Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 12. Apr 2019, 23:40

Alexyessin hat geschrieben:(12 Apr 2019, 21:50)

Natürlich wurden sie das. Die Antworten sind wohl nicht in dem Sinne, wie du sie dir erhofft hast, aber für deine Erwartungshaltung kann ich nichts.

Nein, wurden sie nicht.

Doch, die Unterstellung mittels einer Frage nennt sich Suggestivfrage.

Nein, es war weder eine Unterstellung noch eine Suggestivfrage.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Alexyessin » Fr 12. Apr 2019, 23:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Apr 2019, 23:40)

Nein, wurden sie nicht.


Natürlich wurden sie das. Soll ich dir die Antworten noch mal verlinken?

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Apr 2019, 23:40)
Nein, es war weder eine Unterstellung noch eine Suggestivfrage.


Natürlich war es eine Suggestivfrage. Daher wirst du auf selbige keine Antwort von mir bekommen. Du hast natürlich die Möglichkeit die Frage nochmal anders zu formulieren, wenn du das schaffst.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 13. Apr 2019, 00:11

Alexyessin hat geschrieben:(12 Apr 2019, 23:53)

Natürlich wurden sie das.

Nein, wurden sie nicht.

Natürlich war es eine Suggestivfrage.

Nein, es war keine Suggestivfrage.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Alexyessin » Sa 13. Apr 2019, 00:18

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Apr 2019, 00:11)

Nein, wurden sie nicht.


Doch. Mein Angebot stand. Da du dies ausschlägst ist das ja ein Zeichen, das du sehr wohl weißt, das die Fragen beantwortet wurden.

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Apr 2019, 00:11)
Nein, es war keine Suggestivfrage.


Sicherlich war es eine. Da hilft auf dein ständiges mimimi nicht, das es keine gewesen wäre.

Aber es ist gut zu sehen, das du meine Frage nicht beantworten kannst, sonst würdest du nicht diesen Veiztanz aufführen. Danke für die Kapitulation, kann jeder gut nachlesen.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Zahnderschreit » Mo 15. Apr 2019, 17:37

Alexyessin hat geschrieben:(12 Apr 2019, 21:47)
Es gibt Menschen, die können kein Autofahren und sind auf die S-Bahnen angewiesen.


Und die werden darin eingesperrt? :?:
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » Mo 15. Apr 2019, 18:15

Zahnderschreit hat geschrieben:(15 Apr 2019, 17:37)

Und die werden darin eingesperrt? :?:

Die nächste Frage dazu: Es gibt dann keine andere Möglichkeit als den Müll in den Zug zu schmeißen? Natürlich kann man auch warten bis man aussteigt!

Ich gebe da aber auch @Alexyessin recht, dass natürlich entsprechend Mülleimer vorhanden sein sollten!
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » Di 11. Jun 2019, 18:29

„Dass es gescheit weh tut!“ - So teuer will die Bayern-SPD künftig eine weggeworfene Kippe machen

Nicht nur an der Isar München ist Müll in der Natur ein Dauerthema. Die Landtags-SPD will nun reagieren - mit drakonischen Strafen für Müllsünder.

München - Das Thema Umweltschutz ist zurzeit in aller Munde - wenn auch eher in Form des weltumspannenden Themas Klimaerwärmung. Auch die bayerische SPD wagt nun einen Umweltvorstoß. Allerdings im sehr überschaubaren, lokalen Rahmen: Die SPD-Fraktion im Landtag will Bayerns Kommunen künftig erlauben, Müllsünder deutlicher kräftiger zur Kasse zu bitten.

Dafür soll der Bußgeldkatalog verschärft werden. Er gibt den Städten und Gemeinden den Rahmen vor, in dem sie jeweils ihre eigenen Strafen festlegen können. Das Ziel der SPD: Bis zu 250 Euro sollen künftig für Verschmutzungen fällig werden können - egal, ob es um weggeworfene Zigarettenstummel oder illegale Müllablagerungen im Wald geht.

SPD will Müllsünden in Bayern teuer machen: „Und zwar so, dass es gescheit weh tut“
"Ob aus Rücksichtslosigkeit weggeworfene Zigarettenkippen, zerbrochene Glasflaschen auf Kinderspielplätzen, illegale Müllablagerungen oder zurückgelassener Müll von Grillfesten am Isarufer: In vielen Städten und Gemeinden ist Müll, der dort entsorgt wird, wo er nicht hingehört, inzwischen ein großes Problem“, sagte SPD-Fraktionsvize Klaus Adelt am Dienstag.

Und fügte hinzu: „Wer seinen Müll achtlos in die Botanik schmeißt, in dem Vertrauen, dass andere ihn schon wegräumen, der soll auch zur Kasse gebeten werden dürfen. Und zwar so, dass es gescheit weh tut!“ Am Ende gehe es nicht nur um saubere Städte, sondern auch um Umwelt- und Verbraucherschutz. „In Zigarettenkippen etwa sind zahlreiche Giftstoffe enthalten."

Klar ist: Hätten die Sozialdemokraten mit ihrem Vorstoß Erfolg, es könnte für Umweltsünder deutlich teurer werden als bislang - zumindest überall dort, wo die Kommunen den Handlungsspielraum auch ausnutzen. Bislang waren nach Angaben der SPD-Fraktion beispielsweise Bußgelder in Höhe von 20 Euro für Zigarettenstummel auf Spielplätzen oder 35 Euro für weggeworfene Plastikflaschen in Parkanlagen möglich.

SPD wagt Umweltvorstoß: Nehmen die Schwarzen im Kampf gegen die Grünen den roten Vorschlag auf?
Vorbild für den Vorstoß sind die Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Im westlichen Nachbar-Bundesland können bereits jetzt bis zu 250 Euro erhoben werden, in NRW immerhin 100 Euro.

Wie groß die Chancen auf Umsetzung sind, bleibt allerdings abzuwarten. Die Mehrheit im Landtag haben CSU und Freie Wähler. Allerdings hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach den Wahlerfolgen der Grünen zuletzt indirekt einen ökologischeren Kurs angedeutet - die Ökopartei sei nun der Hauptgegner, nicht mehr die SPD, sagte er.

https://www.merkur.de/politik/umweltsch ... 70677.html

Schön, wenn sich was in die richtige Richtung bewegt. Mit 250€ schöpft die SPD erstmal die maximale Höhe aus. Damit wäre sogar Singapur (zumindest bei Ersttätern/Kleinstabfällen) übertroffen :thumbup:
=> Allerdings muss dem auch eine entsprechende Kontrolldichte folgen ...
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 11. Jun 2019, 19:25

Man könnte ja einen Verein gründen, der die Sünder abmahnt :cool:
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Zahnderschreit » Fr 14. Jun 2019, 17:05

jack000 hat geschrieben:(11 Jun 2019, 18:29)

https://www.merkur.de/politik/umweltsch ... 70677.html

Schön, wenn sich was in die richtige Richtung bewegt. Mit 250€ schöpft die SPD erstmal die maximale Höhe aus.


Ich finde das auch begrüßenswert. :thumbup:
Allerdings würde ich hier zwischen einer Zigarette und Müllentsorgung im Wald unterscheiden. 250 Euro für eine Kippe finde ich schon ordentlich. Aber "damit es gescheit wehtut" fehlt bei der Müllentsorgung noch eine Null.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 14. Jun 2019, 17:12

Zahnderschreit hat geschrieben:(14 Jun 2019, 17:05)

Ich finde das auch begrüßenswert. :thumbup:
Allerdings würde ich hier zwischen einer Zigarette und Müllentsorgung im Wald unterscheiden. 250 Euro für eine Kippe finde ich schon ordentlich. Aber "damit es gescheit wehtut" fehlt bei der Müllentsorgung noch eine Null.


Ich bin umgeben von wunderschönen Naturschutzgebieten. In diesen bin ich auch total streng. Da würde ich in der Tat ordentlich Strafgebühren aufbrummen für Müll- und Sperrmüllentsorgung.
In der Stadt finde ich es auch unschön, muß aber zu meiner Schande gestehen, dass ich schon mal eine Kippe austrete mit dem Hintergedanken, dass bei uns die Mitarbeiter des Bauhofes sehr fleißig sind und die Straßen und Parks regelmäßig gesäubert werden. Viel lieber nutze ich Mülleimer und Aschenbecher. Eine Müllheilige bin ich nicht, bei Abwesenheit dieser Behälter nehme ich den großen.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon JJazzGold » Fr 14. Jun 2019, 19:34

Billie Holiday hat geschrieben:(14 Jun 2019, 17:12)

Ich bin umgeben von wunderschönen Naturschutzgebieten. In diesen bin ich auch total streng. Da würde ich in der Tat ordentlich Strafgebühren aufbrummen für Müll- und Sperrmüllentsorgung.
In der Stadt finde ich es auch unschön, muß aber zu meiner Schande gestehen, dass ich schon mal eine Kippe austrete mit dem Hintergedanken, dass bei uns die Mitarbeiter des Bauhofes sehr fleißig sind und die Straßen und Parks regelmäßig gesäubert werden. Viel lieber nutze ich Mülleimer und Aschenbecher. Eine Müllheilige bin ich nicht, bei Abwesenheit dieser Behälter nehme ich den großen.


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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » Mi 17. Jul 2019, 12:44

Tübinger OB greift zum Pinsel und übermalt Graffitis

Die Stadt Tübingen will härter gegen unerlaubte Graffitis vorgehen. Zum Start eines Förderprogramms überstreicht Oberbürgermeister Boris Palmer selbst eine Schmiererei.

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) legt im Kampf gegen illegale Graffitis Hand an: Nach Angaben der Stadt will er am Mittwoch (16 Uhr) die Außenwände eines Tübinger Musikschulgebäudes neu streichen und Graffitis darauf übermalen. Die Aktion ist Auftakt eines städtischen Förderprogramms: Künftig können sich Eigentümer von beschmierten Gebäuden in der Altstadt die Beseitigungskosten erstatten lassen.

Wie andere Kommunen im Südwesten will Tübingen vehementer gegen illegale Graffitis und sogenannte Tags - durch Einzellinien platzierte Pseudonyme von Sprayern - vorgehen. Im Frühjahr hatte die Stadt 2500 Euro Belohnung ausgesetzt, weil eine Unterführung mehrfach besprüht worden war und gereinigt werden musste.

Rund 9700 Sachbeschädigungen durch Graffitis gab es 2018 nach Angaben des Innenministeriums in Baden-Württemberg - das sind knapp 600 mehr als im Vorjahr.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 30bda.html
Da ist der Boris sehr vorbildlich :thumbup: Es sollte grundsätzlich von ganz oben klar gemacht werden, das Graffitis (Solange keine Kunstwerke auf legalen Flächen) Nichts in den Städten zu suchen haben. Auch sehr sinnvoll ist die Aussetzung von hohen Belohnungen!
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 17. Jul 2019, 16:45

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Jun 2019, 19:25)

Man könnte ja einen Verein gründen, der die Sünder abmahnt :cool:

Da das ja im weitesten SInne Umweltschutz ist, wäre das doch ne prima zusätzliche Einnahmequelle für den Deutschen Umwelt Abmahnverein... :thumbup:
Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » Do 31. Okt 2019, 19:24



Berlin hat immerhin die Bußgelder erhöht:
Neuer Bußgeldkatalog für Umweltschutz gilt ab sofort
24.10.19 | 18:02 Uhr
Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes auf dem Gehweg nicht entfernt, muss ab jetzt damit rechnen, bis zu 300 Euro dafür zahlen zu müssen. Auch die illegale Enstorgung von Abfall, Sperrmüll und Altreifen kann deutlich teurer werden als bisher.

[...]
Zigarettenkippen, Einwegbecher, Kaugummis, Plastikbeutel oder Plastikflaschen sind alles umweltbelastende Gegenstände – das Verwarnungsgeld beginnt daher bei 55 Euro, die Geldbuße liegt zwischen 80 und 120 Euro. Wer mehr als zwei Kilogramm illegal entsorgt, muss mit einem Bußgeldverfahren rechnen, das einen Bußgeldrahmen zwischen 100 und 800 Euro vorsieht.

Sperrmüll

Kleinere Mengen, also einzelne Stücke wie beispielsweise ein Koffer, ein Dreirad, oder ein Stuhl, hatten früher einen Rahmen von 100 bis 200 Euro. Jetzt werden 150 bis 500 Euro fällig.

Wer beispielsweise Kommoden, Bettgestelle oder Waschmaschinen illegal entsorgt, riskiert jetzt Bußgelder zwischen 200 und 1.000 Euro (früher: 150 bis 300 Euro). Für noch größere Mengen, d. h. ein Volumen von mehr als einem Kubikmeter, wird ein Bußgeld von 500 bis 10.000 Euro auferlegt. Zuvor lag das im Rahmen von 400 bis 1.500 Euro. In gleicher Höhe wird Sperrmüll mit Schadstoffen geahndet, also etwa Fernseher, Kühlgeräte, Leuchtstoffröhren: künftig 500 bis 10.000 Euro. Zuvor war dies nicht eigens aufgeführt.

Altreifen

Bei bis zu fünf Altreifen können künftig 350 bis 800 Euro Bußgeld fällig werden (statt 75 bis 200 wie früher). Wenn es mehr sind, liegt der Rahmen bei 800 bis 3.000 Euro.

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/20 ... talog.html

Bei dem Thema kann nur das 3-Wege-Konzept funktionieren:
1. Niedrigschwellige Möglichkeiten seine Abfälle los zu werden
2. Höchste Strafen bei selbst kleinsten Vergehen
3. Deutliche Erhöhung der Kontrolldichte
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » Di 3. Mär 2020, 19:01

Konzept aus Wien:
Wie Wien das Müllproblem gelöst hat

Wie kann eine Stadt ihre Bürger zu mehr Sauberkeit erziehen? Wien macht es vor. Durch eine Mischung aus Humor und Strafe ist die Vermüllung dort stark zurückgegangen.

Viele Einwohner Wiens hatten die Vermüllung vor ihrer Haustür satt. 2006 starteten sie eine Petition gegen Hundekot, die 160 000 Wienerinnen und Wiener innerhalb kürzester Zeit unterschrieben. Die Stadtverwaltung sah sich daraufhin zum Handeln gezwungen und verabschiedete ein umfassendes Reinhaltegesetz.

Wie bekämpft Wien die Vermüllung?
Es gibt ein Gesamtpaket, das sowohl auf Aufklärung als auch Bestrafung setzt. Zunächst wurde die Anzahl der öffentlichen Abfalleimer im Stadtgebiet von 14 000 auf 20 000 erhöht. Hinzu kamen 3600 Spender für Hundekot-Beutel, die neu aufgestellt wurden. Parallel animieren die Abfallbetriebe die Einwohner, ihre Stadt sauber zu halten, etwa über Plakate oder Aufkleber auf den Mülleimern. Wenn das nichts hilft, verhängen die Waste Watcher Strafen.

Was sind Waste Watcher?
Es ist eine Art Müll-Polizei. Im gesamten Stadtgebiet sind 50 hauptamtliche Waste Watcher im Einsatz, die Abfallsünder auf frischer Tat ertappen sollen. Hinzu kommen 400 Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs, die ebenfalls die Befugnisse der Müll-Polizei haben. Sie dürfen bei ihren Kontrollen den Ausweis der ertappten Umweltsünder verlangen, um ihre Identität festzustellen.

Welche Strafen sind üblich?
Das hängt vom Delikt ab. Wer etwa eine Zigarette wegschnippt, eine Bierdose auf den Boden wirft oder Hundekot nicht wegräumt, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen. Bei größeren Vergehen (etwa Sperrmüll illegal entsorgen) oder im Wiederholungsfall sind bis zu 2000 Euro fällig. In solchen Fällen kommt eine Strafanzeige hinzu. Im Jahr 2019 wurden 7800 Bußgelder à 50 Euro verhängt sowie 700 Anzeigen geschrieben.

Wie reagiert die Bevölkerung?
Erstaunlich gelassen. Umfragen zufolge halten 85 Prozent der Einwohner die Waste Watcher für eine gute Sache. Das Bedürfnis, in einer sauberen Stadt zu leben, überwiegt offenbar gegenüber der Angst, selbst bestraft zu werden. Zumal die Mülltruppe ausdrücklich nicht nur als Ordnungsdienst auftritt, sondern als Freund und Helfer. So können Bürger eine Hotline („Mist-Telefon“) anrufen oder eine App nutzen, wenn ihnen vermüllte Gegenden auffallen. Die Botschaft: Wir halten deinen Bezirk sauber.

Was hat es mit dem Humor auf sich?
Um Reinhaltung sexy zu machen, hat die Stadt eine groß angelegte Werbekampagne gestartet, die bis heute läuft. Auf fast jedem Papierkorb, Müllauto und diversen Plakaten ist das Logo der 48er präsent. Damit ist der kommunale Abfallbetrieb gemeint, der zur Magistratsabteilung 48 gehört. Hinzu kommen lustige Sprüche. So stecken etwa in zahlreichen Beeten Hinweisschilder, auf denen ein Hund samt Hundehaufen zu sehen ist. Aufschrift: „Sind dir 50 Euro Wurst? Nimm ein Sackerl für mein Gackerl.“

Wohin kommen Zigarettenstummel?
Fast alle Papierkörbe im Stadtgebiet wurden mit Ascherohren ausgestattet, in denen Zigarettenkippen entsorgt werden können. Darüber hinaus wurden 2000 frei stehende Ascherohre aufgestellt. Deren Akzeptanz ist im Laufe der Zeit deutlich gestiegen. „Landeten im Jahr 2009 nur etwa 6,6 Millionen Stück in den Aschenbechern, so waren dies 2018 über 123 Millionen Stück“, heißt es auf der städtischen Website.

Welches Budget steht der Stadt zur Verfügung?
Laut Angaben der Stadtverwaltung lässt sich dies nicht genau beziffern, da die Kosten etwa für Waste Watcher, Abfalleimer und Werbekampagnen aus verschiedenen Töpfen stammen. Fest steht: Sauberkeit hat ihren Preis. Allein die Personalkosten der Waste Watcher belaufen sich im Jahr auf mehrere Millionen Euro.

Wie fällt insgesamt die Bilanz aus?
Sehr positiv. Illegal entsorgter Sperrmüll ist von 2007 bis 2018 um 60 Prozent zurückgegangen, ebenso illegal entsorgte Kühlschränke. In absoluten Zahlen: 2007 wurden 2100 Kühlschränke illegal entsorgt, 2018 waren es noch 850. Die Hundekot-Beutel werden ebenfalls gut angenommen. 100 000 landen pro Tag in einem Mülleimer.

Wo besteht Verbesserungsbedarf?
„Wir sind sicher im Spitzenfeld unterwegs“, sagt Ulrike Volk, Sprecherin der Stadt Wien. Allerdings sei man im ständigen Austausch mit anderen Großstädten. So habe man die Idee mit den lustigen Mülleimer-Sprüchen aus Berlin übernommen. „Man muss dranbleiben“, sagt Volk, „und zwar nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern immer auch mit einem Augenzwinkern.“

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 6e6d2.html
"Gelöst" halte ich für übertrieben, allerdings geht die Sache in die richtige Richtung.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » So 2. Aug 2020, 12:53

Das Problem nimmt immer mehr überhand. Nicht nur zu Corona-Zeiten. Der Marienplatz war schon immer eine Müllkippe:
Stuttgart - Der Mensch verfügt über große Geschicklichkeit und ein erstaunliches Fingerspitzengefühl. Er kann virtuos auf Smartphone- Tastaturen tippen und auf spektakuläre Weise Computerspiele bedienen. Was ihm augenscheinlich jedoch nicht gelingt, ist, einen leeren Pizzakarton zu einem Mülleimer zu tragen, Zigarettenschachteln aufzuheben oder eine leere Bierflasche einzusammeln. Ganz zu schweigen von Hochprozentigem! Der Mensch scheint unfähig zu sein, eine leere Wodkaflasche dorthin zu befördern, wo sie hingehört: in den Glascontainer. In diesen und anderen Fällen fällt es elementar an Grobmotorik.

Sie ahnen es bereits: den fehlenden Handgriffen liegt keine körperliche Einschränkung zugrunde. Es handelt sich vielmehr um eine andere Art der Deformation. Sie lässt sich mit den Begriffen Bequemlichkeit, Wurstigkeit und Rücksichtslosigkeit zusammenfassen. Häufiger begegnet sie einem bei jungen als bei älteren Menschen, was allerdings nicht heißt, dass Jüngere grundsätzlich weniger in der Lage wären, ihren Müll weg zu räumen, als ältere Jahrgänge. Viele Jüngere handeln auffällig sozial und umweltbewusst und manche Ältere klagen lautstark über „die Jugend“, haben selbst aber schon manchen Dreck auf dem Planeten hinterlassen.

An die Beschäftigen der Müllabfuhr denkt niemand
Es fällt allerdings auf, dass sich an Orten, an denen junge Leute feiern, der Müll stapelt – nicht nur rund um Abfalleimer, sondern kreuz und quer. Besonders eklatant zeigt sich das Müllproblem im Schlossgarten, am Feuersee und auf dem Marienplatz. Am frühen Samstagmorgen sieht es dort aus, als hätte es in der Nacht Flaschen und Abfall geregnet. Tatsächlich sind vorwiegend junge Menschen am Werk, die sich ausleben, als gäbe es kein Morgen – und vor allem keine Kinder, die anderntags dort spielen und keine Anwohner, die den Platz genießen wollen. Und an die Frauen und Männer von der Müllabfuhr, deren Samstagmorgen darin besteht, Scherben und mehr zusammenzukehren, denkt sowieso niemand.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 3d97f.html
Ohne eine Singapurisierung wird das Problem nicht in den Griff bekommen zu sein. Wenn nicht versinkt Deutschland im Müll.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » So 2. Aug 2020, 12:57

Es tut sich was:
Taskforce gegen Vandalen und Wildpinkler

Der Stuttgarter Marienplatz am Samstagmorgen: eine No-Go-Area für Kinder und Alte. Für Bezirksvorsteher Grieb ist in Sachen Müll „jede Toleranzschwelle überschritten.“ Die Stadt kündigt Maßnahmen an.

S-Süd - Es ist ein Anblick, der betroffen macht. Eine ältere Frau zieht am Samstagmorgen ihren Einkaufs-Trolley über den mit Pizzaschachteln und Glasscherben bedeckten Marienplatz. An einer anderen Ecke will ein Mädchen mit ihrem Tretroller eine Runde drehen, wird von ihrer Mutter aber davon abgehalten. Entsetzt blickt sie auf die großen Glassplitter, schüttelt ungläubig den Kopf und zieht mit ihrer Tochter von dannen.

Der Marienplatz und der Sommer: diese Beziehung ist seit Jahren problembehaftet. Das Vermüllungsphänomen ist nicht neu, doch die Ausmaße, die es in jüngster Zeit angenommen hat, erschrecken selbst eingefleischte Beobachter. „Ich war an einem Samstag dort. Das hat den Vogel abgeschossen“, sagt Raiko Grieb, der Bezirksvorsteher von S-Süd.

Fäkalien in den Hinterhöfen
In seinen Ausführungen schwingt eine Portion Ratlosigkeit mit. Ein ums andere Mal haben sich Lokalpolitiker mit dem Problem befasst; es gab zahllose Anträge und runde Tische. Dabei sei der Müll nur eins von vielen Problemen, sagt Grieb. Auch mit Graffiti-Sprühereien habe man zu kämpfen. Anwohner beklagten seit Jahren, dass sich die Feiernden ihr „Örtchen“ in den Hinterhöfen der umliegenden Häuser suchten.

Das asoziale Verhalten, den eigenen Müll nicht aufzuräumen, bereitet Grieb auch deshalb Kopfzerbrechen, weil der Platz eine wichtige Funktion für alle Anwohner habe – für ältere Menschen, für Familien. Im Sommer laufen viele Kinder barfuß über den Platz. Für den Bezirksvorsteher ist klar, dass „jede Toleranzschwelle überschritten“ und die Zeit der Runden Tische vorbei ist. „Wir brauchen eine Taskforce!“

Man müsse alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen und prüfen, ob sie rechtlich durchsetzbar seien: Alkoholverbote, eine Steuer auf Einwegverpackungen von Mitnahmegerichten nach dem Tübinger Modell, oder gar eine Platzsperrung. Grieb weist darauf hin, dass eine starke Vermüllung nicht nur ein hässlicher Anblick ist, sondern ein Unsicherheitsgefühl erzeuge – eine Erkenntnis, auf die Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) bereits im vergangenen Jahr aufmerksam gemacht hat, als die Stadt die Sauberkeits-Kampagne „Stuttgart macht’s rein“ lancierte.

Raiko Grieb ist skeptisch, was deren Erfolg angeht. „Ich denke, dass diese Art der Sensibilisierung nur auf lange Sicht wirkt.“ Dabei gab es in der Vergangenheit auch am Marienplatz vielversprechende Ansätze in Sachen Müll. So ersetzte die Stadt die notorisch überfüllten kleinen Mülleimer durch gewaltige Presshaie, eine Maßnahme, die als Erfolg gelten darf.

Das Nachtleben hat sich verlagert
Für die derzeit zugespitzte Situation hat die Stadt eine Erklärung. „Durch die Beschränkungen im Zuge der Coronapandemie wurden unter anderem Diskotheken geschlossen, sowie der Besuch von Bars und Restaurants erschwert. Dadurch hat sich das Nachtleben nach draußen verlagert“, sagt der Sprecher Martin Thronberens. „Die Leute bringen ihre Getränke und Speisen zu den angesagten Hotspots mit, dazu gehört auch der Marienplatz. Die mitgebrachten Verpackungen und Essensreste bleiben auf dem Platz. Die aufgestellten Abfallkörbe werden häufig ignoriert und sind auch nicht für solch einen Ansturm ausgelegt“, sagt Thronberens.

Immerhin nimmt die Stadt die zunehmende Verschmutzung des Platzes zur Kenntnis – und handelt. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten werde die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) deshalb gegensteuern, sagt der Sprecher. So werde sie zehn zusätzliche Abfalleimer mit 240 Litern Fassungsvermögen provisorisch aufstellen, die langfristig durch fest installierte Abfalleimer ersetzt würden. An Samstagen werde ein zusätzliches Reinigungsteam eingesetzt, damit die Reinigung des Platzes ab 7 Uhr beginnen könne. Außerdem werde man an Samstagen und Sonntagen zusätzlich zu den Reinigungskräften eine Kehrmaschine einsetzen.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 8e2fd.html
Sicherlich muss mehr sauber gemacht werden, aber das ist nur ein Teil der Lösung. Man muss an die Ursache gehen: Asoziale! Da helfen nur drakonische Maßnahmen.
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Aug 2020, 13:19

Einfach hohe Geldstrafen festlegen und das Ordnungsamt patroullieren lassen, dann hat sich das Problem schnell erledigt. Da die "Partyszene" in Stuttgart aber anscheinend sehr aggressiv ist, muss man wohl auch direkt eine oder zwei Hundertschaften vorhalten.
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jack000
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon jack000 » Mo 24. Aug 2020, 21:00

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Aug 2020, 13:19)

Einfach hohe Geldstrafen festlegen und das Ordnungsamt patroullieren lassen, dann hat sich das Problem schnell erledigt. Da die "Partyszene" in Stuttgart aber anscheinend sehr aggressiv ist, muss man wohl auch direkt eine oder zwei Hundertschaften vorhalten.

Nun, in einer Ortschaft im Großraum Stuttgart sieht das so aus:
WILDE MÜLLKIPPE IN ESSLINGEN

Müll auf der Grillwiese ist für die Stadt teuer

Die Grillwiese am Jägerhaus in Esslingen ist ein beliebter Treffpunkt. Besonders nach warmen Wochenenden muss aber ein Team der Esslinger Beschäftigungsintiative (EBI) säckeweise Müll abtransportieren.

Esslingen - „Der Wald ist anders!“ Dieser Slogan prangt von einem Schild, das am Baum beim Eingang zur Grillwiese am Jägerhaus angebracht ist. Doch leider scheint das die Nutzer der beliebten Feuerstelle an der Römerstraße herzlich wenig zu interessieren. Bei schönem Wetter tummeln sich auf der Wiese viele Familien und genießen das Grillen in der freien Natur. Nach dem Freizeitvergnügen lassen aber viele ihren Müll liegen und der Grillplatz sieht anderntags aus wie eine Müllhalde.

„Besonders schlimm ist es nach einem sonnigen Wochenende“, sagt Henry Wolter vom Grünflächenamt in Esslingen verärgert. Um des Mülls der Besucher der Grillwiese Herr zu werden, gibt die Stadt pro Grillsaison rund 15 000 Euro aus. „Mitarbeiter der Neuen Arbeit, die Esslinger Beschäftigungsintiative (EBI), rücken jeden Montag Früh aus, um den Müll wegzuräumen.“ Corinna Bagley ist Vorarbeiterin in diesem Team und sie ärgert sich über das Verhalten der Nutzer. „Es wird einfach alles liegen gelassen, statt dass jeder seinen Müll wieder mit nach Hause nimmt.“ Vor allem Essensreste sowie Geschirr müssen die Mitarbeiter zuhauf einsammeln. „Wir fanden aber auch schon Autoreifen, eine defekte Kaffeemaschine und sogar eine Wohnzimmereinrichtung bei den Aufräumaktionen.“

Seit mehreren Jahren kümmert sich die Einrichtung der Diakonie Esslingen jeweils montags von 8 bis 12 Uhr um die Sauberkeit auf der und rund um die Grillwiese. An diesem Montag fand das Team nur wenig Müll im Vergleich zu anderen Wochenenden in dieser Grillsaison, wie Corinna Bagley bestätigte. „Das lag aber am eher kühlen Wetter übers Wochenende.“ Direkt am Eingang zur Wiese lagen mehrere Müllsäcke und Taschen, die mit Abfall gefüllt waren. Bei einer Holzbank wurde ein Müllsack vergessen und bei den Feuerstellen lagen überall verstreut Glasscherben rum. Das Team um Corinna Bagley verbringt rund vier Stunden an jedem Montagmorgen damit, beladen mit Müllsäcken und Müllzangen, die Grillwiese wieder sauber zu kriegen. Dabei räumen sie nicht nur den Müll direkt auf dem Grillplatz weg, sondern klauben auch Weggeworfenes im Gebüsch und aus dem Unterholz rund um die Wiese zusammen.

Noch hat das Grünflächenamt keine Lösung, wie man dem Müllberg auf der Grillwiese entgegentreten kann. Vor allem, wenn auch Sperrmüll direkt auf dem Parkplatz hinterlassen wird. „Da es direkt an der Wiese einen großen Parkplatz gibt, nutzen einige Müllsünder den Ausflug zum gemeinsamen Grillen dazu, auch Hausmüll und andere Gegenstände loszuwerden.“ Die illegale Entsorgung ist keineswegs ein Kavaliersdelikt und die Stadt verfolgt diese zwar, aber „wir müssten die Leute direkt in flagranti erwischen, sonst wird es schwierig.“ Nur selten gäbe es Hinweise aus der Bevölkerung, bedauert Henry Wolter. „Wir können kaum einen Vorfall zur Anzeige bringen.“ Die 41 Kubikmeter Müll entsprechen etwa vier großen Müllcontainern. Henry Wolter wünscht sich von den Besuchern der Grillwiese mehr Achtsamkeit: „Sie sollen doch den Grillplatz so verlassen, wie sie ihn gerne vorfinden würden.“ Auch wenn die Situation auf der Grillwiese am Jägerhaus ärgerlich ist, die Stadtverwaltung möchte das Areal nicht sperren. Man hofft weiterhin auf das Verantwortungsbewusstsein der Grillfreunde und der Familien, die die Wiese täglich nutzen. Letztlich wird auf der Wiese am Wald wohl erst nach dem Ende der Grillsaison wieder Ruhe einkehren und der Müllberg kleiner werden.

https://www.esslinger-zeitung.de/inhalt ... 93497.html

Es wird alles immer mehr vermüllt und es gibt keinerlei Maßnahmen das zu unterbinden! Anstatt das erfolgreiche System "Singapur" einzusetzen reagiert man in Deutschland nur mit Schulterzucken.
=> Somit ist klar wohin die Reise geht, bald leben wir in Deutschland nur noch in einer Müllkippe!
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Re: Was tun gegen Müll in der Landschaft, Graffiti und verwahrloste Bauten?

Beitragvon Sören74 » Mo 24. Aug 2020, 21:28

jack000 hat geschrieben:(24 Aug 2020, 21:00)

Nun, in einer Ortschaft im Großraum Stuttgart sieht das so aus:

https://www.esslinger-zeitung.de/inhalt ... 93497.html

Es wird alles immer mehr vermüllt und es gibt keinerlei Maßnahmen das zu unterbinden! Anstatt das erfolgreiche System "Singapur" einzusetzen reagiert man in Deutschland nur mit Schulterzucken.
=> Somit ist klar wohin die Reise geht, bald leben wir in Deutschland nur noch in einer Müllkippe!


Nunja, wenn man in den letzten Jahrzehnten Planstellen in den kommunalen Verwaltungen abbaut und vollzogene Haushaltskürzungen in den Städten als Erfolge feiert, dann muss man sich auch nicht wundern, dass kaum noch Leute da sind, die solche Ordnungswidrigkeiten feststellen oder gar verhindern können. Ich bin kein Freund des Systems Singapur, ich halte das auf die Freiheitsrechte bezogen verheerend. Aber wenn man das schon als Vorbild hinstellt, dann bitte auch die Forderung stellen, dass Planstellen in den Verwaltungen aufgebaut werden und diese auch besser zu bezahlen sind. Sonst wird die Umsetzung scheitern.

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