Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Mi 20. Apr 2016, 14:10

Billie Holiday hat geschrieben:(20 Apr 2016, 14:01)

Es gibt Dinge/ Menschen, die finde ich zum Kotzen, lebe aber damit und ertrage es. Bekämpfen tue ich es nicht, ertrage es aber, zumal es eine rein subjektive Empfindung ist, mit der ich leben MUSS.
Das ist Toleranz, meiner Meinung nach. Ich toleriere es als für mich unangenehmen Bestandteil des Lebens, da ich kein Anrecht darauf habe, dass alles nach meiner Nase läuft.


Diese Erkenntnis
Billie Holiday hat geschrieben: da ich kein Anrecht darauf habe, dass alles nach meiner Nase läuft.

ist Akzeptanz in Reinform.
Du kannst es nicht ändern, also nimmst du es als gegeben hin und akzeptierst dein Schicksal.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Milady de Winter » Mi 20. Apr 2016, 14:29

Provokateur hat geschrieben:(19 Apr 2016, 21:16)

Inwiefern?

Das interessante und wichtige ist doch: Niemand hat einen sicheren "Hebel", um die Meinung des Gegenüber zu ändern. Ich kann diese Meinung akzeptieren und damit leben.


Ich muss die Meinung des Gegenübers auch nicht unbdingt verändern wollen. Wenn dem so wäre, würde das für mich nicht mehr unter "tolerieren" laufen, und schon gar nicht unter "akzeptieren".

Wenn ich z.B. die Meinung oder Haltung einer Person "toleriere", dann kann ich damit leben. Es hat aber mit hoher Wahrscheinlichkeit Einfluss darauf, wie ich dieser Person in Zukunft begegne.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Mi 20. Apr 2016, 14:42

Milady de Winter hat geschrieben:(20 Apr 2016, 14:29)

Ich muss die Meinung des Gegenübers auch nicht unbdingt verändern wollen. Wenn dem so wäre, würde das für mich nicht mehr unter "tolerieren" laufen, und schon gar nicht unter "akzeptieren".


Sei mal ganz ehrlich: Wenn du der Auffassung bist, dass jemand, den du gut leiden kannst, ganz und gar daneben liegt, dann wirst du doch sicher engagiert dafür arbeiten, dass er seine Einstellung korrigiert - vor allem, wenn er Gefahr läuft, dass ihm Unglück widerfährt, wenn ihm aufgrund dieser Einstellung ein Fehler unterläuft?
Kannst du die Person nicht so sehr leiden, wirst du wohl eher sagen "Okay, lerne die Konsequenzen deines Handelns kennen. Kannst dann nachher mit blutiger Nase zu mir kommen, bekommst ein Taschentuch für das Eingeständnis, dass ich Recht habe."

Es fällt uns leichter, von unseren Einstellungen abweichende Einstellungen zu akzeptieren, je weniger wir die Betroffenen mögen. Eh schon mögen.
Das ist aber eine Wechselwirkung. Nur wegen einer Einstellung wird wohl kaum jemand den Kontakt zu einem guten Freund abbrechen, wenn ansonsten alles passt. Da wird lieber dieses Thema an sich vermieden. Das bedeutet "Ich akzeptiere deine Meinung, ohne sie zu teilen."

Mag jemand eine Person nicht leiden und merkt dann, dass man eine übereinstimmende Meinung zu einem Thema hat, wird es wohl eher so aussehen: "Oh, na zum Glück scheinen doch noch Teile deines Hirns zu funktionieren. Ansonsten bist du ja von der Intelligenz eher zwischen Blattlaus und Bettwanze angesiedelt."
Das bedeutet die Akzeptanz dieser Einstellung, aber nicht die der Person an sich, und da es verboten ist, diese Person mit Gewalt aus der Welt zu schaffen, wird es wohl das beste sein, ihr weiterhin aus dem Weg gehen.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Quatschki » Mi 20. Apr 2016, 14:54

Es gibt Leute, die kann ich gut leiden, die rauchen aber.
Ich finde das schlecht, ich hab es denen auch gesagt. Ich akzeptiere aber, dass sie nikotinabhängig sind und ich toleriere den Tabakkonsum, wenn sie sich an bestimmte Regeln und Orte halten...
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Mi 20. Apr 2016, 15:00

Quatschki hat geschrieben:(20 Apr 2016, 14:54)

Es gibt Leute, die kann ich gut leiden, die rauchen aber.
Ich finde das schlecht, ich hab es denen auch gesagt. Ich akzeptiere aber, dass sie nikotinabhängig sind und ich toleriere den Tabakkonsum, wenn sie sich an bestimmte Regeln und Orte halten...


Ah, sehr gut! Besser kann man nicht ausdrücken, was ich darstellen will.

Wenn du den Tabakkonsum "erträgst", wenn sie sich an bestimmte Regeln und Orte halten, dann bedeutet das doch in Wirklichkeit, dass du den Tabakkonsum dann "erträgst", wenn er zum Beispiel "Nicht hier, nicht jetzt und nicht, wenn ich dabei bin" stattfindet, oder?

Das gleichwohl bedeutet, du erträgst nicht, denn du gehst der Begegnung mit dem Tabakkonsum aktiv aus dem Weg. Weil du nicht akzeptierst, womöglich Tabakrauch einatmen zu müssen.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Quatschki » Mi 20. Apr 2016, 15:33

Provokateur hat geschrieben:(20 Apr 2016, 15:00)

Ah, sehr gut! Besser kann man nicht ausdrücken, was ich darstellen will.

Wenn du den Tabakkonsum "erträgst", wenn sie sich an bestimmte Regeln und Orte halten, dann bedeutet das doch in Wirklichkeit, dass du den Tabakkonsum dann "erträgst", wenn er zum Beispiel "Nicht hier, nicht jetzt und nicht, wenn ich dabei bin" stattfindet, oder?

Das gleichwohl bedeutet, du erträgst nicht, denn du gehst der Begegnung mit dem Tabakkonsum aktiv aus dem Weg. Weil du nicht akzeptierst, womöglich Tabakrauch einatmen zu müssen.

Kann man so sagen.
Es ist aber immer eine fließende Güterabwägung,
Man empfindet etwas als störend, es hängt aber vom Kontext ab, ob man auf Konfrontation geht, um die "Störung" zu beseitigen oder ob man ihr ausweicht, indem man sich räumlich distanziert oder ob man da bleibt und die Sache erduldet.

Man kann etwas einfacher "tolerieren", wenn man ihm ausweichen kann. Aber das ist dann keine echte Toleranz.
z.B. Ich toleriere einen hohen Migrantenanteil an der Gesamtschule, weil ich mein Kind auf das christliche Gymnasium schicken kann...
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon nichtkorrekt » Mi 20. Apr 2016, 15:35

Ich sehe es so, angenommen in der S-Bahn sitzt jemand der stinkt, ich toleriere (ertrage) das (ich könnte ja auch weggehen) und unternehme nichts gegen den Gestank, aber ich akzeptiere es nicht in dem Sinne, dass ich ihm am Bahnhof angekommen anbieten würde, ihn ein Stück mit dem Auto mitzunehmen, wie es vll. einem Bekannten anbieten würde. Etwas tolerieren zu müssen, impliziert ja, dass die Sache die toleriert werden muss, eine im Grunde unangenehme Sache ist. Ich finde man sollte Toleranz nicht überstrapazieren.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Mari » Mi 20. Apr 2016, 16:07

Provokateur hat geschrieben:(20 Apr 2016, 14:42)

Sei mal ganz ehrlich: Wenn du der Auffassung bist, dass jemand, den du gut leiden kannst, ganz und gar daneben liegt, dann wirst du doch sicher engagiert dafür arbeiten, dass er seine Einstellung korrigiert - vor allem, wenn er Gefahr läuft, dass ihm Unglück widerfährt, wenn ihm aufgrund dieser Einstellung ein Fehler unterläuft?
Kannst du die Person nicht so sehr leiden, wirst du wohl eher sagen "Okay, lerne die Konsequenzen deines Handelns kennen. Kannst dann nachher mit blutiger Nase zu mir kommen, bekommst ein Taschentuch für das Eingeständnis, dass ich Recht habe."

Es fällt uns leichter, von unseren Einstellungen abweichende Einstellungen zu akzeptieren, je weniger wir die Betroffenen mögen. Eh schon mögen.
Das ist aber eine Wechselwirkung. Nur wegen einer Einstellung wird wohl kaum jemand den Kontakt zu einem guten Freund abbrechen, wenn ansonsten alles passt. Da wird lieber dieses Thema an sich vermieden. Das bedeutet "Ich akzeptiere deine Meinung, ohne sie zu teilen."

Mag jemand eine Person nicht leiden und merkt dann, dass man eine übereinstimmende Meinung zu einem Thema hat, wird es wohl eher so aussehen: "Oh, na zum Glück scheinen doch noch Teile deines Hirns zu funktionieren. Ansonsten bist du ja von der Intelligenz eher zwischen Blattlaus und Bettwanze angesiedelt."
Das bedeutet die Akzeptanz dieser Einstellung, aber nicht die der Person an sich, und da es verboten ist, diese Person mit Gewalt aus der Welt zu schaffen, wird es wohl das beste sein, ihr weiterhin aus dem Weg gehen.


Eine andere Meinung tolerieren ist für mich leicht solange jeder seiner Meinung bleiben kann. Untolerabel ist für mich aber, wenn jemand von mir fordert, seine Meinung zu akzeptieren oder gar zu teilen. Erst recht untolerabel ist, wenn jemand von mir etwas fordert, um Vorstellungen umzusetzen, die ich nicht teile. Wie siehst Du das?
LG Mari
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Provokateur » Mi 20. Apr 2016, 16:21

Mari hat geschrieben:(20 Apr 2016, 16:07)

Eine andere Meinung tolerieren ist für mich leicht solange jeder seiner Meinung bleiben kann. Untolerabel ist für mich aber, wenn jemand von mir fordert, seine Meinung zu akzeptieren oder gar zu teilen.


Aber das ist doch der Grund für jede Diskussion. Du hast deine Meinung, ich habe meine Meinung, die sind unterschiedlich, und dann kommen Argumente. Wenn jemand gute Argumente für seine Einstellung bringt, kann es durchaus sein, dass ich meine Meinung ändere. Alles andere wäre auch nicht besonders klug, weil lernresistent.

Mari hat geschrieben:(20 Apr 2016, 16:07)
Erst recht untolerabel ist, wenn jemand von mir etwas fordert, um Vorstellungen umzusetzen, die ich nicht teile. Wie siehst Du das?


Kann schnell passieren, dass du das musst. Nimm folgendes: Ich habe nichts dagegen, wenn jemand kifft. Als Person. Mir bumsegal, ich kiffe nicht, du kiffst, deine Entscheidung.

Als Feldjäger und Vorgesetzter muss ich das ganze dennoch verfolgen, zur Anzeige bringen und dafür sorgen, dass die Person aus dem Status eines Soldaten entfernt wird. Persönlich ist mir das wurstegal, es kann auch ärgerlich sein, einen guten Soldaten wegen einer keilförmigen Zigarette entlassen zu müssen, aber jeder kennt die Regeln, keiner kann sich rausreden, er hätte nichts gewusst und dann mache ich eben.
Das muss ich akzeptieren. Auch, wenn dadurch Existenzen bedroht werden.

Das nennt sich Dienstpflicht. Und was passiert, wenn ich dieser nicht nachkomme? Genau, dann ist meine Existenz bedroht, und das kann ich unter keinen Umständen akzeptieren.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Mari » Mi 20. Apr 2016, 16:33

Provokateur hat geschrieben:(20 Apr 2016, 16:21)

Aber das ist doch der Grund für jede Diskussion. Du hast deine Meinung, ich habe meine Meinung, die sind unterschiedlich, und dann kommen Argumente. Wenn jemand gute Argumente für seine Einstellung bringt, kann es durchaus sein, dass ich meine Meinung ändere. Alles andere wäre auch nicht besonders klug, weil lernresistent.



Kann schnell passieren, dass du das musst. Nimm folgendes: Ich habe nichts dagegen, wenn jemand kifft. Als Person. Mir bumsegal, ich kiffe nicht, du kiffst, deine Entscheidung.

Als Feldjäger und Vorgesetzter muss ich das ganze dennoch verfolgen, zur Anzeige bringen und dafür sorgen, dass die Person aus dem Status eines Soldaten entfernt wird. Persönlich ist mir das wurstegal, es kann auch ärgerlich sein, einen guten Soldaten wegen einer keilförmigen Zigarette entlassen zu müssen, aber jeder kennt die Regeln, keiner kann sich rausreden, er hätte nichts gewusst und dann mache ich eben.
Das muss ich akzeptieren. Auch, wenn dadurch Existenzen bedroht werden.

Das nennt sich Dienstpflicht. Und was passiert, wenn ich dieser nicht nachkomme? Genau, dann ist meine Existenz bedroht, und das kann ich unter keinen Umständen akzeptieren.


Ist natürlich klar, daß ich meine Meinung ändere, wenn die Argumente für mich überzeugend sind. Bei Sachargumenten ist das ganz unproblematisch.
Der Fall mit dem Kiffer ist auch klar, aber trifft nicht den Fall, den ich meine. Ich meine z.B. politische Vorstellungen, die man so oder so sehen kann.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Milady de Winter » Mi 20. Apr 2016, 16:45

Provokateur hat geschrieben:(20 Apr 2016, 14:42)

Sei mal ganz ehrlich: Wenn du der Auffassung bist, dass jemand, den du gut leiden kannst, ganz und gar daneben liegt, dann wirst du doch sicher engagiert dafür arbeiten, dass er seine Einstellung korrigiert - vor allem, wenn er Gefahr läuft, dass ihm Unglück widerfährt, wenn ihm aufgrund dieser Einstellung ein Fehler unterläuft?

Kommt drauf an. Wie Du schon sagst, hängt es davon ab, was der Person geschehen kann. Jemand kann völlig anderer Meinung als ich sein, aber das wiederum völlig ohne Wertung. Heißt, es spielt keine Rolle, was er oder ich glauben. Es gibt nicht immer ein "falsch" und "richtig". Manchmal gibt es einfach nur ein "anders".

Kannst du die Person nicht so sehr leiden, wirst du wohl eher sagen "Okay, lerne die Konsequenzen deines Handelns kennen. Kannst dann nachher mit blutiger Nase zu mir kommen, bekommst ein Taschentuch für das Eingeständnis, dass ich Recht habe."

Wenn mir eine Person nicht wichtig ist, beschäftige ich mich nicht so eingehend mit ihr. Dann ist es mir tendenziell egal, was sie denkt und tut und welche Konsequenz ihr Handeln für sie hat, solange es mich nicht betrifft. Ich bin da raus. Bei einer Person, die mir nahe steht, wäge ich ab. Ich bin der Meinung, dass man aus eigenen Fehlern besser lernt als aus guten Ratschlägen. Ergo würde ich - falls die Person nicht ad hoc auf mich hört bzw. meinen Rat nicht nachvollziehen kann - die Person kontrolliert ins spitze Messer laufen lassen. Und dann würde ich ihr das Taschentuch reichen. :)

Es fällt uns leichter, von unseren Einstellungen abweichende Einstellungen zu akzeptieren, je weniger wir die Betroffenen mögen. Eh schon mögen.

Auch das sehe ich mal so mal so. Gibt da bei mir kein "one fits all".

Das ist aber eine Wechselwirkung. Nur wegen einer Einstellung wird wohl kaum jemand den Kontakt zu einem guten Freund abbrechen, wenn ansonsten alles passt. Da wird lieber dieses Thema an sich vermieden. Das bedeutet "Ich akzeptiere deine Meinung, ohne sie zu teilen."

Das wiederum würde ich unterschreiben, allerdings gibt es keine 100% Garantie. Ich mache das, was nicht passt, dann am Ende doch davon ab, wie gravierend es gegen meine Überzeugung geht. Und da kann dann im schlimmsten Fall auch mal ein Freund über die Klinge springen - for good. Kam bisher aber erst ein einziges Mal bei mir vor.


Mag jemand eine Person nicht leiden und merkt dann, dass man eine übereinstimmende Meinung zu einem Thema hat, wird es wohl eher so aussehen: "Oh, na zum Glück scheinen doch noch Teile deines Hirns zu funktionieren. Ansonsten bist du ja von der Intelligenz eher zwischen Blattlaus und Bettwanze angesiedelt."
Das bedeutet die Akzeptanz dieser Einstellung, aber nicht die der Person an sich, und da es verboten ist, diese Person mit Gewalt aus der Welt zu schaffen, wird es wohl das beste sein, ihr weiterhin aus dem Weg gehen.

Das sehe ich wieder anders. Wenn ich eine Person schon von Haus aus nicht leiden kann, ist es mir latte, ob sie in irgendwelchen Kategorien meine Meinung teilt. Es tangiert mich schlicht nicht, da ich mit dieser Person i.d.R. nicht mehr Kontakt pflege als absolut notwendig, im Idealfall also gar keinen.

Ich glaube nach wie vor, dass wir einfach die Begriffe "akzeptieren" und "tolerieren" unterschiedlich bewerten. Du machst inhaltlich keinen Unterschied, ich schon.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon bakunicus » Mi 20. Apr 2016, 16:53

Provokateur hat geschrieben:(19 Apr 2016, 20:04)

Was bedeutet Toleranz?

Das Wort entlehnt sich aus dem lateinischen "tolerare", was "erdulden" oder "ertragen" heißt. Später wurde der Begriff ausgeweitet, auf das Hinnehmen einer anderslautenden Meinung. Und damit wurde seine ursprüngliche Bedeutung verfälscht.

Denn grundsätzlich teilt sich alles, was wahrnehmbar ist, in drei Kategorien:

1) Es gibt Dinge, die kann die von ihnen betroffene Person akzeptieren. Das bedeutet, er erkennt sie in ihrer Wesenheit an und betreibt keinerlei Aufwand, um sie zu ändern.

2) Es gibt Dinge, die werden von der betroffenen Person nicht akzeptiert. Hier finden verschiedene Versuche statt, diese Dinge zu ändern, weil sie einerseits ein Problem in der Weltwahrnehmung des Rezipienten darstellen ("kognitive Dissonanz") oder andererseits eine Bedrohung für Leib, Leben, Besitz und/oder geistige Gesundheit darstellen.

3) Hintergrundrauschen, Nichtwahrnehmbares, Ausgeblendetes (zum Beispiel die Tatsache, dass jeder jederzeit ein Stück seiner Nase sieht, das Gehirn aber beschließt, diese Information aufgrund von Irrelevanz auszublenden - wenn ihr euch konzentriert, könnt ihr das sehen. Und habt es im nächsten Moment vergessen. Aber herzlichen Glückwunsch, jetzt konzentriert ihr euch auf eure Atmung. Und atmet bewusst Habt ihr vorher auch nicht gemacht, oder?) - Dinge, die schlicht keine oder noch keine Bedeutung haben.

Wo findet sich jetzt die Toleranz? Von dem, was wir gelernt haben, würden wir das der Nummer 1 zuordnen. Aber halt - hier ist die Akzeptanz. Ich kann auch Meinungen akzeptieren, wenn sie von meiner abweichen. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie ertrage wie ein schmerzendes Knie - welches jeder übrigens durch Entlastung oder andere Haltung zu einem nicht mehr schmerzenden Knie verwandeln versucht, weil hier auch keine Toleranz vorliegt, sondern Schmerz. Und den genießen (--> akzeptieren) nur wenige Menschen. Selbst bei unvermeidbaren Schmerzen, zum Beispiel bei hartem Training oder danach, erinnert sich jeder daran zurück, wie es ohne Schmerzen war und freut sich darauf, wie es sein wird, wenn er wieder schmerzfrei ist.

Im Spannungsfeld zwischen Akzeptanz und Antiakzeptanz ist für Toleranz schlicht kein Platz.

Entweder die betroffene Person akzeptiert, dass eine andere Meinung existiert. Dann schütteln beide Meinungsträger die Hand, sagen "Ich habe meine Meinung, du deine, aber es gibt bestimmt andere Bereiche, in denen wir ähnlicher Meinung sind" und jeder geht seiner Wege.
Oder sie akzeptiert es nicht. Dann werden bestimmte Eskalationsstufen, beginnend mit demonstrativem Ignorieren über Gegenrede bis hin zu - auch tödlicher - Gewalt durchgespielt, bis die Situation bereinigt ist. Das bedeutet, bis nur noch eine Meinung geäußert wird.

Und da sind wir nur im Bereich der Meinungen. Richtig abstrus wird es, wenn es um Hautfarbe oder Sexualität geht, also nicht Meinungen, sondern Eigenheiten der Personen.


"Ich bin tolerant! Ich habe schwarze Freunde!"

Aha, du erträgst es, dass deine Freunde eine andere Hautfarbe haben? Brennt das ein wenig in den Augen, aber gerade nicht so schlimm, dass du sie in einem Gespräch noch lange genug anblicken kannst, um nicht unhöflich zu wirken?


"Ich toleriere Schwule!"

Nun, es wird dir nix anderes übrig bleiben, denn die existieren, ob du das nun gut findest oder nicht. Aber warum erdulden? Erstens ist es ziemlich schwul, sich darum zu kümmern, was andere Männer so mit ihrem Schwanz anstellen, zweitens, wenn du nicht schwul bist, hast du durch die Existenz der Schwulen wohl eher einen Vorteil als einen Nachteil - denn wenn zwei Männer einander lieben, kommen bei einer ausgewogenen Bevölkerungspyramide gleich zwei Frauen in deinen (hypothetischen) Paarungsverfügbarkeitspool.
Komischerweise sind Lesben deutlich weniger häufig derartigen Anfeindungen ausgesetzt. Obwohl die dieses Verhältnis eventuell wieder ausleveln, denn mit jedem Lesbenpaar verschwinden wieder zwei Frauen aus deinem (hypothetischen) Paarungsverfügbarkeitspool. Denn nein, in der Regel (no pun intended) lassen die nicht nicht als Live-Action-Dildo bei einer heißen Orgie mitmachen, auch wenn der Gedanke aufkommen mag.


Hier sind die Akzeptanzprobleme in der Regel deutlich geringer. Aber das ist ein Thema für einen anderen Strang.

Was also bleibt von der Toleranz?

Nicht viel, wie ich finde. Das bedeutet aber, dass "Intolerant" nicht mehr zwingend ein Schimpfwort ist, auch, wenn wir das gerne so verwenden, weil es eben bequem ist. Wir sind es gewohnt. Es ist wohlig, warm, bekannt und ein Schwert, dessen wir uns gerne bedienen.

Aber bei genauer Betrachtung ist es stumpf. Denn niemand toleriert. So etwas zu behaupten wäre - eine Lüge.



du irrst dich ...
die definition von toleranz und akzeptanz ist ganz gut beschrieben, aber es gibt eben nicht nur 0 und I, sondern auch wirkliche toleranz.
mir gefallen arrangierte ehen, oder auch patriarchalische frömmigkeit ganz und gar nicht, mir gefallen neoliberalismus und hotelsteuer-buddies ganz und gar nicht, mir gefällt nicht wie sich eine CDU/CSU an viktor orban anbiedert, mir gefällt ganz und gar nicht wie manche den klimawandel leugnen, abtreibung als mord bezeichnen, keine ausländer in ihren vorstellungen von einer ethnisch homogenen gesellschaft dulden wollen, mir gefällt nicht wie artensterben und umweltverschmutzung auf schon kriminelle art und weise verharmlost werden, mir gefällt nicht wie der rechtsstaat ausgehöhlt wird, wenn NSA und GCHQ uns alle ausspionieren ....

und dennoch ist da eine grenze, nämlich da wo ich das was ich nicht mag als so feindlich definiere, dass es nicht mehr bestandteil der demokratischen gesellschaft sein darf.
und das hat dann nur wenig mit akzeptanz oder toleranz zu tun, sondern mit einem "duldenden staatsverständnis".

da kommen wir dann zur definition einer pluralen gesellschaft, zum kategorischen imperativ von immanuel kant

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

wenn also z.b. die AfD nun fordert, dass der islam generell als verfassungsfeindlich zu betrachten ist, dann kann das morgen auch das christentum sein, oder auch der nationalkonservatismus, und deshalb ist das prinzipiell abzulehnen, zumindest in dieser radikalität.

toleranz kann und muß also auch als form von respekt vor dem andersdenkenden verstanden werden, aus ganz rationalen erwägungen, nicht nur aus emotionalen motiven.
toleranz ist weit mehr als dein eingangsbeitrag, toleranz ist gesetzte staatsräson, aus jahrhunderte langer erfahrung, ein kompromiß und zwingende notwendigkeit, die unterdrückung zu verhindern sucht, suchen muß !
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon bakunicus » Mi 20. Apr 2016, 17:22

um das ganze noch mal weiter auszuführen ...

wir alle kennen den berühmt-berüchtigten slogan "0 toleranz für intoleranz", den sich linke wie rechte gerne gegenseitig um die ohren hauen, in selbstgerechter manier.

die einen meinen damit, dass es keine toleranz gegenüber einem nach dominanz strebenden islam und multikulti geben darf, und die anderen, dass man nicht dulden darf, dass die religionsfreiheit und verfassung aus chauvinistischen und fremdenfeindlichen motiven eingeschränkt werden darf, oder wie in polen und ungarn von der regierung bei mißfallen ganz einfach ignoriert und mißachtet wird ...

dabei sind die ersteren ganz klar diejenigen, welchen den kategorischen imperativ nicht begriffen haben.
minderheitenschutz ist am ende selbstschutz der demokratischen grundwerte.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon bakunicus » Mi 20. Apr 2016, 17:32

Milady de Winter hat geschrieben:Das sehe ich wieder anders. Wenn ich eine Person schon von Haus aus nicht leiden kann, ist es mir latte, ob sie in irgendwelchen Kategorien meine Meinung teilt. Es tangiert mich schlicht nicht, da ich mit dieser Person i.d.R. nicht mehr Kontakt pflege als absolut notwendig, im Idealfall also gar keinen.



tja mylady ... und genau das ist mehr als befremdlich, zumindest im kontext eines öffentlichen politik-forums, wo du dann auch noch eine funktion hast, als moderator.

ich denke, dass wir hier sind um uns nicht gegenseitig zu beweihräuchern, in einer art "sex-in the city-damenkränzchen", wo jeder rausfällt den du nicht magst.
sondern wir sind deshalb hier um uns zu streiten, gegensätze zu diskutieren, und das im idealfall mit argumenten und politischer bildung.

leider fehlt vielen hier diese bildung, und/oder die sind nicht mal bereit sie zu erlangen, die lesen sich nicht mal durch was das gegenüber zu berichten hat.
da frage ich mich, was die hier eigentlich verloren haben ?
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon bakunicus » Mi 20. Apr 2016, 17:42

meine these ist :

"toleranz ist eine schmerzhafte notwendigkeit des 21. jahrhunderts"
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 20. Apr 2016, 17:53

Milady de Winter hat geschrieben:(20 Apr 2016, 16:45)

Kommt drauf an. Wie Du schon sagst, hängt es davon ab, was der Person geschehen kann. Jemand kann völlig anderer Meinung als ich sein, aber das wiederum völlig ohne Wertung. Heißt, es spielt keine Rolle, was er oder ich glauben. Es gibt nicht immer ein "falsch" und "richtig". Manchmal gibt es einfach nur ein "anders".


Wenn mir eine Person nicht wichtig ist, beschäftige ich mich nicht so eingehend mit ihr. Dann ist es mir tendenziell egal, was sie denkt und tut und welche Konsequenz ihr Handeln für sie hat, solange es mich nicht betrifft. Ich bin da raus. Bei einer Person, die mir nahe steht, wäge ich ab. Ich bin der Meinung, dass man aus eigenen Fehlern besser lernt als aus guten Ratschlägen. Ergo würde ich - falls die Person nicht ad hoc auf mich hört bzw. meinen Rat nicht nachvollziehen kann - die Person kontrolliert ins spitze Messer laufen lassen. Und dann würde ich ihr das Taschentuch reichen. :)


Auch das sehe ich mal so mal so. Gibt da bei mir kein "one fits all".


Das wiederum würde ich unterschreiben, allerdings gibt es keine 100% Garantie. Ich mache das, was nicht passt, dann am Ende doch davon ab, wie gravierend es gegen meine Überzeugung geht. Und da kann dann im schlimmsten Fall auch mal ein Freund über die Klinge springen - for good. Kam bisher aber erst ein einziges Mal bei mir vor.



Das sehe ich wieder anders. Wenn ich eine Person schon von Haus aus nicht leiden kann, ist es mir latte, ob sie in irgendwelchen Kategorien meine Meinung teilt. Es tangiert mich schlicht nicht, da ich mit dieser Person i.d.R. nicht mehr Kontakt pflege als absolut notwendig, im Idealfall also gar keinen.

Ich glaube nach wie vor, dass wir einfach die Begriffe "akzeptieren" und "tolerieren" unterschiedlich bewerten. Du machst inhaltlich keinen Unterschied, ich schon.

Akzeptieren ist die Vorstufe zum "Einverstandensein"...tolerieren ist nicht mehr, als zur Kenntns nehmen...
Gruß vom SEMANTIKER!!
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Billie Holiday » Mi 20. Apr 2016, 18:03

Fuerst_48 hat geschrieben:(20 Apr 2016, 17:53)

Akzeptieren ist die Vorstufe zum "Einverstandensein"...tolerieren ist nicht mehr, als zur Kenntns nehmen...
Gruß vom SEMANTIKER!!


So würde ich es auch unterscheiden.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Adam Smith » Mi 20. Apr 2016, 18:07

Fuerst_48 hat geschrieben:(20 Apr 2016, 17:53)

Akzeptieren ist die Vorstufe zum "Einverstandensein"...tolerieren ist nicht mehr, als zur Kenntns nehmen...
Gruß vom SEMANTIKER!!


Vieles oder auch alles kann ich aber nur dann akzeptieren, wenn ich es auch ertragen (tolerieren) kann. Je mehr ich ertragen kann, desto mehr kann ich akzeptieren. Ein kapitalistischer Staat kann mehr tolerieren. Aus dem Grund allein kann er schon mehr akzeptieren.
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Fuerst_48
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 20. Apr 2016, 18:14

Billie Holiday hat geschrieben:(20 Apr 2016, 18:03)

So würde ich es auch unterscheiden.

Danke!
Es ist mMn auf den Inhalt, um den es hier geht, anwendbar.
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Fuerst_48
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Re: Ethik: Warum Toleranz eine bequeme Lüge ist

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 20. Apr 2016, 18:17

Adam Smith hat geschrieben:(20 Apr 2016, 18:07)

Vieles oder auch alles kann ich aber nur dann akzeptieren, wenn ich es auch ertragen (tolerieren) kann. Je mehr ich ertragen kann, desto mehr kann ich akzeptieren. Ein kapitalistischer Staat kann mehr tolerieren. Aus dem Grund allein kann er schon mehr akzeptieren.

Kein Problem. Denk dir eine Stufenleiter, was das Tolerieren anbelangt, dann machst du den nächsten Schritt, sprich: Du akzeptierst etwas, und am Ende (im Idealfall) identifizierst du dich mit dem jeweiligen Inhalt.

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