interessiert, besser kann man es nicht beschreiben, worum es bei politischer Satire geht und warum "rechte Satire" ein Oxymoron ist:

https://www.neues-deutschland.de/artike ... itzig.html


Ein ziemlich dummer Artikel.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 2. Dez 2020, 16:47

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 16:29)

Warum rechte Satire nicht funktionieren kann, wird hier sehr gut beschrieben (siehe Link). Jaaaaaaa, das ND ist eine sozialistische Tageszeitung, ich weiß schon, dass da einige sofort die Blattern kriegen. Aber wie ich schon oft sagte, hat diese Zeitung seit mehr als 30 Jahren nix mehr zu tun mit dem früheren stalinistischen "SED-Zentralorgan". Das ND ist eine linke überregionale Tageszeitung wie etwa die taz oder wie die linksliberale Süddeutsche Zeitung und andere. Also, falls es jemanden interessiert, besser kann man es nicht beschreiben, worum es bei politischer Satire geht und warum "rechte Satire" ein Oxymoron ist:

https://www.neues-deutschland.de/artike ... itzig.html

Das ist ein Statement des Zentralorgans zur Frage, was es unter Satire verstehen will. Eine fraglos sehr ernste Sache.

Das ZDF wird indes vorwitzig und lädt Lisa Eckhart zum "Literarischen Quartett" am 23. November ein.

Das dürfte eine lebendige Sendung werden
https://www.boersenblatt.net/news/liter ... ett-155927
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Moses » Mi 2. Dez 2020, 16:50

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(02 Dec 2020, 16:45)

Ein ziemlich dummer Artikel.

Stimmt, aber von diesem postkommunistischen Schmierblatt hatte ich auch nichts vernünftiges erwartet.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Stoner » Mi 2. Dez 2020, 16:58

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 16:29)

Warum rechte Satire nicht funktionieren kann, wird hier sehr gut beschrieben (siehe Link). Jaaaaaaa, das ND ist eine sozialistische Tageszeitung, ich weiß schon, dass da einige sofort die Blattern kriegen. Aber wie ich schon oft sagte, hat diese Zeitung seit mehr als 30 Jahren nix mehr zu tun mit dem früheren stalinistischen "SED-Zentralorgan". Das ND ist eine linke überregionale Tageszeitung wie etwa die taz oder wie die linksliberale Süddeutsche Zeitung und andere. Also, falls es jemanden interessiert, besser kann man es nicht beschreiben, worum es bei politischer Satire geht und warum "rechte Satire" ein Oxymoron ist:

https://www.neues-deutschland.de/artike ... itzig.html


Da muss man nichts kriegen, sondern einfach mal lesen und einen Moment lang nachdenken. Ich zitiere mal:

Satire richtet sich gegen die Mächtigen

In seinem soeben erschienen Buch »Satire ist nur ein Affe im Hirn« stellt der Kabarettist Henning Venske fest: »Im Gegensatz zur realen Politik sind für die Satire die Reichen, die Mächtigen und die Hierarchen Ziel und Opfer. Geschriebene und gespielte Satiren richten sich von ›unten links‹ gegen ›oben rechts‹.« Womit er meint: gegen Regierung, Machtapparate, Freiheitsbeschränkungen. Deswegen habe es noch nie »ein funktionierendes ›rechtes‹ Kabarett gegeben«: Das findet nämlich in der breiten Bevölkerung kein Publikum. Auch ein »Regierungskabarett« hält er für undenkbar… Funktionierende Satire müsste also immer in der aufklärerischen Tradition von Dieter Hildebrandt und Co. stehen. Aber was ist dann mit genanntem Dr. Pröbstl?


Ich kenne nun den Dr. Pröbstl (vermutlich glücklicherweise) nicht. Aber ich stimme Henning Venske - den ich nie so schätzte, außer seinen Märchenprinzenspaß mit der Solidaritätsblutung - teilweise zu. "Im Gegensatz zur realen Politik sind für die Satire die Reichen, die Mächtigen und die Hierarchen Ziel und Opfer." Das würde ich ergänzen um den Typus des Spießers, sonst wird das nichts.

Aber sei's drum, Venske ist halt für einen entscheidenden Umstand blind. Er tut nämlich so, als könnten Linke nie die Mächtigen sein. Nur mit der Prämisse kann der Rest logisch geschlossen werden. Die Geschichte zeigt aber: Es ist falsch. Und der späte Scheibenwischer war schon eine Art Regierungskabarett, in der Abschiedsvorstellung saßen einige derjenigen, die aufs Korn genommen wurden oder werden sollten. Ein weiterer Denkfehler Venskes ist: Aus dem Umstand, dass die meisten Kabarettisten links sind, ergibt sich nicht, dass rechtes nicht funktionieren könnte. Hätte er "Die letzten Tage der Menschheit" gelesen, hätte er verstanden, warum das auch anders sein könnte. Ob's anders ist, weiß ich nicht. Ich schau praktisch kein Kabarett mehr, und wenn es rechte Kabarettisten geben sollte, dann träten sie bestimmt nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, sondern höchstens in den privaten Schmierenkanälen auf.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Selina » Mi 2. Dez 2020, 17:14

naddy hat geschrieben:(02 Dec 2020, 16:37)

Aha.

Wenn Du mir jetzt noch sagst, welchen Bezug das zu meinem zitierten Beitrag hat - oder haben soll - oder haben könnte, wäre ich möglicherweise in der Lage nachzuvollziehen, warum ich als Adressat dieser Botschaft auserkoren wurde. Falls nicht - auch gut.


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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 2. Dez 2020, 17:16

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 17:14)

Die Herrschenden im "Stalin-Land" waren keine Linken.

Hahahaha, das war jetzt allerfeinste Comedy :D :thumbup:
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Moses » Mi 2. Dez 2020, 17:17

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 17:14)

Die Herrschenden im "Stalin-Land" waren keine Linken. Das ist aber nun elementares Wissen.

Richtig, immer dann wenn das kommunistische Experiment so richtig in die Hose gegangen ist, dann waren es nicht die Linken - alles klar.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Liegestuhl » Mi 2. Dez 2020, 17:20

Moses hat geschrieben:(02 Dec 2020, 17:17)

Richtig, immer dann wenn das kommunistische Experiment so richtig in die Hose gegangen ist, dann waren es nicht die Linken - alles klar.


Es wären rechte Kommunisten.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Stoner » Mi 2. Dez 2020, 17:24

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 17:14)

Die Herrschenden im "Stalin-Land" waren keine Linken. Das ist aber nun elementares Wissen.



:thumbup:

Jetzt sollte jeder begriffen haben, wie Satire funktioniert.
Zuletzt geändert von Stoner am Mi 2. Dez 2020, 17:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 2. Dez 2020, 17:24

Für die Rechtsaußen war Hitler links und für die Linksaußen war Stalin rechts. Kann man sich nicht ausdenken, sowas :D
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Moses » Mi 2. Dez 2020, 17:25

Ok, wir haben jetzt alle über den Unsinn gelacht - jetzt aber zurück zum Thema.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 2. Dez 2020, 17:25

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Dec 2020, 15:52)

Dann mangelt es Herrn Gerhard Haase-Hindenberg an Verstand, wenn er diesen Beitrag schreibt: https://www.juedische-allgemeine.de/kul ... me-fatale/ ?


Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Dec 2020, 15:52)

Dann mangelt es Herrn Gerhard Haase-Hindenberg an Verstand, wenn er diesen Beitrag schreibt: https://www.juedische-allgemeine.de/kul ... me-fatale/ ?


Ich hatte geschrieben, Verstand, der hinsieht.

Wie für jede Zeitung und deren normale Behandlung gilt auch im hier aufgerufenen Kronzeugenfall:
Der Artikel - ohne ausdrucklich als Kommentar gekennzeichnet zu sein, leider - gibt die persönliche Meinung des Verfassers wieder, nicht die der Zeitung selbst.

Was sich der Herr Gerhard Haase- Hindenburg...pardon... Hindenberg (kleiner Ausrutscher ins Satirische ;)) mit allerlei Begründungen zurecht legt, ist ja nun nicht etwas, das in diesem Fall auch objektiv zutreffend und richtig wäre oder gar sein müsse. Wie stellte er dazu selbst im Artikel fest? - "Ein Jude, zwei Meunungen."

Allerdings ist der daraus abgeleitete Schluß nicht etwa, dass es zu Antisemitismus, und dem, was ihn ausmacht und offenbart, vor allem auch von einem Juden zwei Meinungen geben könne, sondern nur eine.

Was damit zu tun hat, was man sehen will. Oder eben auch nicht. Warum auch immer.

Juden, so erdreiste ich mich zu behaupten, sind ganz normale (irrtumsbehaftete und irrtumsanfällige) Menschen wie du und ich. Es fällt mir deshalb auch ziemlich schwer, sie bevorzugt als Kronzeugen aufzurufen. Und zwar deshalb, weil sie Juden sind...

Ich setze lieber meinen eigenen Verstand ein, und auch, was andere Leute dazu sagen. Für mich nachvollziehbar, logisch korrekt und wohlbegründet. Wei hier geschehen von einer Frau der Gattung der Vongolen (nicht der Mongolen), der scharfsichtigen Frau Vongole, oder der besonders attraktiven Erscheinungsform von hoher Intelligenz, die hier als Bleibtreu bekannt ist, und last but not least, was Herr oder Frau Zunder auf den Tisch der Argumente legte.

Sie alle, sind mir in dem Falle besser geeignet und - was mich angeht - zielsicherer, als ihr Zeuge G.H.H. - Auch wenn er für eine Zeitung schreibt, deren Journalismus ich als sehr seriös schätze.

Zu den allgemeineren Begründungen in dem Artikel, was Satire sei und wer ein Kabarettist war oder ist...oder mehr ein zum Kabarettisten umlackierter, selbstüberhöhter und selbstgerechter Oberleher und Wahrheitsmonopolist wie etwa Dieter Hildbrandt u.a. alte Kabaretthaudegen, könnte man noch einiges schreiben. Mache ich aber nicht.

Ich muss nämlich noch 85 Liter selbsgemachten, besonders säurearmen Bio- Apfelsaft und ca. 200 Gläser Apfelmus verstauen und mich auf heute Abend freuen:
Stubaier Hüttenkaiserschmarrn (nur echt mit Strohrum) ... und dazu luftig feinporiges Apfelmus di casa.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Stoner » Mi 2. Dez 2020, 17:26

Liegestuhl hat geschrieben:(02 Dec 2020, 17:20)

Es wären rechte Kommunisten.


Kommunistische Rechte. So konnte man Trotzki als Linksabweichler liquidieren.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Sören74 » Mi 2. Dez 2020, 17:27

Vongole hat geschrieben:(02 Dec 2020, 04:22)

Tatsächlich?
Aus dem Fb-Eintrag des WDR geht u.a. hervor, dass man darin politische Korrektheit gegenüber Angehörigen von Minderheiten wie Juden, Schwarzen und Behinderten thematisiert habe, die sich moralisch falsch verhalten haben.
Auf den Schluss, dass sich moralisches Fehlverhalten an Judentum oder Hautfarbe festmachen lässt, muss man erst mal kommen, geistige Behinderung kann natürlich ein Grund sein, ist aber in meinen Augen auch kein Thema für die kabarettistische Bühne.


Ich finde es immer wieder Klasse, dass man sich auf der einen Seite über Kabarettprogramme beschwert, weil man denkt, dass da Minderheiten diffamiert werden. Auf der anderen Seite schmeißt man dann selbst mit Beschimpfungen ("geistige Behinderung") um sich, als wenn man einen Freifahrschein dafür besitzt. :thumbup:

Vongole hat geschrieben:Aber was zum Teufel haben Weinsteins Verbrechen damit zu tun, dass er Jude ist? Nichts, außer in den Gedanken von Frau Eckhart, Gedanken, die sie dazu veranlasst haben, ein Publikum, das diesen perfiden Schluss vielleicht gar nicht auf dem Schirm hatte, mit der Nase auf gleich zwei judenfeindliche Klischees zu stoßen, um sie genüsslich auszubeuten.


Andersherum gefragt, sollte man in dem Zusammenhang verschweigen, dass Weinstein ein Jude ist? Das ist doch die Realsatire, die sich aus politischer Korrektheit oft ergibt, dass man schon unsicher ist, wann man die Religionszugehörigkeit erwähnt und wann nicht.
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Skeptiker » Mi 2. Dez 2020, 17:27

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2020, 17:14)
Die Herrschenden im "Stalin-Land" waren keine Linken. Das ist aber nun elementares Wissen.

Die kommunistische Führung war nicht links? Könntest du das mal erläutern?
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Re: Kabarett und Volksverhetzung

Beitragvon Moses » Mi 2. Dez 2020, 17:29

Skeptiker hat geschrieben:(02 Dec 2020, 17:27)

Die kommunistische Führung war nicht links? Könntest du das mal erläutern?

Aber bitte nicht hier, dafür sollte es andere Stränge geben.

Moses
Mod
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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