Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
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Helmuth_123
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon Helmuth_123 » Do 30. Jul 2015, 15:40

Wie teuer ist es denn den ländlichen Raum zu erhalten bzw. wie viel kosten die Einzelposten?
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon HugoBettauer » Fr 31. Jul 2015, 16:51

Helmuth_123 » Do 30. Jul 2015, 14:40 hat geschrieben:Wie teuer ist es denn den ländlichen Raum zu erhalten bzw. wie viel kosten die Einzelposten?

Das kommt darauf an,

* Welche zentralen Netze du bereitstellen willst und welche Themen du zu Privatproblemen der Bewohner machst
* Ob es sich auf direkter Linie zwischen zwei Zentren befindet
* Wie kriminell die Landeier sind
* Ob man insgesamt wichtige Einrichtungen kostensparend aufs Land auslagern kann.

Denk mal an Kläranlagen, Straßen, Stromversorgung, Polizei, Knast.

Warum sollte ein großer Knast in der City von Hamburg sein, wenn du ihn in Brandenburg errichten kannst?
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frems
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Di 4. Aug 2015, 21:48

Im Osten bleiben nur die Städte übrig

Die Bevölkerung in Ostdeutschland schrumpft schneller als die im Westen - und sie wird immer älter. Manche Regionen entvölkern sich sogar. Um die Probleme abzufedern, sehen Forscher nur einen Ausweg.

http://www.welt.de/wirtschaft/article14 ... ebrig.html

Naja, ganz korrekt ist die Überschrift ja nicht, da es auch große Teile Westdeutschlands betrifft; zumindest der Grafik nach, die auch einen starken Rückgang von Nordsee bis zur Pfalz prognostiziert.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 4. Aug 2015, 21:53

Prognosen sind immer schwierig.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Di 4. Aug 2015, 22:03

Raumplanung ohne Annahmen und Wahrscheinlichkeiten auch.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 4. Aug 2015, 22:55

frems » Di 4. Aug 2015, 21:03 hat geschrieben:Raumplanung ohne Annahmen und Wahrscheinlichkeiten auch.

Statt dem Markt zu überlassen, was passiert, werden im Wechsel Abrissförderprogramme und Wohnbauförderprogramme aufgelegt. Der Osten ist vollgestopft mit falsch dimensionierten Kläranlagen, Spaßbädern und Güterverkehrszentren, alles auf Raubbasis finanziert und am Leben erhalten, während man uns in Bayern abenteuerliche Infrastrukturen hinplant, die wir weder wollen noch brauchen.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Di 4. Aug 2015, 22:59

SoleSurvivor » Di 4. Aug 2015, 22:55 hat geschrieben:Statt dem Markt zu überlassen, was passiert, werden im Wechsel Abrissförderprogramme und Wohnbauförderprogramme aufgelegt. Der Osten ist vollgestopft mit falsch dimensionierten Kläranlagen, Spaßbädern und Güterverkehrszentren, alles auf Raubbasis finanziert und am Leben erhalten, während man uns in Bayern abenteuerliche Infrastrukturen hinplant, die wir weder wollen noch brauchen.

Das hat man bei der Einführung der Kanalisation in vielen Städten auch gesagt. Die Leute sollten Steuern zahlen, damit etwas gebaut wird, was ihnen weitere Einnahmen (Kacke verkaufen) nimmt. War für den kleinen Mann nicht nachvollziehbar. Da wird man das Grundgesetz wohl bald abschaffen müssen.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 4. Aug 2015, 23:09

frems » Di 4. Aug 2015, 21:59 hat geschrieben:Das hat man bei der Einführung der Kanalisation in vielen Städten auch gesagt. Die Leute sollten Steuern zahlen, damit etwas gebaut wird, was ihnen weitere Einnahmen (Kacke verkaufen) nimmt. War für den kleinen Mann nicht nachvollziehbar. Da wird man das Grundgesetz wohl bald abschaffen müssen.

Das allein wird wohl nicht viel helfen, wenn man nicht auch den Staat abschafft. Sonst kommt nur irgendeine andere Verfassung an seine Stelle, das nützt nichts.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Di 4. Aug 2015, 23:16

SoleSurvivor » Di 4. Aug 2015, 23:09 hat geschrieben:Das allein wird wohl nicht viel helfen, wenn man nicht auch den Staat abschafft. Sonst kommt nur irgendeine andere Verfassung an seine Stelle, das nützt nichts.

Schafft man den Staat ab, bilden sich ggf. auch staatsähnliche Strukturen (Elenor Ostrom läßt grüßen) und der Spaß geht von vorne los. Da brauchst Du eine Ersatzreligion zum Etatismus.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon Teeernte » Di 4. Aug 2015, 23:17

frems » So 26. Jul 2015, 18:03 hat geschrieben:
Dann biete denen mal Deine Beratung ein, damit sie Unmengen an Geld einsparen können. Lassen die sich bestimmt gut vergüten.



Nur nebenbei: Siemens zählt bereits zu meinen Kunden.....

Hast Du schon überrechnet wieviel Infrastruktur du "aufgeben" möchtest ? Als Planer weisst Du so gut wie ich - dass sich NETZE nicht mehr lohnen - wenn eine gewisse Anzahl "Konsumenten" unterschritten werden. Wasser, Abwasser, Strom, Strassen, Bahntrassen, Telekommunikation...bis hin zu Schulen, Öffentlichen Einrichtungen......

Fallen einzelne Systeme weg - wird sich die Region nicht "halten" lassen.

Der Bergbauer hat im Gegensatz zum Flachlandbauern nur den halben Ertrag. Bewirtschaftet man die Bergregion nicht mehr - kann man diese Region nach der "Saison" dicht machen. .....ein paar Jahre Später werden sich auch einzelne Hotels da nicht mehr halten.

Die Instandhaltung lohnt dort dann nicht mehr - das VORHALTEN von Infrastruktur .....>> Angefangen von Handwerkern.....bis hin zu grösseren Abwasseranlagen. Danach fällt die Staatliche Infrastruktur - wie Feuerwehr, Polizei, ....auch das Gesundheitswesen. Strassen und Bahnstrecken werden "aufgegeben"... Banken werden für Neubauten keine Kredite geben...


Ergebnis als Beispiel :
Im Norden Kaliforniens breiten sich die Waldbrände weiter aus. An mehr als 20 Stellen kämpfen Tausende Feuerwehrleute und Soldaten der Nationalgarde gegen die Flammen.
....keiner "Bewirtschaftet" die Fläche mehr....

...durch die weiten Anfahrtswege wird die Landwirtschaft ineffektiv - und wird die Aufgabe von Flächen weiter beschleunigen.

In der Stadt lassen sich die Strassen (Ver- und Entsorgung) aber nicht einfach "verbreitern" - oder eine Bahnlinie mitten durch die Häuser ziehen.

Durch die Stadtflucht steigen die Mieten - soziale Ungleichheit wächst. Die Eigenversorgung fällt auf nahe Null.

Bereits kleine "Mängel" in Städten können sehr grosse Wirkung haben.

Wenn Du Dir das wünscht ? - dann weiter auf dem Kurs der Hauptaufgabe : ...die Einheit von Wirtschafts - und Sozialpolitik. (Hohe Gewinne ->> die Bevölkerung billig auf kleinstem Raum.) :D :D :D

....das die Polizei in HH bereits teurer ist als die von Mc Pomm liegt bestimmt an Eurer Ponnyzucht und am Spielmannszug...
Zuletzt geändert von Teeernte am Di 4. Aug 2015, 23:19, insgesamt 1-mal geändert.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Di 4. Aug 2015, 23:29

Teeernte » Di 4. Aug 2015, 23:17 hat geschrieben:Nur nebenbei: Siemens zählt bereits zu meinen Kunden.....

Scheinbar nicht für Unternehmensberatung.

Hast Du schon überrechnet wieviel Infrastruktur du "aufgeben" möchtest ? Als Planer weisst Du so gut wie ich - dass sich NETZE nicht mehr lohnen - wenn eine gewisse Anzahl "Konsumenten" unterschritten werden. Wasser, Abwasser, Strom, Strassen, Bahntrassen, Telekommunikation...bis hin zu Schulen, Öffentlichen Einrichtungen......

Wir zwei Hübschen sind Planer? Schau an. Ich möchte gar nichts aufgeben. Der Kram gibt sich von selbst auf, wenn man ihn nicht mehr braucht.

Fallen einzelne Systeme weg - wird sich die Region nicht "halten" lassen.

Stört mich doch nicht, im Gegenteil.


Ergebnis als Beispiel :
....keiner "Bewirtschaftet" die Fläche mehr....

Ist heutzutage ja auch irrelevant, da die Wirtschaft eine andere ist als vor 150 Jahren. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

...durch die weiten Anfahrtswege wird die Landwirtschaft ineffektiv - und wird die Aufgabe von Flächen weiter beschleunigen.

In der Stadt lassen sich die Strassen (Ver- und Entsorgung) aber nicht einfach "verbreitern" - oder eine Bahnlinie mitten durch die Häuser ziehen.

Sicher. Autospur weg, Tram-Trasse hin, mehr Effizienz auf kleinem Raum. Und zur Not geht's unter die Erde, was meine persönliche Lieblingsvariante ist, da man Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer nicht stört. Physische Trennungen von Verkehrssystemen sind eine geschmeidige Lösung.

Durch die Stadtflucht steigen die Mieten - soziale Ungleichheit wächst. Die Eigenversorgung fällt auf nahe Null.

Bereits kleine "Mängel" in Städten können sehr grosse Wirkung haben.

Städte sind für alle sozialen Schichten offen. Und es ist nicht schlimm, wenn in einem Stadtteil Menschen nur 20k im Jahr im Schnitt verdienen und im anderen 120k. Die kämpfen eh nicht um das selbe Segment auf dem Immobilienmarkt. Eine sinkende Bevölkerung kann sich auch keinen günstigen ÖPNV leisten oder den sozialen Wohnungsbau fördern. Das sieht man ja gerade in allen schrumpfenden Regionen in Deutschland.

Wenn Du Dir das wünscht ? - dann weiter auf dem Kurs der Hauptaufgabe : ...die Einheit von Wirtschafts - und Sozialpolitik. (Hohe Gewinne ->> die Bevölkerung billig auf kleinstem Raum.) :D :D :D

....das die Polizei in HH bereits teurer ist als die von Mc Pomm liegt bestimmt an Eurer Ponnyzucht und am Spielmannszug...

Sicher. Ich weiß ja, wie es für die Stadt aussah, als das letzte mal die Mieten rapide sanken: Bahnlinien wurden eingestellt, Kriminalität nahm zu und die Mittelschicht flüchtete ins Umland durch die Motorisierung. Nun ist der Trend halt umgekehrt. Und sicherlich ist die Polizei in einer Millionenstadt teurer, schon alleine ob der Besucher und der sozialen Vielfalt. Aber man kann es sich eben leisten und fragt sich eher, wo die nächste Polizeiwache hinkommt, als welche schließen zu müssen.
Zuletzt geändert von frems am Di 4. Aug 2015, 23:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 4. Aug 2015, 23:39

frems » Di 4. Aug 2015, 22:16 hat geschrieben:Schafft man den Staat ab, bilden sich ggf. auch staatsähnliche Strukturen

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Da muss der Versuch gewagt werden, wenn schlimmstenfalls rauskommt, was wir jetzt schon leiden.
Eine private Organisation individueller Belange ist der beste Schutz vor Staat.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon Teeernte » Mi 5. Aug 2015, 00:10

frems » Di 4. Aug 2015, 23:29 hat geschrieben: ....Scheinbar nicht für Unternehmensberatung.

Und sicherlich ist die Polizei in einer Millionenstadt teurer, schon alleine ob der Besucher und der sozialen Vielfalt. Aber man kann es sich eben leisten und fragt sich eher, wo die nächste Polizeiwache hinkommt, als welche schließen zu müssen.


Was macht ein Berater sonst - als das Unternehmen zu beraten ? (- Ach ja - wenn ich alle paar Jahre mal aufs Land fahre, HH inbegriffen - ist es Ausgleichssport....und das Ohr an der Masse. )

Im Moment verdien ich an Planung.

JA - die Soziale Struktur der Besucher... :D :D :D An der MENGE kanns nicht liegen - da liegt Mc Pomm weit vor.

Wie schön das Politik diesen Weg vorgibt und leitet. Mehr Arme Leute >> weniger Steuern.

Warum gehen die Unternehmen nach Bayern und Stuttgart ? ....da wird man steuerlich maximal EIN MAL in 10 Jahren geprüft....
(Warum gehen die im Osten weg ? - da ist man alle 2 Jahre dran.)
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Fr 14. Aug 2015, 13:43

Teeernte hat geschrieben:Warum gehen die Unternehmen nach Bayern und Stuttgart ?

Weil es sich für sie lohnt. Attraktive Standorte, viele lokale Fachkräfte und weitere Unternehmen. Cluster sind für viele nicht unbedeutend. Und wenn man nicht genug Fachkräfte vor Ort hat, ist es leichter, junge Akademiker aus Europa nach München oder Frankfurt zu locken als nach Posemuckel. Die Angebote sind einfach größer und der Lebensstil entspricht eher den "young professionals". Kann natürlich sein, daß das in 20, 30 Jahren wieder kippt. Darauf wetten würde ich aber nicht, weil es ein weltweiter Trend ist, der durch ökonomische Faktoren gestützt wird und sich wohl eher noch verstärkt.

Die Metropolen werden immer größer, die ländlichen Regionen leerer. Welche Folgen hat das für Deutschland? Fragen und Antworten zu einem problematischen Trend.

http://www.tagesspiegel.de/politik/bevo ... 86496.html
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon Helmuth_123 » Fr 14. Aug 2015, 15:29

Platzmangel in den Großstädten? Kein Problem. Im Umland locken günstige Mieten, jetzt muss man noch die Anbindung attraktiv ausgestallten.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Sa 15. Aug 2015, 19:08

Helmuth_123 » Fr 14. Aug 2015, 15:29 hat geschrieben:Platzmangel in den Großstädten? Kein Problem. Im Umland locken günstige Mieten, jetzt muss man noch die Anbindung attraktiv ausgestallten.

Was bringt es 300 Euro an Miete zu sparen, wenn dafür die Mobilitätskosten 400 Euro höher sind und man gleichzeitig eingeschränkter ist? :?:

Und der Speckgürtel einer Agglomeration wird ja für gewöhnlich hinzugezählt. Der wächst ja in Regionen -- ob nun München, Köln, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, ... -- noch schneller als der eigentliche Kern.

Die Folgen des Strukturwandels sind vielfältig – ökonomisch und sozial. Während die großen Städte und Metropolregionen zu den Gewinnern gehören, verlieren auf der anderen Seite die mittleren und kleinen Städte, aber vor allem die ländlichen Regionen und Kommunen. Im Durchschnitt steht hier mittlerweile jede zwölfte Wohnung leer. „Die Metropolen haben eine enorme Sogwirkung“, sagte BBSR-Direktor Harald Herrmann bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin.

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 83226.html
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon HugoBettauer » Mo 17. Aug 2015, 22:00

frems » Sa 15. Aug 2015, 18:08 hat geschrieben:Was bringt es 300 Euro an Miete zu sparen, wenn dafür die Mobilitätskosten 400 Euro höher sind und man gleichzeitig eingeschränkter ist? :?:

Was für ne Mobilität?

Ich mache mit dem Auto heute schon mehr Fahrten über 300 km als ich Fahrten unter 50 km mache - und prinzipiell müsste ich das Haus gar nicht mehr verlassen, um mich mit den Dingen des Konsums einzudecken, wenn ich nicht ein großer Anhänger der Dorfbäckerei wäre - die erreiche ich bequem zu Fuß, wie auch die Sparkasse und das Schwimmbad.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon frems » Mo 17. Aug 2015, 22:06

SoleSurvivor » Mo 17. Aug 2015, 22:00 hat geschrieben:Was für ne Mobilität?

Jener, die in eine Stadt ziehen möchte, aber aufgrund der Mieten ins Umland ausweichen und pendeln.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon HugoBettauer » Di 18. Aug 2015, 08:23

frems » Mo 17. Aug 2015, 21:06 hat geschrieben:Jener, die in eine Stadt ziehen möchte, aber aufgrund der Mieten ins Umland ausweichen und pendeln.

Das werden ja dank Home Office immer weniger. Produktionsanlagen stehen sowieso nicht in der Stadt sondern irgendwo am Rand.
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Re: Den ländlichen Raum ausbluten lassen?

Beitragvon jorikke » Di 18. Aug 2015, 09:37

SoleSurvivor » Di 4. Aug 2015, 21:53 hat geschrieben:Prognosen sind immer schwierig.


Das kann man lernen.
Zu Beginn übt man an Prognosen, die die Vergangenheit betreffen.

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