Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

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Weltregierung
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Weltregierung » Mo 17. Jun 2019, 20:39

JJazzGold hat geschrieben:(17 Jun 2019, 17:56)


Korrigieren Sie mich, wenn ich das falsch verstanden habe.

Für x Jahre wird die Miete gedeckelt, richtig?
Wer bezahlt dann klimatechnisch und Nebenkosten relevant Renovierungen, wie z.B. Türen und Fenster, Heizungsaustausch, Isolierung, etc.?
Oder bleibt das dann auch diese Jahre im bisherigen Zustand?


Vermieter, die eine Wohnung modernisieren, Energie einsparen und so die Betriebskosten senken, können weiterhin die Miete erhöhen. Sachverständige müssen die voraussichtliche Einsparung schriftlich nachweisen. Andere Modernisierungen müssen vorher genehmigt werden.


https://www.rbb24.de/politik/beitrag/20 ... scher.html
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JJazzGold
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon JJazzGold » Mo 17. Jun 2019, 20:50



Ein interessanter Artikel, danke.
Jetzt würde mich noch interessieren, wer als Sachverständiger gilt. Kann ich selbst berechnen, wie hoch die Einsparungen in etwa sein könnten und einreichen, oder muss ich einen Sachverständigen bestellen, der berechnet, wie hoch die Einsparungen sein könnten? Und kann ich die Kosten für den Sachverständigen absetzen?
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 17. Jun 2019, 21:09

Weltregierung hat geschrieben:(17 Jun 2019, 20:33)

Der Steuerzahler bezahlt also demnächst die Modernisierung meiner Wohnung?

Nur wenn du brav Grün und Blutrot wählst.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Weltregierung » Mo 17. Jun 2019, 21:13

JJazzGold hat geschrieben:(17 Jun 2019, 20:50)

Ein interessanter Artikel, danke.
Jetzt würde mich noch interessieren, wer als Sachverständiger gilt. Kann ich selbst berechnen, wie hoch die Einsparungen in etwa sein könnten und einreichen, oder muss ich einen Sachverständigen bestellen, der berechnet, wie hoch die Einsparungen sein könnten? Und kann ich die Kosten für den Sachverständigen absetzen?


Tja, da wird man wohl die Eckpunkte morgen abwarten müssen.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Weltregierung » Mo 17. Jun 2019, 21:17

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Jun 2019, 21:09)

Nur wenn du brav Grün und Blutrot wählst.


Ok. :thumbup:
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Teeernte » Mo 17. Jun 2019, 21:31

JJazzGold hat geschrieben:(17 Jun 2019, 20:50)

Ein interessanter Artikel, danke.
Jetzt würde mich noch interessieren, wer als Sachverständiger gilt. Kann ich selbst berechnen, wie hoch die Einsparungen in etwa sein könnten und einreichen, oder muss ich einen Sachverständigen bestellen, der berechnet, wie hoch die Einsparungen sein könnten? Und kann ich die Kosten für den Sachverständigen absetzen?


Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wie Energieberater...

Natürlich sind die Kosten absetzbar...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon JJazzGold » Mo 17. Jun 2019, 21:46

Teeernte hat geschrieben:(17 Jun 2019, 21:31)

Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wie Energieberater...

Natürlich sind die Kosten absetzbar...


Dachte ich mir schon, dass es nicht reicht, selbst die Unterlagen zusammen zu stellen und einzureichen.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon MoOderSo » Mo 17. Jun 2019, 23:15

Ein Plumpsklo gegen was Aktuelles zu tauschen bedarf also zukünftig der Genehmigung.
Aber bei der Geschwindigkeit der Berliner Bürokratie, bekommt man die Absage wenigstens nicht sofort.
Da investiert man doch gern.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon jorikke » Di 18. Jun 2019, 11:22

JJazzGold hat geschrieben:(17 Jun 2019, 20:50)

Ein interessanter Artikel, danke.
Jetzt würde mich noch interessieren, wer als Sachverständiger gilt. Kann ich selbst berechnen, wie hoch die Einsparungen in etwa sein könnten und einreichen, oder muss ich einen Sachverständigen bestellen, der berechnet, wie hoch die Einsparungen sein könnten? Und kann ich die Kosten für den Sachverständigen absetzen?


Wenn die Notwendigkeit eines Sachverständigen durch einen Sachverständigen bestätigt wird dürfen die Kosten abgesetzt werden, sofern der Ältestenrat der Sachverständigen keinen sachverständlichen Einspruch erhebt.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon JJazzGold » Di 18. Jun 2019, 12:40

jorikke hat geschrieben:(18 Jun 2019, 11:22)

Wenn die Notwendigkeit eines Sachverständigen durch einen Sachverständigen bestätigt wird dürfen die Kosten abgesetzt werden, sofern der Ältestenrat der Sachverständigen keinen sachverständlichen Einspruch erhebt.


Fazit - steigende Bürokratie. So hatte ich mir das vorgestellt. ;)
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Teeernte » Di 18. Jun 2019, 13:02

JJazzGold hat geschrieben:(18 Jun 2019, 12:40)

Fazit - steigende Bürokratie. So hatte ich mir das vorgestellt. ;)


Nicht nur... Also zwei Schnellladestation am Parkplatz , 4 Fahrradstellplätze...und 100 quadratmeter Solar je Sozialwohnung sollte schon PFLICHT sein... :D :D :D
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon JJazzGold » Di 18. Jun 2019, 13:33

Teeernte hat geschrieben:(18 Jun 2019, 13:02)

Nicht nur... Also zwei Schnellladestation am Parkplatz , 4 Fahrradstellplätze...und 100 quadratmeter Solar je Sozialwohnung sollte schon PFLICHT sein... :D :D :D


Welcher Parkplatz? ;)
Für am Straßenrand geparkte Autos ist die Stadt zuständig.
Fahrräder kommen in den Fahrradkeller.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Teeernte » Di 18. Jun 2019, 13:54

JJazzGold hat geschrieben:(18 Jun 2019, 13:33)

Welcher Parkplatz? ;)
Für am Straßenrand geparkte Autos ist die Stadt zuständig.
Fahrräder kommen in den Fahrradkeller.


Das kommt noch... :D :D :D
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon blues » Di 18. Jun 2019, 21:02

JJazzGold hat geschrieben:(17 Jun 2019, 17:56)


Korrigieren Sie mich, wenn ich das falsch verstanden habe.

Für x Jahre wird die Miete gedeckelt, richtig?
Wer bezahlt dann klimatechnisch und Nebenkosten relevant Renovierungen, wie z.B. Türen und Fenster, Heizungsaustausch, Isolierung, etc.?
Oder bleibt das dann auch diese Jahre im bisherigen Zustand?


Sie haben mich vollkommen falsch verstanden, das Mietendeckeln ist nur ein Regulativ, das ich gar nicht erwähnte (trotzdem gut, dass dies heute beschlossen wurde) - hier geht es primär um den Zwangsverkauf ehemals städtischer Wohnung, um sie wieder in kommunalen Besitz zu bringen, um den Menschen wieder ein sicheres Wohnen zu garantieren.

Renovierungen waren für die ehemals städtischen Wohnungen überhaupt kein Problem, hat fast 70 Jahre prima funktioniert und funktioniert jetzt, nach der Privatisierung so ganz und gar nicht.

Bei den gedeckelten Mieten funktioniert das auch, nur die Gewinnspanne der Eigentümer wird kleiner.
Zuletzt geändert von blues am Mi 19. Jun 2019, 01:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon blues » Di 18. Jun 2019, 21:12

Teeernte hat geschrieben:(17 Jun 2019, 19:01)

Man braucht Freitags in Zukunft keine Schule mehr... da kann man sparen - und das Geld dann für die Renovierung der Mietnomadenwohnungen nehmen.

Ansonsten gibt es ein gutes Vorbild, DDR...die verfallenen Städte bilden selbst heute noch eine gut laufende Filmkulisse.

Der Grundbucheintrag ist also an der Wohnungsnot Schuld.... :D :D :D


Das ist einfach zu einfach, der DDR-Vergleich,

In den 20er Jahren wurde in allen großen und weniger großen Städten der öffentliche Wohnungsbau gefördert, in Berlin war das der Baustadtrat Martin Wagner (SPD) der mit den schicksten und modernsten Architekten (du erinnerst dich, da gab sowas wie das Bauhaus) für Ottonormalbürger ungemein helle und - für damalige Verhältnisse große und vor allem günstige Wohnungen baute die zu dem noch von Grün umgeben mit Schulen, Läden, Ärzten vervollkommnet wurden.
Das ging prima, bis in die 90er hinein, in denen die SPD ihre Identität verkaufte ... nun wird es Zeit diese wieder zu finden, einen Riesenfehler einzugestehe nund dafür Sorge zu tragen diesen Fehler wieder gut zu machen ... Zwangsverkauf nach Art. 15 GG.
Dann können sich die Leute wieder ihre Wohnungen leisten und natürlich muß dann Neubau der öffentlichen Hand noch folgen um neuen Wohnraum zu schaffen.
Damit die Welt wieder ein Stückweit gerechter wird und die Bürger wieder ein bisschen zufriedener ... dann wählen die auch nicht mehr diese dusseligen Ränder.

Wie gut, dass unsere Grundgesetzväter so schlau waren.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon JJazzGold » Di 18. Jun 2019, 21:45

blues hat geschrieben:(18 Jun 2019, 21:02)

Sie haben mich vollkommen falsch verstanden, das Mietendeckeln ist nur ein Regulativ, das ich gar nicht erwähnte (trotzdem gut, dass dies heute beschlossen wurde) - hier geht es primär um den Zwangsverkauf ehemals städtischer Wohnung, um sie wieder in kommunalen Besitz zu bringen, um den Menschen wieder ein sicheres Wohnen zu garantieren.

Renovierungen waren für die ehemals städtischen Wohnungen überhaupt kein Problem, hat fast 70 Jahre prima funktioniert und funktioniert jetzt, nach der Privatisierung so ganz und gar nicht.

Bei den gedeckten Mieten funktioniert das auch, nur die Gewinnspanne der Eigentümer wird kleiner.


Da hatte ich Sie in der Tat missverstanden.
Ist der Zwangsverkauf ehemaliger städtischer Wohnungen in Berlin auch schon beschlossen?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon blues » Mi 19. Jun 2019, 00:58

JJazzGold hat geschrieben:(18 Jun 2019, 21:45)

Da hatte ich Sie in der Tat missverstanden.
Ist der Zwangsverkauf ehemaliger städtischer Wohnungen in Berlin auch schon beschlossen?


Die Bürgerinitiative brauchte 20000 Unterschriften um das Volksbegehren einzuleiten,
77001 sind es geworden,

nun prüft der Senat ob das Volksbegehren rechtskonform ist, ist es das, kann der Senat die Forderung umsetzen, stimmt der Senat dagegen wird die
Bürgerinitiative die Umsetzung des Volksbegehrens verlangen, diesem müßten 7% , ca. 170000 der wahlberechtigten Bevölkerung zustimmen, lustigerweise ab 16 Jahren wenn ich das richtig in Erinnerung hab.
Danach kommt es zur Abstimmung und hier müssen ca. 600000 Unterschriften erreicht werden, dann klappts.

Wenn alle Grünen und Linkswähler für das Volksbegehren stimmen, wären das allein ca. 500000 Unterschriften, die Parteien, die Linke und die Grünen unterstützen das Volksbegehren wobei natürlich nicht gesagt ist, dass da alle Grünenwähler zustimmen, wenn aber noch ein paar enttäuschte Sozialdemokraten (350000 Wähler 2016) dazu kommen + Piraten und die Parteiwähler und noch ein paar Enttäuschte Nichtwähler, kann das was werden.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-06/ ... nungsmarkt
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon unity in diversity » Mi 19. Jun 2019, 02:42

JJazzGold hat geschrieben:(17 Jun 2019, 20:35)

Das kann ich mir jetzt schwer vorstellen, dass der Berliner Senat diese Kosten übernimmt, nachdem er die Mieten für x Jahre gedeckelt hat. Diese Kosten wird wohl niemand übernehmen.

Wenn man die Mieten für 5 Jahre deckelt, sind Instandhaltungsmaßnahmen weiterhin möglich, dafür wird ja Miete gezahlt, nur Luxusmodernisierungen werden unattraktiv.
Außerdem ist kurzfristig mit einem Bevölkerungszuwachs zu rechnen. Mietenstopp kann den spekulativen Lehrstand verringern, weil sich das Abwarten auf steigende Mieten nicht lohnt.
Sogar „grüne“ Modernisierungen sind problemlos ohne Mietsteigerungen möglich. Immerhin gab es bislang haufenweise Modernisierungsumlagen, die nach ihrer Abzahlung durch die Mieter, nicht etwa aus der Miete genommen wurden, sondern als „Gewohnheitsrecht“ weiterhin drin blieben. Dadurch sind erhebliche Gelder zusammengekommen, die auf ihren Einsatz warten.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon JJazzGold » Mi 19. Jun 2019, 07:45

unity in diversity hat geschrieben:(19 Jun 2019, 02:42)

Wenn man die Mieten für 5 Jahre deckelt, sind Instandhaltungsmaßnahmen weiterhin möglich, dafür wird ja Miete gezahlt, nur Luxusmodernisierungen werden unattraktiv.
Außerdem ist kurzfristig mit einem Bevölkerungszuwachs zu rechnen. Mietenstopp kann den spekulativen Lehrstand verringern, weil sich das Abwarten auf steigende Mieten nicht lohnt.
Sogar „grüne“ Modernisierungen sind problemlos ohne Mietsteigerungen möglich. Immerhin gab es bislang haufenweise Modernisierungsumlagen, die nach ihrer Abzahlung durch die Mieter, nicht etwa aus der Miete genommen wurden, sondern als „Gewohnheitsrecht“ weiterhin drin blieben. Dadurch sind erhebliche Gelder zusammengekommen, die auf ihren Einsatz warten.


Trifft das nicht auch den noch abzahlenden Eigentümer einer Wohnanlage mit 6 Wohnungen?
Ist gesichert, dass der Mietdeckel nach 5 Jahren aufgehoben wird?
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon JJazzGold » Mi 19. Jun 2019, 07:53

blues hat geschrieben:(19 Jun 2019, 00:58)

Die Bürgerinitiative brauchte 20000 Unterschriften um das Volksbegehren einzuleiten,
77001 sind es geworden,

nun prüft der Senat ob das Volksbegehren rechtskonform ist, ist es das, kann der Senat die Forderung umsetzen, stimmt der Senat dagegen wird die
Bürgerinitiative die Umsetzung des Volksbegehrens verlangen, diesem müßten 7% , ca. 170000 der wahlberechtigten Bevölkerung zustimmen, lustigerweise ab 16 Jahren wenn ich das richtig in Erinnerung hab.
Danach kommt es zur Abstimmung und hier müssen ca. 600000 Unterschriften erreicht werden, dann klappts.

Wenn alle Grünen und Linkswähler für das Volksbegehren stimmen, wären das allein ca. 500000 Unterschriften, die Parteien, die Linke und die Grünen unterstützen das Volksbegehren wobei natürlich nicht gesagt ist, dass da alle Grünenwähler zustimmen, wenn aber noch ein paar enttäuschte Sozialdemokraten (350000 Wähler 2016) dazu kommen + Piraten und die Parteiwähler und noch ein paar Enttäuschte Nichtwähler, kann das was werden.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-06/ ... nungsmarkt


Sehr interessant.
Besonders für die Mieter, die heute in diesen ehemaligen Wohnungen in städtischem Besitz wohnen und zukünftig deutlich weniger Miete zahlen müssen. Das schafft zwar keinen neuen Wohnraum und dürfte Investoren zur Überlegung zwingen, wo es sich lohnt in Wohnraum zu investieren, aber wenn ich in einer solchen Wohnung sitzen würde, fände ich es auch klasse, wenn die Stadt diese zurück kauft, die Miete halbiert und die Kosten für Instandhaltung und Renovierung übernimmt. Wie das bei Sozialwohnungen Usus ist.
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