Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

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sunny.crockett
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon sunny.crockett » Do 23. Mai 2019, 11:23

JJazzGold hat geschrieben:(23 May 2019, 07:06)

Wenn die SPD damit durchkommt, was ich mir nicht vorstellen kann, dann reicht es zukünftig an einem Tag der Woche bei Aldi Regale zu füllen, um knapp EUR 1000.- Rente zu bekommen, finanziert durch Steuern.


Natürlich kommt die SPD da nicht durch, die Geschenke sollen nur jetzt bei der Wahl helfen. Ein Konzept aufzustellen und das mit nicht vorhandenen Steuereinnahmen finanzieren zu wollen, ist desaströs....wie die SPD selbst.

Ich verstehe nicht so recht, warum man kein Konzept findet, das die Arbeitsleistung (Jahre/Teilzeit/Vollzeit) und die Bedürftigkeit einschließt, und das dann gleichzeitig ohne Bürokratiewahn abhandelbar ist.
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JJazzGold
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Do 23. Mai 2019, 11:33

sunny.crockett hat geschrieben:(23 May 2019, 11:23)

Natürlich kommt die SPD da nicht durch, die Geschenke sollen nur jetzt bei der Wahl helfen. Ein Konzept aufzustellen und das mit nicht vorhandenen Steuereinnahmen finanzieren zu wollen, ist desaströs....wie die SPD selbst.

Ich verstehe nicht so recht, warum man kein Konzept findet, das die Arbeitsleistung (Jahre/Teilzeit/Vollzeit) und die Bedürftigkeit einschließt, und das dann gleichzeitig ohne Bürokratiewahn abhandelbar ist.


Das Konzept wäre für die SPD nicht rechtzeitig für die anstehenden Wahlen, einschließlich Herbstwahlen fertig.
Ein übler Schnellschuss, der die SPD Putzfrau fragen lassen wird, weshalb sie 5 Tage die Woche putzen soll, wenn doch ein Tag/Woche “was auch immer tun“ reicht, um die Rente später auf rund EUR 1000.- mittels Steuerzahlerleistung aufgebessert zu bekommen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Do 23. Mai 2019, 11:59

sunny.crockett hat geschrieben:(23 May 2019, 11:23)

Natürlich kommt die SPD da nicht durch, die Geschenke sollen nur jetzt bei der Wahl helfen. Ein Konzept aufzustellen und das mit nicht vorhandenen Steuereinnahmen finanzieren zu wollen, ist desaströs....wie die SPD selbst.
Man sollte Märchen des politischen gegners nicht eins zu eins nachplappern.
1. Die Idee Heils ist jetzt schon ein wenig Älter als der Europawahlkampf
2. Irgendwann muessen dann auch mal konkrete Dinge auf den Tisch
3. Ob der Zeitpunkt jetzt auch Strategisch gewählt wurde, will der SPD jetzt wer ankreiden?
Ich verstehe nicht so recht, warum man kein Konzept findet, das die Arbeitsleistung (Jahre/Teilzeit/Vollzeit) und die Bedürftigkeit einschließt, und das dann gleichzeitig ohne Bürokratiewahn abhandelbar ist.
Ja wie immer soll es bei einigen hier die Eierlegendewollmichsau, oder am Besten noch ein neuer AnFührer richten. :x
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Do 23. Mai 2019, 12:03

JJazzGold hat geschrieben:(23 May 2019, 11:33)

Das Konzept wäre für die SPD nicht rechtzeitig für die anstehenden Wahlen, einschließlich Herbstwahlen fertig.
Ein übler Schnellschuss, der die SPD Putzfrau fragen lassen wird, weshalb sie 5 Tage die Woche putzen soll, wenn doch ein Tag/Woche “was auch immer tun“ reicht, um die Rente später auf rund EUR 1000.- mittels Steuerzahlerleistung aufgebessert zu bekommen.

Regt sich da jemand wegen der Umverteilung auf? Ich frage mich immer vorher die CDU/CSU, FDP dann den Preis ihre Geschenke an ihre Wählerklientel nehmen (Mütterrente, Hotel Mehrwertssteuer). Vermutlich durch eine Schenkung ihrer Fangemeinde? Wer weiss es?
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon sunny.crockett » Do 23. Mai 2019, 13:22

relativ hat geschrieben:(23 May 2019, 11:59)

Man sollte Märchen des politischen gegners nicht eins zu eins nachplappern.
1. Die Idee Heils ist jetzt schon ein wenig Älter als der Europawahlkampf
2. Irgendwann muessen dann auch mal konkrete Dinge auf den Tisch
3. Ob der Zeitpunkt jetzt auch Strategisch gewählt wurde, will der SPD jetzt wer ankreiden?
Ja wie immer soll es bei einigen hier die Eierlegendewollmichsau, oder am Besten noch ein neuer AnFührer richten. :x


zu1. Heil hat seine Idee erst jetzt konkretisiert, also wie er sie finanzieren will. Und das durch Steuereinnahmen aus anderen Bereichen, die aber bisher gar nicht vorhanden sind. Oder ab wann ist die europäische Transaktionssteuer beschlossen?
zu 2: die SPD ist in den letzten 20 Jahren größtenteils in der Regierung, dort auch für den Bereich Soziales und Arbeit zuständig. Was meinst du also mit "irgendwann" ?
zu 3: Ich will das der SPD ankreiden. Man hat jahrelang geschlafen und die eigene Wählerschaft verarscht. Da war nix mit dem S im Parteinamen. Und jetzt, wo die Prozente bei den Umfragen ins bodenlose sinken, kommen die unausgegorenen Wohltaten, die letztendlich wohl nie Realität werden. Das nenne ich Wahlpropaganda.
zu "AnFührer": genau, Kritik an der Politik der letzten Jahrzehnte gleich mit der Nazi-Keule kontern. Bravo.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon JJazzGold » Do 23. Mai 2019, 14:08

relativ hat geschrieben:(23 May 2019, 12:03)

Regt sich da jemand wegen der Umverteilung auf?


Nein.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Do 23. Mai 2019, 14:19

sunny.crockett hat geschrieben:(23 May 2019, 13:22)

zu1. Heil hat seine Idee erst jetzt konkretisiert, also wie er sie finanzieren will. Und das durch Steuereinnahmen aus anderen Bereichen, die aber bisher gar nicht vorhanden sind. Oder ab wann ist die europäische Transaktionssteuer beschlossen?
zu 2: die SPD ist in den letzten 20 Jahren größtenteils in der Regierung, dort auch für den Bereich Soziales und Arbeit zuständig. Was meinst du also mit "irgendwann" ?

Eins und zwei gehören zusammen. erstens Heils Vorschlag war schon älter und weil es erst nur ein Vorschlag war der wenig Konkretes beinhaltete , wurde es jetzt wo er sich mit dem Finanzminister beraten hat konkret. Eigentlich ein ziemlich normaler und richtiger Ablauf, wenn man politische Ideen hat und diese umsetzen möchte.
zu 3: Ich will das der SPD ankreiden. Man hat jahrelang geschlafen und die eigene Wählerschaft verarscht. Da war nix mit dem S im Parteinamen.
Du bist also der Meinung, weil sie vorher den Fehler begangen haben die damals nötigen Reformen nicht der CDU oder FDP zu überlassen, sollten sie doch jetzt so weiter machen? Dann wäre die SPD in der Tat überflüssig.
Und jetzt, wo die Prozente bei den Umfragen ins bodenlose sinken, kommen die unausgegorenen Wohltaten, die letztendlich wohl nie Realität werden. Das nenne ich Wahlpropaganda.
Du wirfst Parteien im Wettbewerb doch nicht wirklich vor über sich selber zu reflextieren. Nur weil du dies nicht zu kenenn scheinst muessen es doch andere nicht falsch machen.

zu "AnFührer": genau, Kritik an der Politik der letzten Jahrzehnte gleich mit der Nazi-Keule kontern. Bravo.
Muss ja nicht gleich der Adolf sein, ich denke für einige würde auch Höcke und Co. ausreichen. ;)
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Di 28. Mai 2019, 06:12

Die SPD sollte zur nüchternen Vernunft kommen und ihren Vorschlag dahin gehend modifizieren, dass sie eine einfache Bedarfsprüfung über die Steuererklärung zulässt und dafür die Berechtigungsgrenze abgestuft von 35 auf 30 Jahre oder tiefer herunterfährt, damit mehr wirklich Bedürftige unterstützt werden.
Das Subsidiaritätsprinzip sollte oberstes Gebot in einem Sozialstaat sein. Ein Gießkannenprinzip wäre außerdem unwirtschaftlich.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon relativ » Di 28. Mai 2019, 07:09

Wähler hat geschrieben:(28 May 2019, 06:12)

Die SPD sollte zur nüchternen Vernunft kommen und ihren Vorschlag dahin gehend modifizieren, dass sie eine einfache Bedarfsprüfung über die Steuererklärung zulässt und dafür die Berechtigungsgrenze abgestuft von 35 auf 30 Jahre oder tiefer herunterfährt, damit mehr wirklich Bedürftige unterstützt werden.
Das Subsidiaritätsprinzip sollte oberstes Gebot in einem Sozialstaat sein. Ein Gießkannenprinzip wäre außerdem unwirtschaftlich.

Ganz schon Sozialistisch will ich meinen, daß man die individuelle Leistung eines Einzelnen hier nicht anerkennnen will. Nicht das die CDU hier noch die neue SPD wird. ;)
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 28. Mai 2019, 09:43

Wähler hat geschrieben:(28 May 2019, 06:12)

Die SPD sollte zur nüchternen Vernunft kommen und ihren Vorschlag dahin gehend modifizieren, dass sie eine einfache Bedarfsprüfung über die Steuererklärung zulässt und dafür die Berechtigungsgrenze abgestuft von 35 auf 30 Jahre oder tiefer herunterfährt, damit mehr wirklich Bedürftige unterstützt werden.
Das Subsidiaritätsprinzip sollte oberstes Gebot in einem Sozialstaat sein. Ein Gießkannenprinzip wäre außerdem unwirtschaftlich.


Und danach sollte man sich mal weniger auf die Rentner fixieren denen es meist viel besser geht als es immer dargestellt wird.
In der SPD hat man gepennt und nicht verstanden was da mit Wohnraum in Spekulantenhand an sozialem Sprengstoff auf uns zurollt. Da hätte man schon viel früher gegensteuern müssen.
Und man hatte nicht den Mut die Energiewende auch richtig durchzuziehen. Das lastet die Jugend der SPD an. Und darum werden sie von den Grünen überrollt. Die sind einfach überzeugender und haben auch das bessere Personal. Bei der SPD sollten die olle Nahles besser verschwinden und die ganze alte Garde gleich mitnehmen. Wer Wahlen gewinnen will braucht ganz andere Leute. Macher wie den CDU-Kandidaten in Bremen. Und keine Verwaltungsopas.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Iwan der Liebe » Di 28. Mai 2019, 12:37

Alter Stubentiger hat geschrieben:(28 May 2019, 09:43)

Und danach sollte man sich mal weniger auf die Rentner fixieren denen es meist viel besser geht als es immer dargestellt wird.
In der SPD hat man gepennt und nicht verstanden was da mit Wohnraum in Spekulantenhand an sozialem Sprengstoff auf uns zurollt. Da hätte man schon viel früher gegensteuern müssen.
Und man hatte nicht den Mut die Energiewende auch richtig durchzuziehen. Das lastet die Jugend der SPD an. Und darum werden sie von den Grünen überrollt. Die sind einfach überzeugender und haben auch das bessere Personal. Bei der SPD sollten die olle Nahles besser verschwinden und die ganze alte Garde gleich mitnehmen. Wer Wahlen gewinnen will braucht ganz andere Leute. Macher wie den CDU-Kandidaten in Bremen. Und keine Verwaltungsopas.



Richtig. Außerdem sollten sich die Sozen mal um die prekären Beschäftigungsverhältnisse kümmern, die bekanntlich die Ursache für die Altersarmut ist. Denen sollten nicht nur die Leute am Herzen liegen, die im Alter nichts haben, sondern auch die, die im Arbeitsleben schon nichts haben. Es waren bekanntlich Schröder, Steinmeier und Clement, die die gesetzlichen Grundlagen für die heutige Massenarmut legten.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 28. Mai 2019, 14:46

Iwan der Liebe hat geschrieben:(28 May 2019, 12:37)

Richtig. Außerdem sollten sich die Sozen mal um die prekären Beschäftigungsverhältnisse kümmern, die bekanntlich die Ursache für die Altersarmut ist. Denen sollten nicht nur die Leute am Herzen liegen, die im Alter nichts haben, sondern auch die, die im Arbeitsleben schon nichts haben. Es waren bekanntlich Schröder, Steinmeier und Clement, die die gesetzlichen Grundlagen für die heutige Massenarmut legten.

Das ist so auch nicht richtig. Außerdem hat man ja mittlerweile den Mindestlohn eingeführt. Und die Nachunternehmerhaftung ist ebenfalls ein guter Weg um dem Subunternehmertum das Wasser abzugraben. Aber es dauert alles zulange. Man ist zu zögerlich. Die Paketboten hätte man schon vor 4 Jahren schützen müssen. War ja damals schon der Trend Subunternehmer Pakete befördern zu lassen die sann wenn es darum geht Steuern und Sozialabgaben zu bezahlen auch mal schnell abtauchen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Iwan der Liebe » Di 28. Mai 2019, 19:45

Alter Stubentiger hat geschrieben:(28 May 2019, 14:46)

Das ist so auch nicht richtig. Außerdem hat man ja mittlerweile den Mindestlohn eingeführt. Und die Nachunternehmerhaftung ist ebenfalls ein guter Weg um dem Subunternehmertum das Wasser abzugraben. Aber es dauert alles zulange. Man ist zu zögerlich. Die Paketboten hätte man schon vor 4 Jahren schützen müssen. War ja damals schon der Trend Subunternehmer Pakete befördern zu lassen die sann wenn es darum geht Steuern und Sozialabgaben zu bezahlen auch mal schnell abtauchen.



Und wie sieht es im Bildungssystem aus? Man führte die Inklusion ein. Vordergründig sah es temporär so aus, als hätten die Sozen plötzlich ihr Herz für Benachteiligte entdeckt. Das allerdings war ein Irrtum, es ging, wie so oft in diesem Lande, nur ums Geld.

Heute findet man in Gemeinschaftsschulen Klassen mit 30 Kindern, davon 3 bis 5 lernbehindert oder verhaltensauffällig. An den Sonderpädagogen hat man natürlich gespart. Jetzt steht da ein Lehrer vor 30 Kindern, von denen 3 oder 5 eigentlich eine Einzelbetreuung bräuchten. Das ist absolut sinnlos, da hätte man auch die Schulpflicht ganz abschaffen können. In solchen Schulen lernt niemand mehr etwas, abgesehen von den Lehrkräften, die die Sinnlosigkeit ihres Handelns erkennen müssen.

Übrigens sind es auch die Gemeinschaftsschulen, an denen Lehrermangel herrscht. Jeder vernünftige Lehrer sucht sich einen vernünftigen Job, und den kann er an Gymnasien, Grundschulen und einigen Realschulen finden, mit Sicherheit aber nicht an einer Gemeinschaftsschule.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 29. Mai 2019, 15:12

Iwan der Liebe hat geschrieben:(28 May 2019, 19:45)

Und wie sieht es im Bildungssystem aus? Man führte die Inklusion ein. Vordergründig sah es temporär so aus, als hätten die Sozen plötzlich ihr Herz für Benachteiligte entdeckt. Das allerdings war ein Irrtum, es ging, wie so oft in diesem Lande, nur ums Geld.

Heute findet man in Gemeinschaftsschulen Klassen mit 30 Kindern, davon 3 bis 5 lernbehindert oder verhaltensauffällig. An den Sonderpädagogen hat man natürlich gespart. Jetzt steht da ein Lehrer vor 30 Kindern, von denen 3 oder 5 eigentlich eine Einzelbetreuung bräuchten. Das ist absolut sinnlos, da hätte man auch die Schulpflicht ganz abschaffen können. In solchen Schulen lernt niemand mehr etwas, abgesehen von den Lehrkräften, die die Sinnlosigkeit ihres Handelns erkennen müssen.

Übrigens sind es auch die Gemeinschaftsschulen, an denen Lehrermangel herrscht. Jeder vernünftige Lehrer sucht sich einen vernünftigen Job, und den kann er an Gymnasien, Grundschulen und einigen Realschulen finden, mit Sicherheit aber nicht an einer Gemeinschaftsschule.


Inklusion war auf jeden Fall keine gute Idee. Da haben die Theoretiker wieder was erdacht und sich nicht von Praktikern beraten lassen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon denkmal » Mi 5. Jun 2019, 09:28

odiug hat geschrieben:(07 Feb 2019, 10:28)

Hi hi ... `tschuldigung ... aber ehrlich :?:
Ich finde dieses Argument schon etwas eigenartig :?
Wir müssen alle gleich behandeln ... ganz egal was die Umstände ... das verlangt das edle Prinzip der Gerechtigkeit :x
So zahlen wir Kindergeld für die Millionenerben, wie für Harz 4 Empfänger ... gut ... diesem Hängematten-Schmarotzer ziehen wir es von seinen Bezügen wieder ab ... und wir meinen damit nicht den Millionenerben :dead:
Ich wäre echt mal dafür, dass wir Sozialleistungen auch sozial verteilen und nicht nach dem Gießkannenprinzip.
Das würde so viel mehr Sinn ergeben :cool:


Aber...
Kindergeld ist keine Sozialleistung - es ist ein Instrument der Einkommenssteuer (es wird höchstens dort zu einer Art Sozialleitung, wenn man zu wenig Steuern zahlt, um den vollen Kinderfreibetrag nutzen zu können).
Das Finanzamt prüft dies beim Einkommenssteuerbescheid und verrechnet das gezahlte Kindergeld mit der zu erwarteten Steuerlastminderung, wenn diese die Zahlsumme des Kindergeldes übersteigt.
Und natürlich hätten die Politiker das gerne, dass man das als generelle Sozialleistung wahrnimmt...
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon denkmal » Mi 5. Jun 2019, 09:42

jorikke hat geschrieben:(07 Feb 2019, 16:28)

Bleiben wir einfach mal bei den überprüfbaren, von dir angegebenen Zahlen.
1. Rentenniveau ist von 64 auf 46% gesunken.
2. Du musst jetzt zwei Jahre länger arbeiten.
Unterstellen wir einfach einen Brutto Verdienst von 3000,-€
Dann hättest du früher, bei 64% eine Rente von 1.920,-€ bezogen.
Heute, bei 46% wären das nur noch 1.380,-€.
Allerdings hat sich die Bezugsdauer (durch die höhere Lebenserwartung) von seinerzeit 10 auf inzwischen 20 Jahre verdoppelt.
Als noch 64% gezahlt wurden hättest du also 1.920 x 12 x 10 = 230.400,-€ erwarten können.
Heute müsste die Rentenkasse dir insgesamt 1.380 x 12 x 20 = 331.200,-€ überweisen.
Ist das weniger?
Man kann selbstverständlich die Rentenpunkte so berechnen, dass es bei ungefähr 64% vom Brutto bleibt.
Es müsste lediglich der Rentenbeitrag um ca. 50% erhöht werden.
Dann möchte ich dich mal stöhnen hören.

Prozentual vom Monatsverdienst? Das wäre schön - ist doch aber nur bei Pensionen der Fall, oder? Ist das nicht jetzt 46% vom Jahresdurchschnittsverdienst aller bei der Rente?
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon denkmal » Mi 5. Jun 2019, 10:02

Sören74 hat geschrieben:(07 Feb 2019, 19:52)

An alle User, die für den Rentenvorschlag eine Bedürftigkeitsprüfung fordern. Bisher hat noch niemand geschrieben, ab wann in euren Augen eine Bedürftigkeit anfängt. Muss man als Rentner vorher sein Sparguthaben (komplett) abschmelzen und ggf. Vermögenswerte wie Immobilien, Wertpapiere, wertvollen Schmuck veräußern? Mich würde wirklich mal interessieren, welchen Freibetrag ihr den Rentnern zugestehen wollt. Davon wird nämlich auch abhängen, wie viele diese Leistungen dann nicht bekommen würden. Wenn dann am Ende rauskommt, dass das nur 10% betrifft, dann macht der ganze bürokratische Aufwand kaum Sinn.


Für mich ist das gar kein Rentenvorschlag, der Arbeitsminister missbraucht hier (absichtlich?) Begrifflichkeiten. Eine Rente errechnet sich aus den erworbenen Ansprüchen, die eben auch durch die Politik beeinflusst werden.
Sich dann jetzt am Ende als weißer Ritter hinzustellen, um einer willkürlich ausgewählten Gruppe von Menschen zusätzliche Sozialleistungen (=Aufstockung) zu versprechen ist gelinde gesagt "Verwirrung" des Wahlvolks.

Es ist eben keine Anpassung im Rentensystem selbst (die in dieser Weise in meinen Augen sowieso nicht möglich wäre...), sondern nur eine verdeckte Sozialleistung. Und damit einer Bedürftigkeitsprüfung zu unterziehen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich gönne es den Leuten, die es brauchen, aber es muss klar von der Politik kommuniziert werden, was ist was und warum... Eben nicht so tun, als wäre es eine Rentenleistung und keine Sozialleistung.

Ich hätte mehr Respekt, wenn der Arbeitsminister (oder irgendjemand aus der SPD oder einer anderen Partei) das System der Rentenfinanzierung auf eine andere Finanzierungsbasis, z.B. auf eine Steuerbasis stellen würde (der Sozialversicherungsbeitrag wird in den Steuertarif der Einkommenssteuer und evtl. anderen Steuerarten wie Kapitalertrags- / Körperschafts- / und angedachten Vermögens- / Erbschaftssteuern eingepflegt).

Eine Sockelrente bekämen alle ab dem 65. Lebensjahr und eine Leistungsrente bekämen meinetwegen alle, bei denen sich meinetwegen ein Faktor / Betrag aus der Anzahl der Einkommenssteuerklärungen und der Höhe der gezahlten Einkommenssteuer richtet - grob gesagt.

Also die bewährte Umlagefinanzierung, nur auf andere Füße gestellt, näher an der Produktivität eben..

Bin aber kein Experte, ist sicher komplexer als ich denke.... Aber man muss endlich mal eine Anfang machen.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Occham » Do 20. Jun 2019, 13:43

Wenn die Rente im Alter nicht reicht, muss ja ohnehin von irgendein Amt aufgestockt werden. Hier im Deutschland hat man Anspruch auf Existenzminimum. Wieso also kann dieses Minimum nicht gleich das Rentenamt auszahlen?
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Alpha Centauri » So 23. Jun 2019, 13:06

Occham hat geschrieben:(20 Jun 2019, 13:43)

Wenn die Rente im Alter nicht reicht, muss ja ohnehin von irgendein Amt aufgestockt werden. Hier im Deutschland hat man Anspruch auf Existenzminimum. Wieso also kann dieses Minimum nicht gleich das Rentenamt auszahlen?


Passt zwar nicht ganz zum Thema aber diesen Anspruch auf Existenzminimum widerspricht dann die Praxis der Hartz Sanktionen was in letzter Konsequenz ja die Streichung des Existenzminimums ist,
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon lili » Mi 24. Jul 2019, 20:08

Anarchie ist Sozialismus und Freiheit in einem. Freiheit ohne Sozialismus besteht aus Priveligien und Sozialismus ohne Freiheit bedeutet Gewalt und Unterdrückung (Michail Bakunin)

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