Einwanderungsgesetze verschärfen

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obk
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon obk » Fr 11. Sep 2015, 21:57

Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 20:20 hat geschrieben:Wer aus einem sicheren Drittland kommt, kann ein Arbeitsvisum beantragen oder versuchen sonst wie legal ins Land zu kommen. Das kann ich von Flüchtlingen und Verfolgten nicht verlangen.


Hallo

Und wie wir das machen. Jeder Flüchtling aus Syrien, der z.Zt. sich in der Türkei aufhält, könnte über iDATA ein Visum beantragen... aber mach mal ohne Arme... und schau Dir allein die formellen Anforderungen an...

Und Grenze dich machen... erklär mal, wie das aussieht. Darüber hinaus wäre es das Eingeständnis, dass Europa versagt hat. Schöne Wertegemeinschaft...

MfG
Zuletzt geändert von obk am Fr 11. Sep 2015, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 22:04

obk » Fr 11. Sep 2015, 21:57 hat geschrieben:
Hallo

Und wie wir das machen. Jeder Flüchtling aus Syrien, der z.Zt. sich in der Türkei aufhält, könnte über iDATA ein Visum beantragen... aber mach mal ohne Arme... und schau Dir allein die formellen Anforderungen an...

MfG


Lies doch einfach mal meine letzten Beiträge und verabschiede dich von deiner selektiven Wahrnehmung.

Erst einmal habe ich gesagt, dass ich es falsch finde jede Einreise ohne gültigen Status strafrechtlich gleich als illegale Einreise zu subsumieren.

Dann habe ich nicht davon geredet, dass Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende ein Visum beantragen sollen. Nach meinem Rechtsverständnis erhalten sie einen vorläufigen Aufenthaltsstatus, wenn sie ihr Anliegen hier vortragen.

Wer tatsächlich als Tourist, als Student, als Arbeitnehmer oder mit dem Ziel der Einwanderung einreist, von dem kann ich erwarten, dass er den vorgegebenen Weg geht. Dafür gibt es Botschaften. Dafür gibt es Menschen, die einem helfen können. Und dazu sollten die eigenen Möglichkeiten ausreichen.

Die formellen Anforderungen kann man ja durchaus diskutieren. Es geht doch erst einmal um grundsätzliches. Hohe formelle Anforderungen sind aber keine Rechtfertigung für eine illegale Einreise oder einen illegalen Aufenthalt.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon obk » Fr 11. Sep 2015, 22:13

Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 21:04 hat geschrieben:Dann habe ich nicht davon geredet, dass Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende ein Visum beantragen sollen. Nach meinem Rechtsverständnis erhalten sie einen vorläufigen Aufenthaltsstatus, wenn sie ihr Anliegen hier vortragen.


Hallo

Ja... und ich gebe sogar gerne zu, dass es dazu im Fall der Syrer in der Türkei ein System gibt... hast Du es Dir denn mal angeschaut. Geht online ja ganz gut...

...es ist aber so angelegt, dass (fast) keiner der Betreffenden es bewältigen kann. Was bleibt ihm dann noch? Richtig... der Versuch der illegalen Einreise.

Schau Dir mal die Realitäten an und leg Deine ideologische Brille ab! :p

MfG
Päule0815

Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 22:25

obk » Fr 11. Sep 2015, 22:13 hat geschrieben:
Schau Dir mal die Realitäten an und leg Deine ideologische Brille ab! :p

MfG


Sagte ich nicht soetwas wie....

Dann habe ich nicht davon geredet, dass Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende ein Visum beantragen sollen. Nach meinem Rechtsverständnis erhalten sie einen vorläufigen Aufenthaltsstatus, wenn sie ihr Anliegen hier vortragen.


Mir ist nicht bekannt, dass Flüchtlinge und Asylsuchende ein Visum benötigen. Sie stellen einen Antrag bzw. Asylantrag.

Bitte, rede bei mir nicht von einer ideologischen Brille und Realitätsverlust. Ich vertrete hier keine Ideologie und versuche die Realität abzubilden. Daneben vertrete ich MEINE Meinung, die sich an Demokratie und Rechtsaat orientiert. Ich sage nicht - holt alle - und nicht - schickt sie alle weg - das wäre ideologisch.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon obk » Fr 11. Sep 2015, 22:31

Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 21:25 hat geschrieben:
Sagte ich nicht soetwas wie....



Hallo

Wer aus einem sicheren Drittland kommt, kann ein Arbeitsvisum beantragen oder versuchen sonst wie legal ins Land zu kommen. Das kann ich von Flüchtlingen und Verfolgten nicht verlangen.


Die Antwort darauf liest Du dir jetzt bitte zusammen...

MfG
Päule0815

Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 22:34

obk » Fr 11. Sep 2015, 22:31 hat geschrieben:
Hallo



Die Antwort darauf liest Du dir jetzt bitte zusammen...

MfG


Projiziere bitte nicht deine Leseprobleme auf mich.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon obk » Fr 11. Sep 2015, 22:44

Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 21:34 hat geschrieben:
Projiziere bitte nicht deine Leseprobleme auf mich.


Hallo

Bleibt mir leider nichts anderes übrig!

Bzw. doch... das Ganze mal in der Realität vor Ort gesehen? Dann würdest Du einiges verstehen!

MfG
Päule0815

Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Päule0815 » Sa 12. Sep 2015, 00:28

obk » Fr 11. Sep 2015, 22:44 hat geschrieben:
Hallo

Bleibt mir leider nichts anderes übrig!


Da möchte ich nicht in deiner Haut stecken, wenn du deine Probleme immer auf andere projizieren musst.


obk » Fr 11. Sep 2015, 22:44 hat geschrieben:Bzw. doch... das Ganze mal in der Realität vor Ort gesehen? Dann würdest Du einiges verstehen!

MfG


Oh glaube mir, ich habe vieles real vor Ort gesehen und erlebt. Ich habe da eine fast 30jährige Erfahrung in verschiedensten Fällen und Konstellationen.

Ich habe selber als Flüchtlingshelfer gearbeitet.

Die Realität ist mir umfassend aus verschiedenen Blickwinkeln bekannt und gegenwärtig.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Brimborium » Sa 12. Sep 2015, 06:35

Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 21:06 hat geschrieben:Illegale Einreise sollte erst dann strafbar sein, wenn eine rechtskräftige Abschiebung oder Ausweisung besteht.

Soll ein Flüchtling oder Asylsuchender vorher anrufen und um eine Einreiseerlaubnis ersuchen?

Ich muss ein Land betreten, um dort um Asyl zu ersuchen oder als Flüchtling um Schutz zu bitten.

Wenn die Flüchtlinge in Massen in ein Land strömen und die Gefahr besteht, dass Teile der öffentlichen
Infrastruktur gefährdet sind, dann muss man sich allerdings auch kluge Strategien überlegen.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon obk » Sa 12. Sep 2015, 06:57

Päule0815 » Fr 11. Sep 2015, 23:28 hat geschrieben:
Da möchte ich nicht in deiner Haut stecken, wenn du deine Probleme immer auf andere projizieren musst.




Oh glaube mir, ich habe vieles real vor Ort gesehen und erlebt. Ich habe da eine fast 30jährige Erfahrung in verschiedensten Fällen und Konstellationen.

Ich habe selber als Flüchtlingshelfer gearbeitet.

Die Realität ist mir umfassend aus verschiedenen Blickwinkeln bekannt und gegenwärtig.


Hallo

Dann wüsstest Du auch, dass wir a) ganz offizell auch von Flüchtlingen - wenn sie aus sicheren Herkunftsländern kommen - ein Einreiseverfahren erwarten, das einer Visumspflicht gleich kommt und b) dass dies aufgrund der dortigen Verhältnisse niemand leisten kann. Schon mal gesagt: Schau's Dir doch einfach mal an bei iDATA... solche Umstände, die Verhältnisse vor Ort und die Tatsache, dass auch D-Land einfach nur weg geschaut hat, haben die jetztige Situation herbei gehführt. Und angesichts dessen, bleibt dein Satz einfach nur eine Phrase.

Aber erzähl doch mal von Deiner Erfahrungen als Flüchtlingshelfer! Wo war das? Um welche Menschen und Regionen ging es denn? Wie war dort die Situation vor Ort? Hast Du Bildmaterial?

MfG
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Thales » So 13. Sep 2015, 16:28

Perdedor » Fr 11. Sep 2015, 16:30 hat geschrieben:Ich meinte das natürlich nur im Zusammenhang mit demographischen Fragen. Wenn wir die Auswirkungen einer bestimmten demographischen Situation auf eine Gesellschaft besprechen ist in erster Linie die Altersstruktur relevant. Bevölkerungszahl und -dichte hingegen kaum (nur in Extremfällen, die in Dtl allerdings in keine Richtung gegeben sind).
Selbstverständlich gibt es neben der Demographie noch andere relevante Aspekte für das Wohlergehen einer Gesellschaft.

Und wie sieht für dich die ideale Alterstruktur aus?
Die berühmte Bevölkerungspyramide kann es nicht sein.
http://www.diercke.de/content/altersauf ... 750-56-5-0
Als Deutschland wirklich zu eine Wirtschaftsmacht wurde, hatte es noch eine echte Pyramidenform. Aber das ist auch bei vielen Entwicklungsländern der Fall und es bringt nichts, nur enorme Armut und wie im Falle von Syrien Bürgerkrieg. Überhaupt, Krieg ist die häufigste Folge von überhöhten Geburtenraten. Deutschland brauchte plötzlich mehr RAUM. Hat man einen Baby-Boom-Bauch in der Altersstruktur, dann kommt spätestens nach 40 Jahren das große Gejammer wegne den „zu vielen Alten“.
Die ideale Alterstruktur kann ja in Friedenszeiten nur die Form eines Hochhauses mit einem flachen Satteldach haben. Und dann ist der Abhängigkeitsquotient für immer 1. Damit muss man sich abfinden. Werte unter 1 sind schön für die Wirtschaft, aber auf Dauer nicht möglich.
Im Vergleich zu was? Es ging hier ja nicht um Einwanderung vs Kinder, sondern um Einwanderung vs keine Einwanderung bei gegebenen Rahmenbedingungen. Selbstverständlich könnte die Alterstruktur mittelfristig auch durch mehr Nachwuchs verbessert werden. Aber die Fertilitätsrate ist trotz aller Anstrengungen konstant und man kann Menschen nicht zum Kinder kriegen zwingen. Um in dieser Situation die Alterstruktur einigermaßen zu stabilisieren, ist eine erhebliche Einwanderung notwendig. Oder die Soylent Green Variante. ;)

:D
So weit muss es nicht kommen. Durch geschickte Steuergesetze kann man alles steuern, deswegen heißen sie STEUERgesetze.
Kindergeld ersatzlos streichen!
Kindern aus Familien ohne oder mit sehr niedrigem Einkommen sollte man nur durch Sachleistungen helfen.
Steuervergünstigungen für Familien mit mehr als 1 Kind.
So etwas in der Art.
„Eine erhebliche Einwanderung“ ist der falsche Ansatz.
Sicher geht das. Asyl und Einwanderung ist nicht dasselbe. Beim Asyl kann man nicht auf diese Weise selektieren, bei Einwanderung schon.
Darüberhinaus ist es bereits hilfreich, wenn Kinder kommen, die hier ausgebildet werden können (und die danach auch bleiben). Die Eltern müssen da gar nicht so hoch qualifiziert sein.

Ohne eine Gesamtquote bringt ein Einwanderungsgesetz gar nichts. Wer es nicht über die Einwanderungsgesetze schafft, verlangt Asyl und wenn kein Asylgrund vorliegt, wird geduldet.

Damit vertreibst du dann aber wieder "Leistungsträger". So einfach ist es leider nicht.

Doch, ganz einfach würde das gehen. Firmen, die zB Doppelverdiener mit mehr als einem Kind beschäftigen, erhalten eine Steuervergünstigung. Im Gegenzug verpflichten sie sich zu einer familienfreundlichen Firmenpolitik und zwar nur für die Familien mit 2 Kindern und mehr.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Perdedor » Di 15. Sep 2015, 18:47

Thales hat geschrieben:Und wie sieht für dich die ideale Alterstruktur aus?


Ideal ist natürlich ein möglichst geringer Abhängigkeitsquotient, bei möglichst vielen Kindern. In einer rein hypothetischen, abgeschlossenen Gesellschaft entspricht dies der klassischen Bienenstockform (Fertilitätsrate ca. 2,1 und hohe Lebenserwartung).
Selbstverständlich ist dies keine hinreichende Bedingung für das Wohlergehen der Gesellschaft, aber je weiter die reale Form davon abweicht, desto ungünstiger ist es für die Entwicklung.
In der realen dt. Gesellschaft mit sehr niedriger Fertilitätsrate (1,3-1,4) ergibt sich bei der typischen Einwandererstruktur als ideale Form die "Glühbirne". Hier hat die Altersstruktur der Einwanderer zwei Peaks bei 0 und bei ca. 25 Jahren (junge Eltern mit ihren Kindern). Dabei werden etwa 300.000 bis 500.000 Einwanderer pro Jahr benötigt.

Thales hat geschrieben:Und dann ist der Abhängigkeitsquotient für immer 1.


Bei der extremen Urnenform, auf die Deutschland ohne Einwanderung zusteuert wird er deutlich über 1 liegen (noch dazu bei sehr wenig Kindern). Wie schon gesagt, wenn du es genau wissen willst, solltest du die altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten in deinem Modell berücksichtigen (sowie altersspezifische Geburtenraten). Ohne diese liefert dein Modell Abweichungen von der Realität, die nicht auf die zweite Nachkommestelle beschränkt sind.

Thales hat geschrieben:„Eine erhebliche Einwanderung“ ist der falsche Ansatz.


Es ist aber der einzige der funktioniert.
Trotz verschiedenster Ansätze die (westdeutsche) Fertilitätsrate zu beeinflussen, ist diese seit über 40 Jahren geradezu erstaunlich konstant.
In der DDR gelang es in den 70er Jahren durch ein massives Kindergeldprogramm (weit größer als das aktuelle gesamtdeutsche) die Fertilitätsrate auf einen Schlag signifikant zu steigern. Allerdings hielt auch das nicht an und bis zur Wiedervereinigung hatte sie sich immer mehr dem Westniveau angenähert.
Es scheint nahezu unmöglich zu sein durch direkte politische Maßnahmen einen großen und nachhaltigen Einfluss zu nehmen.
Interessanterweise scheint eine insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung noch am wirkungsvollsten. So gab es in den letzten Jahren im Rahmen der aktuellen Hochkonjunktur einen leichten Anstieg der Rate, aber bei weitem nicht auf das notwendige Niveau.
Aber selbst wenn es irgendwie zu einer deutlichen Steigerung der Rate kommen sollte, so ist kurzfristig immernoch eine erhebliche Zuwanderung vonnöten, um die Struktur für die Übergangszeit zu balancieren.

Letztendlich darf man aber, wie schon gesagt die europäische Dimension nicht vergessen. Angesichts der Arbeitnehmerfreizügigkeit, zunehmender Privatisierung der Alterssicherungssysteme und allgemein größerer Flexibilität der jüngeren Generationen (z.B. weitere Verbreitung einer gemeinsamen Sprache (hier Englisch)) ist die isolierte Sicht auf Deutschland womöglich zu pessimistisch. Gerade in den letzten Jahren nahm die europäische Binnenwanderung erheblich zu und führte nicht zuletzt zu der guten konjunkturellen Situation in Deutschland (und entlastete die sozialen Sicherungssysteme in den Herkunftsländern).

Kurz: Ich denke, das Problem der ungünstigen Alterstruktur wird in Deutschland trotz aller Diskussionen noch unterschätzt (teilweise auch gar nicht verstanden, wenn angemerkt wird, dass weniger Einwohner doch ganz gut wären -- es geht um die Struktur, nicht die Anzahl!). Einwanderung löst die Probleme zum Teil, allerdings wäre mittelfristig die europäische Perspektive vermutlich hilfreicher.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Thales » Do 17. Sep 2015, 00:05

Perdedor » Di 15. Sep 2015, 18:47 hat geschrieben:
Ideal ist natürlich ein möglichst geringer Abhängigkeitsquotient, bei möglichst vielen Kindern. In einer rein hypothetischen, abgeschlossenen Gesellschaft entspricht dies der klassischen Bienenstockform (Fertilitätsrate ca. 2,1 und hohe Lebenserwartung).
Selbstverständlich ist dies keine hinreichende Bedingung für das Wohlergehen der Gesellschaft, aber je weiter die reale Form davon abweicht, desto ungünstiger ist es für die Entwicklung.
In der realen dt. Gesellschaft mit sehr niedriger Fertilitätsrate (1,3-1,4) ergibt sich bei der typischen Einwandererstruktur als ideale Form die "Glühbirne". Hier hat die Altersstruktur der Einwanderer zwei Peaks bei 0 und bei ca. 25 Jahren (junge Eltern mit ihren Kindern). Dabei werden etwa 300.000 bis 500.000 Einwanderer pro Jahr benötigt.

Bienenstockform wird fast wie eine Pyramide gezeichnet. Sollen die Leute schon mit 50 merklich anfangen zu sterben?
http://tirolatlas.uibk.ac.at/topics/pop ... es.html.de
Diese Sachen sind sehr interessant, habe leider wenig Zeit im Moment. Nächste 2 Wochen auch Urlaub.
Aber bedenke, was 500.000 Einwanderer/Jahr bedeuten. Meistens sind es junge Leute unter 30. Sie heiraten hier und machen mindestens 2 Kinder. Also 500.000 bedeuten eigentlich 1 Mill, denn die Kinder, die in Deutschland geboren werden, gelten nicht als „Einwanderer“
Es bleibt dabei: Eine Viertelmillion/Jahr reicht um die Schrumpfung der deutschen Bevölkerung auszugleichen.
Bei der extremen Urnenform, auf die Deutschland ohne Einwanderung zusteuert wird er deutlich über 1 liegen (noch dazu bei sehr wenig Kindern). Wie schon gesagt, wenn du es genau wissen willst, solltest du die altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten in deinem Modell berücksichtigen (sowie altersspezifische Geburtenraten). Ohne diese liefert dein Modell Abweichungen von der Realität, die nicht auf die zweite Nachkommestelle beschränkt sind.

Mache ich nach dem Urlaub. Allerdings wie du schon sagst, wir sind in der EU. Da Deutschland idR besser bezahlt als zumindest die Ost- EU-Ländern, gibt es keine Probleme mit Arbeitnehmern. Schau dir die Baustellen an. Ein deutscher Chef und eine rumänische Arbeiter-Truppe (ich meine nicht Roma-Truppe :D)
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Perdedor » Do 17. Sep 2015, 18:47

Thales hat geschrieben:Bienenstockform wird fast wie eine Pyramide gezeichnet. Sollen die Leute schon mit 50 merklich anfangen zu sterben?


Nein, wieso?
Bienenstockform entspricht in der Regel einer hohen Lebenserwartung. Ein reales Beispiel wäre Frankreich, bei dem der Bienenstock allerdings ebenfalls duch einen Babyboomer-Bauch überlagert wird.
https://en.wikipedia.org/wiki/File:FRA_ ... 140101.png

Thales hat geschrieben:Meistens sind es junge Leute unter 30. Sie heiraten hier und machen mindestens 2 Kinder.


1. Die Kinder sind oft schon bei der Einwanderung vorhanden. Wie gesagt: Die Alterstruktur der Einwanderer hat peaks bei ca 25 und bei ca 1 Jahren (also junge Kinder).
2. Zumindest ein Teil der in Dtl geborenen Kinder von Einwanderern ist in der Rechnung bereits berücksichtigt, da die Einwanderer ja einen ganz normalen Teil der fortpflanzungsfähigen Population darstellen (welcher sich eben mit der durchschnittlichen Fertilität vermehrt). Lediglich eine leichte Erhöhung der Fertilitätsrate durch die Einwanderung müsste noch berücksichtigt werden. Diese ist aber offenbar wenig signifikant, da trotz der gesteigenen Einwanderzahlen der letzten Jahre die Fertilitätsrate vergleichsweise konstant bleibt.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Frank_Stein » Do 17. Sep 2015, 18:50

Obsorvor » Mo 17. Mär 2014, 10:47 hat geschrieben:Hallo,

wohin Masseneinwanderung führt, sehen wir in der Krim. Sollte Deutschland seine Einwanderungsgesetze verschärfen, um insbesondere den Zuzug von Russen zu verhindern? Nicht das Russland in paar Jahrzehnte vor deutscher Grenze steht, weil seine Ethnien angeblich bedroht werden?

MfG


Es ist ein Jammer, dass es so weit gekommen ist - ich würde ja nur Syrer hier aufnehmen, die sich verpflichten nach dem Ende des Bürgerkrieges wieder in ihre Heimat zurückzukehren.

Die Deutschen sind traditionell ein sehr gastfreundliches Volk - aber das heißt nicht, dass man sich durch andere Völker ersetzen lassen will.

Einem Sterblichen, gleich wem, sein Haus zu verwehren gilt als Frevel. Jeder bewirtet mit einem seinen Verhältnissen entsprechenden Essen. Ist dies ausgegangen, so wird der bisherige Wirt Wegweiser und Begleiter zu einem anderen Gastgeber, und uneingeladen gehen sie in das nächste Haus. Und es macht dies nichts aus: mit gleicher Freundlichkeit werden sie aufgenommen. Zwischen Bekannten und Unbekannten macht, was das Gastrecht angeht, niemand einen Unterschied. Bittet sich einer beim Gehen etwas aus, ist es Sitte, es ihm zuzugestehen, und sich dagegen etwas auszubitten nimmt man ebenso leicht. Sie haben Freude an Geschenken, doch rechnen sie die gegebenen nicht an und fühlen sich durch die empfangenen nicht verpflichtet. Der Verkehr unter Gastfreunden ist freundlich.
Tatsachen, mein Lieber, sind die Feinde der Wahrheit.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Thales » Do 17. Sep 2015, 22:02

Perdedor » Do 17. Sep 2015, 18:47 hat geschrieben:
Nein, wieso?
Bienenstockform entspricht in der Regel einer hohen Lebenserwartung. Ein reales Beispiel wäre Frankreich, bei dem der Bienenstock allerdings ebenfalls duch einen Babyboomer-Bauch überlagert wird.
https://en.wikipedia.org/wiki/File:FRA_ ... 140101.png



1. Die Kinder sind oft schon bei der Einwanderung vorhanden. Wie gesagt: Die Alterstruktur der Einwanderer hat peaks bei ca 25 und bei ca 1 Jahren (also junge Kinder).
2. Zumindest ein Teil der in Dtl geborenen Kinder von Einwanderern ist in der Rechnung bereits berücksichtigt, da die Einwanderer ja einen ganz normalen Teil der fortpflanzungsfähigen Population darstellen (welcher sich eben mit der durchschnittlichen Fertilität vermehrt). Lediglich eine leichte Erhöhung der Fertilitätsrate durch die Einwanderung müsste noch berücksichtigt werden. Diese ist aber offenbar wenig signifikant, da trotz der gesteigenen Einwanderzahlen der letzten Jahre die Fertilitätsrate vergleichsweise konstant bleibt.


In meinem Link sieht die Bienenstockform anders aus
http://tirolatlas.uibk.ac.at/topics/pop ... ene_de.png

Ja, darauf habe ich nicht geachtet, wie viele Einwanderer schon mit Kindern kommen. Ich schätze, dass es deutlich unter 50% sind. Wenn sie mit Kindern kommen und diese eingebürgert werden, zählen diese Kinder zu der Kohortenfertilität genau so wie die in Deutschland geborene Kinder. Der Geburtsort ist nicht wichtig.

So, und jetzt geht es in den Urlaub. Wir machen in 2 Wochen weiter. Du hast recht, die Kohortenfertilität von 1,34 ist bereits ein Gemisch aus einheimischen Frauenfertilität und Migratenfrauen. D.h die deutsche Kohortenfertilität liegt sogar noch unter 1,34 (Stand 2006)

https://de.wikipedia.org/wiki/Zusammeng ... eitsziffer

Ich sehe gerade, dass die im Jahr 2014 berechnete Kohortenfertilität bereits gestiegen ist auf 1,43. Möglicherweise liegt das an den Deutschinnen mit Migrationshintergrund :D
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon JFK » Do 17. Sep 2015, 22:11

theo » Do 17. Sep 2015, 18:50 hat geschrieben:
Es ist ein Jammer, dass es so weit gekommen ist - ich würde ja nur Syrer hier aufnehmen, die sich verpflichten nach dem Ende des Bürgerkrieges wieder in ihre Heimat zurückzukehren.


Bis die Lage sich beruhigt dauert das noch ein paar Jährchen, wenn wir sie solange nicht alimentieren wollen, müssen wir sie in den Arbeitsmarkt einbinden und Sprachkurse verordnen.
Danach sollen sie aber auch hier bleiben dürfen, sofern sie nicht Negativ auffallen.
Päule0815

Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Päule0815 » Do 17. Sep 2015, 23:43

Brimborium » Sa 12. Sep 2015, 06:35 hat geschrieben:Wenn die Flüchtlinge in Massen in ein Land strömen und die Gefahr besteht, dass Teile der öffentlichen
Infrastruktur gefährdet sind, dann muss man sich allerdings auch kluge Strategien überlegen.


Das ist allerdings das aktuelle Problem. Die Regierungen, insbesondere die Bundesregierung, haben über Jahre ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Sie haben es versäumt die rechtlichen Grundlagen und Verfahren zu optimieren. Die Strukturen sind einfach nicht da, um ohne weiteres so eine Menschenmasse problemlos zu bewältigen.

Mit Strafrecht und Abschreckung kommen wir aber nicht weit, zumal es eine fast wirkungslose Norm ist und außer Verwaltungsaufwand nichts bewirkt wird. Der Strafverfolungszwang in diesem Land lässt aber nichts anderes zu.

Es gibt mehr zu reformieren, als nur das Asyl- und Aufenthaltsrecht.
Päule0815

Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Päule0815 » Do 17. Sep 2015, 23:54

obk » Sa 12. Sep 2015, 06:57 hat geschrieben:Hallo

Dann wüsstest Du auch, dass wir

a) ganz offizell auch von Flüchtlingen - wenn sie aus sicheren Herkunftsländern kommen - ein Einreiseverfahren erwarten, das einer Visumspflicht gleich kommt und


Hab ich ein Verfahren abgestritten? Worauf konkret beziehst du dich jetzt inahltlich?

obk » Sa 12. Sep 2015, 06:57 hat geschrieben:b) dass dies aufgrund der dortigen Verhältnisse niemand leisten kann. Schon mal gesagt: Schau's Dir doch einfach mal an bei iDATA... solche Umstände, die Verhältnisse vor Ort und die Tatsache, dass auch D-Land einfach nur weg geschaut hat, haben die jetztige Situation herbei gehführt. Und angesichts dessen, bleibt dein Satz einfach nur eine Phrase.


Sag mal, hast du meinen Beitrag gelesen? Ich meine, vielleicht auch mal einen vorher und nachher?

Vielleicht auch mal in anderem Kontext?

Wenn du mir hier konkret so einiges vorwirfst, solltest du wenigstens das getan haben. Dein Beitrag zeigt aber, dass dir das offensichtlich zu viel Arbeit war.

Ich stelle hier meine Meinung dar, die du in Unwissenheit meiner Beiträge als Phrase diskreditierst. Lies halt was ich geschrieben habe, bevor du dir hier weiter auf die eigenen Füße sabberst.

obk » Sa 12. Sep 2015, 06:57 hat geschrieben:Aber erzähl doch mal von Deiner Erfahrungen als Flüchtlingshelfer! Wo war das? Um welche Menschen und Regionen ging es denn? Wie war dort die Situation vor Ort? Hast Du Bildmaterial?

MfG


Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich mich nach so plumpen Anfeindungen und unsachlicher Kommunikation weiter zu meiner persönlichen Erfahrung einlasse.

Und Bildmaterial würde ich hier ohne Einwilligung der Menschen ganz sicher nicht veröffentlichen. Wollt ihr hier noch meinen Perso sehen oder Dienstausweis? Vielleicht noch ein wenig aus meiner Lebensgeschichte, meiner Krankenakte?

Fühl dir mal selber den Puls und komm von deinem hohen Roß runter. Musst nur aufpassen, dass du Nathan dabei nicht auf dem Kopf trittst.
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Re: Einwanderungsgesetze verschärfen

Beitragvon Frank_Stein » Fr 18. Sep 2015, 07:47

JFK » Do 17. Sep 2015, 22:11 hat geschrieben:
Bis die Lage sich beruhigt dauert das noch ein paar Jährchen, wenn wir sie solange nicht alimentieren wollen, müssen wir sie in den Arbeitsmarkt einbinden und Sprachkurse verordnen.
Danach sollen sie aber auch hier bleiben dürfen, sofern sie nicht Negativ auffallen.


Diese Hoffnung sollte man ihnen nicht machen. Nein - man könnte den Syrern mit geringer Qualifikation beibringen, Häuser zu bauen bzw. zu renovieren. Diese Fähigkeit werden sie bei ihrer Rückkehr benötigen. Außerdem könnte so Wohnraum in Deutschland geschaffen werden. Gebt den Menschen eine Qualifikation, wie sich nach ihrer Rückkehr eine Zivilgesellschaft im eigenen Land aufbauen können. Damit würden wir Syrien dauerhaft helfen. Unsere demografischen Probleme können wir nur selbst aus uns selbst heraus lösen.
Nur so kann unsere Kultur dauerhaft erhalten bleiben - ich weiß, dass es viele Menschen im Land gibt, die die eigene Kultur so wenig schätzen, dass sie sie gern durch jede andere Kultur ersetzen möchten - ich gehöre nicht zu jeder Gruppe.
Tatsachen, mein Lieber, sind die Feinde der Wahrheit.

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