BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Mendoza
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Di 1. Okt 2019, 22:25

lili hat geschrieben:(01 Oct 2019, 21:55)

Wieso? BGE ist eine Art Taschengeld und man lernt mit diesem Geld umzugehen.

Taschengeld? Ja, ok, wenn dein BGE im Monat 100€ beträgt. Ich habe als Kind 5 Mark im Monat bekommen.
Diese Befürchtung ist doch aktuell gegeben. Hartz 4 bevormundet, schikaniert und am Ende verwahrlost man. Junge Leute die aus irgendwelchen Gründen rebellieren enden auf der Straße mit Alkohol und Drogen. Da kann es nur mit einem BGE besser werden. :thumbup:

Da gibt es einen einfachen Ausweg: Arbeiten gehen. In Deutschland fehlen allein 60000 Kraftfahrer.
Churchill "Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends."
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Di 1. Okt 2019, 22:25

Misterfritz hat geschrieben:(01 Oct 2019, 22:22)

Irgendwie klingen Deine Prognosen nach Groschenromanen,
voller Stereotype ohne Fleisch.



Du musst für den Groschenroman nichts bezahlen. ;) Bitte beim Thema bleiben. Danke. :thumbup:
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Di 1. Okt 2019, 22:26

Mendoza hat geschrieben:(01 Oct 2019, 22:25)

Taschengeld? Ja, ok, wenn dein BGE im Monat 100€ beträgt. Ich habe als Kind 5 Mark im Monat bekommen.

Da gibt es einen einfachen Ausweg: Arbeiten gehen. In Deutschland fehlen allein 60000 Kraftfahrer.


Wie kommst du auf 100€? Damit kann man nicht überleben. Was ist wenn die Fahrzeuge irgendwann selber fahren?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Di 1. Okt 2019, 22:33

lili hat geschrieben:(01 Oct 2019, 22:26)

Wie kommst du auf 100€? Damit kann man nicht überleben. Was ist wenn die Fahrzeuge irgendwann selber fahren?


Du sprachst von Taschengeld. Oder bist du in einer Millionärsfamilie groß geworden? Dann kann ich dein Anspruchsdenken nachvollziehen...
P.S.
Falls es in 15 oder 20 Jahren dazu kommt kann man umlernen. 2 meiner 3 Geschwister mussten das. Auch ich werde in ein paar Wochen eine andere Arbeit ausführen müssen, weil mein Arbeitsplatz nach Osteuropa geht. Bei dir scheint ja jeder Finger den man krumm machen muss eine Zumutung zu sein :mad2:
Zuletzt geändert von Mendoza am Di 1. Okt 2019, 22:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Di 1. Okt 2019, 22:34

Mendoza hat geschrieben:(01 Oct 2019, 22:33)

Du sprachst von Taschengeld. Oder bist du in einer Millionärsfamilie groß geworden? Dann kann ich dein Anspruchsdenken nachvollziehen...


Nein, dass bin ich nicht. Mir ging es um das Prinzip und nicht um die Summe die man als Taschengeld erhält.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Di 1. Okt 2019, 22:42

lili hat geschrieben:(01 Oct 2019, 22:26)

Wie kommst du auf 100€? Damit kann man nicht überleben. Was ist wenn die Fahrzeuge irgendwann selber fahren?
Dann wird es immer noch Leute geben (Fahrer), die dabei sein MÜSSEN. Falls Unfälle passieren, Systeme ausfallen, etc.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Di 1. Okt 2019, 22:44

Misterfritz hat geschrieben:(01 Oct 2019, 22:42)

Dann wird es immer noch Leute geben (Fahrer), die dabei sein MÜSSEN. Falls Unfälle passieren, Systeme ausfallen, etc.


Aber doch nicht so viele.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon JJazzGold » Di 1. Okt 2019, 23:10

Europa2050 hat geschrieben:(01 Oct 2019, 20:52)

Ja, das sehe ich auch, und bin auch bereit, das auf der anderen Seite der Waage einzuwerfen.

Mein Idealbild ist halt - bei dem von nennenswerten Mitforisten prognostizierten Arbeitsrückgang ;) - der „BGE-Aufstocker“, der:

- noch 20-30 Stunden hinzuarbeitet
- ehrenamtlich gegen Aufwandsentschädigung tätig ist
- aussteigt und sich seine Kartoffeln selbst anbaut
- sonst irgendetwas tut, das gesellschaftlich benötigt wird und ihm deshalb den Gap zwischen BGE und heutigem Einkommen deckt.

Aber - das ist natürlich ein Idealbild...



Bleibt die Frage, ab wann fängt der Mensch an gegen die Robotik zu revoltieren?
Ab dreissig Stunden wahrscheinlich noch nicht. Ab zwanzig Stunden, aus denen irgendwann zehn Stunden werden und irgendwann null Stunden, bei BGE Vollalimentierung? Entwickelt sich die Menschheit dann noch vorwärts, oder nur noch rückwärts?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Mi 2. Okt 2019, 00:39

KEIN BGE-Gegner hat bisher überzeugend darstellen können, dass das bisherige System fair ist.
KEIN BGE-Gegner hat darstellen können, dass der Kerngedanke falsch wäre, dass wir eine Vereinheitlichung der Gesetzeslage für das Existenzminimum anstreben sollten.

OBWOHL wir heute ein relativ repressives Sozialsystem auch und gerade bezüglich der Existenzsicherung haben, hat kein BGE-Gegner bisher darlegen können, wie man überzeugend den definitiv vorhandenen Missbrauch im System wirksam bekämpfen kann. TROTZ aller Repressalien gibt es Missbrauch - und das trotz teurer Bürokratie für Kontrolle und Überwachung.

Es gibt KEIN Indiz dafür, dass sich durch die Umstellung des Gesamtsystems etwas an der Missbrauchssystematik verschlimmern würde - vielmehr gibt es klare Indizien, dass die Bürokratie zur Verwaltung deutlich einfacher und preisgünstiger ist.


ICH finanziere lieber ein BGE mit 1% Missbrauch, als eine teure und aufwendige und wenig gerechte Bürokratie, die 1% Missbrauch in keiner Weise verhindert, aber viele ehrliche Menschen faktisch diskriminiert.
Warum finanzierst du lieber Diskriminierung?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Mi 2. Okt 2019, 02:27

Atue001 hat geschrieben:(02 Oct 2019, 00:39)

KEIN BGE-Gegner hat bisher überzeugend darstellen können, dass das bisherige System fair ist.
KEIN BGE-Gegner hat darstellen können, dass der Kerngedanke falsch wäre, dass wir eine Vereinheitlichung der Gesetzeslage für das Existenzminimum anstreben sollten.

OBWOHL wir heute ein relativ repressives Sozialsystem auch und gerade bezüglich der Existenzsicherung haben, hat kein BGE-Gegner bisher darlegen können, wie man überzeugend den definitiv vorhandenen Missbrauch im System wirksam bekämpfen kann. TROTZ aller Repressalien gibt es Missbrauch - und das trotz teurer Bürokratie für Kontrolle und Überwachung.

Es gibt KEIN Indiz dafür, dass sich durch die Umstellung des Gesamtsystems etwas an der Missbrauchssystematik verschlimmern würde - vielmehr gibt es klare Indizien, dass die Bürokratie zur Verwaltung deutlich einfacher und preisgünstiger ist.

Wenn das bisherige System auch alles andere als perfekt ist bedeutet das noch lange nicht, dass ein BGE-System (welches?) besser wäre. Beweist doch erst einmal
das es funktioniert bevor es auf die Menschheit losgelassen wird.
ICH finanziere lieber ein BGE mit 1% Missbrauch, als eine teure und aufwendige und wenig gerechte Bürokratie, die 1% Missbrauch in keiner Weise verhindert, aber viele ehrliche Menschen faktisch diskriminiert.
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Mach doch einfach bei "Mein Grundeinkommen" mit.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Mi 2. Okt 2019, 06:19

lili hat geschrieben:(01 Oct 2019, 22:44)

Aber doch nicht so viele.
Für jede Fahrt.
Ger9374

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Ger9374 » Mi 2. Okt 2019, 06:45

TROTZ aller Repressalien gibt es Missbrauch - und das trotz teurer Bürokratie für Kontrolle und Überwachung


Jetzt stell dir Mal die Missbrauchszahlen
ohne Kontrolle vor.Es braucht diese Kontrolle, am besten noch effizienter als bisher!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 2. Okt 2019, 08:12

Ger9374 hat geschrieben:(02 Oct 2019, 06:45)

TROTZ aller Repressalien gibt es Missbrauch - und das trotz teurer Bürokratie für Kontrolle und Überwachung


Jetzt stell dir Mal die Missbrauchszahlen
ohne Kontrolle vor.Es braucht diese Kontrolle, am besten noch effizienter als bisher!


Tolles Argument für das gegenwärtige System ,man finanziert einen überbürokratisierten ungerechten Verwaltungsapparat der ja angeblich vor Missbrauch schützen soll und es aber nicht tut??? Geile Sache , dann warum der ganze Spaß frage ich mich, dann wären alternativen wie Grundeinkommen oder liberales Bürgergeld die ehrlicheren Varianten.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Europa2050 » Mi 2. Okt 2019, 08:19

JJazzGold hat geschrieben:(01 Oct 2019, 23:10)

Bleibt die Frage, ab wann fängt der Mensch an gegen die Robotik zu revoltieren?
Ab dreissig Stunden wahrscheinlich noch nicht. Ab zwanzig Stunden, aus denen irgendwann zehn Stunden werden und irgendwann null Stunden, bei BGE Vollalimentierung? Entwickelt sich die Menschheit dann noch vorwärts, oder nur noch rückwärts?


Die Einzelfälle und scheiternden Existenzen in so einer Zukunftslösung sehe ich durchaus.

Aber als gesellschaftliches Phänomen? Eine Gesellschaft von Individuen, die nichts mit sich anzufangen wissen, wenn man ihnen die Lohnarbeit nimmt?

Das scheint mir doch ein klassisch sozialistisches Menschenbild zu sein, auf keinen Fall ein liberales. Und das von Dir :eek:

Ich weiß schon, ich kann manchmal biesslig sein - so isser halt, der Europa2050.

Schönen Vorfeiertag!
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 2. Okt 2019, 08:24

Atue001 hat geschrieben:(02 Oct 2019, 00:39)

KEIN BGE-Gegner hat bisher überzeugend darstellen können, dass das bisherige System fair ist.
KEIN BGE-Gegner hat darstellen können, dass der Kerngedanke falsch wäre, dass wir eine Vereinheitlichung der Gesetzeslage für das Existenzminimum anstreben sollten.

OBWOHL wir heute ein relativ repressives Sozialsystem auch und gerade bezüglich der Existenzsicherung haben, hat kein BGE-Gegner bisher darlegen können, wie man überzeugend den definitiv vorhandenen Missbrauch im System wirksam bekämpfen kann. TROTZ aller Repressalien gibt es Missbrauch - und das trotz teurer Bürokratie für Kontrolle und Überwachung.

Es gibt KEIN Indiz dafür, dass sich durch die Umstellung des Gesamtsystems etwas an der Missbrauchssystematik verschlimmern würde - vielmehr gibt es klare Indizien, dass die Bürokratie zur Verwaltung deutlich einfacher und preisgünstiger ist.


ICH finanziere lieber ein BGE mit 1% Missbrauch, als eine teure und aufwendige und wenig gerechte Bürokratie, die 1% Missbrauch in keiner Weise verhindert, aber viele ehrliche Menschen faktisch diskriminiert.
Warum finanzierst du lieber Diskriminierung?



Absolut dass Missbrauch Argument ist ohnehin irreführend, als gäbe es bereits nicht schon heute trotz teurer Bürokratie und einen ineffizienten aufgeblähten Verwaltungsapparat im Sozialsystem keinen Missbrauch und keine Ungerechtigkeiten(die Überlastung der Sozialgerichte wegen Klagen fehlerhafter Bescheide und Berechnungen oder gegen Willkür,Schikanen und Sanktionen sei hier nur am Rande erwähnt) natürlich kann man sich dass alles schön reden und meinen mit besseren Alternativen wie einem BGE such nicht befassen zu müssen, nur geht das an der Realität vorbei.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon JJazzGold » Mi 2. Okt 2019, 08:56

Europa2050 hat geschrieben:(02 Oct 2019, 08:19)

Die Einzelfälle und scheiternden Existenzen in so einer Zukunftslösung sehe ich durchaus.

Aber als gesellschaftliches Phänomen? Eine Gesellschaft von Individuen, die nichts mit sich anzufangen wissen, wenn man ihnen die Lohnarbeit nimmt?

Das scheint mir doch ein klassisch sozialistisches Menschenbild zu sein, auf keinen Fall ein liberales. Und das von Dir :eek:

Ich weiß schon, ich kann manchmal biesslig sein - so isser halt, der Europa2050.

Schönen Vorfeiertag!



Eher Psychologie, als Sozialismus. ;)
Erinnere dich an das Bild, das immer wieder für Hartz Vl Bezieher bemüht wird, sinngemäß, “sitzt den ganzen Tag mit Bier und Zigaretten vor der Glotze und schaut Soaps“. Mal abgesehen davon, dass dieses Bild nur anteilig der Realität entspricht, darauf wollte ich nicht hinaus.

Wie man u.a. in diesem Thread feststellen kann, herrscht bereits heute nicht nur Begeisterung, sondern auch Animosität gegenüber einer robotisierten Welt. Je weiter sich diese entwickelt und zum Einsatz kommt, desto mehr wird diese Animosität wachsen. “Die Maschine nimmt uns die Arbeitsplätze, das Selbstwertgefühl weg“. Nicht jeder Mensch fühlt sich zufrieden damit, nostalgisch in einem Kübel ein paar Kartoffeln auf dem Balkon anzubauen. Was letztendlich darauf hinausläuft, sich nutzlos im Bezug auf eigenverantwortliche und gemeinschaftliche Versorgung zu fühlen. Was bewegt dich dazu, zu glauben, die Menschen würden homogen zufrieden sein, sich mit einer Handvoll BGE in die von Ihnen gefühlte Bedeutungslosigkeit zu begeben, unabhängig davon, ob dieses Gefühl angemessen ist, oder nicht? Ist es nicht im Gegenteil vorstellbar, dass sich der Zorn gegen die Maschine richtet?

Könntest du dir zu einem zukünftigen Zeitpunkt x ein Monday 'til Sunday against Robotik vorstellen, mit allen daraus resultierenden Folgen? ;)


Ebenfalls schönen Vorfeiertag! :)


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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mi 2. Okt 2019, 09:09

Misterfritz hat geschrieben:(02 Oct 2019, 06:19)

Für jede Fahrt.


Wie für jede Fahrt? Es wird in Zukunft nicht so viele Fahrer geben.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Mi 2. Okt 2019, 09:12

lili hat geschrieben:(02 Oct 2019, 09:09)

Wie für jede Fahrt? Es wird in Zukunft nicht so viele Fahrer geben.
Nochmal,
diese Fahrten dürfen nicht ohne Fahrer im Fahrzeug gemacht werden. Es muss immer noch einer drin sitzen, der bei Problemen oder Ausfall der Systeme händisch eingreifen kann. Und der muss einen LKW auch fahren können, also braucht es weiterhin viele Fahrer.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Europa2050 » Mi 2. Okt 2019, 09:13

JJazzGold hat geschrieben:(02 Oct 2019, 08:56)

Eher Psychologie, als Sozialismus. ;)
Erinnere dich an das Bild, das immer wieder für Hartz Vl Bezieher bemüht wird, sinngemäß, “sitzt den ganzen Tag mit Bier und Zigaretten vor der Glotze und schaut Soaps“. Mal abgesehen davon, dass dieses Bild nur anteilig der Realität entspricht, darauf wollte ich nicht hinaus.

Wie man u.a. in diesem Thread feststellen kann, herrscht bereits heute nicht nur Begeisterung, sondern auch Animosität gegenüber einer robotisierten Welt. Je weiter sich diese entwickelt und zum Einsatz kommt, desto mehr wird diese Animosität wachsen. “Die Maschine nimmt uns die Arbeitsplätze, das Selbstwertgefühl weg“. Nicht jeder Mensch fühlt sich zufrieden damit, nostalgisch in einem Kübel ein paar Kartoffeln auf dem Balkon anzubauen. Was letztendlich darauf hinausläuft, sich nutzlos im Bezug auf eigenverantwortliche und gemeinschaftliche Versorgung zu fühlen. Was bewegt dich dazu, zu glauben, die Menschen würden homogen zufrieden sein, sich mit einer Handvoll BGE in die von Ihnen gefühlte Bedeutungslosigkeit zu begeben, unabhängig davon, ob dieses Gefühl angemessen ist, oder nicht? Ist es nicht im Gegenteil vorstellbar, dass sich der Zorn gegen die Maschine richtet?

Könntest du dir ein Monday 'til Sunday against Robotik vorstellen, mit allen daraus resultierenden Folgen? ;)


Ebenfalls schönen Vorfeiertag! :)




Ja, wir werden so oder so interessante Zeiten erleben, wobei Du schon und ich bis dahin auch aus der Altersruhestandsperspektive. Mit dem Vorteil, dass die Blech- und Siliziumkameraden unsere Rente sichern werden.

Ich möchte mal einen ehemaligen Zeitgenossen fehlzitieren: „Die Automatisierung in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“. Auch kein „M-S against future“.

Warum? Jeder ist zwar frei mitzutun oder nicht. Aber die mittun werden die Erfolgreichen sein. Und dann schlägt Darwin zu...

Also muss der Mensch weg vom alten sozialistischen bzw. christlich-evangelischen Arbeitsethos hin zu einer Kombination von liberalem Selbstverwirklichungsstreben kombiniert mit christlich-katholischem Verantwortungsbewusstsein für sich selbst, den Nächsten und die Schöpfung.

Oder andersrum: Mehr Bayer und weniger Preuße ist gefragt. :cool:

Wird spannend.
Sagt Europa2050 ...
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mi 2. Okt 2019, 09:14

Misterfritz hat geschrieben:(02 Oct 2019, 09:12)

Nochmal,
diese Fahrten dürfen nicht ohne Fahrer im Fahrzeug gemacht werden. Es muss immer noch einer drin sitzen, der bei Problemen oder Ausfall der Systeme händisch eingreifen kann. Und der muss einen LKW auch fahren können, also braucht es weiterhin viele Fahrer.


Dann braucht man eben Kontrolleure. Irgendwann braucht man sie aber nicht mehr und außerdem weiß man nicht welcher Transportmittel die Ware in Zukunft transportiert.
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