Rente mit 70

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Odin1506
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Odin1506 » Di 10. Mai 2016, 13:44

H2O hat geschrieben:(10 May 2016, 13:09)

Mag ja sein, daß dieses Vorgehen auf Widerstand stoßen wird. Ohne Opfer zu bringen, wird in der Sache überhaupt nichts gelingen. Ich baue auch auf die Solidarität der Generationen der Rentner heute für jene von morgen.

Aber vielleicht hat ein anderer Teilnehmer eine viel elegantere Lösung im Sinn! Wichtig ist jetzt erst einmal, daß das Thema überhaupt bewegt wird, weg von Flickschusterei und Gefälligkeiten.


Na dann opfer dich mal, viel spass dabei.
Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!!! :p
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Realist2014
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Mai 2016, 14:11

Odin1506 hat geschrieben:(10 May 2016, 13:44)

Na dann opfer dich mal, viel spass dabei.



würde er ja

er würde auf einen Teil seiner Rentenerhöhung verzichten dabei...
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H2O
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Di 10. Mai 2016, 14:42

Realist2014 hat geschrieben:(10 May 2016, 14:11)

würde er ja

er würde auf einen Teil seiner Rentenerhöhung verzichten dabei...


Das halte ich in dieser Sache für unausweichlich, wenn dabei ein Gegenwert für unsere Zukunft entsteht. So, wie ich auch für die Ausbildung und Bildung meiner Kinder Opfer gebracht habe.

Es gibt sicher viele selbstsüchtige Zeitgenossen, die weder für ihre Kinder noch für die Zukunft ihres Volks Opfer bringen wollen. Damit muß man leben.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 10. Mai 2016, 15:17

Nun als neue Rentenformel - weg von der "Rente mit 70" - was viel zu eindeutig ist, hin zu einer möglichst komplexen Berechnungsmethode für die es im folgenden Text von DESTATIS eine ganze Reihe von möglichen Anknüpfungspunkten zu geben scheint :
DESTATIS hat geschrieben:Sterbetafeln und Lebenserwartung

Die Periodensterbetafeln der amtlichen Statistik basieren auf den Daten über die Gestorbenen und die Durchschnittsbevölkerung der letzten drei Jahre. Eine Sterbetafel ist ein demografisches Modell, das die zusammenfassende Beurteilung der Sterblichkeitsverhältnisse einer Bevölkerung unabhängig von ihrer Größe und Altersstruktur ermöglicht. Die Sterbetafel zeigt hierzu in einer nach Geschlecht getrennten Tabelle, wie viele Personen eines Ausgangsbestandes aufgrund von Sterbewahrscheinlichkeiten in den einzelnen Altersjahren überleben und sterben werden.

Darüber hinaus gibt die Sterbetafel Auskunft über die geschlechtsspezifische durchschnittliche Lebenserwartung in den einzelnen Altersjahren. Die sogenannte fernere Lebenserwartung gibt daher an, wie viele weitere Lebensjahre Menschen eines bestimmten Alters nach den in der aktuellen Berichtsperiode – zum Beispiel 2010/2012 – geltenden Sterblichkeitsverhältnissen im Durchschnitt noch leben könnten. Eine Periodensterbetafel beinhaltet damit keine Zukunftserwartung zur weiteren Entwicklung der Lebenserwartung. Die mit Hilfe der Sterbetafel berechnete durchschnittliche Lebenserwartung wird in internationalen und zeitlichen Vergleichen als Indikator für den Entwicklungsstand eines Landes verwendet.

Ausführliche methodische Erläuterungen zur Berechnung von Periodensterbetafeln (Sterbetafel 2010/12) und einen Aufsatz zum Thema: "Amtliche Sterbetafeln und Entwicklung der Sterblichkeit" erschienen in Wirtschaft und Statistik 03/2011 finden Sie in den Publikationen
Wenn schon die gerade noch verständliche Rentenformel die meist jährlichen Veränderungen unterworfen ist, einen erfreulich großen Kreis der Betroffenen an die Grenzen ihrer mathematischen Fähigkeiten bringt, würde mein Vorschlag nur noch von einem genügend kleinen Kreis der Betroffenen verstanden. Wer braucht schon Gesetze, Verordnungen usw., die praktisch jeder versteht ? Worin besteht die Aufgabe des von Regierungsänderungen kaum betroffenen Beamtenapparats nach dem der Bundestag nach langen, gern auch heftigen Debatten ein Gesetz endlich beschlossen hat ?

Richtig, der wohl unterrichtete Staatsbürger weiß es : In der Ausstattung des noch "rohen" Gesetzeswerks mit den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen, mit deren Hilfe sich jedes Gesetz in das eigentlich beabsichtigte Gegenteil umgestalten lässt (falls dies nicht schon beim eigentlichen Gesetz so angelegt ist). Es wäre interessant herauszufinden, ob ein durchschnittlicher Parlamentarier, eben noch stolz auf das endgültig in Kraft gesetzte Gesetz, versteht, was "sein Gesetz" nach dem geschilderten Verfahren erstaunliches an Wirkung entfalten kann.

Um unnötige Wallungen zu vermeiden, sollte er / sie das besser unterlassen. Schließlich hat das ihn / ihr auf dem Weg zum Gesetz bereits erhebliche Anstrengungen verursacht. Das höchst Erfreuliche, ganze Gruppen von gut bezahlten Spezialisten werden so privilegiert, Gesetze auszulegen - durchaus vergleichbar mit dem was anderer heiliger Bücher (Bibel - Koran usw.) ihren Anhängern ermöglichen. Warum soll Hinz und Kunz verstehen um was es da womöglich gehen könnte ? Gibt es doch andere wichtige Dinge im Leben wie zum Beispiel den spannenden alljährlichen ESC :thumbup:
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Mai 2016, 15:28

immernoch_ratlos hat geschrieben:(10 May 2016, 15:17)

Nun als neue Rentenformel - weg von der "Rente mit 70" - was viel zu eindeutig ist, hin zu einer möglichst komplexen Berechnungsmethode für die es im folgenden Text von DESTATIS eine ganze Reihe von möglichen Anknüpfungspunkten zu geben scheint :Wenn schon die gerade noch verständliche Rentenformel die meist jährlichen Veränderungen unterworfen ist, einen erfreulich großen Kreis der Betroffenen an die Grenzen ihrer mathematischen Fähigkeiten bringt, würde mein Vorschlag nur noch von einem genügend kleinen Kreis der Betroffenen verstanden. Wer braucht schon Gesetze, Verordnungen usw., die praktisch jeder versteht ? Worin besteht die Aufgabe des von Regierungsänderungen kaum betroffenen Beamtenapparats nach dem der Bundestag nach langen, gern auch heftigen Debatten ein Gesetz endlich beschlossen hat ?

Richtig, der wohl unterrichtete Staatsbürger weiß es : In der Ausstattung des noch "rohen" Gesetzeswerks mit den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen, mit deren Hilfe sich jedes Gesetz in das eigentlich beabsichtigte Gegenteil umgestalten lässt (falls dies nicht schon beim eigentlichen Gesetz so angelegt ist). Es wäre interessant herauszufinden, ob ein durchschnittlicher Parlamentarier, eben noch stolz auf das endgültig in Kraft gesetzte Gesetz, versteht, was "sein Gesetz" nach dem geschilderten Verfahren erstaunliches an Wirkung entfalten kann.

Um unnötige Wallungen zu vermeiden, sollte er / sie das besser unterlassen. Schließlich hat das ihn / ihr auf dem Weg zum Gesetz bereits erhebliche Anstrengungen verursacht. Das höchst Erfreuliche, ganze Gruppen von gut bezahlten Spezialisten werden so privilegiert, Gesetze auszulegen - durchaus vergleichbar mit dem was anderer heiliger Bücher (Bibel - Koran usw.) ihren Anhängern ermöglichen. Warum soll Hinz und Kunz verstehen um was es da womöglich gehen könnte ? Gibt es doch andere wichtige Dinge im Leben wie zum Beispiel den spannenden alljährlichen ESC :thumbup:


Wer versteht es eigentlich NICHT - das längere Lebenszeiten sich logischerweise auch in dem Zeitpunkt widerspiegeln müssen, wann die "Auszahlungen" beginnen? Oder eben in der HÖHE der Auszahlungen

Was ist an dieser doch einfachen Mathematik so "schwer"?
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Di 10. Mai 2016, 16:48

Realist2014 hat geschrieben:(10 May 2016, 15:28)

Wer versteht es eigentlich NICHT - das längere Lebenszeiten sich logischerweise auch in dem Zeitpunkt widerspiegeln müssen, wann die "Auszahlungen" beginnen? Oder eben in der HÖHE der Auszahlungen

Was ist an dieser doch einfachen Mathematik so "schwer"?


Die neueste "mathematische" Variante scheint zu sein, daß jetzt plötzlich für "die Flüchtlinge" Geld verfügbar ist, das man den eigenen notleidenden Leistungsempfängern beharrlich verweigert hatte. Die Logik würde dann folgen, daß der Staat im Notfall die Leistungen nach aktuellem Bedarf kürzt.

Wenn Sozialleistungen 2/3 des Haushalts benötigen, dann ist das Ende der Fahnenstange schon um einige Meter übertroffen. Woher sollen dann noch Mittel für die Gestaltung der Zukunft kommen... Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Schienen, Forschungsinstitute, Hochschulen, Polizei, Gerichtsbarkeit... und und.

Interessanter Hinweis in den Morgennachrichten am vorletzten Sonntag:

Französische Richter konnten ihre Urteile nicht mehr ausdrucken, weil die Staatskasse leer war, und kein Lieferant mehr ohne Geld Papier heraus geben wollte. Auf einen solchen Blödsinn steuern wir auch zu, wenn wir alle Steuermittel lustig verplempern!
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Re: Rente mit 70

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 10. Mai 2016, 18:29

Wenn durch eine bestimmte "Obergrenze" ein klar definierter Anspruch auf die Dauer der Zahlungen entstehen würde, wäre es dann nicht wenigstens logisch, die Zeit und Summe der "Nichtinanspruchnahme" wegen Todes erblich zu gestalten ? Warum wird nicht ein (mehrere) klarer Zeiträume festgelegt, welche auch ohne aufwendige Berechnung Ansprüche festschreiben ? Warum fällt die Wahl auf ein bestimmtes Alter, was nur sehr unzureichend die tatsächlich erarbeiteten Ansprüche abbildet. Klarer Fall, ein mit "Rente AB" 70" wird euphemistisch die damit in allen Fällen verbundene Anspruchsverkürzung getarnt. Standen da 42 Jahre bis zum vollen Rentenanspruch, könnte man das nicht beliebig nach "oben" (auf ein Lebensalter) koWenn durch eine bestimmte "Obergrenze" ein klar definierter Anspruch auf die Dauer der Zahlungen entstehen würde, wäre es dann nicht wenigstens logisch, die Zeit und Summe der "Nichtinanspruchnahme" wegen Todes erblich zu gestalten ?

Warum wird nicht ein (mehrere) klarer Zeiträume festgelegt, welche auch ohne aufwendige Berechnung Ansprüche festschreiben ? Warum fällt die Wahl auf ein bestimmtes Alter, was nur sehr unzureichend die tatsächlich erarbeiteten Ansprüche abbildet. Klarer Fall, ein mit "Rente AB" 70" wird euphemistisch die damit in allen Fällen verbundene Anspruchsverkürzung getarnt. Standen da 42 Jahre bis zum vollen Rentenanspruch, könnte man das nicht beliebig nach "oben" (auf ein Lebensalter) korrigieren. Jeder der einen bestimmten Beruf ausübt wüsste definitiv ob er den Zeitpunkt "in z.B. 42 Jahren" entsprechend seiner eigenen Biografie überhaupt erreichen kann.

Einige Berufe würden da sehr, sehr unattraktiv und kaum jemand der bei Verstand ist, würde den ergreifen wollen. Aber jemanden im xx Jahr zu versprechen, Du bekommst mit 65 die volle Rente und dann die "Latte" auf 70 hochzulegen, hat nun so garnix mit Rechtssicherheit zu tun.

Wer eine Vermögen "anhäuft" verliert den Rest ja bekanntlich (als Erblasser) auch nicht, nur weil er / sie tot ist. Wer allerdings Beiträge einzahlt - zwangsweise - die für jedes Jahr entsprechend der gerade gültigen Kriterien sein zukünftiges Vermögen ausmachen werden, der verliert das alles, weil es leider eben nur Rentenansprüche sind ?

Gerade über "Rentenansprüche" und wie die zustande kommen gäbe es sicher noch einiges zu sagen. Das Meiste das dort beschlossen wurde ist willkürlich und folgt keiner Logik. Das lässt sich schon an der Tatsache nachweisen, seit xxxx gibt es auch eine Witwerrente - etwas , was zuvor und das nur in "abgespeckter Form" der Ehefrau sozusagen erblich zustand. Ein nichtehelicher Lebenspartner geht da leer - aus Logik ???

Das gesamte Konstrukt Rente ist weder gerecht (Stichwort "Beamtenrentner") und immer nur dann nachvollziehbar, wenn man vergangenen Regeln völlig ausklammert, noch logisch.

Da Du ja ein Unternehmer bist, würdest du Dich sicher über soviel Rechtsunsicherheit bei Deinen Angelegenheiten freuen. Jedes Jahr ein neues Gesetz - Bestandsschutz - Pustekuchen....rrigieren. Jeder der einen bestimmten Beruf ausübt wüsste definitiv ob er den entsprechend seiner eigenen Bigrafie

Wer eine Vermögen "anhäuft" verliert den Rest ja bekanntlich (als Erblasser) auch nicht, nur weil er / sie tot ist. Wer allerdings Beiträge einzahlt - zwangsweise - die für jedes Jahr entsprechend der gerade gültigen Kriterien sein zukünftiges Vermögen ausmachen werden, der verliert das alles, weil es leider eben nur Rentenansprüche sind ?

Gerade über "Rentenansprüche" und wie die zustande kommen gäbe es sicher noch einiges zu sagen. Das Meiste das dort beschlossen wurde ist willkürlich und folgt keiner Logik. Das lässt sich schon an der Tatsache nachweisen, seit xxxx gibt es auch eine Witwerrente - etwas , was zuvor und das nur in "abgespeckter Form" der Ehefrau sozusagen erblich zustand. Ein nichtehelicher Lebenspartner geht da leer - aus Logik ???

Das gesamte Konstrukt Rente ist weder gerecht (Stichwort "Beamtenrentner") und immer nur dann nachvollziehbar, wenn man vergangenen Regeln völlig ausklammert, noch logisch.

Da Du ja ein Unternehmer bist, würdest du Dich sicher über soviel Rechtsunsicherheit bei Deinen Angelegenheiten freuen. Jedes Jahr ein neues Gesetz - Bestandsschutz - Pustekuchen....
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Re: Rente mit 70

Beitragvon hallelujah » Di 10. Mai 2016, 18:54

H2O hat geschrieben:(10 May 2016, 16:48)

Die neueste "mathematische" Variante scheint zu sein, daß jetzt plötzlich für "die Flüchtlinge" Geld verfügbar ist, das man den eigenen notleidenden Leistungsempfängern beharrlich verweigert hatte. Die Logik würde dann folgen, daß der Staat im Notfall die Leistungen nach aktuellem Bedarf kürzt.

Wenn Sozialleistungen 2/3 des Haushalts benötigen, dann ist das Ende der Fahnenstange schon um einige Meter übertroffen. Woher sollen dann noch Mittel für die Gestaltung der Zukunft kommen... Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Schienen, Forschungsinstitute, Hochschulen, Polizei, Gerichtsbarkeit... und und.




schau mal bitte hier:
http://offenerhaushalt.de/haushalt/bund/#einzelplan/11/
fällt was auf?

8 Mrd. sind 2016 im Bundesetat vorgesehen, bei einem Haushaltsüberschuss 2015 von 12,1Mrd.
Ich sehe keinen Grund für Kürzungen...
Gäbe es einen Gott, hätte er keine Religionen erschaffen.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon Realist2014 » Di 10. Mai 2016, 19:12

immernoch_ratlos hat geschrieben:(10 May 2016, 18:29)

Wenn durch eine bestimmte "Obergrenze" ein klar definierter Anspruch auf die Dauer der Zahlungen entstehen würde, wäre es dann nicht wenigstens logisch, die Zeit und Summe der "Nichtinanspruchnahme" wegen Todes erblich zu gestalten ? Warum wird nicht ein (mehrere) klarer Zeiträume festgelegt, welche auch ohne aufwendige Berechnung Ansprüche festschreiben ? Warum fällt die Wahl auf ein bestimmtes Alter, was nur sehr unzureichend die tatsächlich erarbeiteten Ansprüche abbildet. Klarer Fall, ein mit "Rente AB" 70" wird euphemistisch die damit in allen Fällen verbundene Anspruchsverkürzung getarnt. Standen da 42 Jahre bis zum vollen Rentenanspruch, könnte man das nicht beliebig nach "oben" (auf ein Lebensalter) koWenn durch eine bestimmte "Obergrenze" ein klar definierter Anspruch auf die Dauer der Zahlungen entstehen würde, wäre es dann nicht wenigstens logisch, die Zeit und Summe der "Nichtinanspruchnahme" wegen Todes erblich zu gestalten ?

Warum wird nicht ein (mehrere) klarer Zeiträume festgelegt, welche auch ohne aufwendige Berechnung Ansprüche festschreiben ? Warum fällt die Wahl auf ein bestimmtes Alter, was nur sehr unzureichend die tatsächlich erarbeiteten Ansprüche abbildet. Klarer Fall, ein mit "Rente AB" 70" wird euphemistisch die damit in allen Fällen verbundene Anspruchsverkürzung getarnt. Standen da 42 Jahre bis zum vollen Rentenanspruch, könnte man das nicht beliebig nach "oben" (auf ein Lebensalter) korrigieren. Jeder der einen bestimmten Beruf ausübt wüsste definitiv ob er den Zeitpunkt "in z.B. 42 Jahren" entsprechend seiner eigenen Biografie überhaupt erreichen kann.

E.


Du machst eine systematischen Denkfehler.

Logischerweise braucht es immer einen Zeitpunkt AB dem die Rente bezahlt wird ( bis zum Tod).

Dieser Zeitpunkt ist auch nur eine Art "Regelfixpunkt" für die Basisberechnung. Hier kann natürlich mehr Flexibilität rein- mit Abschlägen wer FRÜHER Rente bekommt- und Zuschlägen, wer Später in Rente geht.

Wie "lange" man Beiträge bezahlt hat- ist logischerweise völlig irrelevant. Was zählt, sind die BIS zum Rentenbeginn erworbenen Anwartschaften. Völlig losgelöst von der Tätigkeit, die im Laufe des Berufslebens sowieso öfters wechselt.

Was das "Erbe" betrifft- das gibt es logischerweise anteilig an die Witwe(r). Der Rest ist systemimmanentes Risiko. Diejenigen, die früher sterben, finanzieren die Renten der lang lebenden.


ansonsten Augen auf bei der Berufswahl....
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Di 10. Mai 2016, 19:27

hallelujah hat geschrieben:(10 May 2016, 18:54)

schau mal bitte hier:
http://offenerhaushalt.de/haushalt/bund/#einzelplan/11/
fällt was auf?

8 Mrd. sind 2016 im Bundesetat vorgesehen, bei einem Haushaltsüberschuss 2015 von 12,1Mrd.
Ich sehe keinen Grund für Kürzungen...


Nix da! Unser Land hat 2 * 10¹² € Schulden angehäuft, plus Verpflichtungen durch die Eurokrise. Diese Schulden kritisiere ich nicht, denn da hatten wir die Wiedervereinigung, und auch der Euro ist für unsere Wirtschaft ein Segen. Von den Gewinnen unserer Wirtschaft leben wir.

Aber wollen wir diesen Berg Schulden auf ewig stehen lassen? Und dann als Volk zur Kasse gebeten werden, wenn es uns aus nicht vorhersehbaren Gründen überhaupt nicht paßt? Niemand "verfrißt" ungestraft seine Zukunft. Die griechische Finanzlage sollte uns Warnung genug sein. Hier geht es um unsere Freiheit und Entscheidungsfähigkeit. Was können unsere griechischen Partner jetzt noch entscheiden, wenn diese Entscheidung den Gläubigern gegen den Strich geht?
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Re: Rente mit 70

Beitragvon hallelujah » Di 10. Mai 2016, 19:33

???
D hat doch einen soliden Haushaltsplan
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Di 10. Mai 2016, 19:44

hallelujah hat geschrieben:(10 May 2016, 19:33)

???
D hat doch einen soliden Haushaltsplan


Haben Sie den vorangehenden Teil der Rentendiskussion nicht gelesen? Wir rennen sehenden Auges in eine Versorgungskrise. Wir verfressen heute, was morgen zur Gestaltung der Altersversorgung dringend benötigt wird! Solider Haushaltsplan?
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Re: Rente mit 70

Beitragvon hallelujah » Di 10. Mai 2016, 19:56

H2O hat geschrieben:(10 May 2016, 19:44)

Haben Sie den vorangehenden Teil der Rentendiskussion nicht gelesen? Wir rennen sehenden Auges in eine Versorgungskrise. Wir verfressen heute, was morgen zur Gestaltung der Altersversorgung dringend benötigt wird! Solider Haushaltsplan?



ich betrachte die Sache emotionslos, tut mir leid...

2500 Euro Brutto -> ca. 210,-€ Rentebeitrag + Arbeitgeberanteil 210,-€
kannst dir selbst ausrechnen, wie weit man damit kommt bei einer durchschn. Rentenbezugsdauer über 20 Jahren...
Die Entwicklung Verhältnis Beitragszahler zu Rentnern sollte ebenfalls bekannt sein.

Also, was schlägst du vor?
206 Mrd. Euro Beitragseinnahmen im Jahr 2015 plus Bundeszuschüsse
du willst mir nun nicht ernsthaft erklären, schmeissen wir die Flüchtlinge wieder raus und die Renten sind sicher???
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Di 10. Mai 2016, 20:28

hallelujah hat geschrieben:(10 May 2016, 19:56)

ich betrachte die Sache emotionslos, tut mir leid...

2500 Euro Brutto -> ca. 210,-€ Rentebeitrag + Arbeitgeberanteil 210,-€
kannst dir selbst ausrechnen, wie weit man damit kommt bei einer durchschn. Rentenbezugsdauer über 20 Jahren...


Vernünftiger wäre es aber, diese Dinge so zu sehen wie sie sein werden:

Die heutigen Einzahlungen dienen dem Erwerb von Rentenanwartschaften. Diese Mittel werden jetzt sofort verbraucht für die derzeitige Rentnergeneration. Meine Kinder und Enkel werden von künftigen Erwerbstätigen mit Renten versorgt. Was Sie heute einzahlen, das ist futsch. Ihre Anwartschaft bleibt, aber die ist mit einem Demographiefaktor versehen, wobei Ihre Erstrente in 2030 mit ungefähr 43% des letzten Nettoeinkommens eines "Eckrentners" angesetzt wird. Denn dann wird es etwa 2 Leistungsempfänger je Erwerbsperson geben. Was das dann heißt, wenn ein Mensch in bescheidenen Verhältnissen lebenslang brav seine Arbeit getan hat, das läßt mich frösteln. Betrifft mich nicht, aber ich sehe das Theater schon im Anzug!

Ist Ihnen diese Diskussion um Altersarmut denn völlig entgangen? Und die weltfremde Erwartung, daß Leute Ihre Altersversorgung privat ansparen sollen? Das geht in mindestens der Hälfte der
Betroffenen in die Hose! Die machen es nämlich wie Sie das für den Bundeshaushalt sehen, und verbrauchen ihre Einkünfte heute. Da muß der Staat fürsorglichen Zwang ausüben und die RV umstellen.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon hallelujah » Di 10. Mai 2016, 20:42

H2O hat geschrieben:(10 May 2016, 20:28)

Vernünftiger wäre es aber, diese Dinge so zu sehen wie sie sein werden:

Die heutigen Einzahlungen dienen dem Erwerb von Rentenanwartschaften. Diese Mittel werden jetzt sofort verbraucht für die derzeitige Rentnergeneration. Meine Kinder und Enkel werden von künftigen Erwerbstätigen mit Renten versorgt. Was Sie heute einzahlen, das ist futsch. Ihre Anwartschaft bleibt, aber die ist mit einem Demographiefaktor versehen, wobei Ihre Erstrente in 2030 mit ungefähr 43% des letzten Nettoeinkommens eines "Eckrentners" angesetzt wird. Denn dann wird es etwa 2 Leistungsempfänger je Erwerbsperson geben. Was das dann heißt, wenn ein Mensch in bescheidenen Verhältnissen lebenslang brav seine Arbeit getan hat, das läßt mich frösteln. Betrifft mich nicht, aber ich sehe das Theater schon im Anzug!

Ist Ihnen diese Diskussion um Altersarmut denn völlig entgangen? Und die weltfremde Erwartung, daß Leute Ihre Altersversorgung privat ansparen sollen? Das geht in mindestens der Hälfte der
Betroffenen in die Hose! Die machen es nämlich wie Sie das für den Bundeshaushalt sehen, und verbrauchen ihre Einkünfte heute. Da muß der Staat fürsorglichen Zwang ausüben und die RV umstellen.



ist mir jetzt nicht neu...
Wie willst du die RV umstellen? Auf zwangsweise private Vorsorge?
gehen wir mal von den bescheidenen Verhältnissen aus, wären 2000 Euro Brutto als Beispiel bescheiden genug? das sind etwa 187,-€ Rentenbeitrag, wieder plus Arbeitgeberanteil.
Kannst du mir mal bitte vorrechnen, was damit als auskömmliche Rente rauskommen soll?

Wenn Du umstellst, was machst du mit den heutigen Rentnern?? 206 Mrd aus dem Bundeshaushalt nehmen??
Gäbe es einen Gott, hätte er keine Religionen erschaffen.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Di 10. Mai 2016, 20:51

hallelujah hat geschrieben:(10 May 2016, 20:42)

ist mir jetzt nicht neu...
Wie willst du die RV umstellen? Auf zwangsweise private Vorsorge?
gehen wir mal von den bescheidenen Verhältnissen aus, wären 2000 Euro Brutto als Beispiel bescheiden genug? das sind etwa 187,-€ Rentenbeitrag, wieder plus Arbeitgeberanteil.
Kannst du mir mal bitte vorrechnen, was damit als auskömmliche Rente rauskommen soll?

Wenn Du umstellst, was machst du mit den heutigen Rentnern?? 206 Mrd aus dem Bundeshaushalt nehmen??


Ihre Fragen hatte ich in etlichen Beiträgen zuvor angerissen, auch Lösungsmöglichkeiten, die mir gerade dazu einfielen. Ich möchte Sie bitten, sich dort ein zu lesen. Danach können wir versuchen, ob uns nicht noch bessere Lösungsideen zufallen. Eins muß klar sein: Ein Rentenfuchs bin ich nun wirklich nicht!
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Re: Rente mit 70

Beitragvon jorikke » Di 10. Mai 2016, 20:55

H2O hat geschrieben:(10 May 2016, 20:28)

Vernünftiger wäre es aber, diese Dinge so zu sehen wie sie sein werden:

Die heutigen Einzahlungen dienen dem Erwerb von Rentenanwartschaften. Diese Mittel werden jetzt sofort verbraucht für die derzeitige Rentnergeneration. Meine Kinder und Enkel werden von künftigen Erwerbstätigen mit Renten versorgt. Was Sie heute einzahlen, das ist futsch. Ihre Anwartschaft bleibt, aber die ist mit einem Demographiefaktor versehen, wobei Ihre Erstrente in 2030 mit ungefähr 43% des letzten Nettoeinkommens eines "Eckrentners" angesetzt wird. Denn dann wird es etwa 2 Leistungsempfänger je Erwerbsperson geben. Was das dann heißt, wenn ein Mensch in bescheidenen Verhältnissen lebenslang brav seine Arbeit getan hat, das läßt mich frösteln. Betrifft mich nicht, aber ich sehe das Theater schon im Anzug!

Ist Ihnen diese Diskussion um Altersarmut denn völlig entgangen? Und die weltfremde Erwartung, daß Leute Ihre Altersversorgung privat ansparen sollen? Das geht in mindestens der Hälfte der
Betroffenen in die Hose! Die machen es nämlich wie Sie das für den Bundeshaushalt sehen, und verbrauchen ihre Einkünfte heute. Da muß der Staat fürsorglichen Zwang ausüben und die RV umstellen.


Lieber alter Freund,
wenn sie schreiben, in 14 Jahren (2030) kommen auf eine Erwerbsperson zwei Leistungsempfänger, dann ist das doch sehr wunderlich.
Für einen Mann ihrer Lebenserfahrung muss es doch recht peinlich sein, ganz einfache, überall nachlesbare Dinge so eklatant zu verwechseln.
Erst in zwanzig Jahren wird sich das Verhältnis auf 2:1 verändert haben. Allerdings genau umgekehrt wie von ihnen beschrieben.
Immerhin noch zwei Erwerbspersonen müssen dann einen Rentner finanzieren.
Auch das wird Probleme mit sich bringen, allerdings vergleichsweise geringere wie in ihrem Horrorszenario beschrieben.
Machen sie sich ein wenig Optimismus zu eigen, das klärt den Blick.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon hallelujah » Di 10. Mai 2016, 21:07

H2O hat geschrieben:(10 May 2016, 20:51)

Ihre Fragen hatte ich in etlichen Beiträgen zuvor angerissen, auch Lösungsmöglichkeiten, die mir gerade dazu einfielen. Ich möchte Sie bitten, sich dort ein zu lesen. Danach können wir versuchen, ob uns nicht noch bessere Lösungsideen zufallen. Eins muß klar sein: Ein Rentenfuchs bin ich nun wirklich nicht!




Verstehe ich richtig, daß die Rentenkasse in Wirtschaftsunternehmen investieren soll?
womit?
Wieviel soll die Rentenkasse investieren? Welchen Gewinn erwartest Du? Wieviel Gewinn ist nötig?

Versteh mich bitte nicht falsch und es ist wirklich nicht persönlich gemeint. In solchen Diskussionsforen ist es aber immer so, daß jeder meint, er hätte die ultimative Lösung parat und die Doofköppe aus der Politik hätten noch nie über Alternativen nachgedacht.
Ich bin mir sicher, die haben das. Aber vermutlich haben die ihre Ideen schon mal durchrechnen lassen...
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Re: Rente mit 70

Beitragvon von Grimm » Di 10. Mai 2016, 21:08

Also, konkret, jetzt ist es so, dass im Normalfall zwei für ein Kind, oder Kinder, also Eltern, zuständig sind.
Dafür gibt es Kindergeld. :rolleyes:
Wenn sich diese Kinder dafür entscheiden, ihren Eltern, so sie alt werden, die Existenz abzusprechen, dann kannste den Laden "Gesellschaft" einfach ins Klo reiern.
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Re: Rente mit 70

Beitragvon H2O » Di 10. Mai 2016, 21:30

jorikke hat geschrieben:(10 May 2016, 20:55)

Lieber alter Freund,
wenn sie schreiben, in 14 Jahren (2030) kommen auf eine Erwerbsperson zwei Leistungsempfänger, dann ist das doch sehr wunderlich.
Für einen Mann ihrer Lebenserfahrung muss es doch recht peinlich sein, ganz einfache, überall nachlesbare Dinge so eklatant zu verwechseln.
Erst in zwanzig Jahren wird sich das Verhältnis auf 2:1 verändert haben. Allerdings genau umgekehrt wie von ihnen beschrieben.
Immerhin noch zwei Erwerbspersonen müssen dann einen Rentner finanzieren.
Auch das wird Probleme mit sich bringen, allerdings vergleichsweise geringere wie in ihrem Horrorszenario beschrieben.
Machen sie sich ein wenig Optimismus zu eigen, das klärt den Blick.


Ihr Hochmut ist überhaupt nicht gerechtfertigt! Die Horrorzahlen kann sich jedermann ausrechnen. 43% vom letzten netto für einen "Eckrentner" verheißen für Erwerbstätige mit kleinen Einkommen wahrlich nichts Gutes. Da bleibe ich lieber bei meinem "Horrorgemälde"!

Ihre Zahlen können Sie gegen wiki prüfen: https://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_Deutschlands

Erwerbsfähig heißt nicht unbedingt erwerbstätig, und Kinder unter 20 wird es hoffentlich dann auch noch geben. Ich warne davor, diese Vorschau auf die leichte Schulter zu nehmen!

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