Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 27068
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon H2O » Di 24. Jul 2018, 18:51

think twice hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:45)

Und wer waehlt dann die CSU?


War doch gerade Thema, als unser Innenminister seine große Nummer abzog. Auch die CSU hat einen liberalen und weltoffenen Kern, der sich bei solchen Auftritten die Haare rauft...
JFK
Beiträge: 10685
Registriert: Di 13. Jan 2015, 16:19
Wohnort: München

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon JFK » Di 24. Jul 2018, 18:51

think twice hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:45)

Und wer waehlt dann die CSU?


Die Gewohnheitstiere.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36999
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon JJazzGold » Di 24. Jul 2018, 18:54

rain353 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:42)

Keine Sorge... Die konservative Revolution wird kommen und sich auch in diesen Gebieten durchsetzen!


An uns Bayern werdet ihr euch Zähne ausbeißen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 5868
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Vongole » Di 24. Jul 2018, 18:55

rain353 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:42)

Keine Sorge... Die konservative Revolution wird kommen und sich auch in diesen Gebieten durchsetzen!


Bei uns spült sowas die Nordsee fort.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24235
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon ThorsHamar » Di 24. Jul 2018, 19:13

JJazzGold hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:25)

:D

War und bin ich häufig, zu laut, zu hektisch, zu verstopft.
Ich schau gern Städte an, aber wohnen und alt werden möchte ich in keiner.


....laut ist es nur, wenn Du an der Strasse stehst ... sojar hier inne Plumpe isset leise, jrün, Wald und och Wassa ...
Und Du bist natürlich am Multi-Kulti-Puls .... mehr geht nich
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 4908
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Europa2050 » Di 24. Jul 2018, 19:17

think twice hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:45)

Und wer waehlt dann die CSU?


Die Leute, die die zweifelsohne vorhandene Wirtschaftskompetenz und die Bereitschaft, für Bayern das optimale rauszuholen, schätzen.

Eine Postionierung in Sachen Nationalismus, erst recht deutscher Nationalismus war bisher nicht benötigt. Man war Schirmherr der Sudetendeutschen, das war genug Deutschtümelei. Und das reichte mit den o.g. Qualitäten, um rechts nichts entstehen zu lassen, aber gleichermaßen nicht selbst zuweit rechts abzurutschen.

Nun aber ist auch die CSU in der Situation an AFD oder Grüne/FDP zu verlieren. Söder/Seehofer können es nur falsch machen. Und das kriegen sie hin.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 9704
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Julian » Di 24. Jul 2018, 19:23

think twice hat geschrieben:(24 Jul 2018, 10:01)

Alles begann mit Thilo Sarrazin.


Na klar doch. Der böse weiße Mann ist schuld.

Das war allerdings alles vor Sarrazin:

Aus den Daten des Mikrozensus 2005, für den 800.000 Personen befragt wurden, hat die in Berlin ansässige Stiftung „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ ein Bild zum aktuellen Stand der Integration von Ausländern in Deutschland hergestellt.
[...]
Die Türken erscheinen in der Studie als die Gruppe mit den größten Integrationsschwierigkeiten. 2,8 Millionen Menschen, das sind 3,4 Prozent der deutschen Bevölkerung, haben einen türkischen Hintergrund, die Hälfte von ihnen sind hier geboren, 86 Prozent von ihnen leben länger als acht Jahre in Deutschland, mehr als zwei Drittel von ihnen besitzen allein die türkische Staatsangehörigkeit. Von den Einheimischen sind nur zwölf Prozent jünger als 15 Jahre alt, bei den Türken sind es 28 Prozent. Die Türken haben viele Kinder und leben, wie die Einwanderer aus dem Nahen Osten, in den großen Haushalten (mit 3,2 Personen im Durchschnitt).

Unter den Älteren sind die Männer in der Mehrzahl - die ersten Gastarbeiter kamen allein. Türkische Migranten heiraten, vermutlich aus religiösen Gründen, nur selten deutsche Ehepartner (fünf Prozent), sie sind die Gruppe, in der die meisten Bildungsabbrecher (30 Prozent ohne Abschluss) und die geringste Quote von Hochschulreife (14 Prozent) anzutreffen sind. Ihre Erwerbslosenquote ist hoch (23 Prozent), ihre Jugenderwerbslosenquote liegt noch höher (bei 28 Prozent), verglichen damit ist die Zahl derer, die von öffentlichen Leistungen leben muss, ausgesprochen niedrig (16 Prozent). Bei der kulturell den Türken am ehesten vergleichbaren Gruppe der Migranten aus dem Nahen Osten leben 34 Prozent von öffentlichen Leistungen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 57367.html
Victrix causa deis placuit, sed victa Catoni
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36999
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon JJazzGold » Mi 25. Jul 2018, 08:25

ThorsHamar hat geschrieben:(24 Jul 2018, 19:13)

....laut ist es nur, wenn Du an der Strasse stehst ... sojar hier inne Plumpe isset leise, jrün, Wald und och Wassa ...
Und Du bist natürlich am Multi-Kulti-Puls .... mehr geht nich


Schon, aber es fehlen die Berge. ;)

Um mal wieder aufs Thema zu kommen, würde ich aus irgendwelchen Gründen in Berlin arbeiten und leben (wollen, müssen), was wäre ich dann? Berliner-Bayerin, bayerische Berlinerin, Bayerin, Berlinerin? ;)

Muss man, abgesehen vom Pass, unter eine Bezeichnung fallen, um vom externen Betrachter einer Gruppe zugeordnet werden zu können und wem dient die Etikettierung, mir oder dem Betrachter?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Marmelada
Beiträge: 9317
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 01:30
Benutzertitel: Licht & Liebe

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Marmelada » Mi 25. Jul 2018, 09:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Jul 2018, 11:58)

Prima, dann kann man ja jetzt mit dem Geweine über "dies jedoch werde von der deutschen Mehrheitsgesellschaft nicht akzeptiert" aufhören.
Ich bin nicht sicher, ob think twice die Sprecherin der Deutschtürken ist. Vielleicht hat ein Integrationspolitiker aus einer schwarzgelben Landesregierung eines Bundeslandes mit vielen Migranten einen guten Einblick ins Thema, der als FDPler auch nicht im Verdacht stehen dürfte, linksgrüner Islamkuschler mit rosaroter Brille zu sein:

https://de-de.facebook.com/drjoachimsta ... 8254317040
... Es gibt in Teilen unserer Gesellschaft immer noch ein grundsätzliches Ressentiment gegenüber einer Einwanderergeneration, deren Eltern hier in härtesten Jobs, unter Tage und am Fließband malocht haben und zum Aufbau unseres gemeinsamen Wohlstands beigetragen haben. Damals war Deutschland froh, notwendige Arbeitskräfte zu gewinnen. Aber viel zu lange wurde die Lebenslüge aufrecht erhalten, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Jahrzehnte hat sich niemand um Integration geschert. Darum ist es jetzt wohlfeil, die fehlende Sprachkompetenz der ersten Generation zu kritisieren. Umso bitterer ist es für viele in der dritten Generation, die hier geboren und aufgewachsen sind, die Sprache ihrer Großeltern kaum, dafür aber Deutsch sprechen und von Teilen ihrer Mitbürger im Alltag oft das Gefühl vermittelt bekommen, sie seien keine „richtigen Deutschen“. Das gilt nicht unbedingt für die Mehrheit in unserer Gesellschaft, aber eine fehlende Akzeptanz ist doch so tief verwurzelt, dass sie viele verletzt. Solche Verletzungen beschweren die Identifikation mit der deutschen Heimat wie mir viele junge Menschen aus Einwanderfamilien berichten.

Darüber müssen wir sprechen.
Wir brauchen eine intensive Wertedebatte, die sich nicht nur an diejenigen richtet, die nach Deutschland kommen oder gekommen sind, sondern an die gesamte Gesellschaft. Wir müssen offen darüber sprechen, welche Vorurteile und Ängste es auf beiden Seiten gibt. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass Einwanderung Bereicherung bedeutet, aber auch Konflikte, Auseinandersetzungen um Lebensformen und Haltungen. Die offene Gesellschaft kann und sie darf auch nicht konfliktfrei sein. Aber Konflikte müssen zivilisiert und fair ausgetragen werden.
...
Das trifft die Lage sehr gut. Eine Debatte, die sich nicht auf "Die sollen aufhören zu weinen und sich integrieren" beschränkt, sondern auch anerkennt, dass es Ausgrenzungstendenzen seitens der nicht-migrantischen Gesellschaft gibt.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5411
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 25. Jul 2018, 11:03

Julian hat geschrieben:(24 Jul 2018, 19:23)

Na klar doch. Der böse weiße Mann ist schuld.

Das war allerdings alles vor Sarrazin:


http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 57367.html
Da hättest du ruhig noch weiter aus dem Artikel zitieren sollen.

"Die deutsche Staatsbürgerschaft scheint sich für Türken integrationsfördernd auszuwirken: Wer den deutschen Pass hat, schneidet bei vielen Integrationsindikatoren besser ab als diejenigen, die noch nach Jahren in Deutschland nur den türkischen Pass besitzen."

Dann ist man hoffentlich auf einen guten Weg. Inzwischen haben ja immer mehr in Deutschland lebende Personen mit türkischem Migrationshintergrund die deutsche Staatsangehörigkeit. Zitat aus der aktuellen Studie die im Eröffnungsposting verlinkt wurde:

"In NRW sind 45% und auf Bundesebene 44% der volljährigen Befragten deutsche Staatsbürger, wobei der Anteil der deutschen Staatsbürger im Generationenverlauf deutlich wächst –in NRW sind ein Viertel der ersten, gut die Hälfte der zweiten und drei Viertel der dritten Generation Deutsche. .... Deutsche Staatsbürger unterscheiden sich von türkischen Staatsbürgern nach dem Grad der Integration, nach Identifikation und nach politischer Partizipation. Ihr Grad der Akkulturation (Hinweis: Das sind Anpassungsprozesse von Personen oder sozialen Gruppen an eine Kultur in Hinsicht auf Wertvorstellungen, Sitten, Brauchtum, Sprache, Religion, Technologie und anderes) und Interaktion ist –auch bedingt durch die Generationsunterschiede –höher als der türkischer Staatsbürger."

Wird aber nicht einfach werden die in Deutschland lebenden Türken besser zu integrieren wenn die Populisten in der Türkei (Erdogan, AKP) und in Deutschland (AfD, PEGIDA) das mit ihrem Hass und ihrer Hetze bewusst verhindern wollen.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24235
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 25. Jul 2018, 11:16

JJazzGold hat geschrieben:(25 Jul 2018, 08:25)

Schon, aber es fehlen die Berge. ;)

Um mal wieder aufs Thema zu kommen, würde ich aus irgendwelchen Gründen in Berlin arbeiten und leben (wollen, müssen), was wäre ich dann? Berliner-Bayerin, bayerische Berlinerin, Bayerin, Berlinerin? ;)

Muss man, abgesehen vom Pass, unter eine Bezeichnung fallen, um vom externen Betrachter einer Gruppe zugeordnet werden zu können und wem dient die Etikettierung, mir oder dem Betrachter?


Kurz gesagt: In Berlin wärst Du Bayerin, solange DU willst.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24235
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 25. Jul 2018, 11:21

Orbiter1 hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:03)

.... Wird aber nicht einfach werden die in Deutschland lebenden Türken besser zu integrieren wenn die Populisten in der Türkei (Erdogan, AKP) und in Deutschland (AfD, PEGIDA) das mit ihrem Hass und ihrer Hetze bewusst verhindern wollen.


Das klingt ja wieder so, als wäre es ein Job nur für Nichttürken ....
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5411
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 25. Jul 2018, 11:25

ThorsHamar hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:21)

Das klingt ja wieder so, als wäre es ein Job nur für Nichttürken ....
Das sollte doch inzwischen klar sein dass bei erfolgreicher Integration sowohl die Migranten als auch die aufnehmende Gesellschaft ihren Beitrag leisten müssen.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24235
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 25. Jul 2018, 11:29

Orbiter1 hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:25)

Das sollte doch inzwischen klar sein dass bei erfolgreicher Integration sowohl die Migranten als auch die aufnehmende Gesellschaft ihren Beitrag leisten müssen.


Ja, sollte.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5411
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 25. Jul 2018, 11:37

ThorsHamar hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:29)

Ja, sollte.
Den meisten Migranten ist auch klar dass sie da massiv gefordert sind, aber ob das große Teile der aufnehmenden Gesellschaft so sehen dass sie einen Beitrag leisten müssen wage ich zu bezweifeln. Als Deutsche 2. Klasse fühlen sich ja nicht nur die Deutschtürken sondern auch viele Russlanddeutsche oder sogar etliche Ossis. Das kann ja dann wohl nur an der aufnehmenden Gesellschaft liegen.
Benutzeravatar
Keoma
Beiträge: 15100
Registriert: Mi 25. Jun 2008, 13:27
Benutzertitel: Drum Legend
Wohnort: Österreich

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon Keoma » Mi 25. Jul 2018, 11:39

Orbiter1 hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:37)

Den meisten Migranten ist auch klar dass sie da massiv gefordert sind, aber ob das große Teile der aufnehmenden Gesellschaft so sehen dass sie einen Beitrag leisten müssen wage ich zu bezweifeln. Als Deutsche 2. Klasse fühlen sich ja nicht nur die Deutschtürken sondern auch viele Russlanddeutsche oder sogar etliche Ossis. Das kann ja dann wohl nur an der aufnehmenden Gesellschaft liegen.


Wenn ich mir so manche Kommentare anschaue, wundert mich das bei den Ostdeutschen nicht.
Denen wird pauschal komplette Integrationsunfähigkeit vorgeworfen.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
Daniel Patrick Moynihan
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24235
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 25. Jul 2018, 11:46

Orbiter1 hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:37)

Den meisten Migranten ist auch klar dass sie da massiv gefordert sind, aber ob das große Teile der aufnehmenden Gesellschaft so sehen dass sie einen Beitrag leisten müssen wage ich zu bezweifeln. Als Deutsche 2. Klasse fühlen sich ja nicht nur die Deutschtürken sondern auch viele Russlanddeutsche oder sogar etliche Ossis. Das kann ja dann wohl nur an der aufnehmenden Gesellschaft liegen.


"NUR" ist mir zuviel. Natürlich liegt es auch, meinetwegen zu grossen Teilen, an der aufnehmenden Gesellschaft. Das kannst Du in jedem Bergdorf beobachten.
Aber die grundsätzliche "Bringepflicht", nämlich das Signalisieren der Bereitschaft, sich in die bestehende Gesellschaft integrieren zu wollen, sehe ich immer bei den Neuankömmlingen.
Das ist imho die Voraussetzung dafür, dass sich dann später, oder halt auch früher, gegenseitige Anpassungen und somit gemeinsames Neues entwickeln können.
Nachtrage: Bei den "etlichen Ossis" liegt die Problematik anders, denn es sind ja offenbar nicht alle freiwillig hier.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24235
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 25. Jul 2018, 11:50

Keoma hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:39)

Wenn ich mir so manche Kommentare anschaue, wundert mich das bei den Ostdeutschen nicht.
Denen wird pauschal komplette Integrationsunfähigkeit vorgeworfen.


Aber auch nur von den üblichen Dummköpfen ...
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
TheManFromDownUnder
Beiträge: 3260
Registriert: Do 8. Feb 2018, 04:54
Wohnort: Queensland Australien

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 25. Jul 2018, 11:51

rain353 hat geschrieben:(24 Jul 2018, 10:08)

Österreich steht ja von der Kultur her, Deutschland am nächsten....


Das waere schlimm wenn es stimmt :D
Support the Australian Republican Movement
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36999
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Deutsch-Türken, Türkisch-Deutsche, Türken, oder doch Deutsche?

Beitragvon JJazzGold » Mi 25. Jul 2018, 11:52

ThorsHamar hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:16)

Kurz gesagt: In Berlin wärst Du Bayerin, solange DU willst.


Auch wenn ich Seehofer wählen würde? Oder wäre ich dann “gebashte Bayerin“? ;)

Eigentlich wollte ich auf die Frage hinaus, “Wer bin ich und wenn ja, wieviele?“

Anders herum gefragt, kann und darf ich nicht nur ich sein, sondern werde gezwungen für eine Gruppe zu stehen, mich für eine Gruppe zu entscheiden? Und das nicht aus mir heraus, sondern weil mich der externe Beobachter katalogisieren, etikettieren will, oder aus einem dubiosen Zwang heraus, den ich nicht nachvollziehen kann, muss?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt

Zurück zu „2. Innenpolitik - Verfassung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste