"... dann ist das nicht mein Land."

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Flüchtlinge willkommen heißen / ins Land holen?

ja
27
45%
nein
33
55%
 
Abstimmungen insgesamt: 60
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Moses
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"... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Moses » Do 17. Sep 2015, 12:03

Ein Satz, den ich aus dem Mund eines deutschen Bundeskanzlers/einer Kanzlerin so nicht erwartet habe.

Zeigt sich hier, dass die Kanzlerin mit ihrem Umgang mit FLüchtlingen allein steht (die Mehrheit nicht mehr hinter sich hat) oder ist es ein weiterer Weckruf an alle, die ihren Kurs unterstützen, das auch nach außen zu tragen und das Feld nicht den Kritikern zu überlassen?

Ich vertrete ganz klar die Meinung, dass jeder Flüchtling zuerst einmal herzlich willkommen ist. Ob er mit seinem Ansinnen auf Asyl oder Einwanderung letztlich Erfolg hat oder nicht ist zweitrangig. Aber jeder, der (aus welchem Grund auch immer) seine Heimat verlässt und unter - stellenweise übermenschlichen - Anstrengungen hier in Deutschland ankommt, der sollte freundliche, lächelnde Gesichter vorfinden, die in willkommen heißen, vorbehaltlos! (denn über die Frage des Asyls entscheidet nicht der "Mann auf der Straße")

Ich würde gern hier, in einem Forum das alle politischen Richtungen vereint, herausfinden, ob Frau Dr. Merkel mit ihrer Einstellung zur momentanen Flüchtlingswelle bzw.mit ihrer Grundhaltung dazu tatsächlich alleine steht oder ob es noch "ihr Land" ist.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Brainiac » Do 17. Sep 2015, 12:12

Ich wollte genau diesen Strang auch schon aufmachen. :thumbup:

Wenn es in D soweit kommen sollte, dass man kein Mitgefühl mehr zeigen darf, weil das als einladend verstanden werden könnte, dann könnt ihr mich gernhaben.

Echt!!
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon ThorsHamar » Do 17. Sep 2015, 12:15

[...]
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Moses » Do 17. Sep 2015, 12:19

Brainiac » Do 17. Sep 2015, 12:12 hat geschrieben:Ich wollte genau diesen Strang auch schon aufmachen. :thumbup:

Wenn es in D soweit kommen sollte, dass man kein Mitgefühl mehr zeigen darf, weil das als einladend verstanden werden könnte, dann könnt ihr mich gernhaben.

Echt!!

Sehr schön zusammen gefasst!
Ich habe gestern auf dem Hamburger Hauptbahnhof den Willkommenspunkt für Flüchtlinge gesehen und war tief bewegt.
Am meisten hat mich eine Kleinigkeit am Rande bewegt. Ein kleines Mädchen stand mit ihren Eltern am Rander der menschentraube um den Glüchtlingssammelpunkt, direkt vor einem Spielwarenladen in dessen Schaufenster wunderschöne Plüschtiere ausgestellt waren - mit riesigen Kinderaugen!
Auf einmal tippt eine Helferin mit gelber Weste der kleinen auf die schulter und schenkt ihr ein einen kleinen Plüschbären . . . ich habe selten ein so glücklich strahlendes kleines Mädchen gesehen - und die gesichter der Eltern waren gezeichnet von einer Mischung aus Verwunderung, Freude und Dankbarkeit.
Selbst wenn ich mich den Ängsten der "Besorgten Bürger" vor den bösen Fremden hätte hingeben wollen, das was ich in diesen Augen gesehen habe hätte das unmöglich gemacht!
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Moses » Do 17. Sep 2015, 12:22


Ich kenn Dich und Deine Einstellung gut genug, dass ich diese Bemerkung von Dir hier erwartet habe - trotzdem bin ich froh, dass es nicht "Dein Land" ist - aber ich werde sogar für Deine Meinungsfreiheit kämpfen auch wenn ich Deine Meinung verachte!
Zuletzt geändert von Kopernikus am Fr 18. Sep 2015, 03:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Demolit » Do 17. Sep 2015, 12:25

Interessanter Faden, schaumer ma, was draus wird.

In zwei Dingen liegst du nicht richtig.
1. Der kleine Mann entscheidet sehr wohl über den Tatbestand Asylgewährung, er ist Teil des Souverains, der seinen Willen in Gestze gießen kann. Wenn die Mehrheit für ein anderes Asylgesetz ist, eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen nach einer Obergrenze will, dann wird das so geschehen.

2. Was heißt eigentlich unser ? Unser bezogen auf etwas Gemeinsames hat doch eine Abstufung in der Deutung jedes Einzelnen hin zu dem, was unser sein soll. Also ?

Ich z.B. habe ein anderes unser, als jemand, der sich anderen Hoffnungen, andere kulturelle Hinwendung hat. Deshalb wurde ja auch die Floskel vom sog. Verfassungspatriotismus in der alten BRD gefunden, das ist so als Konsens geblieben. Nur ist das ein Konstrukt, das aus rechtskontruktivistischer Grundlage heraus verbinden kann, verbinden sollte. Für den täglichen Gebrauch mit Deutschland zu leben bleibt es ein kaltes Herz. Gemeinsamkeit braucht mehr als ein Konstrukt, dass sich rational auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der Lebensgemeinschaft Deutschland bezieht.

Wir finden nichts anderes, deshalb nimmt die Bindungslosigkeit untereinander zu....deshalb ist Reaktion auf die fortschreitende Bindungslosigkeit , Abgrenzung, Rückzug bis hin zur Ablehnung dessen, der sich anders als das erwarteten Bild jedes Einzelnen hier aufstellt.

Deshalb wir es unser Land nie mehr geben..es wird my land, your land, his land sein...

.........never more this land is my land....

Deshalb gewinnen die die Deutung über das Land, was als Konstrukt noch Deutschland heißt, die nie hier zu irgendeiner Bindung beigetragen haben, eher stets auf Abgrenzung aus waren/sind. Die brauchen sich über so etwas Blödem wie geschichtliche Wurzel, gemeinsames Schicksal/Verantwortung usw keinen Kopf zu machen, die sind eh nie hier, sie sind nur da.

echt ;)
Zuletzt geändert von Demolit am Do 17. Sep 2015, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Agesilaos Megas » Do 17. Sep 2015, 12:27

Es ist schon seltsam:

Diese Frau bringt ein kleines Mädchen vor laufender Kamera zum Weinen und es herrscht allgemeine Satisfaktion (*Merkelstreichelt*).

Diese Frau sagt dann aber später, dieses Mädchen und alle anderen seien erst einmal willkommen; wäre dem nicht so, sei das nicht mehr das Deutschland, das sie kenne. Und dann spielen die Kritiker die Staatskrise. Als brächte man im Deutschland, das alle kennen, täglich Kinder zum Weinen.

Moses, wenn Du das vergleichst: Was meinst Du, was die Menschen mehr reizt? Zufriedenheit, dass Menschenrechte umgesetzt werden können oder die irrationale Angst vor Veränderung, Faulheit, Neid und Missgunst gegenüber neuen Dingen, die Arbeit kosten?

Ich für meinen Teil habe beobachtet, dass nicht nur die Dümmsten, sonern auch die Radikalsten am weitesten das Maul aufreißen, wenn die Probleme einmal herausfordernd sind. Und bedauerlicherweise steht ein Teil derjenigen, die Merkel stützen, auf eben diese Dummenliste. Die Politiker der unteren und hinteren Ränge ihres Flügels, die Quertreiber und Rechtsaußenfischer - es ist ihre Stunde. Noch vor kurzer Zeit hat die Opposition Merkel gelobt und selbst die Linke war mit Schäubles Rechenschaft zufrieden - der Höhepunkt der Einigkeit. Und jetzt kommt Feuer aus ihrem Lager.

Nur aus ihrem Lager? Mitnichten: Die jetzige Asylpolitik ist auch für Asylbefürworter ein Graus. Und nicht wenige vermuten, dass Dublin ein System der Scheinheiligkeit ist.

Merkel kommt aus dieser Krise nur heraus, wenn sie eindeutig Position bezieht, die Eu-Institutionen stärkt und Dublin beendet und nicht auf die Krawallisten von Rechts hört.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon obk » Do 17. Sep 2015, 12:40

Hallo

Ufff... Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen werden, sind meist schwierig... richtig war...

"Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen müssen, uns zu entschuldigen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Und die Abstimmung ist in meinen Augen zu schwarz-weiß: Ich z.B. will nicht, dass Flüchtlinge in's Land "geholt" werden bzw. nur in Ausnahmefällen... aber ich will schon gar nicht, dass sie pauschal abgewiesen werden oder D-Land und Europa keine Aufnhameregelungen schaffen. Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist derzeit das größte Problem.

MfG
Zuletzt geändert von obk am Do 17. Sep 2015, 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Svi Back » Do 17. Sep 2015, 12:43

Moses » Do 17. Sep 2015, 12:03 hat geschrieben:Ein Satz, den ich aus dem Mund eines deutschen Bundeskanzlers/einer Kanzlerin so nicht erwartet habe.

Zeigt sich hier, dass die Kanzlerin mit ihrem Umgang mit FLüchtlingen allein steht (die Mehrheit nicht mehr hinter sich hat) oder ist es ein weiterer Weckruf an alle, die ihren Kurs unterstützen, das auch nach außen zu tragen und das Feld nicht den Kritikern zu überlassen?

Ich vertrete ganz klar die Meinung, dass jeder Flüchtling zuerst einmal herzlich willkommen ist. Ob er mit seinem Ansinnen auf Asyl oder Einwanderung letztlich Erfolg hat oder nicht ist zweitrangig. Aber jeder, der (aus welchem Grund auch immer) seine Heimat verlässt und unter - stellenweise übermenschlichen - Anstrengungen hier in Deutschland ankommt, der sollte freundliche, lächelnde Gesichter vorfinden, die in willkommen heißen, vorbehaltlos! (denn über die Frage des Asyls entscheidet nicht der "Mann auf der Straße")

Ich würde gern hier, in einem Forum das alle politischen Richtungen vereint, herausfinden, ob Frau Dr. Merkel mit ihrer Einstellung zur momentanen Flüchtlingswelle bzw.mit ihrer Grundhaltung dazu tatsächlich alleine steht oder ob es noch "ihr Land" ist.


Diese Diskussion zu den Flüchtlingen ist speziell in Deutschland komplett emotionalisiert.
Diese Emotionalisierung nimmt Merkel jetzt auf. Jeder der Merkel kritisiert läuft Gefahr
nun als unmenschlich, ohne Empathie, unsolidarisch und ohne Willkommenskultur ausgestatteter
Grobian zu sein. Das erstickt die Diskussion durchaus im Keim.
Und natürlich bekommt sie Medial volle Rückendeckung.
Wenn selbst Jakob Augstein, der Merkel in all den Jahren mehr oder weniger die Pest an den Hals
gewünscht hat schreibt "Und Angela Merkel ist ein Vorbild - nicht nur für die Deutschen",
dann weiss man was die Stunde geschlagen hat.
Merkel strebt auf den Friedensnobelpreis dieses Jahr und die absolute Mehrheit 2017 zu.
Danach wird man sie heilig sprechen.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Moses » Do 17. Sep 2015, 12:48

obk » Do 17. Sep 2015, 12:40 hat geschrieben:Hallo

Ufff... Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen werden, sind meist schwierig... richtig war...

"Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen müssen, uns zu entschuldigen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Und die Abstimmung ist in meinen Augen zu schwarz-weiß: Ich z.B. will nicht, dass Flüchtlinge in's Land "geholt" werden bzw. nur in Ausnahmefällen... aber ich will schon gar nicht, dass sie pauschal abgewiesen werden oder D-Land und Europa keine Aufnhameregelungen schaffen. Diese Schwarz-Weiß-Malerei ist derzeit das größte Problem.

MfG

Ich gebe Dir recht. Nur fand ich keine bessere Möglichkeit eine Umfrage zu schreiben, alle Erweiterungen würden ins Uferlose führen.

Daher auch mein erklärender Text, meine Umfrage bezieht sich auf alle, die aus Ihrer Heimat fliehen. Und die Frage ist ob wir die tatsächlich Fliehenden nach Deutschland holen und sie Willkommen heißen sollen. Es sollte nicht suggerieren, dass ich Menschen dazu bewegen will, ihr Land zu verlassen um nach Deutschland zu kommen.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Nathan » Do 17. Sep 2015, 12:52

Moses » Do 17. Sep 2015, 12:03 hat geschrieben:Ein Satz, den ich aus dem Mund eines deutschen Bundeskanzlers/einer Kanzlerin so nicht erwartet habe.

Zeigt sich hier, dass die Kanzlerin mit ihrem Umgang mit FLüchtlingen allein steht (die Mehrheit nicht mehr hinter sich hat) oder ist es ein weiterer Weckruf an alle, die ihren Kurs unterstützen, das auch nach außen zu tragen und das Feld nicht den Kritikern zu überlassen?

Ich vertrete ganz klar die Meinung, dass jeder Flüchtling zuerst einmal herzlich willkommen ist. Ob er mit seinem Ansinnen auf Asyl oder Einwanderung letztlich Erfolg hat oder nicht ist zweitrangig. Aber jeder, der (aus welchem Grund auch immer) seine Heimat verlässt und unter - stellenweise übermenschlichen - Anstrengungen hier in Deutschland ankommt, der sollte freundliche, lächelnde Gesichter vorfinden, die in willkommen heißen, vorbehaltlos! (denn über die Frage des Asyls entscheidet nicht der "Mann auf der Straße")

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ich habe auch gestaunt. Eine echte menschliche Regung ohne Hurrapatriotismus, ohne Heuchelei - sehr mutig und ehrlich.

Und natürlich auch völlig richtig. Ich hoffe, Deutschland lässt seine Kanzlerin nicht im braunen Regen stehen.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Blickwinkel » Do 17. Sep 2015, 12:58

Tja, sie ist eben enttäuscht von den Deutschen, das kann ich auch verstehen. Schließlich halten wir keine Merkel-Bilder hoch und feiern sie als Retterin der Nation, sondern wir kritisieren sie. Wer mag denn schon solche Menschen?

Schließlich hat sie doch so viel Gutes getan. Zum Beispiel hat sie äh, den Euro gerettet? Ah ne, die Griechen sind ja nach wie vor Problemkind. Ähm, sie hat den Ukraine-Krieg beendet? Ach ne, der ist ja auch noch irgendwie im Gang.

Aber sie hat Millionen Menschen vor den bösen Ungarn und den bösen Österreichern gerettet! Ja, das hat sie gemacht. Und so wird sie in die Geschichte eingehen. Die Flüchtlingskanzlerin, sie rettete Millionen vor dem sicheren Hungertod in Ungarn und Österreich. :thumbup:
Zuletzt geändert von Blickwinkel am Do 17. Sep 2015, 13:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Nathan » Do 17. Sep 2015, 13:06

Agesilaos Megas » Do 17. Sep 2015, 12:27 hat geschrieben:Es ist schon seltsam:

Diese Frau bringt ein kleines Mädchen vor laufender Kamera zum Weinen und es herrscht allgemeine Satisfaktion (*Merkelstreichelt*).

Diese Frau sagt dann aber später, dieses Mädchen und alle anderen seien erst einmal willkommen; wäre dem nicht so, sei das nicht mehr das Deutschland, das sie kenne. Und dann spielen die Kritiker die Staatskrise. Als brächte man im Deutschland, das alle kennen, täglich Kinder zum Weinen.

Moses, wenn Du das vergleichst: Was meinst Du, was die Menschen mehr reizt? Zufriedenheit, dass Menschenrechte umgesetzt werden können oder die irrationale Angst vor Veränderung, Faulheit, Neid und Missgunst gegenüber neuen Dingen, die Arbeit kosten?

Ich für meinen Teil habe beobachtet, dass nicht nur die Dümmsten, sonern auch die Radikalsten am weitesten das Maul aufreißen, wenn die Probleme einmal herausfordernd sind. Und bedauerlicherweise steht ein Teil derjenigen, die Merkel stützen, auf eben diese Dummenliste. Die Politiker der unteren und hinteren Ränge ihres Flügels, die Quertreiber und Rechtsaußenfischer - es ist ihre Stunde. Noch vor kurzer Zeit hat die Opposition Merkel gelobt und selbst die Linke war mit Schäubles Rechenschaft zufrieden - der Höhepunkt der Einigkeit. Und jetzt kommt Feuer aus ihrem Lager.

Nur aus ihrem Lager? Mitnichten: Die jetzige Asylpolitik ist auch für Asylbefürworter ein Graus. Und nicht wenige vermuten, dass Dublin ein System der Scheinheiligkeit ist.

Merkel kommt aus dieser Krise nur heraus, wenn sie eindeutig Position bezieht, die Eu-Institutionen stärkt und Dublin beendet und nicht auf die Krawallisten von Rechts hört.


"Dublin" ist tot. Natürlich war das eine ganz bewusst bauernschlaue Regelung. Ein Blick auf die Karte zeigt ja, dass gemäß "Dublin" kein einziges Flüchtlingsbein jemals Deutschland betreten dürfte. Aber unsere Nachbarn sind auch nicht von gestern und haben sich um "Dublin" nicht mehr geschert. Recht hatten sie...du übrigens auch mit deiner Mutmaßung, Merkel sei selbst von Leuten umgeben, die auf der Dummenliste stehen, nur stehen ihre Gegner, allen voran leider die aus meinem ansonsten so angenehmen Bayern, auf der Liste der "Ultimativ Dummen". Das ist nun die Nagelprobe und es wird sich zeigen, aus welchem Holz AM wirklich geschnitzt ist.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon obk » Do 17. Sep 2015, 13:10

Blickwinkel » Do 17. Sep 2015, 11:58 hat geschrieben:Die Flüchtlingskanzlerin, sie rettete Millionen vor dem sicheren Hungertod in Ungarn und Österreich. :thumbup:


Hallo

O.k. - Alternative? Alle Flüchtlinge in Ö-Land und Ungarn lassen und dicht machen? Dann sollte D-Land aber gefälligst die Schnauze halten.

MfG
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Agesilaos Megas » Do 17. Sep 2015, 13:14

Nathan » Do 17. Sep 2015, 13:06 hat geschrieben:
"Dublin" ist tot. Natürlich war das eine ganz bewusst bauernschlaue Regelung. Ein Blick auf die Karte zeigt ja, dass gemäß "Dublin" kein einziges Flüchtlingsbein jemals Deutschland betreten dürfte. Aber unsere Nachbarn sind auch nicht von gestern und haben sich um "Dublin" nicht mehr geschert. Recht hatten sie...du übrigens auch mit deiner Mutmaßung, Merkel sei selbst von Leuten umgeben, die auf der Dummenliste stehen, nur stehen ihre Gegner, allen voran leider die aus meinem ansonsten so angenehmen Bayern, auf der Liste der "Ultimativ Dummen". Das ist nun die Nagelprobe und es wird sich zeigen, aus welchem Holz AM wirklich geschnitzt ist.



Das tritt vor allem jetzt hoch, weil Merkel die CDU/CSU nie wirklich geführt hat. Ihre Paladine durften dafür auch immer frei am Rad drehen, nicht selten im Süden. Aber es war ja auch nur eine Frage der Zeit. Gysi erwähnte einmal, dass es schwer für eine Ossi-Frau in der CDU sei, sich gegen die "arroganten Herren" durchzusetzen. Jetzt wird es sich eben zeigen. Vmtl. sitzt sie aber nur wieder aus, bis sich eine Meinung durchgesetzt hat.

Übrigens: AM kommt aus demselben Bundesland wie AM, also ich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach welchen pragmatischen Prämissen sie handeln wird. :)
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Blickwinkel » Do 17. Sep 2015, 13:20

obk » Do 17. Sep 2015, 13:10 hat geschrieben:
Hallo

O.k. - Alternative? Alle Flüchtlinge in Ö-Land und Ungarn lassen und dicht machen? Dann sollte D-Land aber gefälligst die Schnauze halten.

MfG


Da sind wir uns ja mal einig, dass D oder die Kanzlerin die Schnauze halten sollte. Angeblich hat sie aber das GR-Debakel PR-mässig wieder gut machen wollen mit ihren Aussagen zur Flüchtlingen, dass die Leute hierher kommen können. Deswegen gab es auch zig Zeitungsartikel in den dt. Leitmedien, dass das Ausland das alles ganz toll findet. Allerdings hat sie nicht mit dem Widerstand der östlichen EU-Länder gerechnet im Bezug auf die Quote. Sie dachte wohl, die würden ebenfalls sich ihrem Willen beugen wie bei dem 3. Hilfspaket für GR.

Da hat sie sich getäuscht, irgendwann ist auch den Osteuropäer nicht mehr zu vermitteln, warum sie mit weniger Geld als die GR auskommen sollen, aber diese zu finanzieren haben und gleichzeitig Flüchtlinge auf deutschem Niveau bei ihnen unterbringen sollen, was heißen würde, dass die Flüchtlinge mehr Geld als die einheimische Bevölkerung im Durchschnitt hätte!

Und falls das die Osteuropäer nicht mitmachen (was natürlich völliger Wahnsinn wäre, wenn sie es täten), kommen unsere dt. Gutmenschen ala Gabriel & Co. wieder hervorgekrochen und reden davon, wie unmenschlich die Menschen dort untergebracht werden und das dies ein Skandal ist usw., weil die Gutmenschen völlig den Bezug zur Realität verloren haben.
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Quatschki » Do 17. Sep 2015, 13:21

Moses » 17. Sep 2015, 12:19 hat geschrieben:Sehr schön zusammen gefasst!
Ich habe gestern auf dem Hamburger Hauptbahnhof den Willkommenspunkt für Flüchtlinge gesehen und war tief bewegt.
Am meisten hat mich eine Kleinigkeit am Rande bewegt. Ein kleines Mädchen stand mit ihren Eltern am Rander der menschentraube um den Glüchtlingssammelpunkt, direkt vor einem Spielwarenladen in dessen Schaufenster wunderschöne Plüschtiere ausgestellt waren - mit riesigen Kinderaugen!
Auf einmal tippt eine Helferin mit gelber Weste der kleinen auf die schulter und schenkt ihr ein einen kleinen Plüschbären . . . ich habe selten ein so glücklich strahlendes kleines Mädchen gesehen - und die gesichter der Eltern waren gezeichnet von einer Mischung aus Verwunderung, Freude und Dankbarkeit.
Selbst wenn ich mich den Ängsten der "Besorgten Bürger" vor den bösen Fremden hätte hingeben wollen, das was ich in diesen Augen gesehen habe hätte das unmöglich gemacht!

Gestern lief auf 3sat eine Reportage über Bangladesh und Indien.
In der Fünfzehnmillionenstadt Dhaka schauen dich aus jedem Verschlag und jedem Loch fünf Paar solcher Kinderaugen an
Die Stadt allein wäre mit ihrem Bevölkerungswachstum in der Lage, einen solchen Flüchtlingsstrom zu speisen, wie er derzeit über Europa als "Völkerwanderung" hereinbricht. Stattdessen werden sie dort irgendwo dazwischen gequetscht in gleichmütiger Duldsamkeit, wo die Böden immer weiter erodieren und versalzen und der Fluss immer mehr vermüllt und vergiftet wird.
Die Decke, die dort die Zivilisation noch zusammenhält, ist absolut auf Kante genäht und kann jederzeit zerreißen!
Und solche Megastädte gibt es überall in der Dritten Welt!
Mit Plüschbärenromantik wirst Du deren Probleme, die - wie man derzeit sehen kann - ganz schnell auch zu unseren werden, nicht beikommen können.
Den einfachen Bürgern sei sie belassen, aber von den Entscheidungsträgern muß man einen nüchternen Blick erwarten können, sonst sind sie definitiv fehl am Platze!
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Nathan » Do 17. Sep 2015, 13:28

Quatschki » Do 17. Sep 2015, 13:21 hat geschrieben:Gestern lief auf 3sat eine Reportage über Bangladesh und Indien.
In der Fünfzehnmillionenstadt Dhaka schauen dich aus jedem Verschlag und jedem Loch fünf Paar solcher Kinderaugen an
Die Stadt allein wäre mit ihrem Bevölkerungswachstum in der Lage, einen solchen Flüchtlingsstrom zu speisen, wie er derzeit über Europa als "Völkerwanderung" hereinbricht. Stattdessen werden sie dort irgendwo dazwischen gequetscht in gleichmütiger Duldsamkeit, wo die Böden immer weiter erodieren und versalzen und der Fluss immer mehr vermüllt und vergiftet wird.
Die Decke, die dort die Zivilisation noch zusammenhält, ist absolut auf Kante genäht und kann jederzeit zerreißen!
Und solche Megastädte gibt es überall in der Dritten Welt!
Mit Plüschbärenromantik wirst Du deren Probleme, die - wie man derzeit sehen kann - ganz schnell auch zu unseren werden, nicht beikommen können.
Den einfachen Bürgern sei sie belassen, aber von den Entscheidungsträgern muß man einen nüchternen Blick erwarten können, sonst sind sie definitiv fehl am Platze!


Supercool - für München gilt also 1,4 Millionen + 20.000 = 15 Millionen...Münchens Böden versalzen, die Isar wird vermüllt und vergiftet und alles wegen der Flüchtlinge...gut dass ich leise in meinen Teddy weinen kann...
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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon Nathan » Do 17. Sep 2015, 13:30

Agesilaos Megas » Do 17. Sep 2015, 13:14 hat geschrieben:

Das tritt vor allem jetzt hoch, weil Merkel die CDU/CSU nie wirklich geführt hat. Ihre Paladine durften dafür auch immer frei am Rad drehen, nicht selten im Süden. Aber es war ja auch nur eine Frage der Zeit. Gysi erwähnte einmal, dass es schwer für eine Ossi-Frau in der CDU sei, sich gegen die "arroganten Herren" durchzusetzen. Jetzt wird es sich eben zeigen. Vmtl. sitzt sie aber nur wieder aus, bis sich eine Meinung durchgesetzt hat.

Übrigens: AM kommt aus demselben Bundesland wie AM, also ich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach welchen pragmatischen Prämissen sie handeln wird. :)



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Re: "... dann ist das nicht mein Land."

Beitragvon MoOderSo » Do 17. Sep 2015, 13:32

Das war die neudeutsche Variante von:
„Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setze mich doch dafür ein.“
Damals hat man es bekanntlich auch immer gut gemeint.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.

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