BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Dampflok94
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Dampflok94 » Mi 13. Mär 2019, 09:47

unity in diversity hat geschrieben:(13 Mar 2019, 03:45)

Sozialversicherungspflichtige Jobs werden mit einem BGE nicht mehr gebraucht. Der Arbeitgeber spart Personalkosten. Die paritätische Finanzierung der Sozialkosten durch AG und AN entfällt.
Die AG haben unkontrollierte Kostenexplosionen verhindert. Dieses Lobbyinteresse ist nicht länger notwendig. Auf welche Lobby kannst du dich stützen?
Mit 1000,- € BGE mußt du dich überall privat versichern, ohne paritätische Kostenteilung.
Wohngeld ist auch nicht mehr aktuell.
Also, wie viel bleibt für dich übrig und welche Entscheidungsfreiheit meinst du damit genau?

Das würde ich nicht so sehen. Die Rentenversicherung wäre wohl wirklich überflüssig. Schon bei der Arbeitslosenversicherung ist das gar nicht mehr so klar. Und die GKV würde wie bisher weiter laufen. Warum sollte es also irgendwo irgendwelche Kostenexplosionen geben?
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3x schwarzer Kater
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 13. Mär 2019, 09:53

Dampflok94 hat geschrieben:(13 Mar 2019, 09:47)

Das würde ich nicht so sehen. Die Rentenversicherung wäre wohl wirklich überflüssig. Schon bei der Arbeitslosenversicherung ist das gar nicht mehr so klar. Und die GKV würde wie bisher weiter laufen. Warum sollte es also irgendwo irgendwelche Kostenexplosionen geben?


Auch die Arbeitslosenversicherung ist überflüssig. Auch die die GKV mit der Familienmitversicherung und den einkommensabhängigen Beiträgen ergibt mit einem BGE keinen Sinn. Sie würde also nicht wie bisher weiterlaufen, sondern auf eine Kopfpauschale umgestellt.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Dampflok94 » Mi 13. Mär 2019, 10:08

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Mar 2019, 09:53)

Auch die Arbeitslosenversicherung ist überflüssig. Auch die die GKV mit der Familienmitversicherung und den einkommensabhängigen Beiträgen ergibt mit einem BGE keinen Sinn. Sie würde also nicht wie bisher weiterlaufen, sondern auf eine Kopfpauschale umgestellt.

Ich sehe die ALV keineswegs als überflüssig. Bzw. nicht überflüssiger als jetzt schon. Man könnte auch jetzt die Leute gleich in HartzIV überleiten. Die ALV soll doch den bisherigen Lebensstandard eine gewisse Zeit lang halbwegs absichern. Warum sollte das mit einem BGE entfallen? Man kann die ALV auf einem niedrigeren Niveau fahren, weil sie nur den Teil über dem BGE absichern muß.
Und die GKV ist doch eine völlig andere Baustelle. Beim BGE geht es, wie bei Rente und ALV, um den monatlichen Unterhalt. Bei der GKV geht es um Gesundheit. Ich wüßte nicht, warum man da mit einem BGE irgendwas ändern sollte. In welcher Form die Beiträge für die GKV erhoben werden, müßte noch geklärt werden. Und ob da gerade eine Kopfpauschale der Weisheit letzter Schluß ist, wageee ich mal zu bezweifeln. Das einzige Thema, welches das BGE berührt, wäre das Krankengeld. Hier wären wohl Änderungen notwendig. Aber da verliert man sich schon in Details.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 13. Mär 2019, 10:53

Wie es David Precht mal treffend formuliert hat: Es führt an einer Entkopplung der sozialen Sicherungsysteme vom Faktor Arbeit kein Weg vorbei ". und recht hat er. Dass muss man bei einer sich rasch digital wandelnden Arbeitswelt (Roboter und Computerprogramme ersetzen menschliche Arbeitskraft) ganz pragmatisch angehen und nicht im starren obendrein falschen Dogmatismus der Leistungsideologen verharren.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 13. Mär 2019, 10:59

Dampflok94 hat geschrieben:(13 Mar 2019, 10:08)

Ich sehe die ALV keineswegs als überflüssig. Bzw. nicht überflüssiger als jetzt schon. Man könnte auch jetzt die Leute gleich in HartzIV überleiten. Die ALV soll doch den bisherigen Lebensstandard eine gewisse Zeit lang halbwegs absichern. Warum sollte das mit einem BGE entfallen? Man kann die ALV auf einem niedrigeren Niveau fahren, weil sie nur den Teil über dem BGE absichern muß.


Bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet auch bedingungslose Selbstverantwortung. Wer also im Falle der Arbeitslosigkeit oder im Alter nicht auf Existenzminimumsniveau fallen möchte muss halt privat vorsorgen. Entweder durch Ansparen oder halt durch abschließen einer privaten Versicherung. Wenn man sich aber für ein BGE entscheidet, dann gibt es auch keine Grund über die Existenzsicherung hinaus noch andere Absicherungen staatlich zwangszufinanzieren.


Und die GKV ist doch eine völlig andere Baustelle. Beim BGE geht es, wie bei Rente und ALV, um den monatlichen Unterhalt. Bei der GKV geht es um Gesundheit. Ich wüßte nicht, warum man da mit einem BGE irgendwas ändern sollte. In welcher Form die Beiträge für die GKV erhoben werden, müßte noch geklärt werden. Und ob da gerade eine Kopfpauschale der Weisheit letzter Schluß ist, wageee ich mal zu bezweifeln.


Das hat nichts mit dem Weisheit letzter Schluss zu tun, sondern ist die logische Konsequenz. Wenn der Staat das Existenzminimum bedingungslos sichert, dann gehört dazu auch eine Krankenversicherung. Damit entfällt letztendlich auch der Grund für einkommensabhängige Beiträge oder eben die von mir genannte Familienmitversicherung. Ob man dann um mal bei konkreten Beispielen zu bleiben 800 € BGE auszahlt und die Krankenversicherung "kostenlos" ist oder man 1.000 € auszahlt und für die Krankenversicherung einen Beitrag von 200 € erhebt ist aber Jacke wie Hose.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Mi 13. Mär 2019, 11:01

Teeernte hat geschrieben:(12 Mar 2019, 21:35)
...Die Digitalisierung in der Produktion wird ähnlich ablaufen....


Was wurden denn aus dem Schriftsetzern in den Zeitungs- - und Zeitschriftenredaktionen nach der Digitalisierung? Jetzt klopft jeder Autor- Redakteur seine Artikel selbst in den PC in das Layout des Medienprodukts. Der Beruf des Schriftsetzers ist weggefallen. Der wunderbare Jobboom ist vor allem der Aufteilung von Vollzeitarbeitsstellen in Teilzeitarbeitsstellen zu verdanken. Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich. Die Digitalisierung in der Produktion wird ähnlich ablaufen, menschenleere Fabrikhallen voll digitaler Robotik. Erste Beispiele gibt es schon. Eine Handvoll hochqualifizierter Fachkräfte zur Regelung und Überwachung ist ausreichend. Selbst im Handwerk hat die Digitalisierung der Arbeitsabläufe bereits zum Stellenabbau geführt. Ein digital-Robotik gefertigtes Fensterelement ist schon Standard. Wer glaubt das zukünftig alle im Dienstleistungssektor beschäftigt werden können ist ein Träumer. Wer soll denn diese Dienstleistungen bezahlen? Ja, es gibt in vielen Gärten einen Rasen der gemäht werden muss aber wer möchte und kann dafür eine angemessene Entlohnung bezahlen? Wer möchte und kann eine angemessene Entlohnung für Dienstleistungen im Haushalt bezahlen? Diese Dienstleistungen werden zwar von manchen erwünscht aber dafür eine angemessene Entlohnung bezahlen wollen die wenigsten. Ein BGE ist alternativlos.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Dampflok94 » Mi 13. Mär 2019, 11:04

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Mar 2019, 10:59)

Bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet auch bedingungslose Selbstverantwortung.

An diesem Punkt werden wir nicht zusammen kommen. Und daraus ergibt sich dann die Differenz in den anderen Fragen.

In meinen Augen ersetzt das BGE nicht jedwede andere staatliche Fürsorge. Es ist nur ein Baustein. Ein wichtiger, sicherlich sogar der wichtigste, aber eben nur einer.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 13. Mär 2019, 11:04

Alpha Centauri hat geschrieben:(13 Mar 2019, 10:53)

Wie es David Precht mal treffend formuliert hat: Es führt an einer Entkopplung der sozialen Sicherungsysteme vom Faktor Arbeit kein Weg vorbei ". und recht hat er. Dass muss man bei einer sich rasch digital wandelnden Arbeitswelt (Roboter und Computerprogramme ersetzen menschliche Arbeitskraft) ganz pragmatisch angehen und nicht im starren obendrein falschen Dogmatismus der Leistungsideologen verharren.


Diese Argument ist ziemlich unsinnig. Seit Beginn der Industrialisierung wird schon das schon beklagt ohne jedoch wirklich eingetroffen zu sein. Statt Massenverelendung hat es aber nur zwei Sachen gegeben. Steigenden Wohlstand und eine Reduzierung der Arbeitszeit.

Und was wäre schon so schlimm daran, im Zuge der Produktivitätsfortschritte, die durch weitergehende Automatisierung entstehen, die Normalarbeitszeit weiter zu reduzieren?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 13. Mär 2019, 11:12

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Mar 2019, 10:59)

Bedingungsloses Grundeinkommen bedeutet auch bedingungslose Selbstverantwortung. Wer also im Falle der Arbeitslosigkeit oder im Alter nicht auf Existenzminimumsniveau fallen möchte muss halt privat vorsorgen. Entweder durch Ansparen oder halt durch abschließen einer privaten Versicherung. Wenn man sich aber für ein BGE entscheidet, dann gibt es auch keine Grund über die Existenzsicherung hinaus noch andere Absicherungen staatlich zwangszufinanzieren.




Das hat nichts mit dem Weisheit letzter Schluss zu tun, sondern ist die logische Konsequenz. Wenn der Staat das Existenzminimum bedingungslos sichert, dann gehört dazu auch eine Krankenversicherung. Damit entfällt letztendlich auch der Grund für einkommensabhängige Beiträge oder eben die von mir genannte Familienmitversicherung. Ob man dann um mal bei konkreten Beispielen zu bleiben 800 € BGE auszahlt und die Krankenversicherung "kostenlos" ist oder man 1.000 € auszahlt und für die Krankenversicherung einen Beitrag von 200 € erhebt ist aber Jacke wie Hose.



Genauso ist es deswegen befürworte ich als Liberaler das Konzept des bedinungslosen Grundeinkommen ja , es befähigt die Menschen zu mehr Selbstverantwortung und ermöglicht ein mehr an individueller Freiheit statt Überwachung , Sanktionen und Bevormundung wie gegenwärtig der Fall ist. ( Hartz4 und Co) man sollte den Individuum mehr zu trauen statt zu misstrauen, motivieren statt sanktionieren dazu kommt ,dass dieser Irrsinn an Verwaltungsaufwand und überbordender Bürokratie in den sozialen Systemen nicht mehr zeitgemäß und teuer obendrein ( oder glaubt man hier ernsthaft Bedürftigkeitsprüfungen gibt es umsonst) der undurchsichtige Dschungel an zig Sozialleistungen gehört gerodet und zu einer gebündelt, eben dem Grundeinkommen. Wie man zu einem bedinungslosen Grundeinkommen letztendlich steht , dass ist aber auch eine Sache des Menschenbildes.
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Mi 13. Mär 2019, 11:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Mi 13. Mär 2019, 11:14

Sybilla hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:01)

Was wurden denn aus dem Schriftsetzern in den Zeitungs- - und Zeitschriftenredaktionen nach der Digitalisierung? Jetzt klopft jeder Autor- Redakteur seine Artikel selbst in den PC in das Layout des Medienprodukts. Der Beruf des Schriftsetzers ist weggefallen. Der wunderbare Jobboom ist vor allem der Aufteilung von Vollzeitarbeitsstellen in Teilzeitarbeitsstellen zu verdanken. Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich. Die Digitalisierung in der Produktion wird ähnlich ablaufen, menschenleere Fabrikhallen voll digitaler Robotik. Erste Beispiele gibt es schon. Eine Handvoll hochqualifizierter Fachkräfte zur Regelung und Überwachung ist ausreichend. Selbst im Handwerk hat die Digitalisierung der Arbeitsabläufe bereits zum Stellenabbau geführt. Ein digital-Robotik gefertigtes Fensterelement ist schon Standard. Wer glaubt das zukünftig alle im Dienstleistungssektor beschäftigt werden können ist ein Träumer. Wer soll denn diese Dienstleistungen bezahlen? Ja, es gibt in vielen Gärten einen Rasen der gemäht werden muss aber wer möchte und kann dafür eine angemessene Entlohnung bezahlen? Wer möchte und kann eine angemessene Entlohnung für Dienstleistungen im Haushalt bezahlen? Diese Dienstleistungen werden zwar von manchen erwünscht aber dafür eine angemessene Entlohnung bezahlen wollen die wenigsten. Ein BGE ist alternativlos.


Ich habe selbst 4c - Papier-Klebesatz gesetzt. :D :D :D Nachts um 3 die Seiten zur Druckerei gefahren....nach 12 Stunden "Arbeit". 50km weit.

Heute muss die moderne Druckerei nicht mal "anhalten" für einen Seitenwechsel....und man kann die Seite aus Timbuktu senden.

Irgendwas ist immer.

Du wirst Deine Meinung behalten ...und ich meine. Mit einer CDU/CSU Beteiligung sehe ich dem GELASSEN entgegen, und die SPD will ja auch nicht WIRKLICH.

Was meinst Du ist angemessen ...für Rasenmähen in Nachbarschaftshilfe ? (Maschine gestellt)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 13. Mär 2019, 11:16

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:04)

Diese Argument ist ziemlich unsinnig. Seit Beginn der Industrialisierung wird schon das schon beklagt ohne jedoch wirklich eingetroffen zu sein. Statt Massenverelendung hat es aber nur zwei Sachen gegeben. Steigenden Wohlstand und eine Reduzierung der Arbeitszeit.

Und was wäre schon so schlimm daran, im Zuge der Produktivitätsfortschritte, die durch weitergehende Automatisierung entstehen, die Normalarbeitszeit weiter zu reduzieren?


Industrialisierung war keine Digitalisierung oder gar künstliche Intelligenz, hier liegt der Unterschied und der Denkfehler bei jenen die Digitalisierung heute mit Industrialisierung damals gleich setzen
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 13. Mär 2019, 11:17

Alpha Centauri hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:12)

Wie man zu einem bedinungslosen Grundeinkommen letztendlich steht , dass ist aber auch eine Sache des Menschenbildes.


Nein es ist ein Paradigmenwechsel. Nämlich zu arbeiten ohne eine Gegenleistung dafür erwarten zu dürfen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 13. Mär 2019, 11:22

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:17)

Nein es ist ein Paradigmenwechsel. Nämlich zu arbeiten ohne eine Gegenleistung dafür erwarten zu dürfen.



Eben nicht es hieße nur für viele : nicht mehr Arbeit gegen Geld ( Lohnarbeit) sondern Arbeit trotz Geld ( bedinungsloses Grundeinkommen)
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mi 13. Mär 2019, 11:24

Sybilla hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:01)

Ein BGE ist alternativlos.

Nö.

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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 13. Mär 2019, 11:27

Alpha Centauri hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:22)

Eben nicht


Natürlich, sonst wäre es ja kein bedingungsloses Grundeinkommen.

Und das ist der entscheidende Paradigmenwechsel, der mit der Einführung eines BGE einhergehen muss.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Mi 13. Mär 2019, 11:30

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:27)

Natürlich, sonst wäre es ja kein bedingungsloses Grundeinkommen.

Und das ist der entscheidende Paradigmenwechsel, der mit der Einführung eines BGE einhergehen muss.


Du meinst >> Kompromiss... 700 Eu BGE, 3 Cent Mindestlohn die Stunde und 20% Inflation ? Auch eine Variante.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Mi 13. Mär 2019, 11:40

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:04)

Diese Argument ist ziemlich unsinnig. Seit Beginn der Industrialisierung wird schon das schon beklagt ohne jedoch wirklich eingetroffen zu sein. Statt Massenverelendung hat es aber nur zwei Sachen gegeben. Steigenden Wohlstand und eine Reduzierung der Arbeitszeit.

Und was wäre schon so schlimm daran, im Zuge der Produktivitätsfortschritte, die durch weitergehende Automatisierung entstehen, die Normalarbeitszeit weiter zu reduzieren?


Massenverelendung ist ein treuer Geselle der Industrialisierung. Ende des 19 Jahrhunderts wurde zur Bekämpfung der Verelendung der Bevölkerung, die bismarckische Sozialgesetzgebung manifestiert um auf die soziale Not der Arbeiterschaft zu reagieren. Von 1914 -1918 war den der WKI in dessen Anschluss die Inflation. Dann trat zur Bekämpfung der sozialen Not 1927 das "Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung" in Kraft. Wenig später folgte die Weltwirtschaftskrise in Folge der ersten Globalisierungswelle. Die soziale Not stieg bis 1933 stark an die Katastrophe mündet im WK II. Danach folgten dann die sozialen Sicherungssysteme der Bonner Republik. Die nicht nur eine Grundsicherung sondern von von 1956 bis 2004 eine Arbeitslosenhilfe deren Höhe von der Höhe des vorherigen Einkommens abhing. Der Leistungssatz betrug zuletzt 53 % des Nettoentgelts. In diesem Zeitraum gab es in D nur sehr geringe soziale Not sehr lange wurde auch keine Tafelläden benötigt. (Die Älteren unter uns werden sich an die "Gute Alte Zeit" erinnern) Im Zuge der neoliberalen Reformen der Agenda 2010 kehrte mit Hartz IV die soziale Not nach Deutschland zurück. Steigernden Wohlstand gibt es seit der Jahrtausendwende nur noch für wenige privilegierte im ÖD oder in tariflicher Vollzeitbeschäftigung (nicht in Zeit oder Leiharbeit) die Normalarbeitszeit wird im Zuge der Produktivitätsfortschritte reduziert, allerdings nicht mit vollen Lohnausgleich sondern durch Jobsharing in Teilzeitbeschäftigung.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Mi 13. Mär 2019, 11:46

Skull hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:24)

Nö.

mfg


Ok welche?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Mi 13. Mär 2019, 11:48

Sybilla hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:40)

Massenverelendung ist ein treuer Geselle der Industrialisierung. Ende des 19 Jahrhunderts wurde zur Bekämpfung der Verelendung der Bevölkerung, die bismarckische Sozialgesetzgebung manifestiert um auf die soziale Not der Arbeiterschaft zu reagieren. Von 1914 -1918 war den der WKI in dessen Anschluss die Inflation. Dann trat zur Bekämpfung der sozialen Not 1927 das "Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung" in Kraft. Wenig später folgte die Weltwirtschaftskrise in Folge der ersten Globalisierungswelle. Die soziale Not stieg bis 1933 stark an die Katastrophe mündet im WK II. Danach folgten dann die sozialen Sicherungssysteme der Bonner Republik. Die nicht nur eine Grundsicherung sondern von von 1956 bis 2004 eine Arbeitslosenhilfe deren Höhe von der Höhe des vorherigen Einkommens abhing. Der Leistungssatz betrug zuletzt 53 % des Nettoentgelts. In diesem Zeitraum gab es in D nur sehr geringe sozialen Not sehr lange wurde auch keine Tafelläden benötigt. (Die Älteren unter werden sich an die "Gute Alte Zeit" erinnern) Im Zuge der neoliberalen Reformen der Agenda 2010 kehrte Mit Hartz IV die soziale Not nach Deutschland zurück. Steigernden Wohlstand gibt es seit der Jahrtausendwende nur noch für wenige privilegierte im ÖD oder in Tariflicher Vollzeitbeschäftigung (nicht in Zeit oder Leiharbeit) die Normalarbeitszeit wird im Zuge der Produktivitätsfortschritte reduziert, allerdings nicht mit vollen Lohnausgleich sondern durch Jobsharing in Teilzeitbeschäftigung.


Man benötigt schon etwas "Leidensdruck" um die MINDEST Bildung für eine Beschäftigung zu erhalten...später einen Job zu machen...

Eine Welt mit Ausschliesslich Supermoddels, Bloggern - ähmmmm "Fachjournalisten" und Produkttestern ....(und das dann ohne 6. Klasse) kann ich mir nicht vorstellen.

Auf der Anderen Seite - werden die (DEINER MEINUNG noch wenigen) Beschäftigten ihren Teil am Kuchen einfordern. ....man kann ungestört Arbeiten im Burj Al Arab... :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mi 13. Mär 2019, 11:59

Sybilla hat geschrieben:(13 Mar 2019, 11:46)

Ok welche?

Hä ?

Arbeiten, Geld verdienen, Sozialsysteme erhalten, stabilisieren und verbessern. Was auch sonst ?

Traumland oder Phantasien sind da sicherlich NICHT alternativlos.

mfg
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