Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8273
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Bielefeld09 » Di 7. Mai 2019, 20:26

Keoma hat geschrieben:(07 May 2019, 20:02)

Tolles Argument.

Sorry, aber wo war denn Ihres?
Sie haben den zitierten Schreiber doch nur negiert.
Rhetorik ist sicherlich ein gutes Mittel in der Demokratie,
aber es führt doch sicherlich nicht zu mehr zufriedenheit. :?:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 14018
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon schokoschendrezki » Di 7. Mai 2019, 21:15

Keoma hat geschrieben:(07 May 2019, 19:33)

Ist eigentlich ein Beleg dafür, dass ich recht habe.


Nee. Dafür, dass du Gegenrede nicht akzeptierst. Als wenn ich nicht selbst auch dann und wann und hier Meinungen vertreten würde, mit denen ich den frontalen Widerstand gefühlt des gesamten Politikforums hervorrufe. Fakt ist dann einfach nur, dass ich der einen Ansicht bin und so gut wie alle anderen einer anderen Ansicht. Ich kann gar nicht beschreiben, wie absurd ich es finde, aus dieser Faktenlage so etwas wie eine "Meinungsunterdrückung" herauszulesen. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich eine solche Frontalalleinstellung eher als Herausforderung und als eine Art Ernstnehmung sehe. Es könnte einem ja auch passieren, dass man nicht - wie DU es formulierst - "abgewatscht" und "stigmatisiert" sondern vollständig ignoriert wird. Ich habe absolut kein Problem mit Stigmatisierungen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass man jedenfalls irgendwas ausgelöst hat. Ich will auch keineswegs und absolut nicht jedermanns Freund sein.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1573
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Kael » Di 7. Mai 2019, 22:41

Was das Volk ist, ist klar definiert und das sind alle deutschen Staatsbürger. Früher gab es noch weitere Kriterien.
Worum es bei meiner Aussage aber geht ist - dass, anders als zollagent behauptet, die Demokratie eben nicht auf 'Gleichheit' aus ist.

Und nur weil ich das Wort 'Volk' benutzt habe wird man von Linken angegriffen. Es ist immer das selbe Spiel - An dem Hauptthema vorbei, hauptsache Leute persönliche angreifen und die Thematik in der man sich mit der Person befindet ad absurdum führen.
Benutzeravatar
Unité 1
Beiträge: 3964
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 21:18
Benutzertitel: fsociety

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Unité 1 » Di 7. Mai 2019, 22:53

Trifels hat geschrieben:(07 May 2019, 18:38)

+++

völlig richtig

Unite 1 liegt falsch.

letzter Satz müsste heißen : Oder kurz: am Ende steht die Deprivation.....oder das lmA- Syndrom.

Dumm für die Demokraten, solltens drüber nachdenken.

Versuche doch einfach mal, ein nachvollziehbares Argument zu verfassen. Ist ja nicht so, dass du keine hättest. Trippelplusgutverteilungen begründen jedenfalls Ohnmacht nach beiden Seiten und sind geeignet, den Freifluss von BlueMondays Gedanken zu bestätigen. So gesehen, hast du natürlich recht. Demokratie ist, was man daraus macht. No Future fand ich ich ja auch geil in meinen 20ern.
schokoschendrezki hat geschrieben:
Nee. Dafür, dass du Gegenrede nicht akzeptierst. Als wenn ich nicht selbst auch dann und wann und hier Meinungen vertreten würde, mit denen ich den frontalen Widerstand gefühlt des gesamten Politikforums hervorrufe. Fakt ist dann einfach nur, dass ich der einen Ansicht bin und so gut wie alle anderen einer anderen Ansicht. Ich kann gar nicht beschreiben, wie absurd ich es finde, aus dieser Faktenlage so etwas wie eine "Meinungsunterdrückung" herauszulesen. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich eine solche Frontalalleinstellung eher als Herausforderung und als eine Art Ernstnehmung sehe. Es könnte einem ja auch passieren, dass man nicht - wie DU es formulierst - "abgewatscht" und "stigmatisiert" sondern vollständig ignoriert wird. Ich habe absolut kein Problem mit Stigmatisierungen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass man jedenfalls irgendwas ausgelöst hat. Ich will auch keineswegs und absolut nicht jedermanns Freund sein.

Da stellt sich mir unwillkürlich die Frage, wie die Gegenrede eigentlich aussehen "darf", um nicht als Meinungsunterdrückung zu gelten.
Unten stand ein Gummibaum.
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8273
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Bielefeld09 » Di 7. Mai 2019, 22:59

Kael hat geschrieben:(07 May 2019, 22:41)

Was das Volk ist, ist klar definiert und das sind alle deutschen Staatsbürger. Früher gab es noch weitere Kriterien.
Worum es bei meiner Aussage aber geht ist - dass, anders als zollagent behauptet, die Demokratie eben nicht auf 'Gleichheit' aus ist.

Und nur weil ich das Wort 'Volk' benutzt habe wird man von Linken angegriffen. Es ist immer das selbe Spiel - An dem Hauptthema vorbei, hauptsache Leute persönliche angreifen und die Thematik in der man sich mit der Person befindet ad absurdum führen.

Es ist so schön zu sehen, das Sie sich in einer Opferrolle sehen wollen.
Und nein, ich bin bestimmt kein Linker.
Aber bitte, ich fordere Sie auf, an Wahlen teilzunehmen, sich an Bürgerbegehren zu beteiligen
oder sich in Parteien zu engagieren.
Was dachten Sie denn, wie Demokratie geht?
Lassen Sie uns über Ihre alternative Form einer " Volksdemokratie" nachdenken.
Machen Sie hier Vorschläge!
Sie sind weiterhin eingeladen! :thumbup:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1573
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Kael » Di 7. Mai 2019, 23:03

Das hat nichts mit einer "Opferrolle" zu tun.
Es ist klar ersichtlich wie sich Personen an einem Wort wie "Volk" aufhalten. Obwohl in den Definitionen das Wort "VOLK" nun mal drin vorkommt.

Ich habe auch keine 'alternative Form' einer Volksdemokratie. Woher kommt denn jetzt dieser Unsinn? Ich habe NICHTS vorgeschlagen oder NICHTS an der aktuellen Demokratie kritisiert.
Siehst du vielleicht das du jetzt in eine 'Diskussion' reinrutschst in der du irgendwas sagst obwohl ich überhaupt nichts in dieser Richtung gefordert habe?
Merkst du vielleicht wie du gerade auf einen 'Zug' aufspringst mit dem du eigentlich gar nichts zu tun hattest?

Es ging darum das zollagent behauptet das 'Gleichheit für Menschen' in einer Demokratie eine Basis ist. Was sie nun mal nicht ist. Man kann eine Demokratie sein ohne Menschenrechte anzuerkennen.
Man kann eine Demokratie sein indem man Menschenrechte anerkennt
Man kann eine Demokratie sein in dem man parlamentarisch ist
Man kann eine demokratie sein in dem man volksdemokratisch ist
Man kann eine aristrokatische Demokratie sein wenn man nur aus dem Adel heraus. Nennt sich dann Aristokratische Republik.
Man kann eine Demokratie sein welche ihre Bevölkerung in Klassen unterteilt wovon nicht alle Klassen wählen dürfen.
usw usw.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 14018
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon schokoschendrezki » Di 7. Mai 2019, 23:12

Kael hat geschrieben:(07 May 2019, 22:41)
Und nur weil ich das Wort 'Volk' benutzt habe wird man von Linken angegriffen. Es ist immer das selbe Spiel - An dem Hauptthema vorbei, hauptsache Leute persönliche angreifen und die Thematik in der man sich mit der Person befindet ad absurdum führen.

Lassen wir mal dahingestellt sein, ob die Benutzung der Worts "Volk" immer zu einem Angriff führt und ob es immer "Linke" sind, die solche Angriffe in Gang setzen und vor allem ob überhaupt der Begriff "Angriff" für eine Wortauseinandersetzung angemessen ist. "Angriff" bedeutet von der Wortbedeutung her eigentlich irgendeine Art von physischem Tätlichkeitsübergriff.

Worauf solche Einwendungen immer hinauslaufen: Polemiken soillen verboten werden. Eine polemische Gegenrede, bei der es um die Angemessenheit des Begriffs "Volk" und um die Einordnung in ein politiisches Links-Rechts-Schema geht, hat unzulässig zu sein und ist polizeilich zu untersagen, Nur so ist Meinungsfreiheit und Demokratie aufrechtzuerhalten. Es geht doch gar nicht darum, ob dieser oder der Gegenstandpunkt "richtig" ist. Was für eine kindische Sichtweise. Sondern darum, ob wir Meinungs- und Pressefreiheit haben wollen oder Denkansätze grundsätzlich zulassen wollen oder bestimmte Argumentationen (Z.B. die Verwendung des Worts "Volk" als "rechts" einzuordnen) grundsätzlich verbieten wollen.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8273
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Bielefeld09 » Di 7. Mai 2019, 23:53

Kael hat geschrieben:(07 May 2019, 23:03)

Das hat nichts mit einer "Opferrolle" zu tun.
Man kann eine Demokratie sein in dem man parlamentarisch ist
Man kann eine demokratie sein in dem man volksdemokratisch ist
Man kann eine aristrokatische Demokratie sein wenn man nur aus dem Adel heraus. Nennt sich dann Aristokratische Republik.
Man kann eine Demokratie sein welche ihre Bevölkerung in Klassen unterteilt wovon nicht alle Klassen wählen dürfen.
usw usw.

Ich habe schon Sätze aus Ihrem Zitat entfernt,
weil sie Zustimmungsfähig sind.
Aber erklären Sie doch mal die Begrifflichkeit " volksdemokratisch"
Und erklären Sie doch Ihr aristokratsches Modell.
Sie dürfen sich hier áuch als Gegner der Demokratie outen,
das wäre dann aber auch kein Problem.
Das wäre immerhin ehrlich.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1573
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Kael » Mi 8. Mai 2019, 01:39

Warum soll ich diese Begrifflichkeiten erklären?
Es ging einzig und allein darum klar zu stellen das eine Demokratie nichts mit "Gleichstellung jedes Menschen" zu tun hat.
Da es eine falsche Aussage war.
Es gab sogar Demokratien welche Sklaven gehalten haben(siehe USA).

Wieso soll ich nun verschiedene Formen der Demokratie erklären?
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 14018
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 8. Mai 2019, 08:07

Unité 1 hat geschrieben:(07 May 2019, 22:53)
Da stellt sich mir unwillkürlich die Frage, wie die Gegenrede eigentlich aussehen "darf", um nicht als Meinungsunterdrückung zu gelten.

Sehr häufig ist bei als "unzulässig" angesehenen Gegenreden von "Stigmatisierung" die Rede. In vormodernen Gesellschaften bedeutete Stigmatisierung Ausschluss. Mit gravierenden sozialen und möglicherweise auch existenziellen Folgen. Wie ist das in heutigen demokratschen Gesellschaften, in denen das Prinzip Rechtsstaatlichkeit herrscht?

Ich habe mir vor einigen Monaten ein T-Shirt mit der Aufschrift "Unfollow" bestellt und gekauft. Es ging mir darum, auch öffentlich und im Freundes- und Bekanntenkreis zu demonstrieren, dass ich nicht bei Facebook mitmache und auch nicht bei seinen Instant-Messenger-Ablegern und nicht darüber erreichbar zu sein wünsche. Selbststigmatisierung ist in modernen Gesellschaften eine legitime Strategie zur Meinungsdarstellung. Die Aufschrift und die Gestaltung dieses T-Shirts ist allerdings einigermaßen einfalls- und vor allem wirkungslos. Und vor allen gar nicht nötig. Die Betroffenen wissen inzwischen auch so, dass ich nicht dazugehören will. Insofern würde ich Stigmatisierung nicht entferntesten als "Meinungsunterdrückung" sondern praktisch gesehen eher als Kooperativität ansehen. Wichtig ist doch vor allem, dass die, zu denen ich nicht gehören will, sich darüber einig sind, dass ich nicht dazu gehöre. Ob sie mich zu diesem Zweck als "Nazi", "Kommunisten" oder "Idioten" bezeichnen, ist eher zweitrangig.

Meimungsfreiheit und gleichzeitig Konformität und Eingebundenheit und Zugehörigkeit und Respekt zu fordern, ist so etwas, wie Schwimmen zu wollen ohne nass zu werden.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 12111
Registriert: Di 25. Sep 2012, 07:44

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon odiug » Mi 8. Mai 2019, 08:15

Kael hat geschrieben:(08 May 2019, 01:39)

Warum soll ich diese Begrifflichkeiten erklären?
Es ging einzig und allein darum klar zu stellen das eine Demokratie nichts mit "Gleichstellung jedes Menschen" zu tun hat.
Da es eine falsche Aussage war.
Es gab sogar Demokratien welche Sklaven gehalten haben(siehe USA).

Wieso soll ich nun verschiedene Formen der Demokratie erklären?

Ja ... und die USA sind a so unglaublich stolz auf ihre Sklavengeschichte :rolleyes:
Und doch: in einer Demokratie sind alle Menschen gleich zu behandeln.
Zumindest vom Staat und vor dem Gesetz.
Privat kannst du natürlich machen was du willst ... fast machen was du willst.
Du musst aber dann in Kauf nehmen, dass so mancher den Spieß umdreht.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 12111
Registriert: Di 25. Sep 2012, 07:44

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon odiug » Mi 8. Mai 2019, 08:25

Kael hat geschrieben:(07 May 2019, 23:03)

Das hat nichts mit einer "Opferrolle" zu tun.
Es ist klar ersichtlich wie sich Personen an einem Wort wie "Volk" aufhalten. Obwohl in den Definitionen das Wort "VOLK" nun mal drin vorkommt.

Ich habe auch keine 'alternative Form' einer Volksdemokratie. Woher kommt denn jetzt dieser Unsinn? Ich habe NICHTS vorgeschlagen oder NICHTS an der aktuellen Demokratie kritisiert.
Siehst du vielleicht das du jetzt in eine 'Diskussion' reinrutschst in der du irgendwas sagst obwohl ich überhaupt nichts in dieser Richtung gefordert habe?
Merkst du vielleicht wie du gerade auf einen 'Zug' aufspringst mit dem du eigentlich gar nichts zu tun hattest?

Es ging darum das zollagent behauptet das 'Gleichheit für Menschen' in einer Demokratie eine Basis ist. Was sie nun mal nicht ist. Man kann eine Demokratie sein ohne Menschenrechte anzuerkennen.
Man kann eine Demokratie sein indem man Menschenrechte anerkennt
Man muss die Menschenrechte anerkennen und durchsetzen, um eine Demokratie zu sein.
Man kann eine Demokratie sein in dem man parlamentarisch ist
Stimmt, es gibt auch andere Modelle als den Parlamentarismus.
Man kann eine demokratie sein in dem man volksdemokratisch ist
Theoretisch ja ... praktisch sind sogenannte "Volksdemokratien" aber selten demokratisch.
Man kann eine aristrokatische Demokratie sein wenn man nur aus dem Adel heraus. Nennt sich dann Aristokratische Republik.
Nein ... das geht nicht.
Republik und Adelsherrschaft schließt sich gegenseitig aus ... das mag im alten Rom noch gegolten haben, aber ist heute ausgeschlossen.
Man kann eine Demokratie sein welche ihre Bevölkerung in Klassen unterteilt wovon nicht alle Klassen wählen dürfen.
Auch nicht ... völlig falsch ... geht nicht.
Ich gebe dir aber dahingehend recht, dass sich ein solches System immer mehr in den westlichen Demokratien einschleicht.
Die USA sind gerade auf den Weg dahin, durch Gerrymandering und disenfranchisement.
usw usw.

Unter "usw" kann man sich natürlich viel vorstellen ... oder auch nix :dead:
Aber irgendwie ist das schon klar, auf was du hinaus willst.
"Es gibt Alternativen und die sind gleich demokratisch wie das parlamentarische, demokratische System."
Und nein ... meistens sind sie es eben nicht!
Das Klassenwahlrecht ist nicht demokratisch.
Das Wahlrecht allein auf Männer zu beschränken ist nicht demokratisch.
Sklaven zu halten ist nicht demokratisch ... selbst dann nicht, wenn eine Mehrheit von Sklavenhaltern sogar dafür wäre.
Minderheitenrechte zu beschränken ist nicht demokratisch ... selbst wenn es nur Minderheiten sind.
Du willst das Rad der Geschichte zurück drehen ... dein Avatar zeigt das deutlich ... aber nein ... das geht nicht mehr.
Und "alternative Fakten" sind keine Fakten ... das gilt so für Putin Trolle, Trumpisten und AfD Fanboys.
Es ist eben nicht alles gleich, je nach dem, wie man es und aus welchem Blickpunkt man es betrachtet.
Manches ist einfach falsch!
Zuletzt geändert von odiug am Mi 8. Mai 2019, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 14018
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 8. Mai 2019, 08:34

Im Sinne von Machtteilhabe läuft Demokratie sehr wohl auf eine Gleichstellung hinaus. Keine ja-nein-Eigenschaft. Den USA zu Zeiten der Rassentrennung und erst recht zu Zeiten der Sklavenwirtschaft in den Südstaaten kann von daher zwar nicht einfach das Merkmal "Demokratie" abgesprochen werden, es müssen aber Defizite bis fast hin zur Nichtvorhandenheit von Demokratie festgestellt werden.

In einer repräsentativen Demokratie bedeutet eben dieses rein formale Ein-Mensch-Eine-Stimme-Prinzip, dass auf der anderen Seite Inidividualismus und Differenziertheit voll zur Geltung kommen können. Das ist in einer direkten Demokratie in diesem Ausmaß nicht der Fall. Volksentscheide leben von der Vorstellung, dass es so etwas wie einen "Volkswillen" gibt. Und nicht einfach die Summe der Einzelmeinungen.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1573
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Kael » Mi 8. Mai 2019, 12:14

Diese Systeme gab es eben schon früher. Die Menschenrechte mit einer Demokratie zu verknüpfen ist ziemlich neu und macht eine Demokratie auch nicht aus. Sondern in erster Linie das Wahlrecht welche das Volk ausführen kann.

Wenn ich ein System habe in dem ich folgende 'Klassen' besitze:
1. Adel (Volk)
2. Staatsbürger(Volk)
3. Sklaven(Kein-Volk)
4. Staatsfremde/Ausländer(Kein-Volk)

Und die ersten beiden dürfen wählen. Ist es eine Demokratie.
Wenn die Staatsbürger Personen im Adel wählen können, ist es ebenfalls eine Form der Demokratie. Wenn die Staatsbürger nicht wählen dürfen sondern nur der Adel wählt, ist es keine Demokratie.
Deswegen war es früher auch ein großer Schock als die Nazis in der Lage waren ihr System mit Demokratie zu legitimieren. Ich weiß leider nicht mehr wie der Wissenschaftler hieß welcher es 'legitimiert bekam'. Soweit ich noch im Kopf habe waren aber die 'westlichen Demokratien' extrem geschockt darüber.

Du willst das Rad der Geschichte zurück drehen ... dein Avatar zeigt das deutlich ... aber nein ... das geht nicht mehr.

Mein Avatar hat nichts mit meinen getätigten Aussagen zu tun. Aber: Nicht umsonst gilt das damalige Reich als die Zeit in denen der Deutsche am glücklichsten war - Und selbst zu dieser Zeit
hatte ein deutscher Staatsbürger mehr Rechte als die Staatsbürger in vielen anderen europäischen Staaten. Die Deutschen waren im Vergleich zu anderen Ländern die 'freisten' Menschen die es in Europa gab. Darum geht es dennoch nicht.

Das was heutzutage gern als Demokratie bezeichnet wird ist in wahrer Hinsicht eine 'humanistische Demokratie'. Da dort eben Fälle wie 'Menschenrecht' und ähnliches stark Anwendung finden.

Wie bereits erwähnt:
Mehrklassengesellschaften
Sklavenhaltergesellschaften
Monarchengesellschaften(mit eingeschränkten Befugnissen)
Adelsrepubliken

usw. sind alle Demokratien und Sonderformen dieser.
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 12111
Registriert: Di 25. Sep 2012, 07:44

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon odiug » Mi 8. Mai 2019, 15:12

Kael hat geschrieben:(08 May 2019, 12:14)

Diese Systeme gab es eben schon früher. Die Menschenrechte mit einer Demokratie zu verknüpfen ist ziemlich neu und macht eine Demokratie auch nicht aus. Sondern in erster Linie das Wahlrecht welche das Volk ausführen kann.

Wenn ich ein System habe in dem ich folgende 'Klassen' besitze:
1. Adel (Volk)
2. Staatsbürger(Volk)
3. Sklaven(Kein-Volk)
4. Staatsfremde/Ausländer(Kein-Volk)

Und die ersten beiden dürfen wählen. Ist es eine Demokratie.
Wenn die Staatsbürger Personen im Adel wählen können, ist es ebenfalls eine Form der Demokratie. Wenn die Staatsbürger nicht wählen dürfen sondern nur der Adel wählt, ist es keine Demokratie.
Deswegen war es früher auch ein großer Schock als die Nazis in der Lage waren ihr System mit Demokratie zu legitimieren. Ich weiß leider nicht mehr wie der Wissenschaftler hieß welcher es 'legitimiert bekam'. Soweit ich noch im Kopf habe waren aber die 'westlichen Demokratien' extrem geschockt darüber.

Ich verstehe nicht ganz, was das mit dem Adel soll :?:
Ist ein Adliger Herr von und zu auch Staatsbürger :?:
Klar !
Ergeben sich daraus Privilegien, Rechte oder Pflichten im Vergleich zu einem bürgerlichen :?:
Nein !
Also ist ein Adliger ein Staatsbürger wie ein Bürgerlicher ... kein Unterschied ... kann man sich also sparen, beide gesondert zu erwähnen.

Mein Avatar hat nichts mit meinen getätigten Aussagen zu tun. Aber: Nicht umsonst gilt das damalige Reich als die Zeit in denen der Deutsche am glücklichsten war - Und selbst zu dieser Zeit
hatte ein deutscher Staatsbürger mehr Rechte als die Staatsbürger in vielen anderen europäischen Staaten. Die Deutschen waren im Vergleich zu anderen Ländern die 'freisten' Menschen die es in Europa gab. Darum geht es dennoch nicht.
Der Deutsche :?:
Ehrlich :?:
Bist du dir da sicher :?:
Was ist mit den schlesischen Webern, die vom preußischen Militär erschossen wurden :?:
Was ist mit den Sozialisten und Arbeiterrechtlern, die verboten und verhaftet wurden :?:
Was ist mit den Frauen, die überhaupt nicht wählen durften :?:
Was ist mit dem Kanonenfutter in den Schützengräben :?:
Das was heutzutage gern als Demokratie bezeichnet wird ist in wahrer Hinsicht eine 'humanistische Demokratie'. Da dort eben Fälle wie 'Menschenrecht' und ähnliches stark Anwendung finden.

Wie bereits erwähnt:
Mehrklassengesellschaften
Sklavenhaltergesellschaften
Monarchengesellschaften(mit eingeschränkten Befugnissen)
Adelsrepubliken

usw. sind alle Demokratien und Sonderformen dieser.

Auch in der Wiederholung wird das nicht wahrer.
Du kannst das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen.
Die gewählten Senatoren im alten Rom gelten heute eben nicht mehr als demokratisch.
Der Begriff Demokratie hat eine Entwicklung hinter sich, die du nicht einfach wegwischen kannst.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8681
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon unity in diversity » Mi 8. Mai 2019, 17:45

Kael hat geschrieben:(08 May 2019, 01:39)

Warum soll ich diese Begrifflichkeiten erklären?
Es ging einzig und allein darum klar zu stellen das eine Demokratie nichts mit "Gleichstellung jedes Menschen" zu tun hat.
Da es eine falsche Aussage war.
Es gab sogar Demokratien welche Sklaven gehalten haben(siehe USA).

Wieso soll ich nun verschiedene Formen der Demokratie erklären?

Es geht darum, ob man die wachsende, ökonomische Ungleichheit jedem unter die Nase reibt, oder ob man Kompensationsmechanismen findet.
Die Demokratie hat gefunden.
Politisch werden sie alle immer gleicher gemacht, damit sie mit stolz geschwellter Brust übersehen, wie der Mittelstand über den Jordan geht.
Daher die wachsende Zahl gesellschaftlicher Mitesser, wie zum Beispiel steuerfinanzierte Genderforscher.
Damit werden noch weniger Menschen an der Steigerung des BSP interessiert sein.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Benutzeravatar
McKnee
Beiträge: 3530
Registriert: Sa 2. Sep 2017, 16:18
Benutzertitel: Immer gerade und nie verbogen
Wohnort: Daheim

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon McKnee » Do 9. Mai 2019, 09:58

Kael hat geschrieben:(07 May 2019, 22:41)

Und nur weil ich das Wort 'Volk' benutzt habe wird man von Linken angegriffen. Es ist immer das selbe Spiel - An dem Hauptthema vorbei, hauptsache Leute persönliche angreifen und die Thematik in der man sich mit der Person befindet ad absurdum führen.


Das aus deinem Munde. :D
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 40889
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Tom Bombadil » Do 9. Mai 2019, 11:29

Wie könnte denn eine Reform unserer Demokratie aussehen? In einem ersten Schritt müsste man mMn. dazu übergehen, dass Wahlversprechen, geschlossene Koalitionsverträge und internationale Abkommen verbindlich werden und eingehalten werden müssen. Ein Gericht (BVerfG?) müsste dann überwachen, dass keine Gesetze und Verordnungen erlassen werden können, die im Widerspruch zu den genannten Punkten stehen, zB. wäre die Einführung der EU Urheberrechtsreform in der Form nicht möglich, auch der überhastete Atomausstieg und eine überhöhte Staatsverschuldung wären damit verhindert worden.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 40467
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon DarkLightbringer » Do 9. Mai 2019, 13:48

Unter einer modernen Demokratie versteht man heute eben gerade nicht nur, dass irgend jemand wählt.
Es gilt zwar einerseits das Prinzip von "One Man, one Vote", aber die Allgemeinen Menschenrechte sind dabei unabdingbar.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 14018
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon schokoschendrezki » Do 9. Mai 2019, 14:14

DarkLightbringer hat geschrieben:(09 May 2019, 13:48)

Unter einer modernen Demokratie versteht man heute eben gerade nicht nur, dass irgend jemand wählt.
Es gilt zwar einerseits das Prinzip von "One Man, one Vote", aber die Allgemeinen Menschenrechte sind dabei unabdingbar.


Nicht nur die. Meinungsfreiheit, Pressefreieheit, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit fallen mir als Staatlichkeitsprinzipien ein, die eine Demokratie stabilisieren und dauerhaft machen. Das Problem ist, dass diese in irgendeiner Form als Ewigkeitsprinzpien verankert sein müssen. In einer reinen über gleiches Wahlrecht realisierten Demokratie stehen sowohl diese Prinzipien als auch die Allgemeinen Menschenrechte immer zur Disposition. Im allgemeinen können absolute Parteienmehrheiten in Parlament und Regierung demokratisch hergestellt werden. Beispiele gibt es. Und diese haben in der Regel eine Verfasungsänderungsbefugnis. Das Problem liegt eigentlch viel tiefer, als man erstmal denkt, wenn man solche inflationär gebrauchten Begriffe wie "Demokratie" verwendet. Eine stabile Demokratie entsteht erst dann, wenn Prinzipien wie Rechtstaatlichkeit oder Gewaltenteilung der "Herrschaft des Volkes" entzogen sind. Und eine Art archimedischen Punkt bilden.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste