BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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lili
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 22:29

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:23)

Die müssen aber gemacht werden, weil diese nachgefragt werden und es daher diese Jobs sind, die ein Einkommen generieren!

Nochmal langsam:

In ferner Zukunft werden die Menschen arbeitslos sein und ein BGE erhalten. Die Produktion wird von Robotern übernommen. Diese Produktion wird mittels eines BGE an die Menschen ausgezahlt. Nun gibt es aber eben Menschen - die du mehr als einmal gesagt hast, sind es sogar die große Mehrheit - denen dies nicht ausreicht und die gegen Arbeit bereit sind, ein höheres Einkommen zusätzlich zum BGE zu erzielen.

Nun sollen diese dann irgendwas machen, worauf sie Lust haben, was aber kein Einkommen generiert, weil die Produkte aus dieser Tätigkeit NIEMAND haben will (sonst würden diese auch heute schon angeboten). Ohne dass zusätzlich etwas produziert wird, was andere "haben" wollen (und daher bereit sind, eine Gegenleistung zu erbringen), gibt es aber KEIN Einkommen. Dieser Zusammenhang scheint dir in keinster Weise klar zu sein!



Durch die Automatisierung dann ja nicht mehr. Deine Frage hat sich auf die Massenarbeitslosigkeit bezogen. Die bezieht sich in Zukunft darauf, dass einfach der Bedarf fehlt. Ich habe diesbezüglich nur den Unterschied zwischen müssen und wollen noch mal deutlich gemacht. Das sagt doch keiner, dass es niemand haben bzw. konsumieren möchte. Ich sehe eher das Potenzial für selbstständige "Lifestyle" Berufe, als für die normalen trockenen Jobs.

Die bekommen ja dadurch das Einkommen, was sie in ihrer Selbstständigkeit zusätzlich verdienen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Fr 6. Dez 2019, 22:33

lili hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:29)
Durch die Automatisierung dann ja nicht mehr. Deine Frage hat sich auf die Massenarbeitslosigkeit bezogen. Die bezieht sich in Zukunft darauf, dass einfach der Bedarf fehlt. Ich habe diesbezüglich nur den Unterschied zwischen müssen und wollen noch mal deutlich gemacht. Das sagt doch keiner, dass es niemand haben bzw. konsumieren möchte. Ich sehe eher das Potenzial für selbstständige "Lifestyle" Berufe, als für die normalen trockenen Jobs.


So etwas gibt es nicht!
Entweder kann ich eine Tätigkeit am Markt verkaufen (Jemand ist bereit, mir einen Gegenleistung zu geben), dann sind es ganz normale Jobs. Die gibt es in deiner Welt allerdings nicht...nur weil du keine Lust hast, diese so zu definieren oder was?

Warum sollten diese Lifestyle-Berufe nicht automatisiert werden können, sondern nur "normale" Jobs?
Wenn es doch effiziente Roboter gibt, warum sollte dann Niemand ein Interesse daran haben, Produkte aus automatisierten "Lifestyle-Jobs" am Markt anzubieten, wenn es eben doch Leute gibt, die dies konsumieren wollen?

Die bekommen ja dadurch das Einkommen, was sie in ihrer Selbstständigkeit zusätzlich verdienen.

Wenn das Niemand haben will, entstehen keine Jobs. Wenn das Jemand haben will, gibt es Anreize, dies von effizienten Robotern machen zu lassen. So einfach ist das!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 22:35

jack000 hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:27)

Deswegen habe ich das Beispiel genannt ...


Das sowieso nicht ...


Das streitet ja niemand an, nur habe ich einige andere Beispiele genannt und da stellt sich die Frage, warum Menschen in Deutschland mit 25 Jahren arbeitslos sind ...


Ja aber das Beispiel ist eher ein Einzelfall und nicht die Regel. Es sind sehr viele Arbeitslos....Ich habe eher oft gehört, dass zwar viel gesucht wird, aber nicht eingestellt wird. Da wird ein konkretes Stellenangebot ausgeschrieben und dann bekommt der Bewerber eine Absage mit der Begründung: Wir haben uns für jemanden anderes entschieden. So ca. paar Wochen später die gleiche Stellenanzeige und das Datum wird aktualisiert. Man könnte jetzt sagen, der Bewerber ist abgesprungen, aber so oft???
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 22:38

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:33)

So etwas gibt es nicht!
Entweder kann ich eine Tätigkeit am Markt verkaufen (Jemand ist bereit, mir einen Gegenleistung zu geben), dann sind es ganz normale Jobs. Die gibt es in deiner Welt allerdings nicht...nur weil du keine Lust hast, diese so zu definieren oder was?

Warum sollten diese Lifestyle-Berufe nicht automatisiert werden können, sondern nur "normale" Jobs?
Wenn es doch effiziente Roboter gibt, warum sollte dann Niemand ein Interesse daran haben, Produkte aus automatisierten "Lifestyle-Jobs" am Markt anzubieten, wenn es eben doch Leute gibt, die dies konsumieren wollen?


Wenn das Niemand haben will, entstehen keine Jobs. Wenn das Jemand haben will, gibt es Anreize, dies von effizienten Robotern machen zu lassen. So einfach ist das!



Natürlich stehe ich dem Markt zur Verfügung. Ich wollte damit nur deutlich machen, dass der Druck mit einem BGE nachlassen wollen. Die Maschinen sind dazu da die jetzige Arbeit zu ersetzen. Dennoch ist der Mensch der kreative Kopf und kann neues erfinden. Der Mensch kann ja mit den Robotern arbeiten.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Fr 6. Dez 2019, 22:40

lili hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:38)
Der Mensch kann ja mit den Robotern arbeiten.


Ich dachte, weil die Roboter viel effizienter bin, werden die Menschen nicht mehr benötigt?

Du merkst schon, dass du dir permanent widersprichst?

Wenn die Menschen die Wahl haben MIT den Robotern zu arbeiten, dann gibt es auch keine logische Grundlage für Massenarbeitslosigkeit, die du ja als Voraussetzung für dein BGE siehst. Insofern: BGE -> Unnötig, löst keinerlei Probleme!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 22:43

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:40)

Ich dachte, weil die Roboter viel effizienter bin, werden die Menschen nicht mehr benötigt?

Du merkst schon, dass du dir permanent widersprichst?

Wenn die Menschen die Wahl haben MIT den Robotern zu arbeiten, dann gibt es auch keine logische Grundlage für Massenarbeitslosigkeit, die du ja als Voraussetzung für dein BGE siehst. Insofern: BGE -> Unnötig, löst keinerlei Probleme!



Dass sind sie ja auch. Bei vielen Brotjobs brauchst du ja keine Kreativität. Du hast deine Struktur und du machst einfach deine Arbeit. Wenn du aber selber Impulse setzt ist es wieder etwas anderes. Doch, weil es ja die meisten Branchen betrifft.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Fr 6. Dez 2019, 22:48

lili hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:43)

Dass sind sie ja auch. Bei vielen Brotjobs brauchst du ja keine Kreativität. Du hast deine Struktur und du machst einfach deine Arbeit. Wenn du aber selber Impulse setzt ist es wieder etwas anderes.


Und? Das gibt es auch heute schon, dass in Jobs die geistigen Fähigkeiten (z.B. eben Kreativität) immer wichtiger werden. Wem die hat, der kann sich auch weiterhin gegen Roboter durchsetzen. Verfügen Jemand nicht darüber, so kann er auch im Falle eines BGE nicht auf deine kreativen "Lifestyle-Jobs" ausweichen. Werden wir in eine Zeit kommen, in der die Roboter auch den Menschen bei der Kreativität überflügeln, so werden auch diese Menschen arbeitslos UND (!) in dem Fall kann man auch im Falle eines BGE nicht mehr mittels Lifestyle-Jobs mehr hinzuverdienen, da ein Interesse besteht, nachgefragte Güter aus diesen Jobs automatisiert herstellen zu lassen.

Ganz einfach. Ergo: Das BGE löst NICHT die von dir ins Feld geführten Probleme von Massenarbeitslosigkeit und fehlender Fähigkeiten!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 6. Dez 2019, 22:51

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:03)

Du willst also als Selbständiger mit den effizienten Robotern am Markt konkurrieren? :D
!


Kein Roboter bohrt so schön in der Nase wie Lili :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 22:52

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:48)

Und? Das gibt es auch heute schon, dass in Jobs die geistigen Fähigkeiten (z.B. eben Kreativität) immer wichtiger werden. Wem die hat, der kann sich auch weiterhin gegen Roboter durchsetzen. Verfügen Jemand nicht darüber, so kann er auch im Falle eines BGE nicht auf deine kreativen "Lifestyle-Jobs" ausweichen. Werden wir in eine Zeit kommen, in der die Roboter auch den Menschen bei der Kreativität überflügeln, so werden auch diese Menschen arbeitslos UND (!) in dem Fall kann man auch im Falle eines BGE nicht mehr mittels Lifestyle-Jobs mehr hinzuverdienen, da ein Interesse besteht, nachgefragte Güter aus diesen Jobs automatisiert herstellen zu lassen.

Ganz einfach. Ergo: Das BGE löst NICHT die von dir ins Feld geführten Probleme von Massenarbeitslosigkeit und fehlender Fähigkeiten!


Ja, aber viele trauen sich noch nicht diesen Weg zu gehen. Sie hängen an ihren Brotjobs, damit sie gerade so über die Runden kommen. Das ist doch auf Dauer keine Zukunftsperspektive. Die klassische Arbeit ist aus der Zeit gefallen. Nutzen wir doch die Chance um Neuland zu entdecken. Irgendwann wird jeder Arbeitslos....Nur dass dauert noch länger. Es wird halt eine Maschinenwelt in Zukunft geben. Dann gibt es nur Hobbys...Ich bin gespannt.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 22:52

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:51)

Kein Roboter bohrt so schön in der Nase wie Lili :D



Vorsicht....Spam!!!! :p
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Fr 6. Dez 2019, 23:07

lili hat geschrieben:(06 Dec 2019, 22:52)
Ja, aber viele trauen sich noch nicht diesen Weg zu gehen.


Weil es diesen Weg nicht gibt!

Sie hängen an ihren Brotjobs, damit sie gerade so über die Runden kommen. Das ist doch auf Dauer keine Zukunftsperspektive. Die klassische Arbeit ist aus der Zeit gefallen.


Es gibt diese von dir in die Welt gerufen Differenzierung in "klassische" Jobs und "Lifestyle"-Jobs so nicht!

Entweder mache ich eine Tätigkeit, die für andere einen Wert bringt und die bereit sind, mir eine hinreichend große Gegenleistung zu erbringen, dann sind es Jobs.
Mache ich eine Tätigkeit rein aus Selbstwillen, die für Dritte keinerlei Relevanz hat, dann mach ich ein Hobby!

Mit einem reinem Hobby kann ich weder heute noch morgen mein Einkommen erwirtschaften. Andererseits kann ich bereits heute einem Hobby nachgehen!

Deine unsinnige Einteilung hat NICHTS mit der Wirklichkeit zu tun.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 23:11

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 23:07)

Weil es diesen Weg nicht gibt!



Es gibt diese von dir in die Welt gerufen Differenzierung in "klassische" Jobs und "Lifestyle"-Jobs so nicht!

Entweder mache ich eine Tätigkeit, die für andere einen Wert bringt und die bereit sind, mir eine hinreichend große Gegenleistung zu erbringen, dann sind es Jobs.
Mache ich eine Tätigkeit rein aus Selbstwillen, die für Dritte keinerlei Relevanz hat, dann mach ich ein Hobby!

Mit einem reinem Hobby kann ich weder heute noch morgen mein Einkommen erwirtschaften. Andererseits kann ich bereits heute einem Hobby nachgehen!

Deine unsinnige Einteilung hat NICHTS mit der Wirklichkeit zu tun.



Dass nennt sich Zukunft.

Für dass einzelne Individuum schon. Nur der Markt kennt den Unterschied nicht. Du kannst aber dein Hobby zum Job machen. Gerade wenn du Konsumenten hast die dafür bezahlen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Fr 6. Dez 2019, 23:14

lili hat geschrieben:(06 Dec 2019, 23:11)
Für dass einzelne Individuum schon. Nur der Markt kennt den Unterschied nicht.


Doch, sicher!
Weil der Markt eben aus den Aktivitäten etlicher Individuen besteht.

Du kannst aber dein Hobby zum Job machen. Gerade wenn du Konsumenten hast die dafür bezahlen.


Richtig!
Das kann ich auch heute schon machen. Daher schrieb ich oben bzgl. "reinem Hobby", womit gemeint war, dass es eben keine Konsumenten gibt, die dafür bezahlen.

Was du möchtest: Du möchtest, dass Jeder das Arbeiten kann, was er möchte UND dass er dadurch ein Einkommen erhält, mit dem er dann wiederrum ebenfalls das kaufen kann, was er möchte. Dass es allerdings einen starken Zusammenhang zwischen diesem "gewünschten Arbeitsangebot" und dieser "gewünschen Konsumnachfrage" gibt, das scheint sich dir irgendwie in keinster Weise zu erschließen!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 23:25

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 23:14)

Doch, sicher!
Weil der Markt eben aus den Aktivitäten etlicher Individuen besteht.



Richtig!
Das kann ich auch heute schon machen. Daher schrieb ich oben bzgl. "reinem Hobby", womit gemeint war, dass es eben keine Konsumenten gibt, die dafür bezahlen.

Was du möchtest: Du möchtest, dass Jeder das Arbeiten kann, was er möchte UND dass er dadurch ein Einkommen erhält, mit dem er dann wiederrum ebenfalls das kaufen kann, was er möchte. Dass es allerdings einen starken Zusammenhang zwischen diesem "gewünschten Arbeitsangebot" und dieser "gewünschen Konsumnachfrage" gibt, das scheint sich dir irgendwie in keinster Weise zu erschließen!



Ich meine das individuelle Wohlbefinden und den Gewinn denn ich daraus erziele. Außerdem leben wir nicht in einer freien Marktwirtschaft, dass merkt man durch die staatliche Bürokratie. Natürlich gibt es diesen Zusammenhang....Es gibt ja jetzt schon Leute die ihren Weg gehen. Durch das BGE hätte man noch mehr Motivation und man hat Menschen die entsprechend nachfolgen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Fr 6. Dez 2019, 23:31

lili hat geschrieben:(06 Dec 2019, 23:25)
Ich meine das individuelle Wohlbefinden und den Gewinn denn ich daraus erziele.


Was soll das nun wieder heißen? Jeder Mensch verfolgt täglich sein individuelles Wohlbefinden, ganz normal!
Nun ist es aber eben so, dass nicht alles frei verfügbar ist. Da gilt es dann abzuwägen!

Außerdem leben wir nicht in einer freien Marktwirtschaft, dass merkt man durch die staatliche Bürokratie.


Hat jetzt garnix damit zu tun!


Natürlich gibt es diesen Zusammenhang....Es gibt ja jetzt schon Leute die ihren Weg gehen. Durch das BGE hätte man noch mehr Motivation und man hat Menschen die entsprechend nachfolgen.


Jetzt musst du diesen Zusammenhang nun nur noch verstehen!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 23:45

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 23:31)

Was soll das nun wieder heißen? Jeder Mensch verfolgt täglich sein individuelles Wohlbefinden, ganz normal!
Nun ist es aber eben so, dass nicht alles frei verfügbar ist. Da gilt es dann abzuwägen!



Hat jetzt garnix damit zu tun!



Jetzt musst du diesen Zusammenhang nun nur noch verstehen!


Es kommt darauf an ob ich es für mich mache oder ob ich den Konsumenten zur Verfügung stelle. Damit ich dann mein Geld verdienen kann.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Gruwe » Fr 6. Dez 2019, 23:47

lili hat geschrieben:(06 Dec 2019, 23:45)

Es kommt darauf an ob ich es für mich mache oder ob ich den Konsumenten zur Verfügung stelle. Damit ich dann mein Geld verdienen kann.


Nö!

Es kommt darauf an, ob es überhaupt einen Konsumenten gibt. Du kannst noch so viel zur Verfügung stellen: Wenn es keiner haben will, gibts kein Einkommen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 23:48

Gruwe hat geschrieben:(06 Dec 2019, 23:47)

Nö!

Es kommt darauf an, ob es überhaupt einen Konsumenten gibt. Du kannst noch so viel zur Verfügung stellen: Wenn es keiner haben will, gibts kein Einkommen.


Das weiß ich doch. Deswegen muss ich etwas machen, was den Konsumenten zufriedenstellt.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Fr 6. Dez 2019, 23:55

Mir ist gerade etwas eingefallen: Wollte Frau Esken nicht auch ein BGE?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Sa 7. Dez 2019, 01:14

franktoast hat geschrieben:(05 Dec 2019, 12:44)

Ich würde hier mal einwerfen wollen, dass erstmal jeder für sich selber verantwortlich ist und im Idealfall jeder genau das an den Staat bezahlt, was er auch bekommt. Beispiel: Jemand verursacht durch seine Nutzung der Straßen Kosten von 500€ im Jahr und jemand anders 100€ im Jahr, so wäre es am Fairsten, wenn die erste Person 500€ bezahlt, die andere 100€. Über die LKW-Maut und Benzinsteuer erreicht man das schon relativ gut. Über die KFZ-Steuer praktisch gar nicht. Da diese Steuern jedoch nicht verwendungsbezogen sind, wird jedoch nach Einkommen oder Konsum besteuert, was gar nix mit der Straßennutzung zu tun hat.
Geht es um so etwas wie soziale Absicherung, so ist das Verhältnis bei privaten Versicherungen auch gegeben. Wer zB. bei der Berufsunfähigkeitsversicherung eine höhere Summe will oder ein höheres Berufsunfähigkeitsrisiko hat, zahlt entsprechend höhere Prämie. Das ist auch fair und kritisiert wohl auch niemand.
Geht es um die staatliche soziale Absicherung, geht das bedingt über die Arbeitslosen und Rentenversicherung auch, jedoch kommt hier ein großer Teil eben von Besserverdienenden.


Dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, bestreitet niemand. Eine Frage ist aber: Ist jeder NUR für sich selbst verantwortlich?
Und das sehe ich eher nicht so - denn wenn Freiheit bei der Freiheit des anderen endet, dann gibt es immer auch eine Mitverantwortung, wo es Interaktion gibt.

Also: Jeder ist für sich SELBST verantwortlich, aber AUCH für alle, mit denen er interagiert.

Diese Interaktion ist dabei nicht nur einfach der Kontakt mit dem Dritten, sondern kann sogar indirekt geschehen. Wer beispielsweise ein Atomkraftwerk in die Luft sprengt, ist auch für alle Opfer mitverantwortlich, auch wenn er diese noch nicht einmal kennt.


Menschliche Verantwortung in einer Gesellschaft ist insofern recht weitgehend - und wenn der Staat hier eine Verwaltungsfunktion übernimmt, ist das nur im Interesse aller.


Was machen diese Staaten denn besser und welche Staaten sind das?


Hier kann man sehr unterschiedliche Sichtweisen einnehmen - in meiner Argumentation beziehe ich mich auf den Glücksindex der UNO, den ich für relativ aussagekräftig halte. Er berücksichtigt vor allem, ob die Menschen in den jeweiligen Gesellschaften zufrieden und glücklich sind, oder auch nicht.

Einen Artikel dazu findet man unter:
https://utopia.de/world-happiness-report-in-diesem-land-sind-die-menschen-am-gluecklichsten-83234/

Deutschland steht da auf einem Platz 17, vor uns sind unter anderem (Platz 1-10)

Finland
Denmark
Norway
Iceland
Netherlands
Switzerland
Sweden
New Zealand
Canada
Austria


Regelmäßig ist in diesen Staaten das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Gerechtigkeitsgefühl besser, und gerade wer die Spitzenländer anschaut findet dort Länder, in denen der Abstand zwischen den Ärmsten und Reichsten (also die berühmte Schere zwischen Arm und Reich) weniger ausgeprägt ist, als in Deutschland.


Dann müsste man die Steuern für diese aber massiv senken. Diese Personengruppe wird ja aktuell eher zu 10% des Steueraufkommens beitragen.


Erst einmal halte ich es speziell in Deutschland für einen Fehler, einseitig auf die Steuern zu schauen. Zum Staatshaushalt gehören Steuern und Abgaben - und es ist zwar richtig, dass die oberen 10% die größten Lasten an den Einnahmen für den Staatshaushalt (Steuern und Abgaben) tragen, aber das ist doch nicht entscheidend. Entscheidend ist doch vielmehr, ob der Anteil gerecht ist.
Gerecht definiere ICH so, dass ich sage, wer 10% des Privatvermögens eines Staates besitzt, sollte auch mit 10% zum Staatshaushalt (Steuern und Abgaben) beitragen. Wer nur 0,1% besitzt, sollte dementsprechend auch nur 0,1% beitragen müssen.....

Was soll der beitragen, der nichts besitzt?


Es gibt eine OECD-Statistik, die sich genau mit diesem Thema in den OECD-Staaten (und teilweise darüber hinaus) beschäftigt. Dabei ist erkennbar, dass Deutschland entgegen vieler Erwartungen bei vielen Bevölkerungsteilen relativ gut diesem Gerechtigkeitsanspruch genügt, den ich hier definiert habe. Ok - es gibt Abweichungen um ein paar Prozente nach oben oder unten bei den einzelnen Gruppen - aber im Groben passt das in Deutschland schon recht gut. Bis auf (!) die obersten 1% der Vermögenden.

DA bricht der entsprechende Index ein.

DAS ist kein Phänomen, was Deutschland zum Alleinstellungsmerkmal macht - es ist vielmehr ein weltweites Phänomen, dass die vermögendsten 1-5% nicht wirklich ausreichend an der Finanzierung der Staatlichen Ausgaben beteiligt sind. In Deutschland bezieht sich dies vor allem auf die obersten 1-2% der Vermögendsten - weltweit ist die Speizung etwas größer.

Das oberste 1% der Vermögendsten in Deutschland zahlt bezogen nur auf das Steueraufkommen einen relativ hohen Anteil. Allerdings bezogen auf den Staatshaushalt (Gesamthaushalt) zahlt dieses obere 1% eben nicht anteilig enstprechend dem Vermögen den Staatshaushalt - den die Vermögensverteilung ist so ungleich in Deutschland (weltweit sieht es auch nicht gut aus), dass man es sich regelmäßig nicht traut, diesen Finanziers des Staatshaushaltes noch mehr zuzumuten - obwohl sie ja gleichzeitig die Vermögendsten sind, denen man ruhig das gleich prozentual zumuten könnte, wie dem Rest der Bevölkerung. Sie haben allein deshalb die Macht, das zu verhindern, weil sie so viel Vermögen haben, und sich der Staat nicht traut, an diese Vermögensakkumulation ran zu gehen.

Das will ich dabei gar nicht werten - ich will nur aussagen, dass ich es für gerecht halten würde, wenn jeder entsprechend seines Vermögens zur Finanzierung des Staatshaushaltes herangezogen würde. Das muss nicht ganz genau eingehalten werden - aber in etwa wäre das eine gute Grundorientierung.


Also wenn es um Einkommen geht, ist das nicht richtig(Sozialbeiträge sind keine Steuern). Insgesamt hängt es davon ab, welche Konsumausgaben jemand hat. Wer netto 2000€ hat, 500€ für Miete bezahlt(keine USt) und 300€ für Lebensmittel (etwa 10% USt) und 200€ für andere Sachen (19%) und 1000€ spart, der zahlt etwa 3,5% Umsatzsteuer, wer 500 000€ verdient und davon jeden Cent für teure 19%-USt-pflichtige Sachen kauft, zahlt entsprechend mehr.


Es geht eben nicht nur um Einkommen. Das auch deshalb nicht, weil in Deutschland nicht alle Einkommen besteuert werden! Wer Einkommen beispielsweise aus realtiv sicheren aber spekulativen Grundstückskäufen und Verkäufen erzielt, muss diese nicht versteuern, wenn der Verkauf 10 Jahre später zum Kauf erfolgt. Bei ausreichendem Vermögen ist es ein leichtes, so scheinbar spekulative Wertgewinne mitzunehmen, die man einfach nur 10 Jahre gehalten hat. Diese Einkommen werden nie versteuert!

Extrembeispiel: Grundstückskauf am Stadtrand von München 1950 für 50.000 DM - Wert 2019 1,5 Millionen Euro (das Grundstück liegt inzwischen in der Innenstadt von München). Wer ein solches Grundstück verkauft, hat auf die Wertsteigerung NIE Steuern gezahlt. Die 1,45 Millionen Gewinn verbleiben unversteuert beim Verkäufer.

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