Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Fr 9. Okt 2020, 08:15

Atue001 hat geschrieben:(08 Oct 2020, 23:42)

Gerne können wir uns über deine Beiträge zum Rentensystem unterhalten - sobald du einsteigen wirst.


Ich steige keinesfalls in einen Zug ein, wo die Leistungsorientierung = Rente basierend äquivalent auf entrichteten Beirägen - aufgelöst wird .
Ein BGE in irgendeiner Form als auch nur anteiligen Ersatz ist abzulehnen.
Die Grundsicheurng im Alter ist auf keinen Fall durch irgendetwas "bedingungsloses" zu ersetzen. Es bleibt bei der Bedürftigkeit basierend auf dem individullen Bedarf ( = heutige Regelung)
Eine Änderung in Richtung von mehr Gerechtigkeit wäre ein "Schonbetrag" für die eigene (staatliche) Rente im Falle der Grundsicherung , wie heute schon für private Zusatzvorsorge
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Sa 10. Okt 2020, 00:28

Realist2014 hat geschrieben:(09 Oct 2020, 08:15)

Ich steige keinesfalls in einen Zug ein, wo die Leistungsorientierung = Rente basierend äquivalent auf entrichteten Beirägen - aufgelöst wird .
Ein BGE in irgendeiner Form als auch nur anteiligen Ersatz ist abzulehnen.
Die Grundsicheurng im Alter ist auf keinen Fall durch irgendetwas "bedingungsloses" zu ersetzen. Es bleibt bei der Bedürftigkeit basierend auf dem individullen Bedarf ( = heutige Regelung)
Eine Änderung in Richtung von mehr Gerechtigkeit wäre ein "Schonbetrag" für die eigene (staatliche) Rente im Falle der Grundsicherung , wie heute schon für private Zusatzvorsorge


1. In meinen Vorschlägen zur zukünftigen Rente wird Leistung in Form von eigenen Beiträgen weitaus stärker berücksichtigt als im heutigen Ansatz.
2. Was die Zukunft an Regelungen bringt, legst nicht du fest, sondern der Gesetzgeber. Und nur weil du dich nicht intensiv mit dem heute existierenden Ansatz auseinandersetzt, und noch weniger mit Alternativen dazu, bedeutet das noch nicht, dass du auch nur irgendetwas verstanden hättest. Offensichtlich ist dir auch heute schon das bestehende System weitgehend intransparent.
3. Hättest du auch nur ansatzweise verstanden, was mein Vorschlag dazu ist, wäre dir klar, dass mit meinem Vorschlag in jedem Fall sichergestellt ist, dass diejenigen, die in das Rentensystem einzahlen, auch tatsächlich mehr bekommen als die, die nicht einzahlen. Damit decke ich eine zentrale Forderung deinerseits ab - gleichzeitig lehnst du genau diesen Vorschlag ab, und forderst ihn.....was also willst du wirklich?

Der von dir geforderte Schonbetrag ist eine typische Forderung deinerseits, die auf halben Wege stehen bleibt. Ein "Schonbetrag" arbeitet regelmäßig mit einer harten Grenze - was immer wieder dazu führt, dass es entlang dieser Grenze leicht zu benennende Fälle gibt, die mal positiv und mal negativ profitieren oder betroffen sind. Warum solche halbgaren Forderungen, die nichts und niemandem helfen - außer der Bürokratie, die würde dann nämlich ausgebaut werden müssen, was für die Allgemeinheit teuer ist. Es zahlt dann der Steuerzahler......

Vermeiden kann man dies, indem man gleich eine stringente Organisation schafft! Denk doch bitte selbst mal drüber nach, wie man das machen kann. Wie kann man also sicherstellen, dass der, der NIE in die Rentenversicherung eingezahlt hat, weniger im Alter hat als der, der auch nur irgendwann auch nur einen Cent einbezahlt hat......SOLCHE Überlegungen würden dich weiter bringen! Du musst nicht automatisch auf MEINE Lösung kommen - aber garantiert wärst du beim ernsthaften Durchdenken solcher Ansätze bei Systemen, die deutlich näher an dem dran sind, was ich eigentlich nur konsequent fordere.
Ich sage auch klar: Meine Ideen dazu sind längst nicht die einzig mögliche Variante - es geht auch anders! Nur - der von dir geforderte "Schonbetrag" bleibt schlicht und einfach auf halbem Wege stehen und erfüllt ganz sicher nicht die Forderung nach einem konsequent gerechten System.

Ausgehend von der Überlegung sollte es dann doch auch dir möglich sein mal ernsthaft ganzheitlich darüber nachzudenken, wie man diese ersten zarten Pflänzchen der Erkenntnis konsequent zu Ende denken könnte........mach das doch bitte mal! Solltest du dann ein Ergebnis haben, können wir gerne und auch Ergebnisoffen dieses meinen Ideen gegenüberstellen, und dann gemeinsam vergleichen, was bei deinem und was bei meinem Ansatz gut oder weniger gut gelungen ist. DAS wäre eine Bereicherung der Diskussion......kannst du das leisten? Überzeuge doch mal einen Skeptiker.........
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Ewu » Sa 10. Okt 2020, 01:53

So wie sie jetzt weltweit die Wirtschaft zerstören, kann es nur einen neuen Sozialismus geben. Wir kriegen dann alle gleich wenig (falls wir die Wirren bis dorthin überleben). Es lohnt sich nicht mehr, jetzt noch groß in die Rentenkasse einzuzahlen, das wird uns alles genommen durch die vorsätzlich geplante Inflation (Ernst Wolff von attac), d.h. die Banken- und Coronaschulden werden mit unserem Geld bezahlt.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Teeernte » Sa 10. Okt 2020, 02:39

Ewu hat geschrieben:(10 Oct 2020, 01:53)

So wie sie jetzt weltweit die Wirtschaft zerstören, kann es nur einen neuen Sozialismus geben. Wir kriegen dann alle gleich wenig (falls wir die Wirren bis dorthin überleben). Es lohnt sich nicht mehr, jetzt noch groß in die Rentenkasse einzuzahlen, das wird uns alles genommen durch die vorsätzlich geplante Inflation (Ernst Wolff von attac), d.h. die Banken- und Coronaschulden werden mit unserem Geld bezahlt.


Sozialismus hat den blöden Nachteil - das ALLe für Verluste haften - und KEINER dem Sozialismus "Kredit" gibt.

Das was hier für Hartz "abfällt" - ist in Zukunft dann HOHer Standard. Einheits- Standard in 3 Klassen , Funktionäre, Arbeitende....und zur Arbeit "erzogene".

Müssiggang ist da Systemschädlich !!
Heute heissen die Funktionäre Beamte... Der Rest - Handwerker ...Unternehmer... werden im Einheitsbrei ganz NORMAL - wie jeder Angestellte seinen Hammer überpünklich loslassen.

Eine Verteilungsgesellschaft auf allerniedrigstem Niveau OHNE innenwirkende Triebkraft.

...und.....Für Kommunismus sind 99% der Menschen nicht geeignet ... :D :D :D
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Teeernte » Sa 10. Okt 2020, 02:51

Atue001 hat geschrieben:(08 Oct 2020, 23:42)

Gerne können wir uns über deine Beiträge zum Rentensystem unterhalten - sobald du einsteigen wirst.


Arbeitgeber >>

Jeder , der für 10 Angestellte / Arbeiter monatlich - Löhne und Abgaben/Renten und Sozialsystem "befüllt" sollte doch eigentlich dafür "Belohnt" werden. ER hat den "anderen Teil" ArbeitgeberAnteil auch bezahlt. Eigentlich - müsste der Rente/Pension bekommen - wie ein Beamter.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » So 11. Okt 2020, 17:48

Teeernte hat geschrieben:(10 Oct 2020, 02:51)

Arbeitgeber >>

Jeder , der für 10 Angestellte / Arbeiter monatlich - Löhne und Abgaben/Renten und Sozialsystem "befüllt" sollte doch eigentlich dafür "Belohnt" werden. ER hat den "anderen Teil" ArbeitgeberAnteil auch bezahlt. Eigentlich - müsste der Rente/Pension bekommen - wie ein Beamter.


Man kann viele Sichtweisen einnehmen - aber zunächst würde ich mal die Sichtweise einnehmen, dass man immer dann deutlich zwischen Unternehmen und Eigentümer eines Unternehmens trennen sollte, wenn es sich nicht um Personengesellschaften handelt. Bei Kapitalgesellschaften zahlt nicht der (die) Eigentümer des Unternehmens die Sozialabgaben auf Arbeitgeberseite, sondern diese werden aus dem Deckungsbeitrag des Unternehmens finanziert.

Ansonsten kann man die Aussage treffen, dass auch bei Personengesellschaften das Unternehmen nicht den Gewinn abwerfen würde, den es abwirft, wenn man die Angestellten nicht hätte. Wäre es anders, würde man die Angestellten einfach entlassen, und deren Tätigkeiten anders erledigen lassen. Also ist es doch wohl so, dass die Angestellten sowohl den Deckungsbeitrag als dann auch den Gewinn des Unternehmens mit erwirtschaften, nicht nur der Eigentümer. In diesem Sinne ermöglichen es die Angestellten, dass der Arbeitgeber auch die Arbeitgeberanteile in die Sozialversicherungen zahlen kann. So gesehen belohnen sich die Angestellten selbst.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » So 11. Okt 2020, 18:00

Atue001 hat geschrieben:(11 Oct 2020, 17:48)

Man kann viele Sichtweisen einnehmen - aber zunächst würde ich mal die Sichtweise einnehmen, dass man immer dann deutlich zwischen Unternehmen und Eigentümer eines Unternehmens trennen sollte, wenn es sich nicht um Personengesellschaften handelt. Bei Kapitalgesellschaften zahlt nicht der (die) Eigentümer des Unternehmens die Sozialabgaben auf Arbeitgeberseite, sondern diese werden aus dem Deckungsbeitrag des Unternehmens finanziert.

Diese Aussageist ökonomische Unsinn-

A
nsonsten kann man die Aussage treffen, dass auch bei Personengesellschaften das Unternehmen nicht den Gewinn abwerfen würde, den es abwirft, wenn man die Angestellten nicht hätte. Wäre es anders, würde man die Angestellten einfach entlassen, und deren Tätigkeiten anders erledigen lassen. Also ist es doch wohl so, dass die Angestellten sowohl den Deckungsbeitrag als dann auch den Gewinn des Unternehmens mit erwirtschaften, nicht nur der Eigentümer. In diesem Sinne ermöglichen es die Angestellten, dass der Arbeitgeber auch die Arbeitgeberanteile in die Sozialversicherungen zahlen kann. So gesehen belohnen sich die Angestellten selbst.


diese "Unterschiede" zwischen Kapitalgesellschaften und Personengeslelschaften sind nicht existent
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » So 11. Okt 2020, 19:07

Realist2014 hat geschrieben:(11 Oct 2020, 18:00)

Diese Aussageist ökonomische Unsinn-

A

diese "Unterschiede" zwischen Kapitalgesellschaften und Personengeslelschaften sind nicht existent


Dein ökonomischer Sachverstand ist unglaublich! [/satire off]
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Skull » So 11. Okt 2020, 19:32

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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Wähler » Do 3. Dez 2020, 15:18

SZ 3. Dezember 2020 Eine Studie von "Finanzwende" zeigt: Bei Riester-Rentenversicherungen fließt jeder vierte Euro in die Kosten
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.5135786
"Dieses könnte sich am Beispiel Schweden orientieren. Dort zahlen Arbeitnehmer zusätzlich zum Rentenbeitrag 2,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens in einen staatlich verwalteten Vorsorgefonds ein. Der 60 Milliarden Euro schwere "AP7-Fonds" - benannt nach der staatlichen schwedischen Finanzagentur AP7 - investiert zu mehr als 90 Prozent in Aktien. Die Bürgerbewegung Finanzwende hat auch für diesen Fonds eine Modellrechnung für den Musterkunden aufgestellt: Demnach haben schwedische Vorsorgesparer nach 30 Jahren alleine wegen der geringeren Kosten des AP7-Fonds rund 16 600 Euro mehr auf dem Konto als Deutsche mit einer durchschnittlichen Riester-Rentenversicherung."
Warum ist in Deutschland die Finanzbildung so gering im Vergleich zu unseren Nachbarländern? Die Riesterrente ist auch ein schlimmes Beispiel für das Anfüttern der deutschen Finanzindustrie durch die Politik.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Do 3. Dez 2020, 16:37

Wähler hat geschrieben:(03 Dec 2020, 15:18)

SZ 3. Dezember 2020 Eine Studie von "Finanzwende" zeigt: Bei Riester-Rentenversicherungen fließt jeder vierte Euro in die Kosten
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.5135786
"Dieses könnte sich am Beispiel Schweden orientieren. Dort zahlen Arbeitnehmer zusätzlich zum Rentenbeitrag 2,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens in einen staatlich verwalteten Vorsorgefonds ein. Der 60 Milliarden Euro schwere "AP7-Fonds" - benannt nach der staatlichen schwedischen Finanzagentur AP7 - investiert zu mehr als 90 Prozent in Aktien. Die Bürgerbewegung Finanzwende hat auch für diesen Fonds eine Modellrechnung für den Musterkunden aufgestellt: Demnach haben schwedische Vorsorgesparer nach 30 Jahren alleine wegen der geringeren Kosten des AP7-Fonds rund 16 600 Euro mehr auf dem Konto als Deutsche mit einer durchschnittlichen Riester-Rentenversicherung."
Warum ist in Deutschland die Finanzbildung so gering im Vergleich zu unseren Nachbarländern? Die Riesterrente ist auch ein schlimmes Beispiel für das Anfüttern der deutschen Finanzindustrie durch die Politik.



Ein bisschen denkt die CDU in diese Richtung:

"Sie fordern ferner den Aufbau eines Fonds für eine Kapitalanlage innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. Selbstständige sollen zudem wie Arbeitnehmer, Beamte oder Minijobber ein Standardvorsorgeprodukt abschließen können. Dieses soll schwerpunktmäßig auf Aktienanlagen basieren. Der Staat soll Kriterien für das Produkt festlegen. "

https://www.n-tv.de/politik/Heil-draeng ... 11501.html
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Fr 4. Dez 2020, 22:25

Wähler hat geschrieben:(03 Dec 2020, 15:18)

Warum ist in Deutschland die Finanzbildung so gering im Vergleich zu unseren Nachbarländern? Die Riesterrente ist auch ein schlimmes Beispiel für das Anfüttern der deutschen Finanzindustrie durch die Politik.


Es gibt dafür sicherlich eine Reihe von Gründen - dazu zählt auch, dass die Deutschen vor der DM schlechte Erfahrungen mit der Börse gemacht hatten, die sich tief ins kulturelle Bewusstsein eingegraben haben. Und bei den Versuchen das zu durchbrechen, hat man mit der "Volksaktie" der Telekom die nächsten Wunden eröffnet.

Das Konstrukt der Riesterrente ist teilweise dem geschuldet - der Staat wollte in jedem Fall vermeiden, dass nicht geriestert wird, weil die Menschen dem Produkt nicht trauen. Also wurde es so bürokratisch zugemonstert, dass zwar das eingezahlte Kapital sicher ist, aber genauso sicher ist es, dass man weitaus effektiver sparen kann. Nur - wenn zu viele dann genau deshalb gar nicht sparen, ist das noch weniger zielführend.

Generell verstehe ich aber auch nicht so recht, warum ausgerechnet Deutschland in der eigentlich soliden umlagefinanzierten Rentenidee eine halbherzige Kehrtwende machen will, und kapitalgedeckte Komponenten ergänzend einführen will. Es ist ja nicht so, dass in den letzten Finanzkrisen die Länder mit kapitalgedeckten Prioritäten bei der Rente wirklich gut über die Runden gekommen wären - gerade in Krisenzeiten ist die Umlagefinanzierung eigentlich ziemlich robust.

Besonders irritierend ist für mich, dass die politischen Ideen insbesondere auch der CDU einerseits den Hang haben, dass sie die Rente nicht zu teuer werden lassen wollen, andererseits aber das vor allem über Kürzungen/Deckelungen u.ä. der umlagefinanzierten Rente geschehen soll - und weil man dann bemerkt, dass man von der dadurch entstehenden Rente nicht mehr in der Breite so richtig komfortabel leben kann, kommt man auf die Idee, dass dann halt ergänzend noch was in die Kapitaldeckung einfließen muss. Dass klingt deshalb für mich absurd, weil dadurch insgesamt die Belastung für die Einzahler keineswegs geringer wird - denn auch das, was man in die Kapitalgedeckten Ideen hineinsteckt, kann man nicht nochmal für den Konsum ausgeben......

Grundsätzlich halte ich das Umlagesystem für das Überlegene System - weil es resilienter ist - aber prinzipiell haben auch kapitalgedeckte Systeme durchaus ihren Charme. Was keinen Charme hat ist aber der typisch deutsche Flickenteppich, dass für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Spielregeln gelten, die dann auch noch viel zu häufig aufgrund ihrer Probleme mit viel klein klein verändert werden. Was eigentlich fehlt, ist eine mal etwas umfänglichere Reform, die die Probleme klar benennt, und diese dann auch mit einer gewissen Nachhaltigkeit grundlegend abstellt - und zwar so, dass die grundlegenden Regeln dann auch erfolgreich für die nächsten 50 Jahre halten.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Wähler » Sa 5. Dez 2020, 10:44

Wähler hat geschrieben:(03 Dec 2020, 15:18)
SZ 3. Dezember 2020 Eine Studie von "Finanzwende" zeigt: Bei Riester-Rentenversicherungen fließt jeder vierte Euro in die Kosten
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.5135786
"Dieses könnte sich am Beispiel Schweden orientieren. Dort zahlen Arbeitnehmer zusätzlich zum Rentenbeitrag 2,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens in einen staatlich verwalteten Vorsorgefonds ein. Der 60 Milliarden Euro schwere "AP7-Fonds" - benannt nach der staatlichen schwedischen Finanzagentur AP7 - investiert zu mehr als 90 Prozent in Aktien. Die Bürgerbewegung Finanzwende hat auch für diesen Fonds eine Modellrechnung für den Musterkunden aufgestellt: Demnach haben schwedische Vorsorgesparer nach 30 Jahren alleine wegen der geringeren Kosten des AP7-Fonds rund 16 600 Euro mehr auf dem Konto als Deutsche mit einer durchschnittlichen Riester-Rentenversicherung."
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Atue001 hat geschrieben:(04 Dec 2020, 22:25)
Das Konstrukt der Riesterrente ist teilweise dem geschuldet - der Staat wollte in jedem Fall vermeiden, dass nicht geriestert wird, weil die Menschen dem Produkt nicht trauen. Also wurde es so bürokratisch zugemonstert, dass zwar das eingezahlte Kapital sicher ist, aber genauso sicher ist es, dass man weitaus effektiver sparen kann. Nur - wenn zu viele dann genau deshalb gar nicht sparen, ist das noch weniger zielführend.
Generell verstehe ich aber auch nicht so recht, warum ausgerechnet Deutschland in der eigentlich soliden umlagefinanzierten Rentenidee eine halbherzige Kehrtwende machen will, und kapitalgedeckte Komponenten ergänzend einführen will. Es ist ja nicht so, dass in den letzten Finanzkrisen die Länder mit kapitalgedeckten Prioritäten bei der Rente wirklich gut über die Runden gekommen wären - gerade in Krisenzeiten ist die Umlagefinanzierung eigentlich ziemlich robust.

Das Konstrukt der Riesterrente ist ein halbgares und untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in die Rentenpolitik der Regierungen auf Bundesebene.
Die Umlagefinanzierung findet bis auf die versicherungsfremden Leistungen aus den Sozialbeiträgen der Arbeitnehmer statt. Beamte und Selbständige bleiben nach wie vor außen vor.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Sa 5. Dez 2020, 13:41

Wähler hat geschrieben:(05 Dec 2020, 10:44)

Das Konstrukt der Riesterrente ist ein halbgares und untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in die Rentenpolitik der Regierungen auf Bundesebene.


Kein Widerspruch vielmehr Zustimmung. Ich wollte nur erläutern dass ein Grund für das Konstrukt daher kommt, dass der irre Versuch unternommen wurde, die Risiken einer Kapitaldeckung von Rentenanteilen durch Instrumente der Finanzindustrie möglichst zu eliminieren. Es ist der Versuch, ein eigentlich falsches Vorgehen in der Rente mit dann auch noch ungeeigneten Begleitmaßnahmen irgendwie zu reparieren - und heraus kommt ein Monster. Und dennoch bleibt: Wer das Monster nicht nutzt, und stattdessen NICHTS tut, ist schlecht beraten.

Die Umlagefinanzierung findet bis auf die versicherungsfremden Leistungen aus den Sozialbeiträgen der Arbeitnehmer statt. Beamte und Selbständige bleiben nach wie vor außen vor.


Es ist etwas komplexer. Auch Arbeitgeber zahlen in die Rentenkasse ein, insofern sind die in jedem Fall noch zu nennen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch nicht zu unterschätzende Beiträge in die Rentenkasse, die über Steuern finanziert werden. Und bei diesen Beiträgen ist dann gar nicht mehr so einfach zu ermitteln, wer dann in welchem Umfang zur Finanzierung von was beigetragen hat. Klar ist aber, dass auch Beamte und Selbstständige Steuern zahlen, und von deren Steuern auch ein Teil zur Finanzierung der Rentenkasse genutzt werden. Darüber hinaus müsste man eigentlich den Blick über die Rente hinaus richten. Letzten Endes geht es darum, wie die Gesellschaft das Leben im Altern bezüglich der Existenzsicherung und der darüber hinausgehenden Konsumfähigkeit insgesamt organisiert. Und da gibt es heute viel Widersprüchliches, was bei genauerem Hinsehen nur schwer zu verstehen ist. Dazu zählt insbesondere und mit wachsender Bedeutung die Rolle der Existenzsicherung im eigentlichen Sinne - und damit so Elemente wie die Grundsicherung im Alter aber auch das Wohngeld und einiges mehr. Beschränkt man den Blick ausschließlich auf die Rentenversicherung und die Rentenpolitik im engeren Sinne, bleiben viele dieser relevanten Zusammenhänge außen vor.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Sa 5. Dez 2020, 13:44

Atue001 hat geschrieben:(05 Dec 2020, 13:41)

Und da gibt es heute viel Widersprüchliches, was bei genauerem Hinsehen nur schwer zu verstehen ist. Dazu zählt insbesondere und mit wachsender Bedeutung die Rolle der Existenzsicherung im eigentlichen Sinne - und damit so Elemente wie die Grundsicherung im Alter aber auch das Wohngeld und einiges mehr. Beschränkt man den Blick ausschließlich auf die Rentenversicherung und die Rentenpolitik im engeren Sinne, bleiben viele dieser relevanten Zusammenhänge außen vor.


Ohneauch die weiteren Einkünfte im Alter zu betrachten ( haben 50% derer im rentenalter), ist diese limitierte Betrachtung wertlos

Was heute ungerecht ist, ist das "Aufstockungssystem" zu Existenzsicherung ohne Freibeträge bezüglich eigenen (staatlichen) Rente.
Riester & Co bleiben bis 200 Euro unberücksichtigt.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Sa 5. Dez 2020, 13:58

Realist2014 hat geschrieben:(05 Dec 2020, 13:44)

Ohneauch die weiteren Einkünfte im Alter zu betrachten ( haben 50% derer im rentenalter), ist diese limitierte Betrachtung wertlos

Was heute ungerecht ist, ist das "Aufstockungssystem" zu Existenzsicherung ohne Freibeträge bezüglich eigenen (staatlichen) Rente.
Riester & Co bleiben bis 200 Euro unberücksichtigt.


Wertlos ist so eine harte Verurteilung....ich denke ich teile dennoch weitgehend genau diese Einschätzung. Einfach NUR die Renten zu betrachten greift zu kurz.

Kannst du genauer erläutern, was du mit "Aufstockungssystem" zur Existenzsicherung .... meinst? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das inhaltlich richtig verstanden habe.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Sa 5. Dez 2020, 14:06

Atue001 hat geschrieben:(05 Dec 2020, 13:58)

Wertlos ist so eine harte Verurteilung....ich denke ich teile dennoch weitgehend genau diese Einschätzung. Einfach NUR die Renten zu betrachten greift zu kurz.

Kannst du genauer erläutern, was du mit "Aufstockungssystem" zur Existenzsicherung .... meinst? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das inhaltlich richtig verstanden habe.


Das habe ich schon mal ausführlich erläutert......

Es geht aus vom persönlichen Bedarf = angemessene Warmmiete plus Regelsatz

Nehmen wir an, der Rentner hat eine Warmmiete von 500 Euro ( und das wäre für seine Wohnort angemessen)- dann wäre sein "Bedarf" 500 Euro plus 432 Euro = 932 Euro

Nehmen wir weiter an , er hat eine eigene kleine Rente von 700 Euro und keinerlei Vermögen

Dann würde ihm die Kommune 932 Euro minus 700 Euro = 232 Euro pro Monat überweisen.

Hätte dieser Rentner aber nur 500 Euro Staatsrente und 200 Euro Riesterrente, dann würde ihm die Kommune 432 Euro überweisen , da die Riesterente "anrechnungsfei" bleibt.




Diese "Aufstockung" bis zum individuellen Bedarf ist bei ALG II genau so, wobei hier die Berechnung des Freibetrags bezüglich eigener Einünfte anders berechnet wird.
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Sa 5. Dez 2020, 17:57

Danke für die Klärung - bleibt noch die Frage offen, was du damit meinst, dass dieses Aufstockungssystem ungerecht ist. Inwiefern ist es aus deiner Sicht ungerecht, und was wäre eine deiner Meinung nach gerechtere Alternative?
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Realist2014 » Sa 5. Dez 2020, 17:59

Atue001 hat geschrieben:(05 Dec 2020, 17:57)

Danke für die Klärung - bleibt noch die Frage offen, was du damit meinst, dass dieses Aufstockungssystem ungerecht ist. Inwiefern ist es aus deiner Sicht ungerecht, und was wäre eine deiner Meinung nach gerechtere Alternative?


Gerecht wäre eben auch bezüglich der staatlichen Rente im Hinblick auf die Grundsicherung "Freibeträge" einzuführen

Zum Beispiel 10% oder 15% der eigenen Rente bis zu einem Höchstbetrag
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Re: Die Rente ist NICHT sicher! Wie kann man die Rente in angemessener Höhe sichern?

Beitragvon Atue001 » Di 8. Dez 2020, 23:15

Realist2014 hat geschrieben:(05 Dec 2020, 17:59)

Gerecht wäre eben auch bezüglich der staatlichen Rente im Hinblick auf die Grundsicherung "Freibeträge" einzuführen

Zum Beispiel 10% oder 15% der eigenen Rente bis zu einem Höchstbetrag


Eigentlich müsste es konsequenterweise sehr ähnlich wie bei Hartz IV behandelt werden. Die Grundsicherung dürfte damit einerseits nur die Rente bis zur Höhe des Grundsicherungsbetrages aufstocken - und in der Übergangszone zu höheren "Renten" die ggf. auch aus Riester kommen müsste anfänglich 90% quasi mit der Grundsicherung verrechnet werden......

Ich stimme dir sofort zu, dass es hier Gerechtigkeitsfragestellungen gibt. Bei der Wahl der Mittel zur Beseitigung bin ich allerdings der Überzeugung, dass auch Freibeträge allenfalls ein Pflaster wären, und keine grundlegende Korrektur.

Das Grundübel ist hier, dass die gesetzliche Rente eigentlich zwei Ziele verfolgt - die zwar miteinander zu tun haben, die aber rechtlich gesehen und vor allem auch bei der Finanzierungsfrage unterschiedlich behandelt werden.
Das primäre Ziel ist es, dass ein Empfänger der gesetzlichen Rente sich selbst versorgen kann aus eigenen Mitteln, die ihm aus dem umlagefinanzierten Rentensystem zustehen. Solange dies das System auch für eine überwiegende Mehrheit erfüllt, kann man mit den Unzulänglichkeiten leben.
Das sekundäre und eigentlich darunter liegende Ziel ist aber, dass die Empfänger der gesetzlichen Rente nicht mehr unter die staatlich zu gewährleistende Grundsicherung fallen. Diese ist nicht umlagefinanziert, sondern steuerfinanziert - und den Anspruch darauf hat man im Alter nicht aufgrund früherer Tätigkeit, sondern aufgrund der eigenen Existenz und dem Umstand, dass man kein Vermögen und keine sonstigen Einkünfte hat, um seine eigene Grundsicherung selbst zu bestreiten.

Wir haben also wieder das Wechselspiel zwischen einem staatlich organisierten Versicherungssystem und einer aus Steuermitteln staatlich finanzierten Grundsicherung für die Existenzsicherung - hier im Speziellen halt im Fall der Verrentung.

Konsequenter wäre es, das Thema der Existenzsicherung tatsächlich unabhängig von der Rente zumindest im Alter oder sagen wir mal allgemeiner im Rentenfall zu organisieren.
Die Grundsicherung wäre dann zumindest im Alter mal gesetzt - und die Leistungen aus der Rentenversicherung, aus Riester und sonstigen Einnahmequellen kämen dann jeweils nur oben drauf.
Natürlich müsste man zur Finanzierung die Steuern erhöhen - aber umgekehrt würde bis zur Höhe der Grundsicherung im Gegenzug auch die Notwendigkeit einer Rente aus der Rentenversicherung entfallen, man könnte also die Rente deutlich niedriger ausfallen lassen, und damit sehr weite Teile einer solchen Umorganisation gegen finanzieren.
Auf alle anderen Einkommen als der Grundsicherung würde man dann unter Nicht-Berücksichtigung des Grundfreibetrags ganz normal die Regularien des Steuerrechts anwenden - was die Finanzierungslücke nochmal verkleinern würde.
Was verbliebe wäre allenfalls eine kleine Finanzierungslücke weil heute die Grundsicherung erst dann bezahlt wird, wenn eigenes Vermögen bis auf ein Schonvermögen aufgebraucht ist. Dies könnte man durch eine Absenkung der Freibeträge im Erbschaftsfall ausgleichen.

Tatsächlich halte ich diesen Weg für einen vernünftigen Weg, wie man zukünftig mit der Rente umgehen kann. Dieser Schritt wäre relativ leicht machbar - und er wäre relativ leicht auch auf andere Lebensbiographien übertragbar - also beispielsweise auf Pensionäre, Selbstständige u.ä.. Dies wäre eine Art "Altersgrundeinkommen" - was wir aber in gewisser Weise über die Grundsicherung im Alter heute auch schon in Teilen haben. Lediglich könnte man die Finanzierung des Altersgrundeinkommens dann auf sehr breite und auch dauerhaft leistungsfähige Schultern gleichmäßig verteilen. Das verbleibende Restrentensystem wäre immer ein Zugewinn über die Grundsicherung hinaus, und in Form der Umlagefinanzierung auch dauerhaft zu finanzieren. Die dafür notwendigen Reformen im Steuer-, Sozial- und Rentenrecht wären überschaubar. Und: Die Gerechtigkeitsprobleme mit Riesterrente, Freibeträge u.ä. wären konsequent und einheitlich organisiert.

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