Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon aleph » Mi 14. Mär 2018, 11:53

odiug hat geschrieben:(14 Mar 2018, 08:59)

Das ist ja lieb und nett und auch durchaus lobenswert.
Nur ... und darauf bestehe ich dann schon: auch der öffentliche Dienst muss wirtschaftlich arbeiten.
Das heißt jetzt nicht gewinnorientiert, aber kosteneffektiv.
Ich bin dagegen, den öffentlichen dienst als Sozialangebot zu missbrauchen.
Das muss man trennen, auch um die nötige Transparenz gegenüber dem Steuerzahler zu gewährleisten.
Ich will wissen, wofür der Staat Geld ausgibt und dass er das mit der nötigen Sorgfalt macht.
Wenn ich Sozialaufgaben querfinanziere durch den öffentlichen Dienst, öffnet das Verschwendung und Missbrauch Tür und Tor, mal ganz abgesehen von der Akzeptanz des öffentlichen Dienst in der Gesellschaft.

Das ist kein Problem, das zu organisieren und wird ja auch schon gemacht. Viele Städte haben Firmen, die genau solche Langzeitarbeitslosen beschäftigen. Nicht kostendeckend, aber transparent. Jeder kann prüfen, ob es Vorteile bringt, oder ob es besser ist, die Leute sitzen zu Hause und bekommen ihr Hartz IV ohne solche Programme.

Klar, wenn diese Leute gewinnbringend arbeiten könnten, würden sie ja auf dem freien Markt unterkommen oder sich selbstständig machen können.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon zollagent » Mi 14. Mär 2018, 11:58

relativ hat geschrieben:(14 Mar 2018, 11:45)

Zeig die Gesetzesstelle , wo das steht, daß der Staat sowas nicht kann, oder darf.

Wozu? Wäre es legal, Menschen nach Euren Ideen zu solchen Arbeiten zu zwingen, würde es flächendeckend gemacht. Deine Ideen sind schlichtweg Schnapsideen, die so definitiv nicht umsetzbar sind. Beginnt mit Artikel 1 des GG. Und komm jetzt nicht mit "seit wann ist es unwürdig, zu arbeiten". Das ist es nicht, aber was du und deine Mitstreiter hier daraus machen wollen, das ist sehr wohl unwürdig. Und damit schlicht rechtlich nicht durchsetzbar.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon zollagent » Mi 14. Mär 2018, 12:00

aleph hat geschrieben:(14 Mar 2018, 11:53)

Das ist kein Problem, das zu organisieren und wird ja auch schon gemacht. Viele Städte haben Firmen, die genau solche Langzeitarbeitslosen beschäftigen. Nicht kostendeckend, aber transparent. Jeder kann prüfen, ob es Vorteile bringt, oder ob es besser ist, die Leute sitzen zu Hause und bekommen ihr Hartz IV ohne solche Programme.

Klar, wenn diese Leute gewinnbringend arbeiten könnten, würden sie ja auf dem freien Markt unterkommen oder sich selbstständig machen können.

Jetzt denke das mal zu Ende. Das in Form eines "Arbeitsdienstes", wie es dem Strangeröffner vorschwebt, was bitte wären denn solche Gesellschaften anderes als eine staatliche Beschäftigungsmaschine, die der Wirtschaft Konkurrenz macht und damit reguläre Arbeitsplätze vom Markt drängt, weil sie durch die staatliche Finanzierung schlicht konkurrenzlos ist? Eine Qualifizierungsgesellschaft ist was Anderes als ein Arbeitsdienst. Diesen Unterschied sollte man schon machen.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon aleph » Mi 14. Mär 2018, 12:14

zollagent hat geschrieben:(14 Mar 2018, 12:00)

Jetzt denke das mal zu Ende. Das in Form eines "Arbeitsdienstes", wie es dem Strangeröffner vorschwebt, was bitte wären denn solche Gesellschaften anderes als eine staatliche Beschäftigungsmaschine, die der Wirtschaft Konkurrenz macht und damit reguläre Arbeitsplätze vom Markt drängt, weil sie durch die staatliche Finanzierung schlicht konkurrenzlos ist? Eine Qualifizierungsgesellschaft ist was Anderes als ein Arbeitsdienst. Diesen Unterschied sollte man schon machen.


Also die städtische Firma bei uns, die so was macht, die bietet Dienste an, für die es in der freien Wirtschaft nur wenige Firmen gibt. Zum Beispiel Sammeln von Altmöbeln. Da ist sie vielleicht eine Konkurrenz zum Roten Kreuz :D
Sie bietet Fortbildungsmaßnahmen an, Schnupperkurse bei Firmen in der freien Wirtschaft, um dort eine Stelle zu finden, City Cops usw.
Klick<-Das ist vielleicht nicht das, was Du Dir bei dem Strangthema darunter vorgestellt hast, aber der Denkansatz ist schon Wirklichkeit.

Einen Zwang, bei dieser Firma mitzuarbeiten, gibt es nicht. So wahnsinnig gewinnbringend ist sie nicht, dass man sie an die Börse bringen würde :D
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon pikant » Mi 14. Mär 2018, 12:27

zollagent hat geschrieben:(14 Mar 2018, 11:25)

Nein. Solche Begriffe schwirren hier bei Euch durch die Köpfe. "Die müssen wieder lernen, einen strukturierten Tagesablauf zu haben". Sagt dasselbe, nur verklausuliert.


am Stammtisch habe ich das noch nicht gehoert, aber fuer Spahn empfehlenswert - hoert sich richtig gut an ;)
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon pikant » Mi 14. Mär 2018, 12:31

odiug hat geschrieben:(14 Mar 2018, 08:59)

Das ist ja lieb und nett und auch durchaus lobenswert.
Nur ... und darauf bestehe ich dann schon: auch der öffentliche Dienst muss wirtschaftlich arbeiten.
Das heißt jetzt nicht gewinnorientiert, aber kosteneffektiv.
Ich bin dagegen, den öffentlichen dienst als Sozialangebot zu missbrauchen.
Das muss man trennen, auch um die nötige Transparenz gegenüber dem Steuerzahler zu gewährleisten.
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da sind wir einer Meinung!
und die Leistungsfaehigkeit einer Gemeinde wird dadurch nicht besser, aber die Kosten hoeher.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon zollagent » Mi 14. Mär 2018, 13:00

aleph hat geschrieben:(14 Mar 2018, 12:14)

...

Einen Zwang, bei dieser Firma mitzuarbeiten, gibt es nicht...

Das ist der Unterschied zum Arbeitsdienst, der dem Strangeröffner vorschwebt.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon aleph » Mi 14. Mär 2018, 13:21

zollagent hat geschrieben:(14 Mar 2018, 13:00)

Das ist der Unterschied zum Arbeitsdienst, der dem Strangeröffner vorschwebt.

zwangsarbeit verbietet die Verfassung. außerdem arbeiten die Leute dann noch schlechter, als sie es jetzt schon tun.

arbeitsdienst ist aber etwas anderes.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Freiwilligendienst
Zuletzt geändert von aleph am Mi 14. Mär 2018, 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon relativ » Mi 14. Mär 2018, 13:23

zollagent hat geschrieben:(14 Mar 2018, 11:58)

Wozu? Wäre es legal, Menschen nach Euren Ideen zu solchen Arbeiten zu zwingen, würde es flächendeckend gemacht. Deine Ideen sind schlichtweg Schnapsideen, die so definitiv nicht umsetzbar sind. Beginnt mit Artikel 1 des GG. Und komm jetzt nicht mit "seit wann ist es unwürdig, zu arbeiten". Das ist es nicht, aber was du und deine Mitstreiter hier daraus machen wollen, das ist sehr wohl unwürdig. Und damit schlicht rechtlich nicht durchsetzbar.

Ich glaube wir beide haben eine gänzlich andere Meinung/Einstellung dazu, was der Begriff Würde bedeutet.
Aber wir halten fest, die kannst mir kein Gesetz zeigen, der dem Staat sowas verbieten würde, Danke.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon Misterfritz » Mi 14. Mär 2018, 13:30

zollagent hat geschrieben:(14 Mar 2018, 13:00)

Das ist der Unterschied zum Arbeitsdienst, der dem Strangeröffner vorschwebt.
Hier sind aber einige user, die überhaupt nicht über Zwangsmassnahmen sprechen, sondern versuchen, vernünftige Lösungen anzudenken. Und Du willst wohl diese Unterschiede nicht sehen und nicht darauf eingehen. Somit kann man sich eine Diskussion mit Dir darüber sparen - und Du könntest uns Deine immer gleichen Posts ersparen, Deine Meinung kennen wir mittlerweile zu genüge.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon relativ » Mi 14. Mär 2018, 13:31

aleph hat geschrieben:(14 Mar 2018, 13:21)

den verbietet die Verfassung. außerdem arbeiten die Leute dann noch schlechter, als sie es jetzt schon tun.

Eben, Zwang ging laut GG ja noch nie, daß war ja schon bei den Sanktionen für die Hartz 4 Empfänger ein rechtliches Problem.
Auch der threadersteller hat m.W. nicht von Zwang in dessen Sinne geschrieben.
Aber wahrscheinlich wird man bei einigen nicht ohne Sanktionen auskommen, wie bisher eben auch schon.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon Wähler » Mi 14. Mär 2018, 14:06

Das war wohl der letzte größere bundesweite Versuch:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/h ... z-1.972722
SZ 9. Juli 2010 Rund 34.000 Langzeitarbeitslose sollen ab kommendem Januar gemeinnützige "Bürgerarbeit" leisten
Die "Bürgerarbeiter" könnten beispielsweise ältere und behinderte Menschen betreuen, Sportangebote für Jugendliche leiten oder Laub aufsammeln, schlug die Ministerin vor.
Dabei könnten die Kommunen jedoch selbst entscheiden, welche Arbeiten "ihre" Bürgerarbeiter übernehmen können. Wichtig sei, dass die Arbeit gemeinnützig ist und keine regulären Jobs verdrängt. Für 30 Wochenstunden Arbeit bekommen die Bürgerarbeiter ein Monatsgehalt von 900 Euro.

An dem Programm nahmen während 2 Jahren 27 000 Personen teil. Es wurde 2013 nicht von der Großen Koalition verlängert. Eine dauerhafte Subventionierung war offensichtlich nicht gewollt. Eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt war wegen der Marktferne nur von geringem Erfolg.
Ich denke, die Gesellschaft muss sich hier entscheiden, wieviel ihr marktferne Bürgerarbeit langfristig wert ist.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon relativ » Mi 14. Mär 2018, 14:22

Wähler hat geschrieben:(14 Mar 2018, 14:06)

Das war wohl der letzte größere bundesweite Versuch:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/h ... z-1.972722
SZ 9. Juli 2010 Rund 34.000 Langzeitarbeitslose sollen ab kommendem Januar gemeinnützige "Bürgerarbeit" leisten

An dem Programm nahmen während 2 Jahren 27 000 Personen teil. Es wurde 2013 nicht von der Großen Koalition verlängert. Eine dauerhafte Subventionierung war offensichtlich nicht gewollt. Eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt war wegen der Marktferne nur von geringem Erfolg.
Ich denke, die Gesellschaft muss sich hier entscheiden, wieviel ihr marktferne Bürgerarbeit langfristig wert ist.

1. sollte das Angebot wesentlich breiter sein, der Ansatz ansich war korrekt, daß Problem war der politische Wille, der war viel zu gering.
2. wir reden hier immer noch über Langzeitarbeitslose, für die die Industrie keine Jobs gefunden hat , bzw. die nicht finden wollte, welche Konkurrenz soll das also sein
3. angebotende Weiterbildungsmaßnahmen die Sinn haben ect. auf freiwilliger Basis sind, neben den kommunalen öffentlichen Jobangeboten sind kein Streitthema und zu begrüßen
4. ja die Gesellschaft muss sich Fragen wieviel gesellschaftliche Ränder sie aushält bzw. ertragen kann , bevor sie gegen lenkt und diese wieder ein Stück weit zueinander führt.
5. der Bürger führt sehr viel marktferne Arbeit durch, dessen Wert für unser Land und gesellschaft unschätzbar hoch ist, bisher werden diese Arbeiten hauptsächlich Ehrenamtlich abgedeckt. Wie wir alle wissen schwindet die Bereitschaft zum Ehrenamt in vielen wichtigen Bereichen permanent.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 14. Mär 2018, 15:31

aleph hat geschrieben:(13 Mar 2018, 21:58)

sogar geistig behinderte können in Werkstätten produktiv arbeiten. es dürfte nur wenige Leute, hauptsächlich kranke, absolut nicht arbeiten können. man findet immer was. allerdings würde ich das nicht staatlich machen. angeblich kann doch alles von privaten Unternehmen besser gemacht werden.

Was dabei rauskommt haben wir ja bei den 1 €uro Jobs gesehen. Private Dienstleister sind da eine schlechte Idee.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon zollagent » Do 15. Mär 2018, 08:24

Misterfritz hat geschrieben:(14 Mar 2018, 13:30)

Hier sind aber einige user, die überhaupt nicht über Zwangsmassnahmen sprechen, sondern versuchen, vernünftige Lösungen anzudenken. Und Du willst wohl diese Unterschiede nicht sehen und nicht darauf eingehen. Somit kann man sich eine Diskussion mit Dir darüber sparen - und Du könntest uns Deine immer gleichen Posts ersparen, Deine Meinung kennen wir mittlerweile zu genüge.

Vernünftigen Lösungen würde ich mich nicht verschließen. Leider habe ich da keine gesehen.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon ps1 » Do 15. Mär 2018, 08:36

aleph hat geschrieben:zwangsarbeit verbietet die Verfassung.

Eine Zeit lang konnten die Jobcenter ihre Klienten zu 1€-Jobs verpflichten, oder täusche ich mich?
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon aleph » Do 15. Mär 2018, 08:59

ps1 hat geschrieben:(15 Mar 2018, 08:36)

Eine Zeit lang konnten die Jobcenter ihre Klienten zu 1€-Jobs verpflichten, oder täusche ich mich?


Ist keine Zwangsarbeit im Sinne des Wortes. Zwangsarbeit wäre es dann, wenn die Arbeitssuchenden ins Gefängnis kämen oder gefoltert werden würden. Hier aber ist das ein Vertragsverhältnis: der Arbeitssuchender bekommt Geld und leistet dafür etwas. Auch die regelmäßige Meldung beim Arbeitsamt gehört dazu.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon zollagent » Do 15. Mär 2018, 09:11

aleph hat geschrieben:(15 Mar 2018, 08:59)

Ist keine Zwangsarbeit im Sinne des Wortes. Zwangsarbeit wäre es dann, wenn die Arbeitssuchenden ins Gefängnis kämen oder gefoltert werden würden. Hier aber ist das ein Vertragsverhältnis: der Arbeitssuchender bekommt Geld und leistet dafür etwas. Auch die regelmäßige Meldung beim Arbeitsamt gehört dazu.

Na ja, ein bißchen Wortklauberei ist schon dabei. Die Drohung mit Leistungskürzung beim Verweigern der Jobs ist schon ein Druckmittel. Und die "Profis" wußten auch, wie man diese Zuweisungen umgeht. "Erwischt" hat es eigentlich nur die, die gar nicht Zielgruppe der Maßnahmen waren.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon ps1 » Do 15. Mär 2018, 09:25

aleph hat geschrieben:(15 Mar 2018, 08:59)
Ist keine Zwangsarbeit im Sinne des Wortes. Zwangsarbeit wäre es dann, wenn die Arbeitssuchenden ins Gefängnis kämen oder gefoltert werden würden.

Es ist wie so oft eine Frage der Definition. Das ist wie mit dem Töten von Menschen. In Friedenszeiten ist man dann ein Verbrecher, aber im Krieg ein Held.

aleph hat geschrieben:Hier aber ist das ein Vertragsverhältnis: der Arbeitssuchender bekommt Geld und leistet dafür etwas. Auch die regelmäßige Meldung beim Arbeitsamt gehört dazu.

So gesehen hast du recht. Als Bedürftiger ist man ja nicht gezwungen, Hartz4 in Anspruch zu nehmen.
- Also keine Zwangsarbeit.
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Re: Arbeitsdienst bei Arbeitslosen

Beitragvon aleph » Do 15. Mär 2018, 10:24

ps1 hat geschrieben:(15 Mar 2018, 09:25)

Es ist wie so oft eine Frage der Definition. Das ist wie mit dem Töten von Menschen. In Friedenszeiten ist man dann ein Verbrecher, aber im Krieg ein Held.


So gesehen hast du recht. Als Bedürftiger ist man ja nicht gezwungen, Hartz4 in Anspruch zu nehmen.
- Also keine Zwangsarbeit.


Das dürfte ein Grenzbereich sein. Wenn der Bedürftige nachweisen kann, dass er für keines der Angebote die gesundheitliche Voraussetzungen erfüllt, dürfte er nicht abgelehnt werden.

Das ist eine Frage an die Experten, an denen es hier ja nicht mangelt :D
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