Die Kurden

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TomToxBox

Re: Die Kurden

Beitragvon TomToxBox » Mo 27. Jul 2015, 02:56

Jekyll » So 26. Jul 2015, 22:16 hat geschrieben:Wovon redest du da eigentlich?


Von dem was tatsächlich in Syrien passiert.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Provokateur » Mo 27. Jul 2015, 08:14

Aluhut.
Dass der IS in einem Irak, wo die USA nicht völkerrechtswidrig eingegriffen hätten, wesentlich leichteres Spiel gehabt hätte, geht dir zum Beispiel nicht mal auf.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Die Kurden

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 27. Jul 2015, 08:37

schokoschendrezki hat geschrieben:So aber wird durch die offizielle Darstellung von Bundesregierung und Bundeswehr das Bild vermittelt, es handele sich bei den entsprechenden Kurdenparteien um "lupenreine Demokraten" und natürliche Verbündete. Das weckt extremes Misstrauen.


Kardux » Fr 24. Jul 2015, 19:46 hat geschrieben:Was in dem Bericht steht könnte ich fast völlständig unterschreiben. Die Frage stellt sich nur wo es im Nahen Osten lupenreine Demokraten geben sollte. Die einzige Demokratie im Nahen Osten ist Israel, und wenn man den Judenstaat mit westlichen Maßstäben misst sind auch sie weit entfernt von einer lupenreinen Demokratie. Und das hat seine Gründe.

Ich denke ich habe in diesem Strang mehr als einmal betont das ich ein Problem damit habe das man die Kurden in den westlichen Medien als progressives Volk darstellt. Das sind wir nicht. Ja, was in dem Bericht geschrieben steht trifft den Nagel meist auf den Kopf. Aber wenn man über Korruption und Nepotismus berichten will könnte man genauso gut den Iran oder die Türkei als Beispiele heranziehen. Wenn man die Clanstrukturen anspricht könnte man auch die arabischen Golfstaaten erwähnen. Die Kurden sind in der Hinsicht nicht besser oder schlechter als ihre muslimischen Nachbarn.

Was die Kurden für den Westen so interessant macht ist ihre moderate Auslegung des Islams und die Tatsache das die Kurden keinerlei Großmachtsansprüche stellen, ganz anders als Araber, Türken oder Perser...

...


Danke für die Informationen. Bestätigt mich ein wenig in dem (vorsichtigen und ungefähren) Verdacht einer Parallele zum Regionalfürsten Kadyrow im tschetschenischen Grosny. Auch er gibt sich ja explizit als Kämpfer gegen den tschetschenischen Wahabismus, der auch - ähnlich wie der IS - seine islamistische Mission keineswegs aufs eigene Land beschränkt sieht. Und die Tatsache, dass Kadyrow auf der einen Seite zu seinen Geburtstagspartys westliche Popstars auftreten lässt und sich gegen Ehrenmorde ausspricht, auf der anderen Seite aber eben solche deckt und sich selbst zum "Imam seines Volkes" ausrufen will, zeichnet ebenfalls dieses ambivalente Bild eines für den Westen (in dem Fall für Moskau) attraktiven, weil moderaten islams, bei dem man allerdings besser nicht so genau hinschaut, was die Geheimpolizei so treibt und was in den Staatsgefängnissen so vor sich geht. Und schließlich und endlich die Parallele von Grosny und Erbil in ihrem Weg von unbedeutenden (bzw. im Fall von Grosyn komplett zersörten) Provinznestern zu florierenden regionalen Metropolen.

Wäre aber vielleicht Thema für einen Extra-Thread.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Provokateur » Mo 27. Jul 2015, 10:27

Ich war bisher der Annahme, dass die militante Salafiyya und nicht die Wahabiyya in Tschetschenien kämpft (wobei die Anerkennung des Hauses Saud ja im Grunde der einzige Unterschied ist).

Hast du dazu eine Quelle?
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Kardux » Mi 29. Jul 2015, 16:49

Jekyll hat geschrieben:Sie haben gerade selber einen souveränen Staat wie die Türkei mit Terrororganisationen wie IS und der PKK verglichen...von daher erübrigt sich jetzt jedwede Erläuterung, wie sowas gehen kann. Zwei Terrorgruppen miteinander zu vergleichen müsste Ihen jetzt umso leichter fallen. Lesen Sie einfach mal Ihre eigenen Beiträge, wenn Sie mal nüchtern drauf sind.


Na und ? Das Nazi- Reich war auch ein souveraener Staat. Und das Osmanische Reich welches die Christenheit ausgeloescht hat war genauso souveraen und international anerkannt. Nur weil die Tuerkei ein anerkanntes Land ist und Mitglied der NATO macht es sie nicht unantastbar.

Sie sprachen von der Toetung von Zivilisten und auch von Terror. Dies trifft auf die tuerkische Republik zu. Wenn ich Ihnen das belegen soll, dann werde ich das gerne tun und das habe ich auch sehr oft in diesem Forum !

Jekyll hat geschrieben:Wenn Sie jetzt noch zugeben würden, dass das keine "Fehler" waren sondern gezielte, geplante Tötungen (neben anderen kriminellen Machenschaften), dann würde Ihr Erkenntnisprozess zu einem sinnvollen Abschluss kommen. Gezielt unschuldige Menschen zu töten ist kein "Fehler", Kardux, sondern eine kriminelle Handlung. Hat Ihnen das bisher niemand gesagt?


Meinen Sie mit kriminellen Machenschaften, die Drogengeschaefte der PKK ?

Also wie gesagt, die PKK hat kriminelle Handlungen veruebt und sie tut es teils auch noch heute, aber dasselbe trifft auf die Tuerkei zu - souveraener Staat hin oder her. Die PKK ist nichts weiter als eine Antwort auf den tuerkischen Staatsterror den es lange vor der Gruendung der PKK gab.

Ich persoenlich bin auch nicht mit der PKK und seinen Machenschaften einverstanden. Die straffe Fuehrung, der Fuehrerkult, die sehr linke Ideologie, und das diktatorische Wesen der Partei verschafft der PKK gewiss ein sehr schlechtes Image aber der Kampf gegen den tuerkischen Staatsterrorismus bleibt eine gerechte Sache. Die PKK kaempft fuer eine gerechte Sache, das Sie das aus tuerkischer Sicht anders sehen ist mir bewusst, aber das gibt Ihnen nicht das Recht den kurdischen Widerstand per se zu diskreditieren.

Jekyll hat geschrieben:Auch solche Äußerungen wie "Faschist" und dergleichen lassen Sie zukünftig sein.


Und schreiben davor noch:
Jekyll hat geschrieben:=> Deduktion: Kurdisches Volk = Affinität zum Terrorismus, Kriminalität, Mord und Totschlag...


Ach und darueber hinaus haben Kurden keine Manieren und eine ungepflegte Erscheinung.

Wie sollte ich Aussagen wie "Faschist" unterlassen wenn Sie mir in jedem Ihrer Beitraege neues Material bieten ? Lesen Sie doch Ihre Beitraege, niemand verlangt das Sie die Kurden moegen muessen, aber wenn es nach Ihnen geht muessen sich Kurden abschlachten lassen und ihre Identitaet aufgeben. Sie haben nicht nur ein Problem mit der PKK, nein, auch mit den Peshmerga. Minderheitenrechte fuer Uyguren und andere unterdrueckter Turkvoelker koennen Sie bestimmt lautstark einfordern (ich auch) aber dasselbe Recht wollen Sie den Kurden nicht zugestehen. Sie sehen in den Kurden nur Untermenschen die es nicht verdient haben ihre Sprache und Kultur auszuleben. Aber ich vergas, aus Ihrer Sicht gibt es ja auch gar keine kurdische Sprache und was Sie von unserer Kultur halten, das haben Sie ja schon beschrieben (Stichwort: keine Manieren und ungepflegtes Erscheinungsbild und Hang zum Terrorismus). Das macht Sie fuer mich zu einem Faschisten. Dem muessen Sie erst einmal argumentativ entgegen treten.

Jekyll hat geschrieben:Also, ich als toleranter Mensch mit humanistischen Grundansichten würde eine terroristische Organisation wie die PKK nicht mit dem kurdischen Volk gleichsetzen wollen. Aber wer es schafft, einen souveränen Staat mit Terrororganisationen gleichzusetzen, kriegt das sicher auch hin.


Sie toleranter Mensch mit humanistischen Grundansichten haben sich jedoch nicht dazu geaeussert weshalb ein PKK- Ableger in den Kurdengebieten die absolute Mehrheit stellt !? Ich persoenlich setze nicht die PKK mit dem kurdischen Volk gleich, das kann man auch gar nicht, aber trotzdem ist die PKK eine kurdische Bewegung die in erster Linie fuer Kurden kaempft. Zu behaupten die PKK haette mit dem kurdischen Volk nichts zu tun ist ein Schwachsinn, wie kann man sowas argumentativ ueberhaupt erklaeren ?

Jekyll hat geschrieben:Ok, Sie kriegen jetzt die Chance, zu beweisen, dass dem tatsächlich so ist. Quellen bitte - seriöse. Andernfalls brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn Ihre Ausführungen als plumpe antitürkische und prokurdische Propaganda entlarvt werden.


Antituerkische Propaganda ? Soll ich der Tuerkei Beifall klatschen das sie 30 km von mir entfernt kurdische Doerfer pausenlos bombardiert und dabei Zivilisten (die nicht mit der PKK sympathisieren) verletzen und um ihr Hab und Gut bringen ?

Yesterday on the 24th of July, at 10:55pm Turkish jets have bombed Kurdish areas (Xakurke, Qandil, Behdinan, Zap, Gare, Basye, Amedia, and Avasin) in south Kurdistan where mostly PKK guerrillas and civilians are situated. This attacks are still continuing.

The AKP government authorized Turkish military and air force to bomb these civilian areas, including in Xakurke and the Enze village in Qandil. Reports from local sources indicate that a number of civilians were injured during these attacks, with villages, farms and homes destroyed.

http://kurdistantribune.com/2015/turkish-jets-bomb-kurdish-guerrillas-and-civilians-in-south-kurdistan-iraq/

Jekyll hat geschrieben:Abgesehen davon gibt es auch so etwas wie Kollateralschäden, zu denen es bei größeren Militäraktionen zwangsläufig kommt.


Ich dachte Sie waeren ein toleranter Mensch mit humanistischen Grundansichten ? "Kollateralschaeden" ist ein Begriff aus der Rhetorik eines Kriegstreibers - das hat mit Humanismus herzlich wenig zu tun.

Jekyll hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass ich hier derjenige bin, der bei anderen so einen Eindruck erweckt.


Wie koennen Sie fuer andere Leute sprechen ? Woher wollen Sie wissen wie wir beide durch unsere Beitraege wirken ?

Der User "Kopernikus" meinte:
Kopernikus hat geschrieben:"Hin und wieder keimt auch in mir der leise Verdacht auf, dass sich hier viele Lobbyisten herumtummeln, die PR-Arbeit für die Türkei leisten oder sowas. Aber das ist natürlich Unsinn. Völlig abwegig, sowas auch nur in Erwägung zu ziehen."


Ich halte Sie zwar nicht fuer einen bezahlten Lobbyisten, weil es Ihnen in der Hinsicht sowohl an profunden Informationen wie auch der passenden Rhetorik fehlt (ich habe schon mit tuerkischen Lobbyisten diskutiert) aber das Sie gefangen sind in der tuerkischen Perspektive ist klar zu erkennen. Sie sind gar nicht imstande auch nur ein kritisches Wort ueber die Tuerkei zu verlieren. Wenn, dann sind Sie ein Hobby- Lobbyist, und User wie Kopernikus haben das erkannt !

Jekyll hat geschrieben:Richtig. Weil es die PKK war, die Terroranschläge verübt hat und immer noch verübt, und nicht irgendwer anderer. Ein absolut leicht erklärbarer Vorgang.


Und weshalb hat die PKK Terroranschlaege veruebt ? Weshalb sind tausende junge Menschen in den Bergen ? Jede Bewegung hat seinen Hintergrund. Der IS, Al- Qaida und andere jihadistische Bewegungen kaempfen nur fuer eine Ideologie, die PKK fuer ein unterdruecktes Volk. Die arabische PLO wurde auch als Terrororganisation eingestuft und was geschah danach ?

Es war die PKK die 1984 den Kampf gegen den tuerkischen Staatsterror aufnahm, deshalb ist auch die PKK heute der Vertreter der Kurden in der Tuerkei. Im Nahen Osten hat man nur mittels Waffengewalt eine Stimme, daran hat sich nichts veraendert.

Die derzeitigen Angriffe der Tuerkei im Nordirak sind im Grunde genommen auch nur ein Mittel um seine Staerke zu praesentieren und um sich ein "Argument" zu verschaffen. Die Tuerkei weiss das sie damit der PKK militaerisch kaum etwas anrichten kann, aber es ist ein Zeichen an die kurdische Bevoelkerung das die Tuerken am Ende des Tages zu allem bereit sind. Qasi eine Erinnerung an alte Tage.

Jekyll hat geschrieben:Bin ich hier derjenige, der das kurdische Volk mit einer kriminellen, terroristischen Organisation gleichgesetzt hat?


Ich habe das kurdische Volk nirgendwo mit irgendeinander Partei oder Bewegung gleichgesetzt. ABer zu behaupten die PKK waere kein Teil des kurdischen Volkes ist die dumme tuerkische Mainstream- Meinung. Die Kurden sind gut (diejenigen die sich dem Tuerkentum unterordnen) und die PKK hat mit Kurden nichts zu tun. Es ist nur eine Bande von wurzellosen Kommunisten, Aliens, Armeniern welche die guten Kurden verfuehren wollen.

Schon klar, werter "Jekyll"...

Jekyll hat geschrieben:Wenn sie tatsächlich an ethnischen Säuberungen beteiligt und auch in andere kriminelle Machenschaften verstrickt sind (siehe schon verlinkten Artikel), sind sie kein Deut besser als Terroristen. Natürlich, was sonst?


Wie gesagt, die Peshmerga sind nicht faehig ganze Landteile abzusichern wenn IS- Unterstuetzer fleckenweise ueberall in ihren Doerfern sitzen und jede Moeglichkeit nutzen um Yeziden, Schiiten, Christen, und andere Religionen anzugreifen. Kriminell ist es, wenn man eine Bande wie den IS mit Waffen und Menschen versorgt, wenn man Jihadisten in seinen Krankenhaeusern verarztet damit sie wieder gesund werden und an die Arbeit gehen. Das waren und sind die Machenschaften der Tuerkei - ein souveraener Staat...

Jekyll hat geschrieben:Unterlassen Sie solche Behauptungen. Trotz aller Differenzen diskutiere ich wirklich gerne mit Ihnen, aber mit solchen Unterstellungen überschreiten Sie da eine Grenze, die nicht mehr zulässig sind, weil Sie mir dadurch konkret eine kriminelle Handlung unterstellen.


Aber was genau soll ich denn von Ihnen erwarten ? Wollen Sie behaupten das Sie nicht dem IS die Daumen druecken im Kampf gegen die YPG ? Aeussern Sie sich doch dazu. Haben Sie nicht ein grosses Problem damit das die Kurden in Syrien eine Stadt nach der anderen erobert haben ? Als der IS die Grenze zur Tuerkei kontrolliert hat, hatten Sie damit weit weniger Kopfschmerzen. Ich habe auch noch keinen Beitrag von Ihnen gelesen wo Sie den IS verurteilen...
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Re: Die Kurden

Beitragvon Jekyll » Do 30. Jul 2015, 01:02

Kardux » Mi 29. Jul 2015, 15:49 hat geschrieben:Na und ? Das Nazi- Reich war auch ein souveraener Staat. Und das Osmanische Reich welches die Christenheit ausgeloescht hat war genauso souveraen und international anerkannt. Nur weil die Tuerkei ein anerkanntes Land ist und Mitglied der NATO macht es sie nicht unantastbar.

Sie sprachen von der Toetung von Zivilisten und auch von Terror. Dies trifft auf die tuerkische Republik zu. Wenn ich Ihnen das belegen soll, dann werde ich das gerne tun und das habe ich auch sehr oft in diesem Forum !
Das glaube ich Ihnen gern, aber bleiben wir doch beim Thema. Bei Ihrer kreativen Art, Vergleiche anzustellen, wäre kein Land und kein Volk der Erde davor gefeit, mit irgendwelchen Terrororganisationen verglichen oder gleichgestellt zu werden. Geschenkt. Was ich meinte ist Ihnen aber wieder einmal völlig entgangen; dass ich zwei Terrororganisationen miteinander vergleiche (aber nicht unbedingt gleichsetze) ist bei Weitem nicht so abwegig wie Ihre notorische Art, den türkischen Rechtsstaat mit einer kriminellen Terrororganisation wie die PKK oder den IS zu vergleichen. Ihre Empörung über meine Betrachtungsweise - und nur darum ging es hier - zeugt von einem beträchtlichen Mangel an (selbstkritischen) Reflexionsvermögen.

Meinen Sie mit kriminellen Machenschaften, die Drogengeschaefte der PKK ?
Unter anderem, ja.

Also wie gesagt, die PKK hat kriminelle Handlungen veruebt und sie tut es teils auch noch heute, aber dasselbe trifft auf die Tuerkei zu - souveraener Staat hin oder her. Die PKK ist nichts weiter als eine Antwort auf den tuerkischen Staatsterror den es lange vor der Gruendung der PKK gab.
Sie sagen es selbst - lange vor der Gründung der PKK. Diese Zeiten, in denen übrigens nich nur die Kurden gelitten hatten sondern auch jeder der irgendwie "Links" war, sind längst vorbei. Es gibt nichts, absolut gar nichts, was den heutigen bewaffneten Kampf inkl. Terroranschläge in der Türkei noch rechtfertigen würde, wobei Letztere eigentlich nie zu rechtfertigen sind. Es bedarf immenser propagandistischer Lügen seitens der PKK und ihrer Anhänger, um diese Tatsache noch irgendwie anders interpretieren zu können.

Ich persoenlich bin auch nicht mit der PKK und seinen Machenschaften einverstanden. Die straffe Fuehrung, der Fuehrerkult, die sehr linke Ideologie, und das diktatorische Wesen der Partei verschafft der PKK gewiss ein sehr schlechtes Image aber der Kampf gegen den tuerkischen Staatsterrorismus bleibt eine gerechte Sache. Die PKK kaempft fuer eine gerechte Sache, das Sie das aus tuerkischer Sicht anders sehen ist mir bewusst, aber das gibt Ihnen nicht das Recht den kurdischen Widerstand per se zu diskreditieren.



Und schreiben davor noch:


Ach und darueber hinaus haben Kurden keine Manieren und eine ungepflegte Erscheinung.
Dass Sie überhaupt keinen Sinn für Humor haben, war mir schon klar (typische Eigenschaft von Radikalen übrigens). Der entsprechende Beitrag galt ja nicht Ihnen. Abgesehen davon habe ich nicht von Kurden gesprochen, sondern von PKK-Kämpfern.

Merken Sie es? Sie setzen schon wieder die PKK mit "den" Kurden gleich...

Wie sollte ich Aussagen wie "Faschist" unterlassen wenn Sie mir in jedem Ihrer Beitraege neues Material bieten ?
Kommt drauf an, was Sie unter "Material bieten" verstehen. Bei Ihnen sieht es so aus, dass schon das Nichtteilen und erst recht das kritische Hinterfragen der von Ihnen vertretenen Ansichten zu entsprechenden Titulierungen Ihres Gegenübers führt (ebenfalls eine typische Eigenschaft von Radikalen). Konkret reichte bei Ihnen beispielsweise meine kritische Äußerung zu den Peschmergas ("zwielichtig") in Zusammenhang zu deren fragwürdige Methoden (Vorwurf der ethnischen Säuberung) aus, mich als "IS-Unterstützer" zu bezeichnen. Das ist inakzeptabel und Sie hören mit diesem üblen Stil ab jetzt auf. Wenn Sie abweichende oder gar kritische Gegenmeinungen nicht ertragen können, sollten Sie von Diskussion Abstand nehmen.

Lesen Sie doch Ihre Beitraege, niemand verlangt das Sie die Kurden moegen muessen, aber wenn es nach Ihnen geht muessen sich Kurden abschlachten lassen und ihre Identitaet aufgeben. Sie haben nicht nur ein Problem mit der PKK, nein, auch mit den Peshmerga. Minderheitenrechte fuer Uyguren und andere unterdrueckter Turkvoelker koennen Sie bestimmt lautstark einfordern (ich auch) aber dasselbe Recht wollen Sie den Kurden nicht zugestehen. Sie sehen in den Kurden nur Untermenschen die es nicht verdient haben ihre Sprache und Kultur auszuleben. Aber ich vergas, aus Ihrer Sicht gibt es ja auch gar keine kurdische Sprache und was Sie von unserer Kultur halten, das haben Sie ja schon beschrieben (Stichwort: keine Manieren und ungepflegtes Erscheinungsbild und Hang zum Terrorismus). Das macht Sie fuer mich zu einem Faschisten. Dem muessen Sie erst einmal argumentativ entgegen treten.
(Hervorhebungen von mir.)

Ich muss hier in der Tat gegen etwas entgegentreten, das wird mir beim Lesen dieser Sätze gerade so richtig bewusst. Das Problem scheint mir aber eher psychologischer Natur zu sein. Da ist Argumentieren kein leichtes Unterfangen.

Antituerkische Propaganda ? Soll ich der Tuerkei Beifall klatschen das sie 30 km von mir entfernt kurdische Doerfer pausenlos bombardiert und dabei Zivilisten (die nicht mit der PKK sympathisieren) verletzen und um ihr Hab und Gut bringen ?
Ich hatte um seriöse Quellen gebeten. Und niemand verlangt von Ihnen, dass Sie Beifall klatschen, es genügt, wenn Leute wie Sie aufhören würden, mit antitürkischer Propaganda Öl ins Feuer zu gießen.

PS: Sie schreiben "30 km von mir entfernt"; darf ich erfahren, wo genau Sie sich zurzeit aufhalten?

Ich dachte Sie waeren ein toleranter Mensch mit humanistischen Grundansichten ? "Kollateralschaeden" ist ein Begriff aus der Rhetorik eines Kriegstreibers - das hat mit Humanismus herzlich wenig zu tun.
Dann sollten Sie Ihren Sprachschatz um die Begriffe "Realitätssinn" und "Pragmatismus" erweitern.

Wie koennen Sie fuer andere Leute sprechen ? Woher wollen Sie wissen wie wir beide durch unsere Beitraege wirken ?
Von "Wissen" habe ich auch nicht gesprochen, sondern habe eine Vermutung angestellt.

Und weshalb hat die PKK Terroranschlaege veruebt ? Weshalb sind tausende junge Menschen in den Bergen ? Jede Bewegung hat seinen Hintergrund. Der IS, Al- Qaida und andere jihadistische Bewegungen kaempfen nur fuer eine Ideologie, die PKK fuer ein unterdruecktes Volk.
Das ist eine recht einseitige, um nicht zu sagen naive Art, solche Phänomene zu interpretieren (gute PKK-Terroristen, böse IS-Terroristen). Und was die Hintergründe angeht würde ich nicht so sehr auf monokausale Erklärungen setzen, und auch die Angemessenheit der Reaktionen z. B. seitens der PKK ist es wert, sich ein paar (selbst)kritische Gedanken darüber zu machen.

Es war die PKK die 1984 den Kampf gegen den tuerkischen Staatsterror aufnahm, deshalb ist auch die PKK heute der Vertreter der Kurden in der Tuerkei. Im Nahen Osten hat man nur mittels Waffengewalt eine Stimme, daran hat sich nichts veraendert.
Was die Türkei angeht hat es diese Veränderung gegeben. Mag aber sein, dass solche positiven Verändeurngen inkl. der daraus sich ergebenden Chancen einem radikaliserten, zum Militanten neigenden Geist nicht mehr wahrzunehmen sind.

Ich habe das kurdische Volk nirgendwo mit irgendeinander Partei oder Bewegung gleichgesetzt. ABer zu behaupten die PKK waere kein Teil des kurdischen Volkes ist die dumme tuerkische Mainstream- Meinung. Die Kurden sind gut (diejenigen die sich dem Tuerkentum unterordnen) und die PKK hat mit Kurden nichts zu tun. Es ist nur eine Bande von wurzellosen Kommunisten, Aliens, Armeniern welche die guten Kurden verfuehren wollen.

Schon klar, werter "Jekyll"...
Ich fürchte bei Ihnen ist so gar nichts klar. Ich mag es wirklich nicht, mich zu wiederholen, aber Ihre systematische Art, hier sinn- und zusammenhangslose Schlussfolgerungen zu ziehen zwingt mich dazu; Sie haben offenkundig Schwierigkeiten, Ihre eigenen Äußerungen zu verstehen, oder haben einfach nur Gedächtnisprobleme. Beim Letzteren würde ein schneller Blick auf Ihre (und meine) Beiträge reichen.

Aber was genau soll ich denn von Ihnen erwarten ? Wollen Sie behaupten das Sie nicht dem IS die Daumen druecken im Kampf gegen die YPG ?
Tja, was soll ich sagen, Sherlock...Sie haben mich erwischt!

Aeussern Sie sich doch dazu. Haben Sie nicht ein grosses Problem damit das die Kurden in Syrien eine Stadt nach der anderen erobert haben ?
Ich kann vor Sorge kaum noch schlafen.

Als der IS die Grenze zur Tuerkei kontrolliert hat, hatten Sie damit weit weniger Kopfschmerzen.
Sie kennen meine Krankenakte? Ich wusste nicht einmal, dass ich überhaupt eine habe...beeindruckend.

Ich habe auch noch keinen Beitrag von Ihnen gelesen wo Sie den IS verurteilen...
Aber sicher, wenn Sie etwas nicht sehen, existiert es auch nicht. Das ist natürlich ein ausreichender Grund, explizite Schlussfolgerungen über Personen, die man kaum kennt, anzustellen...brillant!
Sie schufen eine Wüste und nannten es...Frieden.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Kardux » Do 30. Jul 2015, 11:11

Jekyll hat geschrieben:Das glaube ich Ihnen gern, aber bleiben wir doch beim Thema. Bei Ihrer kreativen Art, Vergleiche anzustellen, wäre kein Land und kein Volk der Erde davor gefeit, mit irgendwelchen Terrororganisationen verglichen oder gleichgestellt zu werden. Geschenkt. Was ich meinte ist Ihnen aber wieder einmal völlig entgangen; dass ich zwei Terrororganisationen miteinander vergleiche (aber nicht unbedingt gleichsetze) ist bei Weitem nicht so abwegig wie Ihre notorische Art, den türkischen Rechtsstaat mit einer kriminellen Terrororganisation wie die PKK oder den IS zu vergleichen. Ihre Empörung über meine Betrachtungsweise - und nur darum ging es hier - zeugt von einem beträchtlichen Mangel an (selbstkritischen) Reflexionsvermögen.


Ich finde es schon amüsant wie Sie mir Mangel an selbstkritischen Reflexionsvermögen vorwerfen. Zeigen Sie mir auch nur einen Ihrer 6000 Beiträge in der Sie Selbstkritik an der Türkei (speziell an der AKP) zeigen.

Ich bin gar nicht empört über Ihre Betrachtunsweise, aber ich lasse Ihre Aussagen nicht einfach so stehen.

Abgesehen davon ist es nicht so einfach jedes Land bzw. Volk mit einer Terrororganisation zu vergleichen. Die Türkei hat jedoch mit seiner Kurdenpolitik gezeigt das es ein mehr als nur zwielichtiger Rechtsstaat ist. Und mit der Unterstützung des IS hat die Türkei dies nochmal deutlich unterstrichen. Deshalb ist es für mich legitim wenn ich einen Terrorstaat mit einer Terrororganisation vergleiche.

Jekyll hat geschrieben:Meinen Sie mit kriminellen Machenschaften, die Drogengeschaefte der PKK ?
Unter anderem, ja.


Absolut richtig ! Und wenn Sie wollen dann zeige ich Ihnen im Detail die Drogengeschäfte des türkischen "Rechtsstaates". Was sagen Sie dazu ?
Die PKK ist ja offiziell nur eine Terrororganisation (was ihre Drogengeschäfte natürlich nicht besser macht) aber von einem Rechtsstaat wie die Türkei dürfte man schon mehr erwarten...

Jekyll hat geschrieben:Sie sagen es selbst - lange vor der Gründung der PKK. Diese Zeiten, in denen übrigens nich nur die Kurden gelitten hatten sondern auch jeder der irgendwie "Links" war, sind längst vorbei. Es gibt nichts, absolut gar nichts, was den heutigen bewaffneten Kampf inkl. Terroranschläge in der Türkei noch rechtfertigen würde, wobei Letztere eigentlich nie zu rechtfertigen sind. Es bedarf immenser propagandistischer Lügen seitens der PKK und ihrer Anhänger, um diese Tatsache noch irgendwie anders interpretieren zu können.


Schauen Sie in Ihre türkische Verfassung, alles andere erübrigt sich. Die Kurden sind als Volk weiterhin nicht existent in der Türkei - von wirklichen Minderheitenrechten kann nicht die Rede sein. Die AKP versucht schon heute die Kurden wieder aus dem Parlament zu kegeln, trotz der undemokratischen 10%- Hürde, welche die HDP gepackt hat. Würde die PKK heute die Waffen niederlegen und sich auflösen würde das die Kurden um Jahrzehnte zurück werfen. Der türkische Staat würde dies dankend annehmen um die Kurden wieder "zurecht zu stutzen". Das Spiel kennen wir schon...

Jekyll hat geschrieben:Dass Sie überhaupt keinen Sinn für Humor haben, war mir schon klar (typische Eigenschaft von Radikalen übrigens). Der entsprechende Beitrag galt ja nicht Ihnen. Abgesehen davon habe ich nicht von Kurden gesprochen, sondern von PKK-Kämpfern.

Merken Sie es? Sie setzen schon wieder die PKK mit "den" Kurden gleich...


Ich bin kein Radikaler ;)
Im Gegensatz zu Ihnen bin ich bereit über ALLES zu diskutieren, ohne Tabus. Ich bin zwar kurdischer Nationalist und nehme Sachen in erster Linie nur aus kurdischer Perspektive auf, bin aber stets bereit über meinen eigenen Tellerrand zu schauen. Ich weiß auch nicht was an Ihren Aussagen jetzt so humorvoll sein soll. Sie versuchen ein Bild von PKK- Kämpfern zu malen und vergessen dabei das diese Kämpfer zu 95 % Kurden sind. Ich setze nicht die PKK mit den Kurden gleich, aber die PKK ist und bleibt eine kurdische Partei, die Akteure sind Kurden. Das Menschen, die in Höhlen und Tälern leben grob und ungepflegt ausschauen liegt wohl auf der Hand, ob diese aber keine Manieren haben, können Sie gar nicht beurteilen. Haben Sie überhaupt schon PKK- Kämpfer in den Bergen besucht ? Ich zumindest schon. Von schlechten Manieren kann nicht die Rede sein. Ich empfand die PKK- Kämpfer immer nur sehr stur in ihrer Denkweise, sie erinnern mich eigentlich immer an türkische Nationalisten, was die Sturheit betrifft. Den Führerkult haben sie auch von den Türken übernommen. Für mich völlig befremdlich.

Jekyll hat geschrieben:Kommt drauf an, was Sie unter "Material bieten" verstehen. Bei Ihnen sieht es so aus, dass schon das Nichtteilen und erst recht das kritische Hinterfragen der von Ihnen vertretenen Ansichten zu entsprechenden Titulierungen Ihres Gegenübers führt (ebenfalls eine typische Eigenschaft von Radikalen). Konkret reichte bei Ihnen beispielsweise meine kritische Äußerung zu den Peschmergas ("zwielichtig") in Zusammenhang zu deren fragwürdige Methoden (Vorwurf der ethnischen Säuberung) aus, mich als "IS-Unterstützer" zu bezeichnen. Das ist inakzeptabel und Sie hören mit diesem üblen Stil ab jetzt auf. Wenn Sie abweichende oder gar kritische Gegenmeinungen nicht ertragen können, sollten Sie von Diskussion Abstand nehmen.


Sie haben das Recht, die Methoden der Peshmerga in Frage zu stellen, aber ich erkenne doch Ihre Gedanken. Sie stören sich nicht am Schicksal der arabischen Bevölkerung im Irak, sondern mehr an den Erfolgen der Kurden (egal ob im Irak oder Syrien). Sie können es nicht ertragen das die Kurden im Irak so kurz vor der Unabhängigkeit stehen und die Kurden in Syrien kurz vor der Autonomie stehen. Die einzige Kraft die derzeit aktiv gegen das Selbstbestimmungsrecht der Kurden kämpft ist der IS. Abgesehen davon kämpft der IS gegen alles und jeden der sich ihm in den Weg steht. Die türkische Regierung unterstützt den IS und andere Jihadisten nicht nur im Kampf gegen die Schiiten sondern auch gezielt gegen die Kurden. Sogar die südkurdische Partei im Nordirak (PDK) welche eigentlich gute Beziehungen zur AKP pflegt wurde Zeuge von der kurdophoben Haltung Erdogans, als er im August letzten Jahres der PDK den Rücken kehrte und den IS gewährend ließ. Weshalb wandten sich in den letzten Wahlen so viele Kurden von Erdogan ab ? Genau das war der Grund. Weil weder Erdogan noch die Türkei allgemein zwischen der PKK und anderen Kurden unterscheiden.

Für mich sind Sie, werter "jekyll" ein IS- Sympathisant. Das können Sie gerne anhand von Argumenten widerlegen. Nur zu.

Jekyll hat geschrieben:(Hervorhebungen von mir.)

Ich muss hier in der Tat gegen etwas entgegentreten, das wird mir beim Lesen dieser Sätze gerade so richtig bewusst. Das Problem scheint mir aber eher psychologischer Natur zu sein. Da ist Argumentieren kein leichtes Unterfangen.


Wieso weichen sie aus ? Äußern Sie sich doch dazu.

Jekyll hat geschrieben:Ich hatte um seriöse Quellen gebeten. Und niemand verlangt von Ihnen, dass Sie Beifall klatschen, es genügt, wenn Leute wie Sie aufhören würden, mit antitürkischer Propaganda Öl ins Feuer zu gießen.


Die Quelle war seriös. Ich betreibe keine Propaganda, sondern kritisiere das Verhalten der türkischen Regierung gegenüber dem kurdischen Volk. Wie kann man nur glauben das man die Kurden heute noch knechten kann. Die Türken müssen anfangen die Kurden als gleichwertiges Volk anzuerkennen.

Jekyll hat geschrieben:PS: Sie schreiben "30 km von mir entfernt"; darf ich erfahren, wo genau Sie sich zurzeit aufhalten?


Die Stadt heißt Zakho und ist 20 km von der türkischen Grenze entfernt (gegenüber von Silopi).

Jekyll hat geschrieben:Dann sollten Sie Ihren Sprachschatz um die Begriffe "Realitätssinn" und "Pragmatismus" erweitern.


Darum geht es nicht. Man kann nicht von sich behaupten humanistische Grundansichten zu haben, aber locker und leicht von Kollateralschäden (wenn es um Zivilisten geht) zu sprechen. Sagen Sie einfach das Sie ein pragmatischer türkischer Hobby- Lobbyist sind. Wäre das nicht treffender ?

Jekyll hat geschrieben:Was die Türkei angeht hat es diese Veränderung gegeben. Mag aber sein, dass solche positiven Verändeurngen inkl. der daraus sich ergebenden Chancen einem radikaliserten, zum Militanten neigenden Geist nicht mehr wahrzunehmen sind.


Ja, das Aufrollen von Panzern, und der Einsatz der Kampfjets zeigt die Veränderung der Türkei sehr deutlich. :D
Das die Türkei mitten im Friedensprozeß mit der PKK Kasernen bauen liess zeigte auch das die Türkei in Zukunft sich ausschliesslich dem Pazifismus widmen wird.

Ich kenne kaum ein Volk das militanter ist als die Türken. Wo auf der Welt besingen Mütter ihre Söhne wenn sie in den Militärdienst einberufen werden ? Ja, in der Türkei ! Wo auf der Welt gibt es mehr rechte Parteien als in der Türkei - das Land müssen Sie mir erst einmal zeigen.

Hätte der kurdische Widerstand etwa eine neue Gandhi- Bewegung werden sollen, unter solchen Umständen ?

Jekyll hat geschrieben:Ich fürchte bei Ihnen ist so gar nichts klar. Ich mag es wirklich nicht, mich zu wiederholen, aber Ihre systematische Art, hier sinn- und zusammenhangslose Schlussfolgerungen zu ziehen zwingt mich dazu; Sie haben offenkundig Schwierigkeiten, Ihre eigenen Äußerungen zu verstehen, oder haben einfach nur Gedächtnisprobleme. Beim Letzteren würde ein schneller Blick auf Ihre (und meine) Beiträge reichen.


Sie weichen wieder aus. Sind die PKK- Kämpfer keine Kurden und kämpfen sie nicht für kurdische Rechte? Das ist meine Frage, wenn Sie nicht darauf eingehen wollen ist das eine andere Geschichte, aber Sie brauchen mir nicht vorwerfen ich würde meine eigenen Äußerungen nicht verstehen.

Jekyll hat geschrieben:Tja, was soll ich sagen, Sherlock...Sie haben mich erwischt!


Ja, Sie drücken dem IS die Daumen. Das brauchen Sie auch gar nicht ins Lächerliche zu ziehen. Es ist wohl eher erbärmlich.

Jekyll hat geschrieben:Aber sicher, wenn Sie etwas nicht sehen, existiert es auch nicht. Das ist natürlich ein ausreichender Grund, explizite Schlussfolgerungen über Personen, die man kaum kennt, anzustellen...brillant!


Und schon wieder lenken Sie ab. In Ihren 6000 Beiträgen haben Sie weder irgendwann die Türkei kritisiert noch haben Sie den IS verurteilt. Ich kann Sie auch nur nach Ihren Beiträgen einschätzen, und diese sind schon sehr offenkundig. Sie drücken dem IS die Daumen, mehr muss ich wohl nicht sagen.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Jekyll » Do 30. Jul 2015, 18:48

Kardux » Do 30. Jul 2015, 10:11 hat geschrieben:Abgesehen davon ist es nicht so einfach jedes Land bzw. Volk mit einer Terrororganisation zu vergleichen.
Jetzt entäuschen Sie mich aber. Warum auf einmal so inkonsequent? Wenn man will, findet man immer bei irgendwem irgendeinen Dreck am Stecken. Mich haben Sie ja auch als einen "IS-Unterstützer" entlarvt, mit einem Null Komma nichts an Indizien. Was halten Sie beispielsweise von USA? Müssten die Vereinigten Staaten nicht erst recht ein Terrorstaat bzw. Terrorpate sein, nach Ihrer Denke?

Die Türkei hat jedoch mit seiner Kurdenpolitik gezeigt das es ein mehr als nur zwielichtiger Rechtsstaat ist. Und mit der Unterstützung des IS hat die Türkei dies nochmal deutlich unterstrichen. Deshalb ist es für mich legitim wenn ich einen Terrorstaat mit einer Terrororganisation vergleiche.
Dann werden Sie mir sicher zustimmen, dass es erst recht legitim ist, eine Terrororganisation mit einer anderen zu vergleichen, nämlich die kurdische Terrororganisation PKK mit der islamistischen Terrororganisation IS. Wozu also die Aufregung?

Und wenn Sie wollen dann zeige ich Ihnen im Detail die Drogengeschäfte des türkischen "Rechtsstaates". Was sagen Sie dazu ?
Nein, Danke. Ein ander mal vielleicht. Dank Ihnen ist mein Bedarf an propagandistischen "Detailwissen" fürs Erste gedeckt. Vielleicht finden Sie irgendwelche Türkenhasser in diesem Forum, mit denen Sie Ihre "profunden Kenntnisse" teilen können. Ich stehe für sowas nicht zur Verfügung, bedaure.

Die PKK ist ja offiziell nur eine Terrororganisation (was ihre Drogengeschäfte natürlich nicht besser macht)
Die PKK ist auch reell eine Terrororganisation.

Auf meine Feststellung, dass es nichts gibt, was den heutigen bewaffneten Kampf inkl. Terroranschläge in der Türkei noch rechtfertigen würde, antworteten Sie mit:
Schauen Sie in Ihre türkische Verfassung, alles andere erübrigt sich. Die Kurden sind als Volk weiterhin nicht existent in der Türkei - von wirklichen Minderheitenrechten kann nicht die Rede sein.
So ganz ohne Minderheitenrechte sind die Kurden aber auch nicht (gerade wegen Erdogan). Aber ist das jetzt alles, was Sie an Rechtfertigung für den bewaffneten Kampf inkl. Separationsbestrebungen und Terrorangriffe bieten können? Imgrunde geben Sie damit Herrn Erdogan Recht. Mit Leuten wie euch kann man nicht verhandeln.

Für mich sind Sie, werter "jekyll" ein IS- Sympathisant. Das können Sie gerne anhand von Argumenten widerlegen. Nur zu.
Da muss ich Sie wohl über gewisse rechtsstaatliche Gepflogenheiten aufklären: Ich muss hier nichts "widerlegen", sondern Sie müssen eine Behauptung/Anschuldigung, die Sie aufgestellt haben, belegen. Ja wo kämen wir denn hin, wenn jeder jedem alles mögliche unterstellen und dann die Beweislast dem Beschuldigten auferlegen würde? Solche Praktiken mögen vielleicht in der PKK die Norm sein, wo erst geschossen dann gefragt wird (wenn überhaupt). Aber in einem Rechtsstaat läuft das nunmal anders, hier in diesem Forum mit Sicherheit auch. Ich werde Sie nicht nochmal dazu auffordern, solche Unterstellungen sein zu lassen.

Bereitet Ihnen mein Nick irgendwie Unbehagen?

Und schon wieder lenken Sie ab. In Ihren 6000 Beiträgen haben Sie weder irgendwann die Türkei kritisiert noch haben Sie den IS verurteilt. Ich kann Sie auch nur nach Ihren Beiträgen einschätzen, und diese sind schon sehr offenkundig. Sie drücken dem IS die Daumen, mehr muss ich wohl nicht sagen.
Sherlock, überlegen Sie doch mal: wäre ich tatsächlich ein IS-Symphathisant oder gar Unterstützer, würde ich dann nicht bewusst Kritik und Distanzierung vortäuschen, um sie dann besser propagandistisch unterstützen zu können? Etwa...ja...genauso wie Sie sich in Bezug auf die PKK verhalten?
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Re: Die Kurden

Beitragvon Kardux » Do 30. Jul 2015, 20:01

Jekyll hat geschrieben:Dann werden Sie mir sicher zustimmen, dass es erst recht legitim ist, eine Terrororganisation mit einer anderen zu vergleichen, nämlich die kurdische Terrororganisation PKK mit der islamistischen Terrororganisation IS. Wozu also die Aufregung?


Nein, keinen Grund zur Aufregung. Ich meinte auch nur das man neben den Terrororganisationen IS und PKK auch den Terrorstaat Türkei in die Liste aufnehmen kann. Mehr wollte ich nicht hören.

Jekyll hat geschrieben:Nein, Danke. Ein ander mal vielleicht. Dank Ihnen ist mein Bedarf an propagandistischen "Detailwissen" fürs Erste gedeckt. Vielleicht finden Sie irgendwelche Türkenhasser in diesem Forum, mit denen Sie Ihre "profunden Kenntnisse" teilen können. Ich stehe für sowas nicht zur Verfügung, bedaure.


Ja, profunde Kenntnisse. Der türkische Rechtsstaat war mittendrin im Drogengeschäft. Schon klar das Sie sowas nicht hören wollen. Aber hauptsache anderen Usern Mangel an selbstkritischer Reflexion vorzuwerfen. Schon klar.

Jekyll hat geschrieben:Die PKK ist auch reell eine Terrororganisation.


Ja, in Ihrer türkischen Realität.

Jekyll hat geschrieben:So ganz ohne Minderheitenrechte sind die Kurden aber auch nicht (gerade wegen Erdogan). Aber ist das jetzt alles, was Sie an Rechtfertigung für den bewaffneten Kampf inkl. Separationsbestrebungen und Terrorangriffe bieten können? Imgrunde geben Sie damit Herrn Erdogan Recht. Mit Leuten wie euch kann man nicht verhandeln.


Ich glaube Sie haben ein Problem Texte korrekt zu interpretieren. Erdogan hat eine offene Politik gegenüber den Kurden betrieben, und dementsprechend hat die PKK ja auch die Waffen niedergelegt. Tatsache ist aber das Erdogans Politik mehr eine Hinhaltepolitik war, weil den Kurden nicht einmal das Geringste (in der Verfassung erwähnt zu werden) zugestanden wurde. Darüber hinaus hat Erdogan mit den Bau von Kasernen ein deutliches Zeichen gesetzt. Nachdem er sich im IS- Konflikt auch als Kurdenhasser outete war alles klar. Das rechtfertigt, das die Kurden weiterhin an der PKK festhalten, bzw. an ihrem militärischen Flügel (KCK).

Und wieso kann man mit Leuten wie mir nicht verhandeln ? Die Kurden in der Türkei verlangten eine Art Autonomie. Was ist daran so schlimm ? Schon die Osmanen hatten das den Kurden gewährt. Aber wem sage ich das. Ihre Geschichtskenntnisse lassen sowieso zu wünschen übrig...

Jekyll hat geschrieben:Da muss ich Sie wohl über gewisse rechtsstaatliche Gepflogenheiten aufklären: Ich muss hier nichts "widerlegen", sondern Sie müssen eine Behauptung/Anschuldigung, die Sie aufgestellt haben, belegen. Ja wo kämen wir denn hin, wenn jeder jedem alles mögliche unterstellen und dann die Beweislast dem Beschuldigten auferlegen würde? Solche Praktiken mögen vielleicht in der PKK die Norm sein, wo erst geschossen dann gefragt wird (wenn überhaupt). Aber in einem Rechtsstaat läuft das nunmal anders, hier in diesem Forum mit Sicherheit auch. Ich werde Sie nicht nochmal dazu auffordern, solche Unterstellungen sein zu lassen.


Ich habe schon oft genug erklärt weshalb ich Sie für einen IS- Sympathisanten halte. Ich habe Sie direkt gefragt, wem Sie mehr militärische Siege gönnen, der YPG oder dem IS. Weil Sie sich einer ernsten Antwort nicht stellen wollten, haben Sie es ins Lächerliche gezogen. Keine Antwort ist jedoch auch eine Antwort. Da können Sie noch so oft verlangen das ich solche Unterstellungen lassen soll. Sie drücken dem IS nicht nur gegen die YPG die Daumen - nein, sondern auch gegen die Peshmerga.

Jekyll hat geschrieben:Bereitet Ihnen mein Nick irgendwie Unbehagen?

Wieso, sollte er das ?

Jekyll hat geschrieben:Sherlock, überlegen Sie doch mal: wäre ich tatsächlich ein IS-Symphathisant oder gar Unterstützer, würde ich dann nicht bewusst Kritik und Distanzierung vortäuschen, um sie dann besser propagandistisch unterstützen zu können? Etwa...ja...genauso wie Sie sich in Bezug auf die PKK verhalten?


Meine Kritik gegenüber der PKK ist keine Täuschung. Ich sehe mich als Freidenker, ich denke über alles nach und sehe alles mit kritischen Augen. Ich kann mich nur wiederholen, ich bin kein PKK- Anhänger, aber im Bezug auf den Kampf der PKK gegen den türkischen Staatsterror können Sie mich schon als PKK- Sympathisant betrachten - gewiss. Genauso wie Sie ein IS- Sympathisant sind. Die Sache ist aber das die PKK keine Frauen und Mädchen vergewaltigt, Menschen enthauptet, Sklavenhandel treibt, und Minderheiten gnadenlos jagt (im Gegenteil, die PKK beschützt sie). Wer mit dem IS sympathisiert, der sympathisiert auch mit diesen Methoden.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Antonius » Fr 31. Jul 2015, 19:14

Kardux » Do 30. Jul 2015, 20:01 hat geschrieben:Nein, keinen Grund zur Aufregung. Ich meinte auch nur das man neben den Terrororganisationen IS und PKK auch den Terrorstaat Türkei in die Liste aufnehmen kann. Mehr wollte ich nicht hören.

Ja, profunde Kenntnisse. Der türkische Rechtsstaat war mittendrin im Drogengeschäft. Schon klar das Sie sowas nicht hören wollen. Aber hauptsache anderen Usern Mangel an selbstkritischer Reflexion vorzuwerfen. Schon klar.

Ich glaube Sie haben ein Problem Texte korrekt zu interpretieren. Erdogan hat eine offene Politik gegenüber den Kurden betrieben, und dementsprechend hat die PKK ja auch die Waffen niedergelegt. Tatsache ist aber das Erdogans Politik mehr eine Hinhaltepolitik war, weil den Kurden nicht einmal das Geringste (in der Verfassung erwähnt zu werden) zugestanden wurde. Darüber hinaus hat Erdogan mit den Bau von Kasernen ein deutliches Zeichen gesetzt. Nachdem er sich im IS- Konflikt auch als Kurdenhasser outete war alles klar. Das rechtfertigt, das die Kurden weiterhin an der PKK festhalten, bzw. an ihrem militärischen Flügel (KCK).

Und wieso kann man mit Leuten wie mir nicht verhandeln ? Die Kurden in der Türkei verlangten eine Art Autonomie. Was ist daran so schlimm ? Schon die Osmanen hatten das den Kurden gewährt. Aber wem sage ich das. Ihre Geschichtskenntnisse lassen sowieso zu wünschen übrig...

Ich habe schon oft genug erklärt weshalb ich Sie für einen IS- Sympathisanten halte. Ich habe Sie direkt gefragt, wem Sie mehr militärische Siege gönnen, der YPG oder dem IS. Weil Sie sich einer ernsten Antwort nicht stellen wollten, haben Sie es ins Lächerliche gezogen. Keine Antwort ist jedoch auch eine Antwort. Da können Sie noch so oft verlangen das ich solche Unterstellungen lassen soll. Sie drücken dem IS nicht nur gegen die YPG die Daumen - nein, sondern auch gegen die Peshmerga.

Meine Kritik gegenüber der PKK ist keine Täuschung. Ich sehe mich als Freidenker, ich denke über alles nach und sehe alles mit kritischen Augen. Ich kann mich nur wiederholen, ich bin kein PKK- Anhänger, aber im Bezug auf den Kampf der PKK gegen den türkischen Staatsterror können Sie mich schon als PKK- Sympathisant betrachten - gewiss. Genauso wie Sie ein IS- Sympathisant sind. Die Sache ist aber das die PKK keine Frauen und Mädchen vergewaltigt, Menschen enthauptet, Sklavenhandel treibt, und Minderheiten gnadenlos jagt (im Gegenteil, die PKK beschützt sie). Wer mit dem IS sympathisiert, der sympathisiert auch mit diesen Methoden.
Danke, Kardux, für Deine ausgezeichneten Informationen über die kurdische Sache und über Kurdistan.

Die "Frankfurter Rundschau" schrieb in der heutigen Ausgabe u.a.: "Die Erdogan-Partei AKP ignoriert konsequent Friedensangebote der Kurden."
So ist es leider. Der türkischen Staatsterror wird vor allem von Erdogan betrieben, d.h. Erdogan ist der Staatsterrorist.

Ich erinnere mich an einen großen Artikel, ebenfalls in der FR, vor gut einem Jahr.
http://www.fr-online.de/syrien/kurden-i ... 18628.html

Dort wird von Frauen-Bataillonen in Kurdistan berichtet:
Robar Hossein ist Kommandantin der kurdischen Volksverteidigungskräfte YPG im kurdischen Teil Syriens, mit ihrer Hauptstadt Qamishli.
Die Kurdenmiliz ist die am wenigsten bekannte, aber größte, disziplinierteste und kampfstärkste Streitmacht unter den Rebellentruppen im syrischen Bürgerkrieg.
Den Freiheitswillen der Kurden kann man nur mit größter Sympathie betrachten.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Wasteland » Fr 31. Jul 2015, 19:22

Antonius » Fr 31. Jul 2015, 19:14 hat geschrieben:Den Freiheitswillen der Kurden kann man nur mit größter Sympathie betrachten.


Ich finde es schon witzig was sich so manchmal für Querfronten bilden. Die Kurden betrachtest du also mit grösster Sympathie, weil sie die Türkei und den IS bekämpfen.
Wie aber wäre es um deine Sympathien bestellt wenn es in Deutschland eine linksaussen Partei gäbe (um nicht zu sagen sozialistisch), die auf 10-15% bei den Wahlen kommt und die auch noch einen bewaffneten militärischen Arm hat?
Wäre dir das auch sympathisch?
Zuletzt geändert von Wasteland am Fr 31. Jul 2015, 19:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Kardux » Fr 31. Jul 2015, 20:13

Wasteland hat geschrieben:Ich finde es schon witzig was sich so manchmal für Querfronten bilden. Die Kurden betrachtest du also mit grösster Sympathie, weil sie die Türkei und den IS bekämpfen.
Wie aber wäre es um deine Sympathien bestellt wenn es in Deutschland eine linksaussen Partei gäbe (um nicht zu sagen sozialistisch), die auf 10-15% bei den Wahlen kommt und die auch noch einen bewaffneten militärischen Arm hat?
Wäre dir das auch sympathisch?


Deutschland ist im Gegensatz zur Türkei kein Terrorstaat. Deutschland unterstützt nicht den IS. Deutschland unterdrückt keine Minderheit im eigenen Land.

Im Gegenteil, Deutschland gewährt Wirtschaftsflüchtlingen wie den Türken Religionsfreiheit und freie Ausübung ihrer Sprache. Und dann besucht Herr Erdogan vor einigen Jahren Deutschland und spricht tatsächlich von einer deutschen Assimilationspolitik gegenüber den armen Deutschland- Türken.

Ich kann es schon verstehen weshalb kurdische Kampfverbände sympathischer wirken als der IS und sein Terrorpate.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Wasteland » Fr 31. Jul 2015, 20:46

Kardux » Fr 31. Jul 2015, 20:13 hat geschrieben:
Deutschland ist im Gegensatz zur Türkei kein Terrorstaat. Deutschland unterstützt nicht den IS. Deutschland unterdrückt keine Minderheit im eigenen Land.

Im Gegenteil, Deutschland gewährt Wirtschaftsflüchtlingen wie den Türken Religionsfreiheit und freie Ausübung ihrer Sprache. Und dann besucht Herr Erdogan vor einigen Jahren Deutschland und spricht tatsächlich von einer deutschen Assimilationspolitik gegenüber den armen Deutschland- Türken.

Ich kann es schon verstehen weshalb kurdische Kampfverbände sympathischer wirken als der IS und sein Terrorpate.


Das war nicht ganz worauf ich hinaus wollte. Ich bin auch zu 100% hinter den Kurden was den Kampf gegen den IS angeht und ihr Anliegen einen eigenen Staat haben zu wollen verstehe ich auch. Auch wenn ich auch verstehe das der Iran und die Türkei keine Territorien preisgeben werden, so gibt es doch zwei Staaten deren territoriale Integrität eh nicht mehr existent ist, auf denen Kurden durchaus einen eigenen Staat gründen könnten.
Mir ging es mehr darum das sich deutsche/westliche "Islamkritiker" nur allzu gerne plakativ mit jedem verbrüdern der auf irgendeine Art und Weise gegen irgendwelche Muslime kämpft (auch wenn der Grund für die Auseinandersetzungen nicht unbedingt die Religion ist).
Selbst wenn sie die politische Agenda der jeweiligen Organisation im eigenen Land genau so vehement bekämpfen würden wie die Türkei.
Eine starke sozialistische Organisation, die zudem noch militant ist, würde bei Antonius sicher nicht auf Gegenliebe stossen wenn sie deutsch wäre.
Ausser sie kämpft eben gegen Türken.
Scheinheiligkeit eben.
Zuletzt geändert von Wasteland am Fr 31. Jul 2015, 20:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Antonius » Sa 1. Aug 2015, 12:55

Wasteland » Fr 31. Jul 2015, 20:46 hat geschrieben:(...)
Mir ging es mehr darum das sich deutsche/westliche "Islamkritiker" nur allzu gerne plakativ mit jedem verbrüdern der auf irgendeine Art und Weise gegen irgendwelche Muslime kämpft (auch wenn der Grund für die Auseinandersetzungen nicht unbedingt die Religion ist).
Selbst wenn sie die politische Agenda der jeweiligen Organisation im eigenen Land genau so vehement bekämpfen würden wie die Türkei.
Eine starke sozialistische Organisation, die zudem noch militant ist, würde bei Antonius sicher nicht auf Gegenliebe stossen wenn sie deutsch wäre.
Ausser sie kämpft eben gegen Türken.
Scheinheiligkeit eben.
Seltsames Urteil, bzw. Vorurteil. Ich weise es vehement zurück!

Mir geht es als Islamkritiker (ohne Gänsefüßchen) darum zu zeigen, daß der Islam vor allem eine politische Herrschaftsideologie ist.
Wenn der Islam nur eine Religion wäre, bräuchte sich niemand große Sorgen zu machen...
Der Islam ist zwar für mich als Christ in religiöser Hinsicht eine Irrlehre, aber jedermann hat in diesem Staate das Recht auch einer irrigen Religion anzuhängen, das ist allenfalls ein Problem des jeweiligen Individuums.

Ich habe als Staatsbürger dieses Landes nichts gegen eine starke Linke, im Gegenteil, ich unterstütze sie, solange sie wirklich linke Politik betreibt.
Linke Politik ist es jedoch nicht, einerseits islamische Terror-Regime zu unterstützen, andererseits den Staat Israel zu unterminieren, beispielsweise am sogenannten "Al-Quds-Tag" auf Seiten der Antisemiten zu stehen.
Ich war immer ein Unterstützer der Befreiungstheologie, die in Südamerika ihren Ausgangspunkt hatte.

Zur Türkei noch eine Wort:
Es ist ein großes Verdienst von Mustafa Kemal, daß er beim Kollaps des Osmanischen Reiches umfangreiche Reformen in die Wege geleitet hat:
Er hat das Sultanat und das Kalifat abgeschafft,
die Scharia abgeschafft,
die lateinische Schrift eingeführt,
verschiedene archaische Bekleidungsbräuche verboten, etc.
Alles wichtige Reformen, aber leider nicht ausreichend, um wirkliche Religionsfreiheit oder das kulturelle Selbstbestimmungsrecht der verschiedenen Volksgruppen zu garantieren.
Das Erdogan-Regime versucht sogar, die erreichten Reformen zurückzunehmen.

Aus diesem Grunde betrachte ich den Freiheitswillen der Kurden und den Kampf für ihre Selbstbestimmung nach wie vor mit größter Sympathie.
Zuletzt geändert von Antonius am Sa 1. Aug 2015, 13:20, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Wasteland » Sa 1. Aug 2015, 15:17

provokatuerk » Sa 1. Aug 2015, 14:51 hat geschrieben:
Und wie sehen Leute wie Antonius kurdische Flüchtlinge in ihrer deutschen Stadt und vor ihrer Haustür z. B.in Sammelunterkunften und Zelten? Dann sind die Kurden plötzlich nicht mehr das geliebte Volk, das gegen ISIS kämpft, sondern kulturfremde Ausländer, die das "christliche Abendland ausrauben wollen".


Richtig.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Jekyll » Sa 1. Aug 2015, 20:35

Das könnte die Wende im Kurdenkonflikt bringen:

"Kurdenpräsident Barsani will die PKK loswerden"
Die Türkei treibt den Keil zwischen die Kurden: Die anhaltenden Luftangriffe setzen die Autonome Kurdenregion im Irak unter Zugzwang. Verliert die PKK jetzt den Rückhalt im eigenen Lager?
[...]
Doch nun zeichnet sich ab, dass die PKK sogar im eigenen Lager an Boden verliert - als Ergebnis des militärischen Drucks, den Ankara ausübt: Der Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, hat die PKK aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.
http://www.dw.com/de/kurdenpr%C3%A4sident-barsani-will-die-pkk-loswerden/a-18622089
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Re: Die Kurden

Beitragvon Jekyll » Sa 1. Aug 2015, 20:39

Interssante familiäre Bindungen zwischen der PKK und HDP:
Bei den Luftangriffen wurden nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu bislang etwa 260 Kämpfer getötet und bis zu 400 weitere verletzt. Unter den Verletzten sei auch Nurettin Demirtas, der Bruder des Vorsitzenden der türkischen Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtas, berichtete Anadolu ohne Angaben von Quellen.

Selahattin Demirtas macht keinen Hehl daraus, dass sich sein Bruder den PKK-Kämpfern in den nordirakischen Kandil-Bergen anschloss
, bestätigte aber dessen angebliche Verletzung nicht.
http://www.dw.com/de/kurdenpr%C3%A4sident-barsani-will-die-pkk-loswerden/a-18622089
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Re: Die Kurden

Beitragvon Kardux » Sa 1. Aug 2015, 20:57

Jekyll hat geschrieben:Bei den Luftangriffen wurden nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu bislang etwa 260 Kämpfer getötet und bis zu 400 weitere verletzt.


Ja ja, die türkischen Nachrichtenagenturen und ihre Statistiken wenn es um getötete PKK- Kämpfer geht. Leute die so einen Unsinn schreiben waren wohl nie in einem PKK- Lager. Nur mit Giftgasangriffen könnte man so viele Kämpfer töten, aber doch nicht mit normalen Luftangriffen.

Jekyll hat geschrieben:Die Türkei treibt den Keil zwischen die Kurden: Die anhaltenden Luftangriffe setzen die Autonome Kurdenregion im Irak unter Zugzwang. Verliert die PKK jetzt den Rückhalt im eigenen Lager?
[...]
Doch nun zeichnet sich ab, dass die PKK sogar im eigenen Lager an Boden verliert - als Ergebnis des militärischen Drucks, den Ankara ausübt: Der Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, hat die PKK aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.


Seit wann gehört die PDK zum Lager der PKK ? Hab ich was verpasst ?

Natürlich sagt Präsident Barzani das die PKK die Berge verlassen muss. Das ist reine Politik. Wirklich gute Beziehungen pflegen beide Parteien auch gar nicht. Aber auch Präsident Barzani weiß das es sicherer ist wenn die PKK in diesen Bergen ist als arabische und kurdische Jihadisten.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Jekyll » Sa 1. Aug 2015, 22:38

Kardux » Sa 1. Aug 2015, 19:57 hat geschrieben:Natürlich sagt Präsident Barzani das die PKK die Berge verlassen muss. Das ist reine Politik. Wirklich gute Beziehungen pflegen beide Parteien auch gar nicht.
Nennen wir's doch beim Namen: für Barzani ist die PKK ein Übel, das er am liebsten heute als morgen loswerden möchte. Damit hat sich Ihre "einfache Rechnung" auch erledigt, oder sollen wir Barzani jetzt auch zu den IS-Unterstützern zählen?


Aber ist schon eine interessante Situation, in die sich die Brüder Demirtas begeben haben....einer kämpft in der PKK, einer militanten Terroristenorganisation, die erst kürzlich wieder Attentate in der Türkei verübt hat, der andere dagegen ist der Vorsitzende der Kurdenpartei HDP und spielt den harmlosen Politiker.
Stimmt es, dass die Familienbande bei den Kurden sehr stark ist?
Zuletzt geändert von Jekyll am Sa 1. Aug 2015, 22:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Kurden

Beitragvon Kardux » Sa 1. Aug 2015, 22:52

Jekyll hat geschrieben:Nennen wir's doch beim Namen: für Barzani ist die PKK ein Übel, das er am liebsten heute als morgen loswerden möchte. Damit hat sich Ihre "einfache Rechnung" auch erledigt, oder sollen wir Barzani jetzt auch zu den IS-Unterstützern zählen?


Nur weil Sie eine dumme Aussage wiederholen wird sie nicht wahrer. Barzani bekämpft die PKK nicht, demnach ist die Rechnung sehr einfach - er ist kein IS- Unterstützer. Das Sie damit geistig überfordert sind hätte ich nicht erwartet.

Jekyll hat geschrieben:Stimmt es, dass die Familienbande bei den Kurden sehr groß ist?


Ja klar. Ist das bei Türken nicht so ?

Weshalb durfte denn Bilal Erdogan etwas vom "Kuchen" haben ? Nicht etwa weil er das Söhnchen des Sultans ist ?

PS: Ich finde es schon sehr amüsant aber auch ein wenig armselig wie Sie sich so "geistreiche" Unterstützung wie den Forentroll "provo..." geholt haben. Das Ihnen schon lange die Argumente ausgegangen sind war mir klar. Aber wenn Sie glauben das Ihre faschistische türkische Propaganda mittels sinnfreier Spambeiträge eines Forentroll durchgedrückt wird haben Sie sich geirrt.
Zuletzt geändert von Kardux am Sa 1. Aug 2015, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.
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