Leben wir in einer Plutokratie?

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Progressiver
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon Progressiver » Mo 22. Jul 2019, 00:17

Sören74 hat geschrieben:(21 Jul 2019, 22:20)

Ich hatte mir das in wenigen Minuten in Google zusammengesucht. Die Quellen habe ich dabei nicht aufgeschrieben. Das was ich jetzt auf die Schnelle wieder gefunden habe:

https://crp-infotec.de/deutschland-priv ... oegnsberg/
http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung ... ring=24101

Ich glaube den Rest findet man auch wieder.



Du hattest gefragt, ob es den westdeutschen Bürgern nach 1990 besser gehen würde, nicht nach den Gründen. :) Aber was denkst Du, fallen solche Entwicklungen einfach vom Himmel?



Das war früher auch nicht anders.



Dann würde ich sagen, dass Du eine einseitige Sicht hast. :) Ich sehe Politikversagen und Politikerfolge. Wenn man das eine komplett ausblendet, wird man nie eine halbwegs objektive Sicht der Dinge bekommen. Aber egal, mach einfach das was Du gut kannst und für richtig hältst. ;)


Deine Quellen stützen meine Behauptungen. Dein Pech. Ich zitiere mal. So ist das Privatvermögen in Deutschland zwar ziemlich stark gestiegen. Jedoch:

Allerdings: Das Privatvermögen in Deutschland ist sehr ungleichmäßig verteilt. Diese interne Webseite sollten Sie in diesem Zusammenhang unbedingt lesen


Und diese andere interne Webseite habe ich mir dann auch noch durchgelesen. Siehe hier:

https://crp-infotec.de/deutschland-verm ... erteilung/

Ich zitiere:

Die ungleiche Vermögensverteilung
Das Privatvermögen in Deutschland ist sehr ungleich verteilt. So verfügt die untere Hälfte der Haushalte - statistisch gesehen - kaum über ein nennenswertes Vermögen, während auf das oberste Zehntel fast 60 Prozent des gesamten Nettovermögens entfallen. Dieser Anteil des obersten Zehntels ist in den vergangenen Jahren nahezu kontinuierlich gestiegen und wird logischerweise weiter steigen. Die Schere zwischen "Arm" und "Reich" in Deutschland öffnet sich also immer weiter (siehe Erkenntnisse weiter unten).


Wer das Interesse hat, kann sich diese Seite ja dort in Gänze reinziehen. Ich möchte folglich nur das Fazit fertig zitieren:

Fazit
Wie immer man auch die Haushalte bzw. die Bevölkerung unterteilt und welche Datenquellen auch immer man heranzieht, die sehr ungleichmäßige Verteilung des Privatvermögens ist evident. Und die Schere zwischen Millionen von Haushalten am untersten und Millionen von Haushalten am obersten Ende wird sich - nach allen bisherigen Erfahrungen und erkennbaren Trends - weiter öffnen. Es ist Aufgabe der Politik, hier umgehend und einschneidend gegenzusteuern, soll es nicht zu ernsten politischen Verwerfungen in der Gesellschaft kommen.


Ich für meinen Teil sehe auch hier komplettes Politikerversagen. Oder ist das am Ende so gewollt, dass die Reichen auf Kosten des Rests sich immer mehr bereichern? Cui bono?

Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird uns folglich aufgrund von schweren sozialen Verwerfungen bald der Laden um die Ohren fliegen, lese ich da heraus.

Die zweite Quelle ist mir nicht aussagekräftig genug. Da werden nur allgemeine Durchschnittswerte bei der geschätzten Lebenserwartung gebracht. Meines Wissens sterben Geringverdiener aber mindestens fünf bis sieben Jahre früher als die Reichen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Vor Gerhard Schröder hatte Deutschland nämlich noch gar keinen bedeutenden Niedriglohnsektor.

Wo du da Politikerfolge sehen willst, bleibt wohl dein Geheimnis.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Sören74
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon Sören74 » Mo 22. Jul 2019, 01:44

Progressiver hat geschrieben:(22 Jul 2019, 00:17)

Deine Quellen stützen meine Behauptungen. Dein Pech.


Dein Glück würde ich eher sagen. :) Denn es ging darum, auf welche Quellen ich mich stütze.

Progressiver hat geschrieben:Die zweite Quelle ist mir nicht aussagekräftig genug. Da werden nur allgemeine Durchschnittswerte bei der geschätzten Lebenserwartung gebracht. Meines Wissens sterben Geringverdiener aber mindestens fünf bis sieben Jahre früher als die Reichen. Das ist keine Selbstverständlichkeit.


Wie ich schon schrieb, das war früher nicht anders.

Progressiver hat geschrieben:Wo du da Politikerfolge sehen willst, bleibt wohl dein Geheimnis.


Für Leute die lesen können (und die Welt nicht nur schwarz-weiß oder nur schwarz ist), eher ein offenes Buch. :)
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon sünnerklaas » Mo 22. Jul 2019, 08:51

Sören74 hat geschrieben:(21 Jul 2019, 12:33)

Überfordere die User nicht so, out of the box zu denken. ;)


Ja, da kommen so manche richtig ins Schleudern.
Ich bleibe dabei, eine Volksabstimmung zu einem extrem emotionalen Themenbereich kann durchaus massives Eskalationspotential zur Folge haben. Vor allem für diejenigen, die unterlegen sind und für die dann eine Welt zusammenbricht.
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 22. Jul 2019, 10:39

sünnerklaas hat geschrieben:(22 Jul 2019, 08:51)

Ja, da kommen so manche richtig ins Schleudern.
Ich bleibe dabei, eine Volksabstimmung zu einem extrem emotionalen Themenbereich kann durchaus massives Eskalationspotential zur Folge haben. Vor allem für diejenigen, die unterlegen sind und für die dann eine Welt zusammenbricht.




Das ist nicht von der Hand zu weisen und dann käme wohl auch rasch der Vorwurf der Verlierer eines Volksentscheides von der "MEHRHEITSDIKTATUR".
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon firlefanz11 » Mo 22. Jul 2019, 10:46

Nein, wir leben nicht in einer Plutokratie sondern in einer Kleptokratie... Einer Plutokratie in der es der Geldelite nicht mehr reicht selbst immer mehr Geld zu scheffeln sondern mit Hilfe der Politiker den nicht der Elite angehörigen das Geld aus der Tasche zieht. Bestes Beispiel hierfür sind die Pläne des IWF neben dem Bargeld ein E-Geld einzuführen, das in einem variablen Wechselkurs zum Bargeld stehen wird, mit dem man Bargeld gegenüber dem E-Geld abwerten kann. Warum das? Weil Negativzinsen auf Privatkonten eine Revolte auslösen würden, und eine Flucht ins Bargeld zur Folge hätte. Mit dem E-/Bar Wechselkurs würde man dann einfach das Bargeld abwerten, und den Bürger trotzdem vom Geld trennen...
Oder Scholzens Transaktionssteuer, die nur die Kleinsparer trifft weil die großen Investoren/Trader dann einfach statt über XETRA über andere Börsen handeln.
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon Neandertaler » Mo 22. Jul 2019, 19:27

sünnerklaas hat geschrieben:(22 Jul 2019, 08:51)

Ja, da kommen so manche richtig ins Schleudern.
Ich bleibe dabei, eine Volksabstimmung zu einem extrem emotionalen Themenbereich kann durchaus massives Eskalationspotential zur Folge haben. Vor allem für diejenigen, die unterlegen sind und für die dann eine Welt zusammenbricht.

Und warum bricht deren Welt nicht bei einer Parlamentsentscheidung oder sonstigen Entscheidung zusammen?

Mensch lernt endlich Mal wissenschaftlich zu denken und zu argumentieren und nicht jeden spontanen Gedankengang der auf den ersten Blick passend erscheint als Wahrheit zu verkaufen.

Welche Fallbeispiele stützen die These die These das Volksabstimmungen (zu emotionalen Themen) massives Eskalation haben?

Volksabstimmungen sind ein etabliertes und oft benutztes Verfahren der Entscheidungsfindung, da muss man also nicht mutmaßen wie diese sich ausswirkt sondern kann einfach die Empirie befragen.
Und wir sehen auch ohne das ich eine genaue statistische Auswertung vorgenommen, das diese besonderes Eskalationspotential nicht besteht.

@sünnerklaas Sorry für den Tonfall ist auch nicht als persönlicher Angriff oder Aufforderung zum Spamwar zu verstehen. Ich bin nur genervt das jeder Gedankengang, denn man sicher diskutieren kann, immer gleich als, Tatsache oder Theorie verkauft wird. Du bist bist also ein Zufallsopfer meiner Frustration.

Alpha Centauri hat geschrieben:(22 Jul 2019, 10:39)

Das ist nicht von der Hand zu weisen und dann käme wohl auch rasch der Vorwurf der Verlierer eines Volksentscheides von der "MEHRHEITSDIKTATUR".

Wo soll das der Fall gewesen sein?
Ich bin linksliberal, ich habe mich testen lassen.
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon Neandertaler » Mo 22. Jul 2019, 19:29

Sören74 hat geschrieben:(21 Jul 2019, 09:42)

Interessant, dass Du hauptsächlich die skandinavischen Länder ansprichst. Weil dort die Staatsquote und die Steuern meist noch höher sind als hier, man in Sozialleistungen großzügiger ist, Fahrräder fördert, und setzt sich massiv für den Klimaschutz ein. Alles Dinge, über die man sich hier beschwert. :)

Ich beschwere mich nicht darüber :)
Allgemein habe ich das Gefühl das sich "der Deutsche" gerne beschwert und trotzdem Deutschland bzw. Das Deutsche System für überlegen hält. Ein Paradox.
Ich bin linksliberal, ich habe mich testen lassen.
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon Sören74 » Mo 22. Jul 2019, 19:32

Neandertaler hat geschrieben:(22 Jul 2019, 19:29)

Ich beschwere mich nicht darüber :)


Du nicht, aber andere, die gleichzeitig auf Deutschland schimpfen. :)

Neandertaler hat geschrieben:Allgemein habe ich das Gefühl das sich "der Deutsche" gerne beschwert und trotzdem Deutschland bzw. Das Deutsche System für überlegen hält. Ein Paradox.


Das trifft es wohl ziemlich gut. Ich finde es einfach nur nervig, wenn man immer nur eine Seite der deutschen Bilanz betrachtet.
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Re: Leben wir in einer Plutokratie?

Beitragvon Trifels » Mo 22. Jul 2019, 19:57

Sören74 hat geschrieben:(22 Jul 2019, 19:32)

Du nicht, aber andere, die gleichzeitig auf Deutschland schimpfen. :)

Das trifft es wohl ziemlich gut. Ich finde es einfach nur nervig, wenn man immer nur eine Seite der deutschen Bilanz betrachtet.


Davon " leben" wir hier. Die Bilanz bezogen auf die BRD Gesellschaft zeigt ein gutes Betriebsergebnis.
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.

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