Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

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JJazzGold
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 27. Feb 2019, 08:11

Wähler hat geschrieben:(27 Feb 2019, 08:02)

SZ 23. Februar 2019 Bundesfinanzminister Olaf Scholz lehnt eine Bedürftigkeitsprüfung bei der geplanten Grundrente für Geringverdiener ab
https://www.sueddeutsche.de/news/politi ... -99-104296
"..,sagte der Sozialdemokrat der "Rheinischen Post". "Im Streit mit CDU und CSU, die auf der Bedürftigkeitsprüfung bestehen, geht es doch um die Frage: Bekommen nur 100.000 Menschen die Grundrente - oder drei bis vier Millionen?""
Die SPD macht einen auf Quote. ;)


Meines Erachtens kann eine Bedürftigkeitsprüfung nur dann entfallen, wenn ein errechneter Pauschalbetrag, der garantiert, dass alle bezogenen Renten auf der gewünschten Mindesthöhe liegen, an alle Rentenbezieher zusätzlich ausgezahlt wird.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Fr 1. Mär 2019, 06:51

Nachdem ich in BR5 aktuell gerade ein Interview mit Frau Schwesig bezüglich “Gute Rente“ hörte, habe ich verstanden, dass es bei diesem SPD Projekt darum geht eine Arbeitsleistung für unser Land von 35 und mehr Jahren mit einer staatlichen on top Leistung zuzüglich der erarbeiteten gesetzlichen Rente zu würdigen. Bei einer Würdigung kann selbstverständlich keine Bedürftigkeitsprüfung oder Unterscheidung von Teilzeit/Vollzeit erfolgen.

Da ich mehr als diese 35 Jahre Arbeitsleistung für unser Land erbracht habe, frage ich mich jetzt, weshalb das von der SPD nicht gewürdigt werden soll? Bin ich diese Würdigung nicht wert und weshalb? Weshalb ist die 10 Stunden/Woche Teilzeitkraft mit 35 Jahren Ausübung der Tätigkeit diese Würdigung ihrer Arbeitsleistung für unser Land wert und meine 40 jährige 35-60 Stunden Tätigkeit nicht?
Anscheinend erfolgt seitens der SPD doch eine Art der Bedürftigkeitsprüfung.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Europa2050 » Fr 1. Mär 2019, 08:11

JJazzGold hat geschrieben:(27 Feb 2019, 08:11)

Meines Erachtens kann eine Bedürftigkeitsprüfung nur dann entfallen, wenn ein errechneter Pauschalbetrag, der garantiert, dass alle bezogenen Renten auf der gewünschten Mindesthöhe liegen, an alle Rentenbezieher zusätzlich ausgezahlt wird.


Ich würde mit BGE - offensichtlich scheinst Du dem Thema zunehmend offener gegenüber zu stehen ;-) - nicht gerade im Umfeld Altersvorsorge anfangen.

Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen - Staatliche Rente, Pensionen, berufständische Versorgungswerke, private Altersvorsorge ausschließlich oder ergänzend in Leibrenten, Sparplänen oder Werten ...

Das ist ein Fass ohne Boden, das nicht gerecht lösbar ist.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Fr 1. Mär 2019, 08:34

Europa2050 hat geschrieben:(01 Mar 2019, 08:11)

Ich würde mit BGE - offensichtlich scheinst Du dem Thema zunehmend offener gegenüber zu stehen ;-) - nicht gerade im Umfeld Altersvorsorge anfangen.

Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen - Staatliche Rente, Pensionen, berufständische Versorgungswerke, private Altersvorsorge ausschließlich oder ergänzend in Leibrenten, Sparplänen oder Werten ...

Das ist ein Fass ohne Boden, das nicht gerecht lösbar ist.



Du solltest mich besser kennen. ;)
Vom BGE halte ich nichts.

Vielleicht hast du auch meinen Folgebeitrag gelesen. Die Argumentation von Frau Schwesig zugunsten der SPD Rentenpläne halte ich kurios, um es freundlich auszudrücken. Mich beschleicht allmählich das Gefühl, die SPD sucht Wege aus der GroKo, bei gleichzeitigem Marketing für ihren Linksdrift.

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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Europa2050 » Fr 1. Mär 2019, 09:42

JJazzGold hat geschrieben:(01 Mar 2019, 08:34)


Du solltest mich besser kennen. ;)
Vom BGE halte ich nichts.

Vielleicht hast du auch meinen Folgebeitrag gelesen. Die Argumentation von Frau Schwesig zugunsten der SPD Rentenpläne halte ich kurios, um es freundlich auszudrücken. Mich beschleicht allmählich das Gefühl, die SPD sucht Wege aus der GroKo, bei gleichzeitigem Marketing für ihren Linksdrift.



Na gerade weil ich Dich zu kennen glaube, musste die Spitze mit dem BGE sein. Wo das doch fast das einzige Thema ist, bei dem wir tatsächlich differieren.

Die Argumentation ist tatsächlich daneben, passt halt zur absoluten Darstellungsschwäche der SPD der letzten Jahre. Da wird wieder ökonomisches mit moralischem verquickt.

Anstatt, dass sie sich hinstellen und sagen: Wir sind die SPD, wir sind für die Leute mit dem schwachen Geldbeutel da, und Rentner mit verfügbarem Einkommen unter xxx gehören dazu. Punkt.

Das erwarte ich von einer SPD und dafür hat sie zwar nicht meine Stimme, aber ihre Berechtigung. Und wenn das dann nicht GroKo-kompatibel ist, dann ist es halt so.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Fr 1. Mär 2019, 11:03

Europa2050 hat geschrieben:(01 Mar 2019, 09:42)

Na gerade weil ich Dich zu kennen glaube, musste die Spitze mit dem BGE sein. Wo das doch fast das einzige Thema ist, bei dem wir tatsächlich differieren.

Die Argumentation ist tatsächlich daneben, passt halt zur absoluten Darstellungsschwäche der SPD der letzten Jahre. Da wird wieder ökonomisches mit moralischem verquickt.

Anstatt, dass sie sich hinstellen und sagen: Wir sind die SPD, wir sind für die Leute mit dem schwachen Geldbeutel da, und Rentner mit verfügbarem Einkommen unter xxx gehören dazu. Punkt.

Das erwarte ich von einer SPD und dafür hat sie zwar nicht meine Stimme, aber ihre Berechtigung. Und wenn das dann nicht GroKo-kompatibel ist, dann ist es halt so.


Schöner vorletzter Satz. :D

Was mich in dem Interview ebenfalls irritierte war, dass sie sich permanent auf Frauen bezog. Es gibt sicherlich auch Männer, die eine so geringe Rente beziehen, dass deren Lebensarbeitsleistung gewürdigt werden müsste.
Alles in Allem ein für mich recht irritierendes Interview. Auf die Frage, inwieweit sich die SPD damit im gesetzten Rahmen des Koalitionsvertrags bewegt, blieb sie auch ausweichend. Von daher meine Vermutung, dass dies ein Baustein ist, um selbige vorzeitig zu beenden. Was angesichts der momentanen prozentualen Zustimmung zu den Grünen fatale Auswirkungen haben könnte.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Sa 2. Mär 2019, 10:12

Euractiv 1. März 2019 Die versteckte Ungerechtigkeit der Rente
https://www.euractiv.de/section/finanze ... der-rente/
Und „arm“ sind dabei beileibe nicht nur Sozialhilfeempfänger, sondern auch in Vollzeit arbeitende Menschen, wie ein kurzer Blick auf die Definition zeigt: Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat. Der letzte in Deutschland statistisch erfasste Median stammt aus dem Jahr 2014 und liegt bei 3050 Euro. Als arm gilt demnach bereits, wer 1830 Euro im Monat verdient. Das ist mehr als der aktuell gültige Mindestlohn. Jeder zehnte Vollzeitjob liegt, ebenfalls laut Statistischem Bundesamt, unter diesem Wert.

"Oder, in den Worten von Marcel Fratzscher, dem Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin: „Die gesetzliche Rentenversicherung ist heute eine Umverteilung von arm zu reich, da ärmere Menschen eine deutlich geringere Lebenserwartung haben und daher auch weniger Rentenzahlungen erhalten.“
Der Unterschied in der Lebenserwartung ist enorm: Wie eine Studie des Robert-Koch-Instituts 2017 ergeben hat, leben arme Frauen acht Jahre kürzer als wohlhabende. Bei Männern beträgt der Unterschied sogar knapp elf Jahre. Arme Männer sterben demnach im statistischen Schnitt bereits mit 70,1 Jahren – sie haben also nur wenige Jahre, in denen sie überhaupt eine Rente beziehen."

DIW-Chef Fratzscher fordert daher, dass Menschen mit geringen Lebenseinkommen proportional mehr Rente für ihre eingezahlten Beiträge bekommen, was in vielen anderen Ländern bereits der Fall ist.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 22. Mai 2019, 16:05

Extrem spannend, wie die CDU auf die Barrikaden geht, um die paar Milliarden, die Heil für seine Grundrente braucht, zu boykottieren. Angesichts der zig Milliarden, die jedes Jahr für Neubürger und die Energiewende aufgebracht werden, ist das nur ziemlich lächerlich, wenn man dann liest "Kein Cent davon ist real vorhanden. Mit allen Tricks sollen über vier Milliarden Euro zusammengekratzt werden" Es ist halt wie immer in den letzten Jahren, für die eigenen Bürger ist nie Geld da, sollen die armen Schweine doch weiter im Müll wühlen und Pfandflaschen suchen. ÜBER VIER MILLIARDEN! Gute Güte, so eine Summe können wir uns nicht leisten, keine Chance, dazu ist Deutschland viel zu arm.
Und weiter: "Das ist ein milliardenschwerer Verstoß gegen den Koalitionsvertrag" Ach nee? Wie war das noch mit den Uploadfiltern? Mal wieder beim ollen Adenauer angekommen? Peinlich, peinlicher, CDU. Ich hoffe, die bekommen bei der Europawahl dermaßen einen vor den Latz geknallt, dass sie endlich mal was merken. So unter 20%, das wäre doch mal ein Signal.

Zitatquelle: https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... union.html

Und wenn sie sich schon um die Hotels Sorgen machen, sollten sie mal bei den Restaurants hingucken, die kaufen größtenteils mit 7% USt. ein, müssen aber 19% abführen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 22. Mai 2019, 16:21

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 May 2019, 16:05)
Extrem spannend, wie die CDU auf die Barrikaden geht, um die paar Milliarden, die Heil für seine Grundrente braucht, zu boykottieren. Angesichts der zig Milliarden, die jedes Jahr für Neubürger und die Energiewende aufgebracht werden, ist das nur ziemlich lächerlich, wenn man dann liest "Kein Cent davon ist real vorhanden. Mit allen Tricks sollen über vier Milliarden Euro zusammengekratzt werden"

Eine einfache Bedarfsprüfung über die Steuererklärung - gemeinsame Veranlagung für Ehepaare oder Mieteinkünfte oder Kapitaleinkünfte - dürfte doch als Kompromiss drin sein, oder?
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 22. Mai 2019, 16:24

Gegen eine Bedarfsprüfung hätte ich nichts einzuwenden. Das Getöse und Gekreisch, das bei der CDU losbricht ist allerdings bemerkenswert, als ginge die Welt unter, weil man armen Rentnern einen menschenwürdigen Lebensabend ermöglichen möchte.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Pro-tes-Tier » Mi 22. Mai 2019, 16:29

Wähler hat geschrieben:(22 May 2019, 16:21)

Eine einfache Bedarfsprüfung über die Steuererklärung - gemeinsame Veranlagung für Ehepaare oder Mieteinkünfte oder Kapitaleinkünfte - dürfte doch als Kompromiss drin sein, oder?


Warum denn noch eine Prüfung? Das Rentenamt kennt doch schon die finanziellen Verhältnisse.
Jeden Job, jeden Cent der eingezahlt wurde und auch Zeiten in denen es kein Geld gab.

Diese "Überprüfung" ist nur wieder eine Schikane, die Bürger mit "Behördenangst" abhalten soll, um so Geld zu sparen. Was dann der "BundesInnen-'Trottel' auf anderem Wege für die "Totale Überwachung" ausgibt.....

Egal welcher Politiker hier den Mund auf macht, man kommt aus dem Kotzen nicht mehr raus..... Ein kleines aufflammen, wird von den alten sofort erstickt.

Und sich dann aber wundern über "Politikverdrossenheit"
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon John Galt » Mi 22. Mai 2019, 16:37

Die 15% Partei hat eh nichts mehr zu melden.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 22. Mai 2019, 18:01

Wähler hat geschrieben:(22 May 2019, 16:21)
Eine einfache Bedarfsprüfung über die Steuererklärung - gemeinsame Veranlagung für Ehepaare oder Mieteinkünfte oder Kapitaleinkünfte - dürfte doch als Kompromiss drin sein, oder?

Pro-tes-Tier hat geschrieben:(22 May 2019, 16:29)
Warum denn noch eine Prüfung? Das Rentenamt kennt doch schon die finanziellen Verhältnisse.
Jeden Job, jeden Cent der eingezahlt wurde und auch Zeiten in denen es kein Geld gab.

Die Rentenversicherung braucht bisher keinen Datenabgleich mit dem Finanzamt hinsichtlich der Steuererklärung, soviel ich weiß
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 22. Mai 2019, 18:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 May 2019, 16:24)

Gegen eine Bedarfsprüfung hätte ich nichts einzuwenden. Das Getöse und Gekreisch, das bei der CDU losbricht ist allerdings bemerkenswert, als ginge die Welt unter, weil man armen Rentnern einen menschenwürdigen Lebensabend ermöglichen möchte.


Gegen eine Bedarfsprüfung dürften die Wenigsten etwas haben. Damit reduzieren sich die geschätzten 3 Mio Empfänger deutlich, nämlich auf tatsächlich Bedürftige. Das lässt sich finanzieren, ohne die Solidarität in Frage zu stellen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon sunny.crockett » Mi 22. Mai 2019, 20:32

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 May 2019, 16:05)

Extrem spannend, wie die CDU auf die Barrikaden geht, um die paar Milliarden, die Heil für seine Grundrente braucht, zu boykottieren. Angesichts der zig Milliarden, die jedes Jahr für Neubürger und die Energiewende aufgebracht werden, ist das nur ziemlich lächerlich, wenn man dann liest "Kein Cent davon ist real vorhanden. Mit allen Tricks sollen über vier Milliarden Euro zusammengekratzt werden" Es ist halt wie immer in den letzten Jahren, für die eigenen Bürger ist nie Geld da, sollen die armen Schweine doch weiter im Müll wühlen und Pfandflaschen suchen. ÜBER VIER MILLIARDEN! Gute Güte, so eine Summe können wir uns nicht leisten, keine Chance, dazu ist Deutschland viel zu arm.


Erst vor ein paar Tagen hat die Regierung gemeldet, dass 2018 ganze 23 Mrd. für Flüchtlinge ausgegeben wurden (ohne Kosten der Länder und Kommunen), dass dieses auch gleichzeitig ein neuer Rekord ist. Da gibt es in der Regierung keinerlei Diskussionen um die Finanzierung, da ist man sich auch in der Koaliton stillschweigend einig. Für die eigenen Rentner streitet man über die 4 Mrd. pro Jahr. Die Union sagt, die Rente wäre gar nicht zu finanzieren, die SPD möchte da die Einnahmen der bisher nicht vorhandenen Transaktionssteuer verwenden, dazu die Mövenpicksteuer, bei der es aber unklar ist, ob die überhaupt geändert wird. Auch wenn diese Einnahmen generiert werden könnten, wären das erst 1,2 Mrd.. Woher kommen laut SPD dann die restlichen 2,8 Mrd.? Darüber habe ich in verschiedenen Quellen nichts finden können. Typisch SPD.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon sunny.crockett » Mi 22. Mai 2019, 20:37

JJazzGold hat geschrieben:(22 May 2019, 18:03)

Gegen eine Bedarfsprüfung dürften die Wenigsten etwas haben. Damit reduzieren sich die geschätzten 3 Mio Empfänger deutlich, nämlich auf tatsächlich Bedürftige. Das lässt sich finanzieren, ohne die Solidarität in Frage zu stellen.


Ich glaube, die bedürftigen Rentner werden in den nächsten Jahren mehr werden. Jetzt gehen dann auch die Menschen in Rente, die seit der Einführung der H4-Reformen, der Ausdehnung von Leih- und Zeitarbeit und Lohndumping seit 20 Jahren mit extrem niedrigen Löhnen abgefrühstückt wurden.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon John Galt » Mi 22. Mai 2019, 20:47

JJazzGold hat geschrieben:(22 May 2019, 18:03)

Gegen eine Bedarfsprüfung dürften die Wenigsten etwas haben. Damit reduzieren sich die geschätzten 3 Mio Empfänger deutlich, nämlich auf tatsächlich Bedürftige. Das lässt sich finanzieren, ohne die Solidarität in Frage zu stellen.


Warum sollten die Bedürftigen besser gestellt werden als die Leute in der Grundsicherung?

Wer 35 Jahre nur Teilzeit gearbeitet hat, hat halt das selbe Pech wie jemand der krank wurde und in der Grundsicherung gelandet ist.

Ohne Bedarfsprüfung landet das Geld nur bei reichen Arztgattinnen.

Die Rentenversicherung hätte niemals in die Hände des Staats gelegt werden dürfen, es kann nur jeder froh sein, der nicht in dieses Schneeballsystem einzahlen muss.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Iwan der Liebe » Mi 22. Mai 2019, 21:33

sunny.crockett hat geschrieben:(22 May 2019, 20:37)

Ich glaube, die bedürftigen Rentner werden in den nächsten Jahren mehr werden. Jetzt gehen dann auch die Menschen in Rente, die seit der Einführung der H4-Reformen, der Ausdehnung von Leih- und Zeitarbeit und Lohndumping seit 20 Jahren mit extrem niedrigen Löhnen abgefrühstückt wurden.



So ist es. Und die Politik der SPD ist reine Heuchelei. Da wird doch tatsächlich von "Anerkennung der Lebensarbeitszeit" schwadroniert. Dabei waren es maßgeblich die Sozen, die Leih- und Zeitarbeit ganz massiv ausdehnten und in gleichem Maße den Sozialstaat abholzten.

Wenn sie Arbeitszeit anerkennen wollen, dann sorgen sie dafür, dass es keine prekären Beschäftigungsverhältnisse mehr gibt und orientieren sich beim Mindestlohn an entwickelten Ländern wie Frankreich. Wer aber stets für eine asoziale Politik eintritt und im Wahlkampf seine soziale Ader entdeckt, der ist absolut unglaubwürdig. Ein Schläger, der einem Menschen den Arm bricht, wird auch dann kein guter Mensch, wenn er seinem Opfer zur Minderung der Schmerzen eine Tablette überlässt.

Wieso es gerecht sein soll, wenn die Zahnarztfrau oder der Mann einer Mittelschichtlerin von meinen Steuern eine höhere Rente bezahlt bekommt, erschließt sich mir auch nicht. :?:
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Do 23. Mai 2019, 07:03

sunny.crockett hat geschrieben:(22 May 2019, 20:37)

Ich glaube, die bedürftigen Rentner werden in den nächsten Jahren mehr werden. Jetzt gehen dann auch die Menschen in Rente, die seit der Einführung der H4-Reformen, der Ausdehnung von Leih- und Zeitarbeit und Lohndumping seit 20 Jahren mit extrem niedrigen Löhnen abgefrühstückt wurden.


Um so wichtiger wäre ein solider Finanzierungsplan und gezielte Unterstützung.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Do 23. Mai 2019, 07:06

John Galt hat geschrieben:(22 May 2019, 20:47)

Warum sollten die Bedürftigen besser gestellt werden als die Leute in der Grundsicherung?

Wer 35 Jahre nur Teilzeit gearbeitet hat, hat halt das selbe Pech wie jemand der krank wurde und in der Grundsicherung gelandet ist.

Ohne Bedarfsprüfung landet das Geld nur bei reichen Arztgattinnen.

Die Rentenversicherung hätte niemals in die Hände des Staats gelegt werden dürfen, es kann nur jeder froh sein, der nicht in dieses Schneeballsystem einzahlen muss.


Wenn die SPD damit durchkommt, was ich mir nicht vorstellen kann, dann reicht es zukünftig an einem Tag der Woche bei Aldi Regale zu füllen, um knapp EUR 1000.- Rente zu bekommen, finanziert durch Steuern.
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