BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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Maltrino
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Sa 27. Okt 2018, 08:42

Gruwe hat geschrieben:(27 Oct 2018, 00:39)

Nö!

Das, was der Romer da anspricht, ist eher sowas wie der Bürgergeld, dass der FDP vorschwebt. Ein BGE ist aber ganz was anderes!


Ja wie sieht denn das Bürgergeld der FDP konkret aus? Ich weiß, da sollte ich die FDP fragen, aber die kriegen ja keine konkrete Antwort hin.

Welche "Geringverdiene" werden wie hoch "subventioniert"? Wie verändern sich die Steuersätze? Was passiert mit Hartz4? Was passiert mit den Sanktionen?

PS: So, ich hab jetzt das da gefunden:

https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 09388.html

Zitat 1: "Das Bürgergeld ist eine Art negativer Steuer, die Bedürftigen ohne Arbeit pauschal 662 Euro zukommen lässt"

Zitat 2: "Momentan ist es so, dass Hartz-IV-Bezieher maximal 20 Cent von jedem hinzu verdienten Euro behalten dürfen, meist sogar weniger. Die sogenannte Grenzbelastung durch wegfallende Sozialleistungen und steigende Steuern liegt also konstant bei mehr als 80 Prozent. Beim Bürgergeld hingegen sollen die Empfänger bis zu einem Verdienst von 600 Euro immerhin 40 Cent von jedem Euro behalten dürfen. Bis zur Grenze von 1200 Euro sind es noch 20 Cent, bis 1500 Euro zehn Cent, danach fällt das Bürgergeld ganz weg."

Ich glaube ich bin grad zu müde um das ordentlich durchzurechnen. Ich komme da auf folgende Zahlen:
0 - 662
500 - 922
1000 - 1042
1500 - 1112

Also jemand der 1500 Euro verdient hätte nur noch 1112 Euro. Das ergibt doch irgendwie keinen Sinn. Wo ist denn da der Arbeitsanreiz? Und vor allem, dass jemand der 1000 Euro verdient nur 120 Euro mehr hat als jemand der 500 Euro verdient. Wo ist denn da die "Subventionierung" von "Geringverdienern"? Oder will die FDP nur Geringverdiener bis 600 Euro subventionieren? Und das ist toll für die Wirtschaft? Oder wie? Aber wie gesagt, vielleicht kann das ja mal jemand anderes durchrechnen, weil ich glaube ich mach da irgendwelche Fehler, die Zahlen sind ja so unsinnig.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon unity in diversity » Sa 27. Okt 2018, 10:29

Realist 2014 hat schon Recht, wenn er vorschlägt, dass man die Geringmotivierten nicht auf Kosten der Hochmotivierten durchfüttern sollte.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: BGE

Beitragvon z4ubi » Sa 27. Okt 2018, 11:19

Maltrino hat geschrieben:(17 Sep 2018, 22:53)

Darauf habe ich jetzt auch keine Antwort, aber auch das ist kein BGE spezifisches System. In jedem Sozialsystem muss die Frage des "Auslandsaufenthalt" geregelt werden, ...


Man könnte das BGE in Form einer eurogebundenen Regionalwährung einführen.
Man bekommt beispielsweise 1000 Credits monatlich, die in Deutschland der Kaufkraft von 1000€ entsprechen.
Wer also mit dem BGE Weiltreisen finanzieren möchte, muss sich in Deutschland jemanden suchen. der ihm für Credits ausreichend Euro verkauft
(die Credits und das BGE würden somit die Deutsche Volkswirtschaft nicht verlassen.)

Klingt vielleicht verrückt, aber hier geht es ja ums BGE :D


Nunja, wenn mich der Walomat nach meiner Haltung zum BGE fragt, bleib ich da immer neutral.
Die Verlockungen des BGE sind groß, aber warum überhaupt würde ich es in Bertracht ziehen?
Weil in Deutschland die Grundsicherung verhältnismäßig dürftig ist, der Mindestlohn gerade mal einstellig und ich ethische Magenschmerzen bekomme, wenn ich an die Sanktionierung Arbeitsloser denke.
Um die Probleme zu lösen bedarf es aber letztlich keines BGEs.


Als Gegenargument wird ja dargebracht, dass man ja einfach seinen Job hinwerfen könnte.
Die Kellnerin kündigt und finanziert ihre Malerei durch das BGE.

Für mich ist das der reizvollste Gedanke am BGE. Jeder Job würde erst einmal nach seiner sinnhaftigkeit Hinterfragt. Macht der Job einer Kellnerin Sinn? Ist er wirklich notwendig? Kann man sich sein Essen nicht auch an der Küche holen oder wäre das der Weltuntergang?
Aber der Koch? Würde der überhaupt noch kochen wollen? Dafür spricht, dass er durchaus deutlich mehr zum BGE hinzuverdienen würde. Aber er könnte sich 1-2 Ruhetage mehr die Woche gönnen. Wäre das ein Weltuntergang oder doch besser, weil damit der Fleischkonsum vielleicht reduziert werden würde...
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass das Geld, das man bisher für "unnötige" Jobs ausgegeben hat, dort landet, wo bisher notwendige Jobs schlecht bezahlt waren.

Tja, wer kann wirklich die Folgen eines BGEs einschätzen und welche Gesellschaft wäre bereit ein solches Experiment zu wagen?
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Re: BGE

Beitragvon Maltrino » Sa 27. Okt 2018, 12:49

z4ubi hat geschrieben:(27 Oct 2018, 11:19)

Man könnte das BGE in Form einer eurogebundenen Regionalwährung einführen.
...

Für mich ist das der reizvollste Gedanke am BGE. Jeder Job würde erst einmal nach seiner sinnhaftigkeit Hinterfragt. Macht der Job einer Kellnerin Sinn? Ist er wirklich notwendig? ...


Zu der "Regionalwährung" habe ich erstmal keine Idee. Ich hatte mal die Idee, dass ein "Inflations-BGE" einfach von der Zentralbank ausgezahlt wird, hieße: Die Zentralbank hat ein bestimmtes Inflationsziel. Wenn dieses nicht erreicht wird druckt sie einfach Geld und schenkt es jedem in der Eurozone, so lange, bis das Inflationsziel erreicht ist...

Aber zum Sinn der Arbeit:

Ich fürchte sogar, dein Gedanke könnte durchaus sinnhaftig sein. Das heutige System beruht darauf, dass "jeder Depp" in Arbeit gebracht wird. Die Betonung liegt auf "Depp". Wenn ich jetzt wieder mal mit diesem "Hochbegabten-Zeugs" anfangen darf: Irgendjemand ist mal auf die Idee gekommen zu sagen, dass die 2% intelligentesten Menschen einer Gesellschaft "hochbegabt" sind, also offenbar irgendwelche ganz tollen Fähigkeiten haben. Wenn aber "Vollbeschäftigung" angestrebt wird, dann heißt das, dass auf Teufel komm raus auch die 98% "nicht hochbegabten" arbeiten sollen. Ist das ein Gewinn oder ein Verlust für die Gesellschaft? Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Jetzt ist es so, dass "jeder Depp" sich zumindest als Kellner versucht wenn es mit dem Managerposten bei VW nicht klappt. Was wäre wenn "jeder Depp" bei einem BGE wirklich zu Hause bleiben würde? Was wäre wenn 98% der "Deppen-Kellner" zu Hause blieben und nur noch 2% höchstbegabte Kellner weitermachen, die gar nicht auf die Idee kommen zu kündigen, da Kellnern ihr Leben und ihre Berufung und ihr höchstes Talent ist? Diese 2% der "Kellner-Genies" arbeiten dann vielleicht so effizient oder denken sich gar Kellnersysteme oder Kellnerroboter aus, die so produktiv sind, dass die Arbeit der 98% "Deppen-Kellner" mühelos ersetzt wird. Ist es vielleicht sogar ein Gewinn für die Gesellschaft, für die Menschen und die Menschheit wenn aus allen Berufen plötzlich 98%, oder zumindest 50%, verschwinden, die das nur wegen Geld und "man muss ja was tun" machen und nur noch die übrig bleiben die wirklich ihren Beruf "leben"? Was passiert wenn von heute auf morgen diese ganzen Typen aus den Büros verschwinden dessen einziger Tagesinhalt es ist auf den lustigen Aufkleber an der Wand zu schauen wo draufsteht "Freitag ist mein Lieblingstag!"? Was passiert wenn plötzlich nicht mehr "jeder Depp" der einen 3D-Drucker gekauft hat sich im Internet als "3D-Druck Service" anbietet sondern nur noch derjenige der wirklich einen tolle Maschine hat? Wenn (so sagen ja die BGE Gegner) die Mehrheit der Menschen zu Hause bleibt wenn BGE da ist, wer arbeitet dann noch? Nur noch Geisteskranke und Verrückte, die glauben dass der Kellner-Gott ihnen befohlen hat zu kellnern? Oder nur noch absolute Genies und Könner? Wenn zweiteres geschehen würde, wäre das dann vielleicht sogar ein Fortschritt? BGE sorgt dafür, dass nicht mehr "jeder Depp" arbeitet sondern nur noch absolute Genies?

Gedankenspiel: Man stelle sich mal vor man könnte durch Schreiben in diesem Forum Geld verdienen. Plötzlich wäre jeder Depp hier und würde irgendwas schreiben. Aber da man hier kein Geld verdienen kann ist die Situation ähnlich wie beim BGE. Nur noch Leute die sich berufen fühlen und wirklich Könner sind schreiben hier. Ihr seht ja, hier im Forum schreiben nur absolute Genies, nämlich ihr. Das ist doch der beste Beweis, dass die Welt mit BGE funktioniert, nicht wahr?


Aber die wirklich wichtige Frage zum Bürgergeld der FDP hat noch keine beantwortet. Ist meine Berechnung richtig?

0 - 662
500 - 922
1000 - 1042
1500 - 1112

???

Wer 1500 Euro verdient soll laut FDP nur 1112 Euro haben? Oder muss ich die 112 anrufen und die das fragen?
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Re: BGE

Beitragvon unity in diversity » Sa 27. Okt 2018, 16:59

Maltrino hat geschrieben:(27 Oct 2018, 12:49)

Zu der "Regionalwährung" habe ich erstmal keine Idee. Ich hatte mal die Idee, dass ein "Inflations-BGE" einfach von der Zentralbank ausgezahlt wird, hieße: Die Zentralbank hat ein bestimmtes Inflationsziel. Wenn dieses nicht erreicht wird druckt sie einfach Geld und schenkt es jedem in der Eurozone, so lange, bis das Inflationsziel erreicht ist...

Aber zum Sinn der Arbeit:

Ich fürchte sogar, dein Gedanke könnte durchaus sinnhaftig sein. Das heutige System beruht darauf, dass "jeder Depp" in Arbeit gebracht wird. Die Betonung liegt auf "Depp". Wenn ich jetzt wieder mal mit diesem "Hochbegabten-Zeugs" anfangen darf: Irgendjemand ist mal auf die Idee gekommen zu sagen, dass die 2% intelligentesten Menschen einer Gesellschaft "hochbegabt" sind, also offenbar irgendwelche ganz tollen Fähigkeiten haben. Wenn aber "Vollbeschäftigung" angestrebt wird, dann heißt das, dass auf Teufel komm raus auch die 98% "nicht hochbegabten" arbeiten sollen. Ist das ein Gewinn oder ein Verlust für die Gesellschaft? Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Jetzt ist es so, dass "jeder Depp" sich zumindest als Kellner versucht wenn es mit dem Managerposten bei VW nicht klappt. Was wäre wenn "jeder Depp" bei einem BGE wirklich zu Hause bleiben würde? Was wäre wenn 98% der "Deppen-Kellner" zu Hause blieben und nur noch 2% höchstbegabte Kellner weitermachen, die gar nicht auf die Idee kommen zu kündigen, da Kellnern ihr Leben und ihre Berufung und ihr höchstes Talent ist? Diese 2% der "Kellner-Genies" arbeiten dann vielleicht so effizient oder denken sich gar Kellnersysteme oder Kellnerroboter aus, die so produktiv sind, dass die Arbeit der 98% "Deppen-Kellner" mühelos ersetzt wird. Ist es vielleicht sogar ein Gewinn für die Gesellschaft, für die Menschen und die Menschheit wenn aus allen Berufen plötzlich 98%, oder zumindest 50%, verschwinden, die das nur wegen Geld und "man muss ja was tun" machen und nur noch die übrig bleiben die wirklich ihren Beruf "leben"? Was passiert wenn von heute auf morgen diese ganzen Typen aus den Büros verschwinden dessen einziger Tagesinhalt es ist auf den lustigen Aufkleber an der Wand zu schauen wo draufsteht "Freitag ist mein Lieblingstag!"? Was passiert wenn plötzlich nicht mehr "jeder Depp" der einen 3D-Drucker gekauft hat sich im Internet als "3D-Druck Service" anbietet sondern nur noch derjenige der wirklich einen tolle Maschine hat? Wenn (so sagen ja die BGE Gegner) die Mehrheit der Menschen zu Hause bleibt wenn BGE da ist, wer arbeitet dann noch? Nur noch Geisteskranke und Verrückte, die glauben dass der Kellner-Gott ihnen befohlen hat zu kellnern? Oder nur noch absolute Genies und Könner? Wenn zweiteres geschehen würde, wäre das dann vielleicht sogar ein Fortschritt? BGE sorgt dafür, dass nicht mehr "jeder Depp" arbeitet sondern nur noch absolute Genies?

Gedankenspiel: Man stelle sich mal vor man könnte durch Schreiben in diesem Forum Geld verdienen. Plötzlich wäre jeder Depp hier und würde irgendwas schreiben. Aber da man hier kein Geld verdienen kann ist die Situation ähnlich wie beim BGE. Nur noch Leute die sich berufen fühlen und wirklich Könner sind schreiben hier. Ihr seht ja, hier im Forum schreiben nur absolute Genies, nämlich ihr. Das ist doch der beste Beweis, dass die Welt mit BGE funktioniert, nicht wahr?


Aber die wirklich wichtige Frage zum Bürgergeld der FDP hat noch keine beantwortet. Ist meine Berechnung richtig?

0 - 662
500 - 922
1000 - 1042
1500 - 1112

???

Wer 1500 Euro verdient soll laut FDP nur 1112 Euro haben? Oder muss ich die 112 anrufen und die das fragen?

Eine beeindruckende Fleißarbeit, aber kannst du damit Geld verdienen?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: BGE

Beitragvon Maltrino » So 28. Okt 2018, 07:24

unity in diversity hat geschrieben:(27 Oct 2018, 16:59)

Eine beeindruckende Fleißarbeit, aber kannst du damit Geld verdienen?


Wir können ja einen Deal machen: Du kriegst die Antwort erst wenn du mir Geld gibst. Dann verdien ich was damit. Na? neugierig? :) Das ist nämlich eine ganz tolle Antwort, die auch nebenbei alle Antworten auf die Probleme des Sozialstaates und des Kapitalismus beinhaltet. Aber die gibts nur gegen Bezahlung. Ich verkauf mich ja nicht unter Wert, und da es kein BGE gibt muss ich ja auch irgendwie über die Runden kommen.
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Re: BGE

Beitragvon Misterfritz » So 28. Okt 2018, 12:33

Maltrino hat geschrieben:(27 Oct 2018, 12:49)Aber zum Sinn der Arbeit:

Ich fürchte sogar, dein Gedanke könnte durchaus sinnhaftig sein. Das heutige System beruht darauf, dass "jeder Depp" in Arbeit gebracht wird. Die Betonung liegt auf "Depp".
Das war schon immer so, früher hütete der Dorfdepp halt die Ziegen.
Mir wäre neu, dass es je eine Zeit gegeben hätte, in der der Mensch nicht hätte arbeiten müssen. Ganz im Gegenteil war es früher sogar so, dass man sich noch weniger aussuchen konnte, was man arbeiten wollte und dann auch noch viel mehr arbeiten musste.
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Re: BGE

Beitragvon Maltrino » So 28. Okt 2018, 20:18

Misterfritz hat geschrieben:(28 Oct 2018, 12:33)

Das war schon immer so, früher hütete der Dorfdepp halt die Ziegen.
Mir wäre neu, dass es je eine Zeit gegeben hätte, in der der Mensch nicht hätte arbeiten müssen. Ganz im Gegenteil war es früher sogar so, dass man sich noch weniger aussuchen konnte, was man arbeiten wollte und dann auch noch viel mehr arbeiten musste.


Puh, müsste man mal genau gucken ob dieser Vergleich SInn macht.

Ich sag mal so: Ich hab eher das Gefühl, dass heute oft der Ziegendieb die Ziege hüten muss, zum Beispiel weil das Jobcenter das will... Und der Bauer sagt dann "Den nehm ich aber nur wenn ihr in nach einiger Zeit wieder zurück nimmt). Gleichzeitig ist es aber auch so, dass jeder Bauer der jemanden sucht der auf die Ziegen aufpasst gleich nach einem hochqualifizierten Absolventen der Agrarwissenschaften ruft, und wenn er diesen nicht findet "Fachkräftemangel" ruft.

Aber gut, wenn auch heute "jeder Depp" arbeiten soll, genauso wie "früher", wo ist dann der Fortschritt? In Afrika oder so manchen Entwicklungsländern, da "arbeitet" auch "jeder Depp". Jeder hat irgendwie was zu tun und rennt durch die Gegend um irgendwas zu erledigen wofür er ein paar Cent bekommt. "Jeder Depp" ist da eigentlich "in Arbeit", aber es kommt nicht viel bei rum. Wenn nun aber nicht mehr "jeder Depp" arbeitet sondern nur noch die die es wirklich gut können, wäre das vielleicht der Fortschritt den wir eigentlich alle anstreben? Wenn der Ziegen-Fachmann ein System erfindet wo er keinen "Dorfdeppen" mehr braucht, der die Ziegen mit nem Stock zusammentreibt, ist das dann nicht Fortschritt? Und was geschieht wenn (ohne BGE) sich trotzdem jeder "Dorfdepp" da bewirbt weil er unbedingt "in Arbeit" kommen muss? Man hört ja schon heute immer diese Klagen von mittelständischen Betrieben, die sich über Bewerber aufregen die eine halbherzige Bewerbung schreiben. Die sind schon heute genervt, dass sich "jeder Depp" dort bewirbt. Mit BGE würden diese "Bewerbungen von Deppen" wegfallen...
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: BGE

Beitragvon Teeernte » Mo 29. Okt 2018, 09:48

Maltrino hat geschrieben:(27 Oct 2018, 12:49)

Zu der "Regionalwährung" habe ich erstmal keine Idee.

Aber zum Sinn der Arbeit:

Ich fürchte sogar, dein Gedanke könnte durchaus sinnhaftig sein. Das heutige System beruht darauf, dass "jeder Depp" in Arbeit gebracht wird. Die Betonung liegt auf "Depp".


Reine Mengen - LEHRE ....

60% der Bevölkerung geht es gut ....und besser.


40% sind IMMER "hinten" dran... Die MENGE bleibt über JAHRE fast gleich - egal was die Sozialpolitik sich auch einfallen lässt.

Grund : Definition von ARM ...in "D" >>
Arm ist nach offizieller Definition, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des jeweiligen mittleren Einkommens verdient.


MIT BGE (egal welche höhe) ändert sich also am Status "ARM" >> NICHTS.

Bei einem DURCHSCHNITTS - IQ von 100 .....liegen IMMER ein paar (GENAU 50% ...wenn man ohne Plateo bei 100 rechnet) drunter.

15% liegen unter/gleich IQ85 -
15% liegen über/gleich IQ115 -

von den 50% unter IQ100 liegenden haben 10 % eine EINZEL-Kompetenz die Deutlich über IQ120 der MASSE liegt... (zB.ein Teil der Autisten...Legastheniker..)

Die Summe der "letzten" 40% ....bleibt ebenso in der Gesellschaft immer gleich - da es ein Durchschnittswert IST.


Dieser ist in den letzten 10 Jahren um 2 Punkte gefallen....heutiger IQ100 ist also _IQ 98 von vor 10 Jahren.

Der IQ wird "quasi" vererbt - nicht genetisch - sondern durch (fehlendes) Training in der frühkindlichen Phase.

Die "unteren/hinteren" 40% müssen sich also mit einer Arbeit zufrieden geben - die .....nun ja ....etwas "monoton" erscheint...und weniger Geist fordert..... - mehr in "Fertigkeiten" investieren .
"Fertigkeiten" erlernt man durch jahrelanges Training ...immer der selben Arbeit.

Diese 40% werden also immer "hinten" dran "verdienen" - wenn sie sich nicht in einer (mehr monotonen) Arbeit gute Fertigkeiten angeeignet haben !

Für den IQ unter 85 - (das sind immerhin 15% der Gesellschaft in Summe) - sollte man ein "Beschäftigungsprogramm" vorhalten - dass einem "Grundeinkommen" nahekommt.

Ich persönlich halte "Arbeit"/Beschäftigung für eine soziale wichtige Grundkomponente - der sich - von der staatlich organisierten Form (Amt für Arbeit) die entziehen dürfen - die dazu zu Krank, zu jung, zu alt, .... sind, oder ohne staatliche Unterstützung zurechtkommen...
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Re: BGE

Beitragvon Maltrino » Mi 31. Okt 2018, 00:41

Teeernte hat geschrieben:(29 Oct 2018, 09:48)

Reine Mengen - LEHRE ....

60% der Bevölkerung geht es gut ....und besser.


40% sind IMMER "hinten" dran... Die MENGE bleibt über JAHRE fast gleich - egal was die Sozialpolitik sich auch einfallen lässt.

Grund : Definition von ARM ...in "D" >>

"Arm ist nach offizieller Definition, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des jeweiligen mittleren Einkommens verdient."[*]"


Mittleres Einkommen ist Durchschnittseinkommen?

Ok, dann folgendes:

Wenn in einem Land 10% der Menschen 30.000 Euro verdienen (oder Netto zur Verfügung haben) und 90% nichts, dann sind 90 % der Menschen "arm", auch wenn das Durchschnittseinkommen 3000 Euro ist. Wenn in einem Land dagegen alle Menschen 3000 Euro verdienen (oder Netto zur Verfügung haben), dann ist, bei einem Durchschnittseinkommen von 3000 Euro, keiner arm. Wenn nun aber sich die Verhältnisse so ändern, dass 90% der Menschen zwar weiterhin 3000 Euro verdienen (oder Netto zur Verfügung haben, was mir wichtig wäre) aber 10% der Menschen plötzlich 33.000 Euro verdienen, was dann? Dann sind 90% der Menschen "arm" weil sie weniger als 60% des Durchschnittseinkommens (weniger als 3600 Euro) verdienen. Macht das Sinn? Ja durchaus. Dadurch, dass die reichen 10% so viel verdienen verteuern sich die Preis für alle. Der Reichtum der Reichen ist die Armut der Armen.

Beispiel was das vielleicht deutlicher macht:

Auf einer einsamen Insel im Norden von Sibirien leben 2 Gruppen von Menschen von je 10 Leuten. Jeder dieser Gruppen hat 10 Zelte, ist also eigentlich "gleich reich". Bei Gruppe A haben 9 Leute kein Zelt und einer hat alle 10 Zelte und lässt die anderen Leute frieren oder lässt sie nur im Zelt schlafen wenn sie 10 Stunden nackt in der Kälte für ihn Tanzen. Bei Gruppe B hat jeder Mensch ein Zelt. Was ist da los? Sind alle Menschen in beiden Gruppen gleich reich? Nein, Bei Gruppe A sind 9 Menschen total arm dran, bei Gruppe B ist eigentlich keiner richtig arm dran. Bei Gruppe A ist der Reichtum des Einen die Armut der anderen. Bei Gruppe B gibt es dieses Machtgefällt nicht. Kapiert?
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Mi 31. Okt 2018, 03:02

Der Grundfehler in deinem Gedankengang ist, dass der Gesamtwert aller Dinge immer und für alle Zeit gleich ist. Das ist aber nicht so! In Beispiel A behauptest du:"Dadurch, dass die reichen 10% so viel verdienen verteuern sich die Preis für alle.Der Reichtum der Reichen ist die Armut der Armen." Das ist überhaupt nicht zwangsläufig so. Wenn es entsprechend dem gestiegenen Gesamtverdienst aller auch entsprechend mehr oder bessere Produkte gibt (z.B. durch neue Maschinen), wird gar nichts teurer und die jetzt angeblich Armen sind genauso wohlhabend wie vorher. Sie sind nur auf dem Papier arm.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Mi 31. Okt 2018, 06:12

Mendoza hat geschrieben:(31 Oct 2018, 03:02)

Der Grundfehler in deinem Gedankengang ist, dass der Gesamtwert aller Dinge immer und für alle Zeit gleich ist. [*].


"Grundfehler"... Lass doch einfach normal diskutieren und nicht sofort jemandem "Fehler" unterstellen.

Mir ist klar, dass es natürlich diese skurile Gegenüberstellung gibt wie folgendes: Vor tausenden Jahren schliefen die Könige in Häusern die man heute keinem Bettler mehr zumutet. Ohne Heizung, vielleicht ohne warmes Wasser, ohne Strom und vor allem ohne Fernseher (!). Napoleon hatte keinen Fernseher (!), Karl der Große hatte kein Auto, keinen Fernseher, keine Kartoffeln, keine Zahnpasta mit Fluorid, kein Röntgengerät und kein Fahrrad! Ich kenn mich im Mittelalter nicht so aus, aber ich vermute, König Karl der Große hatte einen Lebensstandard, der niedriger ist als der eines heutigen Hartz4 Empfängers. Was nun? Ist Karl der Große jetzt ein "armer Mann" gewesen, weil er weniger wertvolle Gegenstände hatte als ein heutiger Hartz4 Empfänger? Oder war er ein reicher Mann, da er zu seiner Zeit wohl alle Macht, und ich denke auch viel Reichtum, hatte?

Ok, ich hab bei meinen Beispielen einen Fall gebracht über den man diskutieren kann. Zur Verdeutlichung formuliere ich das mal in einem anderen Gedankenspiel neu: 10 Menschen leben in Sibirien in der Tundra. Jeder Mensch hat ein Zelt und ein Rentier. Drumherum nur Einöde und weit und breit keine andere Siedlung, nur alle paar Jahre kommt mal jemand für Handel vorbei. In diesem begrenzten Kosmos sind alle 10 Menschen "gleich reich", was ihre Verhältnisse angeht, dem stimmt glaube ich jeder zu oder? Nun passiert folgendes: Ein Mann (ich nehm der EInfachheithalber einen Mann) gräbt ein Loch in die Erde und findet 10 Fässer mit Erdöl. Er sagt "Das ist meins!" Damit kann er jetzt ganz tolle Sachen machen, Feuer ohne Ende, sein Zelt abdichten, sein Tier wärmen, dass nun gesünder und fitter ist als die anderen usw. Und wenn jemand zu Besuch kommen sollte kann er sogar Fässer verkaufen. Wir haben also plötzlich einen "Reichen" in der Gemeinschaft. Nach deiner Definition sind die anderen 9 jetzt genauso reich wie vorher. Sie haben ja oberflächlich gesehen nichts verloren. Sie haben weiterhin je ein Zelt und ein Rentier. Aber: Die Frauen der anderen wollen nun plötzlich alle zu dem "Reichen", der ein viel wärmeres Zelt hat. Wenn ein Händler vorbei kommt, dann will er nur noch mit dem Reichen handeln, da er hm viel mehr bieten kann. Und die Kinder der anderen gehen lieber zu dem "Reichen", da er ihnen viel mehr bieten kann, zum Beispiel ein riesiges, erdölgetränktes Feuerspektakel. Ich sage: Die Gesellschaftliche Stellung der 9 anderen ist im Arsch, allein weil der Zehnte reich ist. Sie sind nun "arm".

Ich sage: Wenn heute ein riesiger Klumpen Gold, der so groß ist wie alles Gold der Erde, vom Himmel auf meinen Balkon fällt und ich ihn einstecke und sage "Das ist meins", und plötzlich doppelt so viel Gold auf der Erde ist und die Häfte davon in meinem Besitz, dann werden andere Leute dadurch arm. Anderes Beispiel: Nur durch Kraft meiner Gedanken stelle ich 8 Milliarden Computer her, die doppelt so leistungsfähig sind wie alle bisherigen Computer. Oberflächlich gesehen gewinnen alle, da nichts verschwindet und nur etwas dazukommt. Aber: Was verkauft Apple nun? NICHTS! Alle Apple Angestellten sind nun arbeitslos und haben keinerlei Gesellschaftliche Stellung mehr, da sie mit meinen Computern nicht mithalten können.

Siehe auch die DIskussionen um Roboter oder Arbeitsplatzverlust durch Internethandel oder Freihandel:

Diese ganze Diskussion um Freihandel ist auch so etwas wo Leute befürchten, dass sie durch zumehmenden Reichtum arm werden. Wenn Freihandel dafür sorgt, dass mehr amerikanischer Mais nach Deutschland kommt, dann ist das doch erstmal nur positiv oder? Aber die deutschen Bauern haben Angst, dass sie arm werden weil sie dann keinen Mais mehr verkaufen und ihre Stellung dadurch verlorengeht.

Ich bin natürlich kein Gegner von Fortschritt. Ich sage nur: Fortschritt der sich nur bei einigen sammelt, der führt zur Verarmung der anderen Leute. Das ist paradox, das geb ich zu, aber es ist leider so.

Anderes Beispiel: Ich erfinde eine Technologie durch die ich in meinem Wohnzimmer eine perfekte Simulation des Paradieses zu erschaffen. Eine riesige Insel, Tropisches Klima, Genug Essen, Flüsse und Meer, Strände und Entspannung pur. Niemand in Deutschland hat verloren. Es gibt einfach etwas das es vorher nicht gab. Nun sage ich, dass jede Frau umsonst in meinem Paradies wohnen darf wo alles umsonst ist... Dann seid ihr aber arm dran. Mein Reichtum verursacht dann eure Armut.

PS: Wenn der Reichtum von einigen nicht die Armut von anderen verursachen würde, dann gäbe es ja auch gar kein Grund für BGE Gegner gegen ein BGE zu sein. Die Angst vor einem BGE macht natürlich nur dann Sinn wenn sich die wirtschaftlichen Machtverhältnisse durch ein BGE verschieben würde. Selbst die BGE Gegner sagen ja, dass sogar die Reichen BGE bekommen. Wo ist also das Problem? Das "Problem" ist: Selbst wenn die Reichen nominell von einem BGE profitieren, eigentlich haben sie weniger. Der plötzliche BGE Reichtum der Armen vermindert ihren Reichtum. Es wird zum Beispiel schwieriger Arbeitskräfte zu finden. Das alles obwohl durch BGE keine Werte geschaffen wurden oder verloren gingen. Allein die Umverteilung sorgt dafür, dass die Reichen schlechter da stehen als vorher. Wenn dem nicht so wäre, dann könnte man ja sofort BGE einführen, ohne Probleme.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Mi 31. Okt 2018, 07:26

Maltrino hat geschrieben:(31 Oct 2018, 06:12)
Nun sage ich, dass jede Frau umsonst in meinem Paradies wohnen darf wo alles umsonst ist... Dann seid ihr aber arm dran.


Da gibt es mit Sicherheit etliche Leute in Deutschland, die das anders sehen und Dir dafür auch noch Geld geben! :D


Spaß beiseite:

Jeder versteht deine Geschichten, ja. Und wohl (fast) jeder hier, was relative und absolute Armut ist, ja.
Das ändert aber auch eben nichts daran, dass deine Storys, die du an den Haaren herbeigezogen hast, absolut unrealistisch sind, rein hypothetisch.

Genau so könnte ich annehmen, dass morgen plötzlich das doppelte an Masse erhält und dadurch im Universum (oder zumindest in unserem Sonnensystem)
aus den Fugen gerät. Klar, kann man absolut machen und sich dann überlegen, was das für Folgen hätte.

Wie gesagt, kann man machen...ist dann eben nicht mehr als ne tolle Story. Hat aber mit der Realität absolut NICHTS zu tun.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Mi 31. Okt 2018, 09:12

Gruwe hat geschrieben:(31 Oct 2018, 07:26)
Wie gesagt, kann man machen...ist dann eben nicht mehr als ne tolle Story. [*]


Ja worum geht dann die DIskussion hier grad?

Ach ja:

Teeernte hat geschrieben:(29 Oct 2018, 09:48)

Reine Mengen - LEHRE ....

60% der Bevölkerung geht es gut ....und besser.[*]

Diese 40% werden also immer "hinten" dran "verdienen" - wenn sie sich nicht in einer (mehr monotonen) Arbeit gute Fertigkeiten angeeignet haben !

Für den IQ unter 85 - (das sind immerhin 15% der Gesellschaft in Summe) - sollte man ein "Beschäftigungsprogramm" vorhalten - dass einem "Grundeinkommen" nahekommt.

Ich persönlich halte "Arbeit"/Beschäftigung für eine soziale wichtige Grundkomponente - der sich - von der staatlich organisierten Form (Amt für Arbeit) die entziehen dürfen - die dazu zu Krank, zu jung, zu alt, .... sind, oder ohne staatliche Unterstützung zurechtkommen...



Die Teeernte meint also, dieses "Relativitätsprinzip" heranziehen zu können um irgendwie gegen BGE zu argumentieren. Oder? Aber auch das funktioniert meiner Meinung nach nicht. Ich habe angedeutet, dass es durchaus eine sinnvolle Entwirklung sein könnte (Betonung liegt auf "könnte") wenn "weniger qualifizierte" Arbeitnehmer einfach nicht mehr arbeiten. Teeernte meint aber, dass das blöd ist, da es immer "relativ gering qualifizierte" geben wird, die dann aber immer noch qualifizierter sind als ein Neandertaler. Aber auch das hinkt meiner Meinung nach. Wenn man jetzt "jeden Depp" in Arbeit bringt, wie das bei Hartz4 passiert, dann gibt es ja zum Beispiel nicht auch mehr Ressourcen. Viele Ressourcen sind weiterhin knapp. Die Folge: Anstatt das knappe Ressourcen nur von den "Qualifiziertesten" bearbeitet werden, arbeiten da "alle Deppen" mit rum.

Das was ich hier schreibe, das würden übrigens viele Linke als "neoliberal" bezeichnen. Ich glorifiziere eigentlich die Verknappung von... ja von was? Von Arbeitskräften?

Meine erste These ist also: Wenn möglichst viele Menschen (durch Hartz4) in Arbeit gebracht werden, dann senkt das die Qualität der geleisteten Arbeit, da die Geringqualifizierten die Qualität herunterziehen.

Meine zweit These, aufbauend auf der ersten: Eine ("künstliche") Verknappung der Arbeitskräfte, durch die "Stilllegungsprämie BGE", sorgt dafür, dass nur noch die Besten Arbeitskräfte arbeiten werden, da die Arbeitsgeber sich sehr genau aussuchen werden wem sie soviel Gehalt zahlen und auch nur die Arbeitnehmer arbeiten, die wirklich wollen.

Diese "künstliche" Verknappung der Arbeitskraft wird zu einem Produktivitätsschub führen, einerseits dadurch dass nur noch "qualifizierte" Leute arbeiten, andererseits da Automatisierungstechniken erfunden werden müssen um die "stillgelegten" zu ersetzen. Das selbe geschah übrigens auch bei der ersten Industrialisierung, als die Dampfmaschine (Fortschritt) nur Sinn machte weil die Löhne der Arbeiter zu hoch waren.

Aber ich versteh nicht warum die "Relativität" das jetzt irgendwie negieren soll? Nur weil heutzutage "jeder Depp" besser ausgebildet ist als ein Neanderthaler müssen wir auch "jeden Depp" in "Arbeit" bringen und ihm wichtige Aufgaben anvertrauen?

Provokante Aussage: Da sich (das haben neueste Studien ergeben) die Schlauheit der Menschen nicht unbedingt erhöht (wahrscheinlich da heute "jeder Depp" der früher vom Bären gefressen worden wäre überlebt, da Bären hinter Gittern sind) wünsche ich mir gerade ein BGE damit nicht "jeder Depp" sich genötigt sieht als Arzt, Bauarbeiter, Richter oder Politiker zu arbeiten. Ja, vielleicht sorgt BGE dafür, dass weniger Leute arbeiten. Aber wenn wir Glück haben (und das vermute ich inzwischen) werden einfach die "Deppen" aus der Arbeit verschwinden und nur die übrig bleiben die wirklich was leisten können.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Mi 31. Okt 2018, 09:26

Gruwe hat geschrieben:(31 Oct 2018, 07:26)
...

Wie gesagt, kann man machen...ist dann eben nicht mehr als ne tolle Story. Hat aber mit der Realität absolut NICHTS zu tun.



Ach ja, um nochmal explizit auf diesen Hinweis einzugehen: Wenn das alles was ich erzählen würde NICHTS mit der Realität zu tun hätte, dann würden die Unternehmen die leeren Stellen mit "jedem Depp" besetzen. Tun sie aber nicht. Selbst wenn es se nichts kostet. Sie warten lieber monatelang bis endlich die "qualifzierte Fachkraft" kommt. Warum? Nach eurer Meinung müsste es doch die Produktivität des Unternehmes verbessern wenn "mehr Deppen" da arbeiten, da dem Unternehmen ja nichts verloren geht, nur etwas hinzukommt. Aber in der Realität ist das offenbar nicht so. Ein 3 Mann Unternehmen verzichtet bewusst auf den vierten Mann wenn der vierte Mann ein "Depp" ist. In der Realität ist das 3 Mann Büro also offenbar produktiver als ein 4 Mann Büro, wo einer ein "Depp" ist. Wie gesagt, provokativ ausgedrückt...

Oder um es einfach auszudrücken: Viele Köche verderben den Brei. Und wenn dem nicht so wäre, dann hätte die Piratenpartei ja Erfolg ohne Ende haben müssen, da "jeder Depp" mitgemacht hat. War aber nicht so... Die Tatsache, dass in der Piratenpartei "jeder Depp" in politische Arbeit gebracht wurde hat theoretisch zwar zu einem Gewinn geführt, aber in der Realität wurden auch viele gute Leute im Gewimmel nicht mehr wahrgenommen. Und das ist halt "die Realität". Hartz4 sorgt dafür, dass "jeder Depp" mitarbeitet, sorgt also für eine "Piratisierung" der Gesellschaft. "Jeder Depp" wuselt herum, macht und tut, und Leute mit Qualität fallen gar nicht mehr auf.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mi 31. Okt 2018, 20:14

Ich stimme dem zu. Das Problem ist nur, dass z.B. Herr Lindner (FDP) meint es sei unsozial Menschen aufzugeben. Der Liberalismus glaubt an das Positive des Menschen u.s.w. Mit anderen Worten sie wollen den Niedriglohnsektor ausweiten. Es gibt Leute die sind so Machtgeil und wollen über andere Leute herrschen. Deswegen sind sie dagegen. Ich bin auf jeden Fall für ein BGE. Alles andere ist unlogisch und macht kein Sinn.
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Re: BGE

Beitragvon Teeernte » Mi 31. Okt 2018, 20:49

Maltrino hat geschrieben:(31 Oct 2018, 00:41)

Mittleres Einkommen ist Durchschnittseinkommen?

Ok, dann folgendes:

Wenn in einem Land 10% der Menschen 30.000 Euro verdienen (oder Netto zur Verfügung haben) und 90% nichts, dann sind 90 % der Menschen "arm", auch wenn das Durchschnittseinkommen 3000 Euro ist. Wenn in einem Land dagegen alle Menschen 3000 Euro verdienen (oder Netto zur Verfügung haben), dann ist, bei einem Durchschnittseinkommen von 3000 Euro, keiner arm. Wenn nun aber sich die Verhältnisse so ändern, dass 90% der Menschen zwar weiterhin 3000 Euro verdienen (oder Netto zur Verfügung haben, was mir wichtig wäre) aber 10% der Menschen plötzlich 33.000 Euro verdienen, was dann? Dann sind 90% der Menschen "arm" weil sie weniger als 60% des Durchschnittseinkommens (weniger als 3600 Euro) verdienen. Macht das Sinn? Ja durchaus. Dadurch, dass die reichen 10% so viel verdienen verteuern sich die Preis für alle. Der Reichtum der Reichen ist die Armut der Armen.

Beispiel was das vielleicht deutlicher macht:

Auf einer einsamen Insel im Norden von Sibirien leben 2 Gruppen von Menschen von je 10 Leuten. Jeder dieser Gruppen hat 10 Zelte, ist also eigentlich "gleich reich". Bei Gruppe A haben 9 Leute kein Zelt und einer hat alle 10 Zelte und lässt die anderen Leute frieren oder lässt sie nur im Zelt schlafen wenn sie 10 Stunden nackt in der Kälte für ihn Tanzen. Bei Gruppe B hat jeder Mensch ein Zelt. Was ist da los? Sind alle Menschen in beiden Gruppen gleich reich? Nein, Bei Gruppe A sind 9 Menschen total arm dran, bei Gruppe B ist eigentlich keiner richtig arm dran. Bei Gruppe A ist der Reichtum des Einen die Armut der anderen. Bei Gruppe B gibt es dieses Machtgefällt nicht. Kapiert?


Gevatter - wenn ich heute den Zauberspruch sprech.....ALLE sind GLEICH Reich//ARM....

Dann ist die Verteilung morgen wieder ....wie GESTERN.

Die Einen VERZOCKEN alles.....und die anderen können sich NEUES dazuverdienen.... und EINER hat den Lottogewinn....das Geld der LottoLOOSER.

Wer Arbeitet hat einen VORTEIL ....am Monatsende mehr Geld als die anderen. ....jou , der eine Lottogewinner hat etwas mehr. ...heute. Deine 10 Zelte.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Mi 31. Okt 2018, 21:03

Maltrino hat geschrieben:(31 Oct 2018, 09:12)

Ja worum geht dann die DIskussion hier grad?

Ach ja:




Die Teeernte meint also, dieses "Relativitätsprinzip" heranziehen zu können um irgendwie gegen BGE zu argumentieren. Oder? Aber auch das funktioniert meiner Meinung nach nicht. Ich habe angedeutet, dass es durchaus eine sinnvolle Entwirklung sein könnte (Betonung liegt auf "könnte") wenn "weniger qualifizierte" Arbeitnehmer einfach nicht mehr arbeiten. Teeernte meint aber, dass das blöd ist, da es immer "relativ gering qualifizierte" geben wird, die dann aber immer noch qualifizierter sind als ein Neandertaler. Aber auch das hinkt meiner Meinung nach. Wenn man jetzt "jeden Depp" in Arbeit bringt, wie das bei Hartz4 passiert, dann gibt es ja zum Beispiel nicht auch mehr Ressourcen. Viele Ressourcen sind weiterhin knapp. Die Folge: Anstatt das knappe Ressourcen nur von den "Qualifiziertesten" bearbeitet werden, arbeiten da "alle Deppen" mit rum.

Das was ich hier schreibe, das würden übrigens viele Linke als "neoliberal" bezeichnen. Ich glorifiziere eigentlich die Verknappung von... ja von was? Von Arbeitskräften?

Meine erste These ist also: Wenn möglichst viele Menschen (durch Hartz4) in Arbeit gebracht werden, dann senkt das die Qualität der geleisteten Arbeit, da die Geringqualifizierten die Qualität herunterziehen.

Meine zweit These, aufbauend auf der ersten: Eine ("künstliche") Verknappung der Arbeitskräfte, durch die "Stilllegungsprämie BGE", sorgt dafür, dass nur noch die Besten Arbeitskräfte arbeiten werden, da die Arbeitsgeber sich sehr genau aussuchen werden wem sie soviel Gehalt zahlen und auch nur die Arbeitnehmer arbeiten, die wirklich wollen.

Diese "künstliche" Verknappung der Arbeitskraft wird zu einem Produktivitätsschub führen, einerseits dadurch dass nur noch "qualifizierte" Leute arbeiten, andererseits da Automatisierungstechniken erfunden werden müssen um die "stillgelegten" zu ersetzen. Das selbe geschah übrigens auch bei der ersten Industrialisierung, als die Dampfmaschine (Fortschritt) nur Sinn machte weil die Löhne der Arbeiter zu hoch waren.

Aber ich versteh nicht warum die "Relativität" das jetzt irgendwie negieren soll? Nur weil heutzutage "jeder Depp" besser ausgebildet ist als ein Neanderthaler müssen wir auch "jeden Depp" in "Arbeit" bringen und ihm wichtige Aufgaben anvertrauen?

Provokante Aussage: Da sich (das haben neueste Studien ergeben) die Schlauheit der Menschen nicht unbedingt erhöht (wahrscheinlich da heute "jeder Depp" der früher vom Bären gefressen worden wäre überlebt, da Bären hinter Gittern sind) wünsche ich mir gerade ein BGE damit nicht "jeder Depp" sich genötigt sieht als Arzt, Bauarbeiter, Richter oder Politiker zu arbeiten. Ja, vielleicht sorgt BGE dafür, dass weniger Leute arbeiten. Aber wenn wir Glück haben (und das vermute ich inzwischen) werden einfach die "Deppen" aus der Arbeit verschwinden und nur die übrig bleiben die wirklich was leisten können.


Nicht immer nur TEILE lesen. Ich hatte geschrieben - dass sich der IQ in den letzten 10 Jahren um 2 Punkte Durchschnittsbevölkerung gesunken ist.


Warum soll man ARBEIT verknappen ?

Es ist genug da ....nur eben ab IQ 85. Meistens aber ab IQ 105...110

Warum ? Die Arbeit mit IQ 85 gibt es - aber WENIG. Einen ...zum Hof fegen. Der Rest repariert zB E-Dosen. (Elektroautos) Da braucht man HIRN.

Der Cheffe könnte noch gern 20 Leute mehr anstellen - nur DEN zum Hof fegen ....den hat er schon.

Mehr Leute ...mehr UMSATZ. Leider ....Fachkräftemangel.

Der Dümmere stirbt aus
https://www.br.de/themen/wissen/neander ... h-100.html


....und ich hatte beschrieben - dass der niedrige IQ meistens nur durch fehlende Förderung im frühkindlichen Alter bestimmt ist....und durch Suff (Eltern) und viele andere Dinge.
meistens NICHT durch GENe.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Mi 31. Okt 2018, 21:34

Maltrino hat geschrieben:(31 Oct 2018, 06:12)

"Grundfehler"... Lass doch einfach normal diskutieren und nicht sofort jemandem "Fehler" unterstellen.


Anderes Beispiel: Ich erfinde eine Technologie durch die ich in meinem Wohnzimmer eine perfekte Simulation des Paradieses zu erschaffen. Eine riesige Insel, Tropisches Klima, Genug Essen, Flüsse und Meer, Strände und Entspannung pur. Niemand in Deutschland hat verloren. Es gibt einfach etwas das es vorher nicht gab. Nun sage ich, dass jede Frau umsonst in meinem Paradies wohnen darf wo alles umsonst ist... Dann seid ihr aber arm dran. Mein Reichtum verursacht dann eure Armut.

PS: Wenn der Reichtum von einigen nicht die Armut von anderen verursachen würde, dann gäbe es ja auch gar kein Grund für BGE Gegner gegen ein BGE zu sein. Die Angst vor einem BGE macht natürlich nur dann Sinn wenn sich die wirtschaftlichen Machtverhältnisse durch ein BGE verschieben würde. Selbst die BGE Gegner sagen ja, dass sogar die Reichen BGE bekommen. Wo ist also das Problem? Das "Problem" ist: Selbst wenn die Reichen nominell von einem BGE profitieren, eigentlich haben sie weniger. Der plötzliche BGE Reichtum der Armen vermindert ihren Reichtum. Es wird zum Beispiel schwieriger Arbeitskräfte zu finden. Das alles obwohl durch BGE keine Werte geschaffen wurden oder verloren gingen. Allein die Umverteilung sorgt dafür, dass die Reichen schlechter da stehen als vorher. Wenn dem nicht so wäre, dann könnte man ja sofort BGE einführen, ohne Probleme.



Welche Frau ....ab IQ 100++ will Dein Paradies....?

Frauen .... wollen MEHR als die blöde Nachbarin.... (Männer würden heute noch vor der Höhle sitzen ....Met saufen und das Wilschwein am Spiess grillen...)

Das "Paradies" ist nicht für Menschen....

Wieviel Mannschaft hast Du angestellt ....um DICH und DEINEN vermeintlichen REICHTUM im Paradies zu sichern ?

Platz für ALLE ?

Dann seid ihr aber arm dran.


Hach....noch nichts von Migration gehört =

Oder einfacher "Saudischer" Tronübernahme ?

Entscheidend war hier der militärische Sieg Ibn-Sauds 1925 über die konkurrierende Dynastie der Haschimiten

Heute sind 90 % der Bevölkerung arabischer Abstammung, entweder einheimische Saudis oder Menschen aus dem arabischen Raum, vornehmlich Ägypter, Jordanier, Palästinenser, Syrer und Libanesen. Die restlichen 10 % sind zum größten Teil afrikanischer oder asiatischer Abstammung. Nicht-arabischstämmige Ausländer sind meist als Gastarbeiter tätig.

Saudi-Arabien gehört zu den Ländern mit einer stabilen sozialen Absicherung (GOSI), jedoch steht diese nur Staatsangehörigen kostenlos zu..

in Saudi-Arabien sind knapp 11 Millionen Gastarbeiter beschäftigt.

Die Gastarbeiter arbeiten vor allem in Bereichen, in denen Saudis nicht arbeiten wollen oder nicht über die notwendigen Qualifikationen verfügen. Etwa 67 % der fünf Millionen werktätigen Saudis arbeiten im öffentlichen Dienst.



Paradies ???
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Do 1. Nov 2018, 03:01

lili hat geschrieben:(31 Oct 2018, 20:14)

[*]Das Problem ist nur, dass z.B. Herr Lindner (FDP) meint es sei unsozial Menschen aufzugeben. Der Liberalismus glaubt an das Positive des Menschen u.s.w. Mit anderen Worten sie wollen den Niedriglohnsektor ausweiten. [*]


Auch die Sozialdemokraten und viele Linke sind dagegen und sagen dann sowas wie "Es geht ja auch darum, dass die Menschen Sinn durch Arbeit erfahren" oder so. Es ist ja ganz klar worum es da geht. Hartz4 ist ein Konjunkturprogramm für (schlechte) deutsche Unternehmen. Diejenigen (schlechten) deutschen Unternehmen die sonst Schwierigkeiten hätten billige Arbeitskräfte zu finden, und sonst pleite gehen würden, bekommen durch Hartz4 leichter billige Arbeitskräfte. Ich hab das hier auch schonmal beschrieben. Das Problem ist nur, das ist nicht nachhaltig. Selbst dieser konservative Typ da im Video https://www.youtube.com/watch?v=bACcCreIGco erkennt, dass Deutschlands Wirtschaft auf veralteten Technologien aufbaut. Auch da trägt Hartz4 seinen Teil zu bei, da es diese veralteten Unternehmen mit billigen Arbeitskräften versorgt und sie so über Wasser hält. Hartz4 verhindert so eine "natürliche Auslese", wie sie in der Marktwirtschaft natürlich wäre. Die Hartz4 Freunde nennen es "wirtschaftsfreundlich", aber in Wirklichkeit werden vor allem schlechte und nicht-innovative (arbeitskraftintensive) Unternehmen künstlich über Wasser gehalten.

BGE (und BGE ähnliche Modelle sind die einzige logische Konsequenz wenn man gleichzeitig niemanden hungern lassen will und trotzdem die gezeigten Probleme lösen will) würde wieder einen "natürlichen Marktmechanismus" in Gang setzen. Ja, man kann sagen es wäre "wirtschaftsunfreundlich", weil es nicht schlechte Unternehmen über Wasser hält.

Ja, ich denke bei BGE würden viele Leute nicht mehr arbeiten aber auch viele Unternehmen pleite gehen. Aber da es "marktneutral" ist würden nur die unqualifizierten Leute zu Hause bleiben und nur die schlechten Unternehmen pleite gehen. Und das wäre ja gut!

Das wird in der Diskussion aber verschwiegen, bzw. viele erkennen das gar nicht.

Würde ein Mark Zuckerberg, eine Annegret Kamp Karrenbauer oder ein Arjen Robben zu Hause bleiben wenn es BGE gäbe? Wohl kaum. Würde Apple pleite gehen wenn es (weltweites) BGE gäbe? Hm...

Gedankenspiel: Zwei Unternehmen stellen Smartphones her. Das eine Unternehmen hat ein Verfahren gefunden die Smartphones automatisch durch Roboter zusammenzubauen. Das andere Unternehmen setzt auf herrkömliche Billiglohnkräfte die das Smartphone zusammenschrauben. Wenn (zum Beispiel durch Hartz4) billige Arbeitskräfte vorhanden sind, dann gewinnt das zweite, das nicht-innovative Unternehmen. Wenn (zum Beispiel durch BGE) keine billigen Arbeitskräfte mehr vorhanden sind, dann gewinnt das innovative Unternehmen mit den automatisierten Methoden. Das nicht-innovative Unternehmen würde durch BGE pleite gehen und würde sich bei der Regierung über diese "wirtschaftsfeindliche Politik" beschweren, aber die Pleite ist eigentlich zum Wohle des Fortschritts.

PS:

Interessant auch, dass BGE Gegner ja immer betonen, dass die Spitzenverdiener fast die gesamte Steuerlast im Alleingang stemmen. Nun ist ja klar: Die Spitzenverdiener werden nicht aufhören zu arbeiten bei einem BGE, denn damit würden sie sich nicht zufrieden geben. Das heißt, auch diese Steuern würden nicht verloren gehen. Fazit: Bei einem BGE hören die auf zu arbeiten, die laut BGE Gegner sowieso nichts können, nichts leisten, die faul sind und keine nennenswerten Steuern zahlen. Eigentlich müssten die BGE Gegner die größten BGE Befürworter sein...

PS2: Und einen hab ich noch: An alle die die sagen "Man muss die Menschen in Arbeit bringen" mal die Frage: Stellt euch mal vor es würden plötzlich 10 Millionen Menschen vom Himmel fallen die so dumm sind wie ich. Was würdet ihr dann tun? Sie zwingen Arbeit zu machen wo sie Schaden anrichten können oder ihnen Geld geben damit sie es nicht tun..?
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.

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