Sozialliberal

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lili
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 20:56

JJazzGold hat geschrieben:(28 Jun 2019, 20:53)

Umsonst ist der Tod und selbst der kostet das Leben.

Wer in einer Gemeinschaft lebt, muss sich zwangsläufig am Erhalt selbiger beteiligen.


Ok angenommen man findet in diesem System keine Arbeit. Dann hat man keine Wohnung, nichts zu Essen usw. Dann wird man Bettler und muss auf Spenden hoffen. Wenn ich nichts bekomme, dann werde ich verhungern und dann sterben.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon JJazzGold » Fr 28. Jun 2019, 20:59

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 20:56)

Ok angenommen man findet in diesem System keine Arbeit. Dann hat man keine Wohnung, nichts zu Essen usw. Dann wird man Bettler und muss auf Spenden hoffen. Wenn ich nichts bekomme, dann werde ich verhungern und dann sterben.


Dann bekommt man in Deutschland Hartz IV.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 21:00

JJazzGold hat geschrieben:(28 Jun 2019, 20:59)

Dann bekommt man in Deutschland Hartz IV.


Ich dachte es geht um den freien Markt?
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Re: Sozialliberal

Beitragvon JJazzGold » Fr 28. Jun 2019, 21:04

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:00)

Ich dachte es geht um den freien Markt?


Es geht um sozial und liberal und ich nehme mir die Freiheit, Ihnen sozial mittels Mitfinanzierung von Hartz IV unter die ängstlichen Achseln zu greifen. ;)
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 21:07

JJazzGold hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:04)


Es geht um sozial und liberal und ich nehme mir die Freiheit, Ihnen sozial mittels Mitfinanzierung von Hartz IV unter die ängstlichen Achseln zu greifen. ;)


Ja das war meine Überschrift des Threads. Dennoch hatten einige das Thema freien Markt angeschnitten. Deshalb habe ich gerade diese Beispiele gebracht. Nein Hartz IV möchte ich nicht. Das ich Angst vor dem freien Markt habe ist doch verständlich.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon JJazzGold » Fr 28. Jun 2019, 21:13

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:07)

Ja das war meine Überschrift des Threads. Dennoch hatten einige das Thema freien Markt angeschnitten. Deshalb habe ich gerade diese Beispiele gebracht. Nein Hartz IV möchte ich nicht. Das ich Angst vor dem freien Markt habe ist doch verständlich.


Die hatte ich dank umfassender Qualifizierung nie, da ich die ausserberufliche
Zeit genutzt habe, um meine Begabungen frei zu entfalten. Mit fünf Sprachen, plus beruflicher Qualifikation hätte ich immer einen Job gefunden. Und wenn alle diese Stricke gerissen wären, hätte ich mich selbstständig gemacht.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon imp » Fr 28. Jun 2019, 21:16

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 09:29)

Das Individuum geht es aber nicht immer darum in welchem Bereich man Erfolg hat. Sondern eher um die freie eigene Zeit die man sich zusteht.

Die freie Zeit, in der der Mensch nicht an seiner wirtschaftlichen Existenz basteln muss, ist ein wichtiger Reichtum der Gesellschaft, der im anderen Teil des Lebens aller erzielt werden muss. Diese große oder kleine Freiheit fällt nicht vom Himmel, sie gründet auf die erfolgreich geleistete notwendige Arbeit.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 21:22

JJazzGold hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:13)


Die hatte ich dank umfassender Qualifizierung nie, da ich die ausserberufliche
Zeit genutzt habe, um meine Begabungen frei zu entfalten. Mit fünf Sprachen, plus beruflicher Qualifikation hätte ich immer einen Job gefunden. Und wenn alle diese Stricke gerissen wären, hätte ich mich selbstständig gemacht.


Das hat aber nicht jeder und deshalb ist die Angst auch größer.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 21:23

imp hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:16)

Die freie Zeit, in der der Mensch nicht an seiner wirtschaftlichen Existenz basteln muss, ist ein wichtiger Reichtum der Gesellschaft, der im anderen Teil des Lebens aller erzielt werden muss. Diese große oder kleine Freiheit fällt nicht vom Himmel, sie gründet auf die erfolgreich geleistete notwendige Arbeit.


Aber was ist wenn die freie Zeit so minimal ist, weil sie für die Arbeit drauf geht?
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Re: Sozialliberal

Beitragvon JJazzGold » Fr 28. Jun 2019, 21:28

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:22)

Das hat aber nicht jeder und deshalb ist die Angst auch größer.


Deshalb gibt es ja unsere sozialen Auffangnetze, nur müssen die auch finanziert werden. Weshalb ich der Auffassung bin, so sozial wie nötig und so liberal wie möglich. Zu wissen, dass man im Zweifelsfall aufgefangen wird, ermöglicht einem Menschen die Freiheit zu testen, wie er sich am besten entfalten kann, ohne die Gemeinschaft zu vernachlässigen.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 21:32

JJazzGold hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:28)

Deshalb gibt es ja unsere sozialen Auffangnetze, nur müssen die auch finanziert werden. Weshalb ich der Auffassung bin, so sozial wie nötig und so liberal wie möglich. Zu wissen, dass man im Zweifelsfall aufgefangen wird, ermöglicht einem Menschen die Freiheit zu testen, wie er sich am besten entfalten kann, ohne die Gemeinschaft zu vernachlässigen.


Ich weiß, dass Sie auch für soziale Auffangnetze sind. Es gab nur innerhalb der Diskussion mit anderen Usern das Thema freier Markt und das halte ich für gefährlich.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon JJazzGold » Fr 28. Jun 2019, 21:43

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:32)

Ich weiß, dass Sie auch für soziale Auffangnetze sind. Es gab nur innerhalb der Diskussion mit anderen Usern das Thema freier Markt und das halte ich für gefährlich.


Ich bin sicher, dass Sie, (ich sowieso nicht mehr), das in Deutschland in absehbarer Zeit nicht erleben werden. Aus dem einfachen Grund, dass wir es uns leisten können, solche Netze zu etablieren.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 21:48

JJazzGold hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:43)

Ich bin sicher, dass Sie, (ich sowieso nicht mehr), das in Deutschland in absehbarer Zeit nicht erleben werden. Aus dem einfachen Grund, dass wir es uns leisten können, solche Netze zu etablieren.


Das wir uns das leisten können glaube ich auch. Es gibt nur Leute die wollen die absoluten freien Markt und die wollen kein Geld für soziales ausgeben. Ich hoffe auch, dass es nicht dazu kommt.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon imp » Fr 28. Jun 2019, 22:01

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:23)

Aber was ist wenn die freie Zeit so minimal ist, weil sie für die Arbeit drauf geht?

Dann ist der Reichtum gering. So wie früher mal.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon lili » Fr 28. Jun 2019, 22:30

imp hat geschrieben:(28 Jun 2019, 22:01)

Dann ist der Reichtum gering. So wie früher mal.


Der Arme ist unfrei. Überall dient er.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon Alpha Centauri » So 30. Jun 2019, 20:52

imp hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:16)

Die freie Zeit, in der der Mensch nicht an seiner wirtschaftlichen Existenz basteln muss, ist ein wichtiger Reichtum der Gesellschaft, der im anderen Teil des Lebens aller erzielt werden muss. Diese große oder kleine Freiheit fällt nicht vom Himmel, sie gründet auf die erfolgreich geleistete notwendige Arbeit.



Ja aber genau dass schaft freien Raum sich tatsächlich "frei" zu enzfaten statt die Zeit mit nackzem Gelderwerb zu vergeuden

Der Soziologe Harald Welzer hat ja kürzlich einen guten Artikel zum Thema gemacht und den Müßiggang als Charakteristikum einer freien modernen Gesellschaft angeführt die sich nicht blind dem Diktat des Ökonomischen ergibt, denn dass schafft nur neue bevormundete Individuuen.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon imp » So 30. Jun 2019, 21:06

Alpha Centauri hat geschrieben:(30 Jun 2019, 20:52)

Ja aber genau dass schaft freien Raum sich tatsächlich "frei" zu enzfaten statt die Zeit mit nackzem Gelderwerb zu vergeuden

Der Soziologe Harald Welzer hat ja kürzlich einen guten Artikel zum Thema gemacht und den Müßiggang als Charakteristikum einer freien modernen Gesellschaft angeführt die sich nicht blind dem Diktat des Ökonomischen ergibt, denn dass schafft nur neue bevormundete Individuuen.

Richtig herum: Man kann sich immer nur so viel Freizeit leisten, wie die wirtschaftlichen Umstände erlauben. Früher in der Subsistenzwirtschaft war man da, von Naturalabgaben und Frohndiensten abgesehen, weitgehend freigestellt, wie ärmlich man leben wollte (oder im Falle einer Dürre musste). Heute ist Geld der letzte Maßstab und man kommt vielfältigen Zahlungsverpflichtungen schwer nur aus. Ein gewisses Niveau an Einkommen oder Reserven ist also unumgänglich.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon HansKlein » Fr 5. Jul 2019, 03:36

Sozialliberal wird auch Links-Liberal genannt. Die FDP ist nicht linksliberal sondern liberal. Sozialliberal bedeutet das zweitere was du meinst. Für mich bedeutet es Minderheitenrechte, Selbstverwirklichung, Feminismus, LBTQ+ Rechte, Umverteilung von Resourcen um den sozial schwachen zu helfen usw. Sozialliberal sind wahrscheinlich die Grünen. Ökologisch und Sozialliberal. Das sozial bedeutet das es weniger um den Markt geht wie bei der FDP.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon Europa2050 » Fr 5. Jul 2019, 09:06

HansKlein hat geschrieben:(05 Jul 2019, 03:36)

Sozialliberal wird auch Links-Liberal genannt. Die FDP ist nicht linksliberal sondern liberal. Sozialliberal bedeutet das zweitere was du meinst. Für mich bedeutet es Minderheitenrechte, Selbstverwirklichung, Feminismus, LBTQ+ Rechte, Umverteilung von Resourcen um den sozial schwachen zu helfen usw. Sozialliberal sind wahrscheinlich die Grünen. Ökologisch und Sozialliberal. Das sozial bedeutet das es weniger um den Markt geht wie bei der FDP.


Meines Erachtens vermischt Du da einiges.

Erstmal geht der konsequente Liberale davon aus, dass der Mensch allein aus seiner Eigenschaft, Mensch zu sein, definierte, niedergeschriebene Rechte besitzt. Und das nicht, weil ein Fürst, Gott, Führer oder die Partei diese Rechte gnädigerweise vergeben hat und bei Ungehorsam auch wiedernehmen kann. Schlüssig daher die Positionen zu den genannten Themen Selbstverwirklichung, Gleichberechtigung, LGBT, Minderheiten. Das ist Liberalismus pur und hat mit Sozialliberalismus erstmal nix zu tun.

Im 19. Jhd. und der ersten Hälfte des 20. Jhd. wurde dann aber mit zunehmender formaler Durchsetzung dieser Rechte offensichtlich, dass viele Menschen - unverschuldet - aus wirtschaftlichen Gründen reduzierte Möglichkeiten haben, diese Rechte auch wahrzunehmen. Das war die Geburtsstunde des Sozialliberalismus. Im Gegensatz zum Sozialismus, der von oben herab versucht, allen Menschen gleiche Lebensbedingungen zu schaffen, versucht der Sozialliberalismus, alle Menschen zu befähigen, sich selbst die für die Nutzung seiner Grundrechte nötigen Voraussetzungen zu schaffen.

Im Gegensatz zum klassischen Liberalen, der den Staat (und damit seine Steuern) nur dafür akzeptierte, allgemein gültige Regeln festzulegen und eine „Schiedsrichterfunktion“ wahrzunehmen, akzeptiert der Sozialliberale auch, wenn der Staat (Steuern) als „Befähiger“ auftritt.

Unter Lindner ist die FDP auch wieder stärker in diese Richtung Unterwegs (Programatik zu Schule, Digitalisierung, letztlich auch Migration), als unter Westerwelle und Rösler.
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Re: Sozialliberal

Beitragvon JJazzGold » Fr 5. Jul 2019, 10:18

lili hat geschrieben:(28 Jun 2019, 21:22)

Das hat aber nicht jeder und deshalb ist die Angst auch größer.


Sozialliberal ermöglicht Jedem die Chance. Machen muss man nach wie vor schon selbst.
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