Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

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Ach Gott
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Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 10:33

http://www.berliner-kurier.de/kiez-stad ... tem,2.html

Der Görlitzer Park in Berlin ist schon lange als Drogen-Umschlagplatz bekannt. Koks im Spielplatz-Sand, Dealer, immer wieder Polizeirazzien und Konsumtourismus. Längst gehen kaum noch Anwohner mit Kindern hin und im Dunkeln trauen sich viele nicht mehr allein in das Naherholungsgebiet. Während einige Anwohner angesichts der oft schwarzen Dealer auf Rassismus schalten, denken einige Kiezbewohner genau umgekehrt: Die schwarzen Dealer muss man vor Rassismus schützen, also darf es keine Kritik am Görlitzer Park geben. Der Bezirksbürgermeisterin reicht es, viele Anwohner sind verängstigt. Nachdem Chrystal Meth gefunden wurde, ein neuer Ansatz: Touristen sollen von Streetworkern gezielt aufgefordert werden, ihre Drogen woanders zu kaufen.

Wie kann man mit solchen lokalen Problemen sinnvoll umgehen? Eine allgemeine Diskussion über Drogenfreigabe bitte nicht in diesem Thread. Wie lösen andere Städte ihre Hotspot-Probleme?
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Tantris » Fr 21. Mär 2014, 10:38

Hm... du verlinkst zwar ein mieses boulevard blatt, aber, trotzdem steht da nichts drin, was du da behauptest.

Was wird das, wenns fertig ist?
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Sal Paradise » Fr 21. Mär 2014, 10:53

Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 10:33 hat geschrieben:Wie kann man mit solchen lokalen Problemen sinnvoll umgehen?


Das Sicherheitsgefühl im Görlitzer Park muss wieder hergestellt werden. Dafür ist knallhartes Vorgehen gegen Dealer im Zusammenspiel mit dem weiteren Ausbau von Therapieangeboten und Tagesstätten für Abhängige notwendig.
Zuletzt geändert von Sal Paradise am Fr 21. Mär 2014, 10:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Fr 21. Mär 2014, 11:03

Zaun drum, Nachts abschließen, Polizisten mit Drogenspürhunden patroullieren lassen.

Mittelfristig könnte das genau so kommen, da Gentrifizierung.
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Ach Gott
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 11:04

ein_Bürger » Fr 21. Mär 2014, 11:03 hat geschrieben:Zaun drum, Nachts abschließen, Polizisten mit Drogenspürhunden patroullieren lassen.

Mittelfristig könnte das genau so kommen, da Gentrifizierung.

Im Ausland habe ich einige öffentliche Stadtparks kennengelernt, die abends geschlossen sind. Gar kein so schlechtes Konzept.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 21. Mär 2014, 11:16

ein_Bürger » 21. Mär 2014, 11:03 hat geschrieben:Zaun drum, Nachts abschließen, Polizisten mit Drogenspürhunden patroullieren lassen.

Mittelfristig könnte das genau so kommen, da Gentrifizierung.

Dann hat man (vielleicht) das Problem am Görlitzer Park gelöst und hat es woanders. denn die Dealer werden nicht ihren Job aufgeben sondern nur den Standort.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 11:29

Dampflok94 » Fr 21. Mär 2014, 11:16 hat geschrieben:
ein_Bürger » 21. Mär 2014, 11:03 hat geschrieben:Zaun drum, Nachts abschließen, Polizisten mit Drogenspürhunden patroullieren lassen.

Mittelfristig könnte das genau so kommen, da Gentrifizierung.

Dann hat man (vielleicht) das Problem am Görlitzer Park gelöst und hat es woanders. denn die Dealer werden nicht ihren Job aufgeben sondern nur den Standort.

Damit wäre schon viel erreicht. Ein Dealer in der Szenekneipe ist was anderes als harte Drogen im Sandkasten.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Fr 21. Mär 2014, 11:37

Dampflok94 » Fr 21. Mär 2014, 11:16 hat geschrieben:
ein_Bürger » 21. Mär 2014, 11:03 hat geschrieben:Zaun drum, Nachts abschließen, Polizisten mit Drogenspürhunden patroullieren lassen.

Mittelfristig könnte das genau so kommen, da Gentrifizierung.

Dann hat man (vielleicht) das Problem am Görlitzer Park gelöst und hat es woanders. denn die Dealer werden nicht ihren Job aufgeben sondern nur den Standort.


Wenn Drogenverkauf ein zu großes Problem wird, das nicht mit einfachen Ordnungsmaßnahmen eingedämmt werden kann, müsste eine Kriminalisierung des des Drogenkaufs erwogen werden: Wo weniger Kunden, da auch weniger Händler. Fürs erste sollte es aber bewerkstelligt werden, Kindern und Familien wieder ungehindert Zugang zum Park zu ermöglichen, ohne dabei das BtMG zu ändern. Es könnten z.B. auch Warnschilder aufgestellt und Personen (v.a. auch Touristen) öfter kontrolliert werden.
Zuletzt geändert von Zweiundvierzig am Fr 21. Mär 2014, 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Tantris » Fr 21. Mär 2014, 11:41

Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 12:29 hat geschrieben:
Dampflok94 » Fr 21. Mär 2014, 11:16 hat geschrieben:Dann hat man (vielleicht) das Problem am Görlitzer Park gelöst und hat es woanders. denn die Dealer werden nicht ihren Job aufgeben sondern nur den Standort.

Damit wäre schon viel erreicht. Ein Dealer in der Szenekneipe ist was anderes als harte Drogen im Sandkasten.


Die kinder spielen dort nachts im geschlossenen park im sandkasten?
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 11:45

ein_Bürger » Fr 21. Mär 2014, 11:37 hat geschrieben:
Dampflok94 » Fr 21. Mär 2014, 11:16 hat geschrieben:Dann hat man (vielleicht) das Problem am Görlitzer Park gelöst und hat es woanders. denn die Dealer werden nicht ihren Job aufgeben sondern nur den Standort.


Wenn Drogenverkauf ein zu großes Problem wird, das nicht mit einfachen Ordnungsmaßnahmen eingedämmt werden kann, müsste eine Kriminalisierung des des Drogenkaufs erwogen werden: Wo weniger Kunden, da auch weniger Händler. Fürs erste sollte es aber bewerkstelligt werden, Kindern und Familien wieder ungehindert Zugang zum Park zu ermöglichen, ohne dabei das BtMG zu ändern. Es könnten z.B. auch Warnschilder aufgestellt und Personen (v.a. auch Touristen) öfter kontrolliert werden.

Der Tourismus ist das zentrale Problem: Unter den Kunden sind viele Tagestouristen, das zieht auch die Dealer an. Wenn dann wie im Artikel beschrieben Chrystal Meth im Gelände gefunden wird und kleine Drogenkügelchen im Sand, dann resignieren viele Anwohner.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon jack000 » Fr 21. Mär 2014, 11:54

Tantris » Fr 21. Mär 2014, 11:41 hat geschrieben:
Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 12:29 hat geschrieben:Damit wäre schon viel erreicht. Ein Dealer in der Szenekneipe ist was anderes als harte Drogen im Sandkasten.


Die kinder spielen dort nachts im geschlossenen park im sandkasten?

Hat man die Drogen nachts dort gefunden?
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Tantris » Fr 21. Mär 2014, 11:55

jack000 » Fr 21. Mär 2014, 12:54 hat geschrieben:
Tantris » Fr 21. Mär 2014, 11:41 hat geschrieben:
Die kinder spielen dort nachts im geschlossenen park im sandkasten?

Hat man die Drogen nachts dort gefunden?


Hm... und welchen sinn macht dann eine nächtliche schliießung des parks, wenn eh alles tagsüber passiert?
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon jack000 » Fr 21. Mär 2014, 11:57

[quote="[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=2458667#p2458667]Wie kann man mit solchen lokalen Problemen sinnvoll umgehen? Eine allgemeine Diskussion über Drogenfreigabe bitte nicht in diesem Thread. Wie lösen andere Städte ihre Hotspot-Probleme?[/quote]
Abgesehen von der Drogenfreigabe (Was hier nicht das Thema ist) natürlich Mehr Kontrollen, höhere Strafen, etc... So lange bis man durch den Park gehen kann ohne belästigt zu werden.
Dann ist in jedem Fall der Park "sauber" aber das Problem noch da.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Tantris » Fr 21. Mär 2014, 11:58

jack000 » Fr 21. Mär 2014, 12:57 hat geschrieben:[quote="[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=2458667#p2458667]Wie kann man mit solchen lokalen Problemen sinnvoll umgehen? Eine allgemeine Diskussion über Drogenfreigabe bitte nicht in diesem Thread. Wie lösen andere Städte ihre Hotspot-Probleme?

Abgesehen von der Drogenfreigabe (Was hier nicht das Thema ist) natürlich Mehr Kontrollen, höhere Strafen, etc... So lange bis man durch den Park gehen kann ohne belästigt zu werden.
Dann ist in jedem Fall der Park "sauber" aber das Problem noch da.[/quote]

Höhere strafen sind ein patentrezept für alles!

Schwarze pädagogik sollte man schon bei kindern anwenden. Unbedingt! Wir müssen alle kleine jacks werden.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon jack000 » Fr 21. Mär 2014, 11:59

Tantris » Fr 21. Mär 2014, 11:55 hat geschrieben:
jack000 » Fr 21. Mär 2014, 12:54 hat geschrieben:Hat man die Drogen nachts dort gefunden?


Hm... und welchen sinn macht dann eine nächtliche schliießung des parks, wenn eh alles tagsüber passiert?

Ich habe mich nicht zur Schließung des Parks geäußert.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 12:06

jack000 » Fr 21. Mär 2014, 11:59 hat geschrieben:
Tantris » Fr 21. Mär 2014, 11:55 hat geschrieben:
Hm... und welchen sinn macht dann eine nächtliche schliießung des parks, wenn eh alles tagsüber passiert?

Ich habe mich nicht zur Schließung des Parks geäußert.

Mit diesem Benutzer zu diskutieren, ist wie Pudding an die Wand nageln. Nur hässlicher. Ohne eine gewisse Präsenz von Ordnungspersonal lässt sich da wohl auf Dauer wenig erreichen. Gutes Zureden hilft nichts, wenn jeden Tag neue Touristen als Konsumenten da sind. Gäste verhalten sich nicht immer nachhaltig.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Fr 21. Mär 2014, 12:10

Ach Gott » Fr 21. Mär 2014, 11:45 hat geschrieben:
ein_Bürger » Fr 21. Mär 2014, 11:37 hat geschrieben:
Wenn Drogenverkauf ein zu großes Problem wird, das nicht mit einfachen Ordnungsmaßnahmen eingedämmt werden kann, müsste eine Kriminalisierung des des Drogenkaufs erwogen werden: Wo weniger Kunden, da auch weniger Händler. Fürs erste sollte es aber bewerkstelligt werden, Kindern und Familien wieder ungehindert Zugang zum Park zu ermöglichen, ohne dabei das BtMG zu ändern. Es könnten z.B. auch Warnschilder aufgestellt und Personen (v.a. auch Touristen) öfter kontrolliert werden.

Der Tourismus ist das zentrale Problem: Unter den Kunden sind viele Tagestouristen, das zieht auch die Dealer an. Wenn dann wie im Artikel beschrieben Chrystal Meth im Gelände gefunden wird und kleine Drogenkügelchen im Sand, dann resignieren viele Anwohner.


Genau da muss man auch ansetzen. Die Dealer am Görli gibt's schon seit langem, die haben dort Jahre lang nur Hasch verkauft und sich auch von Kindern sowie Nichtkunden ferngehalten. Erst der neue Party-ohne-Ende-Tourismus hat die Auswüchse verursacht. Also: Einfach öfter mal Touristen kontrollieren. Die erkennt man auch ganz gut, die laufen sogar schon auf der Straße zugedröhnt rum.
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Kopernikus » Fr 21. Mär 2014, 12:16

14 Hektar idyllische Vorhölle

Der Görlitzer Park um den ehemaligen Görlitzer Bahnhof im Berliner Bezirk Kreuzberg gilt einigen Boulevardmedien und Politikerinnen und Politikern als Kriminalitätsbrennpunkt. Die ganze Wahrheit über den kleinen Grünstreifen »Görli«, wie er in Berlin verharmlosend genannt wird.

Eine Art Vorhölle mit Bäumen drumherum – so ungefähr wird der mitten in Kreuzberg gelegene Görlitzer Park derzeit von diversen Zeitungen des Springer-Konzerns in immer neuen Artikeln und Kommentaren beschrieben. »Überall im Gebüsch liegen ja die Päckchen mit Rauschgift«, weiß die Boulevardzeitung B.Z., »verwahrlost« sei das Gelände, »grüne Verlogenheit hat die ganze Gegend vergiftet«, und überhaupt: »Niemand geht heute gerne mehr durch den einst beliebten Görli.« Bis auf Drogendealer, die diejenigen Menschen, die sich trotz des dort tobenden »Irrsinns« in den Park verirren, auf Schritt und Tritt belästigen würden.

»In Kreuzberg vergeht kaum noch ein Tag ohne Meldungen der Polizei zu weiteren Gewalttaten im Bereich des Görlitzer Parks«, klagte im Juli die Berliner Morgenpost und schilderte den Fall eines psychisch kranken Mannes, der ebenso regelmäßig wie wahllos Passanten angriff – allerdings nicht im Park, sondern auf den Straßen der Umgebung. Anhand einiger anonymer Aussagen konstatierte die Zeitung, dass unter Anwohnern, Touristen und Gewerbetreibenden »Angst und Unruhe« herrschen würden. Denn der Park ist der Welt zufolge kein Park, vielmehr sei er heute »eine verkommene Wiese, von afrikanischen Drogenhändlern dauerhaft besetzt«. Entsprechend, so die B.Z., sei der »Görli« eine No-Go-Area, denn: »Für die Anwohner sind es 14 Hektar Angst, eine Tabu-Zone mitten in ihrem Kiez.« Und: »Anwohner meiden den Erholungsort zwischen Görlitzer und Wiener Straße schon längst.« Dazu passend zitierte das Blatt die neue grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, die ebenfalls »dort Angst« habe, mit den Worten: »Ich gehe seit den achtziger Jahren da nachts nicht mehr durch. Viel zu dunkel, auch andere fühlen sich hier nachts nicht wohl.« Dass Herrmann kurz darauf auf Twitter erklärte, nach Anbruch der Dunkelheit prinzipiell durch keinen Park der Stadt allein zu laufen, tat der Begeisterung bei Springer über das Zitat keinen Abbruch: In keinem Bericht fehlt seither der Hinweis darauf, dass sich selbst die Politikerin dort fürchte. Wenig überraschend, wurde die dauernde Kritik an der zentralen Grünanlage schließlich von der NPD übernommen. Ende August verfasste Udo Voigt einen offenen Brief an Herrmann, in dem alle Klischees über den »Görli« noch einmal aufgegriffen wurden.

[...]

Wie auch im weiteren Verlauf des Artikels deutlich wird, ist die Problemlage "Görlitzer Park" vor allem eine "Story", die von den Boulevardmedien mit allerlei fantasiereichen Ausschmückungen angereichert wird.
http://kartoffeln-im-netz.tumblr.com/
"Das Volk ist immer da, wo das große Maul, die heftigste Phrase ist." Alfred Döblin
http://www.youtube.com/watch?v=xwsOi0ypuSI
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Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Tantris » Fr 21. Mär 2014, 12:21

Kopernikus » Fr 21. Mär 2014, 13:16 hat geschrieben:14 Hektar idyllische Vorhölle

Der Görlitzer Park um den ehemaligen Görlitzer Bahnhof im Berliner Bezirk Kreuzberg gilt einigen Boulevardmedien und Politikerinnen und Politikern als Kriminalitätsbrennpunkt. Die ganze Wahrheit über den kleinen Grünstreifen »Görli«, wie er in Berlin verharmlosend genannt wird.

Eine Art Vorhölle mit Bäumen drumherum – so ungefähr wird der mitten in Kreuzberg gelegene Görlitzer Park derzeit von diversen Zeitungen des Springer-Konzerns in immer neuen Artikeln und Kommentaren beschrieben. »Überall im Gebüsch liegen ja die Päckchen mit Rauschgift«, weiß die Boulevardzeitung B.Z., »verwahrlost« sei das Gelände, »grüne Verlogenheit hat die ganze Gegend vergiftet«, und überhaupt: »Niemand geht heute gerne mehr durch den einst beliebten Görli.« Bis auf Drogendealer, die diejenigen Menschen, die sich trotz des dort tobenden »Irrsinns« in den Park verirren, auf Schritt und Tritt belästigen würden.

»In Kreuzberg vergeht kaum noch ein Tag ohne Meldungen der Polizei zu weiteren Gewalttaten im Bereich des Görlitzer Parks«, klagte im Juli die Berliner Morgenpost und schilderte den Fall eines psychisch kranken Mannes, der ebenso regelmäßig wie wahllos Passanten angriff – allerdings nicht im Park, sondern auf den Straßen der Umgebung. Anhand einiger anonymer Aussagen konstatierte die Zeitung, dass unter Anwohnern, Touristen und Gewerbetreibenden »Angst und Unruhe« herrschen würden. Denn der Park ist der Welt zufolge kein Park, vielmehr sei er heute »eine verkommene Wiese, von afrikanischen Drogenhändlern dauerhaft besetzt«. Entsprechend, so die B.Z., sei der »Görli« eine No-Go-Area, denn: »Für die Anwohner sind es 14 Hektar Angst, eine Tabu-Zone mitten in ihrem Kiez.« Und: »Anwohner meiden den Erholungsort zwischen Görlitzer und Wiener Straße schon längst.« Dazu passend zitierte das Blatt die neue grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, die ebenfalls »dort Angst« habe, mit den Worten: »Ich gehe seit den achtziger Jahren da nachts nicht mehr durch. Viel zu dunkel, auch andere fühlen sich hier nachts nicht wohl.« Dass Herrmann kurz darauf auf Twitter erklärte, nach Anbruch der Dunkelheit prinzipiell durch keinen Park der Stadt allein zu laufen, tat der Begeisterung bei Springer über das Zitat keinen Abbruch: In keinem Bericht fehlt seither der Hinweis darauf, dass sich selbst die Politikerin dort fürchte. Wenig überraschend, wurde die dauernde Kritik an der zentralen Grünanlage schließlich von der NPD übernommen. Ende August verfasste Udo Voigt einen offenen Brief an Herrmann, in dem alle Klischees über den »Görli« noch einmal aufgegriffen wurden.

[...]

Wie auch im weiteren Verlauf des Artikels deutlich wird, ist die Problemlage "Görlitzer Park" vor allem eine "Story", die von den Boulevardmedien mit allerlei fantasiereichen Ausschmückungen angereichert wird.


...was dem TE allerings nicht gereicht hat. Er hat noch ein paar eigene erfindungen hinzugefügt. Die realität ist halt immer ein bisschen langweilig.
Zweiundvierzig

Re: Berlin Görlitzer Park - Wie kann man damit umgehen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Fr 21. Mär 2014, 12:25

Kopernikus » Fr 21. Mär 2014, 12:16 hat geschrieben:14 Hektar idyllische Vorhölle

Der Görlitzer Park um den ehemaligen Görlitzer Bahnhof im Berliner Bezirk Kreuzberg gilt einigen Boulevardmedien und Politikerinnen und Politikern als Kriminalitätsbrennpunkt. Die ganze Wahrheit über den kleinen Grünstreifen »Görli«, wie er in Berlin verharmlosend genannt wird.

Eine Art Vorhölle mit Bäumen drumherum – so ungefähr wird der mitten in Kreuzberg gelegene Görlitzer Park derzeit von diversen Zeitungen des Springer-Konzerns in immer neuen Artikeln und Kommentaren beschrieben. »Überall im Gebüsch liegen ja die Päckchen mit Rauschgift«, weiß die Boulevardzeitung B.Z., »verwahrlost« sei das Gelände, »grüne Verlogenheit hat die ganze Gegend vergiftet«, und überhaupt: »Niemand geht heute gerne mehr durch den einst beliebten Görli.« Bis auf Drogendealer, die diejenigen Menschen, die sich trotz des dort tobenden »Irrsinns« in den Park verirren, auf Schritt und Tritt belästigen würden.

»In Kreuzberg vergeht kaum noch ein Tag ohne Meldungen der Polizei zu weiteren Gewalttaten im Bereich des Görlitzer Parks«, klagte im Juli die Berliner Morgenpost und schilderte den Fall eines psychisch kranken Mannes, der ebenso regelmäßig wie wahllos Passanten angriff – allerdings nicht im Park, sondern auf den Straßen der Umgebung. Anhand einiger anonymer Aussagen konstatierte die Zeitung, dass unter Anwohnern, Touristen und Gewerbetreibenden »Angst und Unruhe« herrschen würden. Denn der Park ist der Welt zufolge kein Park, vielmehr sei er heute »eine verkommene Wiese, von afrikanischen Drogenhändlern dauerhaft besetzt«. Entsprechend, so die B.Z., sei der »Görli« eine No-Go-Area, denn: »Für die Anwohner sind es 14 Hektar Angst, eine Tabu-Zone mitten in ihrem Kiez.« Und: »Anwohner meiden den Erholungsort zwischen Görlitzer und Wiener Straße schon längst.« Dazu passend zitierte das Blatt die neue grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, die ebenfalls »dort Angst« habe, mit den Worten: »Ich gehe seit den achtziger Jahren da nachts nicht mehr durch. Viel zu dunkel, auch andere fühlen sich hier nachts nicht wohl.« Dass Herrmann kurz darauf auf Twitter erklärte, nach Anbruch der Dunkelheit prinzipiell durch keinen Park der Stadt allein zu laufen, tat der Begeisterung bei Springer über das Zitat keinen Abbruch: In keinem Bericht fehlt seither der Hinweis darauf, dass sich selbst die Politikerin dort fürchte. Wenig überraschend, wurde die dauernde Kritik an der zentralen Grünanlage schließlich von der NPD übernommen. Ende August verfasste Udo Voigt einen offenen Brief an Herrmann, in dem alle Klischees über den »Görli« noch einmal aufgegriffen wurden.

[...]

Wie auch im weiteren Verlauf des Artikels deutlich wird, ist die Problemlage "Görlitzer Park" vor allem eine "Story", die von den Boulevardmedien mit allerlei fantasiereichen Ausschmückungen angereichert wird.


Der Görli ist voll von Dealern, breiten Touristen und Einheimischen, (leeren) Drogentütchen usw.

Herospritzer gibt's auch, die verstecken sich aber in irgendwelchen Häuserecken. Und der Kotti ist ja auch nicht weit... :rolleyes:
Zuletzt geändert von Zweiundvierzig am Fr 21. Mär 2014, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.

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