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Re: Rente mit 70

Verfasst: Do 2. Nov 2017, 19:39
von Fazer
jorikke hat geschrieben:(02 Nov 2017, 18:26)

Mit der Durchschnittsrente von etwa 1200,- gerechnet bekommt ein Rentner bei einer Bezugsdauer von 10 Jahren 144.000,- €
Da sich die Bezugsdauer inzwischen auf 20 Jahre erhöht hat sind es heute 288.000,-€ also das Doppelte.
Mein Vorschlag war eine Anregung wie etwa ein kleiner Beitrag aussehen könnte, die Renten weiterhin zahlen zu können.
Weiter nichts.
P.S.
Wenn die insgesamt ausgezahlte Rentensumme sich infolge der längeren Bezugsdauer quasi verdoppelt hat, ist es ganz schön verwegen von einer Rentenkürzung zu sprechen.


So ist es. In den 50er Jahren war die Bezugsdauer im Schnitt sogar noch kürzer als 10 Jahre. Diese simple mathematische Gleichung ignorieren diejenigen, die meinen, man könne einfach mit dem alten System weitermachen. Weniger die einzahlen, dafür längere Auszahlung - das Defizit springt einem ins Auge. Und da kann man an sich nur an ein paar Stellschrauben drehen: Renteneintrittsalter (und damit Bezugsdauer), Rentenhöhe, und Rentenbeitrag der Arbeitnehmer. Sinnvoll ist es, die Belastung über alle STellschrauben zu verteilen - das wurde durch die Rente mit 67 erreicht. Das zurückzudrehen ist schlichte Wählerbestechung auf Seiten der SPD.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Do 2. Nov 2017, 23:42
von Boracay
Fazer hat geschrieben:(02 Nov 2017, 19:39)
Das zurückzudrehen ist schlichte Wählerbestechung auf Seiten der SPD.


Das ist keine Wählerbestechung, das ist ein Verbrechen.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 08:02
von H2O
Fazer hat geschrieben:(02 Nov 2017, 19:39)

So ist es. In den 50er Jahren war die Bezugsdauer im Schnitt sogar noch kürzer als 10 Jahre. Diese simple mathematische Gleichung ignorieren diejenigen, die meinen, man könne einfach mit dem alten System weitermachen. Weniger die einzahlen, dafür längere Auszahlung - das Defizit springt einem ins Auge. Und da kann man an sich nur an ein paar Stellschrauben drehen: Renteneintrittsalter (und damit Bezugsdauer), Rentenhöhe, und Rentenbeitrag der Arbeitnehmer. Sinnvoll ist es, die Belastung über alle STellschrauben zu verteilen - das wurde durch die Rente mit 67 erreicht. Das zurückzudrehen ist schlichte Wählerbestechung auf Seiten der SPD.


Diese neue Festlegung auf ein Lebensalter geht doch an der Natur der Menschen vorbei. Der eine ist mit 50 schon vergreist, der andere mit 80 noch geistig fit. Da müßte aus meiner Sicht die Versorgung der Alten ansetzen. Wer will und auch noch kann, der soll arbeiten dürfen bis zu seinem Ableben, und wer nicht mehr kann, der soll versorgt werden. Die gesellschaftliche Aufgabe besteht darin, altersgerechte Beschäftigung zu ermöglichen, so auch durch das sogenannte "lebenslange Lernen".

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 08:48
von jorikke
H2O hat geschrieben:(03 Nov 2017, 08:02)

Diese neue Festlegung auf ein Lebensalter geht doch an der Natur der Menschen vorbei. Der eine ist mit 50 schon vergreist, der andere mit 80 noch geistig fit. Da müßte aus meiner Sicht die Versorgung der Alten ansetzen. Wer will und auch noch kann, der soll arbeiten dürfen bis zu seinem Ableben, und wer nicht mehr kann, der soll versorgt werden. Die gesellschaftliche Aufgabe besteht darin, altersgerechte Beschäftigung zu ermöglichen, so auch durch das sogenannte "lebenslange Lernen".


Ich sehe es ähnlich. Allerdings ist es wohl kaum möglich eine allumfassende Regelung zu treffen. Deshalb benötigt man ein tragfähiges, grundsätzliches Konstrukt. Dazu gehören dann individuelle Ausnahmen wie, einerseits "lebenslanges" Arbeiten, wie andererseits auch vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben bei auskömmlicher Versorgung. Vorzeitiges Ausscheiden müsste von einer neutralen Schiedsstelle begutachtet werden. Im allgemeinen wohl ein ärztliches Gutachten.
Persönlich freue ich mich auch jetzt, mit 75, noch angestellt zu sein. Erst in der letzten Woche musste ich mich einer eingehenden Befragung über die Firma, von der Firma, unterziehen. Im weitesten Sinne etwa nach der persönlichen Zufriedenheit.
In der Woche davor war ein "Eignungstest" dran, der jährlich, bei Allen, wiederholt wird.
Noch bevor steht mir eine persönliche Beurteilung durch meinen Vorgesetzten.
Der wir ausgehen wie alljährlich. (Ist so abgesprochen)
Von den sechs Beurteilungen auf mehreren Gebieten werde ich jeweils die mittlere Note "befriedigend" erhalten.
Ist anders nicht möglich, bei einer besseren Beurteilung müsste man mich zur Beförderung vorschlagen.
...und da sei Gott vor.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 08:56
von Dampflok94
Fazer hat geschrieben:(02 Nov 2017, 19:39)
So ist Das zurückzudrehen ist schlichte Wählerbestechung auf Seiten der SPD.

Na und? Fast alles was Parteien tun oder fordern geschieht doch in der Hoffnung, daß der Wähler das goutiert. Das einer Partei vorzuwerfen ist schon ziemlich ballaballa.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 12:37
von Alpha Centauri
H2O hat geschrieben:(03 Nov 2017, 08:02)

Diese neue Festlegung auf ein Lebensalter geht doch an der Natur der Menschen vorbei. Der eine ist mit 50 schon vergreist, der andere mit 80 noch geistig fit. Da müßte aus meiner Sicht die Versorgung der Alten ansetzen. Wer will und auch noch kann, der soll arbeiten dürfen bis zu seinem Ableben, und wer nicht mehr kann, der soll versorgt werden. Die gesellschaftliche Aufgabe besteht darin, altersgerechte Beschäftigung zu ermöglichen, so auch durch das sogenannte "lebenslange Lernen".


Ja dieses starre Festlegung auf ein bestimmtes Alter und die damit einhergehende Gleichmacherei widerspricht der Natur und Individualität eines jeden einzelnen Menschen oder viel mehr sie wird gar nicht erst als beachtenswert angesehen,

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 14:48
von Realist2014
Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Nov 2017, 12:37)

Ja dieses starre Festlegung auf ein bestimmtes Alter und die damit einhergehende Gleichmacherei widerspricht der Natur und Individualität eines jeden einzelnen Menschen oder viel mehr sie wird gar nicht erst als beachtenswert angesehen,


das ist ja nur eine "Kalkulationsgröße"

jeder kann mit Abschlägen ja auch früher in Rente gehen.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 15:26
von frems
Boracay hat geschrieben:(02 Nov 2017, 23:42)

Das ist keine Wählerbestechung, das ist ein Verbrechen.

Das ist der Knebel-, pardon, Generationenvertrag so oder so, egal ob mit 63 oder 70.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 16:03
von unity in diversity
frems hat geschrieben:(03 Nov 2017, 15:26)

Das ist der Knebel-, pardon, Generationenvertrag so oder so, egal ob mit 63 oder 70.

Die Inhaber von prekären Bullshitjobs, werden tatsächlich 20-30 Jahre länger arbeiten müssen, um akzeptable Rentenanwartschaften zu erwerben.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 16:10
von H2O
frems hat geschrieben:(03 Nov 2017, 15:26)

Das ist der Knebel-, pardon, Generationenvertrag so oder so, egal ob mit 63 oder 70.


Dieses Konzept habe ich auf einem Gedenkstein im Römer und Pelizaeus Museum gelesen... also mindestens 5 Jahrtausende alt. Da beschrieb eine Mutter die Hoffnungen, die sie in ihre Kinder setzte. Hoffen wir, daß diese Hoffnungen sich erfüllt haben... meist tun sie das ja auch.

Dennoch fände ich es im Zeitalter der Geburtenkontrolle und der damit schrumpfenden Versorgungsbasis sinnvoll, wenn man die notwendige Versorgung der Alten auf "notwendig" einrichten würde. Dafür muß man sicher etwas tun, etwa gründlich nachdenken, damit das neue Konzept aufgeht.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 16:13
von Realist2014
unity in diversity hat geschrieben:(03 Nov 2017, 16:03)

Die Inhaber von prekären Bullshitjobs, werden tatsächlich 20-30 Jahre länger arbeiten müssen, um akzeptable Rentenanwartschaften zu erwerben.


nein

dafür gibt es ja die "Bullshit-Job-Grundsicherung-im-Alter"... :x

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:18
von Orwellhatterecht
unity in diversity hat geschrieben:(03 Nov 2017, 16:03)

Die Inhaber von prekären Bullshitjobs, werden tatsächlich 20-30 Jahre länger arbeiten müssen, um akzeptable Rentenanwartschaften zu erwerben.




Und wie soll das gehen, wie stellst Du Dir das vor?

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/a ... 05632.html

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:27
von Bielefeld09
Realist2014 hat geschrieben:(03 Nov 2017, 16:13)

nein

dafür gibt es ja die "Bullshit-Job-Grundsicherung-im-Alter"... :x

Und das schreibst du?
Sogar Recht hast du.
Aber es muss einen Unterschied geben,
die geleistet haben und denen die schon immer Leistungsempfänger sind.
Leistung soll sich doch lohnen.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:33
von Realist2014
Bielefeld09 hat geschrieben:(03 Nov 2017, 17:27)

Und das schreibst du?
Sogar Recht hast du.
Aber es muss einen Unterschied geben,
die geleistet haben und denen die schon immer Leistungsempfänger sind.
Leistung soll sich doch lohnen.


dann manch mal einen Vorschlag, wie das funktionieren soll

immer unter der Prämisse des Äquivalenzprinzips in der RV

und dem Sachverhalt, dass die "Grundsicherung im Alter" eine Bandbreite von über 400 Euro hat...

dann lag mal los mit deiner Systembeschreibung

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:36
von unity in diversity
Realist2014 hat geschrieben:(03 Nov 2017, 16:13)

nein

dafür gibt es ja die "Bullshit-Job-Grundsicherung-im-Alter"... :x

Die wird nicht halten.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:37
von Realist2014
unity in diversity hat geschrieben:(03 Nov 2017, 17:36)

Die wird nicht halten.



die wird ganz sicher halten

ist ja die in der Verfassung vorgeschriebene Existenzsicherung... ( wie ALG II und die Sozialhilfe)

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:42
von unity in diversity
Realist2014 hat geschrieben:(03 Nov 2017, 17:37)

die wird ganz sicher halten

ist ja die in der Verfassung vorgeschriebene Existenzsicherung... ( wie ALG II und die Sozialhilfe)

Womit?
Wenn die durchschnittliche Landesarbeitsproduktivität fällt, sinkt der Verteilungsspielraum.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:43
von frems
H2O hat geschrieben:(03 Nov 2017, 16:10)

Dieses Konzept habe ich auf einem Gedenkstein im Römer und Pelizaeus Museum gelesen... also mindestens 5 Jahrtausende alt. Da beschrieb eine Mutter die Hoffnungen, die sie in ihre Kinder setzte. Hoffen wir, daß diese Hoffnungen sich erfüllt haben... meist tun sie das ja auch.

Dennoch fände ich es im Zeitalter der Geburtenkontrolle und der damit schrumpfenden Versorgungsbasis sinnvoll, wenn man die notwendige Versorgung der Alten auf "notwendig" einrichten würde. Dafür muß man sicher etwas tun, etwa gründlich nachdenken, damit das neue Konzept aufgeht.

Naja, nur weil man frühere Generationen auch knebelte, heißt das ja nicht, wir müssten daran festhalten. Sonst hätten wir noch die Sklaverei und Hexenverbrennung. Darauf kann ich verzichten und die Menschen müssen sich nur daran gewöhnen, wenn stattdessen das öffentliche Rentensystem auf dem Scheiterhaufen der Geschichte landet. Es passt einfach nicht in ein aufgeklärtes 21. Jahrhundert. Übergangslösungen sind natürlich ein denkbarer Kompromiss, z.B. die schrittweise Bekämpfung des Dämons.

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:48
von Bielefeld09
frems hat geschrieben:(03 Nov 2017, 17:43)

Naja, nur weil man frühere Generationen auch knebelte, heißt das ja nicht, wir müssten daran festhalten. Sonst hätten wir noch die Sklaverei und Hexenverbrennung. Darauf kann ich verzichten und die Menschen müssen sich nur daran gewöhnen, wenn stattdessen das öffentliche Rentensystem auf dem Scheiterhaufen der Geschichte landet. Es passt einfach nicht in ein aufgeklärtes 21. Jahrhundert. Übergangslösungen sind natürlich ein denkbarer Kompromiss, z.B. die schrittweise Bekämpfung des Dämons.

Nun denn, was sind denn genehme Übergangslösungen?
Neue Modelle müssen her.
Du voran!

Re: Rente mit 70

Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 17:49
von Realist2014
unity in diversity hat geschrieben:(03 Nov 2017, 17:42)

Womit?
Wenn die durchschnittliche Landesarbeitsproduktivität fällt, sinkt der Verteilungsspielraum.



Existenzsicherung gehört nicht zum "Verteilungsspielraum"...