Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Option?

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NMA
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon NMA » Di 17. Nov 2015, 09:11

UncleSams_Berater hat geschrieben:Da hat die Politik versagt und nicht das Militär.
So gerne ihr es auch sehen wollt es ist nicht die Schuld der USA, die lokalen Regierungen dort sind unfähig.


Dass die US-Armee solche Regime wegputzen kann ist ja nun nichts Neues und auch keine Kunst. Aber man hätte ja schon vorher ahnen können, dass das mit dem Irak nichts wird. Es gab schon weißgott genug gescheiterten Kolonialismus in der Geschichte des Westens, man hätte wissen müssen, dass die "Regime Change"-Methode der US-Regierungen zu nichts führt. Fast die ganze Welt hat Bush gewarnt. Bin gespannt, wie lange es dauert, bis die US-Regierung als die letzte so agierende westliche Großmacht das kapiert.

Anders wars ja in Afghanistan. Dass ein Regime, das Al Quaida deckt, nicht weiterbestehen darf, ist klar. Man hatte quasi keine andere Wahl als dort reinzugehen, denn das konnte man sich nicht gefallen lassen.

So ein Dilemma hat jetzt natürlich auch Frankreich. Auch deren Reaktion, Luftangriffe zu fliegen, ist schon geboten. Einfach weil eine Antwort erfolgen muss, man kann sich das nicht gefallen lassen.

Würde es in Deutschland so krachen, wäre es hier auch vorbei mit der Zurückhaltung bezüglich Begrifflichkeiten wie "Krieg" und die Linken, die das in ihrer Naivität ja gut meinen mit ihrem Pazifismus, wären plötzlich schön leise. Ich denke, der Spaß wäre vorbei und auch die Bundeswehr würde so intensiv agieren wie nie zuvor. Obs was bringt wäre dann zunächst einmal zweitrangig. So ist das dann im Krieg.

Aber: Ich glaube nicht, dass Frankreich den Bündnisfall ausruft und alle NATO-Mitglieder da mit reinzwingt. So selbstherrlich ist nur die US-Regierung.
Zuletzt geändert von NMA am Di 17. Nov 2015, 09:26, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon NMA » Di 17. Nov 2015, 09:26

Platon » Mo 16. Nov 2015, 22:29 hat geschrieben:Die USA verfolgen seit 2013 de facto diese Strategie. Damals haben sie anstatt Assad wegen seines Chemie-Angriffs gegen Rebellen nahe Damaskus zu bombardieren, lieber ein Abkommen mit ihm geschlossen, nach dem er seine Chemiewaffen zerstören möge. Seitdem ist klar, dass die USA de facto keinen Sturz von Assad wollen.



So richtig bewusst war mir das noch gar nicht. Ich vermutete eher eine unterschwellige Unterstützung der Rebellen.
Wünschenswert, aber völlig utopisch wäre eine Zusammenarbeit von Assad und Rebellen gegen den IS.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon H2O » Di 17. Nov 2015, 10:37

NMA » 2015-11-17, 10:11 hat geschrieben:...
Ich glaube nicht, dass Frankreich den Bündnisfall ausruft und alle NATO-Mitglieder da mit reinzwingt. So selbstherrlich ist nur die US-Regierung.


Mit etwas Abstand vom Geschehen meine ich jetzt,
daß Frankreich nicht nur davon sprechen sollte, daß Europa mit seiner
Lebensart angegriffen wurde, sondern sich auf seine Führungsrolle
in Europa besinnen sollte. Also: Sofort eine beratende Sitzung
des EU Ministerrats einberufen, um die Sichtweise der Partner
an zu hören, um zu einem gemeinsamen Beschluß zu gelangen,
wie ab sofort weiter gegen den Terror vor zu gehen ist. Denn der
islamistische Terror ist eine gemeinsame Bedrohung zumindest
der westlichen EU-Mitglieder.

Führungsrolle heißt aber auch, unwillige Partner dann zurück zu
lassen und diesen Zustand der EU in Überlegungen zur notwendigen
Änderung der Gemeinschaft einfließen zu lassen. Ich meine auch,
daß wir Deutschen den Franzosen hier den Vortritt lassen sollten,
ihnen gut zuhören sollten... und sicher auch im Vertrauen auf deren
Auffassungsgabe unsere Überlegungen nahe bringen sollten.

Ich glaube immer noch, daß die Strategie der USA, sich auf Gegen-
kräfte vor Ort zu stützen, sie aus der Luft zu unterstützen, sie aus
zu bilden und aus zu rüsten, die bessere Wahl ist, selbst wenn es
zeitweise Rückschläge gibt. Die Bundesregierung macht das ganz
vernünftig! Aber, wenn die französischen Überlegungen dann doch
überzeugen, dann müssen wir in drei Teufelsnamen unser Vorgehen
ändern.

Ich halte französische Luftangriffe auf "Stellungen des IS" als Vergeltung
für den mörderischen Anschlag in Paris für ein wildes Um-sich-Schlagen.
Warum erst jetzt, wo der IS bestimmt ahnte, daß da etwas in dieser
Art kommen würde? Man kann sich das teuflische Grinsen dieser
Verbrecher doch ganz gut ausmalen... (Ganz toll in den heutigen
Nachrichten: Die USA haben über 120 Tankfahrzeuge des IS vernichtet,
die dem IS lange Zeit dazu dienten, sich mit Ölverkäufen die zum
Kampf notwendigen Finanzmittel zu beschaffen... 2 Mio $/Tag! Warum erst
jetzt? Da beginnt man doch auch zu grübeln!)

Dabei hätte man schon im Vorfeld dieses mörderischen Überfalls
durch islamistische Wahnsinnige in Europa mit kaltem Blut gegen
planmäßigen Terror angehen können!

Nach meinem Verständnis sind viele Gefährder bekannt gewesen,
aber man ließ sie mitsamt Haßpredigern gewähren, beließ es beim
Beobachten und beim Jammern über diese furchtbare Arbeitslast!
Und tauschte sich mit den Diensten befreundeter Partner dazu nicht aus!

Da müsste wohl ab sofort ein Umdenken einsetzen, müssten Justiz
und Innenminister sich gemeinsam der Gefahr stellen.
Zuletzt geändert von H2O am Di 17. Nov 2015, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon relativ » Di 17. Nov 2015, 10:44

UncleSams_Berater » Mo 16. Nov 2015, 21:55 hat geschrieben:
NMA » Mo 16. Nov 2015, 21:50 hat geschrieben:Ich glaube vor allem, dass man aus pragmatischen Gründen das Ziel des Sturzes von Assad überdenken sollte. Nicht weil er noch irgendeine moralische Legitimation hat, sondern weil man da jetzt irgendwie Stabilität braucht, um den IS nicht weiter mit Chaos zu füttern. Klingt übel, aber solange da keine einheitliche Macht entgegenhält kommt man auch nicht weiter bzw. schafft keine Schwächung. Außerdem hinterließe man nur ein desaströses Machtvakuum, in welchen sich wieder neue Orkheere zusammenscharen.

Boots on the ground führt zu gar nichts, aber irgendjemand mss die Drecksarbeit machen.

[quote="Uncle_Sams_Berater]Ich wäre für den Einsatz von Bodentruppen. Das Problem ist meiner Meinung nicht den IS zu besiegen den mit Bodentruppen wäre das nicht schwer.[/quote]

Ja, das führt dann genauso easy zu Erfolg wie in Irak und Afghanistan.[/quote][/quote][/quote]

Da hat die Politik versagt und nicht das Militär.
So gerne ihr es auch sehen wollt es ist nicht die Schuld der USA, die lokalen Regierungen dort sind unfähig.

Wenn es um die Vernichtung des IS geht sind Bodentruppen das beste was man machen kann, allerdings sage ich ja das wir dazu erst einen Plan brauchen wie es danach weitergeht.
Die jetzige Strategie kann nur im Irak funktionieren den in Syrien fehlen die Verbündeten[/quote]

Natürlich hat die Politik versagt, es fing an mit Bush und den amerikanischen Politikern die die Übergangsregierung im Irak gestellt haben und ging weiter mit der jetzigen Regierung im Irak, die einer Aussöhnung zwischen Schiiten und Sunniten im Irak wohl keine Priorität beimessen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon garfield336 » Di 17. Nov 2015, 10:47

NMA » Mo 16. Nov 2015, 21:50 hat geschrieben:Ich glaube vor allem, dass man aus pragmatischen Gründen das Ziel des Sturzes von Assad überdenken sollte. Nicht weil er noch irgendeine moralische Legitimation hat, sondern weil man da jetzt irgendwie Stabilität braucht, um den IS nicht weiter mit Chaos zu füttern. Klingt übel, aber solange da keine einheitliche Macht entgegenhält kommt man auch nicht weiter bzw. schafft keine Schwächung. Außerdem hinterließe man nur ein desaströses Machtvakuum, in welchen sich wieder neue Orkheere zusammenscharen.

Boots on the ground führt zu gar nichts, aber irgendjemand mss die Drecksarbeit machen.



Ja, das führt dann genauso easy zum Erfolg wie in Irak und Afghanistan.


Solange Assad mächtige Unterstützer hat, sollte man davon absehen.

Man sollte zusammen mit Russlandsarmee den IS Bekämpfen.

Wenn dann am Ende dieses krieges Syrien in 2 Teile zerfällt, ein Syrien unter Assad und Russland, sowei der Rest unter Kurdischen und Sunnitischen Stämmen. Dann ist das eben so. Immer noch besser als Chaos.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon relativ » Di 17. Nov 2015, 10:52

Die Frage ob der Westen oder die Völkergemeinschaft dort mit Bodentruppen einmarschieren sollte, hängt meiner Meinung davon ab, welche Ziele verfolgt werden sollen. Wenn es "nur" darum geht, die IS zu vertreiben und Vergeltung zu üben, sage ich eher Nein, denn dann würde es schon bald neue Terrororganisationen in dieser Region geben.
Sollte die Staatengemeinschaft vor haben, Syrien zu befreien und damit anfangen, den Nahen Osten mal grundlegend neu zu gestalten und dies mit einem wirklich robusten Mandat, hoher Soldatenzahl und Ausdauer, dann bin ich nicht abgeneigt dem zuzustimmen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon DarkLightbringer » Di 17. Nov 2015, 11:10

Bodentruppen ja, aber nur in Zusammenarbeit mit der Opposition, die ein freies Syrien will.

Bodentruppen können kein reiner Selbstzweck sein, sie müssten ein sicheres Umfeld erschaffen, um die Selbstverwaltung zu ermöglichen.
>>We’ll always have Paris<<
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon DarkLightbringer » Di 17. Nov 2015, 12:35

Militärisch kann man schon etwas ausrichten, aber ohne Gesamtperspektive wird es nie eine echte Lösung geben können.
Erst wenn das syrische Regime aufhört, Krieg gegen die eigene Bevölkerung zu führen, und es eine politische Perspektive für alle daran interessierten Kräfte gibt, hat auch der Kampf gegen den "Islamischen Staat" eine echte Chance.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015 ... on/seite-2
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon Quatschki » Di 17. Nov 2015, 12:48

DarkLightbringer » 17. Nov 2015, 12:10 hat geschrieben:Bodentruppen ja, aber nur in Zusammenarbeit mit der Opposition, die ein freies Syrien will.

Die sogenannte Opposition besteht aus 40 verschiedenen Räuberbanden, die sich untereinander teilweise spinnefeind sind.
Wenn Du mit denen Syrien stabilisieren willst, wünsch ich Dir viel Spass.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon H2O » Di 17. Nov 2015, 13:02

DarkLightbringer » 2015-11-17, 13:35 hat geschrieben:Militärisch kann man schon etwas ausrichten, aber ohne Gesamtperspektive wird es nie eine echte Lösung geben können.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015 ... on/seite-2


Man nehme einmal an, der IS wird tatsächlich
ausgeschaltet: Was kommt danach? Ist dann
nicht damit zu rechnen, daß ein anderer durch-
geknallter Verein dort zur Macht greift? Will man
danach erst über einen stabilen Endzustand
nachdenken?
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:10

Deutsche Truppen sind sicher keine Option. Die Truppe ist zu schwach und ich bezweiflle, dass die Bevölkerung hier die massenhafte Ankunft von Leichensäcken akzeptieren würde.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon pikant » Di 17. Nov 2015, 13:12

NMA » Di 17. Nov 2015, 09:11 hat geschrieben:



Aber: Ich glaube nicht, dass Frankreich den Bündnisfall ausruft und alle NATO-Mitglieder da mit reinzwingt.


schon passiert - bin mal gespannt was jetzt die Nato macht!
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon pikant » Di 17. Nov 2015, 13:13

yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:10 hat geschrieben:Deutsche Truppen sind sicher keine Option. Die Truppe ist zu schwach und ich bezweiflle, dass die Bevölkerung hier die massenhafte Ankunft von Leichensäcken akzeptieren würde.


Warst Du nicht dafuer, dass die Russen nach Syrien reingehen und Ordnung schaffen?
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:14

pikant » Di 17. Nov 2015, 13:13 hat geschrieben:
Warst Du nicht dafuer, dass die Russen nach Syrien reingehen und Ordnung schaffen?


Den Russen traue ich das ja auch zu. Der Bundeswehr sicher nicht. Die Verteidigungsministerin hat sich inzwischen auch schon klar positioniert und schliesst das aus.
Zuletzt geändert von yogi61 am Di 17. Nov 2015, 13:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon pikant » Di 17. Nov 2015, 13:17

yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:14 hat geschrieben:
Den Russen traue ich das ja auch zu. Der Bundeswehr sicher nicht. Die Verteidigungsministerin hat sich inzwischen auch schon klar positioniert und schliesst das aus.


jetzt haben wir den Buendnisfall, da sich Frankreich im Krieg befindet und um Hilfe bei Nato heute nachgesucht hat!
ich war bisher ja gegen eine Intervention in Syrien, aber nach den Attentaten vom Wochenende muss man darueber neu nachdenken.
Zuletzt geändert von pikant am Di 17. Nov 2015, 13:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:21

pikant » Di 17. Nov 2015, 13:17 hat geschrieben:
jetzt haben wir den Buendnisfall, da sich Frankreich im Krieg befindet und um Hilfe bei Nato heute nachgesucht hat!
ich war bisher ja gegen eine Intervention in Syrien, aber nach den Attentaten vom Wochenende muss man darueber neu nachdenken.


Bei der Intervention in Syrien muss man dann wohl oder übel Assads Truppen unterstützen. Für die Bundeswehr stellt sich die Frage aber nicht. Keine Luftschläge, keine Bodentruppen, steht schon fest. Logistische Hilfe oder Aufklärungsflüge wären denkbar, mehr nicht. Unsere Truppe ist zu schwach um gegen einen wirklich entschlossenen Gegner zu kämpfen, hier geht es nicht darum wie in Afghanistan mit absehbarem Risiko ein wenig herumzuballern.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon zollagent » Di 17. Nov 2015, 13:23

yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:21 hat geschrieben:
Bei der Intervention in Syrien muss man dann wohl oder übel Assads Truppen unterstützen. Für die Bundeswehr stellt sich die Frage aber nicht. Keine Luftschläge, keine Bodentruppen, steht schon fest. Logistische Hilfe oder Aufklärungsflüge wären denkbar, mehr nicht. Unsere Truppe ist zu schwach um gegen einen wirklich entschlossenen Gegner zu kämpfen, hier geht es nicht darum wie in Afghanistan mit absehbarem Risiko ein wenig herumzuballern.

Ich sehe keinen Grund, die Truppen eines Tyrannen zu unterstützen. Den hinwegzufegen zusammen mit dem IS, das würde Syrien am ehesten dienen, einen Weg zu einer weniger repressiven Gesellschaft zu finden.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:25

zollagent » Di 17. Nov 2015, 13:23 hat geschrieben:Ich sehe keinen Grund, die Truppen eines Tyrannen zu unterstützen. Den hinwegzufegen zusammen mit dem IS, das würde Syrien am ehesten dienen, einen Weg zu einer weniger repressiven Gesellschaft zu finden.


Du wirst es erleben. Die werden den Teufel tun und gegen die Truppen Assads zu kämpfen. Man wird sich da arrangieren müssen, dabei ist es egal was einige Leute meinen hoffen zu müssen.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon relativ » Di 17. Nov 2015, 13:27

yogi61 » Di 17. Nov 2015, 13:21 hat geschrieben:
Bei der Intervention in Syrien muss man dann wohl oder übel Assads Truppen unterstützen. Für die Bundeswehr stellt sich die Frage aber nicht. Keine Luftschläge, keine Bodentruppen, steht schon fest. Logistische Hilfe oder Aufklärungsflüge wären denkbar, mehr nicht. Unsere Truppe ist zu schwach um gegen einen wirklich entschlossenen Gegner zu kämpfen, hier geht es nicht darum wie in Afghanistan mit absehbarem Risiko ein wenig herumzuballern.

Naja zu schwach ist zu pauschal. Zu schwach allein vorzugehen,ja, aber mit alliierten Nachschub, Luftunterstützung ect. ist natürlich auch eine Beteiligung der Bundeswehr sehr wohl möglich.
Das die Bundeswehr einen Bodenkampf und Städte- Gebietseroberungen gegen die IS durchsetzen kann, halte ich für sehr wahrscheinlich, da auch die Bundeswehr wesentlich bessere Ausrüstung hat. Aber darauf würde sich die IS ja gar nicht einlassen bzw. würde sie es nicht lange durchhalten können. Das Problem wir mal wieder die asymetrische Kriegsführung mit all ihren Risiken für eine Landarmee.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Deutsche bzw Nato-Bodentruppen ggn IS eine sinnvolle Opt

Beitragvon relativ » Di 17. Nov 2015, 13:29

zollagent » Di 17. Nov 2015, 13:23 hat geschrieben:Ich sehe keinen Grund, die Truppen eines Tyrannen zu unterstützen. Den hinwegzufegen zusammen mit dem IS, das würde Syrien am ehesten dienen, einen Weg zu einer weniger repressiven Gesellschaft zu finden.

Stimme zu, alles nicht Demokratisches und Radikales muss aus dieser Region entfernt werden, nur dann macht ein Bodeneinsatz wirklich Sinn.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.

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