Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 16567
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Dark Angel » Di 7. Mai 2019, 14:00

zollagent hat geschrieben:(07 May 2019, 12:47)

Du verwechselst hier Ansichten mit den Grundlagen, auf der man bei so einer Diskussion und Auseinandersetzung einig sein muß. So wie man bei einem mathematischen Konstrukt auf Axiomen aufbaut, sollten alle, die sich auf Demokratie berufen, einen Mindestgrundkonsens einhalten. Und diesen würde ich jedenfalls auf der Gleichheit und Gleichberechtigung der Menschen aufbauen. Damit entlarven sich doch schon diejenigen, die zwar demokratische Rechte für sich einfordern, aber nur, um damit ihre selektive Zuerkennung dieser Gleichheit propagieren zu können. Political Correctness würde ich demzufolge auch als Einhaltung dieses Grundkonsenses ansehen. Und das ist, auch wieder meiner Ansicht nach, nichts Schlechtes, sondern etwas Erstrebenswertes. Wer nicht auf diesem Grundkonsens aufbaut, aber demokratische Rechte für seine Forderung nach dieser selektiven Rechtevergabe einfordert, der hat diese Plattform der Demokratie verlassen und mißbraucht sie.

1. Bei einer Diskussion werden Themen/Sachverhalte mittels Argumenten untersucht oder erörtert, dazu bedarf es weder einer "Einigkeit" noch eines Mindestgrundkonsens. Diskussionen dürfen durchaus konträr geführt werden.

2. Der Gleichheitsgrundsatz (GG) bedeutet eben NICHT, dass (alle) Menschen gleich sind, sondern dass sie gleich behandelt werden, ebenso hat Gleichberechtigung nichts mit Gleichheit zu tun. Sollte man schon unterscheiden können!

3. hat Demokratie nix mit Gleichheit zu tun, sondern mit Unterschieden/unterschiedlichen Meinungen und dem Recht, diese äußern zu dürfen. ==> siehe AEMR und GG

4. liegt ein Grundkonsens nicht per se vor, sondern muss erst "erarbeitet" werden und das funktioniert nicht ohne stichhaltige Argumente.

5. ist jeder Bürger Inhaber demokratischer Rechte, die werden eben NICHT selektiv vergeben, allerdings kann die Durchsetzung demokratischer Rechte sehr wohl eingefordert werden. Und das passiert auch, auch wenn einige Zeitgenossen ihre Probleme damit haben und unliebsame Meinungsäußerungen am liebsten verbieten würden bzw Menschen/Bürger an der Ausübung ihrer demokratischen Rechte hindern.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 12086
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Selina » Di 7. Mai 2019, 14:04

Ich sehe hier keine "Zeitgenossen", die "unliebsame Meinungsäußerungen am liebsten verbieten würden". Nirgendwo zu sehen. Das ist ein reines Fantasieprodukt, das auch bei häufiger Wiederholung nicht wahr wird.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 14987
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Keoma » Di 7. Mai 2019, 14:08

Selina hat geschrieben:(07 May 2019, 14:04)

Ich sehe hier keine "Zeitgenossen", die "unliebsame Meinungsäußerungen am liebsten verbieten würden". Nirgendwo zu sehen. Das ist ein reines Fantasieprodukt, das auch bei häufiger Wiederholung nicht wahr wird.


Das sieht sogar ein Blinder.
Nur du nicht.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Benutzeravatar
BlueMonday
Beiträge: 2231
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 17:13
Benutzertitel: Waldgänger&Klimaoptimist

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon BlueMonday » Di 7. Mai 2019, 14:43

Was ist nun das eigentliche Problem der Demokratie? Der Ausgangspunkt ist immer derselbe: Das Einzelinteresse steht im Konflikt mit anderen Einzelinteressen. D.h. nicht alle Ziele können mit den verfügbaren Mittel verwirklicht werden.
Damit versucht man nun "demokratisch" umzugehen, also auf demokratische Weise zu entscheiden, wie mit den knappen Mittel umgegangen wird. Demokratisch bedeutet dann im Wesentlichen per Mehrheitsprinzip.

Dazu bildet man auch in der Demokratie Koalitionen, um mit den etablierten, legalen, legitimierten Methoden die Entscheidungsfindung zu eigenen Gunsten zu beeinflussen.
Abgesehen vom ausgeschlossenen Fall der Einstimmigkeit (gäbe es Einstimmigkeit in einer Frage, gäbe es keinen Konflikt und erst gar keine Notwendigkeit politischer Auseinandersetzung und Abstimmung), wird es immer Unterlegene und Verlierer geben, auf deren Kosten sich die Mehrheit durchsetzt. Damit ist Unzufriedenheit eines Teils schon garantiert.

Die liberale Variante der Demokratie versucht nun diesen Umstand zu mildern, indem sie eben Minderheiten schützt, indem sie dem Staat eine Verfassung gibt und damit dem Staat Grenzen zieht und dem Einzelnen Abwehrrechte gibt. Es wird also möglichst festgeschrieben, was dem Einzelnen durch den Staat/die Mehrheit/die Gesellschaft usw. genommen werden darf. Die Übergriffsmöglichkeiten auf den Einzelnen und sein Eigentum werden begrenzt, zumindest auf dem Papier.

Letztlich geht es dann um die Größe des "öffentlichen Raumes" gegenüber der Größe privater Entscheidungsräume (private choice vs public choice), worüber also öffentlich entschieden wird.
Die Demokratie hat nun die Tendenz den öffentlichen Raum auszuweiten, räumlich (durch immer raumgreifendere politische Strukturen, s. EU) und auch thematisch geht es um immer mehr Lebensbereiche, die der persönlichen Entscheidungsfindung entzogen wird. Was steht am Ende dieser Entwicklung? Das Individuum, das nicht mehr über sich selbst entscheiden kann, darf. Ohnmacht. Und Ohnmacht erzeugt nun mindestens Unzufriedenheit. Ein Lebewesen will seine Umwelt kontrollieren, mit ihr umgehen, in ihr spürbare Entscheidungen treffen, handlungsfähig sein und nicht einseitig von seiner Umwelt kontrolliert und (fremd)bestimmt werden. Oder kurz: am Ende steht die Depression.
But who would build the roads?
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 12086
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Selina » Di 7. Mai 2019, 16:34

Keoma hat geschrieben:(07 May 2019, 14:08)

Das sieht sogar ein Blinder.
Nur du nicht.


Hast du Beispiele dafür?
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 14987
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Keoma » Di 7. Mai 2019, 16:45

Selina hat geschrieben:(07 May 2019, 16:34)

Hast du Beispiele dafür?


Na klar, ich werde dir jetzt alle Beiträge bzw. Teilnehmer heraussuchen.
Man muss nur schauen, wie schnell das Demokratieverständnis aufhört, wenn die Falschen es einfordern.
Wenn man gleiche Rechte auch für die Schmuddelkinder möchte, wird man erstens ins rechte Eck gestellt, verbal abgewatscht und so weiter.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Benutzeravatar
Unité 1
Beiträge: 3953
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 21:18
Benutzertitel: fsociety

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Unité 1 » Di 7. Mai 2019, 17:39

BlueMonday hat geschrieben:(07 May 2019, 14:43)

Was ist nun das eigentliche Problem der Demokratie? Der Ausgangspunkt ist immer derselbe: Das Einzelinteresse steht im Konflikt mit anderen Einzelinteressen. D.h. nicht alle Ziele können mit den verfügbaren Mittel verwirklicht werden.
Damit versucht man nun "demokratisch" umzugehen, also auf demokratische Weise zu entscheiden, wie mit den knappen Mittel umgegangen wird. Demokratisch bedeutet dann im Wesentlichen per Mehrheitsprinzip.

Dazu bildet man auch in der Demokratie Koalitionen, um mit den etablierten, legalen, legitimierten Methoden die Entscheidungsfindung zu eigenen Gunsten zu beeinflussen.
Abgesehen vom ausgeschlossenen Fall der Einstimmigkeit (gäbe es Einstimmigkeit in einer Frage, gäbe es keinen Konflikt und erst gar keine Notwendigkeit politischer Auseinandersetzung und Abstimmung), wird es immer Unterlegene und Verlierer geben, auf deren Kosten sich die Mehrheit durchsetzt. Damit ist Unzufriedenheit eines Teils schon garantiert.

Die liberale Variante der Demokratie versucht nun diesen Umstand zu mildern, indem sie eben Minderheiten schützt, indem sie dem Staat eine Verfassung gibt und damit dem Staat Grenzen zieht und dem Einzelnen Abwehrrechte gibt. Es wird also möglichst festgeschrieben, was dem Einzelnen durch den Staat/die Mehrheit/die Gesellschaft usw. genommen werden darf. Die Übergriffsmöglichkeiten auf den Einzelnen und sein Eigentum werden begrenzt, zumindest auf dem Papier.

Letztlich geht es dann um die Größe des "öffentlichen Raumes" gegenüber der Größe privater Entscheidungsräume (private choice vs public choice), worüber also öffentlich entschieden wird.
Die Demokratie hat nun die Tendenz den öffentlichen Raum auszuweiten, räumlich (durch immer raumgreifendere politische Strukturen, s. EU) und auch thematisch geht es um immer mehr Lebensbereiche, die der persönlichen Entscheidungsfindung entzogen wird. Was steht am Ende dieser Entwicklung? Das Individuum, das nicht mehr über sich selbst entscheiden kann, darf. Ohnmacht. Und Ohnmacht erzeugt nun mindestens Unzufriedenheit. Ein Lebewesen will seine Umwelt kontrollieren, mit ihr umgehen, in ihr spürbare Entscheidungen treffen, handlungsfähig sein und nicht einseitig von seiner Umwelt kontrolliert und (fremd)bestimmt werden. Oder kurz: am Ende steht die Depression.

Der öffentliche Raum befreit zum Politischen, der private ist der Freiraum für und schützt das Persönliche. Die Vergrößerung des öffentlichen Raumes bedeutet keinesfalls zwangsläufig eine Verkleinerung des privaten, privilegierte Räume blendest du einfach aus. Beispiel kommunale Beteiligungsverfahren: Die Erweiterung des öffentlichen Raumes erweitert die Mächtigkeit der Individuen und verkleinert sie nicht. Der Grund liegt darin, dass dem öffentlichen nicht der private Raum weichen musste, sondern der privilegierte wie z.B. der von Sachbearbeitern. Gibt es eine demokratische Notwendigkeit, öffentliche Angelegenheiten privilegiert zu behandeln und welchen Schaden erfahren Bürger durch die Verkleinerung des privilegierten Raumes? Oder anders: Welche Lebensbereiche werden der persönlichen Entscheidungsfindung entzogen, indem sie dem öffentlichen politischen zugeschlagen werden?
Unten stand ein Gummibaum.
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 5419
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 7. Mai 2019, 17:51

sunny.crockett hat geschrieben:(30 Apr 2019, 10:12)

https://www.zeit.de/politik/deutschland ... eit-europa

Zum Zeitpunkt der Umfrage, im Sommer 2018, war Merkel noch auf ihrem Höhepunkt der Macht. In ihrer eigenen Partei konnte sie mehr oder weniger alles selbst bestimmen, der Koalitionspartner SPD wurde auch bei "Unstimmigkeiten" einbestellt und nach kurzen Beratungen wurde von Nahles der Wille der Kanzlerin verkündet. Der Demokratie-Abbau der letzten Jahre ist auch an einer Bekämpfung von Meinungsfreiheit zu erkennen. Nicht regierungskonforme Meinungen wurden konsequent mit Diffamierungen beantwortet.

Auch in Europa ist das gleiche Problem zu erkennen. Um ein demokratisches Europa zu retten, muss ich in Brüssel und in den EU-Staaten einiges an Haltung ändern.

Denkt beim verfassen eurer Antworten daran, in diesem Forum geht es um InnenPolitik/Deutschland. Fuer Diskussionen zu Europa ist ein anderes Forum zustaendig - Mod

Das Problem ist dass die Leute nie etwas anderes als unsere Demokratie erlebt haben. Deshalb diese Überzeichnungen die ich auch hier wieder lese. Demokratie ist mühsam. Sie ist anstrengend. Und nie kommt man zu Lösungen die alle gut finden. Nie gibt es Gesetze die nicht wieder zerredet und Schlaumeiern ausgetrickst werden.
Nur was ist die Alternative? Die Leute mit den einfachen Problemlösungen sind es nicht.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1573
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Kael » Di 7. Mai 2019, 18:24

Der Begriff "Volk" ist immer noch ein normaler Begriff und wenn du mal Demokratie googeln würdest, würdest du auch sehen das bei der Definition "Volk" benutzt wird.

Aber die veteufelung von allem was einem nicht in den Kram passt ist ein üblich links - autoritäres Denken.

Und ich behaupte mal ich bin bei weitem demokratischer als du weil ich den Leuten nicht versuche etwas aufzuzwingen und sie durch Wortklauberei zu demunzieren.
Trifels
Beiträge: 848
Registriert: Sa 9. Mär 2019, 18:24

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Trifels » Di 7. Mai 2019, 18:38

BlueMonday hat geschrieben:(07 May 2019, 14:43)

Was ist nun das eigentliche Problem der Demokratie? Der Ausgangspunkt ist immer derselbe: Das Einzelinteresse steht im Konflikt mit anderen Einzelinteressen. D.h. nicht alle Ziele können mit den verfügbaren Mittel verwirklicht werden.
Damit versucht man nun "demokratisch" umzugehen, also auf demokratische Weise zu entscheiden, wie mit den knappen Mittel umgegangen wird. Demokratisch bedeutet dann im Wesentlichen per Mehrheitsprinzip.

Dazu bildet man auch in der Demokratie Koalitionen, um mit den etablierten, legalen, legitimierten Methoden die Entscheidungsfindung zu eigenen Gunsten zu beeinflussen.
Abgesehen vom ausgeschlossenen Fall der Einstimmigkeit (gäbe es Einstimmigkeit in einer Frage, gäbe es keinen Konflikt und erst gar keine Notwendigkeit politischer Auseinandersetzung und Abstimmung), wird es immer Unterlegene und Verlierer geben, auf deren Kosten sich die Mehrheit durchsetzt. Damit ist Unzufriedenheit eines Teils schon garantiert.

Die liberale Variante der Demokratie versucht nun diesen Umstand zu mildern, indem sie eben Minderheiten schützt, indem sie dem Staat eine Verfassung gibt und damit dem Staat Grenzen zieht und dem Einzelnen Abwehrrechte gibt. Es wird also möglichst festgeschrieben, was dem Einzelnen durch den Staat/die Mehrheit/die Gesellschaft usw. genommen werden darf. Die Übergriffsmöglichkeiten auf den Einzelnen und sein Eigentum werden begrenzt, zumindest auf dem Papier.

Letztlich geht es dann um die Größe des "öffentlichen Raumes" gegenüber der Größe privater Entscheidungsräume (private choice vs public choice), worüber also öffentlich entschieden wird.
Die Demokratie hat nun die Tendenz den öffentlichen Raum auszuweiten, räumlich (durch immer raumgreifendere politische Strukturen, s. EU) und auch thematisch geht es um immer mehr Lebensbereiche, die der persönlichen Entscheidungsfindung entzogen wird. Was steht am Ende dieser Entwicklung? Das Individuum, das nicht mehr über sich selbst entscheiden kann, darf. Ohnmacht. Und Ohnmacht erzeugt nun mindestens Unzufriedenheit. Ein Lebewesen will seine Umwelt kontrollieren, mit ihr umgehen, in ihr spürbare Entscheidungen treffen, handlungsfähig sein und nicht einseitig von seiner Umwelt kontrolliert und (fremd)bestimmt werden. Oder kurz: am Ende steht die Depression.


+++

völlig richtig

Unite 1 liegt falsch.

letzter Satz müsste heißen : Oder kurz: am Ende steht die Deprivation.....oder das lmA- Syndrom.

Dumm für die Demokraten, solltens drüber nachdenken.
Denkanstoß. Gesicherte Quelle/Info -> take it or leave it.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 13946
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon schokoschendrezki » Di 7. Mai 2019, 19:02

Keoma hat geschrieben:(07 May 2019, 16:45)

Na klar, ich werde dir jetzt alle Beiträge bzw. Teilnehmer heraussuchen.
Man muss nur schauen, wie schnell das Demokratieverständnis aufhört, wenn die Falschen es einfordern.
Wenn man gleiche Rechte auch für die Schmuddelkinder möchte, wird man erstens ins rechte Eck gestellt, verbal abgewatscht und so weiter.

Es ist eigentlich immer dasselbe und man muss auch nicht mehr groß weiter darauf eingehen. Es geht nie wirklich um Meinungsfreiheit sondern immer nur um Konsenseinforderung. Du sollst nicht widersprechen! Und es ist verboten, etwas als poliitisch rechts einzuordnen, was man für politisch rechts hält. Das hat polizeilich verboten zu sein! Und du sollst auf dem Hof weiter mit mir spielen, Wehe nicht! Sonst geh ich zu Mama und Papa und beschwer mich wegen Meinungsfreheitsverweigerung.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 16567
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Dark Angel » Di 7. Mai 2019, 19:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 May 2019, 19:02)

Es ist eigentlich immer dasselbe und man muss auch nicht mehr groß weiter darauf eingehen. Es geht nie wirklich um Meinungsfreiheit sondern immer nur um Konsenseinforderung. Du sollst nicht widersprechen! Und es ist verboten, etwas als poliitisch rechts einzuordnen, was man für politisch rechts hält. Das hat polizeilich verboten zu sein! Und du sollst auf dem Hof weiter mit mir spielen, Wehe nicht! Sonst geh ich zu Mama und Papa und beschwer mich wegen Meinungsfreheitsverweigerung.

Damit beschreibst du ganz wunderbar und treffend das Verhalten der Vertreter der PC!
Nein, man darf nicht widersprechen, wenn sie jede Meinung, die nicht ihrer eigenen entspricht und jeden, der nicht ihrer Meinung ist, als rechts einordnen, denn sie haben die Deutungshoheit darüber inne, was rechts ist.
Dabei spielt es keine Rolle, ob rechts etwa konservativ ist oder rechtsextrem/rechtsradikal. Alles was von Vertretern der PC - die es tatsächlich sind, die Konsens einfordern - als rechts eingeordnet wird, gilt es zu bekämpfen.
Mit Demokratie/demokratischen Prinzipien hat das Ganze nichts mehr zu tun.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8270
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Bielefeld09 » Di 7. Mai 2019, 19:20

Kael hat geschrieben:(07 May 2019, 18:24)

Der Begriff "Volk" ist immer noch ein normaler Begriff und wenn du mal Demokratie googeln würdest, würdest du auch sehen das bei der Definition "Volk" benutzt wird.

Aber die veteufelung von allem was einem nicht in den Kram passt ist ein üblich links - autoritäres Denken.

Und ich behaupte mal ich bin bei weitem demokratischer als du weil ich den Leuten nicht versuche etwas aufzuzwingen und sie durch Wortklauberei zu demunzieren.

Und was das Volk ist und was es meint,
das bestimmen doch nicht irgendwelche rechtsbesoffenen Gröllhansel.
Das wird in freien Wahlen ausgetragen.
Und wer Bürgerentscheide will, der soll sie auf den Weg bringen.
Möglichkeiten zur Demokratiebeteiligung gibt es in Deutschland genug.
Man muss sie nur wahr nehmen.
Aber Behauptungen aufzustellen, wie; "Wir sind das Volk" ohne jegliche Legimitation durch die Mehrheit,
das ist nicht nur dreist!
Und nein, ich möchte Sie nicht in die rechte Ecke drängen,
sondern Sie auffordern, politisch aktiv zu werden. :)
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Alpha Centauri
Beiträge: 5458
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 10:49

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Alpha Centauri » Di 7. Mai 2019, 19:31

Bielefeld09 hat geschrieben:(07 May 2019, 19:20)

Und was das Volk ist und was es meint,
das bestimmen doch nicht irgendwelche rechtsbesoffenen Gröllhansel.
Das wird in freien Wahlen ausgetragen.
Und wer Bürgerentscheide will, der soll sie auf den Weg bringen.
Möglichkeiten zur Demokratiebeteiligung gibt es in Deutschland genug.
Man muss sie nur wahr nehmen.
Aber Behauptungen aufzustellen, wie; "Wir sind das Volk" ohne jegliche Legimitation durch die Mehrheit,
das ist nicht nur dreist!
Und nein, ich möchte Sie nicht in die rechte Ecke drängen,
sondern Sie auffordern, politisch aktiv zu werden. :)


So ist es, öffentlich " WIR SIND DAS VOLK" grölen kann jeder nur mit welcher Legitimation??? Wer ist wir??? Und wer das Volk? Ein paar tausend völkisch rechts gerichtete sollen also dieses sogenannte ( oder besser gesagt selbst ernannte) Volk darstellen ja??
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Di 7. Mai 2019, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 14987
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Keoma » Di 7. Mai 2019, 19:33

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 May 2019, 19:02)

Es ist eigentlich immer dasselbe und man muss auch nicht mehr groß weiter darauf eingehen. Es geht nie wirklich um Meinungsfreiheit sondern immer nur um Konsenseinforderung. Du sollst nicht widersprechen! Und es ist verboten, etwas als poliitisch rechts einzuordnen, was man für politisch rechts hält. Das hat polizeilich verboten zu sein! Und du sollst auf dem Hof weiter mit mir spielen, Wehe nicht! Sonst geh ich zu Mama und Papa und beschwer mich wegen Meinungsfreheitsverweigerung.

Ist eigentlich ein Beleg dafür, dass ich recht habe.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8270
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Bielefeld09 » Di 7. Mai 2019, 19:55

Alpha Centauri hat geschrieben:(07 May 2019, 19:31)

So ist es, öffentlich " WIR SIND DAS VOLK" grölen kann jeder nur mit welcher Legitimation??? Wer ist wir??? Und wer das Volk? Ein paar tausend völkisch rechts gerichtete sollen also dieses sogenannte ( oder besser gesagt selbst ernannte) Volk darstellen ja??

Nein, und ich hoffe, ich verstehe Sie richtig.
Diese völkisch, rechtsgerichteten und vielleicht auch peinlichen, selbsternannten " Wir sind das Volk " Gröhler,
sind nichts anderes, als eine laute, aber auch sehr gefährliche Minderheit.
Lügenpresse, elitäre Kreise oder anders Gesabbel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen
und behindert die Entwicklung der Demokratie in Europa und auch in Deutschland.
Aber an der Entwicklung der Demokratie darf sich jeder aktiv beteiligen.
Sie auch! :thumbup:
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8270
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Bielefeld09 » Di 7. Mai 2019, 19:58

Keoma hat geschrieben:(07 May 2019, 19:33)

Ist eigentlich ein Beleg dafür, dass ich recht habe.

Nein, und Sie wissen auch warum!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 14987
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon Keoma » Di 7. Mai 2019, 20:02

Bielefeld09 hat geschrieben:(07 May 2019, 19:58)

Nein, und Sie wissen auch warum!

Tolles Argument.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Benutzeravatar
McKnee
Beiträge: 3473
Registriert: Sa 2. Sep 2017, 16:18
Benutzertitel: Immer gerade und nie verbogen
Wohnort: Daheim

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon McKnee » Di 7. Mai 2019, 20:09

zollagent hat geschrieben:(07 May 2019, 12:14)

Da scheint die deutsche Rechtsprechung aber anderer Ansicht zu sein, denn genau das wurde schon vielfach verhandelt.


Nein, sie geht da völlig konform
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
Benutzeravatar
McKnee
Beiträge: 3473
Registriert: Sa 2. Sep 2017, 16:18
Benutzertitel: Immer gerade und nie verbogen
Wohnort: Daheim

Re: Unzufriedenheit mit Umsetzung der Demokratie

Beitragvon McKnee » Di 7. Mai 2019, 20:12

zollagent hat geschrieben:(07 May 2019, 12:20)

Es gibt keine Zulassung von Parteien. Sie werden angemeldet und das wars. Es ist schon bedauerlich, daß man Erwachsenen solches Grundwissen noch zutragen muß.


Parteien werden zu Wahlen zugelassen.

Es wäre gut, wenn du nicht immer nur wild behaupten und mehr belgen würdest. Gilt auch für die von dir bemühte Rechtsprechung zum Thema Versammlungsrecht.

HIer liegst du Meilen danaben, wie sieht es dort und sonst so aus?!
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste