Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Mithrandir
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Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Mithrandir » Mi 29. Jul 2015, 22:05

Aus Groß-Britannien kommt derzeit ein interessanter Vorschlag:

Suchtkranken (Alkohol, andere Drogen) könnten Sozialleistungen gekürzt werden, wenn sie Hilfsangebote nicht annehmen.

Die Briten haben nämlich ein Problem: Es ist möglich, Krankengeld zu beziehen, obwohl die Krankheit eine selbstverschuldete Sucht nach Alkohol oder andere Drogen ist. Der Staat setzt somit finanzielle Anreize drogenabhängig zu werden, bzw. Hilfsangebote auszuschlagen.
Bereits 90.000 Suchtkranke beziehen geschätzt Krankengeld.

Es mag hart erscheinen gerade bei Suchtkranken Sozialleistungen zu kürzen, doch diese Menschen brauchen Hilfe: Wer kennt sie nicht, Menschen die ihr Leben nicht im Griff haben und Drogen zusprechen, unter anderem weil sie gelernt haben, dass sie immer wieder damit durchkommen und die Gesellschaft ihnen hilft. Doch ist das wirklich eine Hilfe? Oder schadet diese Form der "Hilfe" den Betroffenen eher, weil sie falsche Anreize setzt?

Zusätzlich bedeutet dieses Krankengeld eine volkswirtschaftliche Anstrengung, die alternativ auch für andere Ziele eingesetzt werden könnte, zum Beispiel, um die Situation von Rentnern zu verbessern oder anderen bessere Gesundheitsleistungen zu ermöglichen.
Dingo
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Dingo » Mi 29. Jul 2015, 22:28

Ein Suchtkranker muß seine Sucht erkennen/akzeptieren und eine Heilung wollen, sonst sind die Aussichten auf dauerhaften Erfolg von z.B. Erziehungskuren nicht wirklich groß. Mit Druck erreicht man das m. E. nicht.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon MG-42 » Mi 29. Jul 2015, 22:37

Druck auf Leute auszuüben, die vermutlich zum Großteil und psychologischen Problemen leiten ist oft nicht hilfreich oder sinnvoll.

Geht es Ihnen um Hilfe oder darum Geld zu sparen ist die wirkliche Frage. Es kommt sicherlich auf die Details darauf an, ob das Programm Sucht-kranken helfen wird, oder sie eher zur tieferen Depressionen treibt.
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Bielefeld09
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 29. Jul 2015, 23:01

MG-42 » Mi 29. Jul 2015, 22:37 hat geschrieben:Druck auf Leute auszuüben, die vermutlich zum Großteil und psychologischen Problemen leiten ist oft nicht hilfreich oder sinnvoll.

Geht es Ihnen um Hilfe oder darum Geld zu sparen ist die wirkliche Frage. Es kommt sicherlich auf die Details darauf an, ob das Programm Sucht-kranken helfen wird, oder sie eher zur tieferen Depressionen treibt.

Die Persönlichkeitsrechte beinhalten auch das Recht zur Selbstzerstörung.
Jeder Sportler geht das Risiko einer Verletzung ein.
Soll Sport dann auch noch sanktioniert werden?
Oder übermässiges Essen bei Fettleibigkeit?
Ein für mich absurder Gedanke.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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John Galt
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon John Galt » Mi 29. Jul 2015, 23:05

In Deutschland bekommt man als Alki auch Krankengeld.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 29. Jul 2015, 23:12

John Galt » Mi 29. Jul 2015, 23:05 hat geschrieben:In Deutschland bekommt man als Alki auch Krankengeld.

Ja, aber nur 78 Wochen und dann Hartz 4, aber nur wenn wenn man vorher Beiträge bezahlt hat.
Die Betroffenen haben einen Rechtsanspruch darauf!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon John Galt » Mi 29. Jul 2015, 23:15

Bielefeld09 » Mi 29. Jul 2015, 22:12 hat geschrieben:Ja, aber nur 78 Wochen und dann Hartz 4, aber nur wenn wenn man vorher Beiträge bezahlt hat.
Die Betroffenen haben einen Rechtsanspruch darauf!


Zwischendurch noch 6-12 Monate ALG1 und dann muss eben etwas warten und sich irgendwann wieder ein Job holen und den Spaß wiederholen. So lässt es sich auch leben.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Dingo » Mi 29. Jul 2015, 23:17

Ich beneide keinen Suchtkranken um sein Leben.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 29. Jul 2015, 23:34

John Galt » Mi 29. Jul 2015, 23:15 hat geschrieben:
Zwischendurch noch 6-12 Monate ALG1 und dann muss eben etwas warten und sich irgendwann wieder ein Job holen und den Spaß wiederholen. So lässt es sich auch leben.

Na entschuldige mal, das ich deinen möglichen " Neidphantasien " widerspreche,
aber wenn du den Weg einer Suchterkrankung wählen möchtest,
steht dir dieser offen.
Falls auch du Beiträge bezahlst.
Ansonsten empfehle ich Literatur über Suchterkrankungen.
Das will eigentlich keiner haben!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Brimborium » Do 30. Jul 2015, 05:54

John Galt » Mi 29. Jul 2015, 23:05 hat geschrieben:In Deutschland bekommt man als Alki auch Krankengeld.

Es gibt ja seit Jahren immer wieder öffentliche Debatten darüber, ob man Menschen, die bestimmte Verhaltensweisen, die man al ungesund definiert, zeigen, von der sozialen und vor allem gesundheitlichen Versorgung über die Gesellschaft ausschließen sollte bzw., dass diese ihre Versorgung selbst übernehmen sollten. Die Frage ist für mich, wo ein solcher Prozess enden würde. Möglicherweise dort, dass die Menschen zwar Zwangsbeiträge in das System zu zahlen hätten, aber nur eine kleine Minderheit davon Leistungen erhalten würde. Denn eines ist klar, dass es nämlich kaum Menschen gibt, die alle zeitgeistigen Kriterien für eine gesunde und optimale Lebensweise erfüllen. Und die sterben meist sehr früh. :D
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Bielefeld09 » Do 30. Jul 2015, 06:18

Brimborium » Do 30. Jul 2015, 05:54 hat geschrieben:Es gibt ja seit Jahren immer wieder öffentliche Debatten darüber, ob man Menschen, die bestimmte Verhaltensweisen, die man al ungesund definiert, zeigen, von der sozialen und vor allem gesundheitlichen Versorgung über die Gesellschaft ausschließen sollte bzw., dass diese ihre Versorgung selbst übernehmen sollten. Die Frage ist für mich, wo ein solcher Prozess enden würde. Möglicherweise dort, dass die Menschen zwar Zwangsbeiträge in das System zu zahlen hätten, aber nur eine kleine Minderheit davon Leistungen erhalten würde. Denn eines ist klar, dass es nämlich kaum Menschen gibt, die alle zeitgeistigen Kriterien für eine gesunde und optimale Lebensweise erfüllen. Und die sterben meist sehr früh. :D

Du Guter, beachte nur einmal die Rechtslage.
Dann schreib weiter.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Cloudfox » Do 30. Jul 2015, 06:25

Erst legal süchtig machen lassen...und daran nicht unerheblich verdienen...dann ausschließen? Na klasse!
(man nehme nur das Bsp. Alkohol)
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon hafenwirt » Do 30. Jul 2015, 18:37

Wird das nicht schwierig bei der Umsetzung?

Gut, bei Suchtkranken denkt man immer an die Leute in der Gosse, mit Heroinspritzen.

Aber
1. Was ist mit Internetsucht? Oder Pornosucht? Etc
2. gilt man schon als süchtig (zumindest in D) wenn man regelmäßig Alkohol zu sich nimmt. Jemand, der also am Wochenende regelmäßig 2 Bier trinkt, ist auch bereits süchtig.
Zuletzt geändert von hafenwirt am Do 30. Jul 2015, 18:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon John Galt » Do 30. Jul 2015, 18:44

Bielefeld09 » Mi 29. Jul 2015, 22:34 hat geschrieben:Na entschuldige mal, das ich deinen möglichen " Neidphantasien " widerspreche,
aber wenn du den Weg einer Suchterkrankung wählen möchtest,
steht dir dieser offen.
Falls auch du Beiträge bezahlst.
Ansonsten empfehle ich Literatur über Suchterkrankungen.
Das will eigentlich keiner haben!


Ich habe nicht gesagt, dass die Leute sich das aussuchen oder von einer Neidperspektive betrachtet.

Von irgendwas müssen aber auch diese Leute leben und mit Alkoholsucht ist dauerhafte Arbeit nun mal etwas schwierig.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon hafenwirt » Do 30. Jul 2015, 18:54

John Galt » Donnerstag 30. Juli 2015, 18:44 hat geschrieben:
Ich habe nicht gesagt, dass die Leute sich das aussuchen oder von einer Neidperspektive betrachtet.

Von irgendwas müssen aber auch diese Leute leben und mit Alkoholsucht ist dauerhafte Arbeit nun mal etwas schwierig.


Geht so. In der extremen Form sicherlich, aber es gibt z.B. Spiegeltrinker, da wird in der Mittagspause der Flachmann rausgeholt und dann gehts weiter.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon epona » Do 30. Jul 2015, 19:09

Was ist mit Nikotinsucht?
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Wasteland » Do 30. Jul 2015, 19:15

John Galt » Do 30. Jul 2015, 18:44 hat geschrieben:
Ich habe nicht gesagt, dass die Leute sich das aussuchen oder von einer Neidperspektive betrachtet.

Von irgendwas müssen aber auch diese Leute leben und mit Alkoholsucht ist dauerhafte Arbeit nun mal etwas schwierig.


Viele Alkoholiker "funktionieren", das heisst sie haben Arbeit und Familie etc.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon jack000 » Do 30. Jul 2015, 19:39

Wasteland » Do 30. Jul 2015, 19:15 hat geschrieben:
Viele Alkoholiker "funktionieren", das heisst sie haben Arbeit und Familie etc.

So ist es. Aber m.E. geht es um Alkoholiker die wegen ihrer Krankheit nicht mehr am Arbeitsmarkt vermittelbar sind.
Normalerweise ist es bei Kranken so, dass diese natürlich loswerden wollen und sich daher nicht den Behandlungen wiedersetzen (z.B. wer sich den Fuß gebrochen hat, will das der wieder heile wird). Bei Alkoholikern ist es so, dass diese deren Krankheit nicht so einschätzen und daher nicht an Entzugsprogrammen, etc... teilnehmen möchten.
=> Somit wird Krankengeld an Personen gezahlt die nicht gesund werden möchten (bzw. nicht einsehen das diese krank sind).

Ob jetzt eine Kürzung der Krankengelder da weiterhilft sei mal dahingestellt ...
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Mithrandir » Do 30. Jul 2015, 22:12

Dingo » Mi 29. Jul 2015, 22:28 hat geschrieben:Ein Suchtkranker muß seine Sucht erkennen/akzeptieren und eine Heilung wollen, sonst sind die Aussichten auf dauerhaften Erfolg von z.B. Erziehungskuren nicht wirklich groß. Mit Druck erreicht man das m. E. nicht.

Wenn jemand aufgrund seiner Suchtkrankheit Krankengeld bezieht, hat er die Sucht vermutlich bereits erkannt.
Der Wille zur Heilung ist natürlich wichtig. Doch woher kommt er? Fällt dieser Wille einfach mal vom Himmel oder auch nicht oder ist es so, dass man diesen Willen beeinflussen kann, zum Beispiel indem jemand merkt: "Mist, ich hab jetzt plötzlich unangenehm weniger Geld, vielleicht sollte ich was ändern."

Brimborium » Do 30. Jul 2015, 05:54 hat geschrieben:Es gibt ja seit Jahren immer wieder öffentliche Debatten darüber, ob man Menschen, die bestimmte Verhaltensweisen, die man al ungesund definiert, zeigen, von der sozialen und vor allem gesundheitlichen Versorgung über die Gesellschaft ausschließen sollte bzw., dass diese ihre Versorgung selbst übernehmen sollten.

Das Ziel ist doch nicht, diese Menschen von Sozialleistungen völlig auszuschließen, sondern lediglich durch Kürzungen die Anreizsituation zu verändern.

hafenwirt » Do 30. Jul 2015, 18:37 hat geschrieben:1. Was ist mit Internetsucht? Oder Pornosucht? Etc

Es geht um Menschen, die aufgrund ihrer Suchtkrankheit von Krankengeld leben, aber Hilfsangebote ausschlagen.
Du kannst ja mal schauen, wenn Du erzählst Du könntest nicht arbeiten wegen Pornosucht, wer bereit wäre, Dir das zu finanzieren. Soetwas ist aber wohl kaum mit richtigen Drogen vergleichbar.
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Re: Suchtkranken Sozialleistungen kürzen!

Beitragvon Dingo » Fr 31. Jul 2015, 00:30

Mithrandir » Do 30. Jul 2015, 22:12 hat geschrieben:Wenn jemand aufgrund seiner Suchtkrankheit Krankengeld bezieht, hat er die Sucht vermutlich bereits erkannt.
Der Wille zur Heilung ist natürlich wichtig. Doch woher kommt er? Fällt dieser Wille einfach mal vom Himmel oder auch nicht oder ist es so, dass man diesen Willen beeinflussen kann, zum Beispiel indem jemand merkt: "Mist, ich hab jetzt plötzlich unangenehm weniger Geld, vielleicht sollte ich was ändern."

Ich bin mir nicht so sicher, daß ein Suchtkranker, der Krankengeld bezieht, seine Sucht wirklich als solche erkannt und akzeptiert hat. Er ist halt krank/arbeitsunfähig geschrieben.

Meine persönliche Erfahrung in dieser Richtung beruht allerdings auf einem einzigen Fall; die betroffene Person war nicht krankgeschrieben, hat also kein Krankengeld bezogen, sondern verlor aufgrund ihrer Alkoholsucht ihre Arbeitsstelle. Natürlich hatte sie da signifikant weniger Geld zur Verfügung, das hat aber nicht bewirkt, daß die Person etwas gegen die Sucht getan hätte. Auch als das Arbeitslosengeld in die Arbeitslosenhilfe überging (ist schon länger her), hat dieser nächste finanzielle Abstieg nichts bewirkt. Und das, obwohl dieser Person durchaus klar war, daß sie ein Suchtproblem hatte - sie hat aber resigniert und sich damit arrangiert. Der Antrieb, etwas zu ändern, kam spät und war dann auch leider nicht von Erfolg gekrönt. Die Person blieb bis zum Tod süchtig.

Geldentzug könnte vielleicht bei einigen wenigen den nötigen Anstoß geben, mag sein. Bei vielen würde es aber m. E. nur zu noch mehr Verelendung führen.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

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